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Meine 5 größten Fehlprognosen der Brettspielbranche

01. Oktober 2026 um 15:12

Wer sich lange genug mit Brettspielen beschäftigt, entwickelt automatisch Meinungen darüber, wie sich das Hobby weiterentwickeln wird.

Manche Vorhersagen treffen zu. Andere liegen komplett daneben.

Wenn ich auf die letzten zehn bis fünfzehn Jahre zurückblicke, muss ich zugeben: Bei einigen Entwicklungen habe ich mich gewaltig verschätzt. Und genau das macht die Brettspielbranche eigentlich so spannend.

Hier sind meine fünf größten Fehlprognosen.

1. Living Card Games werden Trading Card Games verdrängen

Das war für mich eigentlich logisch.

Living Card Games boten viele Vorteile: Keine Zufallspakete, kalkulierbare Kosten und faire Wettbewerbsbedingungen. Als Spieler wusste man genau, welche Karten man kaufte.

Deshalb hätte ich erwartet, dass sich dieses Modell langfristig stärker durchsetzt als klassische Trading Card Games.

Die Realität sieht anders aus. Während viele LCG-Reihen inzwischen eingestellt wurden oder nur noch eine kleinere Zielgruppe bedienen, erleben Trading Card Games weiterhin ein beeindruckendes Wachstum.

Offenbar ist das Sammeln selbst für viele Spieler ein wesentlicher Teil des Hobbys – etwas, das ich damals unterschätzt habe.

2. Hybridspiele mit Apps werden Standard

Als die ersten großen Hybridspiele erschienen, schien die Richtung klar.

Apps konnten Regeln verwalten, Geschichten erzählen, Gegner steuern und das Spielerlebnis dynamischer gestalten. Viele Probleme klassischer Brettspiele ließen sich dadurch elegant lösen.

Deshalb war ich überzeugt, dass Apps in wenigen Jahren zum Standard gehören würden.

Heute gibt es zwar weiterhin erfolgreiche Vertreter, doch die große Revolution blieb aus. Viele Spieler schätzen gerade die analoge Natur des Hobbys und möchten bewusst nicht noch einen Bildschirm auf dem Tisch haben.

Hybridspiele haben ihren Platz gefunden – aber längst nicht den Stellenwert, den ich erwartet hatte.

3. Crowdfunding ist nur ein vorübergehender Trend

Mehrfach dachte ich, dass der Höhepunkt erreicht sei.

Irgendwann würden die Spieler genug haben von immer größeren Kampagnen, exklusiven Inhalten und Vorbestellungen Jahre vor der eigentlichen Auslieferung.

Zumindest dachte ich das.

Tatsächlich gehört Crowdfunding heute stärker zur Branche als jemals zuvor. Plattformen wie Gamefound und Kickstarter sind für viele Verlage längst ein zentraler Bestandteil ihrer Geschäftsmodelle.

Die Frage ist nicht mehr, ob Crowdfunding bleibt, sondern wie es sich weiterentwickelt.

4. Solo-Spiel bleibt eine kleine Nische

Vor zehn Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ein Solo-Modus einmal zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen vieler Expertenspiele gehören würde.

Brettspiele waren für mich immer ein soziales Hobby.

Natürlich gab es damals bereits Solospiele, aber ich hielt sie eher für eine Randerscheinung.

Heute sehe ich das völlig anders. Viele Spieler erwarten inzwischen einen Solo-Modus, und zahlreiche moderne Spiele werden von Anfang an auch für Solospieler entwickelt.

Eine Entwicklung, die ich komplett unterschätzt habe.

5. Gute Spiele setzen sich automatisch durch

Vielleicht ist das die größte Fehlprognose von allen.

Lange Zeit war ich überzeugt, dass Qualität am Ende immer gewinnt. Ein wirklich gutes Spiel würde schon seinen Weg zu den Spielern finden.

Heute glaube ich das nicht mehr.

Sichtbarkeit, Marketing, Community-Aufbau und Timing spielen eine viel größere Rolle, als ich früher angenommen habe. Jedes Jahr erscheinen unzählige gute Spiele, die trotzdem kaum Aufmerksamkeit erhalten.

Nicht weil sie schlecht wären, sondern weil die Konkurrenz um Aufmerksamkeit größer geworden ist als jemals zuvor.

Was ich daraus gelernt habe

Wenn ich eines aus diesen Fehlprognosen mitgenommen habe, dann dies:

Die Brettspielbranche entwickelt sich selten so, wie man es erwartet.

Spieler verhalten sich nicht immer rational. Technisch überlegene Konzepte gewinnen nicht automatisch. Und manche Ideen, die zunächst wie eine Nische wirken, werden plötzlich zum Mainstream.

Genau deshalb sind Prognosen so schwierig – und gleichzeitig so spannend.

Welche Fehlprognosen hattest du?

Gab es Entwicklungen, bei denen du völlig falsch lagst? Hast du gedacht, dass ein Trend verschwindet, der heute größer denn je ist? Oder warst du von einer Innovation überzeugt, die inzwischen kaum noch eine Rolle spielt?

Schreib es gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt, welche Vorhersagen bei dir besonders schlecht gealtert sind.

Werden Trading Card Games die nächste große Messefläche erobern?

08. September 2026 um 15:11

Wenn ich vor fünf oder zehn Jahren eine Prognose hätte abgeben müssen, wie sich der Kartenspielmarkt entwickelt, wäre ich vermutlich ziemlich daneben gelegen.

Damals hätte ich erwartet, dass sogenannte Living Card Games (LCGs) langfristig stärker wachsen würden. Feste Erweiterungen, keine Zufallspakete, gleiche Chancen für alle Spieler – das schien aus Spielersicht wie das deutlich fairere Modell.

Heute sieht die Realität anders aus.

Trading Card Games sind präsenter denn je und erhalten auf der SPIEL 2026 sogar erstmals eigene internationale Auszeichnungen. Das wirft für mich eine spannende Frage auf: Stehen wir erst am Anfang einer noch größeren TCG-Welle?

Die Totgesagten leben länger

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren vorhergesagt, dass das klassische TCG-Modell irgendwann an seine Grenzen stößt.

Zu teuer. Zu kompliziert. Zu stark vom Sammelaspekt geprägt.

Doch während viele LCG-Reihen eingestellt wurden oder deutlich kleiner geworden sind, erleben wir weiterhin erfolgreiche Sammelkartenspiele. Neben den etablierten Größen erscheinen regelmäßig neue Systeme, die innerhalb kürzester Zeit große Communities aufbauen.

Offenbar erfüllt das Sammeln, Tauschen und Optimieren von Decks ein Bedürfnis, das weit über das eigentliche Spielen hinausgeht.

Das soziale Element wird oft unterschätzt

Vielleicht liegt genau dort der entscheidende Unterschied.

Ein Brettspiel kaufe ich häufig für meine bestehende Spielgruppe. Ein TCG bringt dagegen oft seine eigene Community mit.

Turniere, lokale Spieltreffs, Tauschbörsen und Online-Diskussionen schaffen eine soziale Dynamik, die viele andere Spiele nur schwer erreichen.

Wer einmal Teil einer aktiven TCG-Community war, versteht schnell, warum diese Spiele eine so starke Bindung erzeugen können.

Das Problem namens „Pay to Win“

Trotzdem bleibt für mich eine offene Frage.

Denn der Vorwurf des „Pay to Win“ begleitet viele Sammelkartenspiele seit Jahrzehnten. Wer mehr Geld investiert, hat häufig Zugang zu stärkeren Karten oder zumindest mehr Möglichkeiten beim Deckbau.

Natürlich ist die Realität oft komplexer. Erfahrung, Deckbau-Kenntnisse und Spielstärke spielen ebenfalls eine große Rolle.

Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen: Wie schafft man ein System, das wirtschaftlich funktioniert und gleichzeitig möglichst fair wahrgenommen wird?

Können neue Modelle entstehen?

Gerade hier sehe ich enormes Potenzial.

Vielleicht erleben wir künftig hybride Modelle zwischen LCG und TCG. Vielleicht werden digitale Komponenten stärker integriert. Vielleicht entstehen neue Wege, um Sammeln attraktiv zu machen, ohne den Wettbewerbsaspekt zu stark vom Budget abhängig werden zu lassen.

Die Branche hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie kreative Lösungen finden kann.

Deshalb glaube ich nicht, dass das aktuelle TCG-Modell das Ende der Entwicklung darstellt.

Was bedeutet das für die SPIEL?

Die neuen Auszeichnungen auf der SPIEL 2026 könnten ein Hinweis darauf sein, dass Trading Card Games künftig noch mehr Raum einnehmen werden.

Mehr Aussteller. Mehr Turnierflächen. Mehr Community-Events.

Vielleicht erleben wir in einigen Jahren eine Messe, auf der TCGs einen ähnlich großen Stellenwert besitzen wie klassische Brettspiele.

Ob das für alle Besucher eine positive Entwicklung wäre, darüber lässt sich sicherlich diskutieren.

Mein persönlicher Blick

Ich muss zugeben: Ich hätte die Entwicklung so nicht erwartet.

Nach dem Erfolg von LCGs schien es für mich plausibel, dass sich feste Erweiterungsmodelle langfristig stärker durchsetzen würden. Tatsächlich sieht es aktuell eher so aus, als hätten Trading Card Games ihre Position weiter ausgebaut.

Das macht die Entwicklung für mich aber umso spannender.

Denn unabhängig davon, ob man selbst TCGs spielt oder nicht, zeigt sie, dass die Brettspielbranche immer wieder Überraschungen bereithält – und dass Prognosen oft deutlich schwieriger sind, als sie zunächst erscheinen.

Wie siehst du das?

Glaubst du, dass Trading Card Games in den kommenden Jahren weiter wachsen werden? Oder erleben wir aktuell lediglich eine besonders starke Phase?

Und was hältst du vom klassischen Booster-Modell: zeitlos erfolgreich oder langfristig ein Auslaufmodell?

Schreib deine Meinung gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt, wie du die Zukunft der TCGs einschätzt.

Gibt es eigentlich zu viele Brettspiel-Neuheiten?

28. August 2026 um 15:11

Wenn man sich die Ankündigungslisten rund um die SPIEL Essen anschaut, könnte man schnell zu einer klaren Antwort kommen: Ja.

Jedes Jahr erscheinen hunderte, vermutlich sogar tausende neue Brettspiele. Schon lange vor der Messe beginnen Vorschauartikel, Top-10-Listen und Diskussionen darüber, welche Titel man unbedingt im Blick behalten sollte.

Und trotzdem frage ich mich immer häufiger: Kann man in dieser Menge überhaupt noch den Überblick behalten?

Niemand kann mehr alles kennen

Als ich vor vielen Jahren ins Hobby eingestiegen bin, hatte ich zumindest das Gefühl, einen Großteil der relevanten Neuheiten mitzubekommen.

Heute erscheint mir das nahezu unmöglich.

Selbst wenn man regelmäßig Podcasts hört, Videos schaut, Rezensionen liest und auf BoardGameGeek unterwegs ist, entgehen einem ständig interessante Veröffentlichungen.

Eigentlich ist das ein Luxusproblem. Die Auswahl war nie größer. Gleichzeitig führt sie aber dazu, dass Aufmerksamkeit zu einer immer knapperen Ressource wird.

Wie viele Spiele spielen wir wirklich?

Hand aufs Herz: Wie viele Neuheiten eines Jahres landen tatsächlich regelmäßig auf unserem Tisch?

Die meisten von uns kaufen deutlich schneller Spiele, als sie sie spielen können. Der berühmte „Pile of Shame“ ist längst kein Randphänomen mehr.

Dazu kommt, dass viele Spiele gar nicht schlecht sind. Sie sind einfach nur eines von vielen guten Spielen, die um dieselbe Freizeit konkurrieren.

Vielleicht liegt das eigentliche Problem also gar nicht in der Qualität der Neuheiten, sondern in ihrer schieren Anzahl.

Gehen gute Spiele unter?

Diese Frage beschäftigt mich besonders.

Denn wenn jedes Jahr hunderte neue Titel erscheinen, dann werden zwangsläufig einige sehr gute Spiele übersehen.

Manche verschwinden bereits wenige Monate nach Veröffentlichung wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung. Nicht weil sie schlecht wären, sondern weil bereits die nächste Welle an Neuheiten vor der Tür steht.

Gerade kleinere Verlage stehen hier vor einer enormen Herausforderung. Aufmerksamkeit zu gewinnen ist oft schwieriger geworden als ein gutes Spiel zu entwickeln.

Die Jagd nach dem Nächsten

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich unser Hobby verändert hat.

Früher stand stärker im Mittelpunkt, ein Spiel zu entdecken und über Jahre hinweg immer wieder zu spielen. Heute scheint oft schon die nächste Neuheit zu warten, bevor die aktuelle überhaupt richtig erkundet wurde.

Natürlich trifft das nicht auf alle Spieler zu. Dennoch beobachte ich eine zunehmende Fokussierung auf Neuheitenlisten, Vorbestellungen und Crowdfunding-Kampagnen.

Die Frage ist: Verpassen wir dadurch vielleicht einige der besten Spielerlebnisse?

Weniger Neuheiten würden das Problem nicht lösen

Trotzdem glaube ich nicht, dass die Branche weniger Spiele veröffentlichen sollte.

Vielfalt ist eine der größten Stärken unseres Hobbys. Unterschiedliche Zielgruppen, Mechaniken und Themen sorgen dafür, dass fast jeder sein Lieblingsspiel finden kann.

Außerdem entstehen Innovationen häufig gerade deshalb, weil viele Menschen neue Ideen ausprobieren.

Das Problem ist also vermutlich nicht die Anzahl der Neuheiten selbst.

Vielleicht müssen wir einfach anders auswählen

Je länger ich im Hobby bin, desto entspannter gehe ich mit Neuheiten um.

Ich muss nicht jedes Spiel kennen. Ich muss nicht jeden Hype mitmachen. Und ich muss auch nicht jedes Jahr die „Top 100“ gespielt haben.

Stattdessen versuche ich, die Spiele zu finden, die wirklich zu meinem Geschmack und meiner Spielgruppe passen.

Das gelingt nicht immer – aber deutlich besser als der Versuch, alles im Blick behalten zu wollen.

Mein Fazit

Gibt es zu viele Brettspiel-Neuheiten?

Für die Branche wahrscheinlich nicht. Für meinen persönlichen Spieleabendkalender ganz eindeutig schon.

Und vielleicht ist genau das die richtige Antwort: Nicht die Anzahl der Neuheiten ist das Problem, sondern die unrealistische Erwartung, alles kennen, spielen oder besitzen zu müssen.

Wie siehst du das?

Freust du dich über die riesige Auswahl an Neuheiten oder fühlst du dich manchmal von der Menge erschlagen? Gibt es aus deiner Sicht zu viele Veröffentlichungen – oder ist gerade diese Vielfalt eine der größten Stärken unseres Hobbys?

Schreib deine Meinung gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt, wie du die Entwicklung wahrnimmst.

Die Messe der Entdeckungen oder die Messe der Warteschlangen?

05. August 2026 um 15:10

Wenn ich an meine ersten Besuche der SPIEL Essen zurückdenke, dann waren es vor allem die Entdeckungen, die mir in Erinnerung geblieben sind. Irgendwo zwischen den großen Verlagen fand sich plötzlich ein kleines Spiel, von dem man vorher noch nie gehört hatte. Ein kurzer Blick genügte – und schon stand das nächste Spiel auf der Wunschliste.

Heute sieht die Realität manchmal etwas anders aus.

Denn mit dem Erfolg der Messe sind auch die Warteschlangen gewachsen.

Wie viel Zeit verbringen wir eigentlich mit Warten?

Wer an einem Messetag unterwegs ist, kennt das vermutlich.

Warten am Einlass. Warten an besonders beliebten Ständen. Warten auf eine Demorunde. Warten an der Kasse. Warten beim Essen.

Natürlich gehört das bei Großveranstaltungen dazu. Gleichzeitig frage ich mich manchmal, wie viel Prozent eines Messetages tatsächlich mit Spielen, Gesprächen und Entdecken verbracht werden – und wie viel Zeit wir schlicht in Schlangen stehen.

Besonders bei den großen Neuheiten entsteht gelegentlich das Gefühl, dass die Wartezeit länger ist als die eigentliche Spielerfahrung.

Die Qual der Wahl

Ein weiteres Phänomen hat sich in den letzten Jahren verstärkt: die schiere Menge an Neuheiten.

Jedes Jahr erscheinen hunderte, wenn nicht sogar tausende neue Spiele. Niemand kann alles sehen, geschweige denn alles ausprobieren.

Dadurch verändert sich auch die Art, wie viele Besucher über die Messe gehen. Statt sich treiben zu lassen, wird immer häufiger geplant, priorisiert und optimiert.

Manchmal fühlt sich ein Messetag fast an wie ein Projektplan.

Geht dabei etwas verloren?

Vielleicht bin ich da nostalgisch, aber ich glaube schon.

Die schönsten Messemomente entstehen oft ungeplant. Man bleibt an einem Stand stehen, weil das Cover interessant aussieht. Man setzt sich spontan an einen Tisch. Man kommt mit fremden Menschen ins Gespräch.

Wenn der Tag dagegen komplett durchgetaktet ist, gehen genau diese Momente möglicherweise verloren.

Gerade die kleinen Entdeckungen machen für mich einen großen Teil des Reizes der SPIEL aus.

Die großen Verlage gewinnen – die kleinen verlieren?

Je voller die Messe wird, desto stärker konzentriert sich die Aufmerksamkeit oft auf die bekannten Namen.

Das ist verständlich. Wer nur begrenzte Zeit hat, möchte die Titel sehen, über die bereits alle sprechen.

Gleichzeitig frage ich mich, ob dadurch kleinere Verlage und unbekannte Autoren zunehmend ins Hintertreffen geraten. Schließlich konkurrieren sie nicht nur mit anderen Spielen, sondern auch mit der begrenzten Zeit der Besucher.

Dabei stammen einige meiner schönsten Messekäufe gerade von Ständen, die ich ursprünglich gar nicht auf dem Zettel hatte.

Trotzdem möchte ich die SPIEL nicht missen

Trotz aller Kritik: Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue auf die Messe.

Denn selbst wenn die Hallen voller werden, bleibt die SPIEL ein einzigartiger Ort. Nirgendwo sonst trifft man so viele Menschen, die dieselbe Begeisterung für Brettspiele teilen.

Nirgendwo sonst kann man innerhalb weniger Stunden so viele Neuheiten sehen, ausprobieren und diskutieren.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir die Warteschlangen letztlich akzeptieren.

Mein persönliches Fazit

Für mich ist die SPIEL immer noch in erster Linie eine Messe der Entdeckungen. Aber ich merke, dass die Warteschlangen Jahr für Jahr ein größerer Teil des Erlebnisses werden.

Deshalb hoffe ich, dass die zusätzliche Hallenfläche 2026 nicht nur mehr Platz für Aussteller schafft, sondern auch etwas von dem zurückbringt, was die Messe für mich immer ausgezeichnet hat: die Möglichkeit, ohne Zeitdruck durch die Hallen zu schlendern und zufällig auf das nächste Lieblingsspiel zu stoßen.

Wie erlebst du die SPIEL?

Ist die SPIEL für dich noch eine Messe der Entdeckungen oder mittlerweile eher eine Messe der Warteschlangen? Planst du deinen Besuch minutiös oder lässt du dich lieber treiben?

Schreib deine Erfahrungen gerne in die Kommentare. Mich würde interessieren, wie sich dein Messeerlebnis in den letzten Jahren verändert hat.

Hat die SPIEL ihre Kapazitätsgrenze erreicht?

06. Juli 2026 um 15:09

Die Nachricht, dass die SPIEL Essen 2026 erstmals alle acht Hallen der Messe Essen belegen wird, klingt zunächst nach einer Erfolgsgeschichte. Mehr Aussteller, mehr Fläche, mehr Spiele. Eigentlich genau das, was man sich als Brettspielfan wünscht.

Trotzdem habe ich mich bei der Ankündigung gefragt: Wie groß kann die SPIEL eigentlich noch werden?

Ein Luxusproblem

Vorweg: Das ist natürlich ein Luxusproblem.

Die Messe wächst, weil die Nachfrage wächst. Verlage wollen ausstellen, Besucher wollen kommen und die Brettspielbranche scheint weiterhin gesund zu sein. Darüber kann man sich zunächst einmal freuen.

Gleichzeitig dürfte jeder regelmäßige Besucher Situationen kennen, in denen die Grenzen des Wachstums bereits spürbar wurden. Volle Gänge, lange Warteschlangen und überfüllte Demorunden gehören mittlerweile fast schon zum Messealltag.

Mehr Fläche bedeutet nicht automatisch mehr Platz

Die zusätzlichen Hallen werden sicherlich helfen, Besucherströme besser zu verteilen.

Darauf hoffe ich persönlich sogar ganz besonders. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Bereiche, die zeitweise kaum noch angenehm zu besuchen waren. Wer spontan ein Spiel ausprobieren wollte, musste oft Geduld mitbringen.

Dennoch stellt sich die Frage, ob zusätzliche Fläche das Problem dauerhaft löst. Denn wenn gleichzeitig immer mehr Besucher und Aussteller kommen, verschiebt sich die Kapazitätsgrenze möglicherweise nur weiter nach hinten.

Wann wird eine Messe zu groß?

Das klingt zunächst seltsam. Schließlich möchte niemand einer erfolgreichen Veranstaltung vorwerfen, zu beliebt zu sein.

Trotzdem gibt es einen Punkt, an dem Größe auch Nachteile mit sich bringt.

Die Wege werden länger. Die Planung wird komplexer. Spontane Entdeckungen werden schwieriger, weil man sich stärker auf einzelne Bereiche konzentrieren muss. Und wer nur einen Tag Zeit hat, kann ohnehin nur noch einen Bruchteil der Messe erleben.

Manchmal frage ich mich, ob die SPIEL irgendwann einen Punkt erreicht, an dem weiteres Wachstum die Besuchererfahrung eher verschlechtert als verbessert.

Die Perspektive der Verlage

Auch für Verlage dürfte die Entwicklung nicht nur Vorteile haben.

Mehr Aussteller bedeuten automatisch mehr Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Während große Namen ihre Besucher ohnehin anziehen, wird es für kleinere Verlage zunehmend schwieriger, sichtbar zu werden.

Gerade die kleinen Entdeckungen gehören für mich aber zu den schönsten Erlebnissen auf der SPIEL. Es wäre schade, wenn diese Perlen in der schieren Masse untergehen würden.

Braucht die SPIEL neue Konzepte?

Vielleicht wird die Antwort auf weiteres Wachstum nicht einfach noch mehr Fläche sein.

Denkbar wären zusätzliche Fachbesuchertage, längere Öffnungszeiten oder neue Konzepte zur Besucherlenkung. Auch digitale Terminbuchungen für besonders gefragte Demorunden könnten künftig eine größere Rolle spielen.

Natürlich sind das alles nur Gedankenspiele. Aktuell freue ich mich erst einmal darüber, dass die zusätzliche Hallenfläche hoffentlich etwas Entlastung bringt.

Mein Eindruck

Für mich hat die SPIEL ihre Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht. Aber ich glaube, dass wir uns langsam einem Punkt nähern, an dem die Frage nach der optimalen Größe wichtiger wird als die Frage nach weiterem Wachstum.

Denn am Ende kommen die meisten von uns nicht nach Essen, um Rekorde zu feiern. Wir kommen, um Spiele zu entdecken, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und unser Hobby gemeinsam zu erleben.

Und genau dieses Erlebnis sollte bei allen Wachstumsplänen im Mittelpunkt stehen.

Wie siehst du das?

Freust du dich über die weitere Expansion der SPIEL oder glaubst du, dass die Messe langsam an ihre Grenzen stößt? Sollte sie weiter wachsen oder lieber neue Wege finden, die vorhandene Fläche besser zu nutzen?

Schreib deine Meinung gerne in die Kommentare – ich bin gespannt, wie du die Entwicklung einschätzt.

Deutscher Spiele Preis: Warum diese Auszeichnung für viele Spieler wichtiger ist als das Spiel des Jahres

23. Juni 2026 um 15:14

Wenn über die wichtigsten Brettspielpreise Deutschlands gesprochen wird, fällt fast automatisch zuerst der Name „Spiel des Jahres“. Der rote Pöppel genießt weit über die Brettspielszene hinaus Bekanntheit und sorgt jedes Jahr für spürbare Verkaufszahlen.

Trotzdem gibt es einen zweiten Preis, den viele Vielspieler mindestens genauso aufmerksam verfolgen: den Deutschen Spiele Preis.

Und vielleicht ist er für manche Brettspielfans sogar die interessantere Auszeichnung.

Ein Preis von Spielern für Spieler

Der Deutsche Spiele Preis, kurz DSP, wird seit 1990 verliehen und gehört damit zu den traditionsreichsten Auszeichnungen der Branche. Vergeben wird er vom Merz Verlag / SPIEL Essen.

Der entscheidende Unterschied zum Spiel des Jahres liegt im Wahlverfahren.

Während beim Spiel des Jahres eine Jury entscheidet, basiert der Deutsche Spiele Preis auf den Stimmen der Community. Spieler, Journalisten, Händler, Spielekreise und andere Branchenvertreter können ihre Favoriten wählen. Die Abstimmung erfolgt online und steht allen Interessierten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz offen.

Dadurch entsteht ein Stimmungsbild der aktiven Spielerschaft – und genau das macht den Preis so spannend.

Warum die Gewinner oft „spieliger“ sind

Wer sich die Gewinnerlisten der letzten Jahre anschaut, erkennt schnell ein Muster.

Titel wie Ark Nova, Terraforming Mars, Wingspan oder Lost Ruins of Arnak gewannen den Deutschen Spiele Preis, während das Spiel des Jahres häufig deutlich zugänglichere Familienspiele auszeichnete.

Das ist keineswegs ein Fehler der Jury, sondern entspricht den unterschiedlichen Zielsetzungen der Preise.

Das Spiel des Jahres möchte Menschen zum Spielen bringen. Der Deutsche Spiele Preis zeigt dagegen häufig, welche Titel unter Vielspielern besonders beliebt sind.

Deshalb wird der DSP oft als der Preis der Hobbyspieler betrachtet.

Ein Blick in die Geschichte

Die Siegerliste liest sich wie ein „Who is Who“ moderner Brettspielgeschichte.

Zu den Gewinnern zählen unter anderem Die Siedler von Catan, El Grande, Puerto Rico, Agricola, Dominion und viele weitere Titel, die das Hobby nachhaltig geprägt haben.

Rückblickend wirkt die Gewinnerliste fast wie eine Zeitreise durch die Entwicklung moderner Brettspiele.

Wer wissen möchte, welche Spiele ihre jeweilige Generation besonders geprägt haben, wird hier schnell fündig.

Die Preisverleihung auf der SPIEL

Besonders passend ist der Rahmen der Verleihung.

Der Deutsche Spiele Preis wird jedes Jahr rund um die SPIEL Essen bekanntgegeben und verliehen. Damit fällt die Auszeichnung genau in die Zeit, in der die Aufmerksamkeit der gesamten Branche auf Essen gerichtet ist.

Für viele Besucher gehört die Bekanntgabe der Gewinner inzwischen fest zur Messesaison dazu.

Die Top-10-Liste wird bereits im Vorfeld veröffentlicht, die Spitzenplätze werden anschließend im Rahmen der SPIEL bekanntgegeben.

Warum ich den Deutschen Spiele Preis so gerne verfolge

Persönlich finde ich den Deutschen Spiele Preis deshalb so interessant, weil er häufig näher an meinem eigenen Spielgeschmack liegt.

Das bedeutet nicht, dass die Gewinner automatisch die besseren Spiele sind. Aber sie spiegeln oft wider, welche Titel innerhalb der aktiven Brettspielszene besonders viel Begeisterung ausgelöst haben.

Während das Spiel des Jahres häufig die Frage beantwortet: „Welches Spiel eignet sich hervorragend für möglichst viele Menschen?“, beantwortet der Deutsche Spiele Preis eher die Frage: „Welche Spiele haben die Hobbyspieler dieses Jahr besonders begeistert?“

Und genau deshalb schaue ich mir die Gewinnerliste jedes Jahr mit großem Interesse an.

Wie siehst du das?

Welcher Brettspielpreis ist für dich aussagekräftiger? Orientierst du dich eher am Spiel des Jahres oder am Deutschen Spiele Preis?

Und welches Spiel hätte deiner Meinung nach den Deutschen Spiele Preis unbedingt gewinnen müssen?

Schreib deine Meinung gerne in die Kommentare.

Essen Spiel 2026: Was wird sich ändern?

13. April 2026 um 10:21

Die SPIEL Essen 2026 wirft langsam ihre Schatten voraus – und auch wenn wir noch ein Stück entfernt sind, zeichnen sich bereits einige spannende Entwicklungen ab. Von mehr Platz über neue Schwerpunkte bis hin zu inhaltlichen Erweiterungen zeigt sich jetzt schon, dass sich die Messe weiterentwickelt. Ich habe mir vier Punkte herausgepickt, die ich besonders interessant finde – teils, weil sie logisch erscheinen, teils, weil sie mich ehrlich überrascht haben.

Wachstum & Hallenbelegung

Die SPIEL Essen wächst 2026 weiter und belegt erstmals alle acht Hallen der Messe Essen. Für mich ist das erstmal eine sehr gute Nachricht – nicht nur wegen der Größe, sondern vor allem wegen der Hoffnung, dass sich die Besucherströme etwas besser verteilen.

Gerade in den letzten Jahren waren einzelne Hallen oder Hotspots teilweise extrem voll. Wenn die zusätzliche Fläche sinnvoll genutzt wird, könnte das die Messe deutlich angenehmer machen – weniger Gedränge, mehr Ruhe zum Testen.

Natürlich bringt die Größe auch neue Herausforderungen mit sich. Die Wege werden länger und man wird noch gezielter planen müssen, um nichts zu verpassen. Aber das nehme ich ehrlich gesagt gern in Kauf. Persönlich hoffe ich, dass die Stände stärker durchmischt werden.

Unterm Strich zeigt das Wachstum für mich vor allem eins: Die Branche boomt weiterhin – und die SPIEL bleibt der zentrale Treffpunkt dafür.

Neue Preisverleihung für Trading Card Games

Die Einführung eigener Preise für Trading Card Games finde ich eine wirklich spannende Entwicklung. Ehrlich gesagt hätte ich erwartet, dass durch den Erfolg von LCGs (Living Card Games) klassische TCGs eher an Bedeutung verlieren.

Umso interessanter ist es zu sehen, dass das Segment offenbar weiter wächst und jetzt sogar stärker in den Fokus rückt. Das zeigt, dass der Markt deutlich vielfältiger ist, als man manchmal denkt.

Was ich persönlich besonders spannend finde: Wie sich die Modelle weiterentwickeln. Der Vorwurf „Pay to win“ und eine Affinität zum Glücksspiel hängt ja vielen TCG-Vertriebsmodellen nach wie vor an – hier könnte Innovation entscheidend sein.

Vielleicht sehen wir in den nächsten Jahren neue Ansätze, die Sammelaspekt, Fairness und Zugänglichkeit besser miteinander verbinden. Die neuen Preise könnten genau solche Entwicklungen fördern.

Rückkehr des Golden Demon

Mit dem Golden Demon kehrt ein echtes Highlight zurück – und für mich vor allem eines: unglaublich beeindruckend anzusehen.

Ich merke jedes Mal aufs Neue, wie absurd gut manche Miniaturen bemalt sind. Und ja, auch ein bisschen frustrierend – weil selbst sehr junge Teilnehmer oft schon auf einem Niveau arbeiten, von dem ich weit entfernt bin. 😉

Genau das macht aber auch den Reiz aus. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf das Hobby und sieht, was möglich ist, wenn man sich intensiv damit beschäftigt.

Für die Messe ist das aus meiner Sicht ein echter Gewinn, weil es noch einmal eine ganz andere kreative Dimension reinbringt – abseits von Regeln und Mechaniken.

SPIEL.talks & inhaltliche Erweiterung

Die SPIEL.talks finde ich inhaltlich besonders interessant, weil sie über das reine „Spiele anschauen und kaufen“ hinausgehen. Hier wird stärker reflektiert, wohin sich die Branche entwickelt.

Gerade wenn man sich die letzten Jahre anschaut, ist das auch nötig. Themen wie hybride Spiele mit App-Anbindung haben sich aus meiner Sicht nicht wirklich durchgesetzt – zumindest nicht nachhaltig. Das jüngste Argument ist auch daran, dass Fantasyflight Games mit Descent – Legenden der Finsternis die letzte hauseigene Produktlinie mit App-Unterstützung offiziell beendet hat und dort nicht mehr weiterentwickelt.

Ähnlich ist es bei Konzepten wie „Unique Games“. Spannende Idee, aber am Markt haben sich diese Ansätze bisher nicht breit etabliert.

Deshalb bin ich neugierig, welche Impulse aus den SPIEL.talks kommen. Vielleicht entstehen hier die nächsten Ansätze, die nicht nur innovativ klingen, sondern sich auch langfristig durchsetzen.

Zum Abschluss interessiert mich natürlich deine Meinung: Welche dieser Entwicklungen findest du wirklich spannend – und worauf freust du dich persönlich am meisten? Schreib es gern in die Kommentare und lass uns austauschen. Die SPIEL Essen 2026 findet vom 22. bis 25. Oktober 2026 statt – wenn du dabei sein willst, solltest du dir rechtzeitig ein Ticket sichern.

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