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Storyfold: Schattenwald

Von: Bill
20. Juni 2026 um 08:00

Seit wann schauen die Waldtiere so grimmig?

Mögt Ihr auch gut erzählte Geschichten? Möchtet Ihr gerne jemand sein, die verwunschene Waldwesen heilen und Licht ins Dunkel bringen kann? Mögt Ihr spannende Herausforderungen mit kniffligen Mechanismen, die Euch ein heldenhaftes Gefühl bescheren, wenn Ihr es Stück für Stück bewältigen konntet? Dann folgt mir gerne auf den Pfaden des jungen Mädchens Luma, welche sich von Ihrem Bären Brom begleitet auf den Weg macht um den Wald von einer eigenartigen Dunkelheit zu befreien!


Steckbrief

SpielStoryfold: Schattenwald
VerlagBoardgame Circus
Veröffentlichung2026
IdeeSjoerd van der Linde
IllustrationJustine Chalieux
Rating (BGG)7,9
Komplexität (BGG)Medium Light
SpielweiseSolo
MechanikenKartenaktionen, Würfeln

Spielprinzip

Der Leitsatz der Geschichte

Grundsätzlich fühlt es sich erstmal an, als würde man ein Buch aufschlagen, wenn die Schachtelklappe das erste Mal geöffnet wird. Von ein paar einleitenden Versen wird man in die Geschichte begleitet und landet schnell dort, wo der Einstieg in den Prolog erklärt wird. Dieser dient am Anfang der Regelkunde. Ansonsten findet sich kein Regelbuch in der Spieleschachtel sondern nur ein Glossar um die im Prolog gelernten Regeln noch einmal nachschlagen zu können.

Als Hauptmechanik spielt man jede Runde beliebig viele Aktionen. Ihre Anzahl wird durch die zur Verfügung stehenden Würfel, und den eigenen Entscheidungen, wie viele ich davon in jeder Aktion nutzen möchte, begrenzt. Die vier vor einem ausliegenden Aktionen „fließen“ dabei immer von rechts nach links in der Auslage. Wenn man eine Aktionskarte komplett ausgeführt hat legt man sie nach rechts außen an den Fluss und rückt alles nach links auf. Umso weiter eine Aktionskarte links liegt, desto niedriger sind die mindestens zu würfelnden Zahlenwerte um jeweils einen Erfolg zu erwürfeln (ein wenig erinnert es vielleicht an Arche Nova – aber nur in dieser einen Mechanik, das gesamte Spiel ist definitiv kein Arche Nova).

Über den Aktionskarten: Der Mindestwert für die Würfelproben

Die sich gegen uns stellenden Wesen zwingen sich dabei mit in diesen Fluss ein uns solange man sie nicht wieder los wird rauben sie Energie (Leben) rauben und müllen den Fluss voll und werden dabei im schlimmsten Fall von Runde zu Runde weiter nach links wandern.

Pro Szene, wovon jedes Kapitel mehrere hat, spürt man stets einen gewissen Zeitdruck. Nicht nur, dass die eigene Energie über die gesamte Kapitellänge im Auge behalten werden muss, zudem darf der sich jede Runde ein Feld weiter bewegende Mondmarker nicht den Endpunkt erreichen, bevor das Ziel erreicht ist. Sonst ist die Szene oder das gesamte Kapitel verloren. Der Mond löst dabei auch immer unangenehme Dinge aus, die von Szene zu Szene unterschiedlich sein können. Was Siegbedingung ist, wird jedes Kapitel erläutert und kann sich zwischen den Szenen sehr unterscheiden.

Die beiden Kapitel nach dem Prolog (welche ich bislang gespielt habe) hatten am Ende bisher auch immer einen „Boss“ als Gegner, die alles ziemlich herausfordernd sind. Ich habe Kapitel 2 gerade so mit meiner letzten Energie und einem aller letzten Würfelversuch bestanden. Das fühlt sich episch an und zeigt, wie genau man seine Aktionen planen muss um erfolgreich zu bestehen. Es ist also nicht nur einfach ein Cozy Spiel mit niedlicher Geschichte, sondern ein ziemliches Abenteuer, dass auf Euch wartet.


Unboxing

Optisch möchte der Verlag hier ebenfalls auf das Buchgefühl hinweisen. Drei der Außenränder sehen wie aufeinander liegende Papierseiten aus und der letzte Rand ist einem Buchrücken nachempfunden. Aufrecht gestellt, kann man es also als überformatigen Buch auch in die Hausbibliothek stellen. Der magnetische Verschluss hält dabei den Klappdeckel sicher geschlossen.

Auch darüber hinaus wirkt das Spiel sehr hochwertig produziert. In der Schachtel finden wir unten ein Inlay wo wir die Karten nach Kapiteln sortiert gut ablegen können. Daneben drei Fächer für das Spielmaterial wie die 7 Würfel (5 achtseitige, 1 zehnseitiger und 1 zwölfseitiger) und unterschiedliche Pappmarker zum Anzeigen von Erfolgen, an Orten, etc.

Darüber befindet sich ein Kunststofffach zum Abspeichern der Spielstände. Dazu das ca. 80-seitige Spielringbuch und ein übersichtlich dünnes Glossar mit einer Übersicht auf der Rückseite. In dem Glossar wird die Spielspeicherung genau erklärt. Das Ringbuch lässt sich beim Öffnen nach links und rechts aufklappen und bildest damit neben der Geschichte auch das Spielfeld.


Bewertung

Vom Material wirkt das Spiel bombastisch. Dazu kommt eine bildlich zwar düstere Umgebung, die aber so hübsch gezeichnet wurde, dass es trotzdem eine Augenweise ist. Das Luma und ihr Bär dabei wie das Licht selbst beinahe weiß gehalten sind fördert einen auffallend starken Kontrast, dass der Wald drum herum wohl gewollt besonders finster wirkt.

Ich finde die Geschichte und die Spielmechanik als eigentlicher Wenig-Solospieler richtig gut und bin bereits sehr gespannt, wie es in den letzten drei Kapiteln weitergeht. Es gibt ein schönes Belohnungssystem, dass nicht zu viel im Spielgefühl ändert, aber man freut sich doch, diese Fragmente in bestimmten Situationen vielleicht wieder zu entdecken.

Ob sich das Spielgefühl über einen zweiten oder dritten Durchgang halten kann muss es natürlich erst noch beweisen. Es befindet sich jedenfalls ein Kartenpack im Spiel um sich in erneuten Durchgängen einer höheren Herausforderung stellen zu können. Falls dies aber nicht ausreicht um einen weiteren Durchlauf zu starten, ist es ein guter Titel zu ausleihen oder weiterverschenken. Vielleicht dient es aber danach auch nur noch al Hingucker im Bücher- oder Spieleregal.

Das einmalige Erlebnis und das Abenteuer reichen auf jedenfalls aus, um mir jedes Mal ein Lächeln zu entlocken. Das Spiel gehört in meine Sammlung – hergeben kommt (erstmal) nicht in Frage. Daher lautet meine Bewertung:

Wie wir bewerten haben wir euch hier aufgeschrieben.


(c) Copyright Board Game Circus

Grafik(en) und Bild(er) von analog rockt

Bannerbild von Janusz Walczak von Pixabay.

Hinweis: Das Spiel wurde von mir selbst erworben. Ich wurde nicht um eine Rezension gebeten und die oben beschriebene Darstellung spiegelt meine persönliche Meinung wider.


In unserem Youtubekanal findet Ihr mein Let’s Play im Prolog und eine frühe Bewertung:

Dragon Eclipse

Von: Bill
11. April 2026 um 08:00

Ich muss sagen, ich habe eine schier endlose wirkende Odyssee des Wartens auf dieses Spiel hinter mir (Horst und Björn können mein Klagelied wahrscheinlich mittlerweile auswendig mitsingen), als hätte ich auf die Sonnenfinsternis durch die Zwillingsmonde selbst gewartet – was natürlich eine Anspielung auf das Namensgebende Ereignis des Spiels ist. Dieses erreichte mich mehr als ein Jahr nach Erscheinen der englischen Version und damit fast ein viertel Jahr nach Beginn der deutschen Auslieferung. Daher lautet nun die Frage: Kann es mich noch immer überzeugen? Konnte es das überhaupt von Anfang an? Kann es meine Erwartungen erfüllen, wenn ich dafür auf einen Einstieg in das Magic-System verzichtet habe und man einen Pokémon-Ableger erwartet? Schauen wir uns mal meine Ersteindrücke an!


Steckbrief

SpielDragon Eclipse
VerlagAwaken Realms
Veröffentlichung2025
IdeeAndrzej Betkiewicz, Kamil ‚Sanex‘ Ciesla, Wojciech Frelich
IllustrationBozena Cadzyriska, Lukasz Cywinski, +8 mehr
Rating (BGG)8,4 (ca. 1.300 Ratings)
Komplexität (BGG)Kennerspiel
SpielweiseKooperativ oder Solo (wohl der Spielkern), Kompetitiv
MechanikenDeckbuilding, kartenbasiertes Kampfsystem, Mystlingfähigkeiten ausprobieren

Eindruck von der Bühne

Die Welt wurde niedlich gezeichnet und wird narrativ ebenso süß dargestellt. Man stellt einen der vielen Bändiger von Kreaturen dar, die in etwa der Welt von Pokémon entspringen könnten. Bei dem Hauptspiel handelt sich im Kampagnenmodus den man alleine spielt mit der Möglichkeit kooperativ zu zweit im Kampf gegen andere Kreaturen, sogenannte Mystlinge anzutreten. Wobei die zum Teil fluffig-niedlich illustrierten Gegner gegen ein Spieler-Duo natürlich um einiges stärker sind. Allerdings bemerkt man an allen Ecken und Enden, dass die Welt eigentlich für nur einen Bändiger geschrieben wurde, gehen die Texte doch immer nur auf eine Person ein. Ich stelle es mir aber auch beinhart vor, einen romanlangen Text zu schreiben der sowohl per Du wie auch im Plural funktioniert ohne dabei seltsam gestellt zu wirken. Also Schwamm drüber, das ist schon in Ordnung. Mit dieser kleinen Einschränkung kann man sich doch arrangieren.

In der Kampagne ist man also wie angedeutet sehr viel Text ausgeliefert. Ich mag das persönlich gerne, aber man muss sich klar darüber sein, dass die zum Teil sehr langen Passagen einen Großteil der Spielzeit ausmachen. Immer wieder kommt man auf wirklich schön gestaltete Kartenelemente mit Verweisen in das Skript, zum Untersuchen des Standortes und lösen von kleineren Rätselelementen. Kleine Talentproben tauchen immer mal wieder auf. Sie folgen dabei stets einem mechanisch recht einfachen Muster, ohne Bezug auf irgendwelche Eigenschaften, die man auch einfach nicht besitzt. Es handelt sich dabei eher um ein Push-Your-Luck-Element, das man mit der Ausrüstung gelegentlich beeinflussen können.

Caerberg, unsere niedliche Heimatstadt – der erste Ort. Hier beginnt das Spiel

Das Mechanisch wichtigste Elemente, welches den Kern des Spiels ausmacht, ist jedoch die Arena. In der Geschichte treffen wir dabei immer auf verängstigte oder ihr Revier verteidigende Mystlinge, welche dann gegen unsere gebändigte Lieblingskreatur antreten muss. Der Kampf folgt dabei einem recht einfachen Kartenmechanismus: Man hat stets drei Karten auf der Hand und zieht am Anfang der Runde eine Karte und nimmt Kraftpunkte, welche in genügender Anzahl z.B. die Sonderfähigkeiten unseres Schützlings auslösen können. Danach spielt man eine Karte aus. Diese haben eine große Menge an unterschiedlichen Effekten. Wer Spiele wie Pokémon oder Magic kennt, wird sich hier recht schnell wiederfinden. Es gibt bislang stets drei mögliche Enden eines solchen Kampfes: man verliert, man gewinnt oder das Wesen kann gebändigt werden. Letzteres will man natürlich erreichen, da so die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Mystlinge vergrößert wird.

Die Kartenauslage einer spielenden Person.

Wie bei Awaken Realms wohl üblich, wird das Spiel mit einer übergroßen Box und weiteren Spielmodi ausgeliefert. Es gibt den reinen PvP-Arenamodus, in dem zwei Spieler jeweils eine der bislang freigestalteten Kreaturen gegeneinander antreten lassen. Hierbei fühlt man sich den genannten Trading-Card-Spielen wohl am Nächsten. Dazu kommt noch ein Rouge-Lite-Modus, hier muss man alleine einem Pfad folgen und so vielen Kämpfe wie möglich siegreich hinter sich bringen, wie man kann.


Groupie auf Tour

Die Geschichte erscheint eher generisch ist aber gut geschrieben. Es wird wohl nicht sehr episch sondern beschreibt eher den Weg durch die Welt um einen Mystling nach dem anderen freizuschalten und dabei dessen Fähigkeiten kennenzulernen. Daran wird sich wohl kaum etwas ändern, zumindest gehe ich nicht davon aus. Aber es regt meine Neugier ausreichend an um es wieder und wieder spielen zu wollen, besonders, da es das Spielinteresse meine jüngeren Tochter wieder aktiviert hat, was mich doch sehr glücklich macht. Die Arenakämpfe benötigen ausreichend Taktik um Spannung am Tisch zu erzeugen. Eine ausführlichere Rezension wird wahrscheinlich aber nicht folgen. Ich habe oben bereits fast alles zur Mechanik gesagt und alles weitere birgt nur eine Gefahr von Spoilern der Geschichte.

Kurzfazit: Das Spiel gefällt meiner Tochter und mir tatsächlich gut und wird weitergespielt. Der Nachfolger, ein eigenständiges Spiel mit neuer Story aber der selben Mechanik wurde auf Gamefound bereits von mir unterstützt.


Konzertmitschnitte

Sich vergrößernde Weltkarte
Spielerauslage
Unsere beiden Haudegen
Kampfpanorama
Der Emberling gegen das Firple
Gegnerkarten
Caerberg – Startumgebung

Hintergrundbild by Awaken Realms

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