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Published — 13. April 2026 Verlage und Verbände

Der Frühling lädt zum Spielen ein

13. April 2026 um 15:33

Die Pegasus Spiele Tage finden noch bis zum 10. Mai statt

Friedberg, 13.04.2026: Auch diesen Frühling gibt es für Spielbegeisterte und alle, die es noch werden wollen, wieder Grund zur Freude, denn die Pegasus Spiele Tage sind zurück! Bis zum 10. Mai können an über 200 teilnehmenden Eventstätten sechs Spiele kostenlos ausprobiert werden: Magic Maze Pocket, Light Speed Arena oder Boss Fighters QR ebenso wie Symbiose, Burst und Punktegalaxie.

Pegasus Spiele hat abermals Pakete mit Neuheiten gepackt und sie an zahlreiche Spieleläden sowie -clubs in Deutschland und Europa geschickt, damit die Spiele dort in geselligem Umfeld gespielt werden können. Das Mitspielen ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig. Zum Spielen von Boss Fighters QR und Light Speed Arena wird jedoch ein mobiles Endgerät benötigt (Handy oder Tablet). Die jeweiligen Apps können kostenlos aus dem Apple oder Android App Store heruntergeladen werden. Alle Titel sind ab acht bzw. zehn Jahren empfohlen und punkten mit leicht zugänglichen Spielkonzepten. Damit eigenen sie sich für Familien ebenso wie für Fans kurzweiliger Partien. Für weitere Informationen sowie eine Auflistung aller Veranstaltungen steht die Pegasus Spiele Tage Infoseite bereit.

Mit Magic Maze Pocket ist ein kooperatives Spiel mit dabei, bei dem die Spielenden in Echtzeit den Raubzug einer Held*innen-Gruppe durchführen. Dabei kann jede*r potenziell alle Figuren steuern, aber diese nur in bestimmte Richtungen bewegen. Eine gute Abstimmung zwischen den Spielenden ist da unerlässlich – allerdings ohne zu sprechen.

Ebenso flott gespielt ist Light Speed Arena. Hier müssen alle Mitspielenden gleichzeitig in nur wenigen Sekunden ihre Raumschiffe so in einer Weltraum-Kampfarena positionieren, dass deren Laserstrahlen möglichst Asteroiden oder gegnerische Raumschiffe anvisieren – und nicht aus Versehen die eigenen treffen. Bei der Auswertung hilft dann eine kostenlose Begleit-App.

Ebenfalls App-begleitet ist das SPIEL 2025 Highlight Boss Fighters QR. Bis zu vier Mitspielende versuchen sich gemeinsam daran, mithilfe ihrer zusammengestellten Kartendecks digitale Bosse zu bekämpfen. Dank der nahtlosen App-Integration wird nicht nur der Effekt der gescannten Karten sofort angewendet, sondern die Spielgruppe sieht auch direkt die Reaktion des Bosses. So entsteht ein dynamischer wie taktischer Schlagabtausch.

In dem Kartenspiel Symbiose geht es nicht um Geschwindigkeit oder Schlagkraft, sondern darum, die beste Teichlandschaft zu kreieren. Dazu wird in jeder der insgesamt sieben Runden eine Karte des eigenen Teichs mit einer aus der offenen Auslage getauscht. Bei der Wertung sind dann jedoch auch die Teiche der Nachbar*innen von Interesse. Nicht zuletzt wegen der simplen Regeln ist Symbiose Teil der Spielereihe Einfach! Schnell! Clever!.

Ein weiteres Kartenspiel mit simplen Regeln ist Burst: Karten nachziehen oder ausspielen – nur bloß nicht die Auslage auf eine Summe von über 21 treiben! Für Personen, die die Kartenauslage zum Bersten bringen, gibt es nämlich leider keine Punkte.

Nachdem Punktesalat im Jahr 2021 auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres gelandet ist, geht es bei Punktegalaxie nun in die Weiten des Universums. In jeder Runde werden zwei Karten gezogen, um – clever kombiniert – in der eigenen Galaxie Sets zu sammeln, Reihen zu vervollständigen und Ziele zu erreichen.

Der Beitrag Der Frühling lädt zum Spielen ein erschien zuerst auf Blog und News.

Swantjes Sexismus-Tagebuch — Eintrag 1

Von: Swantje
13. April 2026 um 11:10

Im ersten Eintrag habe ich beschrieben, wie ein scheinbar harmloser Satz — „du bist zu hübsch für …“ — mich in einer beruflichen Situation nicht nur verwirrt, sondern auch wütend gemacht hat. Er hat die Aufmerksamkeit von meiner Arbeit weg auf meinen Körper gelenkt, Rollen verschoben und unterschwellige Bewertungen sichtbar gemacht. Ich schrieb dort, dass so ein Spruch weder harmlos noch charmant und auch nicht nett ist.

Seitdem hat mich ein Kommentar nicht losgelassen: Jemand schrieb, das sei nicht nur doof, sondern verletzend, weil zugleich andere Frauen* abgewertet würden. Das hat mich getroffen! Nicht nur persönlich, sondern weil ich in diese Richtung gar nicht gedacht hatte. Ich brauchte eine Weile, um zu begreifen, warum mich das so beschäftigt. Ich bin zu dem Schluss gekommen: Hier schimmern mehrere Machtmechanismen durch, die ich genauer anschauen will.

„Swantje, bist du nicht viel zu hübsch für Blood on the Clocktower?“

Warum ist es für die kommentierende Person überhaupt wichtig, hübsch gefunden zu werden? Welche sozialen, emotionalen und normativen Kräfte wirken hier zusammen?

Wenn jemand sagt „du bist zu hübsch für dieses Spiel“ oder „zu hübsch für diese Rolle“, passiert eine Umschichtung sozialer Aufmerksamkeit: Blicke, Gespräche und Erwartungen verändern sich. Äußerungen sind also nicht bloß Komplimente, sondern oft Handlungen, die ein soziales Urteil fällen. Wer das Urteil ausspricht, beansprucht Deutungshoheit.

Und da haben wir’s: Noch mehr Wut bei mir — und eine komplexere Sicht für euch. Mir hilft es, zu verstehen, warum scheinbar kleine Situationen sich so groß anfühlen. Ich möchte euch exemplarisch drei Denker*innen vorstellen, die soziale Macht auf unterschiedliche Weise betrachten. Es lohnt sich, sich damit zu befassen. Nicht nur, weil man dann schlaue Dinge sagen kann, sondern auch, weil man sein eigenes Erleben besser versteht.

Michel Foucault — Normen als Mikro-Macht

Foucault würde den Spruch als kleine Praxis lesen, durch die Macht im Alltag wirkt. Macht wirkt nicht nur in Gesetzen, sie wirkt in Blicken, Urteilen und Gewohnheiten. Ein „Kompliment“ kann so zur Disziplinarmaßnahme werden: Es markiert, was „normal“ oder „erwartet“ ist, und trainiert uns, uns daran auszurichten. Indem eine Person die Bewertung „hübsch“ verteilt, reproduziert sie eine Norm — und vermittelt gleichzeitig, dass andere davon abweichen. Für Foucault ist das kein bloßer Zufall oder nur ein unhöflicher Typ, sondern ein sozialer Mechanismus: Wiederholung schafft Normalität. Und das, was wir für „normal“ halten, beeinflusst unser Denken und Handeln.

Eva Illouz — Attraktivität als emotionales Kapital

Illouz würde fragen: Was zählt hier als Ressource? In unserer Kultur ist Attraktivität eine Art soziales Kapital: Sie generiert Aufmerksamkeit, öffnet Türen und verschafft manchmal Autorität. Wenn eine Person einzelne Frauen* hervorhebt und andere abwertet, ordnet sie Menschen nach wahrgenommenem Wert. Das ist eine Verteilung von ökonomisch anmutenden Gütern — nur dass die Güter hier Anerkennung, Netzwerke und Zugang sind. Der Kommentar ist damit auch eine kleine ökonomische Handlung: Er entscheidet, wo emotionale und soziale Investitionen hingehen.

Pretty Privilege: Was ist das?

Pretty Privilege bezeichnet die gesellschaftlichen Vorteile, die Menschen aufgrund einer als „hübsch“ gelesenen Erscheinung erhalten — mehr Aufmerksamkeit, Vertrauen, bessere Chancen oder ein Nachsehen bei Fehlverhalten. Es ist keine bloße Nettigkeit, sondern soziales Kapital.

Wie es praktisch wirkt:
Pretty Privilege zeigt sich bei Personalentscheidungen, Gehalt, Sichtbarkeit und Behandlung im Alltag. Die direkten Vorteile, die die Zuschreibung „hübsch“ mit sich bringen, lassen sich sogar messen.

Was Eva Illouz dazu sagt:
Illouz analysiert, wie Liebe, Begehren und Emotionen durch Konsum- und Marktlogiken geformt werden: Attraktivität wird zu einem kulturellen/ökonomischen Phänomen.

Wo sich die Konzepte decken:
Beide sehen, dass Aussehen Kapital ist: Attraktivität produziert soziale/ökonomische Vorteile und wird durch kulturelle Bilder, Märkte und Institutionen verstärkt.

Wo sie anders funktionieren:

  • Pretty Privilege betont kurzfristige Vorteile und Bias auf individueller Ebene (Wer wird bevorzugt behandelt?).
  • Illouz geht tiefer in die kulturelle/ökonomische Vermittlung: wie Medien, Märkte und Diskurse das Begehren formen und so Attraktivität langfristig als „Wert“ produzieren — also eher eine systemische Analyse.

Pretty Privilege beschreibt das sichtbare Ergebnis (wer profitiert), Illouz erklärt die tieferliegenden Strukturen dahinter.

Judith Butler — Performanz und normativer Zwang

Butler würde betonen, dass solche Zuschreibungen nicht nur beschreiben, sondern herstellen. Gender und Schönheit sind Performanzen, also wiederholt ausgeführte Handlungen, die Normen stabilisieren. Wer sagt „du bist hübsch“, vollzieht die Rolle des Bewertenden mit Blick und Urteil. Die wiederholte Performanz macht Normen real, nicht weil sie objektiv wären, sondern weil sie sprachlich und praktisch immer wieder erzeugt werden. Das kann zur normativen Gewalt werden: nicht unbedingt körperlich, aber wirksam.

Was mir das zeigt — und was euch das sagen könnte

Diese Perspektiven zeigen: Der Kommentar ist nicht nur Geschmack. Er ist:

  • Normstabilisierend (Foucault): Er bestätigt, welche Erscheinungen erwünscht sind.
  • Ressourcenzuteilend (Illouz): Er verteilt Aufmerksamkeit und Zugang.
  • Performativer Zwang (Butler): Er reproduziert Rollen und Machtpositionen.

 

Intentionsfrage: Nett gemeint, reicht das?
Intention und Wirkung sind zwei Paar Schuhe. Natürlich kann jemand etwas nett meinen. Aber nette Intentionen sind keine Impfung gegen das Reproduzieren von Normen — und Normen können Schaden anrichten. Ein Kompliment, das andere abwertet, wird schnell ein Instrument sozialer Ordnung. Deshalb reicht ein entschuldigendes „war doch nur nett gemeint“ nicht, wenn der Effekt Exklusion oder Entwertung fördert. (Na, habt ihr auch das altbekannte „Man darf doch wohl noch Komplimente machen!“ im Ohr?)

Es gibt kein Recht auf Komplimente

Wer sind die Gewinner*innen solcher Komplimente? Die, denen Attraktivität als Kapital zugeschrieben wird — mehr Sichtbarkeit, leichterer Zugang zu Ressourcen.
Und die Verlierer*innen? Jene, die nicht in dieses enge, von Menschen (meistens endo cis* Männern) gemachte Bild von „hübsch“ passen. Sie werden unsichtbar, entwertet oder auf sekundäre Rollen reduziert. Und das passiert vor allem Frauen*. Das lässt schon der Duden-Eintrag zum Wort „hübsch“ vermuten. Es gibt dort eine Begriffswolke zu typischen Verbindungen. Dort findet man keine männlich gelesenen Begriffe, dafür aber Blondine, Mädel, Mädchen, Frau und Sängerin.

Was konkret in der Interaktion passiert

Wenn ein solches „Kompliment“ fällt:

  • Die Sprecher*in beansprucht Deutungshoheit: „Ich bestimme, wie du gesehen wirst.“
  • Die Gruppe übernimmt die Markierung oft stillschweigend: Andere sehen dich nun durch diese Linse.
  • Die markierte Person muss sich erklären, verteidigen oder anpassen, ihr Handeln wird beeinflusst.

Zuschreibungen ohne Einverständnis haben reale Konsequenzen. Nicht jede Bewertung ist ein Übergriff. Aber Bewertungen, die Rollen und Chancen verschieben, sind es. Übergriff ist hier nicht nur physische Grenzverletzung; es ist die Besitznahme der Interpretation über Körper und Rolle. Also ja, man darf noch Komplimente machen. Man sollte nur vorher nachdenken.

"Ja, man darf noch Komplimente machen. Man sollte nur vorher nachdenken."

Ein Mikro-Instrument der Macht

Die Zuschreibung, wer „hübsch“ ist und wer nicht, ist ein Mikro-Instrument der Macht: klein, beiläufig, aber sehr wirksam. Sie zeigt, wie Normen, Gefühle und Performanzen eng miteinander verknüpft sind. Wenn ich verstehen will, warum mich der Kommentar unter meinem letzten Eintrag so beschäftigt hat, muss ich diese Verknüpfungen sehen und benennen.

Empfehlungen zum Weiterlesen

(Mach das, Wissen ist Macht!)

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