Eigentlich wollte ich gestern mit meinem Meinungsartikel nur meinem eigenen aufgestauten Ärger Luft machen. Angefacht habe ich eine Debatte, die meinen Kollegen Sebastian Wenzel sogar zu einem Kommentar veranlasste. Eine schöne Sache, denn Diskurs bringt Leben in die Szene. In seinem Artikel erhebt Wenzel gleich eine Reihe von Vorwürfen gegen meine Argumentation: Ich würde Begriffe vermischen und…
Normale Ansicht
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- Die Geister, die ich rief - Verlage sind sehr wohl die richtigen Adressaten
Die Geister, die ich rief - Verlage sind sehr wohl die richtigen Adressaten
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- Content Creator*innen und Pressesprecher*innen - Ein schwieriges Verhältnis
Content Creator*innen und Pressesprecher*innen - Ein schwieriges Verhältnis
Nachtrag vom 28.10.2026, 13:30 Uhr: Sebastian Wenzel hat mit einem Kommentar auf diesen Artikel geantwortet. Meinen Kommentar zum Kommentar findet ihr hier.Das Brettspielgeschäft wird größtenteils von Menschen getragen, die aus tiefer Begeisterung für das Hobby in die Branche gewachsen sind. Sie gründen Verlage, arbeiten in Redaktionen oder leiten Pressestellen. Dort treffen sie auf eine Community…
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- Brettspiel Medienschau September 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Brettspiel Medienschau September 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Ich schreibe nicht nur selbst, sondern konsumiere auch gerne und viel Brettspiel-Content von anderen. In dieser Rubrik findest du meine persönliche monatliche Medienschau, in der ich aus meiner Sicht besonders gelungene und/oder relevante Beiträge des vergangenen Monats würdige.Habe ich etwas übersehen oder hast du Vorschläge für den nächsten Monat? Bitte schreib mir gerne – zum Beispiel bei…
Brettspiel Kolumne – Out of the Box: Hausregeln
Brettspiel Kolumne – Out of the Box: Aussortieren
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- Brettspiel Medienschau August 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Brettspiel Medienschau August 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
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Auftakt zur Spiel 2026 - Alle Jahre wieder
Dies ist eine aktualisierte und verbesserte Version meines Beitrags der letzten beiden Jahre. Warum Gutes nicht wieder herauskramen? Die Spiel erfindet sich ja auch nicht jedes Jahr neu.Wie die Zeit vergeht. Gefühlt erst gestern war ich bei der Spielwarenmesse in Nürnberg, und jetzt ist schon fast der Sommer rum. Die Tage werden kürzer, die morgendlichen Hunderunden deutlich kühler und zuletzt…
Brettspiel Kolumne – Out of the Box: Ersteindruck von Brettspielen
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- Brettspiel Medienschau Juli 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Brettspiel Medienschau Juli 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
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LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Noch eine Runde?
Frederik Malsy
„Noch eine Runde?“
Du kennst das: Der Spieleabend neigt sich dem Ende. Die Partie hat uns lange an den Tisch gefesselt, wir haben miteinander gerungen, gelacht, gelitten, gebangt und uns gefreut. Wir räumen die letzten Materialien in die Schachtel zurück und fragen uns: „Spielen wir noch was oder geht‘s ab ins Bett?“
So enden die meisten Spieleabende: Wir räumen auf, quatschen noch ein bisschen, leeren die Gläser und verabschieden uns. Und das tun wir in der Gewissheit, dass wir uns wiedersehen. Mit anderen Spielen, neuen Konzepten, frischen Ideen, an anderer Stelle, vielleicht auch mit neuen Menschen. Aber wir sehen uns auf jeden Fall wieder. Und bis dahin bleiben schöne Erinnerungen an eine gemeinsame Zeit.
So geht es auch uns gerade im Beeple-Netzwerk. Viele neue Menschen sind an unseren Tisch der Medienschaffenden dazugekommen. Einige sind nicht mehr Mitglied bei Beeple – geblieben sind sie dennoch als Freund:innen und Kolleg:innen. Und wie das so ist, wenn sich die Konstellationen ändern, hinterfragen wir ein paar Dinge, die wir als schöne Traditionen liebgewonnen haben. Wahrscheinlich wünschen wir uns alle dieses eine Brettspiel: Jenes, dessen Regelheft irgendwo den Satz versteckt: „Sollte dir die Ressource Zeit ausgehen, ersetze sie einfach durch eine beliebige andere Ressource.“
Leider hat dieses Spiel bisher noch niemand entwickelt.
Wie das eben so ist, wenn sich eine Spielerunde verändert: Neue Menschen kommen dazu, andere gehen ihren Weg weiter. Und irgendwann sitzt man in der Runde und fragt sich: Was macht uns eigentlich aus? Was wollen wir eigentlich miteinander spielen? Und worauf möchten wir unsere begrenzte Zeit verwenden?
Viele von euch begleiten diese Kolumne schon seit Jahren und lesen sie gerne. Und auch intern ist es ein Format, das uns sehr ans Herz gewachsen ist. Dennoch fällt es uns zunehmend schwerer, diese Kolumne monatlich in einer guten Qualität zu liefern und unserem Anspruch daran gerecht zu werden.
Und deswegen haben wir uns entschieden, bei einigen Formaten, die regelmäßig viel Abstimmung und Zeit kosten, erst einmal ein wenig auf die Bremse zu treten. Das ist somit die (vorerst) letzte Kolumne aus dem Beeple-Netzwerk.
Natürlich fällt uns diese Entscheidung nicht leicht. Schließlich sind hier über die Jahre viele Texte entstanden, auf die wir stolz sind. Gleichzeitig eröffnet sie uns Freiräume für frische Ideen, andere Projekte und neue Formen des Austauschs – wir freuen uns auf alles, was kommt.
Diese Kolumne war für uns immer mehr als nur ein fester Veröffentlichungstermin. Sie war ein Ort für Gedanken, Skurriles, Diskussionen und manchmal einfach sehr persönliche Blicke auf unser gemeinsames Hobby.
Ich möchte mich im Namen des gesamten Beeple-Netzwerks ganz herzlich bei allen bedanken, die diese Kolumne (und so vieles mehr) möglich gemacht haben – bei allen Autor:innen, Lektor:innen, Redakteur:innen, Organisator:innen und den Menschen im Hintergrund, die dafür gesorgt haben, dass all diese Texte überhaupt ihren Weg zu euch gefunden haben.
Ohne euch gäbe es keinen einzigen dieser Texte.
Aber ich bin sicher: Auch in Zukunft werden wir als Netzwerk nicht nur in unseren eigenen Medien sondern auch hier den einen oder anderen Text verfassen und uns kolumnistisch mit der Brettspielwelt beschäftigen. Nur eben nicht mehr verlässlich zum 30. des Monats. Sondern dann, wenn wir wirklich etwas zu sagen haben.
Also räumen wir auf. Quatschen noch ein bisschen. Leeren die Gläser. Und sagen „Auf bald!“
„Noch eine Runde?“
Nicht heute. Nicht so regelmäßig. Aber ganz bestimmt wieder.
Frederik Malsy, Der Boardcast
Das Beeple-Netzwerk
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- Brettspiel Medienschau Juni 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Brettspiel Medienschau Juni 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
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- Brettspiel Medienschau Mai 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Brettspiel Medienschau Mai 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
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LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Ein Tag der Demokratie
Jürgen Karla – spielbar.com
Letztens bin ich gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, an einem „Tag der Demokratie“ mitzuwirken. Und zwar explizit unter dem Label „als brettspielender Mensch“. Was könnte man so tun an einem Tag der Demokratie mit dem Medium Brettspiel? Ein Vortrag wäre da wohl unspannend, eine Ausstellung für einen Tag nicht sinnvoll. Also dachte ich: wir könnten ja Brettspiele spielen, die eine Wirkung auf unser Zusammenleben und dessen Reflexion haben. Und dann habe ich mir mal Gedanken dazu gemacht.
Brettspiele sind für uns als Medienschaffende eine sehr umfassende und vielfältige Freizeitbeschäftigung. Und eine tolle: sie bringen Menschen an einen Tisch, schaffen Begegnungen zwischen unterschiedlichen Generationen, fördern Kommunikation und ermöglichen gemeinsame Erfahrungen und noch so vieles mehr. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten häufig digital, polarisierend und beschleunigt stattfinden, bieten Brettspiele einen analogen Raum für Austausch, Reflexion und in meinem Fall Kooperation (warum sollte ich Map Masters oder Endeavor kompetitiv spielen, wenn es eine kooperative Version/Variante gibt?). Gerade deshalb eignen sie sich in besonderer Weise für die Demokratie-Förderung. Sie können vielleicht sogar demokratische Prozesse erfahrbar machen, politische Zusammenhänge verständlich vermitteln und zentrale demokratische Kompetenzen fördern. Thematische Spiele wie Weimar oder Dindex zeigen beispielhaft, wie Brettspiele historische, politische und gesellschaftliche Themen aufgreifen und spielerisch zugänglich machen können.
Demokratie-Bildung verfolgt das Ziel, Menschen dazu zu befähigen, demokratische Werte zu verstehen, demokratische Verfahren anzuwenden und sich aktiv an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Dabei geht es nicht allein um die Vermittlung von Wissen über politische Institutionen oder historische Ereignisse. Ebenso wichtig sind die Entwicklung von Urteilsfähigkeit, Empathie, Kompromissbereitschaft, Perspektivwechsel und die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktlösung. Genau an dieser Stelle besitzen Brettspiele meines Erachtens ein großes Potenzial.
Die Regeln als Basis des geordneten Zusammenlebens
In Brettspielen müssen natürlich Regeln eingehalten werden, damit sich alle Spielenden einbezogen führen, Entscheidungen gemeinsam getroffen und unterschiedliche Interessen ausgeglichen werden. Die Spielenden erleben, dass ein geordnetes Zusammenleben nur funktioniert, wenn sich alle an gemeinsam akzeptierte Regeln halten. Gleichzeitig erkennt man mitunter, dass Regeln diskutiert, interpretiert und gegebenenfalls verändert werden können. Damit spiegeln Brettspiele grundlegende Mechanismen demokratischer Gesellschaften wider.
Demokratie lebt vom Austausch unterschiedlicher Meinungen. In vielen Brettspielen müssen Spielende miteinander sprechen, verhandeln, argumentieren und Entscheidungen begründen. Wir lernen dabei, anderen zuzuhören und deren Sichtweisen zu berücksichtigen. Diese Fähigkeiten sind für demokratische Beteiligung unverzichtbar.
Ein praktisches Beispiel: Das Spiel Weimar beschäftigt sich mit der Geschichte der Weimarer Republik. Die Spielenden setzen sich mit den politischen Spannungen, den gesellschaftlichen Konflikten und den Herausforderungen auseinander, die letztlich zum Scheitern der Weimarer Republik führten. Anders als in einem Schulbuch werden historische Entwicklungen hier nicht nur gelesen, sondern in einem Modell erprobt. Entscheidungen, Machtverschiebungen und politische Dynamiken werden nachvollziehbarer. Die Spielenden erkennen, wie fragil demokratische Systeme sein können und welche Faktoren zu ihrer Stabilisierung oder Gefährdung beitragen. Und ich habe noch nie eine Partie Weimar erlebt, bei der die Nachbesprechung dessen, was gerade am Spieltisch passiert ist, nicht elementarer Bestandteil des Spielerlebnisses war.
Doch warum überhaupt ein „Tag der Demokratie“? Demokratie erscheint vielen Menschen als selbstverständlich. Ausgewählte, kuratierte (ggfs. historische) Spiele können verdeutlichen, dass demokratische Errungenschaften stets geschützt und weiterentwickelt werden müssen. Durch die aktive Beteiligung am Spiel entsteht häufig eine stärkere emotionale Verbindung zum Thema als durch reine Wissensvermittlung.
Und was machen wir nun? Im Moment ist der Gedanke, dass wir Spielrunden mit ausgewählten Spielen anbieten und anschließend vielleicht die „Nachbesprechung“ als Podcast aufzeichnen. Mal sehen – es ist noch ein Jahr, und vielleicht kommen noch ein paar Ideen hinzu.
– Jürgen Karla, www.spielbar.com
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- Aufgelistet - Der Kommentar zu den Nominierungen für das SPIEL und KENNERSPIEL DES JAHRES
Aufgelistet - Der Kommentar zu den Nominierungen für das SPIEL und KENNERSPIEL DES JAHRES
Früher gehörte es zur Tradition, dass in den Redaktionen einschlägiger Brettspielmagazine (vor allem der Fairplay) schon Wochen vor der Verkündung der neuen Listen die Federn angespitzt und die schönsten kritischen Formulierungen gesammelt wurden. In den folgenden Ergüssen war förmlich die diebische Freude zu spüren, die die Autoren beim Verfassen der Zeilen empfanden, während sie der Jury…
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- Brettspiel Medienschau April 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Brettspiel Medienschau April 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Ich schreibe nicht nur selbst, sondern konsumiere auch gerne und viel Brettspiel-Content von anderen. In dieser Rubrik findest du meine persönliche monatliche Medienschau, in der ich aus meiner Sicht besonders gelungene und/oder relevante Beiträge des vergangenen Monats würdige.Habe ich etwas übersehen oder hast du Vorschläge für den nächsten Monat? Bitte schreib mir gerne – zum Beispiel bei…
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- Eine Wahl zum richtigen Zeitpunkt - Peter Mohrbacher wird Botschafter der SPIEL Essen 2026
Eine Wahl zum richtigen Zeitpunkt - Peter Mohrbacher wird Botschafter der SPIEL Essen 2026
Ab dem dritten Mal, so sagt man, wird eine Neuerung zur Tradition. Die SPIEL in ESSEN hat nun ihren Botschafter für das Jahr 2026 bekannt gegeben. Wie üblich wird diese Wahl in den sozialen Medien von den typischen Untertönen begleitet: „Kenne ich nicht!“, „Mir egal!“ oder „Hätte man nicht jemand Passenderes finden können?“ sind die üblichen ungefragten Wortmeldungen.Ich gebe offen zu: Auch mir…
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- Brettspiel Medienschau März 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Brettspiel Medienschau März 2026 - Der monatliche Brettspiel Medienüberblick
Ich schreibe nicht nur selbst, sondern konsumiere auch gerne und viel Brettspiel-Content von anderen. In dieser Rubrik findest du meine persönliche monatliche Medienschau, in der ich aus meiner Sicht besonders gelungene und/oder relevante Beiträge des vergangenen Monats würdige.Habe ich etwas übersehen oder hast du Vorschläge für den nächsten Monat? Bitte schreib mir gerne – zum Beispiel bei…
Warum Monopoly heute als Neuheit keine Chance hätte
Kannst Du Dir vorstellen, dass heutzutage der VW Käfer – würde er noch produziert – zu den meistgefahrenen Autos in Deutschland zählen würde? Oder das Model T von Ford, das erstmals im Jahr 1908 auf die Straßen kam. Vermutlich nicht. In der Brettspielwelt ist das jedoch so. Im übertragenen Sinn. „Monopoly“ (Hasbro) zählt zu den verbreitetsten Spielen in Deutschland. Immer noch. Ein Spiel, dessen Ursprung auf den Anfang des 20. Jahrhunderts datiert und Popularität erlangte, als das US-amerikanische Unternehmen Parker die Patentrechte übernahm. Das liegt mittlerweile mehr als 90 Jahre zurück. Und das merkt man „Monopoly“ auch an. Es ist wie bei der „Tin Lizzie“ oder beim Käfer: Der Oldtimer hat vielleicht nostalgischen Wert, spiegelt die Qualität moderner Entwicklungen jedoch nicht wider.
Meine These: Würde „Monopoly“ heute erfunden werden, hätte es null Chancen, verlegt zu werden und auf den Markt zu kommen. In Anlehnung an die thematische Einbettung, die Mitspieler durch Immobiliengeschäfte in den Bankrott treiben zu wollen, krankt es an konzeptionellen Schwächen. Wem macht es wirklich Spaß, eliminiert und zum Zugucken verdonnert zu werden? Spieleautoren dieser Tage vermeiden eine Aussetzen-Regel. Bei „Monopoly“ kommt hinzu, dass es über eine viel zu lange Spielzeit den Spannungsbogen nicht aufrechterhalten kann. Wen das Glück beim Würfeln verlässt, muss möglicherweise – auch wegen verbreiteter Hausregeln – einen langen und dann unvermeidlichen Weg zur Niederlage ertragen. Was mich dabei am meisten nervt: das ständige Hin- und Herwechseln von Papiergeld. Beschäftigungstherapie.
Papiergeld in Gesellschaftsspielen
Mag ein dickes Bündel Scheine einst Träumereien von Reichtum gefördert haben, kommt Papiergeld in neuen Spielen kaum noch vor. Zu umständlich die Handhabung. Zu billig die Anmutung. Einer der wenigen der kürzlich veröffentlichten Titel, in denen Scheine in Papierform enthalten sind, ist das bei Piatnik erschienene „Raccoon Tycoon“ von Autor Glenn Drover. In der Anleitung heißt es: „Versierte Geschäftsmagnaten wittern das große Geschäft und wollen auf dem Gipfel dieser Entwicklung ein Vermögen scheffeln.“ Prinzip „Monopoly“, nur dass hier beim Handeln mit Rohstoffen sowie Erwerben von Gebäuden, Firmen- und Gebietsanteilen mehr vom Zufall unabhängige Entscheidungen getroffen werden können. Ein ordentlich designtes Konstrukt. Warum wir dabei jedoch Waschbären sein sollen? Vermutlich, weil sich der englische Begriff dafür auf Tycoon reimt und damit das Wortspiel für den Titel ergab.
Geld prinzipiell hat in vielen Spielen eine Bedeutung. Oft klassisch als Tauschmittel. Mitunter als finale Währung, die über Sieg oder Niederlage entscheidet. Meistens in Form von Pappmünzen. Wer möchte, kann in optionale Metallmünzen investieren, die schwerer in der Hand liegen und eine höhere Wertigkeit versprechen. Echtes Geld für falsches Geld. Fast schon absurd. Dennoch eine Versuchung für Brettspielliebhaber, letztlich aber nur ein Gimmick. Interessanter ist, wie Autoren mit der Möglichkeit umgehen, dass sich Spieler verzocken und während einer Partie mittellos werden können. Schon bei „Monopoly“ besteht die Option, Hypotheken aufzunehmen oder sich Geld zu leihen. Meist eine Verlängerung des Leidenswegs.
„Castle Combo“ als gutes Beispiel
Besser haben es Grégory Grard und Mathieu Roussel in „Castle Combo“ (Kosmos) gelöst. Habe ich keine Münzen mehr, um mir eine Karte aus der Auslage zu leisten, erhalte ich sie einfach so. Mehr noch: Ich kriege Geld obendrauf, um wieder flüssig zu werden. Freilich muss ich in der Folge auf die Funktion der Karte verzichten; sie wird mit der Rückseite nach oben in meine Auslage gelegt. Was in anderen Spielen ein Notzug ist, kann sich hier als taktischer Vorteil erweisen. Nicht nur wegen der zurückgewonnenen Liquidität, sondern auch wegen der Option, während der finalen Wertung durch andere Karten von umgedrehten Karten zu profitieren. Punkte auf Pump – hier kann das funktionieren.
Bei „Monopoly“ sind Hypothekengeschäfte zumeist der Anfang vom Ende. Das ursprünglich als Kritik am Kapitalismus ausgelegte Spiel ist quasi zu „Kapitalismus – Das Spiel“ geworden. Was vor allem einem nutzt: dem Verlag und Lizenznehmern. Es gibt kaum ein Thema, das Monopoly nicht übergestülpt wird. „Der Herr der Ringe“, „SpongeBob“, „Harry Potter“. Und dann noch die vielen Städte-Editionen. Keine Frage: Diese Versionen als Geschenkideen ins Verkaufsregal zu stellen, ist legitim. Aber werden sie auch gespielt? Oder verstauben sie im Regal wie Käfer und Model T im Automuseum?
Solltest Du zu den Fans von „Monopoly“ gehören, dann lass Dir von mir nicht den Spaß verderben. Denn was Dir Spaß macht, darüber entscheidest ja allein Du. Aber probiere einmal aus, ohne Hausregeln zu spielen. Beim Lesen der Anleitung wirst Du vermutlich so manche Überraschung erleben.
PS: Ein Hörtipp: „Monopoli“ („Wir sind nur die Randfigur’n in einem schlechten Spiel“) von Klaus Lage.
Ein unwahrscheinliches Finale bei Hitster Christmas
Der Zufall macht das Unwahrscheinliche möglich. Zumindest an diesem Spätherbstabend:
Wir sitzen zu viert bei Freunden auf der Terrasse. Eingemümmelt in dicken Jacken, Lebkuchen in Griffweite, Dampf steigt auf über den mit Glühwein gefüllten Tassen. Und wir spielen „Hitster“. Frauen gegen Männer. Das hat mittlerweile fast den Traditionsstatus von Weihnachten erreicht. Umso passender, dass wir erstmals die Songs der neuesten Erweiterung aus dem Smartphone dudeln lassen: „Hitster Christmas“. Gut 150 Weihnachtslieder aus den vergangenen rund 100 Jahren.
Manche davon habe ich noch nie gehört:
Heidi Klum
Wonderland, wonderland, shining stars, jingle bells …
Andere sind Wiederentdeckungen:
Bryan Adams
There’s something about Christmas time …
Oder Klassiker:
Bing Crosby
I’m dreaming of a white Christmas …
Und einige natürlich unvermeidlich:
Mariah Carey
All I want for Christmas is you, yeah
Häufigstes Intro: das Bimmeln von Glöckchen. So wie man es von Schlitten kennt, die von Rentieren gezogen werden. Wie etwas bei Frank Sinatras Version von „Jingle Bells“. Wie bei „Christmas in Hollis“ von Run DMC. Oder bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ von James Last. Zudem begegnen uns zahlreiche Weltstars, die irgendwann einmal im Laufe ihrer Karriere Weihnachtssongs aufgenommen haben. Queen, Taylor Swift oder Whitney Houston. Deutschsprachige Sängerinnen und Sänger sind natürlich auch zu hören: etwa Helene Fischer, Reinhard Mey und Die Toten Hosen als Die Roten Rosen.

Wie das ursprüngliche „Hitster“, holt auch „Hitster Christmas“ durch die Musik Erinnerungen zurück. Wobei Weihnachtslieder nun einmal vor allem an Weihnachten erinnern. Die Zeitreise in die eigene Vergangenheit ist dabei nicht so intensiv wie beim normalen „Hitster“, nicht so konkret mit Lebensabschnitten verbunden. Weil man Weihnachtslieder halt jedes Jahr hört, ist es gar nicht so einfach, die angespielten Songs chronologisch in die richtige Reihenfolge zu bringen. Und das ist ja gerade das Ziel bei „Hitster“ (Wer mehr zu den Regeln lesen möchte, findet Infos in der Hitster-Rezension).
Hitster Christmas und das eine Lied, das nicht fehlen darf
Zurück auf die Terrasse, zu Glühwein und Lebkuchen. Es steht mittlerweile 2:2. Wir sind mitten in der fünften Partie und der Kartenvorrat wird immer kleiner. Und kleiner. Neun Karten liegen bei uns schon in Reihe, es fehlt nur noch eine. Eine letzte Karte im Vorrat, alle anderen haben wir an diesem Abend schon gespielt. Wir sind dran. Es zaubert sich eine Grinsen in meine Gesicht – noch ehe wir den QR-Code scannen und das Lied anspielen. Ich bin mir sicher, was gleich zu hören ist. Es muss einfach so sein. Es kann ja wohl keine „Hitster Christmas“-Ausgabe sein, wenn der Weihnachtssong schlechthin fehlen sollte. Dass es die letzte Karte ist? Zufall eben. Ohne auch nur eine Note zu hören, sortiere ich die Karte ein und sage: „1984. ‚Last Christmas‘ von Wham.“ Dann ertönt:
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Hitster Christmas | Jumbo | 2 bis 10 Personen | ab 16 Jahren | 30 Minuten | Meine Bewertung: ★★★★☆ (stark)




