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Hot Streak

Jon Perry
CMYK, Strohmann Games
2-8
6+ Jahre
30 Min.
Unsere Wertung:
Hot Streak gibt einem gerade genug Kontrolle, damit man glaubt, einen Plan zu haben – und nimmt sie einem Sekunden später wieder weg. Genau daraus entstehen die absurdesten und lustigsten Rennszenen des Spiels.

Darum geht’s beim Brettspiel Hot Streak

Hot Streak versetzt uns in eine Reihe völlig verrückter Maskottchen-Rennen. Über drei Rennen hinweg versuchen wir, durch geschickte Wetten mehr Geld als die Konkurrenz zu verdienen. Bevor ein Rennen startet, wählen alle ihre Wettscheine aus. Dabei stehen sichere Tipps auf gute Platzierungen ebenso zur Wahl wie riskante Wetten auf den Rennsieg oder besondere Ereignisse während des Rennens.

Aufbau und Spielablauf

Anschließend beginnt der eigentliche Spaß. Alle kennen die Karten, die grundsätzlich im Rennstapel landen können. Zusätzlich schmuggelt jede Person heimlich eine Karte aus der eigenen Hand in den Stapel und versucht so, das Rennen in die gewünschte Richtung zu lenken. Vielleicht soll der eigene Favorit einen Schub nach vorne bekommen – oder ein gegnerischer Hoffnungsträger möglichst spektakulär scheitern.

Sind alle Karten gemischt und einige davon verdeckt aussortiert, startet das Rennen. Nun werden die Karten nacheinander aufgedeckt. Die vier Maskottchen bewegen sich vorwärts, drehen plötzlich um, fallen hin oder schlittern sogar komplett von der Strecke. Kaum glaubt man zu wissen, wie das Rennen ausgeht, sorgt die nächste Karte für eine neue Wendung.

Was Hot Streak besonders macht, ist die Mischung aus Mitfiebern, Schadenfreude und lautstarken Kommentaren am Tisch. Zwar gibt es kleine taktische Entscheidungen bei den Wetten und beim Einmischen der eigenen Karte, doch am Ende lebt das Spiel von seinen unvorhersehbaren Rennverläufen. Genau deshalb funktioniert es vor allem mit Gruppen, die gerne miteinander lachen und sich gegenseitig aufziehen.

Wettschein: Gobbler siegt? Dann winken dir 10 Dollar Gewinn!
Spezialwette: Greift nur, wenn Bedingung an der Karte eintritt.
Bewegungskarten: Je eine pro Rennen gibst du verdeckt in den allgemeinen Rennstapel dazu.

Fragen und Antworten

Wie funktioniert der Wettmechanismus in Hot Streak?

Vor jedem Rennen wählen die Spielenden in einem Snake-Draft zwei Wettscheine aus. Dabei kann auf die Platzierung eines Maskottchens oder auf besondere Ereignisse während des Rennens gewettet werden. Jeder Wettschein bietet eine sichere und eine riskante Seite: Sichere Wetten bringen kleinere, aber verlässlichere Gewinne, während riskante Tipps deutlich mehr Geld einbringen können – bei einigen Wetten jedoch auch Verluste. Da alle verfügbaren Wettoptionen offen ausliegen, lassen sich die Entscheidungen der Mitspieler beobachten und in die eigene Planung einbeziehen.

Für welche Gruppen eignet sich das Partyspiel Hot Streak am besten?

Das Spiel entfaltet seine Stärke am besten in größeren, kommunikativen Runden ab fünf Personen, die Freude an Chaos, Schadenfreude und lautstarkem Mitfiebern haben. Wenn das niemand mitbringt, könnte es Probleme geben.

Mein Fazit nach vielen Testrunden

Der Glücksfaktor bei Hot Streak ist natürlich hoch. Durch die verdeckt entfernten Karten weiß niemand genau, welche Ereignisse tatsächlich eintreten werden. Trotzdem fühlt man sich nie völlig ausgeliefert, weil die eigene Karte immer die Chance bietet, Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Oft reicht schon eine einzige Karte aus, um ein scheinbar entschiedenes Rennen komplett auf den Kopf zu stellen.

Nach mehreren Partien zeigt sich Hot Streak als unkompliziertes Partyspiel, das seine Stärke vor allem in größeren und gesprächigen Runden ausspielt. Die Regeln sind schnell erklärt, die Rennen dauern nur wenige Minuten und sorgen regelmäßig für Gelächter. Achtung: Wer ein planbares Strategiespiel sucht, wird hier nicht glücklich werden. Wer dagegen Freude an chaotischen Wettrennen, verrückten Wendungen und jeder Menge Emotionen am Tisch hat, bekommt mit Hot Streak genau das richtige Spiel serviert.

Pro & Contra

Was mir gut gefällt:

  • Einfach zu lernen, schnell zu spielen und für große Gruppen geeignet.
  • Hohe Interaktion mit viel Gesprächsstoff, Gelächter und emotionalem Mitfiebern
  • Großartige Tischpräsenz

Was ich weniger mag:

  • Kann in der falschen Spielgruppe komplett abrauchen

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

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Oh my socks

12. Juni 2026 um 16:00

Helvetiq, 2025
Autoren: Antoine Bauza & Théo Rivière
2–5 Spieler:innen, ab 6 Jahre, 15 Minuten

Eine Socke liegt schon brav im passenden Stapel, die nächste wandert durch die Runde und plötzlich stellt sich diese kleine, gemeine Frage: Wollt ihr wirklich noch eine davon haben? In „Oh my socks!“ geht es um ein vertrautes Haushaltsdrama im Kartenformat. Socken verschwinden, tauchen doppelt auf, landen bei den falschen Leuten und sollen am Ende möglichst ordentlich sortiert sein. Das Spiel nimmt diese einfache Idee und macht daraus einen sehr zugänglichen Absacker. Ihr sammelt Socken in eurer Auslage, aber nicht jede zusätzliche Karte ist automatisch gut. Entscheidend ist, dass am Ende gerade Mengen gleicher Socken zählen. Zwei sind schön, vier sind besser, drei oder fünf können dagegen ärgerlich sein. Genau daraus entsteht der Reiz. Das Thema ist nicht bloß Dekoration, sondern erklärt sofort, warum einzelne Socken nerven und Paare erfreuen.

Ihr zieht Karten, entscheidet euch für eine davon und gebt eine andere weiter. Das klingt zunächst harmlos, entwickelt aber schnell kleine Spitzen. Denn ihr schaut nicht nur auf eure eigene Auslage, sondern auch auf die der Mitspieler:innen. Wer braucht gerade dringend noch eine bestimmte Socke? Wem würdet ihr mit dieser Karte ein Paar schenken? Und wem könnt ihr vielleicht eine Socke zuschieben, die aus einem wertvollen Zweier plötzlich einen wertlosen Dreier macht? Gerade zu viert entsteht dadurch ein schöner Fluss. Die Züge sind kurz, niemand wartet lange und trotzdem passiert am Tisch genug, um aufmerksam zu bleiben. Das Spiel lebt von diesen kleinen Momenten, in denen eine scheinbar harmlose Karte plötzlich Bedeutung bekommt. Manchmal nehmt ihr die sichere Karte für euch selbst. Manchmal ist es reizvoller, jemand anderem eine unbequeme Socke weiterzugeben. Und manchmal hofft ihr einfach, dass die nächste Karte eure Auslage wieder geradebiegt. Glück spielt natürlich mit. Ihr könnt nicht kontrollieren, welche Karten kommen und wann die Partie endet. Trotzdem fühlt sich das Spiel nicht beliebig an, weil die Entscheidungen am Tisch Gewicht haben. Wer nur auf sich schaut, verschenkt Möglichkeiten. Wer dagegen beobachtet, welche Muster bei den anderen liegen, kann mit einfachen Mitteln kleine Wendungen auslösen. Das ist kein großes Taktikfeuerwerk, aber für ein kurzes Kartenspiel genau die richtige Menge an Entscheidung.

„Oh my socks!“ überzeugt vor allem dadurch, dass es sofort verständlich ist und trotzdem nicht völlig von allein läuft. Die Regeln sind schnell erklärt, die Partie kommt ohne Anlaufzeit in Gang, und nach wenigen Zügen ist klar, worauf ihr achten müsst. Das macht das Spiel besonders stark für Runden, die etwas Leichtes für zwischendurch suchen, aber keine reine Glücksnummer auf den Tisch legen wollen. Am besten funktioniert das Spiel, wenn ihr Lust habt, euch gegenseitig im Blick zu behalten. Die Interaktion ist freundlich gemein, aber nicht zerstörerisch. Ihr könnt anderen eine unpassende Socke zuschieben, doch der Schaden bleibt klein genug, dass daraus eher Gelächter als Frust entsteht. Zu viert trägt diese Dynamik sehr gut, weil genug Karten durch die Runde wandern und die Entscheidungen nicht nur aus Selbstoptimierung bestehen. Die Downtime bleibt gering, der Spielfluss ist angenehm flott. Die Schwäche liegt in der Natur des Spiels. Wer viel strategische Tiefe, langfristige Planung oder starke Kontrolle sucht, wird hier nicht lange verweilen. Auch der Wiederspielreiz lebt weniger von neuen Entdeckungen als von der lockeren Tischstimmung. Das ist kein Spiel, das einen Abend allein trägt. Es ist eines, das zwischen zwei größeren Spielen, nach dem Essen oder als schneller Einstieg sehr gut funktioniert. Das Material ist solide, die Gestaltung freundlich und klar genug, um die Sockenmuster gut auseinanderzuhalten. Besonders sympathisch bleibt die kleine Helvetiq-Schachtel, die wenig Platz braucht und genau zu dieser Art Spiel passt. Haptisch wirkt das Ganze unaufgeregt, aber ordentlich. Es ist kein Materialfest, aber es erfüllt seinen Zweck und unterstützt den schnellen, unkomplizierten Charakter. Unterm Strich ist „Oh my socks!“ ein schöner Absacker mit einem gut greifbaren Kniff. Wenn ihr kurze Kartenspiele mögt, bei denen ihr nicht nur eure eigene Auslage sortiert, sondern auch mit einem Auge auf die anderen schaut, werdet ihr hier viel Freude haben. Für Familien, Gelegenheitsspieler und lockere Runden ist das Spiel eine klare Empfehlung für zwischendurch. Wer dagegen Tiefe und große Spannungsbögen sucht, sollte die Socken lieber im Schrank lassen.

Cat and the Tower

Cat and the Tower

Ein Turm aus dünnen Pappteilen wächst in die Höhe – und mittendrin wartet Kater Toto darauf, immer weiter nach oben getragen zu werden. In Cat and the Tower arbeiten alle Spielerinnen und Spieler zusammen, um das wacklige Bauwerk Runde für Runde zu erhöhen und gleichzeitig stabil zu halten. Doch schon kleine Fehler sorgen dafür, dass Teile herabstürzen oder das gemeinsame Bauprojekt ganz in sich zusammenfällt.

Das Spielziel

Die Aufgabe der Gruppe ist es, den kleinen Kater Toto bis mindestens in den zehnten Stock des Turms zu bringen. Warum? Weil dort „seine Mutter auf ihn wartet“ (deutsche Anleitung) bzw. seine Mutter bereits „ein Stern im Himmel ist und er sich mit ihr wiedervereinigen“ (sic) möchte (englische Anleitung). Gelingt das und der Turm bleibt anschließend stehen, haben alle gemeinsam gewonnen.

Der Spielablauf

Los geht’s: Gespielt wird reihum im Uhrzeigersinn, ein Zug besteht immer aus zwei Schritten – einer Bauaktion und der Überprüfung der Ziele.

Zunächst wählt die aktive Spielerin eine von zwei offen ausliegenden Aktionskarten. Diese Karte gibt vor, welche Elemente auf dem Turm platziert werden müssen. Das können neue Wandteile, zusätzliche Stockwerke oder auch farbige Katzenfreunde aus Holz sein. Manche Karten verlangen außerdem, dass eine bereits platzierte Katze vorsichtig „gestreichelt“ wird – also leicht mit dem Finger berührt wird. Dabei ist eine ruhige Hand gefragt, denn beim Bauen dürfen andere Teile möglichst nicht verschoben werden.

Aufgabenkarte: Zeigt, was du als nächstes auf dem Turm platzieren musst.

Anschließend überprüft der Spieler die zwei ausliegenden Zielkarten. Eine Zielkarte gilt als erfüllt, wenn die Katzenfreunde auf der Etage direkt über Toto genau der vorgegebenen Anordnung entsprechen. Ist das der Fall, darf Toto um die angegebene Anzahl an Stockwerken nach oben bewegt werden. Zum Schluss werden die Karten wieder aufgefüllt, bevor der nächste Spieler an der Reihe ist.

Auf diese Weise wächst der Turm allmählich weiter – bis Toto sein Ziel erreicht oder die Schwerkraft dem Bauprojekt ein Ende setzt. Während des Bauens können Wandteile herunterfallen. Sobald fünf oder mehr Teile als Trümmer vom Turm gestürzt sind, gilt das Gebäude als eingestürzt und die Partie ist verloren.

Fazit

Wer unseren Blog Brettspielelust verfolgt, kennt unsere Schwäche für Geschicklichkeitsspiele. Und wenn dabei auch noch ein Turm gebaut wird wie bei Tummple! (Rezension lesen), sind wir normalerweise sofort dabei. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen an Cat and the Tower, das wir auf der SPIEL 2025 entdeckt haben. Ganz erfüllt wurden sie am Ende allerdings nicht.

Woran liegt das? Vielleicht am Material, denn die dünnen Pappteile fühlen sich schlicht weniger befriedigend an als massive Holzklötze, wie man sie aus anderen Turmbauspielen kennt. Vielleicht auch daran, dass Cat and the Tower wie ein Rhino Hero für erfahrenere Spieler:innen wirken möchte, die Bauvorgaben auf den Karten aber nicht immer sofort intuitiv zu verstehen sind.

Oder liegt es am Ende doch an der Geschichte, die dem Spiel mitgegeben wurde? „Armer Toto – deine Mutter ist tot, und wir bauen dir jetzt einen Turm, damit du zu ihr in den Himmel klettern kannst.“ Nun ja.

Wandteile sind unterschiedlich hoch

Gelungener ist dagegen eine Design-Idee: Die Wandteile unterscheiden sich minimal in ihrer Höhe. Legt man zwei davon nebeneinander, liegt die nächste Etagenplatte oft ganz bewusst schief auf. In den ersten Stockwerken ist das noch gut zu kontrollieren. Doch je höher der Turm wird, desto deutlicher neigt sich das Bauwerk – und irgendwann steht auf dem Spieltisch ein beeindruckend wackeliger Turm von Pisa.

Mehr als einen halben Meter hoch, alle halten kurz die Luft an – jetzt bloß nicht laut ausatmen oder gegen den Tisch stoßen.

Genau in diesen Momenten zeigt Cat and the Tower, welches Chaos in diesem Turmbauspiel eigentlich steckt.

Toto ganz oben, ganz nah bei seiner Mutter…


Cat and the Tower: Auf einen Blick

Title

Wenn der Turm gefährlich schief steht und alle kurz die Luft anhalten, zeigt Cat and the Tower seine besten Seiten – bis dahin bleibt das Spiel jedoch etwas hinter seinen Möglichkeiten.

Autor: Masakazu Takizawa | Arcane Wonders | 2025 | 1 bis 5 Personen | ab 6 Jahren | bis 30 Minuten


Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).

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Memo Mission

06. März 2026 um 16:00

Pegasus Spiele, 2023
Autoren: Christopher Garbe und Patrick Russell
2-4 Spieler:innen, ab 6 Jahre, 15-30 Minuten

Ihr sitzt am Tisch, vor euch liegt ein Raster aus verdeckten Plättchen. Irgendwo darunter verstecken sich ein Drache, eine Hexe, ein Zauberstab oder ein geheimnisvoller Ort. Gleichzeitig warten mehrere kleine Aufträge darauf, erfüllt zu werden. Vielleicht sollt ihr zuerst eine kleine Hexe finden, danach einen Burger im Schloss und schließlich einen bestimmten Gegenstand. Die Herausforderung besteht darin, all diese Motive in genau der richtigen Reihenfolge aufzudecken. Genau darum dreht sich alles in „Memo Mission“. Das Kinderspiel entführt euch in das märchenhafte Land Fabulantica und verbindet das bekannte Gedächtnisspiel mit kleinen Abenteuergeschichten. Auf den Missionskarten sind mehrere Motive abgebildet, die zusammen eine kleine Szene ergeben. Diese Bilder müsst ihr im großen Plättchenraster finden und zwar in der vorgegebenen Reihenfolge. Schafft ihr das, erhaltet ihr Kristalle als Belohnung. Wer zuerst genug davon sammelt, gewinnt. Der Clou ist die Mischung aus klassischem Merken und kleinen Aufträgen. Statt einfach nur zwei gleiche Bilder zu suchen, verfolgt ihr konkrete Ziele. Dadurch entsteht eine Art Schatzsuche im Gedächtnisformat, die besonders für jüngere Spieler:innen sofort verständlich wirkt.

Zu Beginn liegen 25 verdeckte Plättchen in einem Raster in der Tischmitte. Daneben liegen mehrere Missionskarten offen aus. Jede Mission zeigt zwei bis vier Motive, die ihr nacheinander entdecken müsst. Gleichzeitig merkt ihr euch natürlich, welche Bilder bei den Zügen der anderen aufgedeckt werden. Wenn ihr an der Reihe seid, deckt ihr ein Plättchen auf. Zeigt es das erste Motiv einer der ausliegenden Missionen, dürft ihr weitersuchen. Nun gilt es, das nächste passende Motiv aufzudecken. Gelingt euch die komplette Reihenfolge, habt ihr die Mission erfüllt und kassiert Kristalle. Taucht jedoch ein falsches Bild auf, endet euer Zug sofort und alle Plättchen werden wieder umgedreht. Eine kleine taktische Ebene bringen die Zaubertränke ins Spiel. Jede Person besitzt einige davon und darf sie einmalig einsetzen. Damit könnt ihr zum Beispiel heimlich Plättchen ansehen oder euch aus einer schwierigen Situation retten. Gerade in Momenten, in denen ihr euch nicht ganz sicher seid, können diese Tränke das Blatt wenden. Im Laufe einer Partie entsteht so ein stetiges Wechselspiel aus Erinnern, Risiko und Beobachten. Ihr verfolgt eure eigenen Missionen, merkt euch gleichzeitig die Entdeckungen der anderen und überlegt ständig, ob ihr euch noch einen weiteren Versuch zutraut.

Das Besondere an „Memo Mission“ ist die kleine Erweiterung des klassischen Memory-Prinzips. Da jedes Motiv nur einmal vorkommt und ihr Reihenfolgen erfüllen müsst, fühlt sich das Ganze deutlich dynamischer an als ein traditionelles Gedächtnisspiel. Besonders schön ist, dass ihr die entdeckten Informationen langfristig nutzen könnt. Ein einmal gemerktes Plättchen kann später erneut wichtig werden. Am Tisch sorgt das häufig für lebhafte Situationen. Kinder erinnern sich plötzlich an ein Motiv aus mehreren Runden zuvor, während Erwachsene versuchen, ihre Gedächtnislücken mit Zaubertränken zu kaschieren. Dadurch entsteht eine Mischung aus konzentriertem Grübeln und fröhlichem Wettstreit. Das Material macht einen guten Eindruck. Die Plättchen sind stabil, die Illustrationen farbenfroh und klar erkennbar. Die märchenhafte Gestaltung lädt gerade jüngere Spieler:innen dazu ein, sich kleine Geschichten zu den Missionen auszudenken. Zusätzlich enthaltene Blanko-Missionen mit Stickern erlauben sogar eigene Aufgaben, was für Abwechslung sorgen kann. Allerdings bleibt das Spielprinzip klar im Bereich der Gedächtnisspiele. Wer Memory grundsätzlich langweilig findet, wird auch hier kaum überzeugt werden. Zudem haben Kinder durch ihr oft stärkeres Erinnerungsvermögen nicht selten einen Vorteil gegenüber Erwachsenen. Als Familien- und Kinderspiel funktioniert das Ganze jedoch sehr gut. Die Regeln sind schnell erklärt, eine Partie dauert selten länger als eine halbe Stunde und die Mischung aus Glück, Erinnerung und kleinen Sonderfähigkeiten sorgt für überraschende Momente. Wenn ihr einfache, zugängliche Spiele mögt, bei denen Kinder und Erwachsene gemeinsam tüfteln und lachen können, werdet ihr mit „Memo Mission“ viel Freude haben.

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