Drachen sind fester Bestandteil vieler Fantasywelten und aus diesem Genre kaum wegzudenken. Im Handbuch der Blütendrachen werden Fauna und Flora miteinander verbunden. Hier erfährt man alles über Drachen, die von (Blüten-)Pflanzen inspiriert wurden. Sie können für alle Systeme mit 5e-Regelwerk genutzt werden.
Während sich in Essen die letzten Besucherinnen und Besucher durch die Halle schieben, hat Pegasus Spiele mit Kalypso einen Treffer gelandet: Seit dem 21.10.2026 steht das Siedlungsbau-Spiel für 54,99 Euro auf Deutsch im Handel, und bei unserem eigenen Check der BGG-Hotness-Liste belegt es heute, am 24.10.2026, Platz 5, einen Tag vor Messeschluss.
Siedlungsbau in einer ertrunkenen Welt
Im Kern ist Kalypso ein Tile-Placement-Spiel: Du baust aus Treibgut eine schwimmende Stadt, bevor dir Wetter und Konkurrenz davonlaufen. Die Erdoberfläche ist im Wasser versunken, Überlebende bauen schwimmende Siedlungen aus dem, was sie finden. Jede Runde ziehen die Spielenden laut Pegasus verschiedenes Material aus einem Strudel und legen es strategisch auf ihrem Meeresplan an, wer geschickt verkettet, schaltet zusätzliche Funktionen frei. Ungewöhnlich fürs Genre: Siedlungen wachsen laut Pegasus über mehrere Ebenen auf der Meeresoberfläche statt nur in die Fläche, das unterscheidet Kalypso von vielen Tile-Placement-Nachbarn mit reinem Flächenwachstum. Ob sich die Treibgut-Plättchen am Tisch nur über Farbe oder zusätzlich über Symbol und Form unterscheiden, wie groß das Raster beim Verketten tatsächlich wird, und ob Wetterereignisse und modulare Ziele über Symbole oder Text laufen, sagt keine der vorliegenden Quellen. Mehrspielerpartien laufen laut Tabletopping als Select-and-Pass-Draft, derselbe BGG-Mechanik-Tag „Closed Drafting“ wie bei 7 Wonders: Du wählst ein Plättchen aus dem Strudel vor dir und baust es ein, danach reichen alle ihren Strudel einmal am Tisch weiter. Über mehrere Runden wird so jeder Strudel von mehreren Personen durchsucht, bevor er wieder bei dir landet, die Auswahl schrumpft entsprechend, eine Dynamik, die gegen geübtere Mitspielende schnell frustrieren kann. Dazu kommen Wetterereignisse, modulare Ziele und ein steigender Schwierigkeitsgrad, gespielt wird solo, kooperativ oder kompetitiv.
Designer ist Gilles Turbide, die Illustration stammt laut BGG von Amelia Sales. Zu Turbides beruflichem Hintergrund oder früheren Spielen liegt keine zuverlässig bestätigte Quelle vor. International ist das Spiel über mehrere Verlage parallel im Umlauf (Inside Up Games, Holysword Games, Yellowstar Games), ursprünglich finanziert über eine Kickstarter-Kampagne, bevor Pegasus die deutsche Lizenz übernahm.
Solo ohne Strudel-Phase
Der Solo-Modus geht laut einer Rezension von Tabletopping darüber hinaus, bloß auch allein spielbar zu sein: Er überspringt die Strudel-Phase, stattdessen werden pro Zug zwei Treibgut-Plättchen gezogen und eines davon ausgewählt, der Rest der Partie läuft wie zu mehreren. Pegasus selbst beschreibt zusätzlich nur, dass sich mehrere Schwierigkeitsgrade einstellen lassen, eine genauere Abstufung nennt der Verlag nicht.
Eckdaten zu Kalypso
Spielerzahl: 1 bis 4
Spielzeit: 40 bis 60 Minuten (laut Pegasus, deutsche Ausgabe)
Alter: ab 10 Jahren (laut Pegasus, deutsche Ausgabe)
Verlag: Pegasus Spiele (deutsche Ausgabe), Inside Up Games, Holysword Games und Yellowstar Games (internationale Ausgaben)
Regelgewicht: 2,0 von 5 (laut BGG)
Preis: 54,99 Euro (Pegasus, Stand: 24.10.2026)
Erscheinungsdatum: 21.10.2026 (deutsche Ausgabe)
BGG-Hotness: Platz 5 (Stand: 24.10.2026, eigener Check, während der laufenden SPIEL Essen 2026)
Zwei Zahlen, zwei Angaben
Auffällig: Die internationale BGG-Auflistung nennt für Kalypso 45 bis 60 Minuten Spielzeit und eine Altersfreigabe ab 14 Jahren, Pegasus setzt die deutsche Ausgabe dagegen auf 40 bis 60 Minuten und ab 10 Jahren. Eine Begründung für die abweichende Einschätzung nennt keine der beiden Seiten. Wie oben beschrieben, bekommt im kompetitiven Modus mit der Zeit nicht mehr jede Person, was sie will, weil die Strudel über mehrere Runden durchsucht weiterwandern, und genau das macht den Unterschied zwischen 10 und 14 Jahren praktisch relevant, nicht nur auf dem Papier. Zu weiteren Unterschieden zwischen der deutschen Ausgabe und der ursprünglichen Kickstarter-Fassung, etwa bei Material oder Kartensprache, äußern sich weder Pegasus noch die internationalen Verlage öffentlich.
Lohnt sich das?
Für Familien- und Kennerrunden, die mit Regelgewicht 2,0 gut zurechtkommen und die Flexibilität zwischen solo, kooperativ und kompetitiv schätzen, ist Kalypso ein naheliegender Griff auf dem Essen-Heimweg. Zur Haptik äußert sich Tabletopping konkret: Die Ozean-Spielpläne und Treibgut-Plättchen tragen laut Rezension eine „HoldFast“-Beschichtung mit stoffartiger Textur, die verhindert, dass Teile beim Hantieren verrutschen, dem Rezensenten persönlich gefällt das Gefühl aber nicht besonders. Für die 54,99 Euro bekommst du drei Spielmodi und einen über mehrere Ebenen wachsenden Spielplan, laut Tabletopping ändert sich das Spiel von Partie zu Partie allerdings nicht grundlegend: Wechselnde Vorhersagen, Siedlungsziele und gezogene Plättchen sorgen für andere Probleme, das Grundpuzzle bleibt aber vertraut. Bei der Altersfreigabe würden wir uns an der höheren internationalen Angabe von 14 Jahren orientieren, bis Pegasus seine niedrigere Einschätzung näher begründet.
Eines meiner Lieblingsspiele hat zur SPIEL 2026 in Essen eine Erweiterung bekommen. Wir ziehen mit zwei neuen Helden und zwei neuen Klassen in den Dschungel, um dort fünf neue und herausfordernde Bosse gemeinsam zu bezwingen. Allerdings erwartet Euch noch mehr und das hat mir im Audio-Interview der leitende Redakteur des Projektes auf der Neuheitenschau erzählt. Darüber hinaus fragt das offizielle Gesicht der SPIEL, Illustrator Peter Mohrbacher im Rahmen der DSP-Preisverleihung aus seiner Perspektive nach und stellt klar, warum KI in der Künstlerszene abgelehnt wird.
Für mich ein Pflichtkauf und neues Spielefutter, wenn ich denn mal mit dem Grundspiel durch bin. Da wir unregelmässig nach Laune weiterspielen und dabei den zweithöchsten Schwierigkeitsgrad gewählt haben, haben wir erst die Hälfte der Bosse erledigt. Aber gut zu wissen, dass die Boss Fighter QR App weiterhin weiterentwickelt wird und neue Herausforderungen schon als Erweiterung auf uns warten. Endlich ein Brettspiel mit App, die einfach und perfekt funktioniert und dabei hilft statt stört, weil wir Spieler weiterhin das Geschehen kontrollieren und niemand das Smartphone in der Hand halten muss.
Republica ist eine Stadt im Wandel. Menschen und Geister treffen aufeinander und moderne Technologien verändern das Leben der Menschen grundlegend. Dieser Setting-Band für Avatar Legends öffnet die Tore der pulsierenden Metropole und entführt die Spielenden wie die Spielleitung in die Ära von Avatar Korra.
230.000 erwartete Besucherinnen und Besucher, 997 Aussteller aus 53 Nationen, erstmals alle acht Hallen der Messe Essen bespielt: Der Merz Verlag hat die SPIEL Essen 2026 heute, am Mittwoch, auf seiner Pressekonferenz offiziell zur bisher größten Ausgabe der Messe erklärt. Wir waren mit Presseakkreditierung vor Ort und haben die Unterlagen direkt von der Bühne mitgebracht. Zur gleichen Pressekonferenz verkündete die Jury den Deutschen Spiele Preis 2026, und der Spieleverlage e.V. legte frische Zahlen zum deutschen Brettspielmarkt vor.
Besucherrekord und erstmals acht Hallen
Präsentiert wurde die Bilanz von Geschäftsführerin Carol Rapp und Kommunikationsdirektor Robin de Cleur. Die Kernzahl: Für 2026 rechnet der Merz Verlag mit 230.000 Besuchenden, ein Plus von 10.000 gegenüber dem Vorjahr (2025: 220.000). Stand Mittwochmorgen waren die Tickets für Donnerstag, Freitag und Samstag bereits komplett ausverkauft, der Sonntag war auf dem Weg dahin. Der Merz Verlag reiht das bereits in eine Serie von Rekordjahren ein: Es wäre die vierte SPIEL Essen in Folge, die als größte Ausgabe aller Zeiten gilt, gemessen an Fläche und Neuheiten.
Neu in diesem Jahr: Halle 8, bisher reine Wartehalle, wird erstmals regulär bespielt, damit sind alle acht Hallen der Messe Essen belegt. Insgesamt wächst die Ausstellungsfläche auf 81.200 Quadratmeter in acht Hallen plus Galeria, ein Plus von 4,8% gegenüber 2025, und ist komplett ausverkauft. Die Hallenstruktur bleibt nach Kategorien sortiert (Familienspiele, Kenner- und Expertenspiele, Miniaturen/Rollenspiele/Sammelkartenspiele), Trading Card Games bekommen in Halle 5 einen eigenen großen Bereich.
997 Aussteller aus 53 Nationen
Zur Messe kommen 997 Aussteller aus 53 Nationen von fünf Kontinenten, 2025 waren es 948 Aussteller aus 50 Nationen. Unter den Top-5-Ausstellerländern liegt Deutschland mit 285 Ausstellern weit vorn, gefolgt von den USA (102), Frankreich (54), China (47) und Polen (42). Neu vertreten sind in diesem Jahr Argentinien, Indonesien, Island, Kuwait und die Slowakei.
Diese Eckdaten, Besucherzahl, Ausstellerzahl und Flächenwachstum, decken sich mit dem, was am Mittwoch auch andere Medien von der Pressekonferenz berichteten, etwa die Brettspielbox.
1.885 Neuheiten: Popkultur und Cozy Games
Zur SPIEL Essen 2026 sind 1.885 Neuheiten gemeldet, ein Plus von 9,6% gegenüber dem Vorjahr. Auf der Neuheitenschau für Medien und Verlagsvertretung werden davon 1.023 Titel gezeigt, 11% mehr als 2025. Als Trends in den Neuerscheinungen nennt der Merz Verlag zum einen Popkultur, Lizenzen und bekannte IPs, von Batman über Minecraft und Dungeons & Dragons bis zu Fourth Wing und Cyberpunk: Edgerunners, zum anderen Natur, Ökologie und sogenannte Cozy Games.
Deutscher Spiele Preis 2026: die Platzierungen
Direkt im Anschluss an die Messezahlen verkündeten Carol Rapp und der neue SPIEL-Botschafter Peter Mohrbacher die finalen Platzierungen des Deutschen Spiele Preises 2026. Die alphabetische Top-10-Liste der Finalisten stand bereits seit dem 1. September fest, wie wir berichtet haben, die konkrete Rangfolge gab es jedoch erst heute auf der Pressekonferenz:
Platz: Artengarten (Feuerland, Autor Mathias Wigge), ein Zoo-Aufbauspiel mit Tile-Placement
Platz: Boss Fighters QR (Pegasus Spiele, Autoren Michael Palm und Lukas Zach), ein kooperativer Deckbuilder, bei dem eine App die Bosse per eingescanntem QR-Code dynamisch steuert, kein Gimmick, sondern der zentrale Mechanismus
Platz: Galactic Cruise (PD-Verlag, Autoren T. K. King, Dennis Northcott und Koltin Thompson), ein komplexes Worker-Placement-Expertenspiel um Bau und Betrieb von Raumkreuzfahrtschiffen
Bestes Kinderspiel: Toriki: Eine Insel voller Abenteuer (Mirakulus, Autor Wojciech Grajkowski)
Für Feuerland und Autor Mathias Wigge ist es nach Arche Nova 2022 der zweite Sieg beim Deutschen Spiele Preis. Artengarten trägt im Untertitel „Ein Arche Nova-Spiel“ und übernimmt dessen Thema, den Bau eines modernen, wissenschaftlich geführten Zoos mit Artenschutz-Projekten, in vereinfachter Form und mit kürzerer Spielzeit: Arche Nova braucht 90 bis 150 Minuten, Artengarten kommt laut Feuerland mit 20 Minuten pro Person aus, in Fünferrunde also rund 100 Minuten, zu zweit nur 40.
Eckdaten zu Artengarten
Spielerzahl: 1 bis 5
Spielzeit: 20 Minuten pro Person
Alter: ab 12 Jahren
Designer: Mathias Wigge
Verlag: Feuerland
Preis: 49,90 Euro (UVP, Stand 21.10.2026)
Neue Programmpunkte: von Lasertag bis TCG Awards
Das Rahmenprogramm wächst mit der Messe. Neuer SPIEL-Botschafter ist der US-Illustrator Peter Mohrbacher, bekannt für seine Spielewelt Angelarium, das Botschafter-Programm läuft seit 2024 mit dem Metal-Musiker Alea von Saltatio Mortis als erstem Amtsträger. Der Bemalwettbewerb Golden Demon von Games Workshop bleibt mit der Verleihung des Slayer Sword am Sonntag und über 1.000 bewerteten Miniaturen fester Bestandteil, neu hinzu kommt im Saal Europa erstmals Lasertag von Games Workshop im Format 12 gegen 12.
Ebenfalls neu sind die TCG Awards, verliehen von CSL, Hana Entertainment und der SPIEL selbst, nach Angaben der Veranstalter der erste umfassende Branchenpreis für die TCG-Industrie, in neun Kategorien, drei davon juryprämiert, der Rest per Community-Voting plus ein Spieler-Leistungspreis. Asmodee veranstaltet am Donnerstagabend in der Grugahalle ein „Werwölfe von Düsterwald“-Event mit den Rocketbeans-Streamern live auf der Bühne. Dazu kommen die Stadtaktion „Essen spielt!“ mit Spieleabenden an besonderen Locations und Rabatten für Ticketinhaber, eine Kooperation mit dem Ruhr Museum für einen Spieletag zur Eiszeit-Sonderausstellung am 8. November auf Zeche Zollverein, und auf der organisatorischen Seite ein neuer B2B-Matchmaking-Bereich: Laut Merz Verlag wurde die SPIEL-App über 70.000 Mal heruntergeladen, das neue B2B-Tool hat bereits über 600 registrierte Nutzende.
Der deutsche Markt wächst schneller als der Rest der Branche
Im selben Termin legte der Spieleverlage e.V., Fachgruppe im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI), die Ergebnisse seines jährlichen Board Games INDEX (BGI) vor, einer Verlagsumfrage mit 49% Beteiligung, durchgeführt zwischen dem 28. September und 9. Oktober 2026. Die Kernzahl laut dieser Verbandsumfrage unter den eigenen Mitgliedern: Die Warengruppe Spiele und Puzzle wuchs in den ersten neun Monaten 2026 um 8%, während der Gesamt-Spielwarenmarkt nur um 3% zulegte. Innerhalb der Warengruppe sticht ein Segment besonders heraus, laut Marktforschungsinstitut Circana legten Strategic Trading Cards um 17% zu, während die Adult Games um mehr als 20% wuchsen, mitgetragen von einem Musik-Partyspiel. 69% der befragten Verlage halten die Zielgruppe der „Kidults“, erwachsene Spielerinnen und Spieler mit nostalgischem oder sammlerischem Interesse, für groß bis sehr groß bedeutsam für die Zukunft der Branche.
Zitate von der Pressekonferenz: Hutter und Stempfle
Hermann Hutter, Vorstandsvorsitzender des Spieleverlage e.V., ordnete die Zahlen beim Pressetermin selbst ein: „Mit der Pandemie vor 6 Jahren erlebte unsere Branche einen beispiellosen Hype, der in dieser Dynamik nicht weitergehen konnte. Die Entwicklung der letzten beiden Jahre zeigt aber, dass der Trend zu Spielen ungebrochen ist und dass es der Branche gelungen ist, neue Zielgruppen anzusprechen. Der Trend könnte stärker sein, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland besser wären und der Verbraucher am Ende des Tages mehr Geld im Portemonnaie für Freizeitaktivitäten hätte.“ Circana-Marktforscher Joachim Stempfle ergänzte: „Im bisherigen Jahresverlauf präsentiert sich die Kategorie Games & Puzzle als einer der Top-Umsatztreiber. Allein die Adult Games wuchsen in den ersten drei Quartalen, natürlich auch befeuert durch ein Musik-Partyspiel, um mehr als 20%, während die seit ein paar Jahren wachsenden Strategic Trading Cards ein Plus von 17% erzielen konnten.“
Bürokratie als Bremse, Fachhandel als Konstante
Als Belastungsfaktor nennen die Verlage vor allem Bürokratie, 94% sehen die bisherigen Reformen als unzureichend an, konkret genannt wird die seit dem 12. August 2026 geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Trotzdem investieren die Verlage weiter, in internationale Expansion (50%) und neue Spiele (44%), und 86% rechnen mit einem stabilen bis besseren Weihnachtsgeschäft. Der stationäre Fachhandel bleibt dabei zentral: 94% der Verlage nennen persönliche Beratung, 78% die Sichtbarkeit von Neuheiten als dessen wichtigste Funktion, und 78% der Verlage messen der SPIEL Essen selbst große bis sehr große Bedeutung für das Jahresendgeschäft bei.
Was wir davon halten
Eine Messe, die im vierten Jahr in Folge ihre eigenen Rekorde bricht, ist für sich genommen noch keine Geschichte, Wachstum gehört zur SPIEL-Essen-Dramaturgie der letzten Jahre. Spannender finden wir, dass der deutsche Brettspielmarkt laut Spieleverlage e.V. schneller wächst als der Spielwarenmarkt insgesamt, getragen von Trading Cards und erwachsenen Spielerinnen und Spielern, nicht von Kinderprodukten. Dass Hermann Hutter dabei offen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland als Bremse benennt, nehmen wir als ehrlicheren Ton wahr als die reine Rekordmeldung. Für den Deutschen Spiele Preis gilt: Mit Artengarten gewinnt die vereinfachte, kürzere Variante von Arche Nova, wer die Zoo-Formel schon mag, aber den großen Bruder zu komplex fand, wird hier fündig.
Von Forstwartseite her habe ich gehört, dass die Szenerie auf der Spielschachtel von Forestry von Michal Peichl (Pegasus Spiele) nur unzureichend mit dem echten Geschehen unter Profis in einem Wald…
Es ist einer der größten Stände in Halle 3: An Pegasus Spiele führt dort fast kein Weg vorbei. Nicht nur Brettspiele gibt es an diesem Stand, sondern auch so einiges bei den Rollenspielen zu entdecken. Was genau davon neu ist, haben wir uns für euch angeschaut.
Board Game Arena hat in den vergangenen sieben Tagen drei neue Titel aufgenommen: die Zwei-Spieler-Neuauflage Citadels Duel, Stefan Felds Mythologie-Klassiker The Oracle of Delphi und das kompakte Duell Good Fortune. Die Spannweite reicht vom Premium-exklusiven Bluff-Duell über ein ausgewachsenes Abenteuer unter griechischen Göttern bis zum kurzen, kostenlosen Plättchenspiel.
Citadels Duel
Citadels Duel ist die eigenständige Zwei-Spieler-Neuauflage von Bruno Faiduttis Klassiker Citadels, designt von Guillaume Montiage und Manuel Rozoy. Premium: „Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.“
Zwei Stadtplaner kämpfen um die Kontrolle über eine Stadt: Gebäude bauen, Charaktere wie Königin, Assassine und Kriegsherr einsetzen, wer am Ende das meiste Gold hat, gewinnt. BGG nennt 30 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 2,0 von 5, ab 14 Jahren. Verlag ist laut BGG unter anderem Asmodee und Z-Man Games. Die BGG-Wertung liegt bei 6,57 aus 148 Stimmen, Gesamtrang 11.922 (Stand: 13.10.2026).
The Oracle of Delphi
The Oracle of Delphi schickt 2 bis 4 Spielende auf eine Odyssee durch die Ägäis auf der Suche nach dem Rat des Orakels von Delphi. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Design stammt von Stefan Feld, Verlag ist laut BGG unter anderem Hall Games und Pegasus Spiele.
Jede Runde bestimmen drei farbige Orakel-Würfel, welche von Zeus' zwölf Aufgaben möglich sind, von Statuen über Tempelopfer bis zum Kampf gegen Monster. BGG nennt 70 bis 100 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 3,0 von 5, ab 12 Jahren. Mit 7,30 aus 5638 Stimmen und Gesamtrang 831 (Stand: 13.10.2026) ist es das mit Abstand am höchsten bewertete der drei neuen Titel.
Good Fortune
Good Fortune ist ein kompaktes Plättchen-Duell für genau 2 Spielende: Beide Seiten legen abwechselnd Teile an die Tischmitte an, um eigene Symbolketten zu vervollständigen und Glückssymbole zu sammeln. Kostenlos: „Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen.“ Design stammt von Jean-Louis Roubira, Illustration von Pauline Détraz, Verlag ist Daïmon Play.
BGG nennt 15 bis 30 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 1,75 von 5, ab 8 Jahren. Mit 6,65 aus 108 Stimmen und Gesamtrang 13.849 (Stand: 13.10.2026) ist es das jüngste und am wenigsten etablierte der drei neuen Titel.
Korrektur vom 13.10.2026: Die BGG-Wertung zu Citadels Duel war bei Veröffentlichung mit 6,61 aus 140 Stimmen angegeben, ohne Datumsangabe. Der Wert hatte sich bereits merklich verändert; jetzt aktualisiert auf 6,57 aus 148 Stimmen, Gesamtrang 11.922. Alle drei BGG-Wertungsangaben im Artikel tragen jetzt einen Stand-Vermerk.
Pegasus Spiele startet mit Fragments eine neue Reihe narrativer Puzzle-Abenteuer: Fragments: Solara erscheint zur SPIEL Essen 2026, die anspruchsvollere Fortsetzung Fragments: Fungataï soll laut Produktseite im Herbst 2026 folgen. Beide Teile sind kooperativ und unabhängig voneinander spielbar, teilen sich aber dasselbe Spielsystem aus drehbaren und verbindbaren Puzzle-Fragmenten. Design stammt bei beiden Titeln von Yohan Servais, auch Illustratorin Jiahui Eva Gao ist laut BGG an beiden Spielen beteiligt. Wo Solara mit fünf Fächern und einem einzelnen Kapitel auskommt, ist Fungataï mit 16 Fächern und vier Kapiteln deutlich umfangreicher angelegt.
Solara: Einstieg in die Wüstenwelt
Design stammt von Yohan Servais, Illustrationen von Noëmie Chevalier und Jiahui Eva Gao. 1 bis 4 Spielende ab 10 Jahren suchen als Wüstennomadin Larna ihren verschwundenen Tiergefährten in der durch Stürme zerbrochenen Welt Solara. Die Partie dauert laut Verlag 90 bis 120 Minuten. Ob sich eine Partie unterbrechen und später fortsetzen lässt, nennt der Verlag nicht.
Fünf Fächer mit Stanzteilen, ein Abenteuerbuch und das Tutorial „Das Gewächshaus“ führen in das neue System ein. Nach Spielende lässt sich die Box zurücksetzen. Was dabei genau mit dem Handlungsverlauf passiert, bleibt in den Quellen offen. Solara erscheint zur SPIEL Essen 2026 für 19,99 Euro.
Fungataï: Vierteiliges Kennerspiel
Dasselbe Grundsystem führt bei Fungataï in eine neue Welt: das naturverbundene Volk der Fungai in einem Wald voller ungewöhnlicher Tiere und Pflanzen. Design stammt laut Pegasus-Produktseite ebenfalls von Yohan Servais. An der Illustration arbeiten laut BGG Jiahui Eva Gao und Emilien Rotival. Für 1 bis 4 Spielende ab 10 Jahren umfasst die Kampagne vier zusammenhängende Kapitel in 16 Fächern und kommt laut BGG auf eine Gesamtspielzeit von rund 420 Minuten.
Pegasus bewirbt Fungataï als anspruchsvolleren Nachfolger, der laut Produktseite Beobachtungsgabe, Logik und Kreativität verlangt. Was die Fragmente-Mechanik dafür konkret komplexer macht als bei Solara, etwa mehr Teile pro Fach oder zusätzliche Regelschichten, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht herauslesen. Laut einem Hands-on-Bericht zu einem Vorab-Mock-up blieb bei Kapitel 1 nichts zerstört, der Autor merkt aber ausdrücklich an, spätere Kapitel noch nicht gesehen zu haben.
Fungataï soll laut Pegasus' Produktseite bereits im Herbst 2026 erscheinen. Die ursprüngliche Pressemitteilung nannte dafür noch Januar 2027. Der Preis liegt bei 54,99 Euro.
Korrektur vom 11.10.2026: Der Text nannte Illustratorin Jiahui Eva Gao fälschlich als einzige an beiden Spielen beteiligte Person. Auch Designer Yohan Servais ist laut BGG für beide Titel verantwortlich.
Von ratloser Stille bis hin zu einem wilden Durcheinander von Stimmen und Geräuschen – beim kooperativen Partyspiel Shout The Clue habe ich bereits die unterschiedlichsten Situationen erlebt. Jeweils abhängig von der Anzahl der Mitspieler, der Zusammensetzung der Gruppe sowie der Auswahl der Handicaps. Mal kommt es zum Lachflash, mal herrscht betretendes Schweigen. Was kann ich tun, um die möglichen Reinfälle zu vermeiden?
Reime, Melodien und Persönlichkeiten
Das Prinzip ist einfach: Eine Person rät, alle anderen geben Hinweise. Die Tippgeber unterliegen jedoch individuellen Einschränkungen. Ich darf beispielsweise nur Orte nennen. Oder nur Persönlichkeiten. Darf nur Melodien summen. Oder ausschließlich Wörter nennen, die sich auf den gesuchten Begriff reimen. In großen Runden weiß ich als ratende Person zunächst gar nicht, wessen Antworten ich als Erstes aus den mir entgegenfliegenden Tipps rausfiltern soll. „Fabrik“ – „Straße“ – „Metallic“ – „Carl Benz“. Hier liegt die Lösung auf der Hand: Auto.
In kleinen Runden zu dritt oder viert passiert es hingegen schon mal, dass Tipps eher zögerlich kommen – oder gar nicht. Weil mir beispielsweise keine Idee kommt, mit welchem Geräusch ich „Wolke“ erklären soll. In solchen Momenten wirkt das Spiel zäh. Shout? Ja, was denn? Auch deshalb gilt für Dreierrunden die Regel, dass die Tippgeber aus zwei Kategorien Hinweise geben dürfen – statt nur aus einer. In großen Runden können einzelne Kategorien zwar auch zum Rohrkrepierer werden, aber wegen der Vielzahl der Tippgeber fällt das weniger bis gar nicht ins Gewicht. Und damit ist die Antwort auf die Frage am Ende des ersten Absatzes auch schon gegeben: Spielt Shout the Clue dann, wenn ihr sechs, sieben oder acht Leute seid. Dann wird’s zur Gaudi.
Die Fiaskoleiste bei Shout The Clue
Und übrigens: Gemeinsames Ziel ist es, möglichst viele Begriffe zu erraten. Und es sind zumeist einfache Begriffe. Jedes Wort, das jemand während seiner Sanduhrzeit nicht nennt, lässt den Marker auf der Fiaskoleiste vorrücken. Erreicht er die Bombe, ist das Spiel verloren. Die Zahl der Begriffe, die jede einzelne Person erkennen soll, sowie die Entfernung zur Bombe hängen von der Gruppenstärke ab. Klar ist, dass jeder einmal raten muss. Zudem werden die Plättchen, welche die Einschränkung vorgeben, von Runde zu Runde weitergereicht, sodass alle mal mit jedem im Spiel befindlichen Handicap Tipps geben dürfen.
Mir liegt es vor allem, wenn ich als Einschränkung die Vorgabe habe, nur Verben verwenden zu dürfen. Oder Orte. Oder Wörter, die sich auf den gesuchten Begriff reimen. Diese Handicaps sind alle auf der gelben Seite der Einschränkungsplättchen. Also auf der leichten Seite. Auf der roten Seite steht beispielsweise „Etwas, das gut in eine Hand passt“. Oder „Melodien summen“. Und Letzteres fällt mir nicht nur bei „Wolke“ schwer. Andere indes kommen gerade dabei voll aus sich heraus. Wie gesagt: In großen Gruppen kann Shout The Clue voll einschlagen. In kleineren seltener.
Shout The Clue | Pegasus Spiele | Valery Fourcade | 3 bis 8 Personen | ab 8 Jahren | 15 Minuten | Spielanleitung | Meine Einschätzung: ★★ (ordentlich, in großen Gruppen: gut)
Board Game Arena hat in den vergangenen sieben Tagen zwei neue Titel aufgenommen: das kooperative Horror-Survival-Spiel Nemesis: Retaliation und das Pariser Künstler-Deckbuilding Bohemians. Beide sind Ende September gestartet und bringen sehr unterschiedliche Spielgewichte auf die Plattform, vom komplexen Verrats-Crawler bis zum leichten Solo-tauglichen Kartenspiel.
Nemesis: Retaliation
Nemesis: Retaliation ist der dritte, eigenständige Teil der Nemesis-Reihe von Awaken Realms. Premium: „Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.“ Design stammt von Adam Kwapiński.
1 bis 5 Spielende übernehmen Marines, die ein von Alien-Horden belagertes Nest durchqueren müssen. Neben dem gemeinsamen Missionsziel verfolgt jede Person ein geheimes Einzelziel, Verrat ist jederzeit möglich. BGG nennt 120 bis 180 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 3,8 von 5, ab 14 Jahren. Die BGG-Wertung liegt bei 8,65 aus 4398 Stimmen, Gesamtrang 233.
Bohemians
Bohemians schickt die Spielenden als Künstler:innen ins Paris der Belle Époque, auf der Suche nach Inspiration zwischen Atelier, Muse und dem täglichen Broterwerb. Premium: „Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.“ Design stammt von Jasper de Lange, Verlag ist Portal Games, in Deutschland erscheint der Titel über Pegasus Spiele.
Bohemians ist ein reines Deckbuilding-Kartenspiel für 1 bis 4 Personen. BGG nennt 45 bis 60 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 2,2 von 5, ab 14 Jahren. Der Prototyp war beim dänischen Fastaval-Wettbewerb in drei Kategorien nominiert (Beste Präsentation, Beste Innovation, Bestes Spiel) und gewann in einer davon.
Escape-, Exit- und Krimispiele haben in den letzten Jahren einen wahren Erdrutscherfolg hingelegt. Die Spielarten sind dabei vielfältig und es gibt fast alles – vom Mehrteiler über den drei-Stunden-Titel bis zu den kleineren Titeln, die klassischerweise nur etwa eine Stunde dauern. Und mit Mini Crimes gibt es nun schon länger eine Reihe, die eine neue Nische bedient. Die schnell snackbare Krimi-Knobelei für Zwischendurch. Manchmal reichen eben ein Tatort, ein paar Hinweise und die Frage: Wer zum Teufel war das und was ist passiert?
Genau darum geht es in unserer neuen Podcastfolge „Noch ne Folge, Schatz?!“. Wir haben uns Mini Crimes vorgenommen und sprechen darüber, wie sich die kleinen Kriminalfälle eigentlich spielen – und warum uns das gemeinsame Knobeln dabei besonders viel Spaß gemacht hat. Und natürlich verraten wir nicht, dass der Täter der Gärtner war…
Mini Crimes – Krimi für zwischendurch
Das Prinzip von Mini Crimes ist schnell erklärt: Jeder Fall erzählt eine kleine Kriminalgeschichte. Vor uns liegt der Tatort, dazu gibt es zehn Hinweise, die wir nach und nach ins Spiel bringen.
Und dann heißt es: Augen auf, Gehirn an und clever kombinieren.
Dabei gefällt uns besonders, dass Mini Crimes nicht versucht, aus der eigentlichen Ermittlung ein kompliziertes Spielsystem zu machen. Die Regeln sind schnell verstanden und man kann sich auf das konzentrieren, was eigentlich Spaß macht: Knobeln, diskutieren und den Fall lösen.
Wer war der Täter? Was ist passiert? Welches Detail haben wir vielleicht übersehen?
Und da gab es dann auch mehrfach schon den schönen Moment, wenn plötzlich zwei Hinweise zusammenpassen und man denkt: „Moment mal … das war vielleicht doch ganz anders!“
Gemeinsam knobeln – und dabei nicht den ganzen Abend verplanen
Genau das war für uns einer der großen Pluspunkte. Mini Crimes fühlt sich für uns weniger nach einem klassischen Brettspiel und mehr nach einer kleinen gemeinsamen Detektivaufgabe an. Man schaut sich die Hinweise an, diskutiert, entwickelt Theorien – und verwirft sie im nächsten Moment vielleicht wieder.
Dabei kann jeder seine eigenen Ideen einbringen. Und manchmal ist es tatsächlich das unscheinbare Detail, das am Ende den entscheidenden Hinweis liefert.
Ein Fall lässt sich relativ schnell spielen und eignet sich deshalb wunderbar für zwischendurch. Nach Feierabend noch einen kleinen Kriminalfall lösen? Kein Problem. Eine Runde, bevor der Spieleabend richtig losgeht? Ebenfalls.
Und manchmal ist genau das schön.
Kleine Fälle, die zum Weiterermitteln einladen
In unserer Podcastfolge sprechen wir über die Fälle, die wir gespielt haben, und natürlich auch darüber, wie sich die einzelnen Geschichten für uns angefühlt haben. Und bei Krimispielen ist ja nicht nur die Auflösung wichtig, sondern mindestens genauso interessant ist der Weg dorthin.
Wie gut funktionieren die Hinweise?
Kommt man tatsächlich selbst auf die Lösung?
Und fühlt sich die Auflösung am Ende logisch an – oder denkt man eher: „Na ja, da hätte ich jetzt auch noch zehn andere Möglichkeiten ableiten können.“
Natürlich wollen wir dabei nicht zu viel verraten. Schließlich wäre es bei einem Krimispiel ziemlich kontraproduktiv, wenn wir hier schon den Täter auf dem Silbertablett präsentieren würden.
Unser Fazit: Mehr knobeln, weniger Spielzeit
Was uns bei Mini Crimes am Ende besonders hängen geblieben ist, ist die Kombination aus wenig Aufwand, kurzer Spielzeit und echtem Knobelspaß.
Man kann sich auf den Fall konzentrieren, gemeinsam überlegen und versuchen, die Geschichte Stück für Stück zu entschlüsseln. Und wenn der Fall gelöst ist, ist er eben auch abgeschlossen.
Das macht Mini Crimes für uns zu einem schönen Format für alle, die gerne rätseln und ermitteln, aber nicht jedes Mal einen kompletten Spieleabend dafür einplanen möchten.
Wie uns die verschiedenen Fälle gefallen haben, welche Momente beim Lösen besonders spannend waren und warum wir gerade das Knobeln so mögen, hört ihr in der neuen Folge des Würfelmagier Brettspiel Podcasts.
Also: Hinweise geschnappt, Detektivmodus aktiviert und los geht’s. 🔎
Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören – und natürlich beim Ermitteln!
🕵️ Mini Crimes – Kurzinfo
Spieler: 1–6 Dauer: ca. 20 – 40 Minuten Alter: ab 10 Jahren Autor: Remo Conzadori Verlag: Pegasus Spiele Genre: Krimispiel · Deduktion · Rätselspiel
Worum geht’s?
Jeder Mini-Crimes-Fall erzählt einen eigenständigen Kriminalfall. Mithilfe eines Tatortbildes und verschiedener Hinweise versucht ihr herauszufinden, was passiert ist, wer dahintersteckt und wie sich die Tat ereignet hat.
Für wen geeignet?
Für alle, die gerne gemeinsam knobeln, kombinieren und kleine Kriminalfälle lösen, ohne dafür einen kompletten Spieleabend einplanen zu müssen.
Transparenzhinweis: Die Spiele wurden uns zu Rezensionszwecken kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Mother Tell your children not to walk my way Tell your children not to hear my words What they mean, what they say, mother Was hat es bei den einleitenden…
Sabrina Gonzalez wird neue CEO von Steve Jackson Games, wie das Fachportal BoardGameWire meldet. Sie folgt auf Firmengründer Steve Jackson, der die operative Leitung im April 2025 nach dem überraschenden Rücktritt von Meredith Placko übergangsweise wieder selbst übernommen hatte. Jackson bleibt Präsident des Unternehmens und konzentriert sich künftig wieder auf Spieldesign und -entwicklung. Seine Rückkehr als CEO war laut BoardGameWire nie als dauerhafte Lösung gedacht: Nach Plackos Rücktritt hatte Jackson selbst angekündigt, erst „einen Plan finden“ zu wollen (übersetztes Zitat), und knapp 17 Monate später steht dieser Plan nun fest.
Von der Produktionsabteilung an die Unternehmensspitze
Gonzalez ist seit 2013 bei Steve Jackson Games, zunächst als Production Artist, später in der Produktionsleitung. Seit 2021 sitzt sie zudem im Board of Directors des Unternehmens. „Ich möchte, dass wir weiter wachsen. [...] Das Ziel ist immer, großartige Spiele zu machen, die die Menschen lieben“, wird sie zu ihrer neuen Rolle zitiert (übersetztes Zitat, Auslassung markiert).
Managing Editor Allison Page wird parallel neue Chief Operating Officer. „Ich bin eine Problemlöserin und lege großen Wert auf klare Erwartungen. Ich freue mich darauf, alles zu entwirren, was mir begegnet“, sagt Page laut BoardGameWire (übersetztes Zitat).
Munchkin-Lizenz auch für deutsche Fans relevant
Steve Jackson Games ist Rechteinhaber von Munchkin, das hierzulande bei Pegasus Spiele erscheint. Auf den deutschen Produktseiten heißt es entsprechend: „Munchkin, die Munchkin-Charaktere und das Pyramiden-Logo sind eingetragene Marken oder Handelsmarken von Steve Jackson Games Incorporated in den USA und anderswo und werden von Pegasus Spiele in Lizenz benutzt.“ Der Führungswechsel an der Spitze des US-Verlags berührt diese Lizenzbeziehung nach aktuellem Stand nicht.
„Fertig ich habe“ ist ein herrlich absurdes, chaotisches und extrem unkooperatives Kartenspiel für 2 bis 5 Spielende. Es ist gleichzeitig Stand-Alone-Version als auch vollwertige Erweiterung für das früher erschienene “Ich habe fertig”, allerdings mit Star Wars Anspielung. Würde Meister Yoda
Everdell zählt seit dem Erscheinen 2018 bei Starling Games zu den bekanntesten und mehrfach ausgezeichneten Tableau-Bauspielen der Branche. Tycoon Games hat mit „Journeys: An Everdell Game“ nun einen Ableger mit eigener Mechanik am 8. September 2026 auf Kickstarter gestartet. Die Kampagne steht bei 609.738 US-Dollar von 35.000 US-Dollar Ziel, umgerechnet rund 1.742 Prozent, bei 4.924 Unterstützenden, Stand des Abrufs. Kickstarter führt das Projekt als „Staff Pick“.
Die Kampagne läuft noch bis zum 25. September 2026, 23 Uhr MESZ. Würfelreich hatte sie bereits kurz nach dem Start in der Crowdfunding-Wochenschau erwähnt. Die inzwischen erreichte Größenordnung rechtfertigt jetzt einen eigenen, ausführlicheren Artikel.
Was Journeys von Everdell unterscheidet
Statt Städte per Worker Placement aufzubauen, ziehen 2 bis 5 Spielende als reisende Tiere durch die Welt von Everdell und legen dabei einen eigenen Pfad aus Karten, und Card Drafting steht also im Zentrum. Aktivierte Karten liefern Ressourcen und Punkte für spätere Kombinationen, und ein persönliches Reisetagebuch hält besondere Ereignisse der Reise fest. Die Deluxe-Edition erweitert das Spiel auf 1 bis 10 Spielende und ergänzt Solo- sowie Kooperativ-Modi, die dem Grundspiel fehlen. Laut BGG dauert eine Partie 30 bis 60 Minuten, empfohlen ab 10 Jahren.
Ob sich der Kartenpool zwischen Partien unterscheidet und wie das Automa-System der Solo-Variante genau funktioniert, verrät das verfügbare Kampagnenmaterial nicht. Die meisten Pledge-Stufen enthalten zusätzlich „Gather: An Everdell Card Game“, ein eigenständiges Kartenlegespiel von 15 bis 20 Minuten im selben Universum.
Beim Design ist mit James A. Wilson der Schöpfer des Hauptspiels wieder dabei. Clarissa A. Wilson ist als Co-Designerin neu im Team. Die Illustration liegt komplett in neuen Händen bei Lukas Siegmon. Keiner der drei Illustratoren des Hauptspiels ist beteiligt.
Tycoon Games hat in der Vergangenheit bereits Lizenzen etablierter Titel wie Colt Express, Living Forest und Lewis & Clark übernommen und tritt damit erkennbar als Verlag für bestehende Marken auf, nicht nur als Erstverlag eigener Spiele. Im selben Everdell-Universum hat der Verlag zudem bereits eine eigene Kickstarter-Kampagne erfolgreich abgeschlossen: „Everdell Emerland“ erreichte im Dezember 2025 rund 3.421 Prozent des Ziels bei 7.980 Unterstützenden. Ob die Auslieferung pünktlich erfolgte oder inzwischen erfolgt ist, lässt sich daraus nicht ableiten. Dazu liegen keine belastbaren Angaben vor.
Pledge-Stufen und Auslieferung
Das Grundspiel „Journeys“ kostet 49 US-Dollar (umgerechnet rund 42 Euro, Kurs vom 17. September 2026), die Deluxe-Edition 75 US-Dollar (rund 65 Euro). Für 99 US-Dollar (rund 86 Euro) gibt es die Super-Deluxe-Stufe mit zwei exklusiven Miniaturen, für 159 US-Dollar die Stufe „Travel Guide“ mit zehn Neopren-Spielmatten für die ganze Tischrunde. Am oberen Ende steht „Globetrotter“ für 699 US-Dollar mit der kompletten Everdell-Sammlung inklusive der Erweiterungen Farshore, Silverfrost und Emerland. Die Auslieferung ist laut Kickstarter für August 2027 vorgesehen.
Das Hauptspiel Everdell erscheint in Deutschland regulär bei Pegasus Spiele. Für Everdell Journeys selbst nennt die Kampagnenseite bislang keine deutsche Version. Laut Kickstarter liefert Tycoon Games die Kampagne weltweit aus. Konkrete Versandkosten oder Zollhinweise für Deutschland nennt die Kampagnenseite aber nicht.
Stolz und Vorurteil, Bridgerton, Queen Charlotte – die Regency-Zeit verkauft sich gut. Ein Regency-Ableger, von dem man vielleicht nicht wusste, dass man ihn braucht, ist Regency Cthulhu. Mit diesem Quellenband lässt sich ein Ballbesuch mit dem kosmischen Grauen von H.P. Lovecrafts Cthulhu verbinden.
Der Titel dieser Folge lässt Euch vielleicht die Stirn runzeln. Flip 7 und Dorfromantik? Das sind jetzt nicht gerade die typischen Kinderspiele! Tja, Kinder werden größer und vielleicht wird dann demnächst aus "Kinderspielableger" dann "Familienspielableger". Doch ob nun klassisches Kinderspiel oder nicht, wir haben wieder zwei Besprechungen für Euch in denen ihr erfahrt ob Flip 7 und Dorfromantik sich lohnen.