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Excursions: Galactic Cruise bekommt leichteren Ableger

28. Oktober 2026 um 08:08
Excursions: Galactic Cruise bekommt leichteren Ableger

Die Kickstarter-Kampagne zu Excursions, dem neuen Ableger im Galactic-Cruise-Universum, endet in zwei Tagen, am 30.10.2026 um 22 Uhr UTC. Bei unserem Check am 28.10.2026 steht sie bei 536.992 von 30.000 US-Dollar, also 1.789,97 Prozent, bei 4.863 Unterstützenden. Designer ist erneut Ben Rosset, bekannt unter anderem für Between Two Cities (Stonemaier Games) und The Search for Planet X, Illustrator Ian O'Toole, Verlag Kinson Key Games. Kurz erwähnt hatten wir die Kampagne bereits in der Crowdfunding-Wochenschau KW 42, die Rekordsumme und das nahende Ende sind jetzt ein eigener Anlass.

Leichter als das Original, aber nicht leicht

Excursions ist laut BGG ein eigenständiges Spiel im selben Universum wie Galactic Cruise, keine Erweiterung. Der Vergleich der BGG-Eckdaten stützt die Einordnung als leichteren Ableger: Regelgewicht 3,17 statt 3,98, Spielzeit 60 bis 90 statt 90 bis 150 Minuten, Alter ab 10 statt ab 14, dazu laut BGG ein variabler Spielaufbau für Wiederspielwert. Mechanisch verzichtet Excursions auf die Worker-Placement-Basis des Originals: Die aktive Person wählt eine von sieben Aktionen rund um eine rotierende Raumstation, danach führen laut Verlagsbeschreibung alle Spielenden gemeinsam dieselbe Aktion aus, nur die aktive Person bekommt zusätzlich einen Bonus, dessen Stärke mit der Stationsdrehung wechselt. Konkurrenz um einzelne Stationsplätze entsteht dabei also nicht, eher ein geteilter Rhythmus mit wechselndem Vorteil. „Leichter“ heißt hier allerdings nur leichter im Vergleich, mit Regelgewicht 3,17 von 5 bleibt Excursions ein Spiel für geübte Vielspielerrunden, kein Absacker-Filler.

Solo-Modus noch in der Entwicklung

Zum Solo-Modus findet sich in der Kampagnenbeschreibung selbst wenig, eine Vorschau von Opinionated Gamers ordnet ihn aber ein: Der Automa steckt demnach noch in der finalen Entwicklung, in der getesteten Prototyp-Version dauert eine Solopartie 35 bis 45 Minuten, geplant sind sechs unterschiedliche Automa-Gegner mit je eigenem Spielstil und Schwierigkeitsgrad, einer auf der Rückseite jedes Spielertableaus. Zum genauen Ablauf der Automa-Karten sagt die Vorschau nichts.

Excursions: Galactic Cruise bekommt leichteren Ableger

Eckdaten zu Excursions

  • Spielerzahl: 1 bis 6, beste Besetzung laut BGG-Community 3 bis 4
  • Spielzeit: 60 bis 90 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Regelgewicht: 3,17 von 5 (laut BGG, Galactic Cruise zum Vergleich 3,98)
  • Designer: Ben Rosset, Illustration: Ian O'Toole
  • Verlag: Kinson Key Games
  • Plattform: Kickstarter, Laufzeit bis 30.10.2026, 22 Uhr UTC
  • Kampagnenstand: 536.992 von 30.000 US-Dollar, 1.789,97 Prozent, 4.863 Unterstützende (Stand: 28.10.2026)
  • Lieferdatum: August 2027 (Hauptpledges), September 2027 (Handelspledge)

Galactic Cruise kommt gerade erst auf Deutsch

Für deutsche Leser kommt die Kampagne zu einem interessanten Zeitpunkt: Galactic Cruise selbst, das auf dem Deutschen Spielepreis 2026 bereits Platz 3 belegte, erscheint laut PD-Verlag voraussichtlich im vierten Quartal 2026 auf Deutsch, der Preis liegt bei mehreren Händlern zwischen 116 und 140 Euro. Ob und wann Excursions selbst eine deutsche Ausgabe bekommt, sagt die Kickstarter-Seite bislang nicht. Zur eigenen Kickstarter-Kampagne von Galactic Cruise lässt sich dagegen schon mehr sagen: Fast 8.100 Unterstützende finanzierten sie mit rund 808.000 US-Dollar, die Auslieferung lief ab Anfang 2025 nach Region gestaffelt, laut mehreren Shipping-Updates des Verlags ohne größere öffentlich bekannte Komplikationen.

Pledges und eine große Sammelstufe

Die regulären Pledges reichen von der „Retail Edition“ für 39 US-Dollar über die „Deluxe Edition“ für 59 US-Dollar, laut Pledge-Beschreibung nicht für den regulären Handel vorgesehen, bis zum „ALL-IN“-Pledge für 129 US-Dollar mit drei noch unbekannten „Secret Items“. Ob und zu welchem Preis die „Retail Edition“ später tatsächlich im Handel steht, nennt die Kampagne nicht, der Name allein ist dafür kein Beleg. Für Fans, die gleich beide Spiele wollen, bündelt „The Galactic Collection“ für 349 US-Dollar zusätzlich das Hauptspiel Galactic Cruise samt mehreren Erweiterungen. Mehrere teure Sammlerstufen bis 699 US-Dollar sind laut unserem Check bereits ausverkauft. Die Add-ons zielen fast ausschließlich auf bestehende Galactic-Cruise-Fans: diverse Erweiterungen, Sleeves und Komponenten-Upgrades für das Hauptspiel, teils ebenfalls nicht mehr verfügbar.

Lohnt sich das?

Für Vielspieler, die Galactic Cruise mit seinen 90 bis 150 Minuten und Regelgewicht 3,98 zu sperrig fanden, aber das Universum mögen, ist Excursions ein naheliegender, spürbar kompakterer Einstieg, auch wenn „leichter“ hier relativ zu verstehen ist. Mit nur noch zwei Tagen Restlaufzeit bleibt kaum Zeit für eine fundierte Kaufentscheidung, wer jetzt noch pledgt, verlässt sich vor allem auf Designer-Pedigree und die bislang unauffällige Lieferbilanz des Verlags bei Galactic Cruise, nicht auf eine eigene Bewertung von Excursions selbst.

Deception: Heist in Hong Kong startet fast durchfinanziert

27. Oktober 2026 um 21:39
Deception: Heist in Hong Kong startet fast durchfinanziert

Grey Fox Games hat heute, am 27.10.2026, Deception: Heist in Hong Kong auf Kickstarter gestartet, und die Kampagne war bei unserem Check am selben Tag bereits bei 14.959 von 14.999 US-Dollar, also 99,73 Prozent, bei 317 Unterstützenden. Die Kampagne läuft noch bis zum 20.11.2026, dürfte das Ziel also in den nächsten Stunden reißen. Designer ist erneut Tobey Ho, bekannt durch das Original Deception: Murder in Hong Kong von 2014.

Ein neuer Fall, dasselbe System

Heist in Hong Kong ist laut BGG-Beschreibung ein eigenständiges Spiel, keine Erweiterung: Statt eines Mordes ermittelt ihr jetzt bei einer Serie von Diebstählen, bei der die Täterin oder der Täter wieder mitten unter den Ermittelnden sitzt. Mechanisch bleibt das bekannte System aus Deduktion, verdeckten Rollen und eingeschränkter Kommunikation erhalten, ob es jenseits des neuen Themas auch neue Rollentypen oder Regeln gibt, sagt keine der vorliegenden Quellen, ebenso wenig wie zur Zahl der Fälle beziehungsweise Rollenkombinationen im Grundspiel. Praktisch für bestehende Fans: Die Beweiskarten „Key Evidence“ beider Spiele lassen sich laut Verlag mischen, für zusätzliche Kombinationen über beide Titel hinweg. Zur Sprache der Kickstarter-Edition selbst äußert sich die Kampagnenseite nicht näher.

Vom Mord zum Diebstahl: was sich ändert

Zwei Unterschiede zum Original fallen auf. Die Altersfreigabe sinkt von 14 auf 12 Jahre, die Spielzeit von 20 auf 15 bis 30 Minuten. Beim Original zeigt sich außerdem, wie etabliert das System ist: Über 25.000 BGG-Bewertungen ergeben einen Schnitt von 7,41 von 10, Rang 299 insgesamt und Rang 16 unter den Partyspielen. Interessant für kleinere Familienrunden: Die BGG-Community bewertet das Original bei 4 Spielenden deutlich zurückhaltender (194 Stimmen „nicht empfohlen“) als bei 7 oder 8 (197 beziehungsweise 192 Stimmen „beste Besetzung“), bei 6 Spielenden fällt die Zustimmung mit 148 solchen Stimmen schon wieder schwächer aus. Ob sich das bei Heist in Hong Kong genauso verhält, ist naturgemäß noch offen, dafür liegen zum neuen Titel selbst noch gar keine Bewertungen vor. Zur Regelerklärung in großer Runde sagt ebenfalls keine Quelle etwas.

Deception: Heist in Hong Kong startet fast durchfinanziert

Eckdaten zu Deception: Heist in Hong Kong

  • Spielerzahl: 4 bis 12
  • Spielzeit: 15 bis 30 Minuten
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Designer: Tobey Ho
  • Verlag: Grey Fox Games
  • Plattform: Kickstarter, Laufzeit bis 20.11.2026
  • Kampagnenstand: 14.959 von 14.999 US-Dollar, 99,73 Prozent, 317 Unterstützende (Stand: 27.10.2026)
  • Versand: laut Kickstarter weltweit möglich („Anywhere in the world“), zu Versandkosten äußert sich die Kampagne nicht näher
  • Lieferdatum: September 2027

Pledges, Add-ons und noch keine Stretch Goals

Die Kampagne bleibt pledge-technisch schlank: Für 5 US-Dollar bekommt ihr nur Zugang zum späteren Pledge-Manager, die eigentliche „KS Edition“ mit allen freigeschalteten Extras kostet 39 US-Dollar. Stretch Goals sind bei unserem Check noch keine gelistet. Die Add-ons zielen klar auf bestehende Fans: Neben einem kleinen „Partner Promo Pack“ für 5 US-Dollar gibt es die Erweiterung „Deception: Undercover Allies“ für 19 US-Dollar, das kindgerechte Kooperationsspiel „Detective Academy: Alien Alert“ für ebenfalls 19 US-Dollar und, als Add-on verfügbar, das Original „Deception: Murder in Hong Kong“ selbst für 39 US-Dollar inklusive altem Kickstarter-Promo-Pack (alle Preise Stand: 27.10.2026, die Kampagne läuft noch bis 20.11. und kann Pledges noch anpassen).

Deutsche Leser kennen das Original schon

Das Original läuft hierzulande längst unter eigenem Titel: „Getäuscht: Mord in Hongkong“ erschien laut mehreren deutschen Händlerangaben bereits 2016 bei Heidelberger Spiele, heute Teil von Asmodee. Ob und wann Heist in Hong Kong ebenfalls eine deutsche Ausgabe bekommt, sagt die Kampagnenseite bislang nicht.

Lohnt sich das?

Für Familien- und Kennerrunden, die das Original mögen oder noch gar nicht kennen, ist Heist in Hong Kong ein naheliegender Einstieg mit kürzerer Spielzeit und etwas niedrigerer Altersfreigabe. Das fast randvolle Funding am ersten Tag sagt vor allem etwas über die Fanbase der Marke aus, nicht automatisch über die Qualität des neuen Falls selbst, dafür fehlt schlicht noch jede unabhängige Stimme. Zur eigenen Lieferzuverlässigkeit bei früheren Kampagnen äußert sich Grey Fox Games auf dieser Kampagnenseite nicht, das Lieferdatum September 2027 liegt gut elf Monate in der Zukunft.

Mighty Shot: Grimspire lokalisiert Villes Arena-Duell

27. Oktober 2026 um 12:14
Mighty Shot: Grimspire lokalisiert Villes Arena-Duell

Grimspire hat mit Mighty Shot ein neues Projekt auf der Spieleschmiede gestartet, Untertitel „Das Turnier in der Schicksalsschlucht“. Dahinter steckt keine deutsche Neuentwicklung, sondern die deutsche Lokalisierung eines bereits bestehenden Spiels: Mighty Shot! von Designer Philippe Ville, ursprünglich beim Verlag This is a Game. über Gamefound finanziert. Die Kampagne läuft noch 28 Tage, bei unserem Check am 27.10.2026 stehen 2 Unterstützende und 0 Prozent auf der Uhr, ein klassisches Finanzierungsziel nennt die Kampagnenseite dabei nicht in der gewohnten Form.

Arena-Duell mit Minions und Arcana

Mighty Shot ist laut BGG-Beschreibung ein asymmetrisches Arena-Duellspiel mit MOBA-Einschlag: Als Champion setzt du Minions ein, um Felder auf deinem Heimfeld zu kontrollieren und Arcana zu sammeln, mit denen du einen direkt schadenden Arcane Strike auslösen kannst. Dazu spielst du Champion-Karten für die eigene Strategie oder um den Gegner zu kontern, der Kern ist aber ein Geschicklichkeitselement: Du schnippst auf die gegnerischen Minions, um „Arcane Link“-Schaden zu verursachen. Wer den Gegner zuerst ausknockt, gewinnt. BGG führt dafür unter anderem die Mechaniken Deck Construction, Flicking, Player Elimination und Variable Player Powers. Wie viele Champions zur Auswahl stehen und wie gut sie gegeneinander balanciert sind, führt keine der vorliegenden Quellen näher aus, ebenso wenig, wie viel von der „taktischen Tiefe“ aus dem Kartenspiel und wie viel aus reiner Zielgenauigkeit beim Schnippen kommt. Bei 28 Bewertungen liegt der BGG-Schnitt bei 8,16 von 10, ein offizielles Ranking gibt es noch nicht, bei einer so kleinen, bei frisch gecrowdfundeten Spielen meist stark selbstselektierten Stichprobe ist das für uns ein Signal, kein Gütesiegel.

Vom Gamefound-Original zur deutschen Fassung

Grimspire tritt hier, soweit erkennbar, in der gleichen Rolle auf wie zuletzt bei Dice Throne: als deutscher Lizenznehmer, der ein im Ausland bereits erfolgreiches Spiel über die Spieleschmiede lokalisiert, nicht als Entwickler eines eigenen Titels. Zur eigenen Lieferzuverlässigkeit bei früheren Kampagnen äußert sich Grimspire nicht, die Partnerschaft reicht aber bis zur ursprünglichen Dice-Throne-Kampagne von 2021 zurück. Zu Philippe Ville und seinem Verlag This is a Game. selbst, etwa zu früheren Spielen oder zur Einordnung gegenüber anderen Flicking- oder Arena-Duellspielen, sagen weder Kampagnenseite noch BGG etwas. Eine kleine Unstimmigkeit bleibt zudem offen: BGG führt den Designer als „Philippe Ville“, auf dem Kampagnenmaterial selbst steht der Name mit Accent als „Philippe Villé“. Welche Schreibweise korrekt ist, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend klären.

Mighty Shot: Grimspire lokalisiert Villes Arena-Duell

Eckdaten zu Mighty Shot

  • Spielerzahl: 2 bis 4, wie sich ein Duell auf 3 oder 4 Spielende verteilt, nennt die Kampagnenseite nicht
  • Spielzeit: 30 bis 50 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Regelgewicht: 2,0 von 5 (laut BGG, nur eine Einschätzung bisher)
  • Designer: Philippe Ville (BGG), auf dem Kampagnenmaterial als Philippe Villé geführt
  • Verlag: This is a Game. (Original), Grimspire (deutsche Lokalisierung)
  • Plattform: Spieleschmiede, noch 28 Tage Laufzeit (Stand: 27.10.2026)
  • Kampagnenstand: 2 Unterstützende, 0 Prozent (Stand: 27.10.2026)
  • Finanzierung: ursprünglich über Gamefound

Pledges und ein Griff ins eigene Katalogregal

Die Pledge-Stufen reichen vom reinen „Streifschuss“ für 5 Euro, der nur eine digitale Spielernetzwerk-Errungenschaft bringt, über „Voll ins Schwarze“ für 60 Euro mit dem Spiel in deutscher Version, bis zu „Kritischer Treffer“ für 64 Euro, der zusätzlich passende Kartenhüllen mitliefert. Auffällig sind die Add-ons: Statt neuer Mighty-Shot-Inhalte bewirbt Grimspire darüber vor allem die eigene Produktpalette, darunter die „Sniper Elite“-Erweiterungen Operation Kraken und Escalation für 80 Euro, Terrorscape 2 mit drei Erweiterungen für 185 Euro sowie Ion Core für 95 Euro, branchenüblich für Cross-Selling zwischen eigenen Kampagnen, aber ohne inhaltlichen Bezug zu Mighty Shot selbst.

Lohnt sich das?

Für Vielspieler mit Interesse an Tabletop-nahen Duellspielen bietet Mighty Shot ein ungewöhnliches Mechanik-Gemisch aus Deckbau, Geschicklichkeit und Arena-Thema, verlässliche Belege für Spieltiefe oder Champion-Balance liefert aber bislang keine unabhängige Quelle, nur das Spiel selbst über seine eigene Beschreibung. Die fehlende deutsche Fassung war bislang der naheliegendste Haken, den Grimspire nun schließt, zum eigentlichen Finanzierungsmodell dieser Kampagne bleiben aber Fragen offen, die sich vor einem Pledge klären lassen sollten.

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À-la-carte-Kartenspielpreis 2026: Take Time gewinnt

27. Oktober 2026 um 09:12
À-la-carte-Kartenspielpreis 2026: Take Time gewinnt

Während der SPIEL-Essen-Woche hat das österreichische Spielemagazin Fairplay den À-la-carte-Kartenspielpreis 2026 vergeben, und der Sieger überrascht niemanden mehr, der die Preissaison verfolgt: Take Time von Alexi Piovesan und Julien Prothière (Libellud/Asmodee) setzt sich vor dnup, Moon Colony Bloodbath und Meister Makatsu durch.

Gemeinsam gegen die Uhr

Im Grunde ist Take Time ein kooperatives Rätselspiel gegen eine Uhr: Alle gewinnen oder verlieren zusammen. Ihr legt laut BGG-Beschreibung zu zweit bis zu viert 12 Karten verdeckt rund um eine Uhr und müsst dabei spezifische Regeln pro „Test“ einhalten, insgesamt gibt es 40 davon zu bestehen, dabei ist Reden über die eigenen Karten tabu. Die „etwa 30 Minuten“ aus unserem Eckdaten-Block gelten laut mehreren deutschen Händlerbeschreibungen pro Spielabend, nicht pro einzelnem Test und erst recht nicht für alle 40 Tests in einem Zug. Mechanisch kombiniert das Deduktion mit eingeschränkter Kommunikation und gehört damit zur selben bekannten Spielfamilie wie The Mind und The Crew. Eine englischsprachige Rezension von What's Eric Playing ordnet Take Time konkret als Alternative zu The Crew ein, mit wiederholbaren Partien um dieselbe Mission statt einer einzigen durchgehenden Kampagne. Designer sind Alexi Piovesan und Julien Prothière, die Illustration von Maud Chalmel orientiert sich laut BGG-Einordnung am Art-Nouveau-Stil.

Nicht ganz ohne Reibung

Die Kehrseite der reinen Kooperation bleibt in den meisten Quellen unerwähnt: Wenn alle am selben Ergebnis hängen und gleichzeitig kaum reden dürfen, kann eine einzelne falsch gelegte Karte schnell zur gemeinsamen Niederlage führen, mit dem Risiko, dass sich die verantwortliche Person schuldig fühlt statt mitzufiebern. Zur Spielerzahl liefert die BGG-Community zumindest eine Tendenz: Am häufigsten empfohlen wird Take Time zu dritt, zu viert fast genauso oft, zu zweit gehen die Bewertungen dagegen deutlich stärker auseinander. Sind alle 40 Tests des Grundspiels einmal bestanden, ist die Kampagne durch, die Erweiterung „Take Time: Mirage“ setzt genau hier an: Sie bringt laut Herstellerangabe vier neue Tests rund um einen „Sandvogel“ sowie einen „Rebirth“-Marker, mit dem sich alle 40 Grundspiel-Tests ein zweites Mal unter einer neuen Zusatzregel spielen lassen.

À-la-carte-Kartenspielpreis 2026: Take Time gewinnt

Eckdaten zu Take Time

  • Spielerzahl: 2 bis 4, am häufigsten empfohlen zu dritt
  • Spielzeit: etwa 30 Minuten pro Spielabend
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Regelgewicht: 1,75 von 5 (laut BGG)
  • Designer: Alexi Piovesan und Julien Prothière
  • Illustration: Maud Chalmel
  • Verlag: Libellud/Asmodee, deutsche Ausgabe seit Oktober 2025 im Handel
  • Preis: rund 28,50 Euro UVP (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 27.10.2026)
  • Auszeichnungen 2026: Swiss Gamers Award, Österreichischer Spielepreis (Spiel der Spiele), À-la-carte-Kartenspielpreis, Platz 5 der DSP-Top-10

Der Preis und seine Jury

Den À-la-carte-Preis vergibt das Magazin Fairplay bereits seit 1991 für das beste Kartenspiel des Jahres, wobei auch Brettspiele mitzählen, bei denen Karten das zentrale Element sind. Laut Brettspielbox stimmen dafür knapp 35 Expertinnen und Experten ab, übergeben wird der Preis traditionell auf der SPIEL Essen. Hinter Take Time landeten dieses Jahr dnup von Kei Kajino (Asmodee), Moon Colony Bloodbath von Daniel X. Vaccarino (alea) und Meister Makatsu von Reiner Knizia (Amigo) auf den Plätzen 2 bis 4, ein Querschnitt, der von leichtem Kartenspiel bis zum Expertentitel eines Branchenveteranen wie Knizia reicht.

Was wir davon halten

Ein Expertenpreis mit 35 Stimmen ist kein Massenvotum, aber genau deshalb interessant: Hier zählt nicht, was sich am besten verkauft, sondern was Leute vom Fach für das handwerklich sauberste Kartenspiel des Jahres halten. Dass mit Meister Makatsu auch ein Reiner-Knizia-Spiel auf die Liste kam, zeigt zudem, dass die Jury nicht nur auf neue Namen setzt. Für Take Time ist der Sieg der vorläufige Abschluss einer Saison, in der das Spiel kaum eine relevante deutschsprachige Auszeichnung ausgelassen hat. Wenn ihr kooperative Deduktionsspiele mit kurzer Spielzeit mögt und euch das Kartendesign im Art-Nouveau-Stil anspricht, gehört Take Time nach diesem Preisregen zu den naheliegenden Empfehlungen der Saison.

Final Titan: Garfields Draft-Duell im November auf Deutsch

26. Oktober 2026 um 11:02
Final Titan: Garfields Draft-Duell im November auf Deutsch

Nerdlab Games bringt Final Titan im November 2026 auf Deutsch in den Handel, so übereinstimmend mehrere deutsche Fachhändler. Der Verlag selbst nennt auf der eigenen Shopseite kein konkretes Datum, das Spiel ist dort aber bereits vorbestellbar. Der Name hinter dem Design sorgt für Aufmerksamkeit: Richard Garfield, Erfinder von Magic: The Gathering, zeichnet gemeinsam mit Christian Kudahl verantwortlich, und bei BGG steht das Spiel aktuell auf Hotness-Platz 15.

Vom Mindbug-Duo zum Titanen-Kampf

Final Titan ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen Garfield und Nerdlab Games: 2022 veröffentlichte der Verlag bereits Mindbug, ein Duell-Kartenspiel, das Garfield gemeinsam mit Christian Kudahl, Marvin Hegen und Skaff Elias entwickelte. Kudahl, zuvor kein etablierter Designer, hatte über Hegens Podcast zunächst Hegen für die Idee gewonnen, gemeinsam entwickelten die beiden das Spiel weiter und stellten es erst danach Garfield und Elias vor. Final Titan führt diese Partnerschaft fort, passend dazu gibt es laut BGG sogar eine eigene Mindbug-Erweiterung für das neue Spiel, daneben eine Godspark-Erweiterung und ein Promo-Pack. Was genau die beiden Erweiterungen inhaltlich bringen, sagt keine der vorliegenden Quellen, nur die Titel sind bislang bekannt. Fans des Genres erinnert Final Titan laut einer Rezension von Meeple Mountain an King of Tokyo, Small World und Dice Throne, ein eigenständig neues System ist es also nicht, eher eine Rekombination bekannter Zutaten mit prominenter Unterschrift.

Würfelduelle mit „positiver Downtime“

Final Titan ist laut BGG-Beschreibung ein Draft Battler: Zu Rundenbeginn wählst du offen sichtbare Champions aus einem gemeinsamen Pool, rekrutierst sie also per Draft, bevor sie paarweise in Würfelduelle geschickt werden, unterstützt mit Power-up-Karten, bis nur noch ein Champion steht. Der einfache Sechsseiter sorgt laut Brettspiel-News dafür, dass auch klar favorisierte Champions stürzen können. Zur Balance zwischen den Champions findet Meeple Mountain deutliche Worte: „Over and over, we questioned the balance, as every hero seemed to have some absurdly powerful ability“, als Beispiel nennt die Rezension einen Champion, der pauschal 20 Schadenspunkte verteilt, während der durchschnittliche Champion nur 6 bis 12 Lebenspunkte hat. Die Rezension fragt selbst, ob ein Spiel noch balanciert ist, wenn einfach alle überstark sind, hält aber fest, dass sich dadurch kein Champion nutzlos anfühlt.

Zuschauen statt warten

Weil in jeder Runde nur zwei Titanen kämpfen, beschreibt Brettspiel-News die Wartezeit der übrigen Spielenden als „positive Downtime“, vergleichbar mit dem Zuschauen bei einem Sportduell, ohne eigene Vorausplanung, dafür mit echtem Mitfiebern. Scheidet dein Champion aus, bist du laut Meeple Mountain in der Regel nicht lange raus: Eliminationen passieren der Rezension zufolge meist erst ein bis zwei Runden vor Spielende, eine ganze restliche Partie zuschauen musst du demnach selten. Zu zweit entfällt die Downtime ohnehin komplett, laut Verlag bist du dann „always fighting“, weil es keine Zuschauphase gibt. Die BGG-Community empfiehlt das Spiel am stärksten zu viert und fast genauso einhellig zu fünft, nur zu zweit gehen die Meinungen deutlich weiter auseinander, worin genau der Unterschied liegt, sagt aber keine der vorliegenden Quellen. Eine Partie dauert laut BGG 30 bis 45 Minuten. Dazu kommen ein Solo- und ein Koop-Modus namens „Trials“, Details zum genauen Ablauf nennt ebenfalls keine der vorliegenden Quellen.

Final Titan: Garfields Draft-Duell im November auf Deutsch

Eckdaten zu Final Titan

  • Spielerzahl: 1 bis 5, beste Besetzung laut BGG-Community zu viert
  • Spielzeit: 30 bis 45 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren laut BGG, ab 10 Jahren laut Nerdlab-Shop, Angaben der Quellen gehen auseinander
  • Regelgewicht: 1,67 von 5 (laut BGG)
  • Designer: Richard Garfield und Christian Kudahl
  • Verlag: Nerdlab Games (deutsche und englische Ausgabe), international zusätzlich GaGa Games, Gémklub, IELLO und MTS Games
  • Preis: 39,90 Euro (Nerdlab-Shop, Stand: 26.10.2026)
  • Erscheinungstermin: November 2026 (laut deutschem Fachhandel, der Verlag selbst nennt kein konkretes Datum)
  • Finanzierung: ursprünglich über Gamefound

Lohnt sich das?

Für Familien und Vielspieler, die ein kurzes, konfrontatives Duellspiel mit hohem Würfelglück suchen, klingt Final Titan nach einem leichten Einstieg mit großem Namen im Gepäck. Dass Garfield und Kudahl nach Mindbug erneut zusammenarbeiten und sogar eine eigene Mindbug-Erweiterung mitliefern, ist für uns das stärkste Argument, genauer hinzuschauen. Ob die 39,90 Euro angesichts des beschriebenen Würfelglücks gerechtfertigt sind, lässt sich nicht abschließend einordnen, Meeple Mountain erwähnt immerhin einen großen Champion-Pool als Wiederspielwert, testete aber selbst nur eine Vorabversion mit einem Teil davon. Wie tief Solo- und Koop-Modus tatsächlich gehen, bleibt bis zur deutschen Ausgabe im November offen, ebenso wie ein genaues Lieferdatum innerhalb des Monats, das Nerdlab Games bislang nicht konkretisiert hat.

Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

26. Oktober 2026 um 09:58
Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

Board Game Arena hat in den vergangenen sieben Tagen zwei neue Titel ins Programm genommen, die kaum unterschiedlicher sein könnten: ein frisches Experten-Kennerspiel um den Bau von Streichinstrumenten und ein vierzig Jahre altes Familienspiel-Urgestein mit verschiebbaren Gängen. Wir zeigen euch beide mit allem, was ihr vor der ersten Partie online wissen solltet.

Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

Luthier

Mit Luthier bringt Board Game Arena ein Expertenspiel um den Bau und Verkauf von Streichinstrumenten online. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Ihr steigt als Geigenbauerin oder Geigenbauer ins Handwerk ein, wählt Holzsorten, baut Instrumente und verkauft sie an Musikerinnen und Musiker, Sammlerinnen und Sammler oder Orchester. Auf Board Game Arena spielt ihr zu zweit, dritt oder viert, BGG nennt zusätzlich einen Solo-Modus für die Partie am Tisch. Eine Partie dauert online im Schnitt 83 Minuten, BGG nennt für den Tisch 90 bis 150 Minuten: Offenbar spielt sich eine Partie online zügiger. Designer sind Dave Beck und Abe Burson, das Spiel erscheint bei Paverson Games, die deutsche Fassung bei Funtails. Über die deutsche Vorbestellaktion von Funtails haben wir 2024 bereits berichtet.

Eckdaten zu Luthier

  • Spieleranzahl: 2 bis 4 auf Board Game Arena (BGG nennt zusätzlich einen Solo-Modus)
  • Spielzeit: 90 bis 150 Minuten laut BGG, im BGA-Schnitt 83 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren (laut BGG)
  • Komplexität: 4 von 5 auf Board Game Arena, BGG-Gewicht 3,83 von 5
  • Designer: Dave Beck und Abe Burson
  • Verlag: Paverson Games, deutsche Fassung bei Funtails
  • BGA-Zugang: Premium-Titel
Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

Labyrinth

Labyrinth ist seit dieser Woche ebenfalls auf Board Game Arena spielbar. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Ravensburger brachte das von Max J. Kobbert entworfene Familienspiel 1986 erstmals heraus, in diesem Jahr wird es vierzig Jahre alt. Ihr schiebt Gangteile durch ein Labyrinth aus losen Fliesen und steuert euren Charakter zu euren Schätzen, während sich die Gänge mit jedem Zug neu verschieben. Eine Partie dauert laut BGG 20 Minuten, im BGA-Schnitt sind es 24. Komplexität und BGG-Gewicht liegen übereinstimmend am unteren Ende der Skala, das Spiel richtet sich an die ganze Familie.

Eckdaten zu Labyrinth

  • Spieleranzahl: 2 bis 4
  • Spielzeit: 20 Minuten laut BGG, im BGA-Schnitt 24 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren (laut BGG)
  • Komplexität: 1 von 5 auf Board Game Arena, BGG-Gewicht 1,35 von 5
  • Designer: Max J. Kobbert
  • Verlag: Ravensburger
  • BGA-Zugang: kostenlos spielbar

Welches spielen wir zuerst?

Für uns ist die Wahl diese Woche leicht: Labyrinth ist in einer Partie durchgespielt und eignet sich bestens für eine schnelle Runde zwischendurch, während Luthier eher der Abend für die Kennerrunde ist, die sich Zeit nimmt. Wer noch unsicher ist, ob sich das Premium-Abo für Luthier lohnt, kann mit Labyrinth kostenlos reinschnuppern und danach entscheiden.

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Crowdfunding-Wochenschau KW 44: Final Fantasy und Tanares

26. Oktober 2026 um 09:38
Crowdfunding-Wochenschau KW 44: Final Fantasy und Tanares

Die Woche vom 20. bis zum 26. Oktober 2026 war eine der dichtesten Crowdfunding-Wochen des Jahres: Allein auf Gamefound sind binnen vier Tagen zwei große Kampagnen gestartet, dazu kommt auf Kickstarter ein offiziell lizenziertes Final-Fantasy-Brettspiel und eine Zombie-Abwehr mit Garten-Deko. Auf der Spieleschmiede bleibt die Ausgabe dagegen leer: Dort ist diese Woche keine neue oder laufende Kampagne gestartet, die unsere Kriterien erfüllt. Arkham Horror Remastered (Vault Series), ebenfalls diese Woche auf Gamefound gestartet, haben wir bereits in einem eigenen, laufend aktualisierten Artikel behandelt und führen es deshalb hier nicht noch einmal auf. Wir haben die vier übrigen Kampagnen herausgefiltert, die für deutsche Brettspielerinnen und Brettspieler wirklich zählen.

Crowdfunding-Wochenschau KW 44: Final Fantasy und Tanares

Dungeons of Tanares

Mit Dungeons of Tanares schließt Dragori Games die Trilogie um die Welt Tanares ab, nach Arena: The Contest und Tanares Adventures. Ein bis vier Heldinnen und Helden erkunden eine lebende Welt zwischen den Quests, rüsten ihr Arsenal mit bis zu vier Angriffsarten aus und passen sich unvorhersehbaren Gegnern an, die ihr Verhalten je nach Spielsituation ändern. Gestartet am 20. Oktober 2026, hat die Kampagne ihr Ziel in wenigen Minuten gesprengt und mittlerweile mehr als zwanzigmal überschritten, mit neuen Gegner-Miniaturen als Stretch Goals fast im Stundentakt. Als Designer nennt BGG Alexandre Aboud. Welche Sprachen der Pledge Manager am Ende anbietet, steht in den abgerufenen Kampagnendaten ebenfalls nicht. Ob die beiden Vorgängerkampagnen der Trilogie, Arena: The Contest und Tanares Adventures, pünktlich und wie versprochen ausgeliefert wurden, lässt sich aus den abgerufenen Daten nicht beurteilen.

Eckdaten zu Dungeons of Tanares

  • Spieleranzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: etwa 120 Minuten
  • Alter: ab 16 Jahren
  • Designer: Alexandre Aboud (laut BGG)
  • Verlag: Dragori Games
  • Plattform: Gamefound
  • Kampagnenstand: 2.021 % von 50.000 US-Dollar, 2.448 Unterstützer, Laufzeit bis 5. November 2026 (Stand: 26.10.2026, 8 Uhr)
  • Einstiegspreis: ab 109 US-Dollar für den günstigsten Einstieg in die Gesamtkampagne (Stand: 26.10.2026)
  • Liefertermin: nennt Dragori Games in den abgerufenen Kampagnendaten nicht
Crowdfunding-Wochenschau KW 44: Final Fantasy und Tanares

Grimdark Future: Jade & Claw

One Page Rules legt mit Grimdark Future: Jade & Claw nach der erfolgreichen Broken-Truth-Kampagne die nächste Zweispieler-Battle-Box seines kostenlosen Tabletop-Regelwerks vor. In der Box stehen sich die Eternal Dynasty und die Alien Hives gegenüber, mit vorbemalten Kunststoffminiaturen, Geländeteilen zum Flachpacken und allem, was für ein Duell auf Anhieb nötig ist. Die Kampagne lief am 20. Oktober 2026 an und hat ihr Ziel inzwischen mehr als verdreifacht. Das Grimdark-Future-Regelwerk geht auf den Designer Gaetano Ferrara zurück, der One Page Rules gegründet hat. Eine deutsche Fassung der Regeln nennt One Page Rules in der Kampagne nicht. Zur Lieferung äußert sich die Kampagnenseite selbst: Laut eigener Angabe wurde Broken Truth innerhalb von sechs Monaten erfüllt.

Eckdaten zu Grimdark Future: Jade & Claw

  • Spieleranzahl und Spielzeit: nennt One Page Rules nicht, üblich für Tabletop-Skirmish-Systeme ohne feste Partiegröße
  • Designer: Gaetano Ferrara (Grimdark-Future-Regelwerk)
  • Verlag: One Page Rules
  • Plattform: Gamefound
  • Kampagnenstand: 367 % von 50.000 US-Dollar, 549 Unterstützer, Laufzeit bis 6. November 2026 (Stand: 26.10.2026, 8 Uhr)
  • Einstiegspreis: ab 99,95 US-Dollar für die Starter-Pledge (Stand: 26.10.2026)
  • Liefertermin: nennt One Page Rules in den abgerufenen Kampagnendaten nicht
Crowdfunding-Wochenschau KW 44: Final Fantasy und Tanares

Origins of Light: A Final Fantasy Board Game

KessCo bringt mit Origins of Light ein offiziell von Square Enix lizenziertes Final-Fantasy-Brettspiel auf Kickstarter. Ein bis vier Spielende stellen eine Heldentruppe zusammen, statten sie mit Zaubern und Ausrüstung aus und ziehen in Dungeons gegen Bosse aus Final Fantasy I bis III, die sich an den Pixel-Remaster-Fassungen orientieren. Die Kampagne startete am 20. Oktober 2026 und hat ihr vergleichsweise niedriges Ziel von 10.000 US-Dollar binnen Stunden um ein Vielfaches überschritten. Als Designer nennt BGG Alex Kessler. Eine deutsche Fassung erwähnt KessCo in der Kampagne nicht, Versandkosten werden erst nach Kampagnenende über den Pledge Manager abgerechnet.

Eckdaten zu Origins of Light: A Final Fantasy Board Game

  • Spieleranzahl: 1 bis 4 (laut BGG)
  • Spielzeit: 90 bis 180 Minuten (laut BGG)
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Designer: Alex Kessler (laut BGG)
  • Verlag: KessCo (lizenziert von Square Enix)
  • Plattform: Kickstarter
  • Kampagnenstand: 8.587 % von 10.000 US-Dollar, 2.800 Unterstützer, Laufzeit bis 18. November 2026 (Stand: 26.10.2026, 8 Uhr)
  • Einstiegspreis: ab 100 US-Dollar für die Retail-Pledge (Stand: 26.10.2026)
  • Liefertermin: Juli 2027 (laut Pledge-Beschreibung)
Crowdfunding-Wochenschau KW 44: Final Fantasy und Tanares

Plants vs. Zombies: The Board Game

Mantic Games setzt mit Plants vs. Zombies: The Board Game die PopCap-Lizenz kooperativ um: Ein bis vier Spielende verteidigen ihren Garten mit Sonnenblumen, Erbsenschleudern und Walnuss-Wällen gegen anrückende Zombiehorden, mit vorbemalten Miniaturen in der Deluxe-Fassung. Gestartet bereits am 14. Oktober 2026, läuft die Kampagne außerhalb unseres Sieben-Tage-Fensters für Neustarts, qualifiziert sich aber über ihr Volumen: Mehr als 750.000 britische Pfund bei über 5.500 Unterstützern sind für den deutschen Markt eine Hausnummer. Einen einzelnen Designer nennt Mantic nicht, auch BGG führt keinen Designer-Credit. Welche Sprachen Mantic am Ende anbietet, wählen Unterstützer laut Kampagnenseite erst im Pledge Manager nach Kampagnenende.

Eckdaten zu Plants vs. Zombies: The Board Game

  • Spieleranzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: nicht genannt
  • Alter: nicht genannt
  • Designer: nicht genannt (auch BGG führt keinen Designer-Credit)
  • Verlag: Mantic Games (Lizenz von PopCap Games)
  • Plattform: Kickstarter
  • Kampagnenstand: 3.031 % von 25.000 britischen Pfund, 5.535 Unterstützer, Laufzeit bis 5. November 2026 (Stand: 26.10.2026, 8 Uhr)
  • Einstiegspreis: ab 40 britische Pfund für die Standard-Pledge (Stand: 26.10.2026)
  • Liefertermin: September 2027 (laut Pledge-Beschreibung)

Welche Kampagne reizt uns?

Uns zieht es diese Woche zu Dungeons of Tanares: Die Kampagne schließt eine Trilogie ab, die sich bislang sauber durch drei Kampagnen gezogen hat, auch wenn die Lieferbilanz der beiden Vorgänger für uns noch offen ist. Origins of Light ist der Titel mit dem breitesten Publikum, Final Fantasy zieht auch Leserinnen und Leser an, die sonst selten crowdfunden. Grimdark Future und Plants vs. Zombies sind dagegen eher etwas für die bereits eingeschworene Zielgruppe ihrer jeweiligen Marke.

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Korrektur vom 27.10.2026: Als Designer von Origins of Light stand zunächst Anthony Thorp mit einer Liste angeblicher Vorarbeiten (One Piece, Spy x Family, Sonic the Hedgehog), ohne dass sich diese Angabe einer Quelle zuordnen ließ. BGG, eine der zitierten Quellen dieses Artikels, nennt stattdessen Alex Kessler als Designer. Der Artikel wurde entsprechend korrigiert.

SPIEL Essen 2026 zieht Bilanz: Ausverkauft, 2.012 Neuheiten

26. Oktober 2026 um 08:58
SPIEL Essen 2026 zieht Bilanz: Ausverkauft, 2.012 Neuheiten

Die SPIEL Essen 2026 ist vorbei, vom 22. bis 25. Oktober war die Messe nach eigenen Angaben des Merz Verlags an allen vier Tagen restlos ausverkauft, zur Pressekonferenz am Messestart war das für Sonntag noch offen. Über die Grundzahlen, 230.000 Besuchende und 997 Aussteller aus 53 Ländern, hatten wir bereits direkt von der Pressekonferenz berichtet. Neu ist die endgültige Neuheiten-Zahl: Aus den zur Pressekonferenz vorläufig gemeldeten 1.885 Titeln wurden am Ende 2.012, die Zählung lief offenbar bis kurz vor Messeschluss weiter.

„Essen spielt!“: Die Messe wandert in die Stadt

Ein echtes Novum war das Projekt „Essen spielt!“, eine Kooperation von Stadt Essen, Messe Essen und Merz Verlag. Laut der offiziellen Programmseite gab es drei kostenlose, aber nur per Verlosung zugängliche Spieleabende an ungewöhnlichen Orten: im Rathaus Essen in der 22. Etage, im Red Dot Design Museum auf Zollverein und auf einem Schiff der Weißen Flotte auf dem Baldeneysee. Dazu kamen Rabatte bei Essener Partnerbetrieben mit gültigem SPIEL-Ticket und ein eigener Cocktail in mehreren Gastronomien der Stadt. Ob die Abende familientauglich sind und wie die Anmeldung zur Verlosung 2027 ablaufen wird, teilt die Programmseite bislang nicht mit. Nach Angaben des Merz Verlags kam das Projekt gut an, für 2027 wird bereits an einer Erweiterung gearbeitet.

Golden Demon, Lasertag und erstmals die TCG Awards

Auch das Rahmenprogramm wuchs. Laut Pressemitteilung des Merz Verlags blieb der Bemalwettbewerb Golden Demon von Games Workshop mit über 1.000 eingereichten Miniaturen in 14 Kategorien fester Programmpunkt, den Gesamtsieg und die Slayer-Sword-Trophäe holte sich demnach der Franzose Maxime Penaud. Neu war Warhammer-40k-Lasertag im Saal Europa, laut Merz Verlag mit großer Nachfrage und positivem Feedback, eine Wiederholung ist angedacht. Zum ersten Mal verliehen wurden außerdem die TCG Awards für die Sammelkartenspiel-Branche, organisiert von Card Sports League und Hana Sports & Entertainment: Vorab hatten wir noch neun Kategorien gemeldet, die offizielle Finalisten-Liste zählt am Ende 13 Kategorien zwischen Community-Voting und Expertenjury, Star Wars Unlimited ging dabei als großer Gewinner mit vier Preisen hervor.

SPIEL Essen 2026 zieht Bilanz: Ausverkauft, 2.012 Neuheiten

Essen bleibt Essen, mehr Platz gibt es nicht

Mit der Öffnung von Halle 8 sind jetzt alle acht Hallen der Messe Essen belegt, und Geschäftsführerin Carol Rapp macht in der Abschluss-Pressemitteilung klar, dass damit die Grenze erreicht ist: „Uns ist bewusst, dass wir die Messe Essen komplett ausreizen. Aber um direkt die Gerüchte zu zerstreuen: Ein Umzug ist nicht geplant. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, die SPIEL am Standort Essen in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.“ Florian Hess, Geschäftsführer des Merz Verlags und Vorstand der Spielwarenmesse Group, ordnet die SPIEL dafür stärker in ein größeres Portfolio ein: „Seit wir die SPIEL übernommen und mit unserem Team in Essen behutsam aber spürbar weiter entwickelt haben, bieten wir für die Brettspielbranche ein umfassendes Angebot mit der Spielwarenmesse und der Game Inventors Convention in Nürnberg als Fachforen und der SPIEL als dem weltweiten Fokuspunkt der Branche im Herbst in Essen.“ Weiteres Flächenwachstum soll also künftig eher über das Jahr verteilt stattfinden als in den Essener Hallen selbst. Wie sich der Besuch mit Kindern bei acht komplett ausgebuchten Hallen für Familien konkret anfühlte, sagt die Pressemitteilung nicht, wer für 2027 (21. bis 24. Oktober) plant, sollte sich angesichts der vier ausverkauften Tage 2026 aber früh um Tickets bemühen.

Zahlen zum Abschluss

  • Besuchende: 230.000 (Rekord, +10.000 gegenüber 2025)
  • Aussteller: 997 aus 53 Ländern
  • Neuheiten: 2.012 (endgültige Zahl, vorläufig waren zur Pressekonferenz 1.885 gemeldet)
  • Golden-Demon-Gesamtsieger: Maxime Penaud (Frankreich)
  • TCG Awards: 13 Kategorien, erstmals verliehen
  • Termin 2027: 21. bis 24. Oktober

Was wir davon halten

Dass eine Messe, die im vierten Jahr in Folge ihre eigenen Rekorde bricht, am Ende restlos ausverkauft war, überrascht niemanden mehr. Interessanter finden wir, wie sehr sich das Drumherum professionalisiert: Mit den TCG Awards bekommt eine ganze Branche innerhalb der Messe ihren eigenen Preis, und mit „Essen spielt!“ verlässt das Event zum ersten Mal spürbar die Hallen und sucht sich Orte in der Stadt. Ob daraus 2027 ein fester Programmpunkt wird, wie der Merz Verlag andeutet, werden wir dann sehen.

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Greylune: William Attias Spyrium-Neuauflage zur SPIEL Essen

25. Oktober 2026 um 11:09
Greylune: William Attias Spyrium-Neuauflage zur SPIEL Essen

Am letzten Tag der SPIEL Essen 2026 feiert Greylune sein Messe-Debüt, und der Name dahinter sorgt für Aufmerksamkeit: William Attia, Designer des Worker-Placement-Klassikers Caylus, meldet sich mit seinem ersten großen neuen Titel seit Jahren zurück. Ganz neu ist die Idee dahinter allerdings nicht: Greylune ist laut BGG und mehreren französischen Fachmedien eine Neuimplementierung seines eigenen Spiels Spyrium von 2013, neu thematisiert statt komplett neu erfunden.

Platzieren, dann abrufen: die Dutch-Priority-Auktion

Attias Grundidee bleibt laut TabletopSentinel erhalten: Figuren werden nicht auf, sondern zwischen Karten platziert, abgerufen wird in einer zweiten Phase per Dutch-Priority-Auktion, dazu kommen Event-Karten. Konkret läuft das laut LudoVox so: In der ersten Phase platzieren die Spielenden abwechselnd ihre Dorfbewohner im neun Karten umfassenden Dorf, immer zwischen zwei Karten. In der zweiten Phase kannst du Figuren abrufen und dabei wählen, entweder Geld in Höhe der um die Karte stehenden Figuren einzustreichen, oder die Karte zu kaufen, dann wird sie um dieselbe Zahl teurer. Je mehr Personen also um dieselbe Karte herumstehen, desto größer die direkte Konkurrenz um sie, verdeckte Gebote oder Chips sind dabei nicht im Spiel, alles läuft über sichtbar platzierte Holzfiguren. Jede Person wechselt zudem individuell und asynchron zwischen den Phasen, wer länger platziert, riskiert, dass die besten Karten inzwischen teurer oder vergeben sind, ein Timing-Risiko statt echtem Zufall. Wie sich diese Dynamik mit zwei gegenüber vier Spielenden verändert, sagt keine der vorliegenden Quellen. Ob sich Spielerfarben, Ressourcen und die neuen Gefährten- und Ausrüstungskarten am Tisch nur über Farbe oder zusätzlich über Symbol und Form unterscheiden, und ob die Event- und Quest-Karten eher text- oder symbolbasiert sind, sagt ebenfalls keine Quelle, gerade bei fehlender deutscher Fassung wäre das eine relevante Information.

Neues Thema, altbekanntes Fundament

Gegenüber Spyrium verschiebt sich laut TabletopSentinel der Schwerpunkt: „Spyrium experimented with workers placed between cards rather than directly on them. Greylune develops that idea further by making the timing of worker withdrawal just as important as the initial placement.“ Thematisch ist der Sprung dagegen groß, aus dem steampunk-britischen Erzabbau wird eine mittelalterliche Fantasy-Stadt, in der du Gefährten rekrutierst, Ausrüstung sammelst und Quests abschließt. Illustriert haben Ulric Maes und David Sitbon, verlegt wird das Spiel von Sorry We Are French (französische Ausgabe) und Pandasaurus Games (englische Ausgabe). Eine Partie dauert laut BGG 45 bis 90 Minuten, gespielt wird zu zweit bis zu viert, einen Solo-Modus gibt es nicht.

Neu oder Neuauflage?

Die Einordnung ist nicht nur Wortklauberei. BGG führt Greylune und Spyrium wechselseitig als „Implementation“ des jeweils anderen Spiels, und die französische Fachpresse ist deutlicher: LudoVox nennt Greylune wörtlich „une implémentation et une rethématisation“ von Spyrium, eine Neuimplementierung mit neuer Thematik, kein einfacher Nachdruck, aber auch kein eigenständig neu erfundenes Spiel. Beim Regelgewicht bleibt sich Attia dabei treu: BGG verzeichnet für Greylune 2,94 von 5, für Spyrium 2,91, praktisch identisch. Für die Einordnung heißt das: Attia kehrt mit Greylune zum Worker-Placement-Genre zurück, aber auf dem mechanischen Fundament seines eigenen Spiels von vor über zehn Jahren, nicht mit einer komplett neuen Konstruktion.

Greylune: William Attias Spyrium-Neuauflage zur SPIEL Essen

Eckdaten zu Greylune

  • Spielerzahl: 2 bis 4
  • Spielzeit: 45 bis 90 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Regelgewicht: 2,94 von 5 (laut BGG, Spyrium zum Vergleich 2,91)
  • Designer: William Attia (auch Caylus, Spyrium)
  • Illustration: Ulric Maes, David Sitbon
  • Verlag: Sorry We Are French (französische Ausgabe), Pandasaurus Games (englische Ausgabe)
  • Preis: rund 25,50 Euro (französische Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 25.10.2026)
  • Erscheinungsdatum: 16.10.2026 (französische Ausgabe)
  • Deutsche Lokalisierung: bislang nicht angekündigt

Lohnt sich das?

Für Vielspieler, die Caylus oder Spyrium schätzen, ist Greylune ein naheliegender Essen-Fund: Das Worker-Placement-Fundament ist erprobt, das neue Fantasy-Thema samt Quests und Gefährten wirkt griffiger als Spyriums abstrakter Erzhandel. Dass hier eher eine durchdachte Neuauflage als ein komplett neues Design steckt, ist für uns kein Minuspunkt, Attia hat mit Spyrium bereits ein respektiertes Gerüst gebaut. Die rund 25,50 Euro der französischen Ausgabe liegen vergleichsweise niedrig für diese Gewichtsklasse, ob das für einen schlankeren Komponentenumfang gegenüber Caylus oder Spyrium steht, sagt keine unserer Quellen, ebenso wenig wie zur Zahl der Event- und Quest-Karten und damit zum Wiederspielwert. Enttäuschend bleibt, dass es weiterhin keine deutsche Fassung gibt, wer nicht zumindest Englisch liest, muss sich wie bei Spyrium gedulden.

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Kalypso: Pegasus bringt das Hotness-Spiel auf Deutsch

24. Oktober 2026 um 12:17
Kalypso: Pegasus bringt das Hotness-Spiel auf Deutsch

Während sich in Essen die letzten Besucherinnen und Besucher durch die Halle schieben, hat Pegasus Spiele mit Kalypso einen Treffer gelandet: Seit dem 21.10.2026 steht das Siedlungsbau-Spiel für 54,99 Euro auf Deutsch im Handel, und bei unserem eigenen Check der BGG-Hotness-Liste belegt es heute, am 24.10.2026, Platz 5, einen Tag vor Messeschluss.

Siedlungsbau in einer ertrunkenen Welt

Im Kern ist Kalypso ein Tile-Placement-Spiel: Du baust aus Treibgut eine schwimmende Stadt, bevor dir Wetter und Konkurrenz davonlaufen. Die Erdoberfläche ist im Wasser versunken, Überlebende bauen schwimmende Siedlungen aus dem, was sie finden. Jede Runde ziehen die Spielenden laut Pegasus verschiedenes Material aus einem Strudel und legen es strategisch auf ihrem Meeresplan an, wer geschickt verkettet, schaltet zusätzliche Funktionen frei. Ungewöhnlich fürs Genre: Siedlungen wachsen laut Pegasus über mehrere Ebenen auf der Meeresoberfläche statt nur in die Fläche, das unterscheidet Kalypso von vielen Tile-Placement-Nachbarn mit reinem Flächenwachstum. Ob sich die Treibgut-Plättchen am Tisch nur über Farbe oder zusätzlich über Symbol und Form unterscheiden, wie groß das Raster beim Verketten tatsächlich wird, und ob Wetterereignisse und modulare Ziele über Symbole oder Text laufen, sagt keine der vorliegenden Quellen. Mehrspielerpartien laufen laut Tabletopping als Select-and-Pass-Draft, derselbe BGG-Mechanik-Tag „Closed Drafting“ wie bei 7 Wonders: Du wählst ein Plättchen aus dem Strudel vor dir und baust es ein, danach reichen alle ihren Strudel einmal am Tisch weiter. Über mehrere Runden wird so jeder Strudel von mehreren Personen durchsucht, bevor er wieder bei dir landet, die Auswahl schrumpft entsprechend, eine Dynamik, die gegen geübtere Mitspielende schnell frustrieren kann. Dazu kommen Wetterereignisse, modulare Ziele und ein steigender Schwierigkeitsgrad, gespielt wird solo, kooperativ oder kompetitiv.

Designer ist Gilles Turbide, die Illustration stammt laut BGG von Amelia Sales. Zu Turbides beruflichem Hintergrund oder früheren Spielen liegt keine zuverlässig bestätigte Quelle vor. International ist das Spiel über mehrere Verlage parallel im Umlauf (Inside Up Games, Holysword Games, Yellowstar Games), ursprünglich finanziert über eine Kickstarter-Kampagne, bevor Pegasus die deutsche Lizenz übernahm.

Solo ohne Strudel-Phase

Der Solo-Modus geht laut einer Rezension von Tabletopping darüber hinaus, bloß auch allein spielbar zu sein: Er überspringt die Strudel-Phase, stattdessen werden pro Zug zwei Treibgut-Plättchen gezogen und eines davon ausgewählt, der Rest der Partie läuft wie zu mehreren. Pegasus selbst beschreibt zusätzlich nur, dass sich mehrere Schwierigkeitsgrade einstellen lassen, eine genauere Abstufung nennt der Verlag nicht.

Kalypso: Pegasus bringt das Hotness-Spiel auf Deutsch

Eckdaten zu Kalypso

  • Spielerzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: 40 bis 60 Minuten (laut Pegasus, deutsche Ausgabe)
  • Alter: ab 10 Jahren (laut Pegasus, deutsche Ausgabe)
  • Designer: Gilles Turbide, Illustration: Amelia Sales
  • Verlag: Pegasus Spiele (deutsche Ausgabe), Inside Up Games, Holysword Games und Yellowstar Games (internationale Ausgaben)
  • Regelgewicht: 2,0 von 5 (laut BGG)
  • Preis: 54,99 Euro (Pegasus, Stand: 24.10.2026)
  • Erscheinungsdatum: 21.10.2026 (deutsche Ausgabe)
  • BGG-Hotness: Platz 5 (Stand: 24.10.2026, eigener Check, während der laufenden SPIEL Essen 2026)

Zwei Zahlen, zwei Angaben

Auffällig: Die internationale BGG-Auflistung nennt für Kalypso 45 bis 60 Minuten Spielzeit und eine Altersfreigabe ab 14 Jahren, Pegasus setzt die deutsche Ausgabe dagegen auf 40 bis 60 Minuten und ab 10 Jahren. Eine Begründung für die abweichende Einschätzung nennt keine der beiden Seiten. Wie oben beschrieben, bekommt im kompetitiven Modus mit der Zeit nicht mehr jede Person, was sie will, weil die Strudel über mehrere Runden durchsucht weiterwandern, und genau das macht den Unterschied zwischen 10 und 14 Jahren praktisch relevant, nicht nur auf dem Papier. Zu weiteren Unterschieden zwischen der deutschen Ausgabe und der ursprünglichen Kickstarter-Fassung, etwa bei Material oder Kartensprache, äußern sich weder Pegasus noch die internationalen Verlage öffentlich.

Lohnt sich das?

Für Familien- und Kennerrunden, die mit Regelgewicht 2,0 gut zurechtkommen und die Flexibilität zwischen solo, kooperativ und kompetitiv schätzen, ist Kalypso ein naheliegender Griff auf dem Essen-Heimweg. Zur Haptik äußert sich Tabletopping konkret: Die Ozean-Spielpläne und Treibgut-Plättchen tragen laut Rezension eine „HoldFast“-Beschichtung mit stoffartiger Textur, die verhindert, dass Teile beim Hantieren verrutschen, dem Rezensenten persönlich gefällt das Gefühl aber nicht besonders. Für die 54,99 Euro bekommst du drei Spielmodi und einen über mehrere Ebenen wachsenden Spielplan, laut Tabletopping ändert sich das Spiel von Partie zu Partie allerdings nicht grundlegend: Wechselnde Vorhersagen, Siedlungsziele und gezogene Plättchen sorgen für andere Probleme, das Grundpuzzle bleibt aber vertraut. Bei der Altersfreigabe würden wir uns an der höheren internationalen Angabe von 14 Jahren orientieren, bis Pegasus seine niedrigere Einschätzung näher begründet.

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Nemesis: Legacy knackt 7-Millionen-Euro-Marke auf Gamefound

24. Oktober 2026 um 11:53
Nemesis: Legacy knackt 7-Millionen-Euro-Marke auf Gamefound

Rekorde bei Gamefound sind in diesem Jahr fast schon Alltag, aber Nemesis: Legacy sprengt den Rahmen noch einmal deutlich: Bei unserem eigenen Check am 24.10.2026 steht die Kampagne von Awaken Realms bei 7.449.235,25 Euro, eingesammelt von 20.436 Unterstützenden, das sind 14.898 Prozent des 50.000-Euro-Ziels. Noch vor einer Woche hatte die britische Fachpresse bei godisageek rund 5,7 Millionen Euro und das 114-Fache des Ziels vermeldet, seitdem sind über eine Million Euro dazugekommen. Besonders knapp wird es jetzt beim Zeitfenster: Die Kampagne auf Gamefound endet bereits am 27.10.2026 um 19:00 Uhr UTC, also in drei Tagen.

Legacy im Nemesis-Universum

Nemesis: Legacy ist die erste echte Kampagnen-Erweiterung im Nemesis-Universum. Die Grundmechanik stammt von Adam Kwapiński und baut auf der Engine von Nemesis: Retaliation auf, das Legacy- und Kampagnendesign liefern Rob Daviau (Pandemic Legacy, Risk Legacy, Betrayal Legacy) und Jaime Barriga. Trotz der gemeinsamen Engine ist Legacy laut BGG-Beschreibung ein eigenständiges Spiel, Retaliation-Erfahrung ist also keine Voraussetzung. Über eine Serie verbundener Szenarien treffen 1 bis 5 Spielende Entscheidungen mit permanenten Konsequenzen. Das Kernthema bringt die offizielle Beschreibung so auf den Punkt: Riskierst du es, Fremden im Moment größter Not zu vertrauen, oder verhindert deine Paranoia jede Zusammenarbeit, schließlich teilt kein Mensch dieselben Hoffnungen. Ob daraus ein festes verdecktes Rollensystem wird oder die Spannung rein narrativ bleibt, sagt die Kampagnenseite nicht. Ein Recharge-Pack erlaubt laut Verlag einen zweiten Durchlauf mit anderem Ausgang, neue Charaktere und Gegner sollen sich laut BGG-Beschreibung auch in normale Retaliation-Partien einbauen lassen. Wie die permanenten Konsequenzen technisch umgesetzt werden, ob über Sticker, zerrissene Karten oder versiegelte Boxen, wie bei anderen Legacy-Spielen üblich, verrät die Kampagnenseite nicht.

Eine einzelne Partie dauert laut Verlag 120 bis 180 Minuten. Wie viele Partien die gesamte Kampagne umfasst und wie sich das Spiel zu zweit gegenüber zu fünft schlägt, führt die Kampagnenseite nicht aus, auch die BGG-Community hat dazu noch keine Einschätzung abgegeben. Wie genau sich die Kampagne solo spielt, bleibt ebenfalls offen, der BGG-Eintrag nennt lediglich 1 Person als Minimum. Den Kampagnenstart hatten wir in der Crowdfunding-Wochenschau KW 42 bereits kurz erwähnt, die Rekordsumme und das nahende Ende sind jetzt ein eigener Anlass.

Neue Klassen, neue Gegner, eine App

Statt Geld-Stretch-Goals schaltet Awaken Realms hier fast täglich ein neues Ziel frei: Zwölf von dreizehn angekündigten Zielen sind bereits freigeschaltet, eines steht zum Zeitpunkt dieses Artikels noch aus. Mechanisch zählen dazu drei neue, spielbare Figuren (The Scope, Techie, Xeno-Hunter) und ein neuer Gegnertyp der Evolved Carnomorphs samt Varianten, laut Kampagnenseite als Miniatur in der Special Edition und als Standee in der Standard Edition, dazu zusätzliche Karten für den Infinity-Modus. Ob sich die neuen Figuren und Gegnertypen am Tisch nur über Farbe oder zusätzlich über Symbole unterscheiden, sagt die Kampagnenseite nicht, ebenso wenig zu Schriftgröße oder Kontrast der neuen Karten, das Material dort ist überwiegend bildbasiert präsentiert. Eher Bonus sind eine optionale Begleit-App mit gesprochener Story und ein zweiter, von der Community gewählter Miniaturen-Sculpt für bereits freigeschaltete Gegner.

Nemesis: Legacy knackt 7-Millionen-Euro-Marke auf Gamefound
Die Nemesis-Legacy-Core-Pledge aus der laufenden Gamefound-Kampagne von Awaken Realms.

Eckdaten zu Nemesis: Legacy

  • Spielerzahl: 1 bis 5
  • Spielzeit: 120 bis 180 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Designer: Adam Kwapiński (Spielsystem), Rob Daviau und Jaime Barriga (Legacy- und Kampagnendesign)
  • Verlag: Awaken Realms
  • Plattform: Gamefound, Kampagnenende 27.10.2026, 19:00 Uhr UTC
  • Preis: Core Pledge ab 89 Euro, Special Edition 129 Euro, Collector's Pledge 205 Euro, bis zur Ultimate Pledge für 1.350 Euro, jeweils zuzüglich Versand (Stand: 24.10.2026)
  • Kampagnenstand: 7.449.235,25 Euro von 50.000 Euro Ziel, 20.436 Unterstützende, 14.898 Prozent (Stand: 24.10.2026, eigener Gamefound-Check)
  • Liefertermin: Laut Pledge-Beschreibung gibt es eine „Single Shipping“-Option für alles in einer Lieferung, daneben offenbar eine gestaffelte Standardlieferung, für keine der beiden nennt die Kampagnenseite ein konkretes Datum

Was vor dem Pledge noch offen ist

Für deutsche Unterstützende bleiben zwei Fragen unbeantwortet. Erstens die Lokalisierung: Die Kampagnenseite nennt für Nemesis: Legacy bislang keine deutsche Sprachversion. Der Vorgänger Nemesis: Retaliation läuft laut unserem eigenen Artikel vom 6. Oktober über Asmodee Deutschland, aber eben erst im regulären Handel, eine Garantie für Legacy ist das nicht. Zweitens die Lieferbilanz der eigenen Kampagne: Zur Zuverlässigkeit früherer Awaken-Realms-Lieferungen bei fremdsprachigen Fassungen äußert sich die Kampagnenseite selbst nicht. Zu Zoll oder Versandkosten aus dem polnischen Awaken-Realms-Lager in Wrocław äußert sich die Kampagnenseite ebenfalls nicht konkret.

Lohnt sich das?

Für eingefleischte Nemesis-Fans, die den Legacy-Nervenkitzel von Pandemic oder Risk Legacy im eigenen Horror-Universum erleben wollen, ist das Angebot kaum zu toppen. Ob Nemesis: Legacy wie der Vorgänger später auch regulär im Handel landet, ist offen, bei Retaliation kam die deutsche Handelsversion über Asmodee erst, nachdem die Kampagne längst abgeschlossen war. Bei nur noch drei Tagen Restlaufzeit bleibt zudem keine Zeit, auf Testberichte zu warten, und wer schon einmal auf ein Awaken-Realms-Paket gewartet hat, kalkuliert besser mit mehr Geduld, als die Kampagnenseite verspricht.

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SPIEL Essen 2026: Rekordzahlen und Deutscher Spiele Preis

21. Oktober 2026 um 18:56
SPIEL Essen 2026: Rekordzahlen und Deutscher Spiele Preis

230.000 erwartete Besucherinnen und Besucher, 997 Aussteller aus 53 Nationen, erstmals alle acht Hallen der Messe Essen bespielt: Der Merz Verlag hat die SPIEL Essen 2026 heute, am Mittwoch, auf seiner Pressekonferenz offiziell zur bisher größten Ausgabe der Messe erklärt. Wir waren mit Presseakkreditierung vor Ort und haben die Unterlagen direkt von der Bühne mitgebracht. Zur gleichen Pressekonferenz verkündete die Jury den Deutschen Spiele Preis 2026, und der Spieleverlage e.V. legte frische Zahlen zum deutschen Brettspielmarkt vor.

Besucherrekord und erstmals acht Hallen

Präsentiert wurde die Bilanz von Geschäftsführerin Carol Rapp und Kommunikationsdirektor Robin de Cleur. Die Kernzahl: Für 2026 rechnet der Merz Verlag mit 230.000 Besuchenden, ein Plus von 10.000 gegenüber dem Vorjahr (2025: 220.000). Stand Mittwochmorgen waren die Tickets für Donnerstag, Freitag und Samstag bereits komplett ausverkauft, der Sonntag war auf dem Weg dahin. Der Merz Verlag reiht das bereits in eine Serie von Rekordjahren ein: Es wäre die vierte SPIEL Essen in Folge, die als größte Ausgabe aller Zeiten gilt, gemessen an Fläche und Neuheiten.

Neu in diesem Jahr: Halle 8, bisher reine Wartehalle, wird erstmals regulär bespielt, damit sind alle acht Hallen der Messe Essen belegt. Insgesamt wächst die Ausstellungsfläche auf 81.200 Quadratmeter in acht Hallen plus Galeria, ein Plus von 4,8% gegenüber 2025, und ist komplett ausverkauft. Die Hallenstruktur bleibt nach Kategorien sortiert (Familienspiele, Kenner- und Expertenspiele, Miniaturen/Rollenspiele/Sammelkartenspiele), Trading Card Games bekommen in Halle 5 einen eigenen großen Bereich.

997 Aussteller aus 53 Nationen

Zur Messe kommen 997 Aussteller aus 53 Nationen von fünf Kontinenten, 2025 waren es 948 Aussteller aus 50 Nationen. Unter den Top-5-Ausstellerländern liegt Deutschland mit 285 Ausstellern weit vorn, gefolgt von den USA (102), Frankreich (54), China (47) und Polen (42). Neu vertreten sind in diesem Jahr Argentinien, Indonesien, Island, Kuwait und die Slowakei.

SPIEL Essen 2026: Rekordzahlen und Deutscher Spiele Preis

Diese Eckdaten, Besucherzahl, Ausstellerzahl und Flächenwachstum, decken sich mit dem, was am Mittwoch auch andere Medien von der Pressekonferenz berichteten, etwa die Brettspielbox.

1.885 Neuheiten: Popkultur und Cozy Games

Zur SPIEL Essen 2026 sind 1.885 Neuheiten gemeldet, ein Plus von 9,6% gegenüber dem Vorjahr. Auf der Neuheitenschau für Medien und Verlagsvertretung werden davon 1.023 Titel gezeigt, 11% mehr als 2025. Als Trends in den Neuerscheinungen nennt der Merz Verlag zum einen Popkultur, Lizenzen und bekannte IPs, von Batman über Minecraft und Dungeons & Dragons bis zu Fourth Wing und Cyberpunk: Edgerunners, zum anderen Natur, Ökologie und sogenannte Cozy Games.

SPIEL Essen 2026: Rekordzahlen und Deutscher Spiele Preis

Deutscher Spiele Preis 2026: die Platzierungen

Direkt im Anschluss an die Messezahlen verkündeten Carol Rapp und der neue SPIEL-Botschafter Peter Mohrbacher die finalen Platzierungen des Deutschen Spiele Preises 2026. Die alphabetische Top-10-Liste der Finalisten stand bereits seit dem 1. September fest, wie wir berichtet haben, die konkrete Rangfolge gab es jedoch erst heute auf der Pressekonferenz:

SPIEL Essen 2026: Rekordzahlen und Deutscher Spiele Preis
  1. Platz: Artengarten (Feuerland, Autor Mathias Wigge), ein Zoo-Aufbauspiel mit Tile-Placement
  2. Platz: Boss Fighters QR (Pegasus Spiele, Autoren Michael Palm und Lukas Zach), ein kooperativer Deckbuilder, bei dem eine App die Bosse per eingescanntem QR-Code dynamisch steuert, kein Gimmick, sondern der zentrale Mechanismus
  3. Platz: Galactic Cruise (PD-Verlag, Autoren T. K. King, Dennis Northcott und Koltin Thompson), ein komplexes Worker-Placement-Expertenspiel um Bau und Betrieb von Raumkreuzfahrtschiffen

Bestes Kinderspiel: Toriki: Eine Insel voller Abenteuer (Mirakulus, Autor Wojciech Grajkowski)

Für Feuerland und Autor Mathias Wigge ist es nach Arche Nova 2022 der zweite Sieg beim Deutschen Spiele Preis. Artengarten trägt im Untertitel „Ein Arche Nova-Spiel“ und übernimmt dessen Thema, den Bau eines modernen, wissenschaftlich geführten Zoos mit Artenschutz-Projekten, in vereinfachter Form und mit kürzerer Spielzeit: Arche Nova braucht 90 bis 150 Minuten, Artengarten kommt laut Feuerland mit 20 Minuten pro Person aus, in Fünferrunde also rund 100 Minuten, zu zweit nur 40.

Eckdaten zu Artengarten

  • Spielerzahl: 1 bis 5
  • Spielzeit: 20 Minuten pro Person
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Designer: Mathias Wigge
  • Verlag: Feuerland
  • Preis: 49,90 Euro (UVP, Stand 21.10.2026)

Neue Programmpunkte: von Lasertag bis TCG Awards

Das Rahmenprogramm wächst mit der Messe. Neuer SPIEL-Botschafter ist der US-Illustrator Peter Mohrbacher, bekannt für seine Spielewelt Angelarium, das Botschafter-Programm läuft seit 2024 mit dem Metal-Musiker Alea von Saltatio Mortis als erstem Amtsträger. Der Bemalwettbewerb Golden Demon von Games Workshop bleibt mit der Verleihung des Slayer Sword am Sonntag und über 1.000 bewerteten Miniaturen fester Bestandteil, neu hinzu kommt im Saal Europa erstmals Lasertag von Games Workshop im Format 12 gegen 12.

Ebenfalls neu sind die TCG Awards, verliehen von CSL, Hana Entertainment und der SPIEL selbst, nach Angaben der Veranstalter der erste umfassende Branchenpreis für die TCG-Industrie, in neun Kategorien, drei davon juryprämiert, der Rest per Community-Voting plus ein Spieler-Leistungspreis. Asmodee veranstaltet am Donnerstagabend in der Grugahalle ein „Werwölfe von Düsterwald“-Event mit den Rocketbeans-Streamern live auf der Bühne. Dazu kommen die Stadtaktion „Essen spielt!“ mit Spieleabenden an besonderen Locations und Rabatten für Ticketinhaber, eine Kooperation mit dem Ruhr Museum für einen Spieletag zur Eiszeit-Sonderausstellung am 8. November auf Zeche Zollverein, und auf der organisatorischen Seite ein neuer B2B-Matchmaking-Bereich: Laut Merz Verlag wurde die SPIEL-App über 70.000 Mal heruntergeladen, das neue B2B-Tool hat bereits über 600 registrierte Nutzende.

Der deutsche Markt wächst schneller als der Rest der Branche

Im selben Termin legte der Spieleverlage e.V., Fachgruppe im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI), die Ergebnisse seines jährlichen Board Games INDEX (BGI) vor, einer Verlagsumfrage mit 49% Beteiligung, durchgeführt zwischen dem 28. September und 9. Oktober 2026. Die Kernzahl laut dieser Verbandsumfrage unter den eigenen Mitgliedern: Die Warengruppe Spiele und Puzzle wuchs in den ersten neun Monaten 2026 um 8%, während der Gesamt-Spielwarenmarkt nur um 3% zulegte. Innerhalb der Warengruppe sticht ein Segment besonders heraus, laut Marktforschungsinstitut Circana legten Strategic Trading Cards um 17% zu, während die Adult Games um mehr als 20% wuchsen, mitgetragen von einem Musik-Partyspiel. 69% der befragten Verlage halten die Zielgruppe der „Kidults“, erwachsene Spielerinnen und Spieler mit nostalgischem oder sammlerischem Interesse, für groß bis sehr groß bedeutsam für die Zukunft der Branche.

Zitate von der Pressekonferenz: Hutter und Stempfle

Hermann Hutter, Vorstandsvorsitzender des Spieleverlage e.V., ordnete die Zahlen beim Pressetermin selbst ein: „Mit der Pandemie vor 6 Jahren erlebte unsere Branche einen beispiellosen Hype, der in dieser Dynamik nicht weitergehen konnte. Die Entwicklung der letzten beiden Jahre zeigt aber, dass der Trend zu Spielen ungebrochen ist und dass es der Branche gelungen ist, neue Zielgruppen anzusprechen. Der Trend könnte stärker sein, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland besser wären und der Verbraucher am Ende des Tages mehr Geld im Portemonnaie für Freizeitaktivitäten hätte.“ Circana-Marktforscher Joachim Stempfle ergänzte: „Im bisherigen Jahresverlauf präsentiert sich die Kategorie Games & Puzzle als einer der Top-Umsatztreiber. Allein die Adult Games wuchsen in den ersten drei Quartalen, natürlich auch befeuert durch ein Musik-Partyspiel, um mehr als 20%, während die seit ein paar Jahren wachsenden Strategic Trading Cards ein Plus von 17% erzielen konnten.“

Bürokratie als Bremse, Fachhandel als Konstante

Als Belastungsfaktor nennen die Verlage vor allem Bürokratie, 94% sehen die bisherigen Reformen als unzureichend an, konkret genannt wird die seit dem 12. August 2026 geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Trotzdem investieren die Verlage weiter, in internationale Expansion (50%) und neue Spiele (44%), und 86% rechnen mit einem stabilen bis besseren Weihnachtsgeschäft. Der stationäre Fachhandel bleibt dabei zentral: 94% der Verlage nennen persönliche Beratung, 78% die Sichtbarkeit von Neuheiten als dessen wichtigste Funktion, und 78% der Verlage messen der SPIEL Essen selbst große bis sehr große Bedeutung für das Jahresendgeschäft bei.

Was wir davon halten

Eine Messe, die im vierten Jahr in Folge ihre eigenen Rekorde bricht, ist für sich genommen noch keine Geschichte, Wachstum gehört zur SPIEL-Essen-Dramaturgie der letzten Jahre. Spannender finden wir, dass der deutsche Brettspielmarkt laut Spieleverlage e.V. schneller wächst als der Spielwarenmarkt insgesamt, getragen von Trading Cards und erwachsenen Spielerinnen und Spielern, nicht von Kinderprodukten. Dass Hermann Hutter dabei offen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland als Bremse benennt, nehmen wir als ehrlicheren Ton wahr als die reine Rekordmeldung. Für den Deutschen Spiele Preis gilt: Mit Artengarten gewinnt die vereinfachte, kürzere Variante von Arche Nova, wer die Zoo-Formel schon mag, aber den großen Bruder zu komplex fand, wird hier fündig.

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Ordinary Magic: Unstable Games startet neues Studio-Label

20. Oktober 2026 um 19:35
Ordinary Magic: Unstable Games startet neues Studio-Label

Unstable Games, bekannt für Unstable Unicorns, Here to Slay und Twisted Cryptids, hat heute, am 20. Oktober 2026 um 17 Uhr UTC, die Gamefound-Kampagne „Ordinary Magic“ gestartet. Dahinter steckt mehr als drei neue Spiele: Ordinary Magic ist laut einer unabhängigen Vorschau von BoardGameWire ein komplett neues, eigenständiges Studio-Label, das Unstable Games eigens für Designerin Marceline Leiman gegründet hat. Das Ziel von 30.000 US-Dollar war laut Gamefound-Statistik bereits nach rund acht Minuten erreicht. Stand unseres letzten Abrufs, wenige Stunden nach Kampagnenstart, liegen 545 Unterstützende bei zusammen 82.987,93 US-Dollar, rund 277 Prozent des Ziels, Tag 1 von geplanten 21 Tagen Laufzeit bis zum 10. November 2026.

Ein Studio nur für eine Designerin

„Every single game that comes out of Ordinary Magic is a design of mine. I am the designer of each of the games coming from the studio“, sagt Leiman laut BoardGameWire selbst. Die Vorgeschichte hat eine Volte: Als Underdog Games im April 2025 wegen der US-Zollpolitik fast die gesamte Belegschaft entlassen musste, traf es auch Leiman und Underdog-Präsident Nick Bentley. Beide wollten laut Leiman zunächst gemeinsam ein neues Studio gründen („We both were fully intending to start up a new studio“), Unstable Games brachte sie dafür zusammen, ursprünglich als „eine Art Inkubator-Programm“. Erst als Bentley ausstieg und inzwischen Director of Game Design bei Taco Cat Games ist, wurde Leiman alleinige Studioleiterin. Nach unserer Recherche ist das die erste Partnerschaft dieser Form für Unstable Games: ein von einer externen Designerin geleitetes eigenes Label statt eines einzelnen Auftragsspiels wie zuvor bei Twisted Cryptids (Design: Ramy Badie). Die Kampagne bewirbt Leiman als „award-winning game designer“, das lässt sich auch belegen, nur präziser: Sie gewann 2025 das Diana-Jones-Emerging-Designer-Programm, laut dessen eigener Programmbeschreibung eine Nachwuchsförderung für aufstrebende Designer:innen aus unterrepräsentierten Gruppen, keinen Spielpreis für ein konkretes Spiel. Zu ihren bisherigen Designs zählen laut eigener Website unter anderem High Tide, Dino Racer und das bei Clarkson Potter erscheinende Wednesday: Friend or Woe.

Ordinary Magic: Unstable Games startet neues Studio-Label

The Curious Little Bookshop

In The Curious Little Bookshop ersteigern 2 bis 5 Spielende mit eigenem Einfluss Bücher und ordnen sie nach Genre und Farbe auf dem Staff-Picks-Regal, verraten dabei aber am besten nicht zu früh, worauf das eigene verdeckte Ziel hinausläuft. Die Sortierung läuft laut Kampagnenbeschreibung über zwei Kriterien, Genre und Farbe, nicht über Farbe allein, ob Genres zusätzlich mit Symbolen oder nur als Text erkennbar sind, sagt die Kampagnenseite nicht. Ob eine Auktion mit verdecktem Ziel bei der angegebenen Altersfreigabe ab 8 Jahren wirklich schon trägt, muss sich in der Praxis erst zeigen, uns wirkt das anspruchsvoller als die beiden anderen Titel.

Eckdaten zu The Curious Little Bookshop

  • Spielerzahl: 2 bis 5
  • Spielzeit: 30 bis 45 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Mechanik: Auktion, Drafting, Pattern Building, verdecktes Ziel
Ordinary Magic: Unstable Games startet neues Studio-Label

Lifted Spirits

In Lifted Spirits arbeiten 2 bis 4 Spielende als Hotelpagen in einem spukigen Nobelhotel, lenken gemeinsam den Fahrstuhl und draften Gäste, um sie möglichst effizient zu ihren Stockwerken zu bringen und zum „Imployee of the Month“ zu werden. Wie textlastig die Gästekarten dabei ausfallen, nennt keine der geprüften Quellen.

Eckdaten zu Lifted Spirits

  • Spielerzahl: 2 bis 4 (eine BGG-Vorschau führt abweichend 2 bis 5, die Kampagnenseite selbst nennt 2 bis 4)
  • Spielzeit: 30 bis 45 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Mechanik: Drafting, Handkartenmanagement, gemeinsame Fahrstuhlsteuerung
Ordinary Magic: Unstable Games startet neues Studio-Label

Happy Heart Cafe

In Happy Heart Cafe arbeiten 1 bis 4 Spielende kooperativ an fünf Stationen, brauen Kaffee, backen Gebäck und bedienen Gäste, bevor deren Geduld reißt, mit echtem Solo-Modus für alle, die lieber allein hinter dem Tresen stehen. Für die Aktionen gibt es eigene „Skills“ mit je einer Sofort- und einer Sequenz-Wirkung, laut Beschreibung ein System mit mehreren Ebenen, ob dafür eine separate Referenzkarte nötig ist oder alles auf den Karten selbst erklärt wird, bleibt in den verfügbaren Quellen offen.

Eckdaten zu Happy Heart Cafe

  • Spielerzahl: 1 bis 4 (Solo-Modus bestätigt)
  • Spielzeit: 45 bis 60 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Mechanik: Kooperativ, Arbeiter-Einsatz, Würfeln, Tech-Tracks

Stretch Goals nach Kampagnentag statt Fördersumme

Ungewöhnlich für eine Crowdfunding-Kampagne: Alle vier bisher angekündigten Stretch Goals hängen laut Kampagnenseite nicht an einer Fördersumme, sondern am Kampagnentag, sie schalten sich automatisch frei, je länger die Kampagne läuft. Freigeschaltet ist bereits Tag 1: Holz-Token für alle drei Spiele (178 Stück). Tag 3 bringt Folienveredelung für die acht „Wild Book“-Karten in Bookshop, Tag 5 verbesserte Schiebetüren für den Fahrstuhl in Lifted Spirits, Tag 7 siebbedruckte Host- und Helfer-Meeples in Happy Heart Cafe. Mechanisch ändert sich an keinem der vier Ziele etwas, es sind reine Komponenten-Upgrades, keine neuen Karten, Regeln oder Inhalte.

Einzeln, im Bundle oder als Sammlerstück

Jedes der drei Spiele kostet einzeln 29 US-Dollar, das Dreier-Bundle aller Basisspiele 79 statt 87 US-Dollar. Wer mehr will, greift zum „Extraordinary Collector’s Set“ für 199 US-Dollar (gegen einen genannten Wert von 324 US-Dollar): Es bündelt alle drei Deluxe-Basisspiele mit Spielmatten für Happy Heart Cafe, einem Organizer-Board für Bookshop, Kartenhüllen für alle drei Titel und 18 Vinylfiguren. Auch hier gilt die gleiche Trennung wie bei den Stretch Goals: Einzelspiele und Bundle liefern das komplette Spielerlebnis, das Collector’s Set legt ausschließlich Komfort- und Sammlerextras obendrauf, keine zusätzlichen Spielinhalte.

Versand, Einfuhr und die Lieferbilanz von Unstable Games

Zu Versandkosten oder Einfuhrabgaben für Unterstützende in Deutschland sagt die frisch gestartete Kampagnenseite noch nichts Konkretes, solche Details reichen US-Verlage bei Gamefound erfahrungsgemäß erst später im Pledge Manager nach. Anders als zuletzt bei Kano aus Frankreich versendet Unstable Games aus St. Louis, Missouri. Zusätzliche Einfuhrkosten über die von Gamefound ohnehin abgerechnete EU-Mehrwertsteuer hinaus sind also wahrscheinlicher. Zur Lieferbilanz des Verlags lohnt ein Blick auf die letzte große Kampagne: Twisted Cryptids versprach die EU-Auslieferung ursprünglich für Ende September 2025, abgeschlossen wurde sie laut Projekt-Updates erst am 15. Dezember 2025, rund drei Monate später, unter anderem wegen einer über einen Monat im Zoll festsitzenden Lieferung in den Niederlanden und eines von einem Spediteur verlorenen Lkw mit US-Sendungen. Die aktuell laufende Kampagne Here to Slay: Dungeons verlängerte ihren Pledge-Manager-Zeitraum um rund einen Monat, laut Verlag ohne Folgen für die Liefertermine. Ein makelloser Trackrecord sieht anders aus, eine Garantie für Verzögerungen bei Ordinary Magic ist das trotzdem nicht.

Für wen das was ist

Spannend an Ordinary Magic ist für uns weniger das einzelne Spiel als die Konstruktion dahinter: Ein großer Verlag gründet ein Label exklusiv um eine einzelne Designerin herum, mit einer Entstehungsgeschichte, die direkt aus den Branchen-Entlassungen infolge der US-Zollpolitik 2025 kommt. Für den Einstieg lohnt sich eine Unterscheidung, die die drei Spiele selbst nicht machen: Happy Heart Cafe ist kooperativ und hat einen echten Solo-Modus, Bookshop und Lifted Spirits sind beide kompetitiv, wer zu zweit oder zu dritt unsicher ist, ob Konkurrenz oder Teamwork besser ankommt, fängt am besten bei Happy Heart Cafe an. Wer auf Deutsch wartet oder einen festen Liefertermin braucht, sollte ohnehin abwarten: Die Kampagnenseite nennt bislang keinen Termin, BGG führt alle drei Titel vorläufig für 2027, und eine deutsche Sprachversion ist nirgends angekündigt. Zu Kartengröße, Textdichte oder Kontrast auf dem Material schweigen sich alle drei Produktbeschreibungen ebenfalls aus. Wer die drei leichten, thematisch verwandten Spiele mag und mit Fremdsprache, US-Versand und der gemischten Lieferbilanz des Verlags klarkommt, bekommt mit dem Bundle für 79 US-Dollar den fairsten Einstieg, das Collector’s Set lohnt sich unserer Einschätzung nach nur für Komplettisten.

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Kano von Matagot: Verkaufsstart vor der Messe bleibt unklar

20. Oktober 2026 um 14:08
Kano von Matagot: Verkaufsstart vor der Messe bleibt unklar

Normalerweise ziehen Messe-Neuheiten erst mit oder nach der SPIEL Essen in den Handel, bei Kano von Matagot sollte es laut einer Vorschau von Tabletop Sentinel andersherum laufen: ein „expected retail release“ bereits zum 16. Oktober 2026, knapp eine Woche vor dem Messestart. Unser eigener Händlercheck, Stand 20. Oktober, zeigt aber ein uneinheitliches Bild statt eines bestätigten Verkaufsstarts.

Kano von Matagot: Verkaufsstart vor der Messe bleibt unklar

Wie Kano funktioniert

In Kano malt ihr zu zweit bis zu viert euer eigenes Emakimono, eine traditionelle japanische Bildrolle, indem ihr bunte Farbtöpfchen auf einem gemeinsamen Tableau einsammelt und auf eurem eigenen Tableau anordnet. Ihr dürft benachbarte Töpfchen auf der gemeinsamen Palette vertauschen, bevor ihr mindestens eines, bei gleicher Farbe in einer Reihe oder Spalte auch mehrere auf einmal, mitnehmt. Beim Ablegen fallen die Töpfchen laut Schwerkraftregel immer in das unterste freie Feld eurer Spalte, Planung ist also gefragt. Mehr als vier sichtbare Töpfchen auf dem eigenen Tableau sind zudem nicht erlaubt: Überzählige werden zu wertlosen Wolken-Plättchen. Ergänzt ihr ein Muster vollständig, wird daraus ein Kunstwerk-Plättchen, größere Werke bringen mehr Punkte, geheime Meisterwerk-Karten sogar zwölf Punkte auf einen Schlag. Dazu kommen wechselnde, für alle geltende Zielvorgaben, laut Materialliste 3 weiße und 5 rote Kartensätze davon, dazu 35 Farbtöpfchen und 138 Werk-Plättchen in der Schachtel, Zahlen, die für ein 30-Minuten-Spiel auf einiges an Variantenreichtum hindeuten. Das Spiel endet, sobald jemand sein Tableau komplett gefüllt hat, nach einer letzten Wertungsrunde gewinnt die höchste Punktzahl. Designer sind Pablo Jiménez (auf Matagots eigener Seite ohne Akzent als „Pablo Gimenez“ geführt) und Angel Pintero, die Illustration stammt von Jun Sato, Verlag ist Matagot. Die Mehrheit der Quellen nennt 2 bis 4 Spielende, BGG und Matagots eigenes Datenblatt führen zusätzlich die 1 in der Spanne, ob eine eigene Solo-Variante existiert, bleibt damit unklar. Bei der Spielzeit nennt ein Händler (philibertnet.com) abweichend 1 bis 2 Stunden, die Mehrheit der Quellen stützt aber 30 bis 40 Minuten.

Wer vor dem Kauf genauer wissen will, wie barrierefrei sich Kano am Tisch spielt, findet dazu in den verfügbaren Rezensionen und Herstellerangaben kaum etwas: Ob die Farbtöpfchen zusätzlich zur Farbe eine unterscheidbare Form oder ein Symbol tragen, bleibt ebenso offen wie Kontrast und Druckgröße der Muster auf dem eigenen Tableau, laut Materialliste von Matagot, Philibertnet und IPA Gameshop gibt es zwar vier Spielhilfen, also eine je Spielendem, ob die beim Nachhalten der gleichzeitig laufenden Zustände wirklich hilft, verrät aber keine der Quellen, und auch zur Größe oder Handhabung der kleinen Töpfchen schweigen sich Verlag und Rezensionen aus.

Ist Kano wirklich schon im Handel?

Ein klares Bild ergibt der Händlercheck nicht. Auf Matagots eigener Produktseite steht im Datenblatt ein nicht dazu passendes Erscheinungsdatum vom 3. November 2025, zum tatsächlichen Verkaufsstart äußert sich die Seite nicht. Das französische philibertnet.com zeigt einen Warenkorb-Button ohne Vorbestell-Kennzeichnung, ein weiterer Händler (ipa-gameshop.com) führt Kano als „in stock“, mit Versand ab dem 22. Oktober, also zum Messestart und nicht davor. Der deutsche Händler Milan-Spiele markiert den Titel dagegen ausdrücklich als „noch nicht lieferbar, Vorbestellung möglich“, und auch spieletastisch.de führt nur eine voraussichtliche Lieferung. Belegen lässt sich der vorgezogene Verkaufsstart aus der Tabletop-Sentinel-Vorschau damit nicht, am ehesten dürfte der reguläre Handel mit dem Messestart zusammenfallen statt ihm vorauszugehen.

Für deutsche Leser ist ohnehin etwas anderes entscheidend: Eine deutsche Ausgabe gibt es bislang nicht. Sowohl die Matagot-Produktseite als auch die genannten Händler führen Kano aktuell ausschließlich auf Englisch und Französisch, Stand 20. Oktober 2026. Ob die Zielvorgaben- und Meisterwerk-Karten dabei text- oder überwiegend bildbasiert sind, und damit, wie stark Sprachkenntnisse am Tisch wirklich gebraucht werden, lässt sich aus den verfügbaren Rezensionen nicht eindeutig klären. Wer vor der Messe zugreifen will, kauft also eine fremdsprachige Ausgabe, die französische liegt bei einem Händler aktuell bei 31,50 Euro, dazu kommt beim selben Händler laut eigener Versandseite ein Richtwert von rund 4 bis 5 Euro Standardversand ins EU-Ausland, ab einem Bestellwert von 90 Euro entfällt er.

Eckdaten zu Kano

  • Spielerzahl: 2 bis 4 (BGG/Matagot-Datenblatt nennen zusätzlich die 1, Solo-Variante unklar)
  • Spielzeit: 30 bis 40 Minuten (ein Händler nennt abweichend 1 bis 2 Stunden)
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Komplexität (BGG): 2,0 von 5
  • Designer: Pablo Jiménez (Matagot: „Pablo Gimenez“), Angel Pintero
  • Verlag: Matagot
  • Sprache: Englisch, Französisch, keine deutsche Ausgabe (Stand 20. Oktober 2026)
  • Preis: 31,50 Euro für die französische Ausgabe bei einem Händler, zzgl. rund 4 bis 5 Euro Standardversand (Stand 20. Oktober 2026)

Lohnt sich der Importkauf?

Die Kombination aus einer gemeinsamen Farbtopf-Palette mit Nachbartausch und einer Schwerkraft-Ablage im eigenen Tableau ist für ein Pattern-Building-Spiel ein ungewöhnlicher Kniff, der uns in dieser Form bei anderen Genre-Vertretern noch nicht begegnet ist, und genau das macht Kano für uns interessanter als der bloße Tuschemalerei-Anstrich. Mit einer BGG-Gewichtung von 2,0 von 5 und einer Altersfreigabe ab 12 bleiben die Regeln selbst überschaubar, Englisch- oder Französischkenntnisse auf Schulniveau sollten für Anleitung und Spielmaterial reichen, auch wenn sich das für die Karten im Detail nicht abschließend belegen lässt. Wer darauf warten will, bis eine deutsche Lokalisierung kommt, braucht nach aktuellem Stand Geduld: Weder Matagot noch ein deutscher Vertriebspartner haben dazu bisher etwas angekündigt. Für alle anderen, die Fremdsprachen und einen überschaubaren Versandaufschlag nicht scheuen, ist Kano für uns schon jetzt einen Importkauf wert.

Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

20. Oktober 2026 um 11:28
Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

Vom 22. bis 25. Oktober 2026 steht Essen wieder im Zeichen der SPIEL, und an Stand 6B300 in Halle 6 zeigt Huch! gleich sechs Neuheiten auf einmal, flankiert von einer ganzen Reihe befreundeter Marken aus dem Hutter-Trade-Vertrieb. Genau das steckt hinter dem „& friends“ im Titel dieses Artikels: Nicht jedes Spiel, das am Huch!-Stand liegt, trägt am Ende auch das Huch!-Logo auf der Schachtel. Wir haben uns die sechs Hauptneuheiten genauer angesehen, dazu eine Handvoll weiterer Titel aus dem Umfeld, und sagen dir, wer welches Spiel tatsächlich verlegt.

Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

Peak Team

Peak Team schickt 1 bis 5 Spielende als Ranger-Team auf einen Berg, und zwar kooperativ: Reihum verteilt ihr eure Aktionskarten verdeckt an die Mitspielenden, und zwar ohne zu sprechen, quasi Kartenverteilen in umgekehrter Richtung („Reverse Drafting“). Mit diesen Karten bewegt ihr eure Ranger-Figuren über den Berg und erfüllt Missionen wie Tiere beobachten oder bestimmte Orte erreichen. Das Spiel ist in fünf Level gestaffelt, die zunehmend höhere Hürden einbauen: Wetterumschwünge, blockierte Wege, nötige Erholungspausen. Gewonnen habt ihr, wenn alle Missionen erfüllt sind, bevor euch die Aktionen ausgehen, verloren, wenn die Aktionen zuerst zur Neige gehen. Lead Designer ist Scott Almes, bekannt vor allem durch seine kompakten Tiny-Epic-Spiele, Illustration kommt von Crocotame und Samual Bouvant. Designt und erstveröffentlicht wurde Peak Team 2025 bei Matagot zur SPIEL Essen 2025, Huch! bringt 2026 die deutsche Ausgabe als Neuheit, mitverlegt unter anderem von Hobby Japan. Wie der Solo-Modus bei einer Spielerzahl ab 1 im Detail funktioniert, ob etwa eine zweite Ranger-Figur gesteuert wird, nennt die Produktseite nicht. Eine eigene UVP listet Huch! auf der Produktseite nicht, der Handel (spieletaxi.de) führt den Titel aktuell, Stand 20. Oktober 2026, für rund 32,99 Euro. Wer mit Kindern spielt, sollte die veranschlagten 60 Minuten eher als Minimum einplanen: Fünf Level mit wachsendem Planungsaufwand und eine Kartenverteilung, über die am Familientisch gern diskutiert wird, ziehen sich in unserer Einschätzung schnell länger.

Eckdaten zu Peak Team

  • Spielerzahl: 1 bis 5
  • Spielzeit: 60 Minuten (Verlagsangabe, mit Kindern eher länger)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Designer: Scott Almes
  • Verlag: Huch! (deutsche Ausgabe, Erstveröffentlichung 2025 bei Matagot, mitverlegt von Hobby Japan)
  • Preis: von Huch! nicht genannt, Handel rund 32,99 Euro (Stand 20. Oktober 2026)
Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

Flaming Facts

Flaming Facts ist ein Quiz der anderen Art: Statt selbst zu antworten, bekommt ihr zu 200 Fragen je fünf vorgegebene Antworten vorgelegt und müsst auf eurem Scoreboard einstellen, welche davon richtig ist und welche nicht, macht zusammen 1.000 Antwortoptionen. Manche Antworten gelten als besonders riskant: Liegt ihr daneben, verliert ihr einen Spielstein und könnt in der Folge weniger punkten, liegt ihr richtig, gibt es Zusatzpunkte. Wie genau das Spiel endet und die Punkte final ausgewertet werden, nennt weder die Produktseite noch die bislang verfügbaren Händlerbeschreibungen im Detail. Designer ist Arno Steinwender, Illustration stammt von Daniel Müller, Verlag ist Huch!. Einen Solo-Modus gibt es bei einer Spielerzahl von 2 bis 6 nicht. Eine UVP nennt die Produktseite nicht, ein Händler (spieletastisch.de) zeigt aktuell, Stand 20. Oktober 2026, einen Streichpreis von 26,99 Euro neben einem reduzierten Preis von 23,95 Euro.

Eckdaten zu Flaming Facts

  • Spielerzahl: 2 bis 6
  • Spielzeit: 20 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Designer: Arno Steinwender
  • Verlag: Huch!
  • Preis: von Huch! nicht genannt, Handel um 23,95 bis 26,99 Euro (Stand 20. Oktober 2026)
Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

Whacktown

Whacktown ist das einzige der sechs Hauptspiele, das gar nicht unter der Marke Huch! läuft, sondern unter Funtails, einer Schwestermarke im selben Hutter-Trade-Vertrieb. Wir hatten den Titel bereits zur Vorbestellung vorgestellt: 2 bis 4 Spielende übernehmen Gangsterbanden in einer Stadt, die jede Runde neu aus einem Raster von 76 möglichen Orten zusammengewürfelt wird. Jede Runde läuft in drei Schritten: Zuerst bewegt ihr eure Bande über das Stadtraster und löst den Effekt des Zielorts aus, dann spielt ihr beliebig viele Hustle-Karten aus, wobei das Ausspielen den Abwurf anderer Karten kostet, zuletzt zieht ihr Karten nach und gebt an die nächste Person weiter. Viele Orte sind nur mit genug Geld, Informationen, Reputation oder Gesundheit zugänglich, und Schadenseffekte treffen alle Rivalen gleichzeitig. Die Charaktere spielen sich dabei laut unserer eigenen Recherche asymmetrisch über ihre Profilkarten, keine zwei Banden starten also identisch, ob das über viele Partien hinweg trägt, war schon bei der Vorbestellung offen und lässt sich auch jetzt noch nicht abschließend beurteilen. Gewonnen hat, wer entweder alle anderen Banden eliminiert oder als Erstes 10 Reputationspunkte erreicht. Lead Designer ist Daniel Piechnick (auf der Hutter-Trade-Produktseite als „Daniel Plecknick“ geführt, BGG schreibt „Piechnick“), Illustration stammt von Hendrik Noack. Einen Solo-Modus gibt es bei 2 bis 4 Spielenden nicht. Die UVP nennt Funtails auf der eigenen Produktseite mit 34,99 Euro, Stand 20. Oktober 2026.

Eckdaten zu Whacktown

  • Spielerzahl: 2 bis 4
  • Spielzeit: 30 bis 45 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Designer: Daniel Piechnick (Hutter Trade: „Plecknick“)
  • Verlag: Funtails (Schwestermarke von Huch!, Vertrieb Hutter Trade)
  • Preis: 34,99 Euro, UVP laut Verlag (Stand 20. Oktober 2026)
Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

Ikebana

Ikebana bringt die japanische Kunst des Blumensteckens als Kartenspiel auf den Tisch, passend dazu steht es laut einer unabhängigen Vorschau auf den Essener Messestand von Huch! in Halle 6, Stand 6B300. Im Zug tauscht ihr optional eine Handkarte gegen eine aus der offenen Auslage und legt dann ein bis zwei Blumenkarten entweder als neues Arrangement oder an ein bestehendes an, wobei die Karten in aufsteigender Nummerierung liegen müssen, Lücken und Wiederholungen sind erlaubt. Hat ein Arrangement mindestens vier Karten und erfüllt mindestens eine der aktuell gültigen Wertungsbedingungen, könnt ihr es werten: Der Wert ergibt sich aus Kartenzahl mal Anzahl erfüllter Bedingungen. Das Spiel endet, nachdem die Schlusskarte gezogen wurde, plus eine letzte Runde, die meisten Punkte gewinnen, bei Gleichstand entscheiden die meisten Wertungsmarker. Designer ist Francesco Testini, Illustration Stefan Sonnberger, Verlag ist Huch! selbst. Diese Wertungslogik mit mehreren gleichzeitig gültigen Bedingungen wirkt auf uns anspruchsvoller, als eine reine Ab-8-Empfehlung vermuten lässt, ob das am Familientisch mit Siebenjährigen oder Achtjährigen trägt, muss jede Runde selbst herausfinden. Einen Solo-Modus gibt es bei 2 bis 5 Spielenden nicht. Eine UVP nennt Huch! auf der Produktseite nicht, ein Händler (bertine.de) zeigt aktuell, Stand 20. Oktober 2026, 17,99 Euro.

Eckdaten zu Ikebana

  • Spielerzahl: 2 bis 5
  • Spielzeit: 30 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Designer: Francesco Testini
  • Verlag: Huch!
  • Preis: von Huch! nicht genannt, Handel rund 17,99 Euro (Stand 20. Oktober 2026)
Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

Wild Tiled West

Auch Wild Tiled West trägt am Stand kein Huch!-Logo: Verlag der deutschen Ausgabe ist SPIEL DAS!, Hutter Trade übernimmt hier nur den Vertrieb. Das Original von Paul Dennen, dem Designer hinter Clank! und Dune: Imperium, erschien 2023 bei Dire Wolf in den USA. 1 bis 5 Spielende erschließen über 16 Runden ein Western-Siedlungstableau: Ein Würfelwurf bestimmt, welche Landschafts-Plättchen verfügbar sind, die ihr dann in euer Tableau draftet und einpasst, um Boni abzudecken, Viehherden zu erweitern, Gebäude zu bauen oder Banditen aus der Stadt zu vertreiben. Acht verschiedene Siedlungstableaus mit eigenen Wertungsbedingungen sollen laut Verlag für Varianz sorgen, eine unabhängige Rezension bestätigt nur, dass sich die Tableaus optisch und in der Aufteilung unterscheiden, ob daraus auch wirklich unterschiedliche Strategien entstehen, lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht abschließend belegen. Konkreter belegt ist die Varianz bei den rund 20 Partnerkarten: Der Preacher etwa belohnt Grabsteine, der Prospector den Bergbau, unterschiedliche Partner lenken eine Partie also spürbar in unterschiedliche Richtungen. Am Ende gewinnt, wer die meisten Punkte aus Gebäuden, Boni und Siedlungswert gesammelt hat. Wie die Solo-Variante bei 1 Spielendem konkret abläuft, nennt die Verlagsseite nicht näher. Die UVP der deutschen Ausgabe liegt laut spiel-das.de bei 59,90 Euro zuzüglich Versand, Stand 20. Oktober 2026.

Eckdaten zu Wild Tiled West

  • Spielerzahl: 1 bis 5
  • Spielzeit: 45 bis 90 Minuten
  • Alter: ab 13 Jahren
  • Designer: Paul Dennen
  • Verlag: SPIEL DAS! (deutsche Ausgabe, Vertrieb Hutter Trade)
  • Preis: 59,90 Euro zzgl. Versand, UVP laut Verlag (Stand 20. Oktober 2026)
Huch! & friends zur SPIEL Essen 2026: 6 Neuheiten

MicroMacro Kids

Der Name weckt sofort Assoziationen zur Spiel-des-Jahres-Reihe MicroMacro: Crime City, und die Verbindung lässt sich auch belegen: MicroMacro Kids, im Original „Wild Wild Weekend“, stammt vom selben Verlag, Edition Spielwiese, und von Johannes Sich, der laut BGG durchgehend als Designer der gesamten Reihe geführt wird, von den Crime-City-Hauptspielen bis zum ersten Kids-Teil „Der verrückte Stadtpark“, den er ebenfalls gestaltet hat. Pegasus Spiele, bei Crime City einst Vertriebspartner, ist nicht beteiligt, Edition Spielwiese vertreibt seit 2024 über Hutter Trade. Spielerisch bleibt das Prinzip: 1 bis 4 Spielende suchen gemeinsam auf einer großen illustrierten Stadtplan-Karte nach Hinweisen, verfolgen Figuren über die Karte und lösen so 22 unterschiedlich schwere, gewaltfreie Fälle, teils können Kinder laut Verlag tiefer in Szenen hineinzoomen. Ein Verlierer-Prinzip gibt es nicht, dadurch lässt sich jede Partie dank der vollständig kooperativen Anlage auch allein mit einer Figur spielen. Weder Verlag noch Pressemitteilung erwähnen ein Hilfesystem für festgefahrene Gruppen, wer mit jüngeren Kindern spielt, sollte darauf vorbereitet sein, bei einem schwer zu findenden Hinweis selbst nachzuhelfen, damit aus Grübeln kein Frust wird. Eine eigene UVP nennt Edition Spielwiese in der Pressemitteilung zur Reihe mit 24,99 Euro, der Handel (spieletaxi.de) bestätigt diesen Preis, Stand 20. Oktober 2026.

Eckdaten zu MicroMacro Kids

  • Spielerzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: 15 bis 45 Minuten
  • Alter: ab 6 Jahren
  • Designer: Johannes Sich
  • Verlag: Edition Spielwiese (Vertrieb Hutter Trade, keine Pegasus-Beteiligung)
  • Preis: 24,99 Euro, UVP laut Verlags-Pressemitteilung (Stand 20. Oktober 2026)

Weitere Neuheiten im Umfeld von Huch!

Neben den sechs Hauptneuheiten bringt Hutter Trade zur SPIEL Essen 2026 noch mehr mit, auch hier längst nicht alles unter dem Huch!-Logo: Spooky Bar (Edition Spielwiese, 2 bis 4 Spielende, ab 8 Jahren, Kartenspiel ums Geisterfangen in der eigenen Taverne) nennt auf der Produktseite keinen Erscheinungstermin. TOTAL 10 (Hutter Trade Selection, 2 bis 8 Spielende, ab 8 Jahren, als Rommé-Neuerfindung mit Zehner-Farbkombinationen beworben) nennt ebenfalls noch keinen Erscheinungstermin. Hire or Fire? (Huch!, 3 bis 6 Spielende, ab 14 Jahren, Partyspiel von Andreas Hallerbach ums Bewerbungschaos) ist als Huch!-Neuheit 2026 gelistet. Carnival of Sins (MM-Spiele, 2 bis 5 Spielende, ab 10 Jahren, Würfel- und Bluffspiel um Sünden-Karten beim Mardi Gras in New Orleans) erscheint als deutsche Ausgabe 2026. Machu Pichu (Huch!, 2 bis 10 Spielende, ab 8 Jahren, schnelles Reaktionsspiel mit Lama-Thema, bei dem ihr bei „Ma-chu-pi“ draufklopft und „Chu!“ ruft) gehört ebenfalls zum Huch!-Programm. Und Castel Boom (Kiwizou, 2 bis 4 Spielende, ab 6 Jahren laut BGG, Geschicklichkeitsspiel: Königin Lola belohnt, wer ihr beim Wiederaufbau der Türme ihres Schlosses hilft) bringt mit Kiwizou eine neue französische Partnermarke ins Hutter-Trade-Programm.

Was wir von der Auswahl halten

Die eigentliche Neuigkeit dieses Messestands ist für uns gar nicht ein einzelnes Spiel, sondern wie viele Marken mittlerweile unter dem Hutter-Trade-Dach zusammenlaufen. Wer nur auf das Huch!-Logo schaut, übersieht mit Whacktown, Wild Tiled West und MicroMacro Kids drei von sechs Hauptneuheiten, dazu mehrere der kleineren Titel. Spielerisch sprechen uns am ehesten Peak Team wegen seines ungewöhnlichen Kartenverteil-Mechanismus und Whacktown wegen seines deutlich schärferen Settings an, für Familien mit kleineren Kindern lohnt sich ein Blick auf MicroMacro Kids. Wer schon auf unsere Vorstellungen von Gaudí sowie Panda Gang und Jiangnan gestoßen ist, kennt den Huch!-Stand in Essen also nur zum Teil, die Markenfamilie ist größer, als das Logo vermuten lässt.

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Tablescope kündigt zweites Spiel „Oracle Match“ an

20. Oktober 2026 um 11:16
Tablescope kündigt zweites Spiel „Oracle Match“ an

Das Grazer Studio Tablescope hat mit „Oracle Match“ sein zweites Spiel angekündigt, wie Mitgründer Leo in einem Kickstarter-Update vom 19. Oktober 2026 mitteilte. Einen konkreten Kampagnenstart nennt das Update nicht. Aktuell gibt es dafür nur eine Follow-Seite auf Kickstarter. Tablescopes Debüt „Light Speed: Arena“ hatte 2024 auf Kickstarter 53.879 € bei einem Ziel von 5.000 € eingespielt (1.274 Unterstützende, Staff Pick), wie Würfelreich berichtete.

Light Speed: Arena ist laut BGG seit 2025 auch tatsächlich erschienen, unter anderem in regulären Verlagsausgaben bei Pegasus Spiele, Cranio Creations und Lucrum Games. Die Kickstarter-Kampagne hat ihr Lieferversprechen damit eingelöst.

Tablescope kündigt zweites Spiel „Oracle Match“ an

Was Oracle Match sein soll

Oracle Match ist ein digital-hybrides Partyspiel für zwei bis sechs Personen ab acht Jahren, in dem angehende „Seher“ die Antwort eines Orakels erraten und den Tisch von ihrer Deutung überzeugen sollen. Was „digital-hybrid“ für Oracle Match konkret bedeutet, sagt das Update nicht. Bei Tablescopes erstem Spiel „Light Speed: Arena“ lief das laut BGG über eine Begleit-App am Tisch. Das Orakel wird laut Update aus einer weltweiten Umfrage unter hunderten Communityspielenden gebildet und von Tablescope selbst als „Dixit trifft Family Feud“ beschrieben (Family Feud ist im deutschen Fernsehen als „Familien-Duell“ bekannt).

Die Kernmechanik steht laut Update bereits fest. Verfeinert werden noch ein kooperativer, ein teambasierter und ein kompetitiver Modus.

Das Team hinter Oracle Match

Das Design stammt von den Tablescope-Mitgründern Leo und Emanuele gemeinsam mit Silvano Sorrentino, der laut BGG als Mitdesigner der Escape-Room-Kartenspielreihen Deckscape und Decktective bekannt ist. Für die Illustration ist laut Update Marco Salogni zuständig, die Grafikdirektion liegt bei Marianna Rossi.

Spielbar auf der SPIEL Essen, Details noch offen

Oracle Match soll laut Tablescope erstmals am eigenen Messestand auf der SPIEL Essen (22. bis 25. Oktober) spielbar sein, am Stand 4D415, der laut einem SpielList.com-Eintrag zu einem anderen Tablescope-Titel am selben Messestand in Halle 4 liegt. Eine Spieldauer nennt das Update nicht. Da die Kickstarter-Kampagne noch nicht gestartet ist, stehen auch Stretch-Goals und Pledge-Stufen noch nicht fest. Während der Kampagne will Tablescope zudem die Community über Charaktere und Szenarien mitentscheiden lassen.

Steamforged Games: Crowdfunding-Krise eskaliert weiter

19. Oktober 2026 um 12:38
Steamforged Games: Crowdfunding-Krise eskaliert weiter

Bei Steamforged Games wächst die Kritik von Crowdfunding-Unterstützenden: Um die neun offenen Kampagnen mit zusammen fast 19 Millionen Pfund ist es unterschiedlich lange still geworden, bei der größten davon, Monster Hunter World: Iceborne, seit einem Update im Juli 2026. Mehrere Rückerstattungsanfragen bleiben laut BoardGameWire (9. Oktober 2026) unbeantwortet. Das britische Studio hatte bereits im Juni 2026 einen Stellenabbau von rund einem Drittel der Belegschaft und den Rückzug aus neuem Brettspiel-Crowdfunding bestätigt, wie Würfelreich berichtete. Die damals befürchtete Entwicklung hat sich seither ausgeweitet: Zum Zeitpunkt des Juni-Berichts waren sieben Kampagnen offen, jetzt sind es neun.

Vier der neun offenen Kampagnen

Zu den größten Posten zählen „Monster Hunter World: Iceborne“ mit knapp 6,3 Millionen Pfund von rund 15.000 Unterstützenden, ursprünglich für November 2024 angekündigt, sowie „Helldivers 2“ (3,2 Millionen Pfund), „Elden Ring: Rot & Sorcery“ (1,8 Millionen Pfund) und „Hearts of Iron: The Board Game“ (1,2 Millionen Pfund). Das letzte bekannte Update zu Monster Hunter World: Iceborne stammt laut BoardGameWire aus dem Juli 2026 und kündigte lediglich an, man arbeite „hinter den Kulissen“ und werde sich melden, sobald es etwas Neues gebe.

Rückerstattungen ohne Antwort

Mehrere Unterstützende berichten laut BoardGameWire von wochen- bis monatelangem Warten auf Antworten zu Rückerstattungsanfragen, manche haben deshalb PayPal-Streitfälle eröffnet oder ihre Kreditkartenzahlung angefochten. Ein Unterstützender schrieb in einem Kommentar unter dem BoardGameWire-Artikel: „I asked SFG for a refund June 24th. I received one email from them and nothing but silence since then.“

Trotz mehrfacher Kontaktversuche im August, September und Oktober 2026 äußerte sich Steamforged-Geschäftsführer Rich Loxam gegenüber BoardGameWire nicht zur aktuellen Lage. Das steht im Kontrast zu einer früheren Aussage des Geschäftsführers, Unterstützende müssten sich „heard, valued, and understood“ fühlen.

Osprey Games entlässt Brettspielteam und sagt Essen-Stand ab

19. Oktober 2026 um 12:36
Osprey Games entlässt Brettspielteam und sagt Essen-Stand ab

Bloomsbury Publishing hat das komplette Entwicklungsteam seines Brettspiel-Labels Osprey Games entlassen und den Messestand zur SPIEL Essen 2026 (22. bis 25. Oktober) abgesagt. Das bestätigte ein Bloomsbury-Sprecher gegenüber BoardGameWire am 16. Oktober 2026: Alle Beschäftigten, die ausschließlich an Osprey-Brettspielen arbeiteten, hätten das Unternehmen inzwischen verlassen. Die Entlassungen erfolgten bereits Ende September 2026. Osprey Games ist die 2015 gegründete Spielesparte des britischen Verlags Osprey Publishing und bekannt für Reihen wie Undaunted und Imperium sowie für Titel wie „Cryptid“ und „The King is Dead“.

Bloomsbury hatte im Mai 2026 eine „strategische Neuausrichtung“ angekündigt, um sich stärker auf das Buchverlagsgeschäft zu konzentrieren, und bezeichnete den Schritt laut BoardGameWire als „schwierige Entscheidung“. Das Unternehmen sucht nun einen Käufer für den Osprey-Spielekatalog. Laut BoardGameWire schränken Verträge einiger Designer die Weitergabe von Publikationsrechten an Dritte ein. Zu den konkreten Vertragsbedingungen äußerte sich Bloomsbury nicht, diese seien vertraulich.

Bestehende Titel und zwei Neuerscheinungen

Bestehende Osprey-Spiele bleiben laut Verlag „gut bevorratet“ und weiterhin erhältlich, Nachdrucke sind derzeit nicht geplant. Zwei bereits angekündigte Titel sollen trotz der Entlassungen wie geplant noch im Oktober erscheinen: „Undaunted 2200: Revolution“, ein neuer Teil der Deckbuilding-Wargame-Serie Undaunted von David Thompson und Trevor Benjamin, sowie „Upland & Prairie“ von Peer Sylvester.

Die deutsche Verbindung: Giant Roc und die Imperium-Reihe

Für deutsche Spieler ist die ungeklärte Rechtelage auch deshalb relevant, weil Teile des Osprey-Katalogs hierzulande unter Lizenz erscheinen. Die Imperium-Reihe von Nigel Buckle und Dávid Turczi, im Original bei Osprey Games erschienen, hat der deutsche Verlag Giant Roc über mehrere Spieleschmiede-Kampagnen lokalisiert, darunter „Imperium: Klassik“ und „Imperium: Legenden“. Die BGG-Einträge der Reihe führen Giant Roc entsprechend als einen der Lizenznehmer neben Osprey Games selbst. Sollte Osprey den Katalog verkaufen, ist offen, ob und wie sich das auf bestehende Lizenzvereinbarungen wie die von Giant Roc auswirkt.

Neu auf Board Game Arena: Twilight Imperium, Odysseus & mehr

19. Oktober 2026 um 12:33
Neu auf Board Game Arena: Twilight Imperium, Odysseus & mehr

Board Game Arena hat in den vergangenen sieben Tagen drei neue Titel aufgenommen: den langerwarteten Sci-Fi-Klassiker Twilight Imperium: Fourth Edition, Johannes Goupys und Matthieu Verdiers kompakte Odyssee-Nacherzählung Odysseus und das beschauliche Aufbauspiel Sunfield Farm. Die Spannweite reicht von einer bis zu achtstündigen Weltraum-Saga über eine 25-minütige Göttersage bis zum kurzen Bauernhof-Legespiel.

Neu auf Board Game Arena: Twilight Imperium, Odysseus & mehr

Twilight Imperium: Fourth Edition

Twilight Imperium: Fourth Edition ist seit dieser Woche erstmals auf Board Game Arena spielbar, nach eigenen Angaben der Plattform nach jahrelanger Entwicklung. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Design stammt von Dane Beltrami, Corey Konieczka und Christian T. Petersen, Verlag ist laut BGG unter anderem Fantasy Flight Games, die deutsche Ausgabe erscheint bei sternenschimmermeer.

3 bis 6 Spielende ringen als jeweils eine von siebzehn Fraktionen um die galaktische Vorherrschaft, über militärische Stärke, politisches Taktieren und Handel. BGG nennt 240 bis 480 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 4,37 von 5, ab 14 Jahren. Mit 8,56 aus 29.175 Stimmen und Gesamtrang 7 (Stand: 19.10.2026) ist es der mit großem Abstand höchstbewertete und etablierteste Titel dieser Woche.

Neu auf Board Game Arena: Twilight Imperium, Odysseus & mehr

Odysseus

Odysseus schickt bis zu 5 Spielende auf die zehnjährige Heimreise des griechischen Helden nach Ithaka, vorbei an Zyklopen, Sirenen und zornigen Göttern. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Design stammt von Johannes Goupy und Matthieu Verdier, Illustration von Régis Torres, Verlag ist Gigamic.

Mit Hilfe der Göttin Athene legen die Spielenden Plättchen, um Odysseus durch die Prüfungen der Irrfahrt zu steuern. BGG nennt 25 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 1,33 von 5, ab 8 Jahren, auch allein spielbar. Mit 6,16 aus 168 Stimmen und Gesamtrang 15.845 (Stand: 19.10.2026) ist es ein noch junger, moderat bewerteter Titel.

Neu auf Board Game Arena: Twilight Imperium, Odysseus & mehr

Sunfield Farm

Sunfield Farm lässt 2 bis 4 Spielende einen Bauernhof aufbauen: Gemüse anbauen, Tiere aufziehen und die Wünsche der Dorfbewohner erfüllen. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Design stammt von Céline Levet und Yoann Levet, Verlag ist Studio H.

Wer ein Feld-Plättchen wählt, muss je nach Position entweder Samen pflanzen oder ernten, ein abgeschlossenes Feld wird zur Weidefläche für Tiere. BGG nennt 30 bis 45 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 2,0 von 5, ab 10 Jahren. Mit 6,60 aus 34 Stimmen und Gesamtrang 21.164 (Stand: 19.10.2026) ist es der jüngste und am wenigsten etablierte Titel dieser Woche.

Crowdfunding-Wochenschau KW 43: Renaissance & Opium

19. Oktober 2026 um 11:34
Crowdfunding-Wochenschau KW 43: Renaissance & Opium

Diese Ausgabe der Crowdfunding-Wochenschau blickt auf die Kalenderwoche 43 des Jahres 2026 und fasst zusammen, was in den vergangenen sieben Tagen auf Kickstarter und Gamefound neu gestartet ist oder durch seine Zahlen auffällt. Im Mittelpunkt stehen diesmal drei Projekte: eine Zehn-Jahres-Neuauflage eines bekannten Worker-Placement-Spiels, ein kleines satirisches Kartenspiel über deutsche Dauerbaustellen und die von Kickstarter als Staff Pick ausgezeichnete zweite Edition von Root-Designer Cole Wehrles Wirtschaftsspiel über den historischen Opiumhandel. Mehrere weitere Kampagnen, die diese Woche ebenfalls liefen, etwa Nemesis: Legacy, Satisfactory: The Board Game oder Die Dänen, hat Würfelreich bereits in eigenen Artikeln oder der vorherigen Wochenschau-Ausgabe behandelt. Sie werden deshalb hier nicht erneut aufgeführt.

Crowdfunding-Wochenschau KW 43: Renaissance & Opium
Lorenzo il Magnifico - Prima Lux. Abbildung: Cranio Creations / Gamefound

Lorenzo il Magnifico - A New Renaissance

Lorenzo il Magnifico - A New Renaissance ist am 13. Oktober auf Gamefound gestartet. Stand 19.10.2026: rund 940 Prozent finanziert, Restlaufzeit noch etwa 11 Tage bis zum 30. Oktober.

In Lorenzo il Magnifico führen die Spielenden eine Familie im Florenz der Renaissance. Familienmitglieder, dargestellt durch Würfel, werden auf Aktionsfeldern der Stadt eingesetzt, um Rohstoffe zu beschaffen, Anführerkarten zu rekrutieren, Gebäude zu errichten und den Forderungen der Kirche nachzukommen. Das Spiel ist damit ein Worker-Placement-Spiel mit Würfeln als Arbeiter, bei dem Timing und Ressourcenmanagement über den Punktestand am Ende entscheiden.

Cranio Creations bringt zum zehnjährigen Jubiläum zwei getrennte Editionen heraus. Prima Lux bündelt das Grundspiel mit den Erweiterungen Houses of Renaissance und The Pazzi Conspiracy sowie Promo-Inhalten in überarbeiteter Optik, bleibt aber nahe am Original und ist für 2 bis 4 Personen ausgelegt. Maiestas geht weiter: Der Kartenpool wächst auf 144 Entwicklungskarten, von denen pro Partie nur 96 verwendet werden, der Markt verändert sich von Runde zu Runde, und Anführerkarten spielen eine größere Rolle. Maiestas bietet laut BoardGameGeek zusätzlich einen Solo-Modus für 1 bis 4 Personen, bei Prima Lux ist dagegen keiner gelistet.

Für Prima Lux listet BoardGameGeek zusätzlich die Mechaniken „Auction: Fixed Placement“ und „End Game Bonuses“, der oft mitgenannte Begriff Tableau-Aufbau taucht dort nur als Themen-Schlagwort auf, nicht als eigenständige Mechanik. Bei Maiestas führt BoardGameGeek keine der drei auf.

Designer beider Editionen sind Flaminia Brasini, Virginio Gigli und Simone Luciani, Illustrationen stammen von Lara Ongis. Mit 140.959 Euro bei einem Finanzierungsziel von 15.000 Euro und 1.156 Unterstützenden steht die Kampagne zwar prozentual sehr hoch, das Ziel war allerdings auch vergleichsweise niedrig angesetzt, was bei einer bereits etablierten Spielmarke mit bestehender Fangemeinde wenig überrascht. Wie stark sich Maiestas im Vergleich zu Prima Lux tatsächlich anders spielt, lässt sich vor Erscheinen nicht beurteilen.

Die Einzeleditionen Prima Lux und Maiestas kosten als Pledge jeweils 49 Euro, die Doppelbox Bibliotheca mit beiden Spielen 89 Euro, die Variante Gloria mit zusätzlicher Deluxe-Box 139 Euro, jeweils laut Kampagnenseite reduziert gegenüber dem späteren Ladenpreis. Zu Liefertermin, Versandzielen und -kosten sowie zu einer möglichen deutschen Sprachausgabe äußert sich die Kampagnenseite in den abgerufenen Daten nicht. Cranio Creations existiert seit 2009 und hat zuvor bereits mehrfach erfolgreich auf Kickstarter finanziert, unter anderem Barrage, das inzwischen im Handel erhältlich ist.

Crowdfunding-Wochenschau KW 43: Renaissance & Opium
Staustelle, ein Zweipersonen-Kartenspiel über deutsche Autobahnbaustellen. Abbildung: Didact Games / Kickstarter

Staustelle

Staustelle von Didact Games startete ebenfalls am 13. Oktober, diesmal auf Kickstarter. Stand 19.10.2026: erst rund 13 Prozent eines mit 2.500 Euro vergleichsweise niedrig angesetzten Ziels, Restlaufzeit bis zum 17. November.

Staustelle ist ein Kartenspiel für genau 2 Personen auf einem 5x5-Raster, das eine Autobahnbaustelle darstellt. In der ersten Phase legen beide Seiten Baustellenkarten aus und platzieren Wertungsmarker auf dem Raster. In der zweiten Phase bewegt sich je eine Arbeiterfigur Feld für Feld, wobei das Betreten eines Feldes dort liegende Wertungsmarker entfernt, unabhängig davon, wem sie gehören. Manche Streckenabschnitte schützen Marker vor den Arbeitern, sodass abgewogen werden muss, ob man die eigene Baustelle ausbaut oder die gegnerische stört.

Am Ende, bei der sogenannten Schlussinspektion, zählt jeder verbliebene eigene Marker einen Punkt.

Das kleine taktische Spiel von Designern Daniel Hitzing und Erik Robert persifliert den deutschen Alltag mit Dauerbaustellen auf Autobahnen. Es erscheint auf Deutsch und wird laut Kampagnenseite ausschließlich innerhalb Deutschlands versendet. Mit 324 Euro von 13 Unterstützenden ist der bisherige Erfolg, wie auch von Brettspielbox.de eingeordnet, noch recht verhalten. Das ändert nichts daran, dass die Kampagne formal neu und für Fans kompakter Zweipersonenspiele mit Lokalkolorit eine Randnotiz wert ist.

Der Pledge für ein Exemplar kostet 20 Euro, Kickstarter nennt als Liefertermin Oktober 2027.

Crowdfunding-Wochenschau KW 43: Renaissance & Opium
An Infamous Traffic: Second Edition, die überarbeitete Neuauflage. Abbildung: Buried Giant Studios / Kickstarter

An Infamous Traffic: Second Edition

An Infamous Traffic: Second Edition läuft bereits seit dem 6. Oktober auf Kickstarter. Stand 19.10.2026: rund 1.151 Prozent finanziert, Restlaufzeit noch etwa 11 Tage bis zum 30. Oktober.

Das Spiel behandelt den britischen Opiumhandel mit China im frühen 19. Jahrhundert. Die Spielenden übernehmen die Rolle konkurrierender Kaufleute, bauen gemeinsam mit rivalisierenden Handelsfirmen Lieferketten auf und verwalten parallel ihre eigenen Geschäfte, während die Qing-Dynastie zunehmend ins Wanken gerät. Laut BoardGameGeek dauert eine Partie für 1 bis 5 Personen etwa 1 bis 2 Stunden nach rund 20 Minuten Regelerklärung. Für die zweite Edition wurden Regeln, historische Details, Grafik und Komponenten überarbeitet, hinzu kommt ein neuer Solo-Modus, der laut Kampagnenseite von Richard Wilkins gestaltet wurde.

Designer ist Cole Wehrle, bekannt für vielschichtige historische Konflikt- und Wirtschaftsspiele wie Root und Pax Pamir. Auf BoardGameGeek wird als Verlag Buried Giant Studios genannt, das Spiel ist dort mit einer Rangnummer von 10.463 bislang moderat gelistet, was zur jungen Neuauflage passt. Mit 575.592 US-Dollar bei einem Ziel von 50.000 US-Dollar und 6.146 Unterstützenden gehört die Kampagne zu den finanziell auffälligsten dieser Woche, Kickstarter hat sie zudem als Staff Pick markiert. Dass es sich um eine überarbeitete zweite Auflage statt eines komplett neuen Spiels handelt, mindert den Neuigkeitswert etwas, die genannten inhaltlichen Überarbeitungen gehen aber über eine reine Neuauflage ohne Substanz hinaus.

Der Pledge für das Grundspiel kostet 75 US-Dollar bei einem späteren Ladenpreis von 95 US-Dollar, Kickstarter nennt als Liefertermin Oktober 2027 und laut Kampagnenseite einen Versand weltweit. Die Ausgabe erscheint ausschließlich auf Englisch, eine deutsche Fassung kündigt die Kampagnenseite nicht an.

Buried Giant Studios wurde erst 2026 von Cole Wehrle gemeinsam mit Kyle Ferrin, Drew Wehrle und Ted Caya gegründet, nachdem die vier zuvor bei Leder Games tätig waren. Die erste eigene Kickstarter-Kampagne des neuen Studios, Erweiterungen zu Arcs, startete erst im Frühjahr 2026, eine abgeschlossene Lieferbilanz als eigenständiger Verlag gibt es also noch nicht. Wehrle selbst hat über Leder Games mit Root, Pax Pamir: Second Edition und Oath mehrere erfolgreich ausgelieferte Titel vorzuweisen.

Die drei Projekte dieser Woche zeigen ein vertrautes Muster: Auf Gamefound dominieren große, bereits etablierte Marken mit Jubiläums- oder Neuauflage-Charakter, während kleinere, frische Konzepte wie Staustelle vor allem auf Kickstarter und mit deutlich geringeren Unterstützerzahlen unterwegs sind. Hohe Finanzierungsquoten sagen dabei wenig über die Qualität der fertigen Spiele aus, sie spiegeln oft eher niedrige Zielsummen oder eine bereits vorhandene Fangemeinde. Für die kommende Woche kündigen sich mit Arkham Horror Remastered, Dungeons of Tanares, Grimdark Future: Jade & Claw und Ordinary Magic gleich vier weitere Gamefound-Starts an, die dann Thema der nächsten Ausgabe sein dürften.

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