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Beyond the Horizon

Von: Horst
14. Februar 2026 um 08:00

Der Vorgänger Beyond the Sun wird gern lächelnd als Excel – Das Brettspiel bezeichnet. Das liegt vorwiegend an der Mechanik, die hauptsächlich aus zu erklimmenden Techtrees besteht und zum anderen aus dem sehr nüchternen Spieltableau. In der weißen Farbe und Schlichtheit hätte es auch von dem ehemaligen Apple-Designer Jony Ive sein können. Spielerisch ist sich die Brettspiel-Community größtenteils einig, dass es mit einer Boardgamegeek-Bewertung von 7.9 zu den guten Spielen gehört. Anfang des Jahres war ich überrascht, dass es einen Nachfolger mit dem Titel Beyond the Horizon gibt. Die Bewertungen sind nicht so hoch, aber die Spielmechaniken wirkten nahezu identisch und doch nicht. Ich war neugierig und habe den Rest der Band eingeladen, sich in den Proberaum zu begeben und mal zu testen, ob es hier etwas zu rocken gibt.


Steckbrief

(c) PD Verlag
SpielBeyond the Horizon
VerlagPD Games
Veröffentlichung2024
IdeeDennis K. Chan, Adam Hill, Ben Pinchback, Matt Riddle
IllustrationAgnieszka Dabrowiecka, Klemens Franz
Rating (BGG)7.1
Komplexität (BGG)3.43 (Kennerspiel)
SpielweiseKompetitiv
MechanikenTechnologiebaum, Civilization, Aufbauspiel, Area Control

Spielprinzip

In Beyond the Horizon gibt es keinen großen Flavourtext, worum es geht. Wir haben ein großes Spielbrett vor uns liegen. Auf diesem ist ein Technologiebaum abgebildet, der von links nach rechts durchgearbeitet werden kann. Je schneller ihr auf dem Baum voran wandert, desto mehr neue Aktionen könnt ihr euch freischalten und bekommt neben Soforteffekten auch als Erster eine Persönlichkeitskarte einer historischen Person (Attila, Einstein …). Der Technologiebaum ist in vier Epochen (Spalten) aufgeteilt. Unterhalb dessen findet ihr die anfänglich verfügbaren vier Basisaktionen und noch weitere vier Aktionen, die ihr euch durch Errungenschaften frei spielen müsst.

Die ersten beiden Spalten des Technologiebaums (Level I und Level II)

Dann gibt es noch eine zu Beginn kleine Siedlung mit einer Startkarte pro Person. Diese Siedlung lässt sich zu einer immer größeren Landschaft aufbauen. Neben Soforteffekten gibt es vorrangig mächtige Einmaleffekte oder -Aktionen und eine ganze Menge Sieg-Punkte zu ergattern. Meist in der Form, dass ihr diese mittels Aktion ausbaut. Dafür müsst ihr unter anderem auch Bevölkerungssteine auf der Landschaft platzieren und auf unbebaute Plättchen bewegen.

Eure Siedlung (oben) und bereits zwei aufgedeckte neue Felder.

Zu guter Letzt (naja fast) habt ihr noch ein Spieltableau. Zum Spielbeginn ist es mit den bereits genannten Bevölkerungssteinen vollgestopft und dazu kommen noch kleine Würfel. Diese könnt ihr entweder auf die Landschaften legen oder oberhalb des Spieltableaus auf einer kleinen Sieg-Punktleiste verewigen.

Herzstück eures Spiels: das Tableau freispielen.

Wie passt nun alles zusammen? Ihr müsst erst einmal versuchen, Bevölkerungssteine auf eurem Tableau von der passiven auf die aktive Seite zu bekommen (mittels Aktion). Dann könnt ihr diese entweder nutzen, um damit neue Technologien auf dem zentralen Board zu besetzen oder diese als Siedler oder Soldaten auf der Landschaft zu platzieren. Mit den Technologien schaltet ihr, wie zuvor besprochen, neue und vor allem verbesserte Aktionen frei. Wie neue Siedler/Soldaten erhalten und den gleichzeitig bewegen (was sonst bis zu drei Aktionen sein können). Gerade die Soforteffekte auf den Technologien benötigt ihr, um euere kleinen Würfel auf die Sieg-Punktleiste zu bewegen. Es gibt am Ende eurer Aktion nämlich auch noch eine Einkommensphase. Dort bekommt ihr neue Bevölkerungssteine oder Geld in Abhängigkeit der bereits wegplatzierten Würfel.

Geld? Ja, das braucht ihr auch. Manche Aktionen kosten nämlich Geld. Außerdem dürfen gerade Basisaktionen nur von einer gewissen Anzahl Personen frei besetzt werden. Die letzten müssen dafür bezahlen.

Das ganze Spiel ist ausgelegt auf optimierte Züge. Das gelingt nicht immer und viel zu selten. Aber plötzlich wird der eigene Spielzug zu einem belohnenden Kettenzug. Eben eine neue Technologie freigeschaltet und dafür etwas bekommen, das sich gleich auf der Landschaft einsetzen lässt und man zum Beispiel dadurch eine zusätzliche Basisaktion durchführen kann. Damit lässt sich eventuell eine neue Technologie besetzen und man erhält die Möglichkeit, Würfel vom Tableau zu nehmen. Dadurch gibt es neue Sonderfähigkeiten. Euch qualmt das Gehirn vom Lesen? Dann spielt es erst einmal! Hier werden die Gehirnwindungen wirklich beansprucht und gefordert. Klingt nach harter Arbeit? Das Spiel wächst mit! Zu Beginn stehen nur vier Aktionen zur Verfügung. Am Ende sind es dann meist an die zwanzig Aktionsfelder, zwischen denen ihr wählen könnt.

Ein Ende gibt es auch. Zum Beginn werden drei zufällige Zielkarten ausgelegt. Das kann so etwas sein, wie erforsche zehn Technologien oder habe drei Bevölkerungssteine mit einer gewissen Wertigkeit auf drei verschiedenen Landschaftsplättchen. Dabei kann jedes Ziel von allen Spielenden noch erfüllt werden.

Beyond the Sun versus Horizon

Der Vorgänger spielt im Universum und statt sich langsam aufbauender Landschaft gibt es ein zusätzliches Spielbrett mit Planeten und deren verbundenen Flugbahnen. Die Planeten können besetzt und Gegenspielende können mit Mehrheiten verdrängt werden. Hier findet deutlich mehr Area Control statt und das Spiel ist deutlich mehr auf den Konflikt ausgelegt. Wenn es gerade ganz mies läuft, verliert man gerade eine wichtige Mehrheit für die Produktionsphase und hat keine guten Aktionsmöglichkeiten auf dem Hauptspielbrett.

Eure gewählten „Charaktere“ bringen eine kleine Asymmetrie dazu.

Bei the Sun hatte ich bei meiner Erstpartie auch einmal komplett festgefahren und musste eine Not-Aktion durchführen, um wieder ins Spiel zu kommen. Ich weiß nicht mehr, wie ich in die Position gekommen bin, aber gefühlt – aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich es nun weiß – konnte mir das nicht mehr in the Horizon passieren.

Ansonsten sind die Spielmechaniken so ähnlich, dass man kaum einen Unterschied merkt. Im Detail sind es dann schon einige, allerdings kenne ich die Erweiterung auch nicht und bin mir daher unsicher, ob bereits etwas dazu gekommen ist.

Zusammenfassend würde ich die Unterschiede auf zwei Punkte reduzieren:

  • Weltraum vs. Civilisationsaufbau
  • Kompetitives Area-Control vs. Semi-kooperatives Bebauen von Plättchen

Unboxing

Die Farbgestaltung wirkt gerade im Vergleich zu dem Vorgänger etwas altbacken. Es werden primär Erdtöne verwendet, die aber insgesamt eher blass wirken. Dadurch wirkt das Spiel wie ein älteres Semester. Trist geht es auch im Inneren weiter. Pappgraue Wände und fehlende Sortierhilfe sorgen für anhaltende Unordnung in der Schachtel. Zum Glück lässt sich das Spiel gut und schnell aufbauen und auch die Menge an zu unterscheidenden Teilen hält sich in Grenzen. Auf den gängigen 3d-Druckportalen gibt es allerhand Abhilfe gegen diesen Umstand.

Eine Menge Material ist dabei.

Was wirklich störend ist, ist eher das Material in Form der Bevölkerungssteine. Diese sind zwar aus Holz und tadellos, aber auf denen müssen diese kleinen Siedel- respektive Soldatenplättchen abgelegt werden. Ich würde behaupten, dass ich relativ schlanke Finger habe und über ein feinmechanisches Geschick verfüge, aber selbst für mich ist es eine Herausforderung. Wird es beim Besiedeln auf den Landschaftsplättchen etwas dichter, kommt man unweigerlich gegen die kleinen Plättchen und schubst diese von den Bevölkerungssteinen. Da die auch noch zwei-seitig unterschiedlich bedruckt sind, stellte sich oft die Frage „was lag gerade oben“? Aber auch dafür gibt es für den heimischen Drucker kleine Aufsetzkronen. Es ist aber schon sehr nervig, wenn man mehr mit dem Drucken verbringt als mit dem eigentlichen Spiel.

Das Regelwerk ist verständlich aufgebaut und recht kurz. Es lässt aber keine Fragen mehr offen und ist vielen Beispielen versehen. Die Regeln als solche sind auch recht eingängig. Die Symbolik ist nach der ersten Runde relativ klar.


Bewertung

Beyond the Horizon steht in direkter Konkurrenz zu dem Vorgänger Beyond the Sun. Ich kenne Menschen, die hassen Weltraum-Settings und welche, die primär auf Weltraum-Settings stehen. Die können getrost auf das ein oder andere Spiel zugreifen – je nach Vorliebe. Das also auch direkt vorweg: Es braucht nur ein Spiel in der Sammlung. Aber braucht es auch ein Spiel in der Sammlung?

Man sagt den Spielen ja etwas nach, dass sie dem Charme einer Excel-Tabelle gleichkommen. Mit dem komplett schlichten Design von Beyond the Sun war das definitiv noch so. Auch wenn der Look des neuen Spiels eher antiquiert wirkt, ist es deutlich farbenfroher als der Vorgänger. Die Spielmechaniken sprechen aber für sich. Es handelt sich um ein gutes und schön verzahntes Spiel im gehobenen Kennerniveau oder auch eingängiges Expertenspiel. Der Spielaufbau bietet genügend Variabilität – sowohl auf dem Spielbrett als auch bei den leicht asymmetrischen Tableaus der Spielenden. Man verspürt kaum Downtime, weil man ohnehin immer etwas zu planen und zu überlegen hat. Dabei kann es vorkommen, dass eine Person im Vorfeld eine Aktion wegnimmt, aber das ist dann meist Zufall statt Absicht. Auf der Landkarte sieht das schon anders aus. Hier ist etwas Konkurrenzdenken am Start und man nimmt sich schon mal das ein oder andere Plättchen mit dem Bau einer Siedlung oder einer Stadt weg.

Sofortboni und später Siegpunkte. Die Leiste muss unbedingt bespielt werden.

Mit etwas Planung lassen sich auch ein paar geile Kettenzüge durchführen. Das führt sich immer sehr belohnend an, ist aber ähnlich selten wie bei den Burgen von Burgund. Das klappt im Spielverlauf vielleicht zwei- bis maximal viermal richtig gut.

Jede Runde des Spiels löst bei mir einen interessanten Effekt aus: nach einer Partie raucht mir vornehmlich der Kopf. Es ist schön gewesen, eine Runde gespielt zu haben. Am nächsten Tag grübelt man über das Spiel oder sogar über die Partie nach. Was hätte man besser machen können? Was wäre, wenn? Interessanterweise ging es mir bei der letzten Partie nicht alleine so.

Nachdem Beyond the Sun bei Strohmann Games nicht mehr erhältlich ist, freue ich mich umso mehr, dass der Nachfolger beim PD Verlag erhältlich ist. Bin froh, es nun in meiner Sammlung zu haben und hoffentlich noch viele Male auf den Tisch bringen zu können.

Mir gefällt das kaum wahrnehmbare Area Control deutlich besser als im Vorgänger und daher vergebe ich direkt Gold in der Endwertung.

Björns Meinung

Ich kenne weder den Vorgänger noch habe ich bisher mehr als eine Partie gespielt, aber insgesamt war ich positiv überrascht. Da ich eher zur „Non-Space-Fraktion“ gehöre und bei Raumschiffen grundsätzlich an Flugangst denke, liegt Beyond the Horizon aber auf jeden Fall eher in meinem Orbit.

Besonders gut gefallen hat mir diese heilige Dreifaltigkeit der Aktionsbereiche: das eigene Tableau, das Forschungsbrett und die sich stetig entwickelnde Weltkarte. Überall gibt es etwas zu tun, aber trotzdem bleibt alles angenehm übersichtlich. Fast wie eine Expedition mit To-do-Liste.

Wie schon im Artikel erwähnt, steht sich das Spiel aber manchmal selbst im Weg. Das Design der Figuren ist hübsch, aber so sinnvoll wie Wanderschuhe mit Absatz, und das Platzieren der Plättchen darauf wirkt etwas fummelig. Auch bei den Tokens kam ich gelegentlich durcheinander – die sehen sich stellenweise so ähnlich, dass ich mich fühlte, als würde ich verschiedene Sandkörner sortieren.

Ich kann das Spiel noch nicht endgültig einordnen, dafür brauche ich definitiv noch eine weitere Partie. Aber immerhin: Ich will noch eine weitere Partie. Und das ist doch schonmal ein gutes Zeichen, oder? Beyond the Horizon hat schon etwas dieses kleine Entdeckerfeuer in mir entfacht.


(c) Copyright PD-Verlag

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Grafik(en) und Bild(er) von Horst Brückner

Das Spiel habe ich vergünstigt erworben. Diese Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt meine persönliche Meinung wider.


My Gold Mine

Von: Horst
22. November 2025 um 15:02

Mit „Du kommst nicht vorbei!“ (oder im Englischen „Freeze“) bannt Gandalf den Balrog auf der Brücke tief in den Mienen von Moria. Bei dem Spiel My Gold Mine aus dem Hause Kosmos wünscht man sich auch so manchmal einen mächtigen Zauber herbei, der das Ungeheuer zurückschiebt. In diesem Kontext ist es der Drache, der sie plündernden Zwerge (aka Spielende) daran hindern möchte, das schöne Gold aus der Mine zu entführen. Wer hier an Klong! Und/oder später an Tiefseeabenteuer erinnert wird, liegt nicht ganz falsch. Die Goldmine ist allerdings eher ein einfach zugängliches und witziges Kinder- und Familienspiel, das auch noch Erwachsenen Spaß macht. Aber begeben wir uns nun in die Mine und schauen, was die Zwerge dort so treiben.


Spielprinzip

Bis zu sechs Personen können in die Rolle eines Zwergs schlüpfen. Es wird über drei Durchläufe gespielt und am Ende gewinnt die kleine Person mit den meisten Sieg-Punkten. Der Spielaufbau stellt eine (Gold-)Mine dar, die aus sieben Feldern besteht plus einem Feld für den Drachen (ganz außen/unten). Die Figuren der Spielenden befinden sich auf dem mittleren Plättchen und haben somit drei Züge bis zum Drachen (rechts) und zum rettenden Ausgang (links).

Es wird im Uhrzeigersinn gespielt. Die Person am Zug darf sich entscheiden, entweder in der Mine zu graben oder in Richtung Ausgang zu fliehen. Dargestellt wird diese Entscheidung über zwei verschiedene Kartenstapel. Der Grabungsstapel kann vier verschiedene Arten von Karten beinhalten. Im besten Fall sind einfach nur Goldklumpen (ein oder zwei) abgebildet. Dann gibt es noch eine Karte mit Gold und Laterne. Damit muss man die eigene Figur einen Schritt in Richtung Ausgang ziehen. Konträr dazu gibt es eine Karte mit rotem Feuer. Dazu muss man die Figur in Richtung Drachen ziehen. Es gibt aber auch noch eine Drachenkarte. Damit bewegt sich der Drache in Richtung Ausgang. Kommt er dabei auf ein Feld mit einer Zwergenfigur, verliert der Spielende alle in dieser Runde gesammelten Goldkarten und scheidet aus der laufenden Runde aus. Aber keine Angst, die Runde ist gleich vorbei, sodass die Eliminierung nicht lange ins Gewicht fällt.

Der Exit-Stapel besteht aus ganz unterschiedlichen Karten, die grundsätzlich den Spielenden in Richtung Ausgang bewegen. Allerdings sind oft mehrere Optionen möglich. So auch, dass alle Figuren einen Schritt in Richtung Ausgang gezogen werden können. Das klingt so trivial, ist aber ein interessanter Kniff in dem Spiel. Damit lässt sich die Konkurrenz schon vorzeitig durch den Ausgang und damit aus dem Spiel schieben. Diese behalten zwar ihre gesammelten Gold(karten)schätze, können aber keine neuen mehr erhalten.

Was bei Tiefseeabenteuer die knapp werdende Luft für alle ist, ist hier der Drache, der sich immer weiter auf einen zubewegt. Auch dies lässt sich aus sicherer Position dazu nutzen, sich die Mitschürfenden statt in den Ausgang in den Hals des Drachen zu katapultieren. Meinem Sechsjährigen sind diese Taktiken schnell bewusst geworden (gerade, wenn man sie hautnah erleben darf) und konnte sie bereits im zweiten Spiel gegen uns einsetzen.

Sobald alle im Ausgang sind, werden die gesammelten Goldnuggets auf den Karten gezählt. Die ersten drei Plätze bekommen dann physikalisch drei, zwei respektive einen Goldklumpen ausgehändigt. In den folgenden zwei Runden können diese Klumpen entweder für die Endabrechnung angespart oder auch für einen rettenden Schritt in Richtung Ausgang verwendet werden.

Mit sechs Spielenden oder mit noch sechs Figuren im Spiel ist es noch leichtes Chaos, da man mit viel Pech theoretisch in der ersten Runde in den Schlund des Drachen gezogen werden kann. Mit drei bis vier Spielenden oder auch übrigen Figuren können die oben genannten Taktiken aber zielgerichtet angewendet werden.


Unboxing

Die praktische, Handtaschen-große Box ist mit einem wertigen Magnetverschluss abgesichert. Auf den Minenkarten sind viele süße Details wie lustige Schnecken oder Ähnliches abgebildet. Die Figuren sind als farbige Holzscheiben dabei, die mit Aufklebern noch ein zwergisches Konterfei erhalten können. In der Box ist alles platzsparend aufbewahrt, und im aufklappbaren Deckel sind Aussparungen für die beiden Kartenarten vorgesehen.

Aufkleber hielten bei mir nur bedingt, und die Verpackung nutzen wir nicht als Spielablage für die Nachziehstapel. Allein schon, weil sie keine Ablage bieten. Daher ist der Mehrwert, den die Packung verspricht, eher nicht gegeben. Auch die Gold-Steine weisen insbesondere an den Ecken und Kanten schnell Abnutzungserscheinungen auf. Das sind allesamt allerdings keine wirklich schlimmen Kritikpunkte.

Die Regeln sind schnell erfasst und genauso einfach zu erklären. Es gibt sogar einen Link für ein Erklärungsvideo.


Bewertung

Gold schürfen, vor einem Drachen fliehen und am meisten Gold gegenüber den Mitspielenden einsammeln. Das klingt simpel und gerade, wenn man dann auch noch das persönliche Glück (push-your-luck) ausreizt, lässt sich das Spiel schnell in die langweilige Tempo kleine Schnecke!-Ecke schieben. Aber da steckt so viel mehr drin. Während bei Tiefseeabenteuer primär die richtige Nervenstärke zählt, wer als Erstes umdreht und damit einen Run auf die knapp werdende Luft auslöst, sind bei My Gold Mine noch taktische Züge möglich. Mit diesen lassen sich Mitspielende ärgern oder die eigene Position sichern.

Aktuell kommt es in jeden Urlaub mit. Einzig die großen Minenkarten verderben auf engen Spielflächen (Klapptischen im Zug, kurzen Couchtischen oder vollen Restauranttischen) den Aufbauspaß. Ansonsten ist es ein tolles Spiel, das auch noch den Erwachsenen Spaß macht.

Passend zu dem Spieltitel kann ich einfach nur einen rockenden Gold-Meeple vergeben. Zum Prädikat ist es mir zu leichtgewichtig und ein Karak würde ich in der Kinderrunde immer noch den Vorzug geben (allerdings reden wir hier auch von einem anderen Preis und Mitnahme-Größe).



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Grafik(en) und Bild(er) von Horst Brückner

Das Spiel habe ich privat erstanden. Diese Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt meine persönliche Meinung wider.


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