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Was von der SPIEL 2025 übrig blieb: Mein liebstes Spiel

Von: ravn
25. September 2026 um 11:44

Fragt man mich nach meiner Lieblingsneuheit von der Spielemesse 2025 in Essen, so fällt mir die Antwort schwer. Gibt es überhaupt das eine Spiel, das für sich so herausragend war, es zum persönlichen Liebling zu küren? Hängt das besondere Spiel nicht vielmehr von der erlebten Spielpartie ab, die deshalb besonders war, weil schlicht alles gepasst hat – das Spiel, die Mitspieler, die Atmosphäre, das Ambiente und alles drumherum. Erst dann entstehen Lieblingsspiele und auch einige, die über Monate im Spielerherz verbleiben.

Alles auf Anfang und in den geistigen Rückwärtsgang geschaltet. Was habe ich seit der SPIEL 2025 überhaupt alles gespielt, was in die nähere Auswahl kommen könnte? Mal sehen …

Valheim Deluxe Edition: Im Vorfeld der SPIEL 2025 entdeckt, weil ich Valheim am PC nächtelang gespielt habe, bis ich merkte, wie übergroß die Welt ist und was ich noch alles erkunden würde müssen. Valheim als PC-Spiel war mir zu groß und damit zu zeitintensiv. Das Brettspiel sollte sich hingegen auf die Kernkompetenzen konzentrieren und einzelne Abenteuer-Sessions anbieten, die keine Kampagne bilden. Gut so. Auf der SPIEL gab es zwar die imposante Deluxe Edition, allerdings nur im Retail und abgespeckt gegenüber der exklusiven Kickstarter-Ausgabe. Dafür aber mit dem stolzen Preis, der nach wenigen Recherchen die Hälfte teurer war im Vergleich zu Online-Händlern. Also auf den Messedirektkauf verzichtet und auf ein paar Monate Wartezeit eingestellt.

Spielerisch waren die ersten Partien spannend, aber auch zufallsabhängig. Das hier ist ein zugängliches Beer & Bretzel Monstergemätzel auf bestem Amitrash-Niveau. Trotz aller Lockerheit muss man dennoch auf die Regeldetails achten, denn allzu schnell sind da wichtige Details im Eifer des Gefechtes übersehen. Ein Spiel, auf das man sich vom Aufwand her einlassen muss. Aber eines, was eine tolle Tischpräsenz hat.

1er Contacts: Mein Überraschungshit des letzen SPIEL. Zwischenzeitlich auf Platz 1 der Fairplay Scoutliste katapultiert. Spontan vor Ort angespielt und eine tolle Zeit erlebt. Deshalb ein wenig von der Messe-Euphorie getragen direkt gekauft. Natürlich mit Deluxe-Plexiglas-Komponenten, die spielerisch gar nicht notwendig waren für den Spielablauf. Das Standard-Pappmaterial hätte es genauso gut getan.

Die Ernüchterung kam dann beim Regelstudium zu Hause. Etliche Details blieben unklar und liessen sich für mich nur aus diversen Regeldetails im Zusammenhang erschliessen. Dann folgten ein paar Partien, die aufgrund der Genreklassifizierung Deduktion leider mehr zerdacht als gespielt worden sind. Eine dreifache Spielzeit trägt leider nicht für alle am Tisch, die einem Alphaspieler lauschen. Als lockeres wie auch leichtes Familienspiel verstanden, sehe ich weiterhin sein Potential. Aber nicht als Logikrätsel gesehen.

Tag Team: Ein Auto-Battler, der sich fast schon von alleine spielt. Allerdings braucht es dafür einen Mitspieler und in meinen ersten Spielrunden wurde der reduzierte Spielablauf leider nicht gut aufgenommen. Über die Einstiegscharaktere bin ich bisher nicht hinausgekommen. Da halfen auch die direkt auf der SPIEL gekauften Neoprenmatten nichts. So blieb Tag Team ein Spiel, das ich gerne besser finden möchte, als es sich dann am Spieltisch zeigte. Aber eigentlich kein schlechtes Spiel, nur ein sehr spezielles, auf das es zudem einen ebenso spielbereiten Mitspieler als direkten Konkurrenten braucht. Einer, der bereit ist, die bewusst begrenzte Kontrolle als Spielspass zu erleben.

SETI Raumfahrtorganisationen: Ein wirklich gutes Eurogame wurde durch die Erweiterungen noch besser. Geschickt hat es die in einigen Spielrunden aufkommende Problematik des Scannens gelöst, wenn niemand meint, Vorarbeit leisten zu wollen, weil dann die Mitspieler vor einem am nächsten Zug profitierend abstauben können. Nun hat man mit Signal-Plättchen die geballte Macht, selbst ausreichend innerhalb des eigenen Zuges scannen zu können. Auch sonst sorgen die Raumfahrtorganisationen für neue Spannungsmomente durch die neue Herausforderung, ihre Fähigkeiten auch spielerisch in Siegpunkte umzusetzen.

Die Komplexität des Grundspiels erhöht sich dadurch allerdings nochmal. Erstspieler können die gegebene Asymmetrie nicht wirklich zu schätzen wissen und es bleibt stattdessen nur eine Verengung der Möglichkeiten übrig, die zudem überfordern kann. Ganz klar ein Booster für Fans, um die Langzeitmotivation aufrechtzuerhalten. Es gibt noch so viel Potential zu entdecken, allerdings nur für erfahrene Spielrunden.

In Teil 2 dieser kleinen Serie, geht die Suche nach meinem Lieblingsspiel seit der SPIEL 2025 weiter. Mit dabei sind dann u.a. auch Boss Fighter QR, Mondbasis Shackelton und Magical Athlete.

Kino trifft Brettspiel: Der Tag der Wahrheit spielerisch erleben

Von: ravn
12. Juni 2026 um 00:38

Was wäre, wenn Ihr herausfinden würdet, dass Ihr nicht allein seid? Angenommen jemand könnte Euch das beweisen. Hättet Ihr Angst? Das fragt Euch Altmeister Steven Spielberg in seinem Science-Fiction-Thriller und gibt Euch mehr Fragen als Antworten. Mehr als ein Gedankenspiel auf der Kinoleinwand? In meiner spoilerfreien Analyse bin ich auf der Suche nach meiner von Vorfreude überfrachteten Meinung und gebe Euch zudem Brettspiel-Tipps mit, in denen Ihr das Filmerlebnis spielerisch weitererleben könnt.

Kommen wir direkt und ohne Umschweife zum Kern des Themas. Denn genauso unvorbereitet wirft Euch der aktuelle Kinofilm „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ mitten rein ins Geschehen. Mit familienfreundlich präsentierter Action geht es los und wir müssen uns erstmal zurechtfinden. Keine Exposition und kein Erkläronkel aus dem Off und einführende Texttafeln gibt es hier auch nicht. Erst nach und nach erschließt sich Euch, um was es hier geht und so fügen sich nach und nach Infobrocken zusammen.

Hier geht es anscheinend um Aliens, so könntet Ihr meinen, wenn Ihr vorab die Trailersequenzen gesehen habt. Die haben bei mir eine enorme Vorfreude aufgebaut, die so übersteigert kaum erfüllt werden konnte. So war es dann auch, denn nach 145 Minuten fand ich mich emotional erschöpft in meinem IMAX-Kinosessel wieder und wusste nicht so recht, was ich hier gesehen hatte. Keine Panik, ich verrate hier nichts, denn der Spannungsaufbau dauert weit über zwei Stunden und was mit dem Tag der Wahrheit wirklich gemeint ist, das solltet Ihr bitte selbst erleben. Muss es zwingend ein IMAX-Saal mit übergroßer Leinwand sein und einer Soundanlage, die Euch wegblasen kann? Ich glaube nein, denn Steven Spielberg brillierte für mich eher als Geschichtenerzähler. Einer, der stellenweise altmodisch bis naiv wirkt, ganz fest an das Gute glaubt und uns mit auf seine Was-wäre-wenn-Reise nimmt.

Die bewegten Bilder wirkten dabei auf mich zwar perfekt inszeniert, aber in Summe eher unspektakulär. In den letzten Kinojahren haben wir eben schon vieles gesehen. Die Freigabe ab 12 Jahren setzt zudem enge Grenzen dafür, was gezeigt und was nur angedeutet werden kann. Das hier ist und kann kein John Wick sein, auch wenn durchaus viel geballert wird. Aber in Szene gesetzte Wirkungstreffer seht Ihr nicht. Und auch sonst hat sich in meinem eigenen Kopfkino viel mehr an Möglichkeiten abgespielt, als ich schließlich auf der Leinwand gesehen habe. Leider hinkt das CGI trotz eines Budgets von 115 Millionen Dollar etwas hinterher und gleitete für mich mehrmals in das berüchtigte Uncanny Valley ab. Oder sollte das etwa ein bewusst eingesetztes Stilmittel gewesen sein?

Die Filmmusik hat John Williams beigesteuert, wobei die mir größtenteils leider nicht im Gedächtnis geblieben ist. Zumindest in den ersten 90 Filmminuten könnte ich jetzt keine ikonischen Melodien nachsummen. Später trumpft dann der durchaus melancholische Score umso mehr auf und unterstreicht die Stimmung, bis durchaus so manche Träne forciert wird. Auf der emotionalen Ebene fand ich den Film wirklich stark und bewegend, wobei es eher die allgemeine Situation war und weniger mein Mitleiden mit den Hauptdarstellern, die mir arg unnahbar blieben. Eventuell auch, weil wir so wenig über die erfahren und sich der Film auch nicht mit deren Hintergrundgeschichten aufhält.

Nach dem Abspann sitzen zu bleiben, das lohnt sich nur, wenn Ihr Euer Filmerlebnis musikalisch mit John Williams ausklingen lassen und eventuell die ein oder andere Träne trocknen wollt. Zusatzszenen oder eine finale Botschaft gibt es hingegen nicht. Da ist Steven Spielberg ganz klassisch unterwegs. Ich für mich, muss mir „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ zwingend ein zweites Mal anschauen, gerne in der Originalversion. Nur um zu sehen, wie die so wirkt im Vergleich und ich auf all das achten kann, was mir in meiner Erwartungshaltung, was alles da noch kommen wird, untergegangen ist.

Das waren 145 Minuten, die für mich keine einzige Minute langweilig waren. Allerdings wurden einige Themen nur angerissen und in der Konsequenz offen gelassen. Wer auf handfeste und eindeutige Antworten drängt, der könnte sogar enttäuscht sein. Manche Stimmen meinen sogar, dass der Film zugunsten des Handlungsverlaufs die Logik verliert und auf ein Finale zusteuert, das aus der Zeit gefallen wirkt. Für mich eine klare Empfehlung im Science-Fiction-Genre, auch wenn ich einen ganz anderen Film als von mir erwartet bekommen habe. Vergleiche möchte ich hier ganz bewusst nicht ziehen, weil die könnten Euch schon viel zu viel verraten. Der Märchenerzähler Steven Spielberg hat für mich nichts von seiner Faszination verloren, die ich schon in meinen Kindertagen mit einem seiner ganz großen Werke auf der Kinoleinwand erleben konnte. Der hier ist aber wesentlich erwachsener erzählt und deshalb auch weniger ein Film für die ganze Familie, sondern eher ein Genre-Standpunkt.

Wenn Ihr mir bis hierhin gefolgt seid, dann muss ich nun auch noch den Bogen zu Brettspielen schaffen, der nicht gekünstelt konstruiert ist. Keine Sorge, wird mir gelingen, denn mit 1ers Contacts habe ich einen Geheimtipp in der Hinterhand. Die lokalisierte Version wird im Laufe des Jahres unter dem Titel „1. Kontakt“ bei Strohmann Games veröffentlicht und dann hoffentlich auch redaktionell so überarbeitet, dass weniger Fragen durch FAQ und eigene Auslegung zu klären sind. Genre, Thematik und auch die Stimmung des Kinofilms sind durchaus vergleichbar, wenn auch keineswegs durchweg deckungsgleich.

Das 1vsX-Deduktionsspiel Mind MGMT scheint mal so gar nichts mit „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ gemeinsam zu haben. Wenn Ihr den Kinofilm gesehen habt, werdet Ihr wohl anders denken, selbst wenn das Genre nur indirekt passen will. Hier und da ist nicht alles so, wie es zunächst wirkt, und auf einer Ebene tiefer werdet Ihr sicher noch mehr Gemeinsamkeiten entdecken. Spielerisch im Vergleich zu 1ers Contacts komplexere Kost, die zudem fast schon zu viele Erweiterungsmodule mitbringt. Durch die gleichnamigen Mind MGMT Graphic Novels von Matt Kindt, bekommt so manches im Spiel erst einen Sinn, was ansonsten auf den ersten Blick nur kurios wirkt, aber fest in der tiefgründigen Welt logisch verankert ist. Wenn Ihr die Deluxe-Version bekommen könnt, dann schlagt da bitte zu. Lohnt sich.

So oder so, ich wünsche Euch viel Vergnügen im Kino und sowie auch oder bei meinen thematischen Brettspiel-Empfehlungen.

1ers Contacts

Von: Krys
26. April 2026 um 20:57

1ers Contacts ist ein asymmetrisches Such- und Versteckspiel für zwei bis fünf Personen. Ein Spieler übernimmt die Rolle eines außerirdischen Wesens, das nach einem Absturz unentdeckt bleiben und zusätzlich eine geheime Spezialmission erfüllen muss. Die übrigen Spieler steuern gemeinsam ein

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