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Roxley Games in der Kritik: „Sie machen es einem wirklich schwer, sie weiter zu lieben"

Roxley Games in der Kritik: „Sie machen es einem wirklich schwer, sie weiter zu lieben"

Roxley Games gehört zu den angesehensten Brettspiel-Verlagen der Welt. Mit Brass: Birmingham stellt das kanadische Studio seit Jahren die unangefochtene Nummer eins auf BoardGameGeek (BGG), Dice Throne ist ein Dauerbrenner, und Santorini gilt als moderner Klassiker. Doch in der Community wächst die Unzufriedenheit. Ein Reddit-Thread mit dem Titel „I love Roxley's games, but they're making it really hard to keep loving them" hat auf r/boardgames eine lebhafte Debatte ausgelöst, und offenbart, dass selbst ein Spitzenverlag das Vertrauen seiner treuesten Fans verspielen kann.

Der Auslöser: Brass Pittsburgh und die Versandkosten-Frage

Konkreter Anlass der Diskussion ist der Pledge Manager für Brass: Pittsburgh, den neuesten Teil der gefeierten Brass-Reihe. Laut Nutzerberichten auf Reddit werden in dieser Phase Versandkosten eingezogen und zusätzliche Produkte zum Kauf angeboten - zu Preisen, die viele Unterstützer als überhöht empfinden. Besonders bitter: Einige Produkte sind direkt auf der Roxley-Website günstiger zu bekommen als über die Crowdfunding-Kampagne, die eigentlich „Versandkosten sparen" sollte, wie ein Kommentator anmerkt.

Die Versandkosten außerhalb der USA werden in der Diskussion immer wieder als Kritikpunkt genannt. „Sieben Dollar Versand für ein Kartenspiel-Päckchen ist schon fast eine Beleidigung", schreibt ein Nutzer. Andere berichten von Versandkosten, die in keinem Verhältnis zum Warenwert stehen, ein Problem, das bei internationalen Crowdfunding-Kampagnen zwar nicht neu ist, bei einem etablierten Verlag wie Roxley aber besonders schwer wiegt.

 

Qualitätsschwankungen: Wenn die Würfel nicht halten, was die Marke verspricht

Ein weiterer Diskussionspunkt sind Qualitätsschwankungen bei einzelnen Produkten. In der Reddit-Debatte werden insbesondere die Würfel der X-Men Dice Throne-Reihe kritisiert. Nutzer berichten von Problemen mit der Verarbeitungsqualität, ein sensibles Thema bei einem Spiel, dessen Kernmechanik auf Würfeln basiert. Auch auf anderen Plattformen wie Facebook finden sich Berichte über Verpackungsmängel bei der Retail-Version von X-Men Dice Throne, bei der im Vergleich zu früheren Ausgaben individuelle Charakter-Trays fehlen.

Es ist wichtig festzuhalten: Die Kritik richtet sich nicht gegen das Spieldesign. Dice Throne wird als Spielmechanik weiterhin hoch gelobt, und Roxleys Ruf für innovative, polierte und wunderschön gestaltete Spiele steht nicht grundsätzlich in Frage. Es sind die produktionsseitigen und logistischen Aspekte, die zunehmend für Unmut sorgen.

 

PAX-Probleme und Lieferanten-Schwierigkeiten

Hinter den Kulissen hat Roxley durchaus mit Herausforderungen zu kämpfen, die nicht allein in der Hand des Verlags liegen. In der Vergangenheit hat das Unternehmen öffentlich Frustration über Lieferanten-Probleme geäußert - insbesondere im Zusammenhang mit der PAX, einem wichtigen Logistikpartner. Verzögerte Lieferungen und Bearbeitungsprobleme wurden von Roxley eingeräumt, was zumindest einen Teil der Lieferverzögerungen erklärt.

Dennoch: Eine offizielle Stellungnahme zu den aktuellen, im Reddit-Thread gebündelten Vorwürfen gibt es bislang nicht. Das Fehlen proaktiver Kommunikation wird in der Community als eigenständiges Problem wahrgenommen. „Transparenz wäre das Mindeste", fasst ein Diskussionsteilnehmer die Stimmung zusammen.

 

Die Spiele bleiben unangefochten

Was die Debatte so bemerkenswert macht, ist der Kontrast zwischen der Qualität der Spiele und der Qualität des Kundenerlebnisses. Brass: Birmingham thront seit Jahren auf Platz 1 der BGG-Rangliste, Brass: Lancashire steht in den Top 30, und Radlands wird als eines der besten Zwei-Spieler-Spiele der letzten Jahre gehandelt. Die Design-Qualität wird in der gesamten Diskussion nicht in Frage gestellt - im Gegenteil: Gerade weil die Community die Spiele so sehr schätzt, ist die Enttäuschung über die Begleitumstände so groß.

Roxley wurde 2014 von Gavan Brown in Calgary, Kanada, gegründet und hat sich mit einem klaren Fokus auf hochwertige Deluxe-Editionen einen Namen gemacht. Das Studio beschäftigt einige der talentiertesten Designer, Illustratoren und Grafiker der Branche und ist bekannt für seinen Perfektionismus bei Komponenten und Artwork. Dass ausgerechnet dieser Anspruch nun an den Rändern bröckelt, schmerzt die Fangemeinde besonders.

„Ich liebe Roxleys Spiele, aber sie machen es einem wirklich schwer, sie weiter zu lieben."

 

Ein Trend in der Branche?

Roxley ist nicht der einzige etablierte Verlag, der mit wachsender Community-Kritik konfrontiert ist. CMON kämpft mit massiven finanziellen Problemen und unerfüllten Crowdfunding-Versprechen, andere Studios wie Final Frontier Games haben ganz geschlossen. Die goldenen Kickstarter-Jahre, in denen Unterstützer geduldig auf Verzögerungen reagierten und großzügig über Qualitätsmängel hinwegsahen, scheinen vorbei zu sein.

Für Roxley steht viel auf dem Spiel. Brass: Pittsburgh ist die nächste große Kampagne, und die Community beobachtet genau, wie der Verlag mit der aktuellen Kritik umgeht. Eine transparente Kommunikation und sichtbare Verbesserungen bei Versand und Qualitätskontrolle könnten das Ruder herumreißen. Bleibt beides aus, droht auch einem der angesehensten Verlage der Branche ein schleichender Vertrauensverlust.

 

Quellen

  1. Reddit r/boardgames - „I love Roxley's games, but they're making it really hard to keep loving them" (Juli 2026)
  2. Brass: Birmingham auf BoardGameGeek
  3. Dice Throne auf BoardGameGeek
  4. Santorini auf BoardGameGeek
  5. Radlands auf BoardGameGeek
  6. Roxley Games - Offizielle Website
  7. Reddit r/boardgames - „Brass Pittsburgh is now live!", Diskussion zu Versandkosten (2026)
  8. Reddit r/DiceThrone - „Marvel X-Men Dice Throne Retail Version - A Step in the Wrong Direction", Qualitätsdiskussion (2026)
  9. Gamefound - Brass: Pittsburgh by Roxley Games, Crowdfunding-Kampagne

Recherchestand: 7. Juli 2026. Basierend auf Community-Diskussionen auf Reddit, offiziellen Roxley-Kanälen und Crowdfunding-Plattformen.

Kurzvorstellung zu Kauderwelsch (Gibberers) (Strohmann Games) / Holzminden 2026

Newsbild Wir waren vom 26.06.2026 bis zum 03.07.2026 wieder einmal in Holzminden zu unserem Cliquenabend Gathering mit einigen Redakteur*innen und Autor*innen, um dort einige Prototypen zu testen, aber auch ein paar kommende Neuheiten zu spielen und zu filmen. Unter anderen konnten wir auch das Spiel Kauderwelsch (Gibberers) spielen, welches voraussichtlich Ende des Jahres bei Strohmann Games erscheinen wird. Menschen mit unterschiedlichen Kenntnissen und Sprachen trafen sich und schlossen sich zu einem neuen Stamm zusammen, schufen eine neue Sprache und entwickelten eine Zivilisation. Kauderwelsch (im Original: Gibberers) ist ein Wortspiel für Expert*innen, das der Feldlinguistik ähnelt. Im Spiel werden die Spielenden zu primitiven Menschen, die auf Außerirdische treffen und eine neue Sprache erschaffen, die ihnen die Kommunikation ermöglicht. Während der Wortschatz wächst und Generationen vergehen, entwickelt sich die neue Sprache wie ein Technologiebaum. Kauderwelsch enthält kurze Regeln, die ein 60-minütiges Spiel ermöglichen, und vollständige „Expert*innen“-Regeln, die ein 180-minütiges Erlebnis erzeugen, das mit keinem anderen Wortspiel vergleichbar ist. #video:kauderwelsch#

Brettspiel News: The Resort: Vital Lacerda schickt uns ins Luxusresort

08. Juli 2026 um 18:35

Sonne, Strand und ein eigenes Luxusresort. Was zunächst nach einem entspannten Urlaub klingt, dürfte bei Vital Lacerda schnell zu einer anspruchsvollen wirtschaftlichen Aufgabe werden. Mit dem Brettspiel The Resort arbeitet der portugiesische Autor an seinem nächsten großen Brettspiel. Als Veröffentlichung ist derzeit das Jahr 2027 vorgesehen. Ganz neu ist die Info zum Spiel nicht. Lacerda hat in […]

Knight Moves fliegt raus, Primal begeistert: Ein Reddit-Nutzer testet 20 Solo-Neuheiten — das sind seine Urteile

Knight Moves fliegt raus, Primal begeistert: Ein Reddit-Nutzer testet 20 Solo-Neuheiten — das sind seine Urteile

Knight Moves fliegt raus, Primal begeistert: Ein Reddit-Nutzer testet 20 Solo-Neuheiten: das sind seine Urteile

Die erste Jahreshälfte ist um - Zeit für eine Bilanz. Der Reddit-Nutzer u/mrausgor hat im Subreddit r/soloboardgaming unter dem Titel „Halfway through 2026: Quick reviews of 20 new-to-me solo games" seine Eindrücke zu zwanzig Spielen geteilt, die er in den ersten sechs Monaten des Jahres zum ersten Mal gespielt hat. Das Echo: 149 Upvotes und 31 Kommentare, für ein Nischen-Subreddit ein beachtlicher Wert. Das Besondere: Jedes Spiel bekommt ein klares „Keep" (bleibt) oder „Cull" (fliegt raus). Der Autor selbst räumt ein: „There's more culls than keeps in this list, but I enjoyed the learning experience and plays of most of the culls."

Das Keep-or-Cull-Format: Ehrlich, kompakt, community-getrieben

Das Format ist in der Solo-Community seit Jahren beliebt, weil es eine einfache, aber radikale Frage stellt: Ist dieses Spiel gut genug, um wertvollen Platz im Regal zu beanspruchen? u/mrausgor listet die Spiele chronologisch, in der Reihenfolge, in der sie gespielt wurden, nicht nach Qualität. Jedes Spiel bekommt eine Play-Count, ein Urteil und ein paar prägnante Sätze. „The only real stinkers were Knight Moves and Coin Pusher", schreibt er - ansonsten habe er selbst die meisten Culls genossen. Ein Format, das ankommt: Der Post zählt zu den erfolgreichsten Beiträgen des Subreddits in den letzten Wochen.

 

Die Keep-Spiele: Was überzeugt hat

Von den 20 getesteten Spielen dürften acht bleiben. Hier sind die Highlights, mit den Eindrücken des Autors und verifizierten BGG-Daten.

 

Deckers - 14 Partien, klarer Favorit

„I absolutely adore this game", schreibt u/mrausgor über Deckers (BGG 8.1, 812 Bewertungen). Das Hacking-Spiel von Richard Wilkins (Deep Print Games/Pegasus Spiele, 2025) bietet „deep, crunchy gameplay under 60 minutes" - eine Kombination, die der Autor sonst nur bei Marvel Champions findet. Das Deckbuilding-System ist brillant: Man tauscht Upgrade-Karten ins Deck und spielt sie noch im selben Zug. Das Deck bleibt stets bei 15 Karten, pro Runde spielt man fünf. „It tiptoes the line between feeling OP and still getting your ass kicked." Dazu jede Menge Content - zahlreiche Charaktere, 24 Missionen, verschiedene Bosse - alles in einer kompakten 20×20-cm-Box. „Bravo Ricky Royal and team!"

Deckers - Fakten

1-4
Personen
ab 12
Alter
60-90 min
Spieldauer
8,1 / 10
BGG · 812 Stimmen
DesignerRichard Wilkins
IllustrationLukas Siegmon
VerlagDeep Print Games / Pegasus Spiele
BGG Weight3,8 / 5
SpracheEnglisch (sprachabhängig)
Release2025
Mechaniken Deckbuilding Kooperativ Solo Variable Player Powers

 

Primal: The Awakening - 19 Partien, „absolutely incredible"

Mit 19 Partien ist Primal: The Awakening (BGG 8.6, 2.018 Bewertungen) das am zweithäufigsten gespielte Spiel der Liste, und eines der enthusiastischsten Urteile. Der Monster-Hunter-Boss-Battler von Tommaso Mondadori und Alberto Parisi (Reggie Games, 2024) hat den Autor völlig überzeugt. 24 Missionen, taktische Kämpfe gegen riesige Monster, und ein Kampagnen-System, das trägt. „Absolutely incredible" - mehr muss man nicht sagen.

Primal: The Awakening - Fakten

1-4
Personen
ab 14
Alter
90 min
Spieldauer
8,6 / 10
BGG · 2.018 Stimmen
DesignerTommaso Mondadori, Alberto Parisi
IllustrationDaniel Comerci
VerlagReggie Games / CrowD Games
BGG Weight3,8 / 5
SpracheEnglisch (sprachabhängig)
Release2024
Mechaniken Kooperativ Solo Kampagne Boss-Battler

 

Vantage - 10 Partien, „Breath of the Wild und Returnal hatten ein Baby"

„I freaking love this game", schreibt u/mrausgor über Vantage (BGG 8.2, 6.937 Bewertungen). Das Single-Session-Rollenspiel von Jamey Stegmaier (Stonemaier Games, 2025) vergleicht er mit einer Mischung aus „Breath of the Wild und Returnal". Kein Kampagnen-Gedächtnisproblem wie bei Earthborne Rangers - jede Session steht für sich. Die Skill-Checks werden mit steigendem Level interessanter, die Welt macht Spaß zu erkunden, und das Writing ist prägnant. „The game suffers when you hone in on the goal - better to just see where the session takes you." Schneller Auf- und Abbau, exzellentes Storage.

Vantage - Fakten

1-6
Personen
ab 14
Alter
180 min
Spieldauer
8,2 / 10
BGG · 6.937 Stimmen
DesignerJamey Stegmaier
IllustrationValentina Filic, Sören Meding, Emilien Rotival
VerlagStonemaier Games / Feuerland Spiele
BGG Weight2,3 / 5
SpracheEnglisch / Deutsch (Feuerland)
Release2025
Mechaniken Solo Erkundung Rollenspiel Open World

 

Die weiteren Keep-Spiele

The Lord of the Rings: The Two Towers - Trick-Taking Game (BGG 8.4, 1.388 Bewertungen) ist mit 41 Partien das meistgespielte Spiel der Liste - allerdings mit Sternchen. Bryan Bornmuellers Stichspiel-Serie (Office Dog, 2026) hat der Autor durchgespielt („gobbled through Fellowship and Two Towers") und wird es verkaufen, sobald Return of the King erscheint. „It solved the solo trick-taking puzzle in a way that makes The Crew look dated." Kapitel dauern nur 10-15 Minuten, die Art folgt der Buchvorlage. Anders als For Northwood fühlt es sich wie echtes Stichspiel an - schlechte Blätter können eine Runde ruinieren, aber das gehört dazu.

52 Duels (BGG 8.0, 86 Bewertungen) von Matthew Dunstan und Rory Muldoon (Postmark Games, 2025) ist der thematische Nachfolger von 52 Realms. Ein Boss-Battler, der nur ein Standard-Kartenspiel und Papier braucht. „Best solo boss battler for under $15", urteilt der Autor. Die ersten Partien waren noch underwhelming, dann machte es Klick. Leichtgewichtig, gute Charakter- und Boss-Vielfalt, kontinuierlich neue kostenlose Inhalte von Postmark Games.

The Anarchy (BGG 8.2, 3 Bewertungen - noch sehr neu) von Robert Laing (Web Published, 2026) beschreibt der Autor als „upgrade in almost every measurable area from Hadrian's Wall". Die Castle-Defense-Mechanik und das Angreifen feindlicher Burgen bringen frische Abwechslung. „Exactly how I want to feel about a sequel."

Embers (BGG 7.5, 195 Bewertungen) ist ein Button-Shy-Wallet-Spiel von Steven Aramini (Sprawlopolis, Fliptown, Circle the Wagons). „A ton of fun" - Helden hüpfen und rutschen um ein Lagerfeuer, um Monster abzuwehren. Das Thema kommt stark durch. Der Autor war zuvor auf einer Pechsträhne mit Button-Shy-Spielen (Lands of Amazement, Leaping Lions waren Fehlkäufe) - Embers hat die Serie gebrochen.

Burncycle (BGG 7.9, 1.610 Bewertungen) von Josh J. Carlson und Shannon Wedge (Chip Theory Games, 2022) ist das „black sheep of the collection but right up there with Too Many Bones and Cloudspire". Ein taktisches Infiltrationsspiel mit Robotern in einer dystopischen Zukunft - typisch Chip Theory: hochwertige Komponenten, tiefe Mechanik, steile Lernkurve. BGG Weight von 4.1 unterstreicht den Anspruch.

Regicide Legacy (BGG 8.6, 560 Bewertungen) von Paul Abrahams, Luke Badger und Andy Richdale (Badgers from Mars, 2025) war der einzige Blindkauf des Autors, und ein Volltreffer. „Totally blown away." Das Spiel baut auf dem beliebten Regicide-Kartenspiel auf und erweitert es zu einer Legacy-Kampagne. Mit einem BGG-Rating von 8.6 gehört es zu den bestbewerteten Spielen der gesamten Liste.

 

Die Cull-Spiele: Warum sie gehen mussten

Zwölf Spiele haben den Keep-Test nicht bestanden. Die Gründe sind vielfältig, von „gut, aber nicht gut genug" bis „schlechtes Design".

 

Die Totalausfälle: Knight Moves und Coin Pusher

Gleich das erste Spiel der Liste setzt den Ton: Knight Moves (2 Partien) aus Gabe Barretts „Solo Game of the Month"-Reihe ist für den Autor „a cute game that feels like something I could have played on NES. Unfortunately, it's a really poor design." Man wird schnell übermächtig und spult die zweite Hälfte nur noch herunter. Eine der wenigen Regeln fehlte im Regelheft (wurde später korrigiert). „Fun idea poorly executed - should have been a free print and play."

Coin Pusher: Galactic Surge (BGG 7.4, 10 Bewertungen) von Jason Greeno und Jason Tagmire (PNP Arcade Publishing, 2025) bekommt nur eine Partie. „Perfectly fine and functional for a cheap roll and write, but didn't do anything interesting enough to warrant playing it more." Gut für Genre-Neulinge, aber nicht erinnerungswürdig.

 

Solo Game of the Month unter Druck

Gleich vier Spiele aus Gabe Barretts Abo-Reihe tauchen auf der Liste auf, und alle vier fliegen raus. Neben Knight Moves sind das:

Awaken the Ancients (BGG 7.1, 56 Bewertungen) von Gregg Jewell (2024) war ein kostenloses Geschenk im Abo. Ein schnelles, leichtes Mancala-Spiel. „Had a really good couple of nights with and then never needed to play again."

Dice Commandos (BGG 7.2, 64 Bewertungen) von Cole Munro-Chitty (Best With 1 Games, 2026) startet vielversprechend, aber: „Good idea with mediocre execution." Das Kampfsystem ist seltsam (durch Wände schießen), die Szenarien bringen keine sinnvolle Abwechslung. Nach 3-4 Partien war der Reiz verflogen.

Dicemancy (BGG 7.6, 181 Bewertungen) von Eduardo Aguilar Leal (Best With 1 Games, 2025) ist „by far the favorite of the bunch", ein innovatives Würfelplatzierungs-Magiesystem im Tower-Defense-Stil. „A lot of fun", aber einmal weggelegt, kein Verlangen, es wieder hervorzuholen. Der Autor hat Konsequenzen gezogen: „I now only back SGotM games by Joe Klipfel."

 

Gut, aber nicht gut genug

Civolution (BGG 8.2, 6.227 Bewertungen) von Stefan Feld (Deep Print Games/Pegasus Spiele, 2024) ist „probably the most controversial take" des gesamten Posts. Der Autor erkennt an, dass es „incredibly well designed" ist, aber die frustrierende Lernkurve und der Zeitaufwand haben ihn nicht gepackt, obwohl er andere schwere Spiele wie Captain's Chair, Cloudspire und Wayfarers mag. „Just isn't for me no matter how hard I try to justify it." Ein Cull, der in den Kommentaren sicher für Diskussionen sorgt - immerhin hat Civolution ein BGG-Rating von 8.2 und ein Weight von 4.3.

Camping Season (BGG 7.6, 133 Bewertungen) von Casey und Zoey Mattes (SweaterBear Games, 2025) ist „really well designed", ein Campground-Manager mit Bag-Building. Aber: „Too expensive for what it is and not enough meat for solo-only." Nach 3-4 Partien war der Glanz verflogen. Besser für Multiplayer mit gelegentlichem Solo.

Flip Voyage (BGG 7.6, 202 Bewertungen) von Steven Aramini (Write Stuff Games, 2026) ist „a big step back from Fliptown in every category." Kein Poker-Hand-Minispiel, nur ein schlecht designter Bot, keine Solo-Kampagne. „Hard to argue for keeping it when Fliptown is sitting right there."

Heroes of Tenefyr (BGG 7.2, 1.069 Bewertungen) von Pepijn van Loon (Broken Mill, 2019) war „super fun for 4 plays, but that was enough." Keine Langzeitmotivation. Der Autor hat gelernt, vorsichtig zu sein bei Spielen, die von Mike vom One-Stop Co-op Shop gehypt werden.

Lands of Galzyr (BGG 7.9, 2.292 Bewertungen) von Seppo Kuukasjärvi und Sami Laakso (Snowdale Design, 2022) beschreibt der Autor als „completely unapologetically stubborn about its mission statement to create a consequence-free sandbox." Wer ein narratives Erlebnis ohne Druck sucht, wird es lieben, für den Autor war es zu richtungslos.

Fate of the Witches (BGG 7.9, 55 Bewertungen) von Peter Marshall (Onebold Studio, 2025) fühlt sich an „like The Bloody Inn, just not nearly as good." Ein schneller Verkauf, schwer zu empfehlen.

 

Die Überraschungen: Civolution als kontroverser Cull, Burncycle als unterschätztes Juwel

Zwei Spiele stechen aus der Liste heraus, weil sie gegen den Mainstream-Konsens laufen. Civolution mit BGG 8.2 und über 6.000 Bewertungen ist eines der bestbewerteten Spiele der Liste, und fliegt trotzdem raus. Der Autor betont, dass es nicht am Design liegt („incredibly well designed"), sondern an der Passung: zu schwer, zu zeitintensiv, zu frustrierend in der Lernkurve. Ein ehrliches Urteil, das zeigt, dass selbst objektiv großartige Spiele subjektiv scheitern können.

Umgekehrt ist Burncycle mit BGG 7.9 das am niedrigsten bewertete Keep-Spiel, aber der Autor stellt es auf eine Stufe mit Too Many Bones und Cloudspire, zwei der höchstbewerteten Spiele im Chip-Theory-Katalog. Ein Reminder, dass BGG-Ratings nicht alles sind.

 

20 solospiele juni alle cover collage

 

Alle 20 Spiele auf einen Blick

SpielPartienUrteilBGGAnmerkung
Knight Moves 2 Cull - „Fun idea poorly executed"
Coin Pusher: Galactic Surge 1 Cull 7.4 „Didn't do anything interesting"
Civolution 2 Cull 8.2 „Incredibly well designed, just not for me"
Vantage 10 Keep 8.2 „Breath of the Wild + Returnal"
Deckers 14 Keep 8.1 „Deep, crunchy under 60 min"
LOTR: Two Towers Trick-Taking 41 Keep* 8.4 Durchgespielt, wird verkauft
52 Duels 5 Keep 8.0 „Best solo boss battler under $15"
The Anarchy 7 Keep 8.2 „Upgrade from Hadrian's Wall"
Awaken the Ancients 5 Cull 7.1 Mancala, „good couple of nights"
Camping Season 4 Cull 7.6 „Too expensive for what it is"
Dice Commandos 5 Cull 7.2 „Good idea, mediocre execution"
Embers 9 Keep 7.5 Button Shy, Steven Aramini
Fate of the Witches 2 Cull 7.9 „Like Bloody Inn, not as good"
Dicemancy 5 Cull 7.6 „Favorite SGotM, but no replay desire"
Flip Voyage 6 Cull 7.6 „Step back from Fliptown"
Heroes of Tenefyr 4 Cull 7.2 „Super fun for 4 plays, that's it"
Lands of Galzyr 5 Cull 7.9 „Consequence-free sandbox"
Primal: The Awakening 19 Keep 8.6 „Absolutely incredible"
Burncycle 5 Keep 7.9 „Right up there with TMB and Cloudspire"
Regicide Legacy 10 Keep 8.6 „Only blind purchase, totally blown away"

 

Was die 20 Spiele über Solo-Gaming 2026 verraten

Aus der Liste lassen sich einige Muster ablesen, die den Solo-Markt 2026 prägen:

Solo Game of the Month in der Krise: Vier SGotM-Spiele, vier Culls. Knight Moves und Dice Commandos überzeugen nicht, Awaken the Ancients und Dicemancy sind „gut für ein paar Abende". Der Autor zieht die Konsequenz und backed nur noch Joe-Klipfel-Titel. Für Gabe Barretts Abo-Reihe ist das kein gutes Zeugnis, die Qualität schwankt zu stark.

Flip-and-Write ist gesättigt: Mit Fliptown gibt es einen klaren Platzhirsch. Flip Voyage fällt in jeder Kategorie zurück, Coin Pusher ist „functional but forgettable". Neue Genre-Vertreter haben es schwer, sich neben etablierten Titeln zu behaupten.

Kompaktheit schlägt Komplexität: Deckers (60-90 Minuten) und die LOTR-Trick-Taking-Spiele (10-15 Minuten pro Kapitel) werden enthusiastisch gefeiert. Civolution (180 Minuten, Weight 4.3) fliegt raus - nicht weil es schlecht ist, sondern weil es zu viel verlangt. Solo-Spieler wollen Tiefe, aber keine Vier-Stunden-Sessions.

Deckbuilding und Boss-Battler dominieren: Deckers, Primal, 52 Duels, Regicide Legacy, die Keep-Liste ist voll von Spielen, bei denen man ein Deck optimiert oder gegen übermächtige Gegner antritt. Das sind die Mechaniken, die Solo-Spieler 2026 am meisten fesseln.

Stonemaier und Chip Theory liefern ab: Vantage (Stonemaier) und Burncycle (Chip Theory) sind zwei Keep-Spiele von Premium-Verlagen, die für hochwertige Solo-Erlebnisse stehen. Beide Verlage haben sich als feste Größen im Solo-Markt etabliert.

 

Quellen

  1. Reddit r/soloboardgaming: „Halfway through 2026: Quick reviews of 20 new-to-me solo games" - Originalpost von u/mrausgor mit 149 Upvotes und 31 Kommentaren (Juli 2026)
  2. BoardGameGeek: Deckers - Richard Wilkins, Deep Print Games / Pegasus Spiele (2025)
  3. BoardGameGeek: Primal: The Awakening - Tommaso Mondadori, Alberto Parisi, Reggie Games (2024)
  4. BoardGameGeek: Vantage - Jamey Stegmaier, Stonemaier Games (2025)
  5. BoardGameGeek: Burncycle - Josh J. Carlson, Shannon Wedge, Chip Theory Games (2022)
  6. BoardGameGeek: Civolution - Stefan Feld, Deep Print Games / Pegasus Spiele (2024)
  7. BoardGameGeek: The Lord of the Rings: The Two Towers - Trick-Taking Game - Bryan Bornmueller, Office Dog (2026)
  8. BoardGameGeek: 52 Duels - Matthew Dunstan, Rory Muldoon, Postmark Games (2025)
  9. BoardGameGeek: The Anarchy - Robert Laing (2026)
  10. BoardGameGeek: Regicide Legacy - Paul Abrahams, Luke Badger, Andy Richdale, Badgers from Mars (2025)
  11. BoardGameGeek: Embers - Steven Aramini, Button Shy (2025)
  12. BoardGameGeek: Camping Season - Casey Mattes, Zoey Mattes, SweaterBear Games (2025)
  13. BoardGameGeek: Dice Commandos - Cole Munro-Chitty, Best With 1 Games (2026)
  14. BoardGameGeek: Dicemancy - Eduardo Aguilar Leal, Best With 1 Games (2025)
  15. BoardGameGeek: Flip Voyage - Steven Aramini, Write Stuff Games (2026)
  16. BoardGameGeek: Heroes of Tenefyr - Pepijn van Loon, Broken Mill (2019)
  17. BoardGameGeek: Lands of Galzyr - Seppo Kuukasjärvi, Sami Laakso, Snowdale Design (2022)
  18. BoardGameGeek: Coin Pusher: Galactic Surge - Jason Greeno, Jason Tagmire, PNP Arcade Publishing (2025)
  19. BoardGameGeek: Fate of Witches - Peter Marshall, Onebold Studio (2025)
  20. BoardGameGeek: Awaken the Ancients - Gregg Jewell (2024)

Recherchestand: 8. Juli 2026. Der Post wurde über old.reddit.com abgerufen und vollständig ausgewertet. Alle Spieldaten wurden über die BGG XML API v2 verifiziert.

LEGO Ninjago Brettspiel Impressionen | DieHausis unterwegs

08. Juli 2026 um 13:41

Wir waren zu Gast im LEGOLAND Discovery Centre Oberhausen! ✨ Asmodee hat uns zum Presseevent eingeladen, um das neue LEGO NINJAGO Brettspiel „Destiny’s Bounty Adventures“ unter die Lupe zu nehmen.

In diesem Video zeigen wir euch unsere ersten Eindrücke vom Spiel, wie wir gemeinsam die Destiny’s Bounty verteidigt haben und warum das Spiel nicht nur für kleine Ninja-Fans ein Highlight ist. Außerdem haben wir endlich die Lücke geschlossen und eine Runde „Monkey Palace“ gespielt – inklusive einer spannenden Punktejagd und jeder Menge LEGO-Spaß!

Zum Schluss werfen wir noch einen kurzen Blick in das Discovery Centre selbst – einen Indoorspielplatz für Familien.!

!disclaimer: Wir wurden von Asmodee zu dem Event eingeladen

(Werbung unbezahlt) Danke für die Einladung.

Das Video auf Youtube: https://youtu.be/Oq6d2JhOf0A

Der Beitrag LEGO Ninjago Brettspiel Impressionen | DieHausis unterwegs erschien zuerst auf DieHausis.

Magic the Gathering: Geheimnisse von Strixhaven – Zurück zur Schule! (Rezension)

08. Juli 2026 um 09:00

GvS - BannerZurück an die Schule nach so langer Zeit? Mit Geheimnisse von Strixhaven entführt uns Magic: The Gathering zurück in ein beliebtes Setting voller Zauberei, Drachen und besonderen Charakter*innen. Kann uns dieses Set erfolgreich durch den Sommer voller Jenseits des Universums-Sets bringen?

Dieser Beitrag wurde von Markus Kastell geschrieben

Dirt & Dust

Von: Roy
08. Juli 2026 um 08:17


Dirt & Dust ist ein Rennspiel ohne Rennen. Macht das Sinn? Findet es selbst heraus. In diesem Kennerspiel aus der Feder von Petr Čáslava können sich 1–4 Spieler ab 14 Jahren am Feintuning des Rallyesports versuchen und sollten dafür gut 90 Minuten einplanen. Das Cover verspricht in gewisser Weise Action und auch das Material auf der Rückseite zeigt uns Straßen, Cockpits, aber auch Karten und Würfel. Warum ist es also ein Rennspiel ohne Rennen?

Nun ja, der Rallyesport ist größtenteils ein Zeitrennen. Das heißt, es geht nicht im direkten Kampf auf der Straße um Platz 1 oder 2, sondern darum, den Kurs in der bestmöglichen Zeit zu absolvieren – ohne dass andere Fahrer dabei stören können. Hier stehen das fahrerische Können des Fahrers und seines Beifahrers im Mittelpunkt. Und genau DAS wird in Dirt & Dust simuliert.


Fast alle Aktionen, die wir nun beschreiben werden, können von allen Spielern simultan durchgeführt werden. Lediglich beim Kauf neuer Karten kann es vorkommen, dass eine Reihenfolge eingehalten werden muss. Das ist in meinen Partien allerdings bisher noch nicht vorgekommen. Nun habt ihr bereits gelesen, dass man Karten kaufen kann – Dirt & Dust ist also in gewisser Weise auch ein Deckbuilding-Spiel, noch mehr aber ein Tableau-Building-Spiel, dessen Karten mithilfe von Würfeln aktiviert werden.

In der Tischmitte liegt ein Kurs aus, der meist aus zehn Karten besteht, von denen sechs offen in einer vorgegebenen Reihenfolge ausliegen. Jede Karte stellt dabei einen Streckenabschnitt dar, den man möglichst gut planen sollte, um Punkte zu erhalten, sobald dieser Abschnitt gewertet wird.


Wann ist ein Abschnitt an der Reihe? Am Ende jeder Runde verlässt die unterste Karte den Kurs. Liegt darauf einer meiner Stoppuhrmarker, erhalte ich – abhängig von der Position meines Auto-Meeples auf meinem Tableau – Punkte. Liegt dort kein Marker, gibt es in diesem Moment natürlich auch keine Punkte.

Es gilt also, die einzelnen Abschnitte möglichst gut vorzubereiten. Dafür besitzt jeder Spieler zwei Tableaus. Das erste wurde bereits angesprochen: Hier befindet sich unser Auto und es wird dargestellt, wie nah wir uns an der Ideallinie befinden. Dabei können wir nach links oder rechts ausscheren. Gleichzeitig zeigt das Tableau an, ob wir gerade Vollgas geben (obere Reihe) oder eher vorsichtig und bremsend unterwegs sind (untere Reihe). Je nach Position erhalten wir bei einer Wertung Punkte. Sind wir jedoch zu weit außen, gibt es keine Punkte – dafür freuen sich die Zuschauer über die riskante Fahrweise und wir erhalten stattdessen Beliebtheitspunkte. Zu Beginn jeder Runde bekommt nämlich der Spieler mit der höchsten Beliebtheit einen zusätzlichen Würfel. Und Würfel bedeuten bei Dirt & Dust nun einmal Aktionen.

Schauen wir nun auf das zweite Tableau. Dort finden wir sechs Slots, in die Karten gelegt werden können. Jeder Slot ist einem bestimmten Würfelwert zugeordnet. In einer Runde kann ich nun in beliebiger Reihenfolge Karten ausspielen, Würfel einsetzen, Karten in den entsprechenden Slots aktivieren oder neue Karten aus der Auslage kaufen.


Die Aktionen auf den Karten sind dabei äußerst vielseitig und teilweise ebenfalls von der Position des Wagens abhängig. Zur Bewältigung der Streckenabschnitte sammelt man beispielsweise Grip, den man anschließend ausgibt, um einen Abschnitt zu markieren. Mit Schraubenschlüsseln lassen sich neue Karten kaufen. Da diese Ressourcen ständig benötigt werden, besitzt das Cockpit-Tableau praktische Drehräder zur Verwaltung.

Außerdem können Karten einmalig nutzbare Booster-Würfel liefern. Das Problem dabei: Irgendwann sind alle Slots belegt. Am Ende jeder Runde rutschen sämtliche Karten einen Slot nach rechts, sodass nur die äußerste Karte aus dem Tableau verschwindet. Dadurch entstehen eventuell Karten-Würfel-Kombinationen, die gar nicht mehr zu meiner Planung oder meinen Würfeln passen. Glücklicherweise gibt es Karten, mit denen sich Kartenpositionen tauschen oder Slots wieder freiräumen lassen.

Wichtig ist außerdem, dass ich bei jedem erfolgreich absolvierten Streckenabschnitt SOFORT nach links oder rechts abdrifte – unabhängig davon, an welcher Position sich dieser Abschnitt befindet. Für kommende Wertungen sollte das unbedingt mit eingeplant werden. Darüber hinaus bieten manche Streckenabschnitte zusätzliche Sonderaktionen.


Einen letzten Punkt möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen: Es kann passieren, dass wir Schaden nehmen – freiwillig oder unfreiwillig. Dies wird durch Schadenswürfel dargestellt, die dauerhaft unserem Würfelpool hinzugefügt werden (bis zu drei Stück). Auf diesen befinden sich überwiegend Schadenssymbole und lediglich etwas Beliebtheit. Für jeden Schaden steigen wir auf einem kleinen Schadens-Track auf. Sobald dessen Ende erreicht ist, erhält unser Wagen einen dauerhaften Schaden. Der erste Schaden beeinträchtigt beispielsweise die Lenkung: Immer wenn ich nach links oder rechts drifte, muss ich mich ein weiteres Feld in diese Richtung bewegen. Nach acht dauerhaften Schäden ist mein Auto schließlich ein Totalschaden und ich scheide aus dem Spiel aus.

Das Spiel endet, sobald alle Streckenabschnitte das Board verlassen haben. Durch gemeisterte Streckenabschnitte und gekaufte Karten konnten bis dahin Punkte gesammelt werden. Wer am Ende die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Spiel und hat damit wohl die beste Linie gefunden.

Dirt & Dust ist ein sehr spezielles Spiel, denn es verzichtet bewusst fast vollständig auf Interaktion. Die einzige Situation, in der sich die Spieler tatsächlich in die Quere kommen können, ist der Kauf einer Karte, von der nur noch ein Exemplar vorhanden ist. In diesem Fall hat der Spieler mit der höheren Beliebtheit Vorrang. Alles andere spielt sich solitär ab und verlangt auch ein gewisses Vertrauen in die Mitspieler, denn jeder tüftelt gleichzeitig mit seinen Karten und Würfeln an seinem eigenen Tableau. Für Einsteiger kann man die ersten Runden natürlich gemeinsam durchgehen, spätestens ab der zweiten oder dritten Runde arbeitet aber jeder simultan vor sich hin.

Für ein Gesellschaftsspiel fühlt sich das zunächst wirklich ungewöhnlich an. Thematisch ergibt das durchaus Sinn – beim Rallyesport fährt schließlich ebenfalls jeder allein gegen die Zeit. Trotzdem sitzt man zu viert am Tisch und jeder beschäftigt sich ausschließlich mit seinem eigenen Puzzle. Das wirkt zunächst etwas befremdlich. Jeder tüftelt vor sich hin und irgendwann heißt es nur noch: „So, ich bin fertig – ihr auch?“ Anschließend wird der aktuelle Streckenabschnitt gewertet und geschaut, wer Punkte erzielt hat.


Gleichzeitig macht das Ganze aber auch wirklich großen Spaß. Dirt & Dust fühlt sich wie ein Puzzle- oder Räftselspiel an, bei dem man sich jedes Mal freut, wenn der eigene Plan aufgeht. Wenn Karten, Würfel und Fahrzeugpositionen perfekt ineinandergreifen, laufen die Gehirnwindungen auf Hochtouren, um aus den vorhandenen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen und gleichzeitig Karten für zukünftige Runden zu erwerben.

Jeder Spieler verfügt zudem über ein eigenes Kartendeck mit individuellem Fahrernamen und unterschiedlichen Schwerpunkten. Diese Fähigkeiten gilt es natürlich bestmöglich auszunutzen. So gibt es beispielsweise Fahrer, die bewusst Schaden in Kauf nehmen, diesen aber auch besonders gut wieder reparieren können.

Mit vier unterschiedlichen Strecken sowie einem Qualifying als Einstieg ist zudem für genügend Abwechslung gesorgt. Die Anleitung ist gut geschrieben, die Optik gefällt mir ebenfalls und auch die Materialqualität weiß zu überzeugen. Eigentlich also lauter Argumente für ein richtig gutes Spiel – und das ist Dirt & Dust tatsächlich auch. Der einzige Wermutstropfen ist die sehr solitäre Spielweise. Das muss man mögen und sollte man vor dem Kauf unbedingt berücksichtigen. Wer sich daran jedoch nicht stört, wird mit einem außergewöhnlichen Spielerlebnis belohnt – insbesondere dann, wenn man einmal ein Rennspiel der etwas anderen Art sucht.

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Dirt & Dust von Petr Ceslava
Erschienen bei Albi
Für 1-4 Spieler in ca. 60-90 Minuten ab 14 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Albi)

Duell um Cardia – Spielkritik

Von: Paddy
08. Juli 2026 um 07:36
Duell um Cardia

Gleich vier Fraktionen kämpfen bei Duell um Cardia um die Macht. Mit einem identischen Kartendeck starten die Duellanten ins Spiel. Wer holt sich die begehrten Siegelringe und entscheidet das 2 Personen-Spiel für sich? Je 16 Charakterkarten erhalten die duellierenden Personen.

Der Beitrag Duell um Cardia – Spielkritik erschien zuerst auf brettspielblog.ch.

#363 – Top 100 #1, Brettspiel WM, neue Erweiterungen & Jamey Stegmaier Battle | Podcast

Von: Peer
08. Juli 2026 um 07:00

#363 - Top 100 #1, Brettspiel WM, neue Erweiterungen & Jamey Stegmaier Battle | PodcastHeute gibt es mal wieder eine richtig vollgepackte Podcast-Folge, denn aktuell laufen 2 neue Projekte auf Abenteuer Brettspiele.

Zum einen ist meine neue Top 100 Brettspiele Liste mit den Plätzen 100 bis 91 gestartet. Da bin ich sehr auf eure Meinung gespannt. Des Weiteren läuft die Brettspiel WM. Bis heute könnt ihr noch im Achtelfinale abstimmen. Morgen startet dann das Viertelfinale.

Außerdem schaue ich mir 12 spannende angekündigte Erweiterungen an und es gibt ein neues Brettspiel-Battle.

Viel Spaß mit der Episode. Ich freue mich sehr über eure Kommentare.

Der Beitrag #363 – Top 100 #1, Brettspiel WM, neue Erweiterungen & Jamey Stegmaier Battle | Podcast erschien zuerst auf Abenteuer Brettspiele.

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