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El Grande

Von: ferengi
05. Juli 2026 um 07:26

Spiel des Jahres 1996

1996 kommt mir schon fast so lange her wie das 15. Jahrhundert, in dem El Grande spielt. Also erlöste ich es beim Sichten der Schätze auf dem Dachboden von den Staubschichten der vergangenen Jahrzehnte …

Zusammenfassend: Die Herrscher der damaligen Zeit kämpfen um die Regionen Spaniens, wobei sie Mehrheiten ihrer Caballeros in Regionen setzen und verschieben und auch die Caballeros der Mitspieler eliminieren. Zu Wolfgang Kramer und seinen Erfolgen im Spiel des Jahres-Wettbewerb wurde hier schon viel geschrieben. Nicht alle seine Spiele sind gut gealtert. El Grande schon.

Der Aufbau geht schnell und dank einer Spielerhilfe theoretisch ohne lesen der Anleitung.

In 9 Spielrunden setzt jeder Spieler eine seiner 13 Machtkarten mit den Werten 1 bis 13. Hierbei gefällt mir gut, dass die Spieler reihum ihre Karte offen spielen, keine gleiche gespielt werden darf und dann hiermit die Spielerreihenfolge für diese Runde ermittelt wird. Im Spielzug suchen sich die Spieler in der Reihenfolge der gespielten Machtkarten eine der fünf Aktionskarten aus, wobei der Spieler mit der niedrigsten Zahl bei fünf Mitspielern dann die nehmen muss, die übrig bleibt.

In seinem Spielzug kann der Spieler dann (abhängig von der Machtkarte) Caballeros an seinen Hof setzen, diese dann (abhängig von der Aktionskarte) von seinem Hof auf den Spielplan setzen. Oder in das Castillo. Wieviele Caballeros jeder setzen kann und welche Aktionen gemacht werden können, sieht jeder. Damit wird das Spiel schon sehr strategisch. Dann führt man seine Aktion aus oder hat die Karte auch nur ausgesucht, damit sie keiner ausführt.

Alle drei Runden findet eine Siegpunktewertung statt. Nachdem das Castillo gewertet wurde, stellt jeder Spieler auf einer Drehscheibe ein, wohin er die Caballeros aus dem Castillo entsenden möchte, um dort vielleicht eine Mehrheit zu erzielen. Dann werden alle Regionen gewertet, wobei es um Mehrheiten geht und ggf. Königsbonus und Heimatbonus addiert werden.

Die Aktionskarten, die offen ersteigert werden.
In der Wertungsrunde stellen wir zu Beginn ein, wohin wir die Caballeros aus dem Castillo entsenden. Hierbei sollte sich jeder gemerkt haben, wieviele er überhaupt da reingesetzt hat.
Wer die meisten Caballeros in einer Region hat bekommt die höchste Zahl auf dem Würfel als Siegpunkte in den drei Wertungsrunden. Also in Granada bekommt blau 6 (ist dort alleine) + 2 Punkte für den König.

Fazit:

Auch in der Grundversion von 1995 ein tolles Spiel, die Erweiterungen möchte ich auch gern noch spielen. Die optisch überarbeitete Version von 2023 sieht dann auch noch schön aus. Ein Klassiker, der für fünf Personen ein perfekter Spielspaß mit einer guten Mischung aus Taktik und sehr wenig Glück ist. Schön zu sehen, dass unter den älteren Schätzen auf dem Boden noch Perlen schlummern.

Stubenscore: 8,5 / 10


EL GRANDE

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Brettspiel (getestet)

Torres

Von: ferengi
14. Juni 2026 um 08:23

Spiel des Jahres 2000

Mit Tikal (1999) und Torres (2000) haben Michael Kiesling und Wolfgang Kramer in zwei Jahren hintereinander für ihre Gemeinschaftsarbeit die Auszeichnung zum Spiel des Jahres erhalten. Einzeln waren sie mit Heimlich & Co (Kramer, 1986), Auf Achse (Kramer, 1987), El Grande (Kramer, 1996) und Azul (Kiesling, 2018) auch erfolgreich.

Ziel bei Torres ist es gemeinsam die von einem Wirbelsturm zerstörte Burg wieder aufbauen. Wie schon beim Vorjahressieger Tikal geben Michael Kiesling und Wolfgang Kramer dem Spieler Aktionspunkte, mit denen sie optional eine Auswahl an Aktionen durchführen können. In drei Phasen zu je 3-4 Runden können die Spieler ausgehend von 8 Startburgteilen und jeweils einem Ritter auf dem Spielfeld die Burg erweitern, weitere Ritter einsetzen, mit diesen weiterziehen oder Aktionskarten kaufen. Mit unseren nur 5 Aktionspunkten können wir viel erreichen, da gerade die Regeln zum ziehen der Ritter eine starke taktische Komponente haben.

Startaufstellung: 8 Burgteile, die man nicht miteinander verbinden darf. Und jeweils ein Ritter und der König.

Nach jeder der drei Phasen findet eine Wertung statt. Sonderpunkte gibt es, wenn man auf einem Burgteil des Königs in der richtigen Höhe steht. Aber viele Punkte bekommt man je Burgteil mit einem Ritter. Hier werden die Höhe eines Ritters mit der Größe des Burgteils multipliziert.

 

Vorne: Höhe, auf der der Ritter steht (2) x Felder des Burgteils (7) = 14 Punkte. Hinten sind es nur 2.
Für einen Aktionspunkt gibt es eine Karte, die man aber erst in der nächsten Runde spielen darf.
So kompliziert ist das Zählen ja nicht. Mit der Taktik, Hoch zu bauen, kann man gewinnen. Man darf aber nicht höher bauen als die Grundfläche des Burgstücks ist.
Auch mit drei Spielern ist die Taktik hoch bauen zielführend.

Fazit:

Das Spielmaterial ist sicher nicht mehr zeitgemäß. Die Optionen, die man als Spieler durch den Einsatz der Aktionspunkte hat, gefällt mir nach wie vor sehr gut. Es gibt aber auch eine Aktionskarte, die im richtigen Moment das Spiel entscheiden kann, so dass es schon eine Glückskomponente gibt.

Auch ist der Mix aus Optimierung der eigenen Spielposition und Blick auf den Gegner gut ausgewogen. Wenn Torres auch nicht mehr häufig auf den Tisch kommt, bleibt es in der Sammlung.

Stubenscore: 7,4 / 10


TORRES

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Brettspiel (getestet)

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