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Final Titan Spielpartie: Mein bestens SPIEL 2026 Erlebnis

Von: ravn
29. Oktober 2026 um 20:28

Final Titan als taktischer Auto-Battler von Richard Garfield zu bezeichnen ist zweifach nur die halbe Wahrheit. Kommt mit auf meiner Entdeckungsreise zu einem Spiel, das ich als einen meiner absoluten Höhepunkte der SPIEL 2026 in Essen bezeichnen möchte. Dabei ist es ganz nüchtern betrachtet, nur ein Würfelduell. Aber eines, das voller Emotionen steckt.

Erstmalig hatte ich von Final Titan im Vorfeld meiner SPIEL 2026 Recherche nach aussergewöhnlichen Neuheiten in einem Dice Tower Vorschau-Video mitbekommen, dass es dort mehrfach erstaunlich hoch bewertet wurde. Der Autorenname Richard Garfield zieht natürlich und weckte auch bei mir Neugier. Aber eventuell ist es auch nur der Nachhall einer erstaunlichen Persönlichkeit, die uns Magic The Gathering gebracht hat. Das habe ich übrigens wie fast alle Trading Card Games nie gespielt, weil mir der Sammelaspekt und der Deckbau fernab des Soieltisches nicht zugesagt haben.

Mit Mindbug konnte ich in seiner verdichteten Art auf wenige Karten in meiner Erstpartie nicht recht warm werden, weil mir die spielentscheidenden Keywords nicht eingängig genug waren. Und auch Keyforge habe ich trotz des neuen Druckkonzepts, das damit in einem Deck alles möglich sein konnte, nach dem Starterset nicht tiefer erforscht. Die Idee fand ich damals besser als das Spielgeschehen an sich.

Umso überraschender, das mir Final Titan so viel Spaß macht. Aber eventuell ist dafür auch der zweite Autor Christian Kudahl verantwortlich, der mit Agent Avenue die Essenz des „Einer teilt, der andere wählt“-Mechanismus in einem herrlich taktisch spannenden Ich-denke-dass-Du-denkst-Mindfuck herausgearbeitet hat. Jetzt also Final Titan, das mir Marvin von Nerd Labs auf der Neuheitschau am Messe-Mittwoch euphorisch überzeugend vorgestellt hat.

Ich war skeptisch, ob ein Auto-Battler mit bewusst seichtem Spielablauf mich überzeugen würde. Angeblich sollte das Spielgefühl mit jeder Partie wachsen und zum regelrechten Sog werden. Ich wollte das selbst erleben und so steuerte ich direkt am Messe-Freitag um kurz vor 10 Uhr den Stand von Nerd Labs in Halle 5 an, um Final Titan zu spielen. Eventuell gab es ja noch Restposten der Ultimate Deluxe Version zu kaufen, aber bei so einem Spiel sollte die normale 40-Euro-Version eigentlich völlig ausreichen. So redete ich mir im Vorfeld zumindest ein.

Lauscht im Audio-Mitschnitt, wie ich die Spielerklärung und ebenso unsere launige Vierertruppe aus Messe-Zufalls-Mitspielern erlebt habe. Wir haben unsere Champions gegenseitig angefeuert und das Mitbieten auf die Mitspielerkämpfe ohne eigene Beteiligung war ebenso spannend. Final Titan spielte sich dabei weitaus taktischer als ich dachte. Um als letzter Champion zu gewinnen, muss man das richtige Timing abschätzen, wann man was wagt und wann eher nicht. Die Kämpfe gehen superflott und machen Spaß, weil dabei so viel und so viel Unerwartetes passieren kann. Hier kam bei uns echte Arena-Stimmung auf, die ich bei King of Tokyo wegen des gemächlichen Spannungsaufbaus vermisst hatte. Bei Final Titan geht es die ganze Zeit zur Sache und das macht es für mich besonders und spielenswert.

Eigentlich reicht die Grundbox für 40 Euro völlig aus. Eigentlich wollte ich die nach meiner Anspiel-Session mit der auf zwei Champions verkürzten Partie auch kaufen und dabei auf Sleeves verzichten. Eigentlich, so hatte ich es mir vorgenommen. Weil dann gab es trotz fortgeschrittener Messezeit unerwartet doch noch die Ultimate Deluxe Version und die passenden Sleeves dazu und ich konnte mit Karte diesen Spontankauf zahlen. Tja, was soll ich sagen? Der Rest ist Geschichte und mein persönliches Messegeschenk, das ich mir gegönnt habe, fernab aller Vernunft. Muss auch mal sein und das ist auch gut so.

Wie die Ultimate Deluxe Version aussieht, mit ihrem besonders schimmernden und kräftigen Druck dank UV-Lack-Veredelung mitsamt den dickeren und größeren und ebenfalls mit UV-Lack-Veredelung versehenen Pappcountern, das könnt Ihr in meiner Unboxing-Bildergalerie sehen. Aber laßt Euch eines sagen: Rein spielerisch reicht das Grundspiel mit seinen 100 statt 135 Champions und doppelseitigen dünneren Pappmarkern locker aus. Für 40 Euro ist Euch dieser Draft-Battler, weil Ihr in einer regulären fernab einer Anfängerpartie Eure Champions passend selbst per Kartendraft zusammenstellt, ans Spielerherz gelegt. Aber ebenso wie das Kennerspiel des Jahres 2023, das viele schon längst verdrängt haben, könnte auch Final Titan die Meinungen spalten und so manchen von Euch kopfschüttelnd zurücklassen.

SPIEL 2026 Neuheitenschau: Final Titan von Richard Garfield

Von: ravn
22. Oktober 2026 um 16:33

Würfelglück trifft auf Drafting-Taktik und vereint sich bei Nerdlab Games zu einem einzigartigen Spielerlebnis von konfrontativ über kooperativ bis solo. Schlicht weil jeder der zu rekrutierenden Champions sich in Fähigkeiten, Werten und Kräften sowie der Illustration unterscheidet und kein Geringer als der Erfinder von Magic The Gathering an der Entwicklung beteiligt war. Das weckt Erwartungen. Alle weiteren Details erfahrt Ihr im Audio-Interview von der Neuheitenschau der SPIEL 2026 in Essen.

Verlag: Nerdlab Games
Titel: Final Titan
Autor: Christian Kudahl und Richard Garfield
Messestand: Halle 5B700

Große Namen verpflichten und wecken Erwartungen, die erstmal auch erfüllt werden wollen. Während Ihr im Champion-Drafting noch die Kontrolle habt, werden die Kämpfe per Würfel entschieden und das im Autobattle-Modus. Kann die Vielfalt an Charakteren trotz oder gerade eben aufgrund des bewusst seichten Spielablaufs überzeugen? Ich bin auf meine Erstpartie vor Ort in Essen gespannt, bevor ich mich in einen voreiligen Blindkauf stürze. Angeblich soll das Spielgefühl mit jeder Partie wachsen und zum regelrechten Sog werden. Ich lasse mich da gerne mitreißen, obwohl ich kritisch bin, ob das Spielkonzept für mich aufgeht.

Agent Avenue: Division M

Von: Krys
03. August 2026 um 08:29

Agent Avenue: Division M ist eine Erweiterung für Agent Avenue, die zwei neue Elemente ins Spiel bringt. Zum einen wird der Schwarzmarkt um weitere Karten ergänzt, zum anderen hält mit der Division M eine neue Möglichkeit Einzug, direkt auf dem

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Agent Avenue

27. Dezember 2025 um 07:25

Welcher Agent ergreift den anderen zuerst? Bei „Agent Avenue“ (Nerdlab) wird diese Fragen durch einen Wettlauf auf einem Rundkurs entschieden. Das Tempo der Figuren hängt davon, welche Karten die Spieler sammeln. Ein schnelles taktisches Duell mit vergifteten Angeboten und Bluffs.

Agent Avenue

Wie „Agent Avenue“ abläuft? Schauen wir uns das doch einfach mal an. Zufälligerweise bin ich gerade mitten in einer Partie:

Agenten sind durchtriebene Gestalten. Setzen sie ihr Pokerface auf, verwandelt sich ihr Gesicht in ein unbeschriebenen Blatt. So wie bei meinem Gegenüber. Ohne Gefühlsregung blickt er mich an – kurz nachdem er zwei Karten zwischen uns abgelegt hat. Eine offen, eine verdeckt. Eine davon ist für mich, die andere für ihn. Natürlich wollen wir beide die bessere Karte für uns haben.

Psycho-Spielchen auf der Agent Avenue

Der Typ auf der anderen Tischkarte kennt den Wert der verdeckten Karte, ich nicht. Ich aber darf wählen. Und deshalb will ich, ehe ich mich entscheide, einen Hinweis im Gesicht meines Widerparts lesen. Etwas Verräterisches erkennen. Denn ich kann kaum glauben, dass er mir offen eine Codeknackerin anbietet. Wenn ich drei dieser Charakterkarten gesammelt habe, gewinne ich. Und eine liegt ja schon in meiner Auslage. Das muss ein Bluff sein. Oder? Was verbirgt sich unter der verdeckt gelegten Karte?

Agent Avenue

Für mich könnte kaum eine andere Karte lukrativer sein als die Codeknackerin. Wenn die also offen im Angebot liegt, muss die verdeckte Karte eine noch bessere Option für meinen Gegner sein. Oder soll ich das nur denken? Und in Wahrheit verbirgt sich dort ein Charakter, der Unheil mit sich bringt. Oh, war das gerade ein Grinsen im Gesicht meines Kontrahenten? Kann er meine Gedanken dechiffrieren?

Codeknackerinnen und Doppelagentinnen

Egal, ich will die Codeknackerin haben, denn eine dritte habe ich selbst noch auf der Hand. „Ich nehme diese“, bestimme ich und lege die Karte zu mir. Nun deckt meine Gegner die andere Karte auf. Das Grinsen wird breiter. Eine Doppelagentin! Seine zweite. Musste er nach Erhalt der ersten Karte noch einen Schritt zurückgehen, darf er nun sechs Felder voranschreiten und steht damit auf dem Rundkurs der Agent Avenue direkt hinter mir. Noch ein Schritt und er hat gewonnen. Ich schlucke.

Agent Avenue

Nun bin ich aber dran. Die Codeknackerin offen anzubieten, würde den Gegner dazu zwingen, diese Karte zu nehmen – um die Niederlage zu verhindern. Ich würde also automatisch den von mir verdeckt platzierten Charakter erhalten. Mal gucken: Was habe ich denn so auf der Hand? Der Saboteur scheidet aus, weil der nur den Rückwärtsgang kennt. Wähle ich den Draufgänger? Mit ihm käme ich vorwärts, doch mit dem dritten würde ich die Partie verlieren. Noch gibt es keine Not, das Risiko zu erhöhen. Der Gehilfe verspricht vier Schritte nach vorn. Stark! Damit ist die Entscheidung klar.

Ein hinterhältiges Duo auf der Agent Avenue

Nein, stop! Ich zocke und kombiniere zwei Karten zu einem hinterhältigen Duo. Ich lege den Gehilfen offen und den Saboteur verdeckt. Mein Kontrahent muss bei einer so verlockenden offenen Karte damit rechnen, dass im Verborgenen eine Codeknackerin lauert. Führte er den Gedanken fort, stellte er fest, dass wir beide eine Siegbedingung erfüllten, würde er den Gehilfen wählen. Es gewinnt in solchen Fällen, wer am Zug ist. Also ich. Sollte mein Gegner den Bluff durchschauen, wäre das Rennen indes für mich gelaufen. Doch ich suche den Nervenkitzel. Meine Mundwinkel frieren ein, mein Blick geht tief in die Augen meines Gegenübers. Wie wird er sich entscheiden?

Agent Avenue

Ich ernte einen gequälten Lacher und ziehe selbst die Augenbrauen hoch. Momente der Stille. Dann: „Ich habe ja keine Wahl“, grummelt es von der anderen Tischseite. Seine Hand greift nach der verdeckten Karten. Mein Lachen übertönt sein Stöhnen. Der Abstand zwischen unseren Figuren wächst beträchtlich. Gut für mich. Das Rennen ist wieder offen.

Gedankenspiele bei Agent Avenue

Während mein Gegner nun seinen nächsten Zug überdenkt, nehme ich mir just die Zeit, die Vorzüge von „Agent Avenue“ herauszustellen. Der Clou bei dem Titel von Christian und Laura Kudahl ist natürlich, dass ein Angebot jeweils aus einer offenen und einer verdeckten Karte besteht. Das lädt beide Agenten immer wieder zu Gedankenspielen ein, wie der andere wohl kalkuliert haben mag oder entscheiden wird. Reizvoll ist zudem, dass die Auswirkungen der Charaktere davon abhängen, wie viele ich jeweils von einer Art habe. So kann direkte Auswirkung einer Karte unterschiedlich ausfallen.

In schneller Folge reihen sich hier Überlegungen und Überraschungen aneinander. Je besser ich das Spiel kenne, desto schneller treffe ich meine Entscheidungen. Im Kern als Zwei-Personen-Spiel konzipiert, überzeugt aber auch die Teamvariante für Runden zu dritt oder viert. Und wer mag, kann sich auch noch an einer Fortgeschrittenen-Version erfreuen, in der Fähigkeitskarten auf Schwarzmarktfeldern erworben werden können. Diese nehmen „Agent Avenue“ aber auch die Schnörkellosigkeit. So, nun muss ich aber wieder zurück zu meiner Partie.

Ah, ein Vollstrecker …

Agent Avenue | Nerdlab | Christian Kudahl und Laura Kudahl | 2 Spieler (Varianten für 3 und 4 Spieler) | ab 8 Jahren | 10 bis 15 Minuten | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)

Hinweis: Dieser Text ist zuerst im „Spielraum“ auf der Seite des Vereins Spiel des Jahres erschienen.

Mindbug x King of Tokyo

Von: Krys
19. Dezember 2025 um 16:25

Mindbug wird seit der Veröffentlichung des ersten Sets „Der erste Kontakt“ stetig weiterentwickelt. Mit dem Crossover zu King of Tokyo liegt nun das sechste Basisset vor. Beide Spiele drehen sich um den klassischen Monsterkampf, und da Richard Garfield bei beiden

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