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Crowdfunding-Wochenschau KW 40: Heroes of Might and Magic

28. September 2026 um 12:37
Crowdfunding-Wochenschau KW 40: Heroes of Might and Magic

In Kalenderwoche 40 dominiert Gamefound das Bild: Gleich drei Kampagnen sind am 22. September gestartet und liegen allesamt weit über ihrem Finanzierungsziel. Bei Kickstarter läuft dazu ein kooperatives Ninja-Spiel, das seinen Fünftausend-Dollar-Erstwert um mehr als das Siebenfache übertroffen hat. Für die Spieleschmiede hat sich in dieser Woche kein neuer Brettspiel-Kandidat gefunden, der die Aufnahmekriterien dieser Ausgabe erfüllt.

Crowdfunding-Wochenschau KW 40: Heroes of Might and Magic

Heroes of Might and Magic III: Factory, Bulwark & Forge Expansions

Mit den Erweiterungen Factory, Bulwark und Forge bringt Archon Studio drei weitere Fraktionen für Heroes of Might and Magic III: The Board Game. Factory und Bulwark stammen aus der Fan-Erweiterung Horn of the Abyss, die neue Fraktion Forge entstand in Zusammenarbeit mit Co-Designer Gregory Fulton nach einer jahrzehntealten, nie umgesetzten Konzeptidee aus der Videospielreihe. Das Grundspiel bleibt für alle drei Fraktionen erforderlich, gespielt wird weiterhin von einer bis vier Personen bei rund 120 Minuten Spielzeit. Ein eigenes Solo-Regelwerk nennt die Kampagnenseite nicht, das Grundspiel unterstützt aber bereits den Einzelspielmodus.

Die Gamefound-Kampagne lief bereits am ersten Kampagnentag voll und steht, Stand 28.09.2026, bei rund 1.068.000 Euro und 2137 Prozent des Ziels, unterstützt von mehr als 5500 Personen. Laut Brettspielbox ist zusätzlich zur englischen auch eine deutsche Ausgabe vorgesehen. Die Kampagne läuft noch bis zum 12. Oktober 2026.

Eine Pledge-Stufe beginnt bei 119 Euro für die drei neuen Fraktionen als eigenständige Erweiterungsboxen, das Gesamtpaket aller bisherigen Erweiterungen kostet 459 Euro. Einen Auslieferungstermin nennt die Kampagnenseite bislang nicht.

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Gang Wars (+ Scarface 1920 Reprint)

Mit Gang Wars kehrt Redzen Games in die Welt von Scarface 1920 zurück, diesmal als eigenständiges Spiel ohne Grundbox-Pflicht. Ein bis vier Personen übernehmen rivalisierende Gangs im Chicago der Prohibition, verkaufen Alkohol über eigene Speakeasies und kämpfen um Stadtviertel, während Polizei und Ermittler Eliot Ness den Nachschub beschlagnahmen können. Das Spiel verbindet Deckbau mit Gebietskontrolle, dauert etwa 75 Minuten und bringt einen eigenen Solo-Modus mit. Über die Kampagne wird zugleich eine Neuauflage von Scarface 1920 samt der Erweiterung Bloody Business angeboten.

Die Gamefound-Kampagne startete am 22. September 2026 und steht, Stand 28.09.2026, bei rund 565.000 Euro und 869 Prozent des Ziels, getragen von knapp 2850 Unterstützenden. Welche Sprachen zur Wahl stehen, nennt die Kampagnenseite nicht. Gang Wars läuft noch bis zum 15. Oktober 2026.

Die günstigste Einstiegsstufe liegt bei 89 Euro für Grundspiel und Solo-Modus. Einen Auslieferungstermin nennt die Kampagnenseite bislang nicht.

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Dale of Merchants: 10-year Anniversary

Zum zehnjährigen Jubiläum legt Snowdale Design seinen Deckbuilder Dale of Merchants von Sami Laakso komplett neu auf. Sechs eigenständige, miteinander kombinierbare Spiele bilden das Kernpaket, dazu kommen überarbeitete Illustrationen, neue Symbolik und ein umfassendes Rebalancing nahezu aller Decks. Erstmals gibt es einen offiziellen Solo-Modus, der mit sämtlichen Tierdecks funktioniert und eigene Karten mitbringt. Gespielt wird von einer bis vier Personen bei etwa 45 Minuten Spielzeit, die Vorgängerserie ist bereits über Board Game Arena digital spielbar.

Die Kampagne startete am 22. September 2026 und steht, Stand 28.09.2026, bei rund 113.500 Euro und 227 Prozent des Ziels, unterstützt von 873 Personen. Eine deutsche Sprachversion nennt die Kampagnenseite nicht. Dale of Merchants läuft noch bis zum 13. Oktober 2026.

Ein einzelnes Spiel aus der Serie kostet ab 19,95 Euro, das Gameplay-All-in mit allen sechs Teilen startet bei 119,95 Euro. Einen Auslieferungstermin nennt die Kampagnenseite bislang nicht.

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Onryō: First Seal

In Onryō: First Seal von Lemery Games steuern ein bis fünf Personen kooperativ drei Ninja-Clans durch ein zunehmend korrumpiertes Raster, um Yōkai-Geister zurückzudrängen und den rachsüchtigen Onryō zu versiegeln. Das taktische Spiel bildet die Vorgeschichte zum später geplanten Onryō: Seeking Solace, funktioniert aber vollständig eigenständig und lässt sich auch solo spielen. Eine Partie dauert 15 bis 30 Minuten, für eine höhere Schwierigkeit gibt es den zusätzlichen Tatari-Modus. Lemery Games finanziert das Spiel über ein flexibles Pledge-System ohne feste Preisstufe.

Die Kickstarter-Kampagne läuft bereits seit dem 14. September 2026 und steht, Stand 28.09.2026, bei rund 36.000 US-Dollar und 721 Prozent des Ziels von 5000 US-Dollar, getragen von über 2500 Unterstützenden. Eine deutsche Sprachversion nennt die Kampagnenseite nicht. Onryō: First Seal läuft noch bis zum 8. Oktober 2026.

Lemery Games nennt keine festen Preisstufen, empfiehlt auf der Pledge-Seite aber Beiträge zwischen 1 und 40 US-Dollar, produktionsnah ab 14 US-Dollar. Die Kampagne nennt März 2027 als geschätzte Auslieferung.

Scarface 1920 – Bloody Business

10. Januar 2026 um 08:00

„Ich weiß, dass du es warst, Fredo, und es bricht mir das Herz! Hörst du? Es bricht mir das Herz.“ – Der Pate.

Wenn Scarface 1920 ja bereits ein geliebtes Konzert von mir war, so hat Bloody Business es geschafft die Harmonie der Komposition zu veredeln! Die Erweiterung bietet viele sich in die eigentlich bereits gute Spielmechanik sauber einbettende Module an. Manche verändern dabei Nachhaltig das Spiel in eine kleine aber spürbar wirkende Richtung, andere bieten hier und da neue, bislang ungeahnte Klänge.

Der gesamte Tonfall wird dabei allerdings etwas härter und aggressiver in den Nebenklängen. Allerdings bietet es auch insgesamt höhere Endpunkte. Hoffentlich haben sich nach der Partie noch alle lieb am Tisch. In unserem Anspiel der Erweiterung vor ein paar Tagen glückte dieses Unterfangen, auch wenn einige Momente im Spiel nicht nur mir, sondern sicher auch anderen in seiner Take-That-Manier das Lächeln teilweise geradezu aus dem Gesicht gefegt haben!


Eindruck von der Bühne

„Bonasera, Bonasera, was habe ich dir getan, dass du mich so respektlos behandelst? Du kommst in mein Haus, am Hochzeitstag meiner Tochter und bittest mich einen Mord zu begehen?“ – der Pate

Wenn man Scarface 1920 bereits so wie ich kannte, ist die Einstiegshürde der neuen Regeln recht überschaubar. Wenn man das komplette Spiel allerdings neu erlernen muss, sind das natürlich weitere Hürden einer komplexeren Mechanik. Erschwerend kommt hinzu, dass manche Regeln durch neue Wegfallen oder angepasst werden – Also meine Empfehlung: erstmal das Original 1-2 mal Spielen, bevor man sich an die Erweiterung heranwagt!

Noch ist in der Unterwelt mehr los als auf der Stadtkarte.

Bloody Business bietet dabei einige neue Module. Um sie kurz aufzuzählen: Krankenhaus, Ladenwertleiste, Heimatbezirke, wütende Bosse oder auch wütender Eliot Ness, Wahlkandidaten, Straßengangs, Erpressungen, Komplizenboni und den G-Man (ein FBI-Agent). Die Modi können einzeln eingefügt werden, oder alle zusammen. Aber nach meinem Empfinden haben sie sich alle so gut eingebunden und das Spiel in meinen Augen gemeinsam verbessert (die einen Modi mehr und die anderen weniger), dass ich keines davon weglassen würde.

Man kann nun gar nicht alle einzelnen Modi genauer beleuchten um nicht den Rahmen hier zu sprengen. Besonderes Augenmerk möchte ich daher nur auf die folgenden beiden Modi richten:

Heimatbezirke: Das ist eigentlich ein Minimodus der das Spiel in meinen Augen aber deutlich interessanter werden lässt. Je weiter entfernt das Viertel sich von meinem bei Spielstart festgelegten Heimatbezirk befindet, desto mehr zusätzliche Dollar bringt der Verkauf dort ein. Dieser kleine Kniff motiviert die Spielenden auf sehr einfache Art und Weise für eine höhere Verteilung der eigenen Gang auf der Karte.

Gesamtübersicht des Spiels. Ganz links sind viele Modi aus Bloody Business zu erkennen.

Ladenwertleiste: Läden bringen nach wie vor bei den Reorganisationszügen Geld ein, dieses ist nun aber nicht mehr statisch sondern von der Anzahl gebauter Läden eines Typs abhängig. Wenn z.B. die Flüsterkneipe bereits sehr oft im Spiel ist, bringt jede einzelne davon nicht mehr so viel Geld, als würde es nur wenige davon geben. Das bringt einige taktische Finessen. Zumal man mit dem Modus der Erpressung unter anderem Läden im Spiel schließen kann um diese Mechanik auch in die andere Richtung beeinflussen zu können.

Zu unserem Testspiel der Erweiterung haben wir auch die beiden neuen Gangs hinzugezogen. Diese sind nicht Teil der Erweiterung sondern müssen einzeln dazu gekauft werden. Das sind zum einen die chinesischen Opiumhändler mit dem Namen Red Dragon Tong, die Ihre Opiumhöhlen in der gesamten Stadt verteilen möchten. Dazu kommen die Kanadier – the golden Oaks Gang – die kanadischen Whiskey einführen und zwei Bosse gleichzeitig haben. Beide Gangs haben zum Teil stark von den anderen abweichende Sonderregeln.

Die Red Dragon Tong gerieten durch den wütenden Eliot Ness und Polizei im eigenen Bezirk unter Druck. Ihr Opium verteilt sich langsam in der ganzen Stadt

Eine ganz gravierende Spieländerung hat das Night Deck gebracht. Dieses war ein zusätzliches Ad-On der Gamefound-Kampagne und damit nicht Teil von Bloody Business. Die Karten sind schwarz eingerahmt und besonders hübsch gestaltet. Sie ersetzen die Komplizen des normalen Spiels. Dabei kann man gemäß der beiliegenden Minierweiterung entscheiden ob man diese komplett anstelle der normalen Karten nimmt, Teile austauscht oder beide Decks zusammenmischt. Wir hatten uns zum Test für die erste Option entschieden und – Holla die Waldfee – ist das Spiel mit diesen Karten grob geworden! Die damit neuen Fertigkeiten der Handkarten werden echt fies und das Take-That Element ist nicht mehr nur spürbar sondern glotzt einen mit süffisantem Lächeln direkt in die Augen!

Unten sind die Karten aus dem Night Deck zu erkennen.

Es liegt den neuen Gangs übrigens eine 5-6 Spieler Anleitung bei. Da stelle ich mir in diesem Spiel die Frage nach dem Sinn, denn das Spiel dauert zu viert bereits mehr als 4 Stunden! Wo soll das hinführen? Ich schaue mir das Anleitungsblättchen nochmal genau an. Erwarten oder herbeisehnen tue ich aber keine so großen Runden!


Groupie auf Tour

„Du darfst nie einen Menschen, der nicht zur Familie gehört, merken lassen, was du denkst.“ – der Pate

War Scarface 1920 bereits ein Area-Control-Spiel mit Engine- und Deckbuilder inkl. einem überraschend harten Ärgermechanismus im Petto, wird die Kneifzange in Bloody Business noch ein ganzen Stück härter angesetzt. Das muss und sollte man abkönnen, und zwar alle am Tisch! Wenn das dann kein Problem ist und man mit einem gut verzahnten Mechanismus-Misch und Take-That-Allüren Spaß haben kann und das Thema von Mafiagangs zur Zeit der amerikanischen Prohibition bereits ein diabolischen Grinsen auf die Lippen zaubert, ist man in diesem Spiel sicherlich zuhause.

Kurzfazit: Es macht einen riesigen Spaß die eigenen Pläne zu schmieden, anderen gegenüber auszuteilen und sich möglichst stabil auf das damit verursachte Echo einzustellen. Waffen durchgeladen und den Whiskey in der Hand! Weiter geht’s! Das kommt immer wieder gerne auf den Tisch!


Björn’s Konzerterlebnisse

Schon meine erste Partie Scarface 1920 hat mir richtig Spaß gemacht, aber mit der Erweiterung Bloody Business und den neuen Fraktionen kommt für mich erst so richtig Freude auf. Wie Bill schon geschrieben hat, müssen die Mitspieler diesen aggressiven Spielstil abkönnen. Hier fährt man nicht höflich vor, bittet freundlich um Schutzgeld und zieht wieder ab – nein, hier gibt’s erst eins auf die Nase, dann wird das Schutzgeld einkassiert und zum Abschied noch mal nachgetreten. Business as usual eben.

Ein echtes „Take that“-Spiel, aber ehrlich gesagt auch genau das, was man bei Bandenkriegen erwarten würde. Die setzen sich ja eher selten diplomatisch an einen Tisch, um bei einem Teller Rigatoni al forno über Einflusszonen zu verhandeln. Und selbst wenn, liegt am nächsten Morgen wahrscheinlich jemand im Fluss.

Ich kannte vorher noch Der Pate, was bereits ein guter Titel war, aber Scarface 1920 setzt dem Ganzen noch mal richtig die Haube auf. Mit breiterer Schulterpartie und härterem Händedruck. Die Züge lassen sich grundsätzlich gut vorplanen, aber da sich auf dem Spielplan ständig irgendwer einmischt, kann es jederzeit passieren, dass du deinen schönen Plan direkt wieder über den Haufen wirfst. Das trägt sicher zur längeren Spieldauer bei, fühlt sich aber thematisch absolut richtig an.

Und im Gegensatz zu Bill hätte ich richtig Lust auf eine Sechserpartie. Ich glaube, das würde dem Spiel noch einmal eine ganz neue Dynamik verleihen, gerade bei den Gebietskämpfen, die selbst zu viert (zumindest in den ersten Runden) noch vergleichsweise zahm ablaufen. Mit sechs Spielern dürfte da deutlich mehr Bewegung, Chaos und „Missverständnisse“ aufkommen. Auch bei den Komplizen würde dann sicher mehr Durchlauf herrschen, statt dass sie gemütlich in der Auslage hängen bleiben.

Unterm Strich: ein tolles Spiel. Und ich fand es so gut, dass ich es mir sogar selbst noch einmal gekauft habe, obwohl Bill es bereits besitzt. Man weiß ja nie, wann man plötzlich sein eigenes Imperium braucht.


Konzertmitschnitte

(Galerie mit Fotos)

Titelbild von Sammy-Sander auf Pixabay

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