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PLAY von Kosmos: Musik-Partyspiel nutzt Ihr Streaming-Abo

25. Mai 2026 um 09:02
PLAY von Kosmos: Musik-Partyspiel nutzt Ihr Streaming-Abo

Heute, am 21. Mai 2026, bringt der Stuttgarter Verlag Kosmos das Musik-Partyspiel PLAY - The Music Party Game in den Handel. Der Clou: Das Spiel liefert keine eigenen Songs mit, sondern klinkt sich in den Streaming-Dienst ein, den Ihre Spielrunde ohnehin schon nutzt.

Eckdaten
TitelPLAY - The Music Party Game
VerlagKosmos
AutorMariano Di Martino
Illustrationnicht genannt
Spielerzahl2 bis 10 Personen
Spieldauerca. 20 Minuten
Alterab 16 Jahren
Preis (UVP)19,99 Euro
Erschienen21. Mai 2026

Was Sie im Spiel tun

Im Kern ist PLAY ein Schätzspiel. Ein Song wird abgespielt, dann tippen die Spielenden zwei Dinge: das Erscheinungsjahr und das Herkunftsland der Künstlerin oder des Künstlers. Laut Kosmos umfasst die Songbasis über 4.000 Titel aus mehr als zwölf Kategorien. Wer richtig liegt oder nah genug dran ist, sammelt Punkte.

Vier Spielmodi geben diesem Grundprinzip laut Kosmos unterschiedliche Formen:

  • Sooner or Later: Team-Wettstreit
  • Walk the Timeline: Team-Wettstreit
  • Better Together: kooperative Variante
  • Whole Lotta Points: alle tippen gleichzeitig

Eine Partie dauert ungefähr 20 Minuten, gespielt wird zu zweit bis zu zehnt. Einen Solo-Modus gibt es nicht: PLAY braucht mindestens zwei Personen am Tisch. Wie gut sich die große Spanne von zwei bis zehn Personen in der Praxis trägt, ob PLAY also zu zweit ebenso zündet wie in großer Runde, lässt sich ohne eigenen Test nicht beurteilen. Die Abwechslung speist sich dabei vor allem aus dem Songpool und der Stimmung in der Runde, nicht aus mechanischer Tiefe: PLAY bleibt ein schnelles Schätzspiel.

Der Trick mit dem Streaming-Abo

Die Musik kommt nicht aus der Schachtel. Stattdessen scannen die Spielenden mit Smartphone oder Tablet einen QR-Code und starten den Song über ihren eigenen Streaming-Dienst, etwa Spotify, Apple Music oder YouTube Music. Eine PLAY-App gibt es zusätzlich, ein Pflicht-Download ist sie aber nicht. Eine Internetverbindung dagegen schon.

Dieses Konzept hat zwei Seiten. Es hält den Preis niedrig, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 19,99 Euro, und es macht die Songauswahl potenziell riesig. Zugleich hängt das Spiel an fremder Infrastruktur: Streikt der Streaming-Dienst, streikt auch PLAY.

Eine wichtige Frage bleibt offen. Ob ein kostenpflichtiges Abo nötig ist oder eine werbefinanzierte Gratis-Stufe genügt, beantwortet die Produktseite nicht eindeutig. Im Zusammenhang mit der optionalen App nennt Kosmos zwar Spotify Premium, legt sich aber nicht klar darauf fest, ob die Gratis-Variante eines Streaming-Dienstes für das Spiel ausreicht. Wer Werbeunterbrechungen mitten im Rätsel vermeiden will, prüft das besser vor dem Kauf.

Schätzen statt Wissen

Das eigentliche Design-Versprechen lautet „Schätzen statt Wissen". Klassische Musik-Quizspiele belohnen, wer Jahreszahlen und Bandnamen auswendig kann. PLAY dreht das um: Auch wer sich mit Musik kaum auskennt, kann ein Jahr eingrenzen oder ein Herkunftsland erraten. Das senkt die Einstiegshürde und hält gemischte Runden zusammen, in denen reines Wissen sonst ungleich verteilt wäre.

Die Altersfreigabe ab 16

Eine Angabe fällt auf: Kosmos gibt PLAY erst ab 16 Jahren frei. Für ein Partyspiel ist das ungewöhnlich hoch. Einen Grund dafür nennt der Verlag auf der Produktseite nicht. Für den klassischen Familien-Spieleabend mit jüngeren Kindern fällt PLAY damit aus. Wer es als Spiel für die ganze Familie einplant, sollte das Mindestalter ernst nehmen.

Einordnung

Autor des Spiels ist Mariano Di Martino. Wer die Illustration verantwortet, nennt die Produktseite nicht. Für Spielrunden mit einem laufenden Streaming-Abo ist PLAY ein günstiger Spaß für den nächsten Partyabend. Wer dagegen kein Abo hat oder Werbeunterbrechungen scheut, sollte vor dem Kauf genau hinschauen.

Musik-Partyspiele haben gerade Konjunktur, von PlayHit bis zu Karaoke-Titeln wie Grab The Mic; PLAY hebt sich davon durch den Schätz-Ansatz und die Streaming-Anbindung ab. Es ist ein tagesaktueller Neuzugang im Kosmos-Programm, kein zeitloser Klassiker, und einer von vielen: Einen Überblick über weitere aktuelle Kosmos-Neuheiten gibt es separat. Ob das Streaming-Konzept im Spielalltag trägt, wird sich zeigen.

SHUG auf Kickstarter: Partyspiel trifft Dungeon Crawler

21. Mai 2026 um 10:48
SHUG auf Kickstarter: Partyspiel trifft Dungeon Crawler

Ein Bauernaufstand, eine geheimnisvolle Kreatur und ein legendärer Pub: Mit „SHUG" wirbt das Londoner Studio Wandering Games auf Kickstarter für einen Mashup aus Partyspiel und Dungeon Crawler. Die Kampagne ist binnen weniger Tage weit über 1.000 Prozent finanziert und ein Staff Pick, Grund genug, einmal nachzusehen, was hinter dem albernen Trubel steckt.

Worum es in SHUG geht

SHUG spielt in „Ol' Engoland", einer überdrehten Fantasy-Version Englands. König Charles the Cursed zieht mordlustig durchs Land und macht Jagd auf Monster. Sie übernehmen einen einfachen Bauern, der eine kuriose Legende erfüllen soll: die Kreatur Shug finden und sicher zum sagenumwobenen Pub bringen. Der Ton ist bewusst schräg, samt Seemannsliedern, einer Karte namens „Sexy Armour" und Tanzeinlagen gegen Monster. Wandering Games verkauft SHUG als Spiel mit langer Vorgeschichte: Laut Verlagsseite erfanden die Brüder Rufus und Luke Dye-Montefiore es als Kinder im Alter von sieben und zehn Jahren und verfeinerten es über zwei Jahrzehnte mit Familie und Freunden. Die beiden zeichnen auch die handgemachte Grafik.

Wie sich SHUG spielt

Ein Zug ist schnell erklärt. Sie ziehen eine Schatzkarte, würfeln und bewegen Ihre Figur über eine frei begehbare Karte aus Dörfern, Wäldern, Flüssen, Tunneln, Brücken und Städten. Danach lösen Sie aus, was am Zielfeld wartet. Manche Felder bringen Belohnungen, andere Chaos-Effekte, Gasthäuser lassen Sie die Bewegung neu auswürfeln. Betreten Sie ein gefährliches Gebiet wie einen Wald oder ein Moor, stoppt die Bewegung sofort, und ein Monster taucht auf.

Bekämpfen müssen Sie diese Monster nicht. Sie können sie auch anwerben: Viele Kreaturen schließen sich an, wenn Sie eine schräge Aufgabe von der Karte erfüllen. Genau hier greift die „Player Judge"-Mechanik. Statt eines starren Regelwerks entscheiden die Mitspielenden, ob Sie eine alberne Herausforderung bestanden haben, etwa ein Seemannslied für das Seeungeheuer Selky. Schatzkarten wandern dabei ständig über den Tisch. Manche bleiben als Ausrüstung liegen, andere sind Einmal-Effekte, die Kämpfe unterbrechen, Pläne sabotieren oder jemanden im letzten Moment retten.

Eine feste Figuren-Asymmetrie gibt es nicht. Alle starten als gleichrangige Bauern; Unterschiede entstehen erst im Spielverlauf über gesammelte Monster, Ausrüstung und Karten. Gewinnen können Sie auf zwei Wegen: Shug heil zum Pub bringen oder den König erledigen.

Drei Modi: kompetitiv, kooperativ, solo

SHUG kennt drei Spielweisen. Der Standardmodus ist kompetitiv. Sie blockieren sich gegenseitig den Weg, fordern einander zu Duellen heraus und klauen Karten und Begleiter. Vorab-Berichte beschreiben dieses Gegeneinander als den eigentlichen Kern des Spiels. Daneben gibt es einen kooperativen Modus, in dem alle gemeinsam gegen den König antreten, der sich selbst langsam Richtung Pub bewegt. Der Solo-Modus nutzt laut diesen Vorab-Vorstellungen einen Automa, also einen regelgesteuerten Gegenspieler. Die BGG-Seite bestätigt das insofern, als sie SHUG ab einer Person führt und „Solo / Solitaire Game" als Mechanik nennt. Wie der Automa konkret funktioniert, beschreibt die Kampagne im lesbaren Textteil allerdings nicht: Die Kampagnenseite arbeitet fast ausschließlich mit Bildern. Aus dem Material lässt sich also nur die Existenz eines Automa-Gegners ableiten, nicht seine Eingriffstiefe und sein Entscheidungsprofil.

Pledges, Erweiterungen und die Frage nach Stretch Goals

Vier Pledge-Stufen stehen zur Wahl:

  • Classic (35 GBP): das Grundspiel mit allem für einen klassischen SHUG-Abend.
  • Unnecessarily Nice Edition (49 GBP): dasselbe Spiel mit hochwertigeren Komponenten, ein rein optisches Upgrade ohne Folgen fürs Spielgeschehen.
  • Expansion Bundle (66 GBP): das Grundspiel plus alle drei Erweiterungen, die laut Verlag „mehr Lore und Mechaniken" bringen.
  • The Abundance (99 GBP): das Komplettpaket.

Ein Haken für die Übersicht: Die Stufen sind auf der Kampagnenseite betont jokey getextet und listen ihren genauen Inhalt nicht sauber auf. Wer gezielt vergleichen will, sollte den späteren Pledge-Manager abwarten, also das Nachbestell-Tool, mit dem Unterstützende nach Kampagnenende ihre Auswahl finalisieren.

Die drei Erweiterungen sind inhaltlich relevant, nicht bloß Deko. „Enter the Tiddy Realm", „Landlords Expansion" und „Shugnanigans" (einzeln je 13 GBP) bringen neue Regeln und Spielinhalte. Davon zu trennen sind die zahlreichen Komponenten-Add-ons: Kartenständer, eine Münze, eine Sanduhr, ein Hut, ein Plüsch-Shug und Kunstdrucke. Das ist Zubehör und Merchandise, gespielt werden kann SHUG auch ohne. Eine klassische Stretch-Goal-Leiste mit freigespielten Zielen weist die Kampagne dagegen nicht aus. Wer auf freigespielte Boni hofft, wartet hier vergeblich: Im lesbaren Textteil benennt Wandering Games trotz rund 1.450 Prozent Finanzierung keine Stretch Goals.

Gute Nachricht für DACH-Leser: deutsche Version über Haba

Für Spielerinnen und Spieler im deutschsprachigen Raum gibt es eine erfreuliche Nachricht. Laut Kampagnenseite übernimmt der deutsche Verlag Haba die deutsche Lokalisierung von SHUG. Eine deutschsprachige Ausgabe ist damit gesetzt, auch wenn die Kampagne selbst komplett auf Englisch läuft und BGG bislang nur eine englische Edition führt. Wer SHUG lieber auf Deutsch spielt, muss also nicht zwingend die englische Kickstarter-Fassung unterstützen, sondern kann die Haba-Ausgabe abwarten.

Zwei Punkte bleiben dabei offen, die die Kampagne nicht klar beziffert: der genaue Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe und der Vertriebsweg, also ob die Haba-Version über den Handel kommt oder an die Crowdfunding-Auslieferung gekoppelt ist. Gerade bei SHUG ist eine saubere Lokalisierung wichtig, denn der Humor lebt von Wortspielen, die Karten tragen viel Text, und die „Player Judge"-Herausforderungen funktionieren nur, wenn alle am Tisch die Aufgaben verstehen. Eine deutsche Fassung nimmt genau diese Sprachhürde, die in der englischen Version sonst auch die effektive Alterseinstufung über die angegebenen 10 Jahre hinausschiebt.

Einordnung: Lohnt sich SHUG?

1.450 Prozent Finanzierung sehen spektakulär aus, doch die Messlatte lag niedrig: Ein Ziel von 9.000 GBP ist für ein Brettspiel sehr knapp kalkuliert. Aussagekräftiger sind die über 1.700 Unterstützenden und der Staff Pick von Kickstarter. Zur ehrlichen Risikobetrachtung gehört aber auch die andere Seite: Ein belastbarer Liefer-Track-Record von Wandering Games lässt sich aus dem Kampagnenmaterial nicht ableiten. Wer unterstützt, sollte das mitkalkulieren, zumal die Auslieferung erst für Mai 2027 geplant ist.

Einordnen lässt sich SHUG am ehesten als chaotisches, vom Urteil der Mitspielenden getriebenes Party-Abenteuer mit Dungeon-Crawler-Anstrich, weniger als taktischer Dungeon Crawler. Der Schwerpunkt liegt klar auf Situationskomik und gemeinsam erzählten Geschichten. Wie gut dieses Erlebnis über die volle Spanne von einer bis sechs Personen trägt, sagt die Kampagne allerdings nicht: Ob eine Zweierpartie dieselbe Spielidee transportiert wie eine volle Sechserrunde, bleibt offen.

SHUG ist ein ungewöhnliches Projekt, ein über zwei Jahrzehnte gewachsenes Familienspiel mit handgezeichneter Grafik und 155 Karten, das bewusst auf Albernheit setzt. Eine Anmerkung für den Familientisch: Der kompetitive Standardmodus lebt von Klauen, Sabotieren und Duellen, das kann mit jüngeren Kindern schnell vom lustigen Chaos in echten Frust kippen. Die kooperative Variante ist hier die entspanntere Wahl. Auch die 30 bis 90 Minuten Spielzeit sind eher ein Rahmen als eine feste Größe: Erste Partien und volle Runden tendieren zum oberen Ende.

Frühe Eindrücke loben genau diese chaotische, anekdotenträchtige Seite, merken aber auch an, dass nicht jede Regel rund läuft. Wer planbare Strategie sucht, ist hier falsch. Wer einen lauten, geselligen Spieleabend mag, kann die Kampagne bis zum 17. Juni 2026 im Auge behalten, sollte für die englische Kickstarter-Fassung aber solide Englischkenntnisse mitbringen. Wer lieber auf Deutsch spielt, wartet auf die von Haba lokalisierte Ausgabe. Einen Blick wert sind auch unsere weiteren Crowdfunding-Vorstellungen, etwa zu Leviathan Wilds: Shattered Peak. Die Auslieferung ist für Mai 2027 geplant, der bei Crowdfunding übliche Vorbehalt gilt also auch hier.

La Cuenta: Pegasus Spiele bringt Tapas-Kartenspiel auf Deutsch

06. Mai 2026 um 20:23
La Cuenta: Pegasus Spiele bringt Tapas-Kartenspiel auf Deutsch

Das spanische Kartenspiel La Cuenta von 2 Tomatoes Games sorgte bereits auf der SPIEL Essen 2025 für Aufmerksamkeit. Pegasus Spiele übernimmt den Titel nun für den deutschsprachigen Markt und plant die Veröffentlichung für die zweite Jahreshälfte 2026. Im Zentrum steht dabei eine schlichte Frage: Wer zahlt am Ende die Rechnung?

Tapas, Wein und ein wachsender Betrag

Jede Spielrunde entspricht dem Besuch einer Tapas-Bar. Reihum legen die Spielenden Karten der Kategorien Gemüse, Fisch oder Fleisch in eine gemeinsame Auslage, alternativ kommen Wein-Karten ins Spiel. Jede Tapas-Kategorie wird mit einem beliebigen Wert eröffnet, das jeweils nächste Gericht muss mindestens denselben Preis erreichen. Wer keine passende Karte mehr regelkonform ausspielen kann, fordert die Rechnung an und übernimmt die Summe aller Kartenwerte aus der Auslage.

Der fällige Betrag wird von den eigenen Ersparnissen abgezogen, deren Höhe von der Anzahl der Mitspielenden abhängt. Sonderkarten sorgen für zusätzliche Wendungen am Tisch. Die „Geburtstagstorte" befreit ihren Besitzer komplett von der Zahlung, andere Spezialkarten lassen sich erst nach dem Anfordern der Rechnung einsetzen und können den Betrag erhöhen oder unter mehreren Personen aufteilen. Sobald jemand seine Rechnung nicht mehr begleichen kann, endet die Partie und die Person mit dem meisten verbliebenen Geld gewinnt.

Familienspiel mit kurzer Spieldauer

Hinter dem humorvollen Kartenspiel steht der spanische Autor Carles Carreras, die Illustrationen stammen von Ariadna Altimira. La Cuenta ist für drei bis acht Personen ab sieben Jahren geeignet und nach einer knappen Viertelstunde abgeschlossen. Auf BoardGameGeek liegt die Komplexitätsbewertung bei 1,14 von 5, was den Titel auch für gemischte Familienrunden und größere Gruppen empfiehlt.

Pegasus Spiele plant die deutsche Veröffentlichung für das zweite Halbjahr 2026. Konkrete Angaben zu Preis und genauem Erscheinungstermin stehen noch aus.

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