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Dune: Imperium - Conspiracy angekündigt für Herbst 2026

19. Juni 2026 um 14:51
Dune: Imperium - Conspiracy angekündigt für Herbst 2026

Dire Wolf Digital hat mit Dune: Imperium - Conspiracy eine neue Erweiterung für seine Dune-Reihe angekündigt. Sie soll im Herbst 2026 zunächst auf Englisch erscheinen und lässt sich sowohl mit dem Grundspiel Dune: Imperium (2020) als auch mit dem eigenständigen Dune: Imperium - Uprising (2023) verbinden.

Entwickelt hat die Erweiterung Paul Dennen, der bereits das Grundspiel und Uprising gestaltet hat. Conspiracy bringt laut Dire Wolf neue Karten, neue Anführer, neue Mechaniken und einen neuen Spielmodus mit. Thematisch rückt die Erweiterung die Schattenseiten des Landsraad in den Vordergrund: Intrigen, geheime Allianzen und politische Manipulation.

Worum es im Spiel geht

Dune: Imperium verbindet zwei Mechaniken, die sonst selten zusammen auftauchen: Deck-Building und Worker Placement. Jede Runde ziehen Sie eine Hand Karten und spielen abwechselnd jeweils eine Karte aus, um einen Ihrer Agenten auf ein Feld des Spielplans zu schicken. Haben Sie keine Agenten mehr, decken Sie den Rest Ihrer Hand auf. Daraus ergeben sich Überzeugung, mit der Sie neue Karten kaufen, und Schwerter, mit denen Ihre Truppen um die Belohnung der aktuellen Konfliktkarte kämpfen.

Über dem Brett stehen vier politische Fraktionen: der Imperator, die Raumgilde, die Bene Gesserit und die Fremen. Wie Sie Ihr Deck aufbauen, entscheidet, ob Sie militärisch dominieren oder über die Fraktionen punkten. Genau in dieses Geflecht aus Karten, Agenten und Politik greift Conspiracy ein.

Wie Conspiracy in die Reihe passt

Die Dune-Imperium-Reihe ist seit 2020 stetig gewachsen. Auf das Grundspiel folgten die drei größeren Erweiterungen Rise of Ix, Immortality und Bloodlines sowie 2023 das eigenständige Dune: Imperium - Uprising, das einen Sechs-Spieler-Modus mit zwei Teams einführte. Conspiracy ist die nächste große Erweiterung. Dass sie an beide Grundspiele andockt, ist für Besitzerinnen und Besitzer der Reihe die zentrale Information: Sie brauchen Conspiracy nicht doppelt, egal ob bei Ihnen Dune: Imperium oder Uprising auf dem Tisch steht.

Bestätigt ist bisher vor allem der Rahmen: neue Karten, neue Anführer, neue Mechaniken, ein neuer Modus und die Kompatibilität mit beiden Grundspielen. Wie die Mechaniken im Detail funktionieren, was den neuen Modus auszeichnet, ob er den Automa-Solo-Modus der Grundspiele mitnimmt und ob sich Conspiracy auch mit den älteren Erweiterungen Rise of Ix, Immortality und Bloodlines kombinieren lässt, hat Dire Wolf noch nicht ausgeführt. Nach dem angekündigten Umfang ist Conspiracy als vollwertige Erweiterung angelegt, nicht als kleines Promo-Set; wie tief sie ins System greift, zeigt sich mit diesen Details.

Deutsche Ausgabe: bisher nicht angekündigt

Für den DACH-Raum ist die wichtigste Einordnung: Eine deutsche Ausgabe von Conspiracy ist bislang nicht angekündigt. Dire Wolf hat zunächst nur die englische Fassung bestätigt. Die übrige Reihe erscheint auf Deutsch bei Asmodee Deutschland, das Grundspiel, Uprising und Bloodlines im Programm führt. Ob und wann Asmodee Deutschland auch Conspiracy lokalisiert, ist offen. Wer auf eine deutsche Ausgabe wartet, plant also vorerst ohne festes Datum.

Eckdaten

Die Erweiterung selbst nennt keine eigenen Eckdaten; sie übernimmt den Rahmen des jeweiligen Grundspiels. Zur Orientierung die Werte der beiden kompatiblen Basisspiele:

mit Dune: Imperium (2020)mit Dune: Imperium - Uprising (2023)
Spielerzahl1 bis 41 bis 6 (Sechs-Spieler-Team-Modus)
Spielzeit60 bis 120 Minuten60 bis 120 Minuten
Alterab 14 Jahrenab 13 Jahren
Solo-Modusja (Automa)ja (Automa)

Beide Grundspiele lassen sich solo gegen einen Automa spielen.

Einordnung

Dune: Imperium gehört zu den meistgespielten Strategiespielen überhaupt; Grundspiel und Uprising stehen bei BoardGameGeek beide in den Top 10. Eine weitere Erweiterung von Paul Dennen ist damit ein verlässlicher Termin im Brettspieljahr. Für den DACH-Raum bleibt die deutsche Fassung der entscheidende Punkt. Sobald Dire Wolf und Asmodee Deutschland konkrete Angaben machen, liefern wir sie nach.

Altera auf Gamefound: Euro-Spiel mit Würfelbeutel

11. Juni 2026 um 10:35
Altera auf Gamefound: Euro-Spiel mit Würfelbeutel

Auf Gamefound läuft seit dem 9. Juni 2026 die Kampagne zu Altera, einem kompetitiven Euro-Spiel von IV Studio, den Machern von Tend und Moonrakers. Statt auf dem Schlachtfeld tragen die Spielenden ihre Konflikte beim jährlichen „Ascension Festival” aus: mit Würfeln aus dem eigenen Beutel, entsandten Emissären und dem Ringen um Reputation in drei Gilden.

Eckdaten

PunktAngabe
TitelAltera
Studio/VerlagIV Studio (Nashville, USA; IV Workshop LLC)
DesignerMax Anderson, Zac Dixon, Austin Harrison, Toby Sarnelle
Spielerzahl1 bis 4 (Grundspiel), 5 bis 6 mit Erweiterung
Spielzeitrund 90 Minuten (laut BGG 60 bis 120)
Alterab 14 Jahren
MechanikenWürfelbeutel-Building (Bag-Building), Würfeln, gleichzeitige Aktionswahl, Worker Placement
Spiellänge7 Runden
Komplexität (BGG)3,0 von 5
PlattformGamefound
Laufzeit9. bis 29. Juni 2026
BGGID 469367, Erscheinung 2027

Worum es geht

Altera spielt in einer namensgebenden Bergstadt, in der die großen Fraktionen ihre Konflikte nicht im Krieg lösen, sondern beim jährlichen Ascension Festival. Der Leitgedanke der Welt: Ehrgeiz, Einfallsreichtum und Zusammenhalt formen eine bessere Zukunft als jede Schlacht. Aus dieser Prämisse zieht das Spiel sein Thema, ein kompetitives Wettstreiten um Ansehen statt um Territorien.

So spielt sich Altera: Bag-Building und Worker Placement

Altera ist ein Euro-Spiel mit Würfelbeutel-Building. Über sieben Runden ziehen die Spielenden ihre Würfel aus dem eigenen Beutel und würfeln sie aus. Anschließend entsenden sie Emissäre: Die Würfelergebnisse bestimmen, welche Aktionen verfügbar sind, und der Einsatzort des Emissärs legt fest, bei welcher der drei Gilden Reputation anfällt. Würfelpool und Placement greifen so ineinander, ohne dass eines das andere vollständig aussticht.

Am Ende jeder Runde erhält in jeder Gilde diejenige Person Prestige, die dort die meiste Reputation gesammelt hat. Danach rutscht sie ans Ende der jeweiligen Gilden-Leiste und macht so Platz für die Konkurrenz. Dieser Mechanismus hält den Wettlauf offen: Ein Vorsprung in einer Gilde wird sofort wieder zurückgesetzt. Ziel ist es, über die sieben Runden genug Prestige zu sammeln, um in den High Council aufzusteigen.

Ob der Kern des Spiels stärker im direkten Mehrheitenwettlauf oder im parallelen Engine-Aufbau liegt, lässt sich vor Erscheinen des Spiels noch nicht abschließend sagen. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal gegenüber reinen Worker-Placement-Titeln ist die gleichzeitige Aktionswahl: Alle Spielenden handeln parallel, was Wartezeiten minimiert und die Mehrheitenkonfrontation verdichtet. Laut Verlag verändern sich zudem die Spezialfähigkeiten von Partie zu Partie, was für wechselnde Ausgangslagen sorgt. BGG ordnet Altera mit einem Gewicht von 3,0 von 5 im mittleren Kennerspiel-Bereich ein.

Spielerzahl und Solo

Das Grundspiel ist auf 1 bis 4 Spielende ausgelegt. Die Kampagne nennt 1 als Mindestspielerzahl; ein Solo-Modus ist also enthalten. Welches Format dieser annimmt (Automa, eigenständiger Modus oder anderes), ist auf der Kampagnenseite noch nicht ausgeführt. Auf BGG ist das Spiel mit 2 bis 6 Spielenden gelistet; die Solo-Angabe stammt von der Kampagne. Wer zu fünft oder sechst spielen möchte, benötigt die separat erhältliche „5-6 Player Expansion”. Wie stark sich die Spielerfahrung bei zwei, vier oder sechs Personen unterscheidet, ist vor Erscheinen des Spiels noch nicht einschätzbar.

Spielzeit

Gamefound gibt eine Partiedauer von rund 90 Minuten an. Die BGG-Seite nennt einen weiteren Korridor von 60 bis 120 Minuten, was sich gut mit Spieleranzahl und Erfahrungsgrad erklären lässt.

IV Studio: die Macher hinter Altera

Hinter Altera steht IV Studio aus Nashville (juristisch IV Workshop LLC). Das Team hat zuvor unter anderem Tend, Moonrakers, Veiled Fate, Mythic Mischief und Brink veröffentlicht. Ursprünglich war IV Studio ein Animationsstudio mit Kunden wie Amazon, Oracle, Netflix, Nike, Bad Robot und Cartoon Network. Mit Altera tritt das Studio in ein mechanisch schichtenreicheres Gebiet ein als mit früheren Titeln: Bag-Building und gleichzeitige Aktionswahl stehen neben dem gewohnten Production-Anspruch. Als Designer nennt BGG ein Quartett: Max Anderson, Zac Dixon, Austin Harrison und Toby Sarnelle. Zac Dixon ist Mitgründer des Studios und war bereits an Moonrakers und Veiled Fate beteiligt.

Pledges und Add-ons

Klassische, stufenweise freigeschaltete Stretch Goals setzt die Kampagne nicht ein. Die drei beworbenen Upgrades, eine Neopren-Spielmatte, Holz-Upgrades und Shard-Upgrades, sind als kostenlose Add-ons bereits in jedem Pledge enthalten. Die Stufen unterscheiden sich vor allem über die Komponenten; spielerisch relevant ist allein die 5-6-Spieler-Erweiterung. Alle Preise in US-Dollar (Kampagnenpreis / spätere UVP):

  • Altera (Grundspiel, 1 bis 4 Spielende): 69,99 / 79,99. Vollständiges Spiel inklusive der drei Gratis-Add-ons.
  • Altera + 5-6 Player: 99,99 / 124,99. Ergänzt das Material für 5 bis 6 Spielende, die einzige Stufe mit spielerischem Mehrwert.
  • Altera + Metal + Dice Trays: 124,99 / 149,99. Metallmünzen und vier Würfeltabletts, eine reine Material-Aufwertung.
  • Altera + 5-6P + Metal + Dice Trays: 159,99 / 214,99. Kombination aus Erweiterung und Material-Upgrades.
  • Altera All-in: 239,99 / 304,99. Alles aus den anderen Stufen plus sechs Wood Villa Boards.

Einzeln erhältliche Add-ons: Metallmünzen (29,99), Würfeltabletts Grundspiel (39,99), Würfeltabletts 5-6 Spieler (19,99), zwei Wood Villa Boards (29,99) und Kartenhüllen (15,00). Als Zahlungsoptionen bietet Gamefound eine Ratenzahlung („Stretch Pay”) sowie das abgesicherte „Stable Pledge” an. Zur Pledge-Struktur der Concordia Special Edition bietet sich ein Vergleich an, wer einordnen möchte, wie diese Art von Kampagne typischerweise aufgebaut ist.

DACH-Relevanz und deutsche Ausgabe

Bislang ist nur eine englischsprachige Ausgabe für 2027 angekündigt, herausgegeben von IV Studio. Eine deutsche Lokalisierung ist nicht bekannt. Wer mitmachen möchte, bestellt über Gamefound und importiert das Spiel in den DACH-Raum. Da Altera mit Karten und wechselnden Spezialfähigkeiten arbeitet, ist von englischsprachigen Textkomponenten auszugehen. Für deutschsprachige Tische bleibt Altera damit vorerst ein Importtitel, ähnlich wie andere Importtitel über Gamefound.

Einordnung: Momentum ja, Urteil noch nicht

Die Kampagne läuft stark: Bei einem Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar standen am 11. Juni 2026 rund 420.900 US-Dollar von etwa 2.633 Unterstützenden auf der Uhr, also gut 840 Prozent. Dieser Stand ist eine Momentaufnahme und steigt täglich. So eindeutig dieses Backer-Interesse ist, so vorsichtig sollte man die Bewertungslage lesen: Der BGG-Schnitt von 8,29 von 10 beruht auf nur 17 Wertungen, und das Spiel ist noch ungerankt. Das ist eine sehr frühe, vorläufige Datenbasis und taugt nicht als Qualitätsbeleg.

Fazit

Altera bündelt gleich mehrere beliebte Euro-Bausteine, Bag-Building, gleichzeitige Aktionswahl und Worker Placement, in einem friedlichen Wettstreit-Thema und einem mittleren Komplexitätsgrad. Für Fans von Bag-Building, die ein kompetitives Spiel ohne direkten Konflikt suchen, lohnt der Blick auf die Kampagne. Eine eigene Wertung sprechen wir aus, sobald uns ein fertiges Exemplar vorliegt.

Concordia Special Edition: Pledges und Barbarica im Check

09. Juni 2026 um 21:15
Concordia Special Edition: Pledges und Barbarica im Check

Awaken Realms hat am 9. Juni 2026 auf Gamefound eine Special Edition von Concordia gestartet, dem Strategie-Klassiker von Mac Gerdts aus dem Jahr 2013. Die Neuauflage verspricht neue Illustrationen, eine überarbeitete Handhabung, exklusive Erweiterungen und das gesamte bisher erschienene Material in einer Box. Die Kampagne läuft bis zum 30. Juni 2026.

Wir ordnen ein, was die Special Edition mechanisch bietet, wie die Pledges sich unterscheiden und wo die Sechs-Personen- und Solo-Optionen herkommen.

Eckdaten

SpielConcordia Special Edition
Verlag / CreatorAwaken Realms (Wrocław, Polen)
AutorMac Gerdts (Original); neue Karte Barbarica: Mac Gerdts mit Paulina Włodarczyk (Awaken-Realms-Dev-Team)
Spielerzahl1 bis 6
Spielzeitrund 60 Minuten (Angabe Gamefound)
Alterab 14 Jahren
PlattformGamefound, Kampagne 9. bis 30. Juni 2026
MechanikAufbaustrategie, Hand- und Kartenmanagement, Netzwerk- und Routenbau, Set Collection

Worum es im Spiel geht

Concordia ist ein Aufbau- und Wirtschaftsspiel im Römischen Reich, das ohne Würfel und ohne Kartenglück auskommt. Jede Spielerin und jeder Spieler startet mit einem identischen Satz Personenkarten. Auf Ihrem Zug spielen Sie genau eine dieser Karten aus und führen deren Aktion aus: Kolonisten bewegen und Häuser bauen, in einer Region Waren produzieren, Waren kaufen und verkaufen, neue Karten erwerben oder mit der Tribun-Karte alle ausgespielten Karten zurück auf die Hand nehmen. Der Reiz liegt darin, dass jede gekaufte Karte zugleich Ihr Punktekonto und Ihre künftigen Züge formt: Jede Karte gehört einem Gott, und am Spielende bringen die Götter Punkte je nach Besitz an Städten, Waren und Karten (Set Collection, also das gebündelte Werten gleichartigen Besitzes).

Das Ergebnis ist ein dichtes, planungslastiges Strategiespiel ohne Zufallselemente. Auf BoardGameGeek steht das Original auf Rang 29 der Gesamtwertung, bei einem Komplexitätsgewicht von 2,99 von 5. Die BGG-Seite listet das Original von 2013 mit 2 bis 5 Personen, einer Spielzeit von rund 100 Minuten und einer Altersfreigabe ab 13 Jahren; die Special Edition gibt Awaken Realms auf Gamefound mit 1 bis 6 Personen, rund 60 Minuten und ab 14 Jahren an.

Die 60-Minuten-Angabe von Gamefound ist dabei sportlich gerechnet: Concordia ist ein planungslastiges Strategiespiel ohne Glückselemente, kein schneller Absacker, und am vollen Tisch sollten Sie eher mit der höheren Spanne planen. Auch die Freigabe ab 14 Jahren spiegelt vor allem diese Planungstiefe wider, weniger den Inhalt; für jüngere Grundschulkinder ist das Spiel zu kopflastig.

Was die Special Edition ändert

Die mechanische Grundlage von Mac Gerdts bleibt erhalten. Awaken Realms setzt bei Kunst und Handhabung an und legt obendrauf eine exklusive neue Karte: Barbarica, entworfen von Mac Gerdts gemeinsam mit Paulina Włodarczyk aus dem Awaken-Realms-Dev-Team. Barbarica bringt Stadt-Marker ins Spiel, die zu Beginn bereits über die Karte verteilte Städte abbilden und sichtbar machen, wie das Römische Reich im Spielverlauf in Unordnung gerät. Dazu bündelt die Edition laut Pledge-Beschreibung „alle bisher erschienenen Karten und Erweiterungen” in einer Box.

Spielerzahl und Solo-Modus

Hier lohnt der genaue Blick. Das Original ist ein Spiel für 2 bis 5 Personen. Solo-Spiel und höhere Spielerzahlen stammen aus Erweiterungen: BoardGameGeek führt Concordia in den Familien der Spiele, deren Erweiterungen einen Solo-Modus ergänzen und die Spielerzahl verändern, und listet unter den Erweiterungen unter anderem Concordia: Solitaria und Concordia: Venus.

Genau dieses Material steckt in der Special Edition. Beide Spiel-Pledges, die Cardboard Edition für 75 Euro und die Wooden Edition für 95 Euro, enthalten laut Beschreibung „alle bisher erschienenen Karten und Erweiterungen”. Die Spanne von 1 bis 6 Personen ist damit bereits ab dem Einstiegs-Pledge abgedeckt und nicht an die teureren Stufen gebunden.

Stretch Goals

Am ersten Kampagnentag sind zwei Stretch Goals freigeschaltet, beide gehören zur neuen Barbarica-Erweiterung.

Mechanischer Inhalt:

  • Barbarica: New Map. Die neue, exklusiv für die Special Edition gestaltete Karte von Mac Gerdts und Paulina Włodarczyk.

Komponenten zur Barbarica-Karte:

  • Barbarica: City Tokens. Stadt-Marker, die die Ausgangsstädte auf der Karte abbilden und den Verfall des Reiches nachvollziehbar machen.

Ein weiteres Stretch Goal kündigt Awaken Realms für den dritten Kampagnentag an, ohne bisher Details zu nennen.

Die Pledge-Stufen im Überblick

Die spielerischen Inhalte sind ab dem günstigsten Spiel-Pledge vollständig. Alles darüber sind Material- und Sammler-Aufwertungen, kein zusätzliches Gameplay.

  • Concordia Standard Edition (Cardboard), 75 Euro: Das vollständige Spiel mit Pappmarkern, inklusive aller bisher erschienenen Karten und Erweiterungen sowie der freigeschalteten Stretch Goals. Spielerisch komplett.
  • Concordia Special Edition (Wooden), 95 Euro: Gleicher Spielinhalt, aber mit Holz-Meeples und drei Plastikminiaturen. Materialaufwertung gegenüber der Cardboard-Version, kein zusätzliches Gameplay.
  • Glory of Rome Pledge, 157 Euro: Wooden Edition plus Acryl-Plättchen und Metallmünzen. Reine Komponenten-Aufwertung.
  • Pax Romana Pledge, 241 Euro: Wooden Edition plus Metallmünzen, Acryl-Plättchen und 3D-Miniaturen. Komponenten-Aufwertung.
  • Opus Magnum Pledge, 339 Euro: Wooden Edition mit dem vollen Material plus Spielmatten, Artbook und Kartenhüllen. Komponenten- und Sammler-Aufwertung.
  • Special Editions Master Set (439 Euro) und Collector's Set (809 Euro): Bündel, die Concordia mit den Special Editions von Puerto Rico und Die Burgen von Burgund kombinieren. Hier zahlen Sie für drei Spiele, nicht für mehr Concordia-Gameplay.

Eine deutsche Ausgabe ist abgedeckt: In den Pledge-Beschreibungen lässt sich die Sprachversion des Spiels frei wählen.

Einordnung

Die Kampagne hat ihr Ziel sofort gesprengt. Stand 9. Juni 2026, dem ersten Kampagnentag, stehen rund 1.089.000 Euro bei einem Ziel von 50.000 Euro, das entspricht etwa 2.179 Prozent, getragen von rund 4.274 Unterstützenden. Diese Dynamik ist ein Marktsignal, kein Qualitätsurteil: Das zugrunde liegende Spiel ist ein etablierter Klassiker, neu ist vor allem die Ausstattung.

Für den DACH-Markt ist relevant, dass die Sprachwahl eine deutsche Version einschließt und der spielerische Kern bereits im 75-Euro-Pledge vollständig enthalten ist. Wer die hochpreisigen Stufen erwägt, bezahlt für Material, nicht für mehr Spiel. Und wer Concordia samt Erweiterungen wie Venus oder Solitaria bereits im Regal hat, bekommt als echten Neuwert vor allem die exklusive Barbarica-Karte und die Material-Aufwertung; der übrige Inhalt bündelt bereits Erschienenes.

Concordia reiht sich damit in eine ganze Welle von Klassiker- und Crowdfunding-Neuauflagen ein. Vergleichbar liefen zuletzt etwa die Agricola Special Edition auf Gamefound sowie neue Kampagnen wie The Legacy of Mars und Labyrinth: Chronicles.

Steamforged Games: Stellenabbau und Rückzug aus dem Brettspiel-Crowdfunding

06. Juni 2026 um 09:15
Steamforged Games: Stellenabbau und Rückzug aus dem Brettspiel-Crowdfunding

Steamforged Games, das britische Studio hinter Dark Souls: The Board Game, hat einen erheblichen Stellenabbau bestätigt. Betroffen ist rund ein Drittel der Belegschaft. Zugleich fährt das Studio neue Brettspiel-Crowdfunding-Kampagnen zurück und richtet sich auf das Tabletop-System Warmachine aus. Das berichtete das Branchenmagazin BoardGameWire am 4. Juni 2026 unter Berufung auf einen Studio-Sprecher.

Für Brettspielerinnen und Brettspieler im deutschsprachigen Raum ist das mehr als eine Personalie aus England. Steamforged-Lizenztitel wie Dark Souls, Resident Evil, Elden Ring oder Monster Hunter haben auch in DACH viele Unterstützende gefunden. Wer hier eine offene Kampagne mitfinanziert hat, ist von der Frage, wie es weitergeht, unmittelbar betroffen.

Was ist passiert?

Der Abbau trifft laut BoardGameWire nahezu alle Bereiche: Kreativ, Spieldesign, Produktion, Projektmanagement, Qualitätssicherung, Marketing sowie Vertrieb. Es ist bereits die zweite Kürzung dieser Größenordnung. Schon 2023 hatte Steamforged Stellen gestrichen.

Ein Steamforged-Sprecher bezeichnete die Entscheidung gegenüber BoardGameWire als „carefully considered“ (sorgfältig erwogen). Das Studio behalte „both the internal resource and the external capabilities needed to deliver on our commitments“, also die internen Mittel und die externen Fähigkeiten, um die eigenen Zusagen zu erfüllen. Eine Garantie ist eine solche Formulierung nicht. Sie ist eine Absichtserklärung des Unternehmens, und als solche ist sie hier zu lesen.

Sieben offene Kampagnen, mehr als 15 Millionen Pfund

Die zentrale Sorge der Unterstützenden lässt sich beziffern. Laut BoardGameWire stehen sieben finanzierte Projekte mit einem Volumen von über 15 Millionen Pfund (inklusive Nachbestellungen) noch aus:

  • Monster Hunter World: Iceborne
  • Elden Ring: Rot & Sorcery
  • Helldivers 2: The Board Game
  • Horizon Forbidden West: Seeds of Rebellion (Auslieferung wegen Zollunsicherheit aus den USA verschoben)
  • Terra Mystica Special Edition
  • Formula P3 Paints, Welle 2 (bis zu ein Jahr verspätet, Probleme mit den Metallic-Farben)
  • 6: Siege (von der insolventen Mythic Games übernommen, Auslieferung laut Steamforged im Juli geplant)

Diese Liste hat ein gemeinsames Muster: Es sind die für Steamforged typischen lizenz- und materiallastigen Großboxen. Gerade solche Projekte sind in Fertigung und Nachproduktion aufwendig, und das macht sie bei knapperen Ressourcen anfällig für Verzögerungen.

Der Sprecher betonte, Steamforged habe „never failed to deliver a crowdfunding campaign“, also bislang noch keine Kampagne unerfüllt gelassen. Bei 6: Siege gab es zuletzt einen Nebenschauplatz: In einem Produktions-Update tauchten KI-generierte Fotos auf. Nach Protesten aus der Community ersetzte das Studio sie durch echte Aufnahmen und sprach von einem menschlichen Fehler.

Warum jetzt der Fokus auf Warmachine?

Während das Brettspielgeschäft gebremst wird, läuft das Miniaturensystem Warmachine. Den Umsatz aus Warmachine und den dazugehörigen P3-Farben hat Steamforged nach eigenen Angaben in 21 Monaten verdreifacht. Entsprechend wurde die Fertigung ausgebaut: in den USA seit März 2025 um rund 70 Prozent, in Europa seit August 2025 um rund 25 Prozent, dazu ein neues Werk in Großbritannien seit Februar 2026. „Demand has been high, and we've scaled production accordingly“, die Nachfrage sei hoch gewesen und man habe die Produktion entsprechend hochgefahren, so der Sprecher.

Neue Brettspiel-Crowdfunding-Aktivität wird dagegen „for the moment“, also vorerst, zurückgefahren. Das angekündigte Projekt Tyrant liegt laut Studio auf unbestimmte Zeit auf Eis. Damit kehrt Steamforged faktisch zu seiner Herkunft als Miniaturenstudio zurück. Das Brettspiel-Lizenzgeschäft, lange das Aushängeschild, wird zur Nebenlinie.

Wer steckt dahinter?

Den Grundstein für den Schwenk legte eine Übernahme. Am 3. Juni 2024 kaufte Steamforged von Privateer Press die Marken Warmachine, Formula P3 Paints und das Rollenspiel Iron Kingdoms, dazu Warcaster und Riot Quest. Privateer Press fertigt die Warmachine-Modelle weiter und entwickelt gemeinsam mit Steamforged. Gegründet wurde Steamforged 2014 von Mat Hart und Richard Loxam, zunächst als Studio für Miniaturenspiele.

Den Durchbruch im Crowdfunding brachte 2016 Dark Souls: The Board Game: über 3,7 Millionen Pfund von mehr als 31.000 Unterstützenden. Danach folgte das Lizenzmodell mit Resident Evil 2, Horizon Zero Dawn, Monster Hunter World, Elden Ring und Helldivers 2. Genau dieses Modell wird nun gedrosselt.

Was bedeutet das für Spielerinnen und Spieler in DACH?

Für deutschsprachige Backer offener Kampagnen ändert sich an den Zusagen formal nichts: Das Studio will liefern. Betroffen ist dabei vor allem, wer eine offene Kampagne direkt unterstützt oder importiert hat. Wer Steamforged-Titel nur gelegentlich im Handel kauft, merkt von alldem wenig. Praktisch verschiebt sich aber das Gewicht. Wer auf eine der sieben ausstehenden Boxen wartet, finanziert ein Vorhaben, das im Unternehmen nicht mehr im Zentrum steht. Neue Lizenz-Großprojekte aus dem Hause Steamforged sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich. Das ist relevant für alle, die das Studio bisher vor allem als Quelle für aufwendige Videospiel-Brettspiele kannten.

Einordnung: Kann Steamforged liefern?

Eine Frage bleibt offen, und sie ist sachlich erlaubt: Wie stemmt ein um rund ein Drittel verkleinertes Team sieben Großprojekte im Wert von über 15 Millionen Pfund? Das Studio verweist auf interne wie externe Kapazitäten und auf seine Lieferbilanz. Beides sind Argumente, kein Beleg. Belastbar wird die Zusage erst mit den Auslieferungen, beginnend mit 6: Siege im Juli. Bis dahin gilt: Steamforged sortiert sich um den Wachstumsbereich Warmachine herum neu, und das Brettspiel-Crowdfunding, das den Namen des Studios groß gemacht hat, tritt in den Hintergrund.

Dune: Imperium - Uprising digital: Release am 9. Juni 2026

29. Mai 2026 um 21:03
Dune: Imperium - Uprising digital: Release am 9. Juni 2026

Dire Wolf Digital bringt das Standalone-Spinoff Dune: Imperium - Uprising am 9. Juni 2026 in seine Digitalfassung von Dune: Imperium. Die Adaption erscheint zeitgleich für Steam, Android und iOS; auf Steam läuft die Wishlist bereits. Im Kern bleibt der Titel ein Kennerspiel-Heavy mit Worker Placement und Deckbau, schwerer als das Brettspielregal-Mittelfeld, mit langen Partien und scharfem Konflikt.

Eckdaten zu Dune: Imperium - Uprising digital

  • Release: 9. Juni 2026
  • Plattformen: Steam, Google Play, App Store
  • Spielerzahl: 1 bis 6 (inklusive Team-Modus zu sechst)
  • Spieldauer: 60 bis 120 Minuten (die obere Kante wird bei voller Besetzung und im Team-Modus zur Regel)
  • Alter: ab 13 Jahren
  • Studio: Dire Wolf Digital
  • Designer: Paul Dennen
  • BGG-Eintrag: #397598

Worker Placement und Deckbau, jetzt mit Sandwürmern

Uprising stammt wie das Brettspiel-Grundspiel von Paul Dennen (Verlag: Dire Wolf, digital Dire Wolf Digital). Mechanisch baut der Titel weiter auf Worker Placement (Agenten auf Aktionsfelder stellen) und Deckbau (eigene Karten dazukaufen, schwächere ausmustern) auf: Sie schicken Agenten auf das Arrakis-Brett, sammeln Ressourcen, kaufen Karten aus der Imperium-Reihe und steigern Ihre Truppenstärke im Konflikt. Hinzu kommen CHOAM-Verträge mit bedingten Belohnungen (kleine Aufträge, die zusätzliche Boni freischalten) sowie Spione, die sich auf Brettfeldern infiltrieren lassen. Gegenüber dem Grundspiel fühlt sich Uprising konfliktlastiger und schärfer an: Die neuen Mechaniken drücken Tempo und Direktkonfrontation nach oben.

Uprising ist ein eigenständiges Spiel, keine Erweiterung. Wer das Grundspiel besitzt, kann fast alle Karten daraus weiterverwenden; auch die Erweiterungen Rise of Ix und Immortality sind kompatibel. Ein Solo-Modus ist enthalten. Eine Partie dauert 60 bis 120 Minuten, ab 13 Jahren. Auf BoardGameGeek liegt das Spiel beim Strategie-Rang vier und Geek-Rating 8,24 (Stand: 29. Mai 2026).

Neues Brett, neue Bedrohung

Die Digitalfassung übernimmt das überarbeitete Brett aus dem physischen Uprising. An die Stelle von Carthag tritt die Spice Refinery, der High Council vergibt nun Wieder-Besuchs-Boni, der Swordmaster wird nach dem ersten Kauf günstiger (von acht auf sechs Solari), und die Research Station spendiert zusätzliche Truppen. Dire Wolf Digital beschreibt die Brett-Überarbeitung im Detail im Preview „Arrakis Reborn".

Auffälligstes neues Element ist der Schildwall: Drei Felder, Arrakeen, Spice Refinery und Imperial Basin, sind zu Beginn vor Sandwurm-Angriffen geschützt. An Sietch Tabr lässt sich der Schildwall dauerhaft niederreißen. Ab dem Moment lohnt sich der Zugang zu den Würmern: Wer mindestens zwei Fremen-Einfluss erreicht (Einfluss bei der Wüstenfraktion), schaltet an Sietch Tabr dauerhaft Maker-Haken frei. Hagga Basin kostet zwei Spice für einen Wurm, die Tiefe Wüste beschwört gleich zwei. Jeder Wurm bringt drei Kampfstärke; sobald mindestens einer beteiligt ist, verdoppeln sich alle Konflikt-Belohnungen. Strategisch heißt das: Wer den Schildwall früh fallen lässt und Fremen-Einfluss bündelt, dreht die Konflikt-Mathematik massiv zu seinen Gunsten und macht das Brett für alle am Tisch unangenehm.

Neun Leader, zehn Challenges, frei zuschaltbare Erweiterungen

Dire Wolf Digital legt der Digital-Version neun neue Leader bei, darunter Shaddam Corrino IV., Muad'Dib und Feyd-Rautha Harkonnen. Zehn neue Challenges erscheinen in Normal- und Heroic-Varianten, etwa „Sandrider" (Sandwurm-Stärke entspricht dem Fremen-Einfluss) oder „Shield Embargo" (keine teuren Karten, bis der Schildwall fällt). Die Imperium-Reihe ist neu zusammengestellt, hinzu kommen neue Achievements. Beim Spielstart lassen sich Rise of Ix, Immortality, beide Erweiterungen oder reines Uprising zuschalten; die Grundspiel-Leader können optional in den Pool wandern. Die offizielle Ankündigung listet sämtliche neuen Inhalte.

Concordia Special Edition: Awaken Realms auf Gamefound

26. Mai 2026 um 17:45
Concordia Special Edition: Awaken Realms auf Gamefound

Am 9. Juni 2026 startet auf Gamefound die Concordia Special Edition: eine aufgewertete Neuauflage des 2013er-Strategieklassikers, den Mac Gerdts beim deutschen PD-Verlag herausgebracht hat. Hinter der Kampagne steht Awaken Realms; im Core Box steckt unter anderem eine brandneue Mittelmeer-Karte namens Mare Nostrum, die das vertraute Concordia-Spielgefühl an einer entscheidenden Stelle umbaut.

Eckdaten

FeldAngabe
VerlagAwaken Realms (in Lizenz von PD-Verlag)
DesignerMac Gerdts
Spielerzahl1 bis 5
Spieldauer100 Minuten
Altersempfehlungab 14 Jahren
PlattformGamefound
Kampagnenstart9. Juni 2026, 18:00 Uhr (MESZ)
Kampagnenende30. Juni 2026, 20:00 Uhr (MESZ)
Geplante Veröffentlichung2027
KompatibilitätNicht rückwärtskompatibel mit bisherigem Concordia-Material

Was Concordia mechanisch tut

Concordia ist ein friedliches Aufbauspiel im Römischen Reich für zwei bis fünf Personen, in der Spezialausgabe ergänzt um einen Solo-Modus. Jede Person beginnt mit einem identischen Kartendeck. Jede Karte tut zwei Dinge gleichzeitig: Sie löst im Spiel eine Aktion aus (Kolonisten setzen, Häuser bauen, Karten nachkaufen, Waren produzieren, Senatoren aktivieren) und zählt am Spielende Siegpunkte über die abgebildete Gottheit. Wer Mercurius-Karten sammelt, punktet für seine Warenarten; wer Saturnus-Karten hortet, für die belegten Provinzen; Vesta-Karten münzen Sesterzen in Punkte um. Die Karten werden über ein offenes Auslagensystem aus dem zentralen Forum gekauft, neue Karten verändern die eigene Aktions-Engine und steuern zugleich die Endwertung. Wer den letzten Karten- oder Hauskauf auslöst, beendet die Partie.

Diese Doppelnatur der Karten ist der Grund, warum Concordia auf BoardGameGeek seit über einem Jahrzehnt unter den ersten dreißig Spielen geführt wird (aktuell Platz 29, Strategie-Rang 24). Die Mechanik-Liste der Spezialausgabe nennt entsprechend Hand-Karten-Management über offenes Drafting, Action Retrieval, Deck-, Bag- und Pool-Building, Punkt-zu-Punkt-Bewegung, Netzwerk- und Routenbau, Set Collection sowie End-Game-Boni: die Kerngrammatik bleibt unangetastet.

"Wenn Awaken Realms mir für Concordia schon eine Premium-Box verkauft, dann nicht wegen der Miniaturen, sondern nur dann, wenn Mare Nostrum sich am Tisch wie ein neues Concordia anfühlt und nicht wie Concordia in teuer." — Tobias, Kennerspieler-Redaktion

Was die Special Edition konkret hinzufügt

Awaken Realms tauscht die klassischen Holz-Spielsteine gegen Premium-Komponenten aus: Schiffe werden als detaillierte Miniaturen ausgeliefert, prominente Charaktere als kleine Statuen. Schachtel- und Spielbrett-Illustrationen werden komplett neu gezeichnet, die Karten-Lesbarkeit überarbeitet. Nach Kritik in einem ersten Pre-Campaign-Update zum Thema KI-Bildmaterial hat Awaken Realms im Bericht von BoardGameWire öffentlich zugesagt, dass im finalen Spiel keine generativ erzeugte KI-Kunst zum Einsatz kommt; alle Illustrationen entstehen menschlich. PD-Verlag ist als Lizenzgeber an dieser Vereinbarung beteiligt.

Inhaltlich bringt das Core Box laut Verlags-Eintrag eine neue Karte sowie zwei Gameplay-Module mit. Die neue Karte heißt Mare Nostrum und stammt erneut aus der Feder von Mac Gerdts. Sie krempelt eine Concordia-Grundregel um: Es gibt keine Routen mehr, sondern Seeregionen. Wer den Architekten ausspielt, bewegt mit dem Boot zwischen den Meeresregionen und darf in allen Städten innerhalb der jeweils erreichten Region bauen. Die Land-Kolonisten verlassen die Karte komplett und ziehen auf einer separaten Sieben-Felder-Leiste am Kartenrand; auf den Feldern sammeln sie Ressourcen wie Stein, Weizen, Werkzeuge, Wein und Seide ein. Das verschiebt den taktischen Schwerpunkt deutlich vom Routenoptimieren in Richtung Regionen-Kontrolle.

Welche zwei zusätzlichen Spielmodule neben der neuen Karte enthalten sind, gibt Awaken Realms mit dem Launch der Kampagne bekannt. Ebenso die Pledge-Stufen, Preise und die Stretch-Goal-Liste; das Update zum Kampagnenstart vom 21. Mai 2026 hat das Core Box und das Startdatum enthüllt, die granulare Pledge-Aufschlüsselung folgt zum Kampagnenstart am 9. Juni. Die Gamefound-Kampagne von Awaken Realms hat bereits über 8.700 Pre-Launch-Follower angesammelt, eine ähnliche Vorlaufdynamik wie die jüngste Awaken-Realms-Kampagne Lands of Evershade, und parallel zur Ravensburger-Kooperation Labyrinth: Chronicles.

"Wenn Mare Nostrum spielerisch trägt, ist die Special Edition ein eigener Concordia-Ast; wenn nicht, bleibt sie vor allem ein teurer Showcase für ein Spiel, das mechanisch längst für sich selbst spricht." — Marko, Vielspieler-Redaktion

Sprachen und deutsche Ausgabe

Awaken Realms hat im Pre-Campaign-Update Nummer 3 die Sprachausgaben angekündigt; PD-Verlag bleibt als deutscher Originalverlag und Lizenzgeber Teil des Projekts. Welcher Vertriebspartner die deutsche Ausgabe in den DACH-Handel bringt, dürfte mit den Pledge-Stufen zum 9. Juni offiziell werden.

Wichtig zu wissen

Die Spezialausgabe ist nicht rückwärtskompatibel mit dem bisherigen Concordia-Material. Wer also bereits Salsa, Venus, Solitaria oder eine der Karten-Erweiterungen besitzt, kann diese laut Verlag nicht in die Special Edition mischen. Die Special Edition versteht sich als geschlossene Neuauflage mit eigener Komponenten-Sprache, nicht als kompatibles Upgrade-Set. Parallel kündigt Awaken Realms an, die bereits durchgeführten Special Editions von Castles of Burgundy und Puerto Rico in derselben Kampagne als Nachdruck aufzulegen.

Einordnung

Concordia gehört seit über zehn Jahren zu den am stärksten verteidigten Vertretern des deutschen Strategie-Euros: kurze Regelerklärung, scharfe Entscheidungsdichte, kaum Glück. Eine Premium-Neuauflage ist also eine zweischneidige Sache, weil das Original mechanisch nichts braucht. Awaken Realms umgeht das Risiko, indem nicht am Kernsystem geschraubt, sondern eine eigenständige neue Karte mit eigener Bewegungs-Grammatik beigelegt wird. Für Concordia-Sammlerinnen und -Sammler heißt das: Die Special Edition ist ein neuer Eintrag im Regal, kein Ersatz fürs Originalspiel. Für Neulinge, die mit Concordia liebäugeln, ist die Frage zum Launch am 9. Juni schlichter: Premium-Material und Mare-Nostrum-Modul gegenüber dem deutlich günstigeren Retail-Original beim PD-Verlag abwägen, eine Abwägung, wie zuletzt bei The Legacy of Mars zu sehen. Die Pledge-Preise entscheiden, wie sich diese Rechnung am Ende anfühlt.

"Concordia Special Edition klingt für mich nach einem schönen Erwachsenenabend mit Vielplanerei, aber nicht nach dem Spiel, das ich spontan mit meinen Kindern auf den Tisch lege." — Lea, Familienspieler-Redaktion

Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026

26. Mai 2026 um 12:54
Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026

Mantic Games hat ein Brettspiel zu Plants vs. Zombies angekündigt. Die Kickstarter-Kampagne soll im Herbst 2026 starten; bis dahin gibt es eine Vorab-Kampagnenseite mit „Coming Soon"-Status und eine offizielle Pressemeldung des Verlags. Aus der bisherigen Kommunikation lässt sich das Spiel als kooperatives Tower-Defense mit Lizenz-Schwerpunkt einordnen; wieviel echte Systemtiefe dahintersteckt, zeigt sich erst zum Kampagnenstart.

Eckdaten

PunktStand
Spielende1 bis 4 (kooperativ)
Spielzeit60 Minuten laut BoardGameGeek-Eintrag; ob es sich um eine Session-, Level- oder Frühschätzung handelt, geht aus dem Eintrag nicht hervor. Mantic nennt in den Pressemitteilungen bisher keine eigene Angabe
Mindestalternoch nicht kommuniziert; Mantic spricht von „fun for all ages"
VerlagMantic Games (Nottingham, UK), in Lizenzkooperation mit PopCap (Electronic Arts)
Designerbislang nicht öffentlich benannt
KampagnenstartHerbst 2026 auf Kickstarter, konkretes Datum noch nicht kommuniziert
Geplante Auslieferung2027 laut BoardGameGeek-Eintrag

Was Mantic über das Spiel sagt

Mantic Games adaptiert das Tower-Defense-Prinzip des PopCap-Originals: Pflanzen halten Zombiewellen vom Haus fern, und sobald ein Untoter durchkommt, ist das Spiel verloren. Die Verlagsbeschreibung formuliert die Verlustbedingung knapp: „If any zombies reach the house, the players lose." BoardGameGeek listet als Kernmechaniken Hand Management und Cooperative Game und ordnet den Eintrag zugleich der Tower-Defense-Familie zu.

Wie der konkrete Zugablauf aussieht, bleibt in der Vorab-Kommunikation offen: Ob Karten aus der Hand gespielt werden, wie eine Aktionsökonomie aussieht und ob das Spielfeld dem klassischen Rasenraster mit fünf Reihen folgt, beantworten die bisher veröffentlichten Quellen nicht. Namentlich genannt sind die Klassiker aus dem Videospiel: Peashooter, Wall-nut und Cherry Bomb erscheinen in der Mantic-Meldung und im Bericht von Wargamer, dazu wird ein Sortiment unterschiedlicher Zombietypen versprochen.

Vom Anspruch her wirkt das Vorhaben eher wie ein zugängliches lizenziertes Koop-Spiel als wie der mechanische Brocken, den etwa der Tower-Defense-Klassiker Cloudspire auf den Tisch bringt; das ist allerdings ein Erwartungshorizont, kein Befund, weil belastbare Systemdetails zum Vergleich erst zum Kampagnenstart vorliegen werden.

Kampagnenmodus „Zen Garden Campaign"

Herzstück ist laut Mantic ein Kampagnenmodus mit dem Titel „Zen Garden Campaign": Spielende arbeiten sich durch eine Levelfolge, die nach und nach neue Pflanzen, Zombies und Herausforderungen freischaltet. Mantic verspricht eine Schwierigkeit, die sich an die Gruppe anpasst, damit das Spiel laut Verlag sowohl für Vielspieler als auch für Familien funktioniert. Ob die Freischaltungs-Kette in der Praxis eine echte mechanische Eskalation trägt oder primär neue Inhalte staffelt, lässt sich aus der bisherigen Beschreibung noch nicht ableiten.

Solo-Modus

Der Solo-Modus ist beidseitig belegt: Mantic, Wargamer und Toy Book nennen einhellig „1 bis 4 Spielende, kooperativ"; BoardGameGeek führt die Mechanik „Solo / Solitaire Game" für den Eintrag. Wie der Solo-Modus konkret skaliert, ob etwa eine Person mehrere Pflanzen steuert, der Schwierigkeitsgrad verschlankt wird oder eine eigene Kampagnenkurve greift, führt Mantic in der Vorab-Kommunikation nicht aus.

Komponenten

Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026
Produktrender der Box. Bildquelle: Mantic Games (Pressebild zur Ankündigung).

Bestätigt sind „pre-assembled miniatures", also vormontierte Plastikfiguren ohne Klebearbeit; in Bild und Text werden konkret Peashooter und Wall-nut als Miniaturen gezeigt, auf dem Schlüsselbild taucht zudem unter anderem ein Venus Fly Trap auf. Eine vollständige Komponentenliste, ein Spielplan-Auszug oder eine Auflistung der Zombie-Miniaturen liegt zum Pre-Launch noch nicht vor.

Pledge-Stufen, Stretch-Goals, deutsche Ausgabe

Die Vorab-Kampagnenseite auf Kickstarter zeigt aktuell Titel, Verlagsangabe und einen „Notify me"-Button; konkrete Pledge-Stufen, Preise und Stretch-Goals stehen dort nicht. Mantic kündigt für Backer eine Collector's Edition mit „exclusive content" und „early access" an; alle weiteren Details, einschließlich der Stretch-Goals, will der Verlag mit Kampagnenstart im Herbst 2026 kommunizieren. Ein Lead Designer ist in keiner der von Würfelreich gesichteten Quellen namentlich genannt. Auch zu einer deutschen Ausgabe oder einem DACH-Lokalisierungspartner findet sich in der Mantic-Pressemeldung, im BoardGameGeek-Eintrag und in den ausgewerteten Branchenmeldungen bislang keine Angabe.

Ausblick

Bis zum Kampagnenstart bleibt offen, wie weit Mantic den Brettspiel-Zug vom Tower-Defense-Klick-Original wegrückt und ob deutsche Käuferinnen und Käufer beim Launch eine deutschsprachige Ausgabe pledgen können. Wie schon bei der Kickstarter-Vorstellung zu SHUG und beim laufenden kooperativen Tower-Defense-Crowdfunding zu VANEA kommt Würfelreich mit einem Kampagnen-Update zurück, sobald Mantic im Herbst 2026 den Kickstarter scharfschaltet.

PLAY von Kosmos: Musik-Partyspiel nutzt Ihr Streaming-Abo

25. Mai 2026 um 09:02
PLAY von Kosmos: Musik-Partyspiel nutzt Ihr Streaming-Abo

Heute, am 21. Mai 2026, bringt der Stuttgarter Verlag Kosmos das Musik-Partyspiel PLAY - The Music Party Game in den Handel. Der Clou: Das Spiel liefert keine eigenen Songs mit, sondern klinkt sich in den Streaming-Dienst ein, den Ihre Spielrunde ohnehin schon nutzt.

Eckdaten
TitelPLAY - The Music Party Game
VerlagKosmos
AutorMariano Di Martino
Illustrationnicht genannt
Spielerzahl2 bis 10 Personen
Spieldauerca. 20 Minuten
Alterab 16 Jahren
Preis (UVP)19,99 Euro
Erschienen21. Mai 2026

Was Sie im Spiel tun

Im Kern ist PLAY ein Schätzspiel. Ein Song wird abgespielt, dann tippen die Spielenden zwei Dinge: das Erscheinungsjahr und das Herkunftsland der Künstlerin oder des Künstlers. Laut Kosmos umfasst die Songbasis über 4.000 Titel aus mehr als zwölf Kategorien. Wer richtig liegt oder nah genug dran ist, sammelt Punkte.

Vier Spielmodi geben diesem Grundprinzip laut Kosmos unterschiedliche Formen:

  • Sooner or Later: Team-Wettstreit
  • Walk the Timeline: Team-Wettstreit
  • Better Together: kooperative Variante
  • Whole Lotta Points: alle tippen gleichzeitig

Eine Partie dauert ungefähr 20 Minuten, gespielt wird zu zweit bis zu zehnt. Einen Solo-Modus gibt es nicht: PLAY braucht mindestens zwei Personen am Tisch. Wie gut sich die große Spanne von zwei bis zehn Personen in der Praxis trägt, ob PLAY also zu zweit ebenso zündet wie in großer Runde, lässt sich ohne eigenen Test nicht beurteilen. Die Abwechslung speist sich dabei vor allem aus dem Songpool und der Stimmung in der Runde, nicht aus mechanischer Tiefe: PLAY bleibt ein schnelles Schätzspiel.

Der Trick mit dem Streaming-Abo

Die Musik kommt nicht aus der Schachtel. Stattdessen scannen die Spielenden mit Smartphone oder Tablet einen QR-Code und starten den Song über ihren eigenen Streaming-Dienst, etwa Spotify, Apple Music oder YouTube Music. Eine PLAY-App gibt es zusätzlich, ein Pflicht-Download ist sie aber nicht. Eine Internetverbindung dagegen schon.

Dieses Konzept hat zwei Seiten. Es hält den Preis niedrig, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 19,99 Euro, und es macht die Songauswahl potenziell riesig. Zugleich hängt das Spiel an fremder Infrastruktur: Streikt der Streaming-Dienst, streikt auch PLAY.

Eine wichtige Frage bleibt offen. Ob ein kostenpflichtiges Abo nötig ist oder eine werbefinanzierte Gratis-Stufe genügt, beantwortet die Produktseite nicht eindeutig. Im Zusammenhang mit der optionalen App nennt Kosmos zwar Spotify Premium, legt sich aber nicht klar darauf fest, ob die Gratis-Variante eines Streaming-Dienstes für das Spiel ausreicht. Wer Werbeunterbrechungen mitten im Rätsel vermeiden will, prüft das besser vor dem Kauf.

Schätzen statt Wissen

Das eigentliche Design-Versprechen lautet „Schätzen statt Wissen". Klassische Musik-Quizspiele belohnen, wer Jahreszahlen und Bandnamen auswendig kann. PLAY dreht das um: Auch wer sich mit Musik kaum auskennt, kann ein Jahr eingrenzen oder ein Herkunftsland erraten. Das senkt die Einstiegshürde und hält gemischte Runden zusammen, in denen reines Wissen sonst ungleich verteilt wäre.

Die Altersfreigabe ab 16

Eine Angabe fällt auf: Kosmos gibt PLAY erst ab 16 Jahren frei. Für ein Partyspiel ist das ungewöhnlich hoch. Einen Grund dafür nennt der Verlag auf der Produktseite nicht. Für den klassischen Familien-Spieleabend mit jüngeren Kindern fällt PLAY damit aus. Wer es als Spiel für die ganze Familie einplant, sollte das Mindestalter ernst nehmen.

Einordnung

Autor des Spiels ist Mariano Di Martino. Wer die Illustration verantwortet, nennt die Produktseite nicht. Für Spielrunden mit einem laufenden Streaming-Abo ist PLAY ein günstiger Spaß für den nächsten Partyabend. Wer dagegen kein Abo hat oder Werbeunterbrechungen scheut, sollte vor dem Kauf genau hinschauen.

Musik-Partyspiele haben gerade Konjunktur, von PlayHit bis zu Karaoke-Titeln wie Grab The Mic; PLAY hebt sich davon durch den Schätz-Ansatz und die Streaming-Anbindung ab. Es ist ein tagesaktueller Neuzugang im Kosmos-Programm, kein zeitloser Klassiker, und einer von vielen: Einen Überblick über weitere aktuelle Kosmos-Neuheiten gibt es separat. Ob das Streaming-Konzept im Spielalltag trägt, wird sich zeigen.

The 30s auf Gamefound: Lovecraft-Koop aus einer Hand

25. Mai 2026 um 08:40
The 30s auf Gamefound: Lovecraft-Koop aus einer Hand

Auf Gamefound sucht das italienische Ein-Personen-Studio Darkkena seit dem 25. Mai 2026 nach Unterstützung für „The 30s", ein kooperatives Lovecraft-Horrorspiel für eine bis zwei Personen. Mit einem Finanzierungsziel von 4.800 Euro, einem score-getriebenen Tournament-Format und einer überwiegend bildbasierten Kampagne ist das Projekt sehenswert, lässt für deutsche Käuferinnen und Käufer aber zentrale Fragen offen.

Kurz erklärt: The 30s ist ein kooperatives Lovecraft-Horrorspiel für eine bis zwei Personen, das das italienische Solo-Studio Darkkena vom 25. Mai bis 26. Juni 2026 auf Gamefound mit einem Ziel von 4.800 Euro finanziert.

Eckdaten

FeldWert
TitelThe 30s
CreatorDarkkena (Rechtsperson: Roberto Lombardo)
Lead Designerin der Kampagne nicht separat namentlich genannt
Spielerzahl1 (Solo) oder 2 (kooperativ)
Spielzeit15 Minuten (Score-getriebenes Tournament-Format laut Regelheft)
Alterab 10 Jahren
MechanikenKarten-Erkundung, modulare Raum-Tiles, Set-Sammeln, Ressourcen-Management (Health und Sanity), Firefight, Tournament-Scoring
Setting1930er Jahre, Lovecraft-Universum, altes Haus
Kampagnenziel4.800 EUR
Stand am Tag 11.731,76 EUR von 29 Unterstützenden, rund 36 Prozent
Laufzeit25.05.2026 bis 26.06.2026
Auslieferungin der Kampagne öffentlich nicht datiert
BGG-Eintragzum Recherchezeitpunkt nicht auffindbar
Kampagnen-URLgamefound.com/darkkena/the-30s

Worum es geht

Laut Kampagne übernehmen ein oder zwei Spielende die Rolle von Ermittlern, die ein altes Haus betreten, um ein verschwundenes Mädchen zu finden. Das Setting orientiert sich an H. P. Lovecraft, die Inszenierung an klassischem 1930er-Jahre-Horror. Jede Entscheidung erhöht den psychischen Druck, der laut Kurzbeschreibung sowohl auf die Sanity als auch auf die Health der Figuren wirkt. Die Räume des Hauses werden modular ausgelegt, sodass jede Partie eine andere Anordnung anbietet.

Mechanik: Wie The 30s am Tisch funktioniert

Nach dem Live-Gang stellte das Regelheft die wichtigsten mechanischen Lücken zur Verfügung. Die Kampagne selbst hält sich auf der Tag-Ebene („cards", „exploration", „survival", „narrative", „cooperative"), das Manual zeigt ein konkreteres Bild.

Spielziel: The 30s ist ein score-getriebenes Tournament-Format. Wer das Haus durchsucht, sammelt Karten-Sets und löst Bonus-Aktionen aus; am Ende werden Punkte verglichen. Das ist näher an einem kompakten Punkt-Spiel als an einer durchgehenden Story-Kampagne.

Modulare Räume: Das Haus besteht aus quadratischen Raum-Tiles (im Manual unter anderem Living Room, Bedroom, Bathroom, Studio, Dressing Room, Attic und Children Room). Jeder Raum trägt drei nummerierte Suchstellen (1, 2, 3) und zeigt mit Symbolen, ob beim Betreten ein Item liegt oder eine Bedrohung wartet. Die Räume werden zur Partie zufällig angeordnet, nur die zentrale Halle bleibt fixiert.

Zwei Ressourcen: Spielende verwalten parallel Health-Tokens und Sanity-Tokens. Item-Karten können beide Werte gezielt verschieben, etwa „Astral Knowledge" (plus 2 Health, minus 2 Sanity). Permanente Effekte sind möglich, etwa „The Drawing" reduziert Sanity-Verlust gegen Monster dauerhaft um 1.

Item-Karten: Während der Erkundung gefundene Karten teilen sich in verbrauchbare und permanente Effekte. Holy Water gibt 2 zusätzlichen Schaden im Firefight, Strongbox tauscht ein Wunsch-Item gegen je 1 Sanity- und Health-Punkt, The Mirror erlaubt einen Blick auf die nächste Event-Karte und ihren Discard, The Map repositioniert einen bereits erkundeten Raum (Halle ausgenommen).

Event-Karten: Zwischen den Zügen ziehen Bedrohungen ein, etwa „Darkness". Durch Items wie The Mirror lassen sie sich vorzeitig verwerfen.

Firefight: Begegnungen mit Kreaturen werden im Kampf aufgelöst; das Tournament-Sheet vergibt einen ausdrücklichen Bonus, wenn die Spielenden „eine Kreatur mit dem ersten Schuss erlegen" (5 Punkte).

Endwertung: Gefundene Sets aus Cthulhu-Karte, Hinweis-Karten und Charakter-Karten bringen 10 (Paar), 20 (Trio), 35 (Quartett) oder 50 Punkte (Vollsatz). Nicht verbrauchte Spezial-Karten geben je 2 Punkte. Der erwähnte Erst-Schuss-Bonus kommt obendrauf.

Wer auf Regel-Ebene wissen will, was passiert, kommt also nicht mehr auf reine Tag-Lektüre an. Trotzdem bleibt die Kampagne selbst beim Schweigen, das Manual ist eigene Lektüre.

Solo gegen Koop

Die Kampagne wirbt explizit mit „A solo or 2-player cooperative experience". Das Regelheft bestätigt: Die Grundmechanik ist identisch, der Unterschied liegt im Score-Schlüssel. Solo-Spielende setzen Sets gegen die Punkte-Schwellen 10, 20, 35 und 50; das Tournament-Sheet im Koop-Modus listet eine zweite, niedrigere Punktespalte (5, 10, 17, 25) zusätzlich zur Solo-Reihe.

Beides spielt sich also als der gleiche Tile-Crawler, der Koop verteilt die Erfolgsmessung über zwei Profile. Wie genau die Doppelpunktung am Tisch wirkt, ob jede Person eine eigene Score-Linie hat oder eine geteilt wird und eine pro Charakter erhalten bleibt, wird im Sheet selbst nicht ausführlich erläutert.

Wer sich primär für Solo interessiert, bekommt also ein eigenes Score-Profil, kein eigens designtes Solo-Szenario. Bei 1-bis-2-Personen-Spielen ist das ein üblicher, aber kein zwingender Ansatz: Solo-erprobte Backer bekommen damit keinen reinen Solo-Modus, sondern das gleiche Spiel mit angepassten Punktegrenzen.

Die 15-Minuten-Frage

Die in den Kampagnen-Metadaten genannten 15 Minuten wirken zunächst unplausibel für einen Lovecraft-Tile-Crawler. Mit der Regelheft-Lektüre wird die Zahl nachvollziehbarer: The 30s ist als kompakte Punkt-Session angelegt, mit klaren Score-Stufen und ohne narrativen Bogen über eine ganze Kampagne. Ein einzelner Durchgang durch das modular ausgelegte Haus, gesammelte Set-Karten, ein einziger Firefight, dann Endwertung. Wer Lovecraft-Story-Bögen in MoM-Tradition erwartet, sollte umrechnen: The 30s liegt deutlich kürzer und ist ausdrücklich auf Wiederholung mit Score-Verbesserung angelegt.

Aufbauzeit, Regel-Link-Lektüre und das thematische Eintauchen bleiben am Tisch zu kalkulieren; die reine Spielzeit pro Durchgang von 15 Minuten ist nach Regellage realistisch.

Stretch Goals: Inhalt, Regel, Digital

Stretch Goals sind Zusatz-Inhalte, die ein Creator freischaltet, sobald die Kampagne bestimmte Funding-Schwellen erreicht. Bei einem Stand von rund 36 Prozent am ersten Tag liegen die vier angekündigten Goals von The 30s noch deutlich vor dem Spiel. Sie sortieren sich in zwei Kategorien:

  • Inhalt und Regel (5.000 EUR „Red Fog Rule", 7.000 EUR „Ashcroft Character", 12.000 EUR „Special Room Tile"): eine neue Regelvariante, ein neuer spielbarer Ermittler, fünf zusätzliche Raum-Tiles. Diese Goals würden das Spiel inhaltlich oder regelseitig erweitern.
  • Digital (6.000 EUR „STL Files"): STL-Dateien (3D-Druck-Vorlagen) der Miniaturen zum Selbstdruck. Das ist kein Komponenten-Upgrade am physischen Spiel, sondern ein digitaler Bonus für Backer mit eigenem 3D-Drucker.

Reine Komponenten-Aufwertungen (Foil-Karten, Holz statt Pappe, Premium-Boxen) sind unter den angekündigten Goals nicht zu finden. Bei 36 Prozent am Tag 1 ist allerdings selbst das erste Stretch Goal noch nicht in Reichweite, der Kampagne fehlt ein klares Polster für die Schwellenwerte ab 5.000 EUR.

Pledge-Stufen

Die Kampagne bietet sechs Stufen, davon fünf für Privatkunden (alle Backer-Preise sind Frühunterstützer-Konditionen):

  • Print & Play, 5 EUR Early Bird, regulär 8 EUR: rein digitales Spiel zum Selbstausdrucken inklusive Regel-Links in Englisch, Italienisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Mechanisch identisch zur physischen Version. Print & Play bedeutet: alle Spieldateien werden als PDF geliefert, gedruckt wird zu Hause.
  • The 30s game, 24 EUR First Backers / 27 EUR Early / 33 EUR regulär: physisches Grundspiel mit gedrucktem englischen Regelheft. Deutsches Regelheft nur als digitaler Link.
  • The 30s mit 10 Resin-Miniaturen, 48 EUR First Backers / 53 EUR Early / 58 EUR regulär: physisches Spiel plus zehn Resin-Miniaturen. Englisches Regelheft gedruckt, deutsches Regelheft nur digital. Mechanisch identisch zum Grundspiel, der Mehrwert ist ausschließlich Tisch-Optik.
  • The 30s FULL SET, 79 EUR, regulär 85 EUR: Vollausstattung mit elf Resin-Miniaturen, einer 60 mal 60 cm großen Stoff-Spielmatte und einem gedruckten Regelheft in der gewählten Sprache (Italienisch, Deutsch, Französisch, Spanisch oder Polnisch). Einzige Stufe mit gedrucktem deutschen Regelheft.
  • Wiederverkäufer-Bundle, 75 EUR: drei Grundspiele ohne Miniaturen, ausdrücklich nicht für Privatkunden.

Spielmechanisch unterscheiden sich die Stufen nicht. Wer das Spiel inhaltlich kennenlernen will, kommt mit 5 EUR Print & Play an die kompletten Regeln. Wer Resin-Miniaturen schätzt, zahlt rund 50 Euro Aufpreis für die Optik am Tisch. Wer auf Deutsch am Tisch spielen möchte, landet beim FULL SET.

Was deutsche Käufer wissen sollten

Das ist die zentrale Einschränkung dieser Kampagne für die DACH-Region: Ein gedrucktes deutsches Regelheft liegt ausschließlich der FULL-SET-Stufe für 79 EUR bei. In allen günstigeren Stufen ist die deutsche Regel nur als digitaler Link enthalten, der laut Darkkena teilweise erst zwei bis drei Monate nach Kampagnenende verfügbar sein soll. Einen DACH-Lokalisierungspartner (etwa Pegasus Spiele, Frosted Games oder Asmodee) führen die abgefragten Kampagnen-Metadaten und Reward-Beschreibungen nicht; gegebenenfalls am Seitenende oder in späteren Kampagnen-Updates auf einen Partnerhinweis prüfen.

Inhaltlich ist die Altersfreigabe „ab 10 Jahren" eine Faustzahl: Lovecraft-Horror, das Motiv des verschwundenen Mädchens und die zweigleisige Sanity-Health-Mechanik sind für jüngere Spielende und besonders sensible Familien keine sichere Empfehlung. Eltern sollten vor dem Pledge das Erklärvideo durchsehen.

Die Auslieferungstermine sind in den Kampagnen-Metadaten nicht datiert. Versandkosten in die DACH-Region werden ebenfalls nicht öffentlich aufgeführt. Beides sollte vor einem Pledge in den Kampagnen-Updates oder per Nachfrage beim Creator geklärt werden.

Lohnt sich The 30s für DACH-Käufer?

The 30s ist eine kleine Solo-Creator-Kampagne mit großem Genre-Erbe. Wer Lovecraft-Koop am Tisch sucht, hat in der DACH-Region eine etablierte Auswahl mit klar unterschiedlichen Profilen: Arkham Horror LCG ist ein kampagnengetriebenes Living-Card-Game mit Deck-Bau, Villen des Wahnsinns in zweiter Edition setzt auf eine App und tile-basierte Story-Erkundung, Cthulhu: Death May Die ist ein würfel- und kartenlastiger Action-Koop. The 30s positioniert sich klar daneben: ein kompakter, score-getriebener Tile-Crawler mit Set-Sammeln, zwei Ressourcen und einer einzelnen kurzen Sitzung pro Partie. Replay-Anreiz speist sich aus der zufälligen Raum-Anordnung, dem variierenden Karten-Pool und der Score-Optimierung, nicht aus einem Kampagnen-Bogen. Weitere Lovecraft-Brettspiele auf Würfelreich liefern Vergleichspunkte für die Genre-Einordnung.

Hinzu kommt: Roberto Lombardo beziehungsweise Darkkena tritt mit The 30s zum ersten öffentlich auffindbaren Brettspielprojekt an, weder Crowdfunding-Datenbanken noch BoardGameGeek führen ein vorhergehendes veröffentlichtes Spiel. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber bei einem Solo-Creator ohne datierte Auslieferung der erste Backer-Filter. Konkrete Szenariozahlen oder ein verbindender Kampagnenplot sind im Regelheft ebenfalls nicht angelegt; die Spielarchitektur setzt auf wiederholbares Tournament-Format statt Story-Bogen.

Wer den Print-and-Play-Preis von 5 EUR riskieren möchte, kann das Spiel ohne große Investition kennenlernen; wer die deutsche Vollausstattung am Tisch will, zahlt 79 EUR und nimmt offene Fragen zu Auslieferung und Versand mit.

36 Prozent Funding am ersten Tag sind ein solider Start, aber kein Selbstläufer für die Stretch Goals. Beobachten lohnt sich, blind pledgen sollten DACH-Käufer eher nicht. Weitere Gamefound-Kampagnen und laufende Crowdfunding-Vorstellungen auf Würfelreich liefern die nächste Vergleichsrunde.

Update 2026-05-25: Darkkena hat nach Veröffentlichung dieses Artikels das vollständige Regelheft zur Verfügung gestellt. Die Mechanik-Abschnitte und die 15-Minuten-Einordnung sind entsprechend aktualisiert.

Hitman: The Board Game — Agent 47 als Brettspiel

19. Mai 2026 um 12:55
Hitman: The Board Game — Agent 47 als Brettspiel

Agent 47 verlässt den Bildschirm. Das dänische Studio MOOD Publishing bringt die Stealth-Action-Reihe von IO Interactive als kompetitives Brettspiel auf den Tisch — und sammelt auf Gamefound deutlich mehr Geld ein als geplant. Stand 19. Mai 2026 stehen 672.894 Euro auf dem Konto, rund 673 Prozent des Finanzierungsziels von 100.000 Euro. 3.093 Unterstützerinnen und Unterstützer haben bislang gepledged. Die Kampagne läuft noch bis zum 28. Mai 2026, 16:00 Uhr MESZ — also gut neun Tage.

Worum geht's bei Hitman: The Board Game?

In Hitman: The Board Game schlüpfen 1 bis 4 Spielende in die Rolle internationaler Auftragskillerinnen und -killer, die um denselben Vertrag konkurrieren. Sie reisen zwischen exotischen Schauplätzen, infiltrieren Anwesen und Veranstaltungen und versuchen, hochkarätige Ziele auszuschalten — bevor die Konkurrenz am Tisch zuschlägt.

Die Kernschleife greift eine Stilfrage auf, die schon das Videospiel prägt: lautes Vorgehen mit der Schusswaffe (vom Hersteller „guns blazing" genannt) oder die leise Variante im Stil eines „Silent Assassin". Mitspielende dürfen sabotieren, Ziele wegschnappen und den finalen Treffer setzen — das Spiel ist also explizit konflikthaltig und nicht kooperativ. Eine Partie dauert laut MOOD Publishing rund 60 Minuten, das Mindestalter liegt bei 12 Jahren.

Wie sich diese Stilfrage am Tisch konkret in Aktionen übersetzt, hält die Kampagne erstaunlich knapp: MOOD Publishing nennt die genaue Aktionsökonomie (also was eine Spielerin pro Zug machen darf), die Zugstruktur und das Auflösungssystem auf der Gamefound-Hauptseite bislang nicht im Detail. Aus der Komponentenliste lässt sich ableiten, dass Hitman: The Board Game karten- und tableau-getrieben ist: Spielende erhalten Agent Cards (vermutlich mit individuellen Profilen, denn die Kampagne schaltet im Verlauf wiederholt neue Special Agent Card Packs frei), Aufträge werden über Target Briefs und Map Event Cards in Schauplätzen mit Raum-Tiles inszeniert, dazu kommen Opportunity Cards, Weapon Cards und zusätzliche Unorthodox Tools. Das deutet auf ein asymmetrisches, karten- und ortsbasiertes Konfliktspiel hin — die konkrete Mechanik bestätigt MOOD aber bisher nicht in Textform. Zum Solo-Modus für eine Person macht der Verlag auf der Hauptseite ebenfalls keine Detailangaben; ob er als Score-Run, Automa oder Solo-Kampagne läuft, bleibt bis zum Pledge-Manager (ein Online-Formular, in dem Sie nach Kampagnenende Ihren Pledge bestätigen, Versand bezahlen und Add-ons anpassen) oder zum ersten Rezensionsexemplar offen.

Was das Spiel auf dem Tisch tatsächlich leistet, lässt sich heute nicht beurteilen. Es liegt kein Rezensionsexemplar vor, ein BoardGameGeek-Eintrag mit Bewertungen existiert mangels Druck nicht. Wir bewerten hier Konzept, Studio und Funding — nicht das Spielgefühl.

Was steckt im Karton?

MOOD Publishing bietet sieben Pledge-Stufen an (Preise in Euro, Versand kommt im Pledge-Manager dazu):

  • Base Game — 60 € (UVP 70 €). Das Grundspiel inklusive aller freigeschalteten Karten-Stretch-Goals.
  • All Gameplay — 125 € (UVP 145 €). Sämtliche Gameplay-Erweiterungen, jedoch ohne Komponenten-Upgrades wie Standees oder Miniaturen.
  • All Gameplay – Acrylic Standees Edition — 200 € (UVP 235 €). Wie All Gameplay plus Acryl-Standees als Spielfiguren.
  • All Gameplay – Miniatures Edition — 220 € (UVP 260 €). Mit voll plastischen Miniaturen.
  • All-In Acrylic Standees — 315 € (UVP 400 €). Alle Inhalte plus Acryl-Standees und sämtliche Komponenten-Upgrades.
  • All-In Miniatures — 335 € (UVP 425 €). Die Vollausstattung mit Miniaturen.
  • Retailer Pledge — 100 €, nur für verifizierte Händlerinnen und Händler.

Wer das Spiel rein als Spielerlebnis kaufen will, kommt mit dem Base Game oder dem All Gameplay-Pledge aus. Die All-In-Stufen lohnen sich für Sammlerinnen und Sammler, die Wert auf Miniaturen, Acryl oder die enthaltenen Box-Aufwertungen legen. Bei einem Spiel ohne Hands-on-Eindrücke ist jeder Pledge oberhalb der Einstiegsstufe ein Vertrauensvorschuss in das Studio.

Stretch Goals und David Bateson

Stretch Goals sind Bonus-Inhalte, die freigeschaltet werden, sobald die Kampagne bestimmte Geldmarken oder Zeitpunkte erreicht. Die Funding-Stufen bis 600.000 Euro sind durch. Sortiert nach Wirkung am Tisch:

Mechanische Inhalte (verändern, was im Spiel passiert):

  • Personal Restrictions (zwei Karten-Packs) — laut Gamefound „eine extra Herausforderung pro Spieler", also vermutlich individuelle Sonderauflagen pro Auftrag.
  • Smuggled Items (zwei Packs) — Start-Perks, mit denen Spielende in die Partie gehen.
  • Vier Unorthodox Packs — zusätzliche „kreative" Werkzeuge und Waffen, also Karten für die Action-/Inventarseite.
  • Easter-Egg-Karten in zwei Varianten (Opportunity- und Map-Event-Karten) — Erweiterungen der vorhandenen Karten-Decks.
  • Extra Agent Cards, Special Agent Card Pack und Special Agent Cards Pack 2 — zusätzliche Spieler-Charaktere mit eigenen Profilen.
  • Extra Target Event Cards Pack, Map Event Card Pack und Extra ICA Cards — mehr Aufträge, Map-Events und Ausrüstung.
  • Make-Your-Own Target Kit — Blanko-Karten, Raum-Tiles und Standees für selbstgebaute Aufträge.

Komponenten-Upgrades und Boni (verschönern oder erleichtern das Spiel):

  • Doppellagige Spielertableaus.
  • Neue Waffenkarten-Artworks (Re-Skin der Duplikat-Karten).
  • Brief Holder — Aufsteller, um Location- und Target-Briefs aufrecht auf dem Tisch zu platzieren.
  • Score Sheet mit Achievement-Stickern für Eliminationen.
  • Printable Tutorial Map — Druckvorlage für eine geführte Einsteigerpartie.

Offen ist das prominenteste Ziel: Ab 700.000 Euro signiert David Bateson, die englische Originalstimme von Agent 47, jede Gold Baller Collectors Card — allerdings nur in den All-In-Pledges. Zum Stand 19. Mai fehlen dafür rund 27.000 Euro. Hinzu kommen drei Mystery Unlocks an den Kampagnentagen 20, 23 und 25, also zwischen 20. und 25. Mai.

Einordnung: Wer ist MOOD Publishing?

Hinter dem Projekt steht MOOD Publishing Aps mit Sitz in Dänemark. Wer das Spiel konkret designt hat, kommuniziert MOOD auf der Gamefound-Hauptseite öffentlich nicht namentlich — eine Designer- oder Autorenzeile fehlt in den dort sichtbaren Projektdaten. Bei einer Lizenz-Adaption in dieser Größenordnung ist das eine Lücke, keine Nebensache; ob ein In-House-Team, eine externe Autorin oder ein etablierter Designer hinter dem System steht, wird der Pledge-Manager oder das erste Update klären müssen.

Eine belastbare Liefer-Bilanz für eine Produktion in dieser Größenordnung lässt sich aus öffentlich zugänglichen Quellen heute nicht abschließend ableiten. Crowdfunding-typische Verzögerungen sind möglich — Brettspielprojekte mit Lizenzbindung und vollständiger Miniatur-Produktion treffen erfahrungsgemäß auf längere Lieferzeitfenster, als die Kampagne ursprünglich verspricht. Ein verbindliches Auslieferungsdatum nennt die Kampagnen-Hauptseite nicht prominent; Pledge-Manager und spätere Update-Kommunikation des Verlags werden hier ausschlaggebend sein.

Versandkosten erhebt der Verlag nach Kampagnenende im Pledge-Manager. Details zu DACH-Versandstaffeln finden Unterstützerinnen und Unterstützer dort, nicht auf der Hauptseite.

Fazit: Für wen lohnt sich der Pledge?

Hitman: The Board Game spricht zwei Zielgruppen klar an. Erstens: Fans der Videospielreihe, die Agent 47 nun gegen Freundinnen und Freunde am Tisch verkörpern wollen. Zweitens: Spielende, die kompetitive Konflikt-Brettspiele in der 60-Minuten-Klasse mögen, in denen Mitspielende einander aktiv das Wasser abgraben dürfen. Wer Koop-Erlebnisse oder ruhiges Tableau-Building sucht, ist hier falsch.

Vor einer 60-Euro-Entscheidung gilt der übliche Crowdfunding-Hinweis: Ein Pledge ist ein Versprechen, kein Kauf. Solange kein Rezensionsexemplar vorliegt, beurteilen wir Konzept, Studio und Funding — nicht das Spielgefühl. Wer das aushält, findet hier eine der größten Lizenz-Adaptionen des Jahres auf Gamefound.

Herr der Ringe: Schicksal der Gemeinschaft – Leacocks Koop-Saga

19. Mai 2026 um 10:49
Herr der Ringe: Schicksal der Gemeinschaft – Leacocks Koop-Saga

Matt Leacocks Tolkien-Koop ist zurück in der BGG-Hotness: Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft (Originaltitel The Lord of the Rings: Fate of the Fellowship) klettert nach den jüngsten Mittelerde-Ankündigungen wieder nach oben. Das Spiel erschien 2025 bei Z-Man Games, wird also nicht durch eine Neuauflage, sondern durch frisches Interesse rund um Asmodees Tolkien-Lizenz angeschoben.

Worum geht's?

Jede:r Spielende übernimmt zwei Figuren aus dem Umfeld der Gefährten und unterstützt Frodo auf seinem Weg zum Schicksalsberg. Schauplätze, Ereignisse und Gegner wechseln über 24 Szenarien hinweg, dazu kommen 14 Ereignisse und 13 spielbare Charaktere. Mechanisch verbindet Leacock vertraute Pandemic-DNA – Aktionspunkte, Kartenhand-Management, Würfelkonflikte – mit Set-Collection-Elementen und einer „Hoffnung"-Spur, die das Spielende bestimmt: Wer den Ring vor Frodos Verzweiflung ins Feuer wirft, gewinnt. Ein Solomodus ist enthalten.

Schnellfakten

  • Designer: Matt Leacock (Pandemic, Forbidden Island)
  • Illustration: Jared Blando, Cory Godbey
  • Verlag: Z-Man Games (Asmodee-Imprint)
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Spielerzahl: 1–5 (auf BGG bestens zu dritt)
  • Spielzeit: 60–150 Minuten
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Mechaniken: Kooperativ, Aktionspunkte, Würfeln, Handmanagement, Set Collection, variable Spielerfähigkeiten, Solo
  • BGG-Bewertung: 8,33 bei rund 8.900 Stimmen, BGG-Rang 87, Thematic-Rang 22 (Stand: Mai 2026)

DACH-Relevanz

Der deutsche Titel Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft ist bei BoardGameGeek bereits hinterlegt; die Veröffentlichung erfolgt über die Asmodee-Schiene mit Z-Man Games. Vor dem Hintergrund der jüngsten Partner-Ankündigungen rund um Asmodees Mittelerde-Lizenz dürfte das Spiel im deutschsprachigen Handel zusätzlichen Schub bekommen.

Unsere Einschätzung

Mit einem BGG-Rang in den Top 100 und einer Bewertung jenseits der 8,3 ist Schicksal der Gemeinschaft kein flüchtiges Hotness-Phänomen, sondern ein bestätigtes Koop-Schwergewicht. Wer auf erzählerische Pandemic-Verwandte steht und mit 60 bis 150 Minuten Spielzeit kein Problem hat, sollte das Spiel auf dem Schirm haben – gerade jetzt, wo Asmodee die Mittelerde-Pipeline öffnet.

Quelle: BoardGameGeek – The Lord of the Rings: Fate of the Fellowship

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The Legacy of Mars: Jacob Fryxelius' Terraforming-Kampagne für 2027

19. Mai 2026 um 10:49
The Legacy of Mars: Jacob Fryxelius' Terraforming-Kampagne für 2027

Jacob Fryxelius dreht das Terraforming-Mars-Universum auf Kampagnenformat: The Legacy of Mars soll 2027 bei FryxGames erscheinen und tauscht die einzelne Partie gegen eine Mission-zu-Mission-Erzählung. Die Crowdfunding-Kampagne läuft auf Gamefound, das Spiel rangiert seit Tagen weit oben in der BGG-Hotness.

Worum geht's?

Statt eines abgeschlossenen Spielabends erwartet die Spielenden eine Kette aus Missionen, in denen unterschiedliche Planeten und neue Seiten des Mars terraformt werden. Wer eine Mission gewinnt, wird zum Gouverneur dieses Planeten – mit Zusatzpunkten für das finale Szenario, das den Gesamtsieger ermittelt. Mechanisch baut Fryxelius auf der bekannten Terraforming-Mars-Engine auf und ergänzt sie um Bevölkerung, Arbeiter, schmelzende Gletscher und einen wachsenden Pool an Innovations- und Entwicklungskarten. Jede Mission spielt mit neuen Parametern und einem eigenen Kartenpool – laut Designer „im Grunde mehrere Spiele in einer Schachtel".

Schnellfakten

  • Designer: Jacob Fryxelius
  • Illustration: Isaac Fryxelius
  • Verlag: FryxGames
  • Erscheinungsjahr: 2027 (Crowdfunding auf Gamefound)
  • Spielerzahl: 1–5 (inklusive Solo-Modus)
  • Spielzeit: 150–300 Minuten pro Mission
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Mechaniken: Kampagnen-/Szenariospiel, Closed Drafting, Handmanagement, Plättchenlegen, variable Spielerfähigkeiten, Solo

DACH-Relevanz

Die deutschsprachigen Ausgaben der Terraforming-Mars-Reihe betreut traditionell der Schwerkraft-Verlag. Eine offizielle deutsche Lokalisierung von The Legacy of Mars ist bislang nicht angekündigt – sollte FryxGames den eingespielten Weg gehen, ist Schwerkraft die naheliegende Adresse. Backerinnen und Backer aus dem DACH-Raum sollten bei der Gamefound-Kampagne genau auf den späteren deutschen Vertrieb achten.

Unsere Einschätzung

Ein Kampagnenformat auf Terraforming-Mars-Basis ist nach Ares Expedition und der jüngst angekündigten Terraforming Mars: The Big Box der nächste logische Schritt – und gleichzeitig der riskanteste. Die durchschnittliche BGG-Wertung von 4,7 spiegelt vor allem Crowdfunding-Skepsis und sehr wenige tatsächliche Stimmen wider; aussagekräftiger ist die Wunschlisten-Zahl. Wir verfolgen die Kampagne weiter und schauen besonders auf die Frage, ob die Missionen narrativ tragen oder am Ende doch nur Setup-Variationen bleiben.

Quelle: BoardGameGeek – The Legacy of Mars

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First Giants: Urzeitriesen-Kartenspiel von Dunstan und Gilbert bei Space Cowboys

19. Mai 2026 um 10:48
First Giants: Urzeitriesen-Kartenspiel von Dunstan und Gilbert bei Space Cowboys

Ein Museum voller Mammuts, Flugsaurier und Dinosaurier: Mit First Giants bringen Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert ein kompaktes Kartenspiel auf den Tisch, das die Hotness-Liste von BoardGameGeek nach oben klettert. Verleger ist Space Cowboys, das Erscheinungsjahr 2026. Im Mittelpunkt steht ein Wettlauf um die prestigeträchtigste Ausstellung – mit dem typischen Kniff, dass jede ausgestellte Karte ihre Effekte verliert.

Worum geht's?

First Giants ist ein Set-Collection-Kartenspiel mit offenem Draft. Die Spielenden rekrutieren Karten, die Dinosaurier, Flugreptilien und prähistorische Säugetiere darstellen, und kombinieren deren Effekte zu einer Engine aus Bernstein, Siegpunkten und Ausstellungsmöglichkeiten. Der Twist: Ausgestellte Karten zählen Punkte, verlieren aber ihre Effekte. Wer wann seine besten Stücke aus dem Tableau in die Vitrine schiebt, entscheidet die Partie. Die Spielzeit liegt bei rund 30 Minuten, das Material zeichnen Maud Chalmel und Jessica Cognard.

Schnellfakten

  • Designer: Matthew Dunstan, Brett J. Gilbert
  • Illustration: Maud Chalmel, Jessica Cognard
  • Verlag: Space Cowboys (international), Hobby Japan (JP), Rebel (PL)
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Spielerzahl: 2–5 (auf BGG bestens zu dritt)
  • Spielzeit: ca. 30 Minuten
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Mechaniken: Set Collection, Open Drafting, Tableau-Aufbau
  • BGG-Bewertung: 6,6 bei 161 Stimmen (Stand: Mai 2026)

DACH-Relevanz

Space Cowboys ist ein Imprint der Asmodee-Gruppe; die deutschsprachige Distribution läuft erfahrungsgemäß über Asmodee Deutschland. Bei BoardGameGeek ist bereits ein deutscher Titel als Museum der Urzeitriesen hinterlegt. Eine offizielle Ankündigung für den deutschen Markt steht aktuell aus – wir behalten den Asmodee-Neuheitenkalender im Auge.

Unsere Einschätzung

Dunstan und Gilbert haben mit Elysium bereits gezeigt, wie elegant sich Set Collection mit einem „jetzt oder später"-Dilemma verschränken lässt – First Giants spielt offenbar in derselben Liga. Für 30 Minuten Spielzeit ist die Themenwahl ein willkommener Bruch mit dem ewigen Burgenbau, und die Kombination aus offenem Draft und Bernstein-Engine verspricht knackige Entscheidungen ohne Downtime.

Quelle: BoardGameGeek – First Giants

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Jogo do Ano 2026: Fünf Nominierte für den portugiesischen Brettspielpreis

19. Mai 2026 um 10:28
Jogo do Ano 2026: Fünf Nominierte für den portugiesischen Brettspielpreis

Der Verein SPIEL Portugal hat die Nominierten für den Jogo do Ano 2026 veröffentlicht. Der portugiesische Brettspielpreis zeichnet traditionell anspruchsvolle Strategie- und Expertenspiele aus. Fünf Titel haben es in diesem Jahr auf die Auswahlliste geschafft. Die Bekanntgabe erfolgte über Brettspielbox.

Die Nominierten für den Jogo do Ano 2026

Die diesjährige Auswahl umfasst eine Mischung aus Würfel-Engine, Worker Placement und thematisch dichten Strategiespielen. Folgende fünf Titel stehen zur Wahl:

Die fünf Brettspiele im Detail

Jogo do Ano 2026: Fünf Nominierte für den portugiesischen Brettspielpreis
Ada's Dream erscheint bei Alley Cat Games und Strohmann Games. Bild: BoardGameGeek

Ada's Dream versetzt 1 bis 4 Spieler in eine alternative Geschichte, in der sie an der Seite von Ada Lovelace die erste Analytische Maschine bauen. Über 18 Runden ziehen sie Würfel von einem Werkstatt-Rondell, halten Vorträge und vervollständigen ihr persönliches Blaupausen-Tableau. BoardGameGeek listet das Spiel mit einer Bewertung von 8,04 bei einer Komplexität von 3,91 von 5.

Jogo do Ano 2026: Fünf Nominierte für den portugiesischen Brettspielpreis
ANTS von Renato Ciervo und Andrea Robbiani erscheint im deutschsprachigen Raum beim PD-Verlag. Bild: BoardGameGeek

ANTS lässt 2 bis 4 Spieler eine Ameisenkolonie durch Wachstum, Erkundung und Eroberung eines Gartens führen. Sechs Hauptaktionen, ein Inkubationsboard mit drei Lebenszyklusphasen und mehrere Siegpfade prägen das rund 90 Minuten lange Spiel. Die Komplexität liegt bei 3,74, die Durchschnittsbewertung bei 7,79.

Jogo do Ano 2026: Fünf Nominierte für den portugiesischen Brettspielpreis
Galactic Cruise rangiert aktuell auf Platz 121 der BoardGameGeek-Rangliste. Bild: BoardGameGeek

Galactic Cruise stellt 1 bis 4 Spieler als Supervisoren in den Dienst eines Weltraum-Kreuzfahrtunternehmens. In 90 bis 150 Minuten bauen sie Schiffe, werben Gäste und entwickeln neue Technologien. Das von Ian O'Toole illustrierte Spiel rangiert mit einer Bewertung von 8,32 aktuell auf Platz 121 der BGG-Rangliste, die Komplexität liegt bei 3,97.

Jogo do Ano 2026: Fünf Nominierte für den portugiesischen Brettspielpreis
Luthier von Dave Beck und Abe Burson erscheint im deutschsprachigen Raum bei Funtails. Bild: BoardGameGeek

Luthier widmet sich der klassischen Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. 1 bis 4 Spieler bauen in 90 bis 150 Minuten Instrumente, gewinnen historische Mäzene und bilden Lehrlinge aus. Eine Kombination aus verdeckter Versteigerung und Worker Placement liefert die mechanische Grundlage, die BGG-Bewertung liegt bei 8,19 bei einer Komplexität von 3,78.

Jogo do Ano 2026: Fünf Nominierte für den portugiesischen Brettspielpreis
Speakeasy ist mit einem Komplexitätswert von 4,42 das anspruchsvollste Spiel der Auswahl. Bild: BoardGameGeek

Speakeasy von Vital Lacerda führt 1 bis 4 Spieler in das Manhattan der Prohibitionszeit. Als Mafiosi unter Lucky Luciano betreiben sie Flüsterkneipen, beschäftigen Schläger und liefern illegalen Alkohol. Mit einer Komplexität von 4,42 ist der Titel das anspruchsvollste Spiel der Auswahl, die Durchschnittsbewertung erreicht 8,46.

Expertenspiele prägen die Auswahl

Die Komplexitätswerte zeigen den klaren Fokus des Preises. Vier der fünf Nominierten liegen zwischen 3,74 und 3,97, Speakeasy übertrifft mit 4,42 sogar diesen Korridor. Alle Titel bieten zudem einen Solomodus und Spieldauern zwischen 50 und 180 Minuten.

Bei den Verlagen fällt die internationale Aufstellung auf. Mit Strohmann Games, PD-Verlag und Funtails sind drei deutschsprachige Häuser unter den Lizenznehmern vertreten, was den Zugriff für deutsche Sammler erleichtert. Wann der Verein SPIEL Portugal den Sieger des Jogo do Ano 2026 bekanntgibt, ist bislang nicht öffentlich kommuniziert.

Asmodee benennt erste Brettspiel-Partner für Lord of the Rings

18. Mai 2026 um 17:26
Asmodee benennt erste Brettspiel-Partner für Lord of the Rings

Asmodee hat die ersten Partnerunternehmen bekanntgegeben, die neue Brettspiele und Zubehör zur Welt von Mittelerde produzieren werden. Sechs Monate nach der Übernahme der Tabletop-Lizenz für „Der Herr der Ringe" sollen mehrere etablierte Verlage und Hersteller eigene Titel beisteuern. Die Auswahl folgt einer Phase, in der Teile der Branche befürchtet hatten, Asmodee werde die attraktivsten Projekte für sich reservieren.

Diese Verlage produzieren neue Mittelerde-Titel

Zur ersten Gruppe gehören Grand Gamers Guild, Mitherausgeber von „Endeavor: Deep Sea", und Stone Blade Entertainment, der Verlag hinter dem Deckbuilder „Ascension". Hinzu kommt Play to Z, das von Z-Man-Games-Gründer Zev Schlasinger ins Leben gerufen wurde. Ergänzt wird das Feld durch den Würfel- und Zubehörhersteller Sirius Dice sowie Game Toppers, das in einer separaten Mitteilung Tische, Spielmatten und weiteres Zubehör im Mittelerde-Stil angekündigt hat.

Die konkreten Projekte der meisten Partner bleiben vorerst unter Verschluss. Eine Ausnahme ist Stone Blade. Der Verlag hatte bereits im April eine Lord-of-the-Rings-Version seines „Ascension"-Deckbuildings auf Gamefound vorgestellt.

Asmodee selbst hat in den vergangenen zwei Jahren mehrere erfolgreiche Mittelerde-Titel veröffentlicht. Dazu zählen „Duel for Middle Earth", eine Variante von „7 Wonders Duel", sowie „The Fellowship of the Ring – Trick-Taking Game" und Matt Leacocks pandemie-inspiriertes „Fate of the Fellowship". Bei den 20. Golden Geek Awards räumten diese Titel mehrere Auszeichnungen ab.

Eigene Projekte und offener Pitch-Prozess

Asmodee war bis zur Ausgliederung Anfang 2025 eine Schwestergesellschaft von Middle-earth Enterprises innerhalb der Embracer Group. Mit der Übertragung der Tabletop-Lizenz im Oktober übernahm das Unternehmen die Verantwortung dafür, welche Verlage künftig Mittelerde-Spiele entwickeln dürfen. Die Frage, ob die besten Projekte intern bleiben würden, beantwortete Luke Peterschmidt, der die Middle-earth-Sparte bei Asmodee leitet, schon kurz nach Amtsantritt gegenüber BoardGameWire: „Unsere Aufgabe ist es, die richtige Anzahl von Mittelerde-Spielen im richtigen Tempo zu produzieren, damit jedes Spiel Raum zum Atmen hat (…) und kein Teil dieser Mission besagt ‚und Asmodee macht alle Spiele'."

In seiner aktuellen Stellungnahme zur Partner-Auswahl ergänzte Peterschmidt: „Es mag den einen Ring geben, der sie alle regiert, aber es braucht viele Verlage, um die Bedürfnisse der Fans von ‚Der Herr der Ringe' zu erfüllen."

Aus dem eigenen Haus plant Asmodee in diesem Jahr „The Lord of the Rings: The King's Gambit", das vom Studio Space Cowboys gemeinsam mit Restoration Games entwickelt wird. Der Titel basiert auf „Star Wars: The Queen's Gambit", einer Avalon-Hill-Veröffentlichung aus den frühen 2000er Jahren, die vier Schlachten aus „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung" nachstellt. Verlage, die eigene Mittelerde-Projekte einreichen möchten, können sich per E-Mail an METTGlicensing@asmodee.com wenden.

KOSMOS Neuheiten Herbst 2026: Batman, Moustache und Flip 7 Voll Fies

18. Mai 2026 um 13:21
KOSMOS Neuheiten Herbst 2026: Batman, Moustache und Flip 7 Voll Fies

Die KOSMOS Neuheiten Herbst 2026 bringen drei neue Titel in unterschiedlichen Kategorien auf den Markt. Mit Batman – Gotham City Crimes, Moustache und Flip 7 Voll Fies erscheinen ein storygetriebenes Kooperativspiel, ein Stichspiel mit wechselnden Regeln und eine eigenständige Variante eines erfolgreichen Push-Your-Luck-Kartenspiels. Die Bandbreite reicht vom kooperativen Krimi-Abenteuer bis zum schnellen Kartenchaos für große Runden.

Kooperative Detektivarbeit und Stichspiel mit Sondereffekten

In Batman – Gotham City Crimes übernehmen 2 bis 4 Personen ab 12 Jahren die Rollen von Batman, Batgirl, Batwoman und Nightwing. Die Gruppe erkundet Gotham City, sammelt Hinweise, durchsucht Gebäude und spürt Superschurken nach. Die Kapitelstruktur entfaltet sich Stück für Stück und verlangt Absprachen und gutes Timing innerhalb des Teams. Eine Partie dauert rund 60 Minuten, der Erscheinungstermin ist der 19. Oktober 2026 zu einem Preis von 49,99 Euro. Für Entwurf und Spielmechanik zeichnet Michael Menzel verantwortlich, bekannt durch die Reihe Die Legenden von Andor. Ein Einstiegsabenteuer führt direkt in die Erzählung und ersetzt eine klassische Anleitung.

KOSMOS Neuheiten Herbst 2026: Batman, Moustache und Flip 7 Voll Fies
Moustache verspricht ein Stichspiel mit wechselnden Teams und neuen Regeln in jeder Runde. (Bild: BoardGameGeek)

Moustache ist ein Stichspiel von Alexandre Aguilar und Jules Messaud für 3 bis 6 Personen ab 10 Jahren. Eine Partie dauert rund 20 Minuten. Die Teams werden in jeder Runde neu zusammengewürfelt, neue Regeln verändern die Farbhierarchien oder bringen Joker und Karteneffekte ins Spiel. Die Illustrationen von Manu Gorobeï setzen auf tierische Charaktere, metallisch glänzende Schnurrbärte dienen als Auszeichnung. Auf BoardGameGeek liegt der Titel bei einer Durchschnittsbewertung von 7,27 und einer Komplexität von 1,33 von 5. Erschienen ist das Spiel ursprünglich bei Lumberjacks Studio.

Flip 7 Voll Fies und der Blick in den Katalog

KOSMOS Neuheiten Herbst 2026: Batman, Moustache und Flip 7 Voll Fies
Flip 7 Voll Fies basiert auf der englischen Vorlage Flip 7: With A Vengeance. (Bild: BoardGameGeek)

Flip 7 Voll Fies ist die eigenständige Variante zum Kartenspiel-Hit Flip 7 von Eric Olsen und Alyssa Swatek. Die deutsche Ausgabe baut auf dem englischen Original Flip 7: With A Vengeance des Verlags The Op Games auf. Gespielt wird mit 3 bis 18 Personen ab 10 Jahren, eine Partie dauert rund 20 Minuten. Im Vergleich zur Vorlage kommen neue Aktionskarten und Minuspunkte hinzu, die Second-Chance-Karte entfällt. Spezialkarten halbieren Punkte, stehlen Karten oder zwingen Mitspielende, vier zusätzliche Karten zu ziehen. BoardGameGeek listet die englische Vorlage bei einer Durchschnittsbewertung von 7,32 und einer Komplexität von 1,15 von 5.

Weitere Hintergründe zum Herbstprogramm finden sich in der Verlagsvorschau von KOSMOS. Die drei vorgestellten Titel ergänzen das Verlagsprogramm um Spiele für unterschiedliche Gruppengrößen und Stimmungen am Tisch.

VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound

13. Mai 2026 um 15:49
VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound

VANEA: Guardians of the Eldertree ist seit dem 12. Mai 2026 als Relaunch-Kampagne auf Gamefound finanzierbar. Der Düsseldorfer Verlag Forgotten Tales um Florian Molzahn sammelt bis zum 1. Juni 2026 für sein kooperatives Fantasy-Brettspiel mit Tower-Defense-, Erkundungs- und Würfelmechaniken. Das Finanzierungsziel liegt bei 59.000 Euro, am Starttag stehen rund 6.000 Euro von 32 Unterstützenden zu Buche. Das Spiel ist für eine bis vier Personen ab zehn Jahren ausgelegt, eine Partie dauert rund 90 Minuten.

Spielprinzip: Wächter, Elementarmagie und ein verseuchter Wald

Schauplatz von VANEA ist der Elderforest, eine märchenhafte Welt rund um einen mystischen Baum. Als Wächter verteidigst du den Elder Tree gegen Monster, Bosse und die sich ausbreitende „Darkmoon Rot". Im Spielverlauf erkundest du den Wald, sammelst sechs verschiedene Elementarorbs, um die zugehörigen Mächte zu meistern, und schmiedest aus Erzen mächtige Ausrüstung. Magische Orbs schalten neue Fähigkeiten frei, dazu kommt ein elementarer Begleiter pro Wächter.

Das Spiel unterstützt drei Modi: kooperativ gegen das Spiel, kompetitiv gegeneinander oder im Team. Forgotten Tales betont eine hohe Wiederspielbarkeit durch unterschiedliche Wächter, prozedural variierende Monsterjagden und freischaltbare Karten.

VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound
Die Erweiterung „Earth Phoenix" ist ab dem Gameplay-Pledge enthalten. Bildquelle: Forgotten Tales / Gamefound

VANEA-Pledges, Erweiterung und Stretch Goals im Überblick

Die Gamefound-Kampagne bietet vier Hauptstufen mit unterschiedlichem Materialumfang:

PledgeKampagnenpreisUVPUmfang
Core Game69 €85 €Grundspiel mit Pappstandees
Gameplay94 €115 €Core Game plus Erweiterung „Earth Phoenix"
Gameplay deluxe134 €180 €Gameplay plus 65 Premium-Acrylstandees, 200 Holztokens und 42 3D-Edelsteine
VANEA All-in189 €270 €Gameplay deluxe plus Miniaturen-Box mit Wächter- und Elementarbegleiter-Figuren sowie vier Twin-Bases
VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound
Das All-in-Pledge enthält alle Premium-Komponenten inklusive Miniaturen-Box. Bildquelle: Forgotten Tales / Gamefound

Wer einzelne Bestandteile separat hinzufügen will, findet im Pledge-Manager die üblichen Add-ons, darunter den Elder-Tree-Miniature inklusive vier Portalen für 25 Euro und Sprachpakete für Französisch oder Spanisch.

Bei den Stretch Goals greift Forgotten Tales auf eine Treppe ab 70.000 Euro zurück. Geplant sind unter anderem ein neues Loot-Monster per Community-Voting, zusätzliche Elder-Tree- und Fusionskarten, zwei neue Event-Felder mit x2-Effekt sowie eine neue Region ab 150.000 Euro. Ein Double-Layer-Upgrade für den Gameround- und Rot-Tracker schaltet sich bei 130.000 Euro frei. Die Kampagne auf Gamefound läuft noch knapp drei Wochen.

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