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Got Five!

26. Juli 2026 um 14:31

Drei Fragen, drei Antworten – das Spiel Got Five! (Blue Orange) von Yoann Levet in der Kurzkritik:

Wie gewinne ich bei Got Five!?

Ich möchte als Erster erraten, welche fünf Zahlen von 1 bis 60 auf meinen Spielsteinen stehen. Weil mir die Rückseiten zugewandt sind, muss das mittels Deduktion glücken. Ich sehe die Steine aller anderen sowie eine offene Auslage und kann deshalb diese Zahlen ausschließen. Zudem hat anfangs jemand meine Steine der Zahlengröße nach sortiert, sodass ich zusätzliche Informationen erhalte. Hierbei hilft, dass jeweils zwölf Zahlen einer von fünf Farben zugeordnet sind.

Got Five
Welche Zahlen verbergen sich auf der anderen Seite der Steine? Das muss ich herausfinden.

Ferner wird mit jedem Zug ein neues Plättchen aus der verdeckten Auslage umgedreht. Meine wachsenden Erkenntnisse halte ich hinter einem Sichtschirm auf meinem Tableau fest. Bin ich dran, darf ich eine von zwei möglichen Aktionen wählen, um mich der Lösung zu nähern. Meine ich sie zu kennen, rufe ich zu einem beliebigen Zeitpunkt „Fünf und fertig“.

Wie gehe ich vor bei Got Five!?

Zentrale Frage ist: Was kann ich mit den offenen Zahlen in der Mitte anfangen? Zu Beginn einer Partie ergibt es nur Sinn, einen Stein einsortieren zu lassen. Einer der Mitspieler legt ihn dort zwischen meine Zahlen, wo er größenmäßig hingehört. Wenn möglich, suche ich eine Zahl nahe der 30 aus. Denn damit lassen sich für jede Farbe schon einmal rund 50 Prozent der möglichen Lösungszahlen ausschließen. Im Folgenden grenze ich so weiter ein.

Got Five

Irgendwann lohnt es jedoch, die zweite Aktion zu wählen, mit der ich herausfinden kann, ob ein bestimmter Stein in meiner Reihe mit einem, zwei oder drei Punkten gekennzeichnet ist. Dazu wähle ich aus der offenen Auslage einen Stein als Vergleich. Wenn möglich, verwende ich dafür aus der Mitte eine Zahl, die anderen sonst in ihrem Zug eine große Hilfe sein könnte.

Wie gefällt mir Got Five!?

Got Five! wagt einen Spagat. Einerseits verlangt es ein logisches Vorgehen, um die Lösung zu erhalten. Wer analytisch denkt, findet schnell die grundlegenden Muster, um Zahlen auszuschließen. Andererseits hat Autor Yoann Levet ein Glückselement integriert: Die Zahl auf dem Plättchen, das ich in meinem Zug umdrehe, kann mir helfen oder nicht. Vielleicht profitieren sogar alle anderen, nur ich nicht. Das gleicht Schwächen in der Buchführung aus und es erhöht die Chancengleichheit.

Got Five

Das kann ich akzeptieren, weil Got Five! vermutlich dafür gedacht ist, an Deduktion heranzuführen. In diesem Sinne erhalte ich ein gutes Gesamtpaket – für eine überschaubare Anzahl an Partien. Letztlich geht Got Five! jedoch zu viele Kompromisse ein. Der Glücksfaktor mindert den Wert der eigentlichen Aufgabe. Erschwerend kommt hinzu, dass der Startspieler im Vorteil ist, weil dieser immer als Erster eine zusätzliche persönliche Information erhält.

Got Five! | Blue Orange | Yoann Levet | 2 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | 15 Minuten | Meine Bewertung: ★★ (ordentlich)

Disco Disco Taco

24. Juli 2026 um 02:33

Disco Disco Taco ist ein schnelles Kartenspiel für 2–10 Spieler von Dave Campbell (Blue Orange/Asmodee). Das Spiel ist ein Ableger aus der Reihe Taco Katze Ziege Käse Pizza. Spielidee von…

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Got Five

15. Juli 2026 um 02:33

„Das Spiel war in Dortmund DER Renner“, so wurde mir das Rezensionsexemplar von Axel feierlich überreicht. Naja, eigentlich feierlich vor die Türe gelegt, aber das ist eine andere Geschichte. Und…

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kritisch gespielt: Got Five!

Von: Tobias
01. Juli 2026 um 23:04
Got Five - Box

Got Five - BoxGot Five! von Yoann Levet – erschienen bei Blue Orange Ich gehöre zur Generation, die den Ausruf "Fünf ist trümpf" mit einer Comic-Figur namens Rolf assoziiert. Statt vierstellige Postleitzahlen mussten wir uns auf einmal fünf Ziffern merken – und dann auch noch unterschiedliche für die gleiche Stadt! Ich habe das dumpfe Gefühl, eine derartige zusätzliche […]

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Der konfrontative Bruder von Bomb Busters: Got Five!

Von: ravn
09. Juni 2026 um 18:15

Vorzeitig lösen oder weiterspielen? Nur einer von uns kann gewinnen. Die Spannung liegt knisternd in der Luft oder verflüchtigt sich, wenn eine Partie in ratlose Überlänge geht und jeder am Tisch nur noch auf den entscheidenden Hinweis wartet. Wer zu lange wartet und zudem nichts wagt, der hat hier allerdings keine Chance.

Die Spieleschachtel von Got Five! (nur echt mit dem Ausrufezeichen, das ich hier ab sofort weglasse, um den Lesefluss zu erhalten und meine Rechtschreibprüfung nicht verrückt zu machen) hat schon einen starken Aufforderungscharakter. Da lächeln mich fünf farbige Klötzchen mit ihren Glubschaugen verschmitzt an und scheinen fröhlich aus der Reihe tanzen zu wollen. Zwei bis vier Spieler dürfen mitmachen und in rund 15 Minuten ist schon wieder alles vorbei, sofern wir uns nicht tot grübeln und an unseren Deduktionskenntnissen verzweifeln. Aber dazu später mehr.

Der Autor Yoann Levet ist kein Unbekannter. Vor nun mehr 14 Jahren hat er den Ameisenbau-Optimierer Myrmes bei Ystari Games veröffentlicht und uns 2022 das Codeknacken per Turing Machine gelehrt. Dieses Jahr nun der Ausflug ins Genre der knuffigen Familienspiele bei Blue Orange und Asmodee. So harmlos leicht Got Five optisch daherkommt, ist es dann doch nicht. Im spielerischen Kern versuchen wir unsere fünf geheimen Zahlen auf haptisch schönen Plastiksteinchen zu erraten und das, bevor unsere lieben Mitspieler uns zuvor kommen.

Das Gemeine ist, dass alle außer mir selbst (ich wechsele mal geschickt in die Einzahl, um Euch nicht zu verwirren) meine vor mir aufgebaute Steinchenreihe kennen. Die wird vorab von denen sogar noch aufsteigend sortiert. Ich weiß also, dass mein rotes Steinchen eine kleinere Zahl als mein grünes Steinchen zeigt. Das sagt mir im Spielverlauf mehr aus, als ich zunächst vermute. Da es 60 Steinchen gibt und keines davon einen doppelten Wert von 1 bis 60 hat, kann ich nun alle mir zugewandten Mitspieler-Zahlen auf meinem abwischbaren Spielertableau abstreichen. Das halte ich versteckt hinter meinem Sichtschirm, der mir zudem den Spielablauf in Erinnerung hält.

Noch dazu die fünf für alle offenen Steinchen abgestrichen und schon wird mir hoffentlich klar, dass ich noch etliche andere Zahlen für mich ausschließen kann. Schließlich kenne ich ja meine aufsteigende Farbreihenfolge. Bin ich am Zug und das sind wir reihum, decke ich ein beliebiges Steinchen meiner favorisierten Farbe aus der Mitte auf und ergänze damit den Vorrat der offen liegenden Steinchen. So habe ich immer sechs zur Auswahl und eines davon darf ich durch Mitspielerhand in meine Steinchenreihe einordnen lassen. Wenn Ihr dazu noch einen entsprechenden aufsteigenden Soundeffekt macht und es von links nach rechts wandern lässt, bis es in meiner Spielleiste seinen Platz gefunden hat, dann und genau dann habt Ihr die Stimmung zwischen locker-leicht und konzentriert-grüblerisch getroffen. Alternativ stapel ich das ausgesuchte Steinchen auf eines meiner fünf eigenen Steinchen und lasse den Punktewert von 1 bis 3 vergleichen. Auch das gibt mir Hinweise, denn mein Spielertableau listet nicht nur die farbigen Steinchen auf, sondern auch deren Punktewert-Verteilung.

Auf diese Weise komme ich meiner Lösung immer näher und rufe schließlich „Hab die Fünf!“ aus. Da das jeder am Tisch jederzeit machen kann, ist die Anspannung spürbar, wie viel Zeit wir uns noch lassen können oder ob wir es doch wagen sollten. Allerdings haben wir nur einen einzigen Lösungsversuch, der bei manchen, wie bei mir selbst erlebt, eher zum Rateversuch wird. Nach nur drei Zügen war ich mir so felsenfest sicher, dass ich vorschnell und glücklich zugleich „Hab die Fünf!“ ausrief. Meine Mitspieler schauten mich nur verdutzt an und nachdem ich meine vermeintliche Zahlenreihe vorlas und nur ein einstimmiges Kopfschütteln sah, war ich es, der nun verdutzt zurückblickte. Hatte ich mich so vertan? Oh ja, wie sich später zeigte.

Falsche Rater scheiden zudem für den Rest der Spielrunde aus und dürfen nur noch zuschauen. Finde ich fair, weil verhindert, dass sich so manch vorschnell aus der Deckung wagt und einfach nur wild rät. Einen Ausgleich für alle, die nicht Startspieler sind, gibt es übrigens nicht. Aus Gründen der Fairness empfehle ich deshalb, die laufende Runde nach einem geglückten Lösungsversuch noch zu Ende zu spielen, sodass jeder gleich oft aktiver Spieler war. So könnt Ihr nachlegen und nicht nur deshalb verlieren, weil Ihr einen Zug weniger hattet. Das ist allerdings eine Hausregel, denn die offizielle Anleitung schweigt sich dazu auf ihren vier Seiten aus.

Nach unserer Erstpartie, die ein paar Züge später richtig von einer Mitspielerin gelöst wurde, ging es direkt in die Revanche. Und hier zeigte sich dann ein kleines Problem von Got Five. Denn wenn alle nicht auf ihre Lösung kommen, weil noch zu viele Möglichkeiten offen sind, kann so eine Partie in die Überlänge von weit über 15 Minuten gehen und dann trägt der Spannungsbogen für mich nicht mehr so recht, weil alle nur noch auf den einen entscheidenden Hinweis warten. Mit etwas Pech bei der Steinchenauswahl kann das schon mal länger dauern. Diese Bandbreite zwischen durchweg toller und potenziell lahmer Partie Richtung Spielende müsst Ihr hinnehmen können.

Das ist dann aber auch meine einzige Kritik an dem Spiel, das für mich durchaus der kleine konfrontative Bruder von Bomb Busters sein könnte. Völlig anderes Spiel, aber der Nervenkitzel ist durchaus vergleichbar und hier wie da geht es um verdeckte aber stets aufsteigende Zahlenreihen. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber dann auch schon auf. Somit ist Got Five für mich eine einfachere und flotter gespielte Alternative, wenn wir mal nicht gemeinsam als Gruppe verlieren möchten. Bei Got Five hat es jeder von uns in der Hand, ob er gewinnt oder eben auch nicht. Und das Glück spielt ebenso mit, weil nicht jeder von jedem Zug gleich profitiert. Warum wir in der lokalisierten Version allerdings „Hab die Fünf!“ ausrufen, während selbst die Franzosen „Got Five!“ verkünden, das bleibt wohl ein Mysterium der Übersetzer. So oder so ist Got Five für mich eine Empfehlung des Brettspieljahrgangs 2026 – ein wahrlich schön-lockerer Logik- und Deduktionsspaß.

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