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Altera auf Gamefound: Euro-Spiel mit Würfelbeutel

Altera auf Gamefound: Euro-Spiel mit Würfelbeutel

Auf Gamefound läuft seit dem 9. Juni 2026 die Kampagne zu Altera, einem kompetitiven Euro-Spiel von IV Studio, den Machern von Tend und Moonrakers. Statt auf dem Schlachtfeld tragen die Spielenden ihre Konflikte beim jährlichen „Ascension Festival” aus: mit Würfeln aus dem eigenen Beutel, entsandten Emissären und dem Ringen um Reputation in drei Gilden.

Eckdaten

PunktAngabe
TitelAltera
Studio/VerlagIV Studio (Nashville, USA; IV Workshop LLC)
DesignerMax Anderson, Zac Dixon, Austin Harrison, Toby Sarnelle
Spielerzahl1 bis 4 (Grundspiel), 5 bis 6 mit Erweiterung
Spielzeitrund 90 Minuten (laut BGG 60 bis 120)
Alterab 14 Jahren
MechanikenWürfelbeutel-Building (Bag-Building), Würfeln, gleichzeitige Aktionswahl, Worker Placement
Spiellänge7 Runden
Komplexität (BGG)3,0 von 5
PlattformGamefound
Laufzeit9. bis 29. Juni 2026
BGGID 469367, Erscheinung 2027

Worum es geht

Altera spielt in einer namensgebenden Bergstadt, in der die großen Fraktionen ihre Konflikte nicht im Krieg lösen, sondern beim jährlichen Ascension Festival. Der Leitgedanke der Welt: Ehrgeiz, Einfallsreichtum und Zusammenhalt formen eine bessere Zukunft als jede Schlacht. Aus dieser Prämisse zieht das Spiel sein Thema, ein kompetitives Wettstreiten um Ansehen statt um Territorien.

So spielt sich Altera: Bag-Building und Worker Placement

Altera ist ein Euro-Spiel mit Würfelbeutel-Building. Über sieben Runden ziehen die Spielenden ihre Würfel aus dem eigenen Beutel und würfeln sie aus. Anschließend entsenden sie Emissäre: Die Würfelergebnisse bestimmen, welche Aktionen verfügbar sind, und der Einsatzort des Emissärs legt fest, bei welcher der drei Gilden Reputation anfällt. Würfelpool und Placement greifen so ineinander, ohne dass eines das andere vollständig aussticht.

Am Ende jeder Runde erhält in jeder Gilde diejenige Person Prestige, die dort die meiste Reputation gesammelt hat. Danach rutscht sie ans Ende der jeweiligen Gilden-Leiste und macht so Platz für die Konkurrenz. Dieser Mechanismus hält den Wettlauf offen: Ein Vorsprung in einer Gilde wird sofort wieder zurückgesetzt. Ziel ist es, über die sieben Runden genug Prestige zu sammeln, um in den High Council aufzusteigen.

Ob der Kern des Spiels stärker im direkten Mehrheitenwettlauf oder im parallelen Engine-Aufbau liegt, lässt sich vor Erscheinen des Spiels noch nicht abschließend sagen. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal gegenüber reinen Worker-Placement-Titeln ist die gleichzeitige Aktionswahl: Alle Spielenden handeln parallel, was Wartezeiten minimiert und die Mehrheitenkonfrontation verdichtet. Laut Verlag verändern sich zudem die Spezialfähigkeiten von Partie zu Partie, was für wechselnde Ausgangslagen sorgt. BGG ordnet Altera mit einem Gewicht von 3,0 von 5 im mittleren Kennerspiel-Bereich ein.

Spielerzahl und Solo

Das Grundspiel ist auf 1 bis 4 Spielende ausgelegt. Die Kampagne nennt 1 als Mindestspielerzahl; ein Solo-Modus ist also enthalten. Welches Format dieser annimmt (Automa, eigenständiger Modus oder anderes), ist auf der Kampagnenseite noch nicht ausgeführt. Auf BGG ist das Spiel mit 2 bis 6 Spielenden gelistet; die Solo-Angabe stammt von der Kampagne. Wer zu fünft oder sechst spielen möchte, benötigt die separat erhältliche „5-6 Player Expansion”. Wie stark sich die Spielerfahrung bei zwei, vier oder sechs Personen unterscheidet, ist vor Erscheinen des Spiels noch nicht einschätzbar.

Spielzeit

Gamefound gibt eine Partiedauer von rund 90 Minuten an. Die BGG-Seite nennt einen weiteren Korridor von 60 bis 120 Minuten, was sich gut mit Spieleranzahl und Erfahrungsgrad erklären lässt.

IV Studio: die Macher hinter Altera

Hinter Altera steht IV Studio aus Nashville (juristisch IV Workshop LLC). Das Team hat zuvor unter anderem Tend, Moonrakers, Veiled Fate, Mythic Mischief und Brink veröffentlicht. Ursprünglich war IV Studio ein Animationsstudio mit Kunden wie Amazon, Oracle, Netflix, Nike, Bad Robot und Cartoon Network. Mit Altera tritt das Studio in ein mechanisch schichtenreicheres Gebiet ein als mit früheren Titeln: Bag-Building und gleichzeitige Aktionswahl stehen neben dem gewohnten Production-Anspruch. Als Designer nennt BGG ein Quartett: Max Anderson, Zac Dixon, Austin Harrison und Toby Sarnelle. Zac Dixon ist Mitgründer des Studios und war bereits an Moonrakers und Veiled Fate beteiligt.

Pledges und Add-ons

Klassische, stufenweise freigeschaltete Stretch Goals setzt die Kampagne nicht ein. Die drei beworbenen Upgrades, eine Neopren-Spielmatte, Holz-Upgrades und Shard-Upgrades, sind als kostenlose Add-ons bereits in jedem Pledge enthalten. Die Stufen unterscheiden sich vor allem über die Komponenten; spielerisch relevant ist allein die 5-6-Spieler-Erweiterung. Alle Preise in US-Dollar (Kampagnenpreis / spätere UVP):

  • Altera (Grundspiel, 1 bis 4 Spielende): 69,99 / 79,99. Vollständiges Spiel inklusive der drei Gratis-Add-ons.
  • Altera + 5-6 Player: 99,99 / 124,99. Ergänzt das Material für 5 bis 6 Spielende, die einzige Stufe mit spielerischem Mehrwert.
  • Altera + Metal + Dice Trays: 124,99 / 149,99. Metallmünzen und vier Würfeltabletts, eine reine Material-Aufwertung.
  • Altera + 5-6P + Metal + Dice Trays: 159,99 / 214,99. Kombination aus Erweiterung und Material-Upgrades.
  • Altera All-in: 239,99 / 304,99. Alles aus den anderen Stufen plus sechs Wood Villa Boards.

Einzeln erhältliche Add-ons: Metallmünzen (29,99), Würfeltabletts Grundspiel (39,99), Würfeltabletts 5-6 Spieler (19,99), zwei Wood Villa Boards (29,99) und Kartenhüllen (15,00). Als Zahlungsoptionen bietet Gamefound eine Ratenzahlung („Stretch Pay”) sowie das abgesicherte „Stable Pledge” an. Zur Pledge-Struktur der Concordia Special Edition bietet sich ein Vergleich an, wer einordnen möchte, wie diese Art von Kampagne typischerweise aufgebaut ist.

DACH-Relevanz und deutsche Ausgabe

Bislang ist nur eine englischsprachige Ausgabe für 2027 angekündigt, herausgegeben von IV Studio. Eine deutsche Lokalisierung ist nicht bekannt. Wer mitmachen möchte, bestellt über Gamefound und importiert das Spiel in den DACH-Raum. Da Altera mit Karten und wechselnden Spezialfähigkeiten arbeitet, ist von englischsprachigen Textkomponenten auszugehen. Für deutschsprachige Tische bleibt Altera damit vorerst ein Importtitel, ähnlich wie andere Importtitel über Gamefound.

Einordnung: Momentum ja, Urteil noch nicht

Die Kampagne läuft stark: Bei einem Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar standen am 11. Juni 2026 rund 420.900 US-Dollar von etwa 2.633 Unterstützenden auf der Uhr, also gut 840 Prozent. Dieser Stand ist eine Momentaufnahme und steigt täglich. So eindeutig dieses Backer-Interesse ist, so vorsichtig sollte man die Bewertungslage lesen: Der BGG-Schnitt von 8,29 von 10 beruht auf nur 17 Wertungen, und das Spiel ist noch ungerankt. Das ist eine sehr frühe, vorläufige Datenbasis und taugt nicht als Qualitätsbeleg.

Fazit

Altera bündelt gleich mehrere beliebte Euro-Bausteine, Bag-Building, gleichzeitige Aktionswahl und Worker Placement, in einem friedlichen Wettstreit-Thema und einem mittleren Komplexitätsgrad. Für Fans von Bag-Building, die ein kompetitives Spiel ohne direkten Konflikt suchen, lohnt der Blick auf die Kampagne. Eine eigene Wertung sprechen wir aus, sobald uns ein fertiges Exemplar vorliegt.

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Agricola Special Edition: Rosenbergs Hofbau-Klassiker kehrt zurück

Agricola Special Edition: Rosenbergs Hofbau-Klassiker kehrt zurück

Awaken Realms bringt mit der Agricola Special Edition den Hofbau-Klassiker von Uwe Rosenberg in einer Sammelfassung zurück, die alle bisher erschienenen Erweiterungen und eine neue Bewässerungs-Erweiterung in eine Box packt. Die Kampagne auf Gamefound ist längst durchfinanziert, doch ein Datum ist für Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum wichtig: Der Pledge Manager schließt am 10. Juni 2026 um 20:00 Uhr (MESZ).

Eckdaten

SpielAgricola Special Edition (Neuauflage des Klassikers von 2007)
DesignerUwe Rosenberg (auch Designer der neuen Irrigation-Erweiterung)
Illustration (Special Edition)Patryk Jędraszek, Ewa Labak, Pamela Łuniewska
VerlageAwaken Realms (Wroclaw, Polen), Lookout Games
MechanikenWorker Placement, Tableau Building, Closed Drafting, Enclosure (Einzäunen), Automatic Resource Growth, Solo-Modus
Spielerzahl1 bis 4 (mit der Erweiterung für den 5. und 6. Spieler bis 6)
Spielzeit90 Minuten (Herstellerangabe)
Alterab 14 Jahren
Komplexität (BGG, Original)3,64 / 5
PlattformGamefound (Kampagne Juni 2025, abgeschlossen)

Was Sie in Agricola tun

Agricola ist ein Worker-Placement-Spiel, und das beschreibt den Kern gut. Sie führen eine Bauernfamilie, die im Holzverschlag startet. Zu Beginn haben Sie nur zwei Familienmitglieder und damit zwei Aktionen pro Runde. Sie setzen diese Figuren auf Aktionsfelder, und hier liegt die zentrale Spannung: Jedes Feld nimmt pro Runde nur eine Figur auf. Wer zuerst setzt, nimmt dem Tisch die Aktion weg.

Die Aktionen decken den ganzen Hof ab. Sie pflügen Äcker und säen Getreide oder Gemüse. Sie sammeln Holz, Lehm, Schilf und Stein. Sie bauen Ställe und ziehen Zäune, um Weiden einzuzäunen (die Enclosure-Mechanik). Sie fangen Schafe, Wildschweine und Rinder und züchten sie weiter, denn Tiere und Feldfrüchte vermehren sich bei der Ernte von selbst (Automatic Resource Growth). Ihr Haus bauen Sie vom Holzbau über Lehm bis zum Stein aus, und mit jedem Familienzuwachs gewinnen Sie eine zusätzliche Arbeitskraft.

Der Haken: Bei jeder Ernte müssen Sie alle Mäuler stopfen. Wer seine Familie nicht ernährt, kassiert Bettelkarten und damit Minuspunkte. Dazu kommen die Karten, die Agricola seine enorme Tiefe geben. Jede und jeder startet mit einer Hand aus Berufen (Occupations) und kleinen Anschaffungen (Minor Improvements) und spielt daraus die passenden Karten in den eigenen Hof (Closed Drafting). Am Ende gewinnt, wer den ausgewogensten Hof vorweist, denn einseitige Strategien bestraft die Wertung.

Auf BoardGameGeek trägt das Original ein Gewicht von 3,64 von 5 Punkten. Agricola ist ein forderndes Kennerspiel: Wer die Fütterung verpasst oder ein Aktionsfeld zu spät besetzt, spürt das sofort in der Wertung. Gerade die ersten Partien verzeihen wenig, weil jede Entscheidung am knappen Aktionsbudget hängt. Die Kampagne nennt 90 Minuten Spielzeit. In Erstpartien und in großer Runde sollten Sie eher mehr einplanen, denn je mehr Höfe um dieselben Aktionsfelder ringen, desto länger zieht sich die Bauphase.

Solo-Modus und Koop-Modus

Agricola lässt sich allein spielen, und die Special Edition baut das aus. Der klassische Solo-Modus bleibt enthalten. Dazu kommt ein neuer Solo-Modus im Automa-Stil: ein regelgesteuerter Gegenspieler mit skalierbarem Schwierigkeitsgrad. Wer lieber gemeinsam an einem Strang zieht, findet im freigeschalteten Koop-Modus „Chicken Coop Bandits“ ein eigenes Modul, in dem die Höfe zusammen gegen Banditen und wechselnde Ereignisse bestehen.

Was in der Special Edition steckt

Die Special Edition versteht sich als Sammelfassung. In der Box stecken alle bisher erschienenen Erweiterungen, darunter das umfangreiche Farmers of the Moor, das mit Heizmaterial, Pferden und Moorlandschaften eine eigene Wirtschaftsebene einzieht. Neu hinzu kommt die Erweiterung Irrigation (Bewässerung), von Uwe Rosenberg eigens für diese Ausgabe mitentworfen. Sie bringt ein neues Spielertableau mit Flüssen und Bewässerungskanälen sowie Wasser-Mechaniken, die Ernte, Tierzucht und Langzeitstrategie beeinflussen. Zwei freigeschaltete Module bauen darauf auf: wasserbetriebene Mühlen, die Sie an Ihrem Bewässerungsnetz platzieren, und Obstbäume, die Sie für Holz fällen oder zu Apfelwein verarbeiten können.

Stretch Goals: Inhalt gegen Material

Bei rund 10.290 Prozent Finanzierung hat die Kampagne sehr viel freigeschaltet. Für die Kaufentscheidung lohnt es, zwei Arten von Stretch Goals zu trennen.

Mechanisch relevanter Inhalt verändert, was auf dem Tisch passiert:

  • die Irrigation-Erweiterung in drei Ausbaustufen (Bewässerungstableau, Mühlen, Obstbäume und Apfelwein),
  • der neue Automa-Solo-Modus und der kooperative Modus „Chicken Coop Bandits“,
  • ein offizielles Deck F mit 168 Karten samt Deck-Guide-Heft, das polnische Deck mit 30 Karten, die Changelings (Trolle und Goblins) samt Lamas,
  • sowie Dutzende thematischer Kartenpäckchen vom Tierhaltungs-Deck bis zum Back- und Speisen-Deck.

Komponenten-Upgrades verändern nur das Material, nicht die Regeln:

  • 3D-Miniaturen für Familie, Tiere sowie Ställe und Zäune,
  • alternative Sculpts für Familienfiguren und Tiere, wahlweise in Pappe, Holz oder als 3D-Miniatur,
  • individuell geformte und gestaltete Spielertableaus,
  • zusätzliche Rückseiten-Artworks für Tiere, Familienmitglieder und Changelings.

Pledge-Stufen und Preise

Wichtig für die Einordnung: Der Kerninhalt ist über alle Stufen gleich. Jede Stufe enthält das Grundspiel, alle freigeschalteten Stretch Goals, Farmers of the Moor und die weiteren Decks. Die Aufpreise zahlen vor allem die Materialveredelung (Pappe, Holz, 3D), nicht zusätzliche Mechanik. Eine Ausnahme betrifft die Spieleranzahl: Das Grundspiel ist für 1 bis 4 Personen ausgelegt. Die Erweiterung für den 5. und 6. Spieler liegt nur den beiden teuersten Stufen (Full House und Master of the Land) bei. Für die günstigeren Stufen lässt sie sich als Add-on ergänzen (Pappfassung 12 Euro, Holzfassung 19 Euro). In allen Pledges lässt sich die Sprachversion frei wählen, eine deutsche Ausgabe ist mit Lookout Games als deutschem Agricola-Verlag Teil des Angebots.

  • Agricola Standard Edition (Pappe), 79 Euro: das Spiel mit Pappmarkern, alle Stretch Goals ebenfalls in Pappe.
  • Agricola Special Edition (Holz), 109 Euro: dieselbe Ausstattung mit Holz-Meeples.
  • Family Farm Pledge, 164 Euro: Special Edition plus 3D-Miniaturen für Familie und Tiere sowie für Ställe und Zäune.
  • Grand Homestead Pledge, 219 Euro: zusätzlich 3D-Miniaturen für Rohstoffe und Häuser.
  • Full House Pledge, 278 Euro: Grand Homestead plus die Erweiterung für den 5. und 6. Spieler mit passenden 3D-Komponenten. Erst ab dieser Stufe spielen Sie ohne Zukauf zu sechst.
  • Master of the Land Pledge, 459 Euro: alles, was am ersten Kampagnentag angeboten wurde (inklusive der Erweiterung für den 5. und 6. Spieler), ohne die Pappvarianten.

Wer also vor allem das Spielmaterial in 3D auf dem Tisch sehen will, klettert die Stufen hinauf. Wer den vollen Kerninhalt zum kleinsten Preis sucht, ist mit der Pappe- oder Holzfassung gut bedient und ergänzt die Runde zu fünft oder zu sechst bei Bedarf über das günstige Add-on.

Zeitkritisch: der Pledge Manager

Die eigentliche Kampagne lief im Juni 2025 und sammelte bei einem Ziel von 50.000 Euro rund 5,14 Millionen Euro von 23.650 Unterstützenden ein. Wer jetzt noch einsteigen will, kann das über den Pledge Manager der Kampagne tun, und dafür drängt die Zeit: Laut Kampagnen-Update 27 schließt der Pledge Manager am 10. Juni 2026 um 20:00 Uhr (MESZ). Die Auslieferung ist für Oktober 2026 angekündigt.

Fazit

Die Agricola Special Edition richtet sich klar an Fans, die den Klassiker schätzen und ihn samt Erweiterungen in einer Box haben wollen. Der Reiz liegt im gesammelten Inhalt und in der neuen Bewässerungs-Erweiterung von Uwe Rosenberg, nicht in den Miniaturen, die nur das Material aufwerten. Für Neugierige aus dem deutschsprachigen Raum zählt vor allem das Datum: Nach dem 10. Juni 2026 ist der direkte Weg über den Pledge Manager zu.

Mehr von Uwe Rosenberg im Crowdfunding: Click A Tree auf Kickstarter.

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Mondbasis Shackleton: Erweiterung Below. Within. Above. sammelt auf der Spieleschmiede

Mondbasis Shackleton: Erweiterung Below. Within. Above. sammelt auf der Spieleschmiede

Auf der Spieleschmiede sammelt die erste große Erweiterung zum Kennerspiel „Mondbasis Shackleton“ Unterstützer: „Below. Within. Above.“ bringt drei neue Konzerne und mit Indien eine vierte Raumfahrtagentur auf den Mond. Wichtig vorweg, weil es über Kauf oder Verzicht entscheidet: Dies ist eine Erweiterung, kein eigenständiges Spiel. Ohne das Grundspiel „Mondbasis Shackleton“ lässt sich „Below. Within. Above.“ nicht spielen.

Erweiterung oder eigenständiges Spiel? „Below. Within. Above.“ ist eine Erweiterung und benötigt das Grundspiel „Mondbasis Shackleton“. Spielbar zu 1 bis 4 Personen, 60 bis 120 Minuten, ab 14 Jahren.

Für wen die Kampagne gedacht ist

Die Kampagne richtet sich in erster Linie an alle, die „Mondbasis Shackleton“ bereits im Regal haben. Sie erhalten neues Material für ein Spiel, das sie kennen. Wer das Grundspiel noch nicht besitzt, kann trotzdem einsteigen: Die Spieleschmiede-Kampagne bietet Pledge-Stufen und Add-ons, die Grundspiel und Erweiterung zusammen abdecken. Für Neueinsteiger ist der Kauf des Grundspiels also Pflicht, sonst bleibt die Erweiterung im Karton.

Zur Einordnung: „Mondbasis Shackleton“ ist die deutsche Ausgabe von „Shackleton Base: A Journey to the Moon“. Das Grundspiel erschien 2024, die Erweiterung trägt das Jahr 2026. Verantwortlich für die deutsche Fassung und die Kampagne ist Giant Roc auf der Spieleschmiede.

Worum es geht

In „Mondbasis Shackleton“ bauen die Spielenden gemeinsam und in Konkurrenz eine Mondbasis nahe dem Shackleton-Krater auf. Sie steuern Konzerne und Raumfahrtagenturen, setzen Arbeiter ein und entwickeln die Basis über mehrere Runden. Das Spiel ist ein bewusst anspruchsvolles Eurogame: Die BGG-Komplexität von 4,0 von 5 Punkten liegt im oberen Kennerspiel- bis Expertenbereich, und auch der Verlag rahmt das Grundspiel als Expertenspiel. Wer es zum ersten Mal erklärt, sollte für die Lernkurve und die ersten Partien eher mehr Zeit einplanen, als die reinen 60 bis 120 Minuten Spielzeit vermuten lassen.

Die Kernmechaniken sind Worker Placement und ein variabler, modularer Aufbau. Jede Partie beginnt mit einer anderen Ausgangslage, weil sich die Module neu zusammensetzen lassen. Eine Runde gliedert sich im Grundspiel in eine Shuttle-, eine Aktions- und eine Wartungsphase; gespielt wird über drei Runden.

Was die Erweiterung tut

Below. Within. Above.“ erweitert dieses Grundgerüst um drei neue Konzerne und mit Indien eine neue Raumfahrtagentur. Jeder Konzern bringt einen eigenen Weg, Punkte zu erzeugen, und verschiebt damit die Prioritäten im Grundspiel:

  • Lunar City zieht zivile Siedler auf den Mond und verlagert den Fokus weg vom reinen Industrieaufbau hin zur Besiedlung.
  • Undermoon bringt ein Ausgrabungssystem, mit dem Tunnel unter die bestehenden Bauten gegraben werden. Die Basis bekommt damit eine neue Ebene nach unten und entsprechend neue Bauoptionen.
  • Zenith Works setzt auf die Zusammenarbeit mit einem Baukonzern für gemeinsame Infrastruktur; hier wird in die Höhe gebaut.

Die drei Konzerne fügen dem Mond also je eine Richtung hinzu: in die Breite besiedeln, nach unten graben, nach oben bauen. Dazu liegen der Box neue Wertungsplättchen bei, die zusätzliche Wertungsachsen eröffnen. Welche einzelnen neuen Aktionsfelder daraus entstehen, zeigt die Kampagne bislang über die Konzepte der Konzerne und ihre Bilder, nicht über eine vollständige Regelübersicht.

Eckdaten

  • Spielerzahl: 1 bis 4 Spielende
  • Spielzeit: 60 bis 120 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Genre: Eurogame, oberes Kennerspiel- bis Expertenniveau
  • Kernmechaniken: Worker Placement, variabler Aufbau
  • Designer: Fabio Lopiano und Nestore Mangone
  • Illustration: David Sitbon
  • Originalverlag: Sorry We Are French
  • Deutsche Ausgabe und Kampagne: Giant Roc auf der Spieleschmiede

Solo-Modus

Das Grundspiel ist von 1 bis 4 Spielenden spielbar und unterstützt damit einen Solo-Modus. Die Erweiterung folgt derselben Spannweite von 1 bis 4. Eine eigene, von der Erweiterung neu eingeführte Solo-Variante nennt die Kampagne nicht; der bestehende Solo-Modus des Grundspiels bleibt der Bezugspunkt.

Pledge-Stufen

Die Spieleschmiede staffelt die Unterstützung in vier Stufen:

  • Erste Mission (5 Euro): nur eine digitale Spielernetzwerk-Errungenschaft, kein physisches Material. Eine reine Unterstützer-Stufe ohne Spielinhalt.
  • Modul-Ausbau (40 Euro): die Erweiterung auf Deutsch. Die passende Stufe für alle, die das Grundspiel schon besitzen.
  • Vollständige Basis (110 Euro): Erweiterung plus Grundspiel. Der Einstieg für Neulinge, die beides zusammen wollen.
  • Optimierte Mondbasis (115 Euro): Erweiterung, Grundspiel und Kartenhüllen. Gegenüber der vorigen Stufe ist der Aufpreis ein reines Komponenten-Extra, kein zusätzlicher Spielinhalt.

Dazu kommen Add-ons: die Erweiterung einzeln für 40 Euro und das Grundspiel einzeln für 70 Euro. So lassen sich vorhandene Pledges gezielt ergänzen. Gameplay-seitig unterscheiden sich die Stufen nicht: Wer „Modul-Ausbau“ wählt und das Grundspiel bereits hat, spielt denselben Inhalt wie jemand mit „Vollständige Basis“. Der Unterschied liegt allein darin, ob Grundspiel und Zubehör wie Kartenhüllen mitgeliefert werden.

Stand der Kampagne

Die Kampagne läuft aktiv auf der Spieleschmiede und wird bereits von Unterstützern getragen; bis zum Ende bleiben noch rund vier Wochen Zeit. Den aktuellen Finanzierungsstand und die genaue Restlaufzeit zeigt die Kampagnenseite live an.

Fazit

„Below. Within. Above.“ ist eine Erweiterung für ein bewusst schweres Eurogame und richtet sich an dessen bestehende Fangemeinde. Hinter dem System stehen Fabio Lopiano und Nestore Mangone, wobei Lopiano für dicht verzahnte Euro-Designs bekannt ist. Wer „Mondbasis Shackleton“ mag und mehr Wege auf den Mond sucht, findet hier drei neue Konzerne mit klar getrennten Stoßrichtungen, frische Wertungsachsen und mit Indien eine zusätzliche Agentur. Für Neueinsteiger führt der Weg nur über das Grundspiel, das die Spieleschmiede in mehreren Pledge-Stufen mitliefert.

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Dune: Imperium - Uprising digital: Release am 9. Juni 2026

Dune: Imperium - Uprising digital: Release am 9. Juni 2026

Dire Wolf Digital bringt das Standalone-Spinoff Dune: Imperium - Uprising am 9. Juni 2026 in seine Digitalfassung von Dune: Imperium. Die Adaption erscheint zeitgleich für Steam, Android und iOS; auf Steam läuft die Wishlist bereits. Im Kern bleibt der Titel ein Kennerspiel-Heavy mit Worker Placement und Deckbau, schwerer als das Brettspielregal-Mittelfeld, mit langen Partien und scharfem Konflikt.

Eckdaten zu Dune: Imperium - Uprising digital

  • Release: 9. Juni 2026
  • Plattformen: Steam, Google Play, App Store
  • Spielerzahl: 1 bis 6 (inklusive Team-Modus zu sechst)
  • Spieldauer: 60 bis 120 Minuten (die obere Kante wird bei voller Besetzung und im Team-Modus zur Regel)
  • Alter: ab 13 Jahren
  • Studio: Dire Wolf Digital
  • Designer: Paul Dennen
  • BGG-Eintrag: #397598

Worker Placement und Deckbau, jetzt mit Sandwürmern

Uprising stammt wie das Brettspiel-Grundspiel von Paul Dennen (Verlag: Dire Wolf, digital Dire Wolf Digital). Mechanisch baut der Titel weiter auf Worker Placement (Agenten auf Aktionsfelder stellen) und Deckbau (eigene Karten dazukaufen, schwächere ausmustern) auf: Sie schicken Agenten auf das Arrakis-Brett, sammeln Ressourcen, kaufen Karten aus der Imperium-Reihe und steigern Ihre Truppenstärke im Konflikt. Hinzu kommen CHOAM-Verträge mit bedingten Belohnungen (kleine Aufträge, die zusätzliche Boni freischalten) sowie Spione, die sich auf Brettfeldern infiltrieren lassen. Gegenüber dem Grundspiel fühlt sich Uprising konfliktlastiger und schärfer an: Die neuen Mechaniken drücken Tempo und Direktkonfrontation nach oben.

Uprising ist ein eigenständiges Spiel, keine Erweiterung. Wer das Grundspiel besitzt, kann fast alle Karten daraus weiterverwenden; auch die Erweiterungen Rise of Ix und Immortality sind kompatibel. Ein Solo-Modus ist enthalten. Eine Partie dauert 60 bis 120 Minuten, ab 13 Jahren. Auf BoardGameGeek liegt das Spiel beim Strategie-Rang vier und Geek-Rating 8,24 (Stand: 29. Mai 2026).

Neues Brett, neue Bedrohung

Die Digitalfassung übernimmt das überarbeitete Brett aus dem physischen Uprising. An die Stelle von Carthag tritt die Spice Refinery, der High Council vergibt nun Wieder-Besuchs-Boni, der Swordmaster wird nach dem ersten Kauf günstiger (von acht auf sechs Solari), und die Research Station spendiert zusätzliche Truppen. Dire Wolf Digital beschreibt die Brett-Überarbeitung im Detail im Preview „Arrakis Reborn".

Auffälligstes neues Element ist der Schildwall: Drei Felder, Arrakeen, Spice Refinery und Imperial Basin, sind zu Beginn vor Sandwurm-Angriffen geschützt. An Sietch Tabr lässt sich der Schildwall dauerhaft niederreißen. Ab dem Moment lohnt sich der Zugang zu den Würmern: Wer mindestens zwei Fremen-Einfluss erreicht (Einfluss bei der Wüstenfraktion), schaltet an Sietch Tabr dauerhaft Maker-Haken frei. Hagga Basin kostet zwei Spice für einen Wurm, die Tiefe Wüste beschwört gleich zwei. Jeder Wurm bringt drei Kampfstärke; sobald mindestens einer beteiligt ist, verdoppeln sich alle Konflikt-Belohnungen. Strategisch heißt das: Wer den Schildwall früh fallen lässt und Fremen-Einfluss bündelt, dreht die Konflikt-Mathematik massiv zu seinen Gunsten und macht das Brett für alle am Tisch unangenehm.

Neun Leader, zehn Challenges, frei zuschaltbare Erweiterungen

Dire Wolf Digital legt der Digital-Version neun neue Leader bei, darunter Shaddam Corrino IV., Muad'Dib und Feyd-Rautha Harkonnen. Zehn neue Challenges erscheinen in Normal- und Heroic-Varianten, etwa „Sandrider" (Sandwurm-Stärke entspricht dem Fremen-Einfluss) oder „Shield Embargo" (keine teuren Karten, bis der Schildwall fällt). Die Imperium-Reihe ist neu zusammengestellt, hinzu kommen neue Achievements. Beim Spielstart lassen sich Rise of Ix, Immortality, beide Erweiterungen oder reines Uprising zuschalten; die Grundspiel-Leader können optional in den Pool wandern. Die offizielle Ankündigung listet sämtliche neuen Inhalte.

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Tír na nÓg auf Deutsch: Vorbestellung bei Frosted Games

Tír na nÓg auf Deutsch: Vorbestellung bei Frosted Games

Frosted Games hat die Vorbestellung für die deutsche Ausgabe von Tír na nÓg geöffnet. Das taktische Drafting- und Legespiel von Isaac Shalev und Jason Slingerland erschien 2024 im US-Verlag Grand Gamers Guild und kommt nun lokalisiert in die DACH-Region. Es zielt auf regelmäßige Spielrunden und Familien-Plus-Tische, nicht auf reine Erstspieler-Haushalte. Wer früh zugreift, sichert sich das Vorbesteller-Bundle aus Grundspiel und Mini-Erweiterung Túr & Tor zum Aktionspreis von 44,95 statt regulär 51,95 Euro. Erscheinen soll die deutsche Ausgabe laut Verlag voraussichtlich im dritten Quartal 2026.

Auf BoardGameGeek hat das Original bei 1022 Bewertungen einen Durchschnitt von 7.35 und ein Gewicht von 2.20 von 5. Das ist Familien-plus, kein Kennerspiel-Brocken: Die Regeln sind in einer guten Viertelstunde erklärt, die taktische Tiefe entwickelt sich über die fünf Runden, in denen jede Worker-Platzierung zugleich die spätere Draft-Reihenfolge festlegt.

Worum es im Spiel geht

Sie schlüpfen in die Rolle keltischer Geschichtenerzähler, die in der Anderswelt unterwegs sind. Jede Runde platzieren alle Spielenden ihre Erzähler-Figuren als Worker in der zentralen Auslage. Anschließend draftet die Tischrunde in umgekehrter Spielerreihenfolge Begegnungskarten und legt sie in das eigene Tableau. Über fünf Runden wächst daraus eine private Saga: farbcodierte Karten formen Regionen, persönliche Geas-Karten geben individuelle Bedingungen vor, die am Rundenende Punkte oder Mali bestimmen. Am Ende zählt, wer seine Tableau-Reihen passend zu den Goal-Karten gefüllt und welche zusammenhängenden Farb-Regionen am weitesten gewachsen sind.

Mechanisch arbeitet Tír na nÓg laut BoardGameGeek mit Worker Placement (Sie platzieren Figuren auf Spielfeld-Positionen), Open Drafting (offenes Kartenauswählen reihum) und Hand Management. Der eigentliche Entscheidungsdruck steckt im umgekehrten Drafting: Wer früh seinen Erzähler setzt, draftet später; wer wartet, holt zwar den letzten Pick, riskiert aber, dass der Wunschplatz vorher verschwindet. Die Verlagsangabe von rund 20 Minuten pro Person ergibt am Familientisch konkret rund 60 bis 80 Minuten reine Spielzeit in voller Besetzung; mit Regelerklärung und Setup ist das ein klassischer Hauptgang am Spieleabend, kein Filler.

Eckdaten auf einen Blick:

  • Spieleranzahl: 1 bis 5 Personen
  • Spielzeit: rund 20 Minuten pro Person (Verlagsangabe), BoardGameGeek nennt 30 bis 45 Minuten
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren (Frosted Games), BoardGameGeek nennt 13+
  • Komplexität: 2.20 von 5 (BoardGameGeek)
  • Mechaniken: Worker Placement, Open Drafting, Hand Management
  • Setting: keltische Mythologie, Reise in die Anderswelt
  • Design: Isaac Shalev, Jason Slingerland
  • Illustration: Marlies Barends, Brigette Indelicato
  • Originalverlag: Grand Gamers Guild (2024)
  • Deutsche Ausgabe: Frosted Games

Bemerkenswert: Der Solo-Modus ist im Spiel verankert, nicht angeflanscht. Die BGG-Community markiert 1 Spielende sogar als bevorzugte Variante. Wer allein spielt, draftet gegen eine simulierte Erzählerin, die regelbasiert auf Worker-Position und Kartenfarbe reagiert. Tableau, Geas-Karten und Wertung folgen denselben Regeln wie in der Gruppe.

Vorbestellung und Bezugsquelle

Frosted Games verkauft die Vorbestellung über den eigenen Shop. Das Bundle „Tír na nÓg & Promo" enthält Grundspiel und Mini-Erweiterung Túr & Tor und kostet 44,95 Euro statt regulär 51,95 Euro. Die Erweiterung liegt damit faktisch als Vorbesteller-Zugabe bei. Laut Aktions-Newsletter läuft die Vorbestellung bis 22.06.2026. Wer parallel beobachtet, was sonst gerade beim Verlag startet, findet eine weitere Frosted-Vorbestellung im Programm.

Was sonst noch wichtig ist

Karten und Geas tragen viel Text, die deutsche Ausgabe spart in gemischten Runden also reichlich Übersetzungs-Aufwand und macht Tír na nÓg für eltern-mit-Kindern-Tische überhaupt erst praktikabel. Im englischsprachigen Markt hat Grand Gamers Guild bereits drei Erweiterungen veröffentlicht: Blessings & Burdens, das Subplot Expansion und die Tower Promo Cards. Das Grundspiel trägt aber standalone, die Erweiterungen sind modulare Vertiefungen, kein Pflicht-Inventar. Deutsche Lokalisierungen sind aktuell nicht angekündigt, das Bundle aus Grundspiel und Túr & Tor ist der einzige auf Deutsch geplante Inhalt. Größere Frosted-Verlagsprogramme fasst unser Bericht zu den Frosted Days 2026 zusammen.

Wer vor der Bestellung prüfen möchte, ob der Mechanik-Mix passt, findet Tír na nÓg auf Board Game Arena. Die digitale Implementierung ist kostenlos und lehrt das Spiel mit Pflicht-Regeln, also eine deutlich aussagekräftigere Probier-Option als jedes Verlags-Video.

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Navoria und Erweiterung „Die vergessenen Lande“ – Viele Wege führen zum Ruhm (Rezension)

Berge erheben sich über dem Meer. Eine Landschaft aus Sand erstreckt sich am Horizont. Ein dichter Urwald erscheint in der Ferne. Auf Geheiß des Regenten seid ihr auserkoren, diese drei neuen Kontinente auszukundschaften. Im Brettspiel Navoria begeben sich die Spielenden also mit entzückenden Entdecker*innen auf Erkundungstour.

Dieser Beitrag wurde von Michelle Saarberg geschrieben

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Inferno

Florenz auf Talfahrt

Warum auch immer, sage ich statt Inferno immer Dantes Inferno zu diesem Spiel. Es mag daran liegen, dass es einen guten alten Splitter-Comic gibt, der so heißt, oder dass das Buch oft so genannt wird, weil es eben von Dante Alighieri stammt. Vielleicht liegt es auch an dem gleichnamigen Videospiel (übrigens sehr spielenswert!) oder dem aktuellen kooperativen Boss-Battler. Also verzeiht mir, wenn ich immer wieder Dantes Inferno sage, obwohl auf der Schachtel nur Inferno steht.


Steckbrief

SpielInferno
VerlagStrohmann Games (Red Mojo)
Veröffentlichung2024
IdeeFernando Eduardo Sánchez
IllustrationDavid BenzalCristian Casado Otazu
Rating (BGG)7,9
Komplexität (BGG) 3,60 (Expertenspiel)
SpielweiseKompetitiv, Solo
MechanikenWorker placement, End Game Bonuses, Multi-Use Cards

Eindrücke von der Bühne

Nach dieser wohl eher nichtssagenden Einleitung gibt es erstmal etwas Literaturkunde. Nach dem Spielen habe ich mich tiefer mit der Materie befasst. Ich wusste zwar schon einiges, aber vieles war eher Halbwissen. Ich hatte mich zunächst gewundert, warum dieses oder jenes im Spiel so dargestellt wird. Daher entführe ich euch hiermit in einen kleinen literarischen Exkurs, der den Grundstein legt, um die Essenz des Spiels zu verstehen.

Das Spiel basiert auf dem ersten von drei Teilen des epischen Gedichts Divina Commedia (Die Göttliche Komödie). Der Autor Dante hat sich hier selbst als Protagonisten inszeniert, der mit seinem großen Vorbild Vergil die trichterförmige Hölle hinabsteigt. Dante erschuf dabei einen faszinierenden Mix des christlichen Weltbildes, römisch-griechische Mythologie und Dantes ganz persönliche Abrechnung mit der Realpolitik seiner Zeit.

Die Gästeliste der Hölle ist recht lang und voller bekannter Persönlichkeiten der Geschichte. Kleopatra büßt im Kreis der Wollust, Mohammed im Kreis der Zwietracht, und sogar antike Größen wie Homer oder Alexander der Große haben ihren Platz. Besonders interessant ist aber auch, dass die Leute, die Dante damals aus Florenz vertrieben haben, prompt in den tiefsten Höllenkreisen hineingeschrieben wurden – literarische Rache par excellence.

Bewacht wird dieser Abgrund von mythologischen Gestalten wie dem Richter Minos, dem dreiköpfigen Cerberus oder der schrecklichen Medusa. Während der Abstieg durch die Oberhölle (die ersten fünf Kreise) noch halbwegs glimpflich verlief (so glimpflich eine Hölle halt sein kann), änderte sich vor den Toren der brennenden Stadt Dis alles. Erst als ein himmlischer Bote die gewaltigen, von Dämonen besetzten Mauern öffnete, konnten sie in die Unterhölle vordringen. Hier warten die wirklich schweren Jungs: Gewaltverbrecher, Betrüger und Verräter. Die Reise gipfelt schließlich im absoluten Nullpunkt im Zentrum der Welt, wo ein gigantischer Luzifer in seinen drei Mäulern die Erzverräter Judas, Brutus und Cassius für alle Ewigkeit zermalmt.

„Ja wieder toller Text Björn, ich wollte eigentlich eine Rezension zum Spiel lesen und nicht von dir mit irgendwelchen Hirngespinsten toter Dichter zugetextet werden.“ Ja ja, stimmt schon, aber um zu verstehen, wie gut das Spiel das Thema einfängt, musste dieser Exkurs sein. Also lasst uns Charon eine Münze für sein Acheron-Uber geben und die Höllentour beginnen.

Wir übernehmen die Rolle rivalisierenden Familie in Florenz und wollen unseren Einfluss möglichst ausweiten. Nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Hölle und da gibt es kein Mitleid mit irgendwem.  

Dein Zug besteht aus zwei Teilen. Als allererstes begleitest Du eine Seele auf dem Weg in die Höllenkreise oder bewegst eine Seele, die bereits dort ist, tiefer hinein. Jede Seele hat eine Farbe und ist dadurch einem bestimmten Höllenkreis zugeordnet. Um zu punkten, musst Du die Seele in den entsprechenden Kreis bringen, wo sie dann für immer bleibt (Endstation, bitte nicht aussteigen). Die Seelen starten auf dem Friedhof. Du kannst auch eine von dort wählen, musst dafür aber die Überfahrt über den Acheron bezahlen und eine Münze an den Fährmann Charon abdrücken. Fragt mich nicht was er mit dem ganzen Geld macht.

Jedes Feld ist mit zwei tiefergelegenen Feldern verbunden. Ist ein Feld besetzt? Egal, einfach überspringen, bis die Seele ein Feld mit der passenden Farbe erreicht. Je tiefer in der Hölle, desto mehr Punkte gibt es. Aber Vorsicht: Die Felder haben Symbole, die bestimmen, wo Du im zweiten Teil Deines Zuges Deine Arbeiter einsetzen darfst. Außerdem legt Du oft unfreiwillig eine Vorlage für die Mitspieler, wenn Du eine Seele kurz vor dem Ziel parkst. Man will also die perfekte Aktion, den anderen, aber gleichzeitig nicht mal einen Pfifferling gönnen. Das spiegelt die intriganten Familien aus Florenz wunderbar wider. Purer Egoismus im Gewand der Strategie.

2 Wächter chillen in der Hölle. Besetzte Felder werden einfach übersprungen. Das kann viele Züge sparen.

Ist die Seele gesetzt, geht es nach Florenz. Hier gibt es die vier Symbole mit jeweils zwei Orten für unsere Familienmitglieder (aka Arbeiter). Es gibt immer einen einfachen Ort (gratis) und einen fortgeschrittenen Ort, der Voraussetzungen hat – meist eine Münze oder einen Gassenjungen. Diese „Adoptivkinder“ bekommt man übrigens, indem man sein Familienmitglied auf den Ort „Heuhaufen“ setzt. Schaut man sich das Bild an, denkt man eher an Eigenproduktion statt an Adoption. Aber ich wäre ja nicht vom Fach, wenn ich diese Frage nicht direkt beim Entwicklerteam angefragt hätte. Also hier ein kleiner Bonus-Exkurs:

Eigentlich war ein Freudenhaus geplant, aber nach Rücksprache mit historischen Experten, gab es das damals in der Form noch nicht. Es waren eher Tavernen mit extra Service. Daher wurde der Heuhaufen zum Symbolbild als Ort der Lust umfunktioniert (Wollust-Kreis). Du adoptierst also faktisch die Kinder von der Straße. Und wer weiß, vielleicht ist es ja dein eigenes. Da ist eine Adoption diskreter, als den Bastard öffentlich zuzugeben. Ein neues Kind im Spiel zu zeugen, würde mechanisch auch nicht passen. Bis das Kind arbeitsfähig wäre, wäre das Spiel längst vorbei. Kinderarbeit muss schließlich gut geplant sein!

Taktik, Türme und Diplome

Die Orte werden bei jedem Aufbau zufällig ausgelegt. Das bedeutet: Jedes Mal neue Kombinationen. Ich werde jetzt nicht jedes Detail durchkauen, aber im Kern befeuerst du hier Dein Getriebe: Einnahmen generieren, Straßenkinder einsammeln, Gäste in den Turm einladen (damit du später Sünder beschuldigen kannst), den Turm ausbauen, Warenfässer sammeln oder Wächter bewegen. Acht Orte, acht Möglichkeiten und du sitzt da und versuchst, das Ganze so zu kombinieren, dass es nicht implodiert.

Spätestens wenn alle Arbeiter platziert sind, musst du passen. Das bedeutet in diesem Spiel: Du beschuldigst einen Sünder. Dazu stellst du das Familienmitglied in den Turm. Der Turm ist eine Art Blockade. Wer einmal drin sitzt, kommt nur mit einer der Orts-Aktionen wieder raus. Die restlichen Mitglieder kommen brav nach Hause auf dein Tableau.

Das Spielertableu: Links der bereits auf 3 Etagenausgebaute Turm mit 2 Gästen. Oben die verkauften Fässer und unten die verfügbaren Familienmitglieder.

Beim Passen passiert aber noch mehr. Eine neue Seele landet auf dem Friedhof, du rückst auf der Punkteleiste des Seelenkreises der Seele vor und löst Zusatzeffekte aus. Zum Beispiel die Nutzung eines Wächters oder extra Taschengeld.

Es gibt acht mythologische Kreaturen, von denen zwei pro Spiel mitmischen. Cerberus zum Beispiel beschleunigt den Weg der Seelen. Wenn sie an ihm vorbeigehen, verlieren sie die Wahlfreiheit und rennen in Panik einfach geradeaus. Die Wächter sind das Salz in der Suppe, und geben einige zusätzliche taktische Möglichkeiten.

Bei jedem Passen rückt der Rundenmarker (eine Dante-Figur) vor. Passiert Dante einen Höllenkreis, wird geschaut, wer dort den meisten Fortschritt erzielt hat. Der Beste bekommt ein tolles Diplom für diesen Kreis. Fantastisch, oder? Ich meine, wer wollte nicht schon immer mal ein Diplom in „Wollust“ und „Völlerei“ an der Wand hängen haben? Macht sich super neben dem noch nicht vorhandenen YouTube Award. Dieses Diplom ist aber essenziell, um am Ende überhaupt Punkte für diesen Kreis zu erhalten. Man muss sich also spezialisieren. Wer überall ein bisschen mitmischt, steht am Ende mit leeren Händen (und ohne Diplom) da.

Die Punkteleiste der einzelnen Höllenkreise

Es gibt auch noch Möglichkeiten im Spielverlauf halbe Diplome zu sammeln. Zwei davon können dann zu einem beliebigen Diplom zusammengesetzt werden. So bist du nicht allein darauf angewiesen das Dante zum genau richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Das Spielfeld kann sich schnell verändern und so ist es immer gut einen zweiten Plan im Hinterkopf zu haben.

Das Spiel ist textlich gar nicht so einfach zusammenzufassen, dabei sind die Regeln gar nicht so kompliziert und die Ikonographie schnell verstanden. Das Spiel lässt sich in 20 Minuten gut erklären und bleibt auch gut verinnerlicht. In meiner Erstpartie kam es zwar zu ein paar kleinen Spielfehlern, aber die nehme ich auf meine Kappe. Alle weiteren Partien liefen flüssiger. Für mich trieft es thematisch nur so und ich finde alles hervorragend in eine Mechanik umgesetzt. Unser guter Bill sieht das etwas anders, er hat das ganze Thema nicht so gefühlt, aber da scheint er ja auch nicht allein dazustehen. Euros leiden ja oft an schlechter thematischer Greifbarkeit.


Unboxing

Ich besitze die Deluxe-Version und bin absolut hin und weg. Eines der wenigen Spiele mit einem hervorragenden Original Inlay. Schneller Aufbau, Metallmünzen, Holzmeeple für jeden Kreis, Schuber für die Wächter, Double-Layer-Boards – ein Traum! Man könnte es als überproduziert bezeichnen, aber es wirkt wie aus einem Guss.

Die Retail-Edition ist dagegen die Light-Variante: Pappeinlage, weniger Wächter und nur als Aufsteller, Papp-Token statt Miniaturen und weniger bedrucktes Holz. Die coolen Holzseelen sind aber auch hier dabei. Das meiste lässt sich aber z.B. auf Messen oder in der aktuellen Gamefound Kampagne im Late Pledge nachkaufen, man muss also nicht sofort sündigen für das All-In. Bis auf den zwei weiteren Wächter und einer Mini-Erweiterung ist es vom Spiel auch identisch.


Bewertung

Inferno brilliert in vielen Facetten. Das Thema ist höllisch gut umgesetzt (sorry, not sorry), optisch großartig und mechanisch ein echtes taktisches Schwergewicht mit schnell erlernbaren Regeln. Die Variabilität sorgt dafür, dass du immer umdenken musst. Es ist alles drin, was ein gutes Euro-Game ausmacht. Inklusive der obligatorischen Leisten, auf denen du nach oben klettern kann. Das Spiel bleibt definitiv in meiner Sammlung. Ich bin sogar schon in die Erweiterungs-Kampagne eingestiegen. Hoffentlich gibt die dem eigenen Turm mehr Bedeutung, denn der kam mir bisher fast etwas zu kurz.

Also, wir sehen uns im Schwefelregen!

Wie wir bewerten haben wir euch hier aufgeschrieben.


Horsts Kommentar

Inferno hatte ich schon lange auf dem Radar. Kenne auch einige Personen, die Lieblingsspiel und Inferno in einem Satz nennen. So rein optisch und rein von der Grundstory hat mich da erstmal gar nicht abgeholt. Dann kam Björns leuchtende Augen und eine nahende Erweiterung via Crowdfunding: „Wollen wir mal in die Hölle?“. Wer kann da schon nein sagen.

Thematisch trifft das Spiel genau zwischen die Augen – zumindest bei mir. Klar spürt man nicht bei jeder Aktion den Höllenschlund, aber es fühlt sich rund an. Das ganze ist trotz der leichtgängigen Regeln gar nicht so einfach zu meistern. Ihr solltet euch also keine leichte Spazierfahrt erwarten. Meine Gehirnwindungen waren zumindest zeitweise verwirrt, ob es die höllische Hitze ist oder „nur“ die qualmenden Gedanken. Mechanisch liegt das an dem stringenden Durchorganisieren und Engine-Aufbau. Der tritt zwar dezent in den Hintergrund, lässt euch aber eiskalt abblitzen, wenn ihr gar nicht voraus plant.

Mit der Bewertung kann ich sehr gut mitgehen und hätte es Björn nicht in der Sammlung, hätte ich wahrscheinlich auch gezuckt. Also ab in die gold glänzenden Flammen des letzten Kreises mit euch.


Bills Gedanken

Das Spiel macht so vieles richtig und zudem auch eine Menge Spaß am Tisch. Es regt zum Denken und Grübeln an. Damit erfüllt es eigentlich gute Voraussetzungen für einen geliebten Titel. Aber am Ende kann es mich persönlich leider nicht so sehr überzeugen wie meine beiden Vorredner. Das ist nicht so leicht erklärbar, doch ich versuche es mal.

Das Hauptproblem für mich ist eher ein persönliches Manko. Ich bin kein großer Stratege sondern eher ein Taktiker. Man könnte auch sagen, ich sei Bauchspieler und reagiere eher auf die zum Teil neu eingestellten Gegebenheiten nach einer Spielrunde und denke alles weniger von vorne bis hinten durch. Das macht mir hier und in anderen stark planbaren Spielen sogar Probleme, da ich mich dabei sehr viel auf meine eigenen Handlungen und dessen Konsequenzen beschränke und wenig auf jene der Mitspielenden achte. Manchmal denke ich, dass ich dann recht fleckmatisch werde. Ich bekomme das einfach nicht hin meine Fortschritte mit denen der anderen zu vergleichen, wenn das Planen einen so großen Stellenwert besitzt.

Daher unterliege ich auch in fast jedem solcher Spiele manchmal deutlich gegen jeden Kopfspieler. Das ist daher eher kein Problem des Spiels, aber für mich doch ein deutlicher Nachteil. Daher wage ich es kaum Inferno mit meiner persönlichen Meinung zu beurteilen, da es seine Fanbase sicher mehr als verdienen wird. Ich hoffe aber, dass meine genannte Erfahrung ein wenig dazu beiträgt, dass man etwas besser beurteilen kann, ob man mit Infero seine teuflische Glückseligkeit finden kann oder eher in die Hölle abrutscht.


Konzertmitschnitte

Die Punkteleiste der einzelnen Höllenkreise

(c) Copyright Strohmann Games

Grafik(en) und Bild(er) von analog rockt

Diese Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt meine persönliche Meinung wider.


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Eine Stadt für Amytis

Bei „Eine Stadt für Amytis“ errichten zwei Spieler im Auftrag des Königs von Babylon eine Stadt für seine Gemahlin Amytis, indem sie Gebäude platzieren, Architekten einsetzen und über mehrere Wertungen Punkte sammeln.

Eine Stadt für Amytis

Der König von Babylon sucht die besten Architekten seines Reiches, um für seine Gemahlin Amytis eine Stadt errichten zu lassen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. In Eine Stadt für Amytis von Game Factory treten genau zwei Spieler gegeneinander an und bauen jeweils eine eigene Stadt. Ziel ist es, über mehrere Wertungen hinweg mehr Punkte zu sammeln als der Kontrahent. Grundlage dafür sind ein gemeinsamer Bauplatz, der Einsatz der Architekten und das strukturierte Anlegen der Gebäude auf dem eigenen Tableau.

Eine Stadt für Amytis: So wird es gespielt

Der Spielaufbau macht die zentralen Strukturen sofort sichtbar. In der Tischmitte liegt eine 3×3-Auslage aus Gebäudestapeln, von denen jeder Stapel offen zugänglich ist. Jeder Spieler besitzt zudem ein eigenes Tableau, das ebenfalls als 3×3-Raster angelegt ist. Im Laufe der Partie werden dort genau neun Gebäude platziert, was den Rahmen für alle planerischen Entscheidungen vorgibt. Es ist von Beginn an klar, dass kein Bauwerk zufällig liegt, denn jede Position beeinflusst spätere Wertungen.

Der eigentliche Motor von Eine Stadt für Amytis ist die Platzierung der Architekten auf dem allgemeinen Spielplan. Reihum setzen die Spieler ihre Figuren auf freie Felder der Gebäudestapel oder auf Sonderfelder, die zusätzliche Effekte erlauben. Wird ein Architekt auf einem Gebäudestapel platziert, sichert sich der Spieler Zugriff auf eines der dort liegenden Plättchen. Gleichzeitig entsteht ein zentrales Element der Interaktion: Sobald es einem Spieler gelingt, drei eigene Architekten in einer Linie – waagrecht, senkrecht oder diagonal – zu platzieren, darf er alle seine eingesetzten Architekten zurücknehmen. Dieser Tic-Tac-Toe-artige Effekt sorgt dafür, dass das Platzieren der Figuren nicht nur dem eigenen Aufbau dient, sondern auch die Anordnung der gegnerischen Architekten stets mitbedacht werden muss.

Zusätzliche Ziele über Auftragskarten

Die Rücknahme der Arbeiter ist dabei ein entscheidender Moment. Einerseits erhält man die volle Handlungsfähigkeit zurück, andererseits kann man gezielt abwarten, um den richtigen Zeitpunkt für eine neue Platzierungsphase zu wählen. Wer seine Architekten zu früh zurückholt, öffnet dem Mitspieler Raum, wer zu lange wartet, blockiert sich selbst. So entsteht ein Rhythmus aus Setzen, Beobachten und Neujustieren, der den Spielverlauf strukturiert.

Die Gebäudeplättchen selbst unterscheiden sich nach Typ und Farbe und bringen jeweils eigene Wertungsregeln mit. Märkte beziehen sich auf Farben, Gärten auf Stapelhöhen, Mauern auf Randpositionen des Tableaus, während andere Gebäude den Einsatz der Architekten auf dem allgemeinen Spielplan berücksichtigen. Da alle neun Bauplätze des eigenen 3×3-Rasters belegt werden, stellt sich fortlaufend die Frage, welches Gebäude nicht nur kurzfristig Punkte bringt, sondern auch zu den bereits liegenden Plättchen passt. Fehlentscheidungen lassen sich später kaum korrigieren, da kein Gebäude versetzt oder ersetzt werden darf.

  • EINE STADT FÜR AMYTIS: Schlüpfe in die Rolle eines königlichen Architekten. Nutze taktische Finesse, um deinen Kontrahenten beim Bau einer prächtigen Stadt zu übertrumpfen!
  • Setze deine Figuren vorausschauend, um dir die meisten Punkte zu sichern, indem du Aufträge erfüllst, Gebäude clever anordnest oder Reihen alla Tic-Tac-Toe bildest.
  • Trotz einfachen Regeln und einem leichten Einstieg warten knifflige Entscheidungen und viele Interaktionen auf dich! Nutze deine Strategie oder blockiere deinen Gegner und erlebe spannende Duelle mit taktischer Tiefe!
  • Anzahl der Spieler: 2. Spieldauer: ca. 30 Minuten. Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren.
  • Aus dem Hause GAME FACTORY - SPIELE FÜR FAMILY & FRIENDS.

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Zusätzliche Ziele kommen über Auftragskarten ins Spiel, die von beiden Spielern erfüllt werden können. Sie schaffen eine weitere Ebene, auf der Entscheidungen abgewogen werden müssen: Baue ich weiter an meiner eigenen Struktur oder greife ich gezielt nach einem Gebäude, das meinem Gegenüber einen Auftrag verwehrt? Die Interaktion bleibt dabei indirekt, aber durchgehend präsent.

Eine Stadt für Amytis: Fazit und Wertung

Der Spielablauf in diesem Zwei-Personen-Spiel bleibt über die gesamte Partie flüssig. Die Regeln sind überschaubar, die Auswirkungen einzelner Züge jederzeit nachvollziehbar. Eine Stadt für Amytis verbindet Arbeiterplatzierung und Legespiel auf zwei Spielplänen (dem gemeinsamen und dem eigenen), die trotz ihrer Trennung eng miteinander verzahnt sind.

Die gemeinsam genutzte Auslage sorgt für stetige Spannung, da Pläne sich durch einzelne Züge des Gegners schnell verändern können. Aufträge spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie einen großen Teil der Punkte ausmachen. Da neue Aufträge ausschließlich über Paläste ins Spiel kommen, erhalten diese eine besondere Bedeutung. Wer hier mehrfach erfolgreich zugreift und Gebäudefarben sinnvoll platziert, kann sich einen Vorsprung erarbeiten. Gleichzeitig bleiben auch andere Gebäude konstant punkteträchtig, sodass unterschiedliche Wege zum Ziel offenbleiben.

In rund 30 Minuten bietet Eine Stadt für Amytis ein gut durchdachtes Zwei-Personen-Spiel mit klaren Entscheidungen, begrenztem Raum und spürbarer Interaktion, ohne durch komplexe Regeln oder lange Spielzüge zu nerven.


Eine Stadt für Amytis– auf einen Blick

Title

Gefällt uns gut! Eine Stadt für Amytis ist ein Zwei-Personen-Spiel, das Städtebau, Arbeiterplatzierung und Tic Tac Toe miteinander verzahnt und seine Spannung aus begrenztem Raum und gegenseitiger Beobachtung bezieht.

Autor: Jérémy Ducret & Romaric Galonnier | 2025 | Game Factory | 2 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


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