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Suna no Kuni: Reich des Sandes

Von: ferengi
26. Juni 2026 um 20:27

Unscheinbares Strategiespiel

Ziel in diesem Plättchenlegespiel ist es, die Gebäude im Reich des Sandes wieder aufzubauen. Hierzu legen wir in unserem Spielertableau eines unserer Dreierplättchen oder optional bis zu drei unserer Elementargeister. Wenn wir dadurch die Form eines Gebäudes nachgebaut haben, können wir dieses aus der Auslage nehmen und die entsprechenden Plättchen kommen zurück in den Vorrat, die Elementargeister erhalten wir zurück. Die Gebäude sind dann unsere Siegpunkte.

Die Mechaniken hierbei erinnern an andere Spiele. So liegen die Dreierplättchen wie in Patchwork um das Spielfeld herum und wir können immer das nächste oder übernächste auf drei Plättchen für den eigenen Vorrat nachziehen.

Die Gebäude und 3er-Plättchen drum herum.

Das Nachbauen der Tetrismuster für die Gebäude ist auch nicht neu, hier aber mit einem Handicap umgesetzt: Die Abbildungen auf den Auftragskarten mit den Gebäuden sind im Vergleich zum Spielertableau um 90 Grad gedreht und somit eine zusätzliche Komplexitätskomponente. Man will sich ja nicht das Plättchen mit dem Gebäude, dass man unbedingt bauen möchte, vorab mal zum vergleichen aus der Auslage nehmen, damit niemand anderes einen das wegschnappt.

Wenn wir ein Gebäude erhalten, gibt es in der Regel auch einen Bonus: Die Elementargeister. Wie bei Splendor können wir diese, sobald wir sie haben, auch auf unser Tableau optional einsetzen, um Gebäude zu „bezahlen“ und wir erhalten sie im Anschluss zurück in unseren Vorrat. Die mit den Plättchen bezahlten Felder gehen in den Vorrat zurück.

Clever gelöst ist, dass das Spielende eingeläutet wird, wenn jemand in Summe 10 Sanduhren mit seinen Gebäuden gesammelt hat. Damit muss man nicht die meisten Siegpunkte haben, die ebenfalls über die Gebäude erhalten werden.

Auf unserem Tableau legen wir 3er-Plättchen, die wir gegen 1er-Plättchen aus dem Vorrat austauschen. Denn mit dem Bau eines Gebäudes kommen die verwendeten 1er-Plättchen zurück in den Vorrat. Haben wir Elementargeister zum Bau genutzt, erhalten wir diese zurück.
9-Siegpunkte-Gebäude sind dann schon komplexer. Und hier sieht man, wie man zur Prüfung zur Übereinstimmung die Karte drehen muss. Nicht jeder Spieler durchblickt dies leicht und man hätte es einfach lösen können.

Fazit:

Die Regeln sind kurz und einfach, die Aufbaustrategie ist ein guter Mix aus Optimierung der Elementargeister, Jagd nach Siegpunkten und einen Blick auf das Spielende. Mit den Boni für die Gebäude und den verschiedenen Fähigkeiten im Expertenmodus ein wirklich interessantes Strategiespiel. Optimal für 2 bis 3 Personen mit einer Stunde Spieldauer. Wäre die Hürde mit der Drehung der Plättchen im Vergleich zu den Gebäuden nicht, würde es mir richtig gut gefallen.

Stubenscore: 7,2 / 10


SUNA NO KUNI - REICH DES SANDES

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Brettspiel (getestet)

Colt Express

Von: ferengi
13. Juni 2026 um 05:41

Spiel des Jahres 2015

Immer wenn die Spiele des Jahres nominiert oder gewählt werden kommt Kritik an der Jury auf. So zuletzt auch hier bei uns zu Dito!, welches es aber vermutlich 2026 schafft.
Doch genauso hat auch die Liste auf Board Game Geek einen Einfluß auf das Kaufverhalten, dann eher für die Vielspieler. Überschneidungen der beiden Liste gibt es kaum, so ist Sky Team das höchstbewerteste Spiel des Jahres auf BGG mit Platz 32.

Viele Spiele des Jahres sind auf BGG weit unter der 7,5-Ferengi-Wertung, dazu zählt auch Colt Express aus dem Jahre 2015. Dabei ist es besser, als ich es in Erinnerung hatte und bietet viel Spieltiefe und hat auch eine tolle Tischpräsenz.

Das Western-Szenario und der Zug als Spielbrett mit den wunderschönen Kakteen als Deko begeistern mich natürlich sofort. Als Spieler überfallen wir einen Zug und wollen die Schätze rauben. Dabei behindern wir uns überwiegend gegenseitig, aber auch der Sheriff treibt ein Unwesen auf dem Zug. Spielerisch legen wir unsere Handkarten teilweise offen oder verdeckt reihum auf einen Stapel und arbeiten diesen dann in dieser Reihenfolge ab. Wir bewegen uns, klettern aufs Dach, Boxen und Schießen oder bewegen den Sheriff zu den anderen Spielern. Und natürlich nehmen wir Schätze auf. Doch ob die dann wie geplant noch an dem Ort sind, an dem wir uns vermuten, ist dann schon spannend.
Auch nett sind die verschiedenen Abfolgen in einem Spielzug, die mit einer Karte vorgegeben werden. Also wann wir eine Karte verdeckt spielen dürfen oder mal zwei Karten auf einmal. Auch hat jeder Bandit eine besondere Fähigkeit und kann z.B. immer die erste Karte verdeckt spielen oder nimmt einen Schatz von einem geboxten Gegenspieler direkt auf.

Ich bin in diesem Spiel der Doc. Besonderheit: Er darf 7 Handkarten zu Beginn des Spielzuges aufnehmen. Dieses ist gut, da Kugeln schnell das Deck verstopfen.
Das Spielfeld: Der Zug und Kakteen.
Links die Vorgabe für diese Runde: Die zweite Karte wird verdeckt gespielt. Am Ende des Spielzuges werden alle Banditen, die sich auf dem Dach befinden, ans Ende des Zuges gestellt.

Fazit:

Ich mag Autobattler und Deckbuildung. Auch wenn hier das Deckbuildung eher nur ein Deckverstopfen ist. Denn mit jedem Schuss auf uns oder jede Begegnung mit dem Sheriff bekommen wir eine Kugel (Niete) ins Deck. Definitiv besser als die BGG-Wertung.

Stubenscore: 7,7 / 10


COLT EXPRESS

BoardGameGeek

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Brettspiel (getestet)

Agile Unicorn

Von: ferengi
24. Mai 2026 um 06:59

Das Kartenspiel für IT-Geschädigte

Manchmal sieht man etwas und denkt „das braucht ich“. So ging es mir, als ich auf der Messe in Essen diesen Titel sah und ich an den Freakbereich der Stubenzocker dachte. Gekauft. Natürlich All-In mit Erweiterung.

Ein Unicorn ist ein privates Start-up-Unternehmen, das eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar erreicht hat. Dieses streben die Autoren Leif Warnecke, Daniel Pozzi und Tobias Bergmann auch an. Da sie alle in der IT-Branche arbeiten und anscheinend IT-Crowd mögen, lag das Thema für dieses Kartenspiel nah.

Was ITler nicht gut können, ist Regeln erklären. Und so gab es für mich nach dem Regelvideo mehr Fragezeichen als Ausrufungszeichen. Doch die Anleitung ist hilfreich, wenn auch etwas zu programmiertechnisch geschrieben. Vielleicht aber ja so gewollt. Die Mechanismen und der Spielfluss ist dann aber einfach:
Wir ersteigern mit unserem Kartenset weitere Karten. Ziel sind eine bestimmte Anzahl Siegpunktekarten zu erreichen.

Abhängig von der Spielerzanzahl werden je Runde eine bestimmte zu ersteigernde Anzahl Karten ausgelegt, wobei nur die aktuell zu ersteigernde Karte und die danach offen sichtbar sind. Da unsere Handkarten für einen „Sprint“ (also für alle ausgelegten Karten in dieser Runde) nur einmal eingesetzt werden können, wird man nicht auf jede Karte mitbieten. Nachdem alle jetzt für die erste Karte geboten haben, würfeln alle mit der Anzahl Würfel, wie es ihre Karten hergeben. Wer die höchste Augenzahl hat und auch den Mindestkaufpreis der Karte erlangt hat, gewinnt die neue Karte für sein Deck.

Im Detail legen alle reihum zuerst lila Teamkarten, bis alle passen. Diese geben an, mit wieviel Würfeln wir ins Rennen gehen. Danach kann man mit orangen Event-Karten die anderen ärgern (sie dürfen weniger Würfel nutzen, es gibt Minuspunkte im Würfelwurf …) oder sich weitere Würfel verschaffen. Dann wird gewürfelt und danach kann mit grünen Incentive-Karten das Ergebnis weiter beeinflusst werden. Der Sieger bekommt die neue Karte in seinen Ablagestapel, alle legen ihre eingesetzten Karten auf ihren Ablagestapel. Nur die eingesetzte orangen Event-Karten sind ganz aus dem Spiel. Nachdem alle Versteigerungen erfolgt sind, kann jeder seinen Ablagestapel für die nächste Runde auf die Hand nehmen, zwei neue orange Eventkarten ziehen und es geht von vorne los.

Diese Karten sind in dieser Runde zu ersteigern. Der Wert der Karte für die Versteigerung (ein neues Teammitglied) wird aus einem Würfel + 3 ermittelt und ist hier dann 6.
Ein dreier-Teammitglied ist schon wertvoll. Die orangen Event-Karten bringen aber das Leben in das Spiel.
Es wird eine 8er Siegpunktekarte versteigert. Der linke Spieler durfte vier Würfel einsetzen und es gibt einen Bonus von +2, +3 und +3.
Kreative Kartentexte

Fazit:

Die Spielmechanik finde ich gar nicht mal so schlecht. Das IT-Crowd-Szenario mag ich auch. Und es ist ja viel Wahrheit an den Beschreibungen auf den Karten. In unsere 5er-Runde hat die Partie dann ganz schön lange gedauert. Natürlich belauern sich alle später im Spiel und achten darauf, wer mit welcher Siegpunktekarte das Spiel beenden kann und dann bringen die zufällig gezogenen orangen Eventkarten schon eine große Glückskomponente ins Spiel. Die Würfel dann die weitere Glückskomponente. Aber mit ein paar Bier in der richtigen Gruppe bin ich wieder dabei. Es gibt ja noch die Erweiterung zu testen.

Stubenscore: 7,0 / 10


AGILE UNICORN
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Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

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