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Forbidden Stars: OOP-Klassiker im Hotness-Comeback

Forbidden Stars: OOP-Klassiker im Hotness-Comeback

25. Juli 2026

Old Ones Origins katapultiert den OOP-Klassiker zurück ins Rampenlicht

Erinnert ihr euch noch an jenes seltsame Phänomen, das auf BGG regelmäßig auftritt, wenn alte Bekannte wieder auftauchen? Forbidden Stars ist so ein Spiel. 2015 als opulentes Big-Box-Spiel von Fantasy Flight Games erschienen, feierte es die vier Warhammer-40K-Fraktionen im Herakles-Sektor mit Worker-Placement, Würfelkampf und asymmetrischen Fähigkeiten - und verschwand danach schlagartig, als FFG 2017 die Lizenz verlor. Out of Print, keine Neuauflage in Sicht, langsam im Sekundärmarkt vergraben. Bis zum 16. Juli 2026. An diesem Tag gaben Samuel Bailey und James Kniffen Old Ones Origins bekannt - und Forbidden Stars schoss in derselben Woche direkt auf Platz 2 der BGG-Hotness. Plötzlich wollen wieder alle wissen: Was war dieses Spiel, das so viele vermissen?

FORBIDDEN STARS - Fakten

2-4
Personen
180-300
Minuten
DesignerSamuel Bailey, James Kniffen, Corey Konieczka
VerlagFantasy Flight Games
Erscheinungsjahr2015
StatusOut of Print (seit ~2017)
BGG Weight3,84 / 5
BGG Overall Rank#157
BGG Strategy Rank#111
ReimplementsStarCraft: The Board Game
Mechaniken Worker Placement Würfelspiel Asymmetrie

Was Forbidden Stars so besonders macht

Forbidden Stars ist kein kleines Brettspiel. Es ist ein Schwergewicht im wahrsten Sinne des Wortes - groß, schwer, voller Miniaturen, Karten und Würfel. Das Spiel setzt auf vier spielbare Warhammer-40K-Fraktionen, die um die Kontrolle des Herakles-Sektors kämpfen. Jede davon bringt eigene Fähigkeiten, Stärken und Schwächen mit, was zu echter Asymmetrie führt: Ein Spielzug der Imperialen Fraktion fühlt sich grundlegend anders an als einer der Xeno-Fraktionen.

Der Kern des Spiels basiert auf Worker-Placement. Die Spieler setzen ihre Orden auf verschiedene Aktionen des Spielbretts ein - von der Ressourcenbeschaffung über den Bau von Gebäuden bis hin zum Aufbau von Flotten. Doch anders als bei vielen Worker-Placement-Spielen bleibt die Interaktion nicht auf dem Platzieren beschränkt. Der Kampf wird mit Würfeln und Karten entschieden, was eine spannende Mischung aus Strategie und Zufall ergibt.

Shut Up & Sit Down beschrieb das Spiel 2015 treffend: „Forbidden Stars defrosted my icy heart. This game is sensational." Das Magazin hob später hervor, dass es „the strongest of Fantasy Flight's big-box wargames" sei und „easily justifies its higher price tag." Beides ist heute noch lesenswert, wenn man verstehen will, warum dieser Klassiker nach über einem Dekade nicht in Vergessenheit geraten ist.

Das Besondere an Forbidden Stars: Es übernimmt und adaptiert das System von StarCraft: The Board Game und überträgt es auf das Warhammer-40K-Universum. Für StarCraft-Fans war das ein Traum. Für 40K-Fans, die bis dahin meist auf Miniaturen-Army-Builder oder Tabletop-Spiele zurückgreifen mussten, war es eine willkommene Alternative - ein strategisches Brettspiel, das die Atmosphäre des 41. Jahrtausends ohne stundenlanges Figuren-Platzieren und Würfeln auf den Tisch bringt.

Der OOP-Fluch und die Preisexplosion

Im Jahr 2017 geschah das, was viele Boardgame-Enthusiasten fürchten mussten: Fantasy Flight Games verlor die Warhammer-40K-Lizenz. Keine Neuauflage, keine Erweiterung, kein Nachdruck. Forbidden Stars war sofort Out of Print. Auf BGG stehen aktuell 220 Exemplare zum Tausch und 794 Personen wollen es haben - eine Relation, die die Nachfrage deutlich macht.

Die Preise auf dem Sekundärmarkt spiegeln das wider. Ein versiegeltes Exemplar auf eBay.at kostet aktuell 262,84 EUR zuzüglich 67,22 EUR Versand. Auf eBay.com liegen versiegelte Kopien bei 300 USD, pre-owned Exemplare bei knapp 300 USD. Brettspielpreise.de listet das beste Angebot mit 423,24 EUR inklusive Versand. Das ist mehr als das Doppelte des ursprünglichen Ladenpreises.

Und doch kaufen Menschen dieses Spiel. Nicht nur Sammler, sondern auch Spielende, die sich den Klassiker nachholen wollen, den sie verpasst haben. Die Community ist klein, aber leidenschaftlich. Kyle's Gaming Blog schrieb 2024: „The best 40k Board game you'll likely never play." Ein Satz, der sowohl Anerkennung als auch eine Prise Ironie enthält. Das Dilemma ist klar: Wer das Spiel kennenlernt, will es spielen. Wer es spielen will, findet es kaum noch zum ursprünglichen Ladenpreis.

Der Grund für die hohen Preise liegt auf der Hand: Begrenztes Angebot trifft auf anhaltende Nachfrage. Die vier Fraktionen sind vollständig, die Miniaturen sind intakt, und das Spielprinzip hat nichts von seiner Faszination verloren. Nur die Verfügbarkeit ist weg.

Old Ones Origins - ein Funke für verglühte Sterne

Der 16. Juli 2026 könnte als Tag in die Brettspiel-Geschichte eingehen, an dem ein alter Klassiker wiedererwachte. An diesem Datum gaben Samuel Bailey und James Kniffen - zwei der drei Designer von Forbidden Stars - ihr neues Spiel Old Ones Origins bekannt. Kein Warhammer-40K-Titel, kein direkter Nachfolger. Aber der Name derselben Entwickelnden reichte aus, um die Erinnerung an Forbidden Stars wachzurütteln.

Innerhalb der Woche nach der Ankündigung schoss Forbidden Stars auf Platz 2 der BGG-Hotness, wie Dice Drop Weekly in ihrer Ausgabe der Woche vom 20. Juli meldete. Die Community erinnert sich. Nicht nur die, die das Spiel damals gespielt haben, sondern auch die, die es verpasst haben und nun endlich wissen wollen, was der Hype bedeutet.

Ob Old Ones Origins ein weiterer Funke sein wird, der das Interesse an Forbidden Stars dauerhaft hält, bleibt abzuwarten. Die Lizenzsituation hat sich nicht geändert. Doch wenn sich die Nachfrage weiter erhöht, könnte das eines Tages die Voraussetzung für eine Neuauflage sein - oder zumindest für ein teureres, aber erschwinglicheres Second-Hand-Angebot als die aktuellen 400-EUR-Preise.

Bis dahin gilt: Forbidden Stars ist ein Brettspiel, das man kennen sollte. Nicht, weil jeder es spielen kann, sondern weil es zeigt, was möglich ist, wenn Designer ein bewährtes System auf ein neues Universum übertragen - und dabei eine asymmetrische, strategische Erfahrung schaffen, die bis heute ihresgleichen sucht.

Quellen

Recherchestand: 25. Juli 2026

Kurzvorstellung zu Rooms & Roomies (Deep Print Games/Pegasus Spiele) / Holzminden 2026 / Essen 2026

Newsbild Wir waren vom 26.06.2026 bis zum 03.07.2026 wieder einmal in Holzminden zu unserem Cliquenabend Gathering mit einigen Redakteur*innen und Autor*innen, um dort einige Prototypen zu testen, aber auch ein paar kommende Neuheiten zu spielen und zu filmen. Unter anderen konnten wir auch das Spiel Rooms & Roomies spielen, welches im Herbst bei Deep Print Games erscheinen wird. Rooms & Roomies erstreckt sich über vier Tage. Jeder Tag beginnt mit der Einkaufsphase: Die Spielenden wählen Möbelplättchen aus dem Geschäft aus, laden sie in ihren Transporter und können zudem eine Mitbewohner:in aus dem Café zu sich holen. Anschließend folgt die Einrichtungsphase, in der die Spielenden die Plättchen in ihrem Zuhause platzieren. Da jede Mitbewohner:in individuelle Wohnwünsche hat, erhalten die Spielenden am Spielende Punkte für die Erfüllung dieser Ziele. #video:roomsroomies#

Infernum – Einmal Hölle und zurück (Rezension)

25. Juli 2026 um 11:28

Infernum ist ein Rollenspiel für Erwachsene und definitiv nichts für schwache Nerven. Der Charakter hat in seinem Leben eine so große Sünde begangen, dass dieser in den Dienst von einem von sieben Höllenfürsten berufen wird und von nun an Aufträge für ihn erfüllt

Dieser Beitrag wurde von Sabrina Höhne geschrieben

Rebirth

In Rebirth wetteifert ihr als Clanoberhäupter um Einfluss in einem neu aufgebauten Schottland oder Irland. Wir haben das Kennerspiel des Jahres 2026 unter die Lupe genommen.

Rebirth von Reiner Knizia

Nach einer globalen Katastrophe liegt Schottland in Trümmern. Doch die Clans der Highlands haben ein Ziel: das Land im Einklang mit der Natur neu aufzubauen. In „Rebirth“ von Reiner Knizia übernehmen wir die Rolle dieser Clanoberhäupter und versuchen, mit taktischem Geschick Einfluss zu gewinnen. Auf einem farbenfrohen Spielplan platzieren wir Landschaftsplättchen, errichten Farmen, siedeln in Dörfern und wetteifern um die Kontrolle über Burgen und Kathedralen. Und das alles fühlt sich gleichzeitig entspannt und belohnend an.

Denn in Rebirth vergeht ein Zug wie im Flug. Ein Plättchen aus der Hand nehmen, überlegen, wo es am besten passt, platzieren und punkten. Klingt einfach, doch wer clever kombiniert, lässt punkteträchtige Kettenreaktionen entstehen: Vier zusammenhängende Nahrungsfarmen bringen nicht nur vier Punkte, sondern sichern vielleicht auch die Mehrheit an einer Burg. Liegt daneben eine Kathedrale, winkt zusätzlich eine Missionskarte, die weitere Punkte verspricht.

Welche Brettspiele erscheinen zur SPIEL 2026? Der Brettspielelust-KI-Chatbot weiß es: Befrag ihn zur aktuellen Vorschauliste von Board Game Geek und lass dir spannende Neuheiten zeigen!

Zum Chatbot

Variable Wertungen und Missionsziele

Im Laufe der Partie reiht sich Punkt an Punkt. Sofortpunkte für Ketten, Zwischenwertungen für Mehrheiten, Missionsziele für das Spielende. Wer zur Halbzeit zurückliegt, muss sich nicht sorgen: Der Spielplanrand zeigt oft plötzlich aufholende Spieler, denn fünf, acht oder gar dreizehn Punkte mit einem Plättchen sind keine Seltenheit. Besonders die Missionskarten entfalten zum Schluss ihr volles Potenzial. Wer viele Kathedralen errichtet hat, kann mit verdeckten oder offenen Missionszielen punkten. Auch jede Burg in der eigenen Farbe bringt nochmal fünf Punkte.

Doch Rebirth ist mehr als nur ein Punktesalat. Im Spiel enthalten sind zwei Varianten: Schottland für Einsteiger und Irland für Fortgeschrittene. Auf der schottischen Seite platzieren die Spieler reihum ihre Plättchen, bauen Energiestrukturen und Lebensmittelfarmen, sichern sich Hafenpunkte und versuchen, Einflusszonen um Burgen herum zu dominieren. Kathedralen, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind, liefern die begehrten Missionskarten. Diese bleiben geheim und führen zu langfristigen Strategien wie „Besitze die meisten Burgen“ oder „Erobere besonders viele mittlere Siedlungen“.

Zwei Karten: Schottland und Irland

Wer die Rückseite des Spielplans wählt, erkundet Irland und trifft auf neue taktische Elemente. Zwar bleibt das Grundprinzip gleich, doch die Missionskarten liegen nun fast ausschließlich offen aus. Acht davon werden zu Spielbeginn aufgedeckt, und wer eine passende Bedingung erfüllt, kann durch das Einsetzen einer Kathedrale Punkte kassieren. Hinzu kommen die runden Türme: vierzehn an der Zahl, verteilt über die Karte, die Boni wie Doppelzüge, Punkteexplosionen oder Zusatzkarten gewähren. Die Partie verläuft dadurch etwas weniger gemächlich als in Schottland. Der Blick schweift öfter über den Plan, um keine Gelegenheit zu verpassen. Dafür bietet Irland aber auch mehr Tiefgang und Anreiz für erfahrene Taktikerinnen.

Ob Schottland oder Irland: Rebirth gelingt das Kunststück, entspannte Spielzüge mit motivierendem Fortschritt zu verknüpfen. Jedes Plättchen zählt, jede Entscheidung fühlt sich bedeutend an. Die Aufmachung ist dabei ein Fest fürs Auge: Spielplan, Schachtelillustration, Spielsteine – alles ist mit keltischer Symbolik und viel Liebe zum Detail gestaltet.

Wir haben für diesen Test die englischsprachige Version gespielt. Auf Deutsch erschien Rebirth im vierten Quartal 2025 bei Frosted Games.

Token-Upgrade von TPRINTR:

Inzwischen haben wir uns das 3D-Token-Set und die Punktemarker-Türme von TPRINTR gegönnt. 148 gedruckte Plättchen plus 4 stapelbare Türme sind enthalten, alles sauber verarbeitet und in den passenden Farben des Spiels. So macht uns Rebirth gleich noch mehr Spaß!


Rebirth – Fazit unserer Rezension

Title

Rebirth ist ein elegantes Legespiel mit hoher Zugänglichkeit, motivierender Punktejagd und zwei Spielvarianten, die sowohl Familien als auch erfahrene Tüftler ansprechen.

Autoren: Reiner Knizia | Mighty Boards | 2024 | 2-4 Personen | ab 8 Jahren | bis 60 Minuten

Pro

  • Flüssige, angenehm schnelle Spielzüge
  • Konstantes Belohnungsgefühl durch häufige Punktegewinne
  • Zwei Spielvarianten mit unterschiedlichem Anspruch (Schottland & Irland)
  • Sehr guter Zugang auch für Familien und Gelegenheitsspieler

Contra

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


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Brettspiel Neuheiten – Herbst 2026: SPIEL DAS!

25. Juli 2026 um 07:00

Die Brettspiel Neuheiten von Spiel das! zum Herbst 2026 können sich durchaus sehen lassen. Neben der Erweiterung zum beliebten Panda Royal gibt es endlich die Lokalisierung von Wild Tiled West. Hop’n’Roll Autoren: Felix Leder, Patricia Limberger ◾ Grafik: ◾ Anzahl: 2-6 ◾ Dauer: 20 ◾ Alter: 8 In diesem Roll-and-Write bewegen wir unsere Spielfigur zu einem […]

Kurzvorstellung zu Viticulture: Bordeaux (Feuerland Spiele) / Holzminden 2026 / Essen 2026

Newsbild Wir waren vom 26.06.2026 bis zum 03.07.2026 wieder einmal in Holzminden zu unserem Cliquenabend Gathering mit einigen Redakteur*innen und Autor*innen, um dort einige Prototypen zu testen, aber auch ein paar kommende oder noch recht aktuelle Neuheiten zu spielen und zu filmen. Unter anderen wird im Herbst bei Feuerland Spiele die Erweiterung Viticulture: Bordeaux erscheinen. Im Video stellen wir Euch das neue Brett kurz vor. Die Erweiterung Bordeaux für Viticulture bietet einen alternativen Spielplan mit einem Startvorteil, vier vollständigen Worker-Placement-Jahreszeiten und einer Aufsteh-Leiste voller Boni. Zudem gibt es eine bedeutende neue „Experten“-Aktion, die eine bestehende Aktion dauerhaft aufwertet, sowie Anpassungen an vorhandenen Aktionen, einen Handelsmarkt, offen ausliegende Rebstock- und Weinkarten zur Auswahl beim Nachziehen und eine Schlusswertung, bei der Trauben, Wein und Münzen in Siegpunkte umgewandelt werden. #video:viticulturebordeaux#

Pegasus Spiele: Next Station Berlin, morgen Sommerfest

24.07.2026 - Next Station Berlin heißt das schon vierte Gesellschaftsspiel der Next Station-Reihe von Matthew Dunstan, das neu bei Pegasus Spiele erschienen ist: Nach London, Paris und Tokio gilt es diesmal, U-Bahn-Linien in der deutschen Hauptstadt zu planen. Auch die historische Teilung der Stadt wird spielmechanisch aufgegriffen. Wie bei den Vorgängern dürfen sich eingezeichnete Streckenabschnitte nicht kreuzen und machen Vorausplanungen dadurch zur Herausforderung. Neuerungen wie Sondersymbole für S-Bahn-Stationen als Umsteigemöglichkeiten oder Doppelweichen sorgen für zusätzliche Finessen, weshalb Next Station Berlin zum Preis von 19,99 € als ein etwas anspruchsvolleres Familienspiel für ein bis vier Spielende ab acht Jahren empfohlen wird.

Neu im Würfelmagier Brettspiel Podcast: „Noch ne Runde, Schatz?!“

Von: Dirk
24. Juli 2026 um 10:41
Lesezeit: 2 Minuten

Manche Brettspiele machen einfach Spaß. Andere sorgen für Diskussionen. Und wieder andere landen auf dem Tisch, obwohl man eigentlich längst ins Bett wollte.

Genau aus diesen Abenden ist unser neues Podcast-Format entstanden.

„Noch ne Runde, Schatz?!“ – Brettspiele aus zwei Perspektiven

Wer mir schon länger folgt, weiß: Die meisten Spiele landen bei uns nicht nur einmal auf dem Tisch. Katrin und ich spielen regelmäßig gemeinsam – oft spontan nach Feierabend, manchmal bis spät in die Nacht und gelegentlich sogar mit dem Satz: „Ach komm, eine Runde geht noch…“

Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir über diese gemeinsamen Spielerlebnisse ständig reden. Warum also nicht einfach das Mikrofon mitlaufen lassen?

In „Noch ne Runde, Schatz?!“ sprechen wir künftig gemeinsam über Brettspiele, die wir zu zweit gespielt haben. Dabei geht es nicht um klassische Rezensionen oder Regelerklärungen. Uns interessieren vielmehr Fragen wie:

  • Wie fühlt sich das Spiel nach vielen Partien an?
  • Funktioniert es als echtes Zwei-Personen-Spiel?
  • Gibt es besondere Momente, an die wir uns erinnern?
  • Und natürlich: Taugt das Spiel eigentlich fürs Camping?

Denn wer uns kennt, weiß: Kein Spiel verlässt den Würfelmagier-Tisch, ohne den inoffiziellen Camping-Faktor zu überstehen.

Ob Aufbau, Platzbedarf, Windanfälligkeit oder Kleinteile-Chaos im Camper – all das fließt künftig mit in unsere Einschätzung ein.

Das große Finale jeder Folge

Der Name des Formats kommt natürlich nicht von ungefähr.

Am Ende jeder Episode stellen wir uns dieselbe Frage:

„Noch ne Runde, Schatz?“

Dann zählt jeder für sich herunter und wir antworten gleichzeitig. Manchmal lautet die Antwort wahrscheinlich sofort „Ja!“, manchmal eher „Morgen wieder“ – und vielleicht gibt es auch Spiele, bei denen wir beide dankend ablehnen.

Folge 1 hebt ab: Sky Team

Für den Auftakt haben wir uns ein Spiel ausgesucht, das bei uns immer wieder auf dem Tisch landet: Sky Team.

Das kooperative Spiel lässt euch gemeinsam ein Flugzeug sicher landen. Klingt zunächst entspannt – entwickelt sich aber schnell zu einer erstaunlich spannenden Mischung aus Planung, Vertrauen und gelegentlichem Würfelwahnsinn.

In der ersten Folge sprechen wir unter anderem darüber,

  • warum Kommunikation auch funktioniert, dass man nicht miteinander reden darf,
  • weshalb Kaffee im Cockpit plötzlich zur wichtigsten Ressource wird,
  • wie uns manche Landungen ordentlich ins Schwitzen gebracht haben,
  • warum Katrin bei dem Thema Flugzeuge sofort Feuer und Flamme war,
  • und ob sich Sky Team tatsächlich für den Einsatz im Camper eignet.

Und natürlich verraten wir am Ende auch, ob wir direkt noch einmal abheben würden.

Wir freuen uns auf euer Feedback

„Noch ne Runde, Schatz?!“ lebt natürlich auch von euren Rückmeldungen. Gerade in den ersten Folgen, würde mich eure Meinung interessieren.

Habt ihr Sky Team schon gespielt? Welche Spiele funktionieren für euch besonders gut zu zweit? Und welche Titel sollten wir unbedingt einmal gemeinsam unter die Lupe nehmen?

Schreibt uns gerne auf den bekannten Social-Media-Kanälen oder gerne auch per E-Mail an info@wuerfelmagier.de.

Wir sind natürlich auch gespannt, wie euch unser neues Format gefällt.

Bis dahin wünschen wir euch viele schöne Spieleabende – und vielleicht stellt ihr euch nach der nächsten Partie zu zweit ja auch die Frage:

Noch ne Runde, Schatz?! 🎲❤️

🛬 Sky Team – Kurzinfo

Spieler: 2
Dauer: ca. 20 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Komplexität: ⭐⭐☆☆☆ (gehobenes Familienspiel)
Autor: Luc Remond
Verlag: Kosmos (Original: Scorpion Masqué)

Mechaniken:
Kooperativ · Würfeleinsetzen · eingeschränkte Kommunikation · Szenarien

Worum geht’s?
Gemeinsam übernehmt ihr die Rollen von Pilot und Co-Pilot und versucht, ein Passagierflugzeug sicher zu landen. Würfel steuern dabei alle wichtigen Systeme – von Schub und Bremsen bis zu Landeklappen und Funk. Das Besondere: Während der eigentlichen Landung dürft ihr euch nicht absprechen.

Für wen geeignet?
Für alle, die gerne zu zweit spielen und gemeinsam knobeln. Sky Team belohnt Vertrauen, eingespielte Abläufe und einen kühlen Kopf – selbst wenn im Cockpit mal Funkstille herrscht.

 

Transparenzhinweis: Das Spiel wurde zu Rezensionszwecken kostenfrei durch den Verlag zur Verfügung gestellt.

Video – Brettspiel News vom 24. Juli 2026

24. Juli 2026 um 09:50

Hier sind die Brettspiel News. Ich habe ein paar Infos in den verschiedenen Clustern zusammengetragen.  Heute wieder einiges dabei für jeden.  VIDEO Inhalt ■ in eigener Sache■ News (Spieltrieb, Digital neu)■ Veranstaltungen (SPIEL 2026 – Tickets, Gen Con, DSP 2026)■ Crowdfunding (Towers of Yoma, Restart, Rosalie, STAG)■ Ticker (Delfos, Soothsayers, Ironwood – Steel & Spirit, […]

X-Men X-plained: X-Force

24. Juli 2026 um 09:00

Artikelbild-X-MenAnfang der 90er formte Cable aus den New Mutants eine paramilitärische Einsatztruppe. Er gab dem Team den Namen X-Force. Sogleich wurden neue Mutanten rekrutiert und alte Bekannte gingen. Wir wollen euch dieses Team hier genauer vorstellen und erklären, welchen Zweck der Zeitreisende damit verfolgte.

Dieser Beitrag wurde von Kai Frederic Engelmann geschrieben

Auch schon clever: Dschungelparty

Von: Roy
24. Juli 2026 um 08:39

Man könnte meinen, dass das Franchise rund um „Ganz schön clever“ von Wolfgang Warsch mittlerweile auserzählt ist. Schließlich gibt es bereits vier Titel für ältere Spieler sowie eine Kids-Variante – halt, stopp – sogar ZWEI Kids-Varianten! Neu hinzu kommt nun „Auch schon clever – Dschungelparty“. Anders als beim Vorgänger sammeln wir also keine Dinge rund um eine Geburtstagsparty, sondern Gegenstände aus der Natur wie Blumen, Kokosnüsse und Bananen. Das Spiel ist für 2–4 Spieler ab 6 Jahren geeignet und eine Partie dauert ca. 15 Minuten.

Das bekannte Prinzip bleibt dabei unverändert: Ein Spieler wirft in seinem Zug die fünf Würfel und wählt anschließend eine Hintergrundfarbe, von der er alle gewürfelten Würfel verwenden möchte. Die Mitspieler dürfen sich dann jeweils eine der übrigen Farben auswählen und ebenfalls entsprechende Felder ankreuzen.


Es gibt vier Bereiche, in denen man Kreuze setzen kann. Die simpelsten sind dabei die Bananen. Dort gibt es Kisten mit einzelnen sowie mit 2er-, 3er- und 4er-Stauden. Je nachdem, wie viele ich geworfen habe, entscheide ich mich, welche Kiste ich ankreuze. Jede vollständig gefüllte Kiste bringt einen Bonus in Form eines weiteren Kreuzes oder eines Sterns. Auf diese Sterne kommt es schlussendlich an, denn nur wer die meisten davon sammeln konnte, wird das Spiel gewinnen.

Auf der Blumenwiese bilden wir Paare aus Schmetterlingen und Blumen. Jede Kombination ist nur einmal vorhanden und durch Verbindungen zwischen Blumen erhalten wir zusätzliche Boni. Auch bei den Kokosnüssen benötigen wir mehrere Würfel gleichzeitig. Hier sind verschiedene Hälften auf den Würfeln abgebildet. Bilden wir eine vollständige Kokosnuss aus einer Farbe, dürfen wir den entsprechenden Bogen aus Nüssen abhaken.

Zu guter Letzt gibt es den Elefanten mit seiner Wasserfontäne. Hier werfe ich alle Würfel, die den Elefanten zeigen, noch einmal und wähle anschließend erneut EINE Farbe, in deren Spalte ich nun ein Kreuz setzen darf.


Sobald ein Bereich komplett gefüllt ist beziehungsweise beim Elefanten die untersten drei Reihen vollständig ausgefüllt sind, erhält der Spieler einen weiteren großen Stern und beendet damit das Spiel. Wie bereits erwähnt, gewinnt derjenige mit den meisten Sternen, die nun von allen Spielern gezählt werden.

Erfindet die neue Kids-Variante das Rad neu? Auf keinen Fall. Für mehr Abwechslung sorgt sie jedoch allemal, und ein wenig anspruchsvoller wird das Ganze ebenfalls – wenn auch wirklich nur um ein Mü. Kinder, die man mit den Kids-Varianten angefüttert hat, wird man zudem schnell zu den Erwachsenen-Titeln führen können, wobei dort natürlich etwas mehr Mathekenntnisse gefragt sind.

So langsam wäre die Kuh für mein Empfinden jedoch ausreichend gemolken. Schade ist außerdem, dass die ursprünglichen Titel nie ein richtiges Thema bekommen haben, denn für mich sorgt eine thematische Einbettung durchaus für mehr Spielspaß.

Für Fans der Serie ist der Titel also auf jeden Fall geeignet. Ebenso für alle, die Kinder an die Reihe heranführen möchten – da ist es letztlich egal, ob Geburtstag oder Dschungel. Herr Warsch, wir warten aber eigentlich auf das „neue“ Quacksalber und Tavernen von Ihnen!

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Auch schon clever: Dschungelparty von Wolfgang Warsch
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 15 Minuten ab 6 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Schmidt Spiele)

Der SPIEL 2026 Messe-Guide: Mein neuer KI-Chatbot für die Spielemesse in Essen

Wer regelmäßig die SPIEL Essen besucht, kennt das Problem: Hunderte Neuheiten werden angekündigt, ständig tauchen neue Vorschauen auf und irgendwann verliert man leicht den Überblick. Welche Spiele klingen spannend? Welche Neuheiten passen zu meinen Vorlieben? Und welche Titel sollte ich mir auf der Messe unbedingt anschauen?

Genau dafür habe ich den SPIEL 2026 Messe-Guide entwickelt – einen KI-gestützten Chatbot, der euch dabei hilft, die Neuheiten der SPIEL Essen 2026 schneller zu entdecken.

Frag einfach drauflos

Statt lange Listen oder Tabellen zu durchsuchen, könnt ihr dem Chatbot eure Fragen ganz normal stellen – so, als würdet ihr mit einem anderen Brettspielfan sprechen.

Zum Beispiel:

  • „Welche interessanten Stichspiele erscheinen auf der SPIEL 2026?“
  • „Zeig mir Familienspiele für vier Personen.“
  • „Welche Neuheiten von Czech Games Edition sind bereits angekündigt?“
  • „Ich suche ein Kennerspiel mit Deckbau-Mechanik.“
  • „Welche Spiele dauern weniger als 60 Minuten?“

Der Chatbot durchsucht die verfügbaren Vorschau-Daten und liefert passende Vorschläge. Genannte Spiele werden dabei direkt mit den entsprechenden BoardGameGeek-Einträgen verlinkt, sodass ihr sofort weitere Informationen nachlesen könnt.

Chatbot ausprobieren:

Hinweis: Die Antworten dieser experimentellen KI-Anwendung werden automatisiert generiert und können im Einzelfall Fehler enthalten. Bitte prüfe Angaben im Zweifel direkt auf BoardGameGeek. Alle Angaben ohne Gewähr.

Für deutsch- und englischsprachige Besucher:innen

Der Messe-Kompass erkennt automatisch, ob ihr auf Deutsch oder Englisch fragt, und antwortet in der jeweiligen Sprache. Dadurch eignet er sich nicht nur für Leserinnen und Leser meines Blogs, sondern auch für internationale Brettspielfans.

Warum ich den Chatbot gebaut habe

Jedes Jahr verbringe ich viele Stunden damit, Neuheitenlisten zu durchforsten, interessante Titel herauszufiltern und meine persönliche Messeplanung zu erstellen. Dabei dachte ich mir: Warum nicht eine Recherchehilfe entwickeln, die diese Arbeit deutlich einfacher macht?

Der Chatbot soll keine klassischen Vorschauartikel ersetzen. Vielmehr ergänzt er sie um eine interaktive Möglichkeit, gezielt nach den Spielen zu suchen, die zu den eigenen Interessen passen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Technisch basiert der Messe-Kompass auf den öffentlich verfügbaren Preview-Daten von BoardGameGeek. Statt jedoch die komplette Datenbank bei jeder Anfrage an die KI zu schicken, sucht das System zunächst selbstständig nach den relevantesten Treffern.

Wenn ihr beispielsweise nach Deduktionsspielen fragt, werden zunächst passende Titel aus der Datenbank herausgefiltert. Erst diese kleine Auswahl wird anschließend von der KI ausgewertet. Das sorgt für schnellere Antworten und hält die Betriebskosten niedrig.

Die eigentliche KI läuft über Googles Gemini-Modell. Ein zwischengeschalteter Sicherheitsdienst sorgt dafür, dass keine sensiblen Zugangsdaten öffentlich sichtbar sind. Für euch als Nutzende bleibt davon allerdings nichts bemerkbar – ihr seht einfach nur ein Chatfenster und erhaltet hoffentlich hilfreiche Antworten.

Noch in Entwicklung

Der Messe-Kompass wird während der kommenden Monate weiter verbessert. Je mehr Neuheiten in der BoardGameGeek-Preview auftauchen, desto hilfreicher wird auch der Chatbot. Außerdem werde ich auf Basis eures Feedbacks weitere Funktionen ergänzen.

Probiert ihn gerne aus und berichtet in den Kommentaren, wie gut er euch bei der Planung eures SPIEL-Besuchs unterstützt.

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The Resort, -60°, Medico, Cubaneo, Wingspan Pocket … 20 neue Brettspiele

Von: Peer
24. Juli 2026 um 08:01

The Resort, -60°, Medico, Cubaneo, Wingspan Pocket ... 20 neue BrettspieleSo langsam rollen die SPIEL-Neuheiten für den Herbst an und die Verlage verkünden wirklich spannende neue Brettspiele. Heute stelle ich insgesamt 20 interessante Ankündigungen vor, unter anderem The Resort, -60°, Medico, Cubaneo, Wingspan Pocket und viele mehr. Auf welche davon freut ihr euch am meisten? The Resort, -60°, Medico, Cubaneo, Wingspan Pocket … 20 neue […]

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Crowdfunding-Horror: Quodd Heroes (2nd Edition) — Kickstarter — 200.000 Dollar eingesammelt, kein Spiel ausgeliefert

Crowdfunding-Horror: Quodd Heroes (2nd Edition) — Kickstarter — 200.000 Dollar eingesammelt, kein Spiel ausgeliefert

Eine Kickstarter-Kampagne sammelte 2022 rund 200.000 US-Dollar ein - fast vier Jahre später hat niemand das Spiel bekommen, und der Creator hat das Projekt aufgegeben.

Im September 2022 startete Ryan Iler unter seinem Label Wonderment Games eine Kickstarter-Kampagne für Quodd Heroes (2nd Edition). Die Neuauflage seines 2018 erschienenen Action-Brettspiels sollte alles besser machen: überarbeitetes Regelwerk, vorgemalte Miniaturen, ein neues Szenario-Buch. 2.006 Unterstützende vertrauten dem Creator, die erste Edition war schließlich erfolgreich ausgeliefert worden. Sie gaben zusammen 284.704 kanadische Dollar (rund 200.000 US-Dollar). Die geplante Auslieferung: Oktober 2022. Es kam anders.

Quodd Heroes (2nd Edition) - Fakten

2-6
Personen
ab 8
Alter
40-90 min
Spieldauer
3,6 / 10
BGG · 60 Stimmen
DesignerRyan Iler
IllustrationRyan Iler, Kamila Szutenberg
VerlagWonderment Games
BGG Weight3,0 / 5
SpracheEnglisch
KampagneKickstarter (Sep 2022)
StatusGescheitert (März 2025)
Mechaniken Pick-up and Deliver Race Cooperative Game Team-Based Game

Chronik des Scheiterns

Die erste Edition von Quodd Heroes war 2017 auf Kickstarter ein Erfolg: 65.000 kanadische Dollar von 2.923 Unterstützenden, pünktlich ausgeliefert. Das Spiel erhielt respektable Kritiken und entwickelte eine treue Community. Als Ryan Iler im September 2022 die zweite Edition ankündigte, schien das Projekt auf solidem Fundament zu stehen.

Die Kampagne lief vom 6. bis 30. September 2022 und brachte 284.704 kanadische Dollar ein - mehr als das Vierfache der ersten Edition. Doch bereits die geplante Auslieferung im Oktober 2022 war unrealistisch: Nur einen Monat nach Kampagnenende sollte produziert und versendet sein. Als dieser Termin verstrich, wurde die Lieferung auf September 2023 verschoben.

Im Laufe des Jahres 2023 wurde die Kommunikation spärlicher. Updates kamen seltener, wurden vager. Anfang 2025 dann die entscheidende Wende: Auf der Gamefound-Projektseite erschien Update Nummer 14, in dem Ryan Iler einen Funding-Shortfall von bis zu 150.000 US-Dollar einräumte. Kickstarter untersage zudem eine zweite Kampagne, um die Lücke zu schließen.

Im März 2025 wurde das Projekt auf BoardGameGeek offiziell als „Failed" markiert. Das letzte Update datiert vom 4. April 2025. In einem im Juni 2026 erschienenen YouTube-Video des Kanals BoardGameCo zitierte Moderator Alex Radcliffe den Creator mit den Worten, er sei „for the sake of my mental health, I'm just kind of done with the project" - zugunsten seiner psychischen Gesundheit mit dem Projekt abgeschlossen.

 

Was lief schief?

Die Analyse der verfügbaren Informationen zeigt ein Muster aus Fehlkalkulation, finanzieller Schieflage und Kommunikationsversagen:

Unrealistische Zeitplanung. Von Kampagnenende bis Auslieferung einen Monat einzuplanen, war von Beginn an illusorisch. Selbst die Verschiebung auf September 2023, ein Jahr nach Kampagnenstart - erwies sich als nicht hältbar. Professionelle Brettspielproduktionen benötigen typischerweise 12 bis 18 Monate.

Finanzielle Schieflage vor Kampagnenstart. In der Facebook-Gruppe Board Game Revolution berichteten Unterstützende, Ryan Iler habe zugegeben, einen Großteil der Kampagnengelder zur Begleichung alter Schulden verwendet zu haben. Das erklärt den plötzlichen Funding-Shortfall: Von den rund 200.000 US-Dollar war nach Abzug von Kickstarter-Gebühren, Steuern und Schuldentilgung offenbar nicht genug für die eigentliche Produktion übrig.

Kein Plan B. Als die Finanzierungslücke offensichtlich wurde, fehlte eine Exit-Strategie. Kickstarter verbot eine zweite Kampagne - eine naheliegende Option, die sich Iler mit seinem Vorgehen selbst verbaute. Alternative Finanzierungswege wie Investorensuche oder Verkauf der Rechte wurden offenbar nicht oder nicht erfolgreich verfolgt.

Kommunikationsabbruch. Statt Transparenz herrschte zunehmend Schweigen. Die letzten Monate vor der Aufgabe des Projekts waren von vagen Statusmeldungen geprägt, bis die Kommunikation ganz versiegte.

 

Wo ist das Geld?

Diese Frage lässt sich nicht abschließend beantworten. Klar ist: Ryan Iler hat nach eigener Aussage einen Teil der Gelder für die Tilgung von Altschulden verwendet. Der von ihm genannte Shortfall von 150.000 US-Dollar legt nahe, dass nur ein Bruchteil der 200.000 US-Dollar in die eigentliche Spielentwicklung und Produktion floss.

Ob darüber hinaus Gelder veruntreut wurden oder schlicht durch Fehlkalkulation verloren gingen, ist öffentlich nicht belegbar. In der Community wird der Vorwurf des Betrugs erhoben, ein BoardGameGeek-Kommentar nennt Iler einen „Dieb, der Steuern und Versandkosten kassierte, Betrug beging und irgendwie damit durchkam". Diese Bewertung spiegelt die tiefe Enttäuschung wider, ist aber nicht mit juristisch verwertbaren Fakten unterlegt.

Dieser Frust ist, laut Alex Radcliffe vom YouTube-Kanal BoardGameCo (Juni 2026), symptomatisch:

„Ich würde töten, um eine richtige Quodd Heroes Second Edition in die Hände zu bekommen. Ich würde nicht wirklich töten. Das ist schlecht. Macht das nicht. Aber ich will dieses Spiel. Ich bin so traurig."

Lessons Learned

1. Kein Geld für alte Schulden. Wer eine Crowdfunding-Kampagne startet, um mit dem Erlös frühere Verbindlichkeiten zu begleichen, betreibt ein Schneeballsystem - kein Publishing. Die Kampagnengelder sind für das versprochene Produkt zweckgebunden.

2. Realistische Zeitpläne sind nicht verhandelbar. Ein Liefertermin vier Wochen nach Kampagnenende ist selbst bei einem komplett fertigen Spiel unseriös. Die Community akzeptiert realistische Zeitpläne, was sie nicht akzeptiert, sind ständige Verschiebungen ohne ehrliche Begründung.

3. Transparenz schlägt Schweigen. Ein ehrliches „Wir haben ein Finanzierungsproblem, hier sind unsere Optionen" hätte das Vertrauen vielleicht nicht gerettet, aber zumindest gewahrt. Stattdessen wählte Iler den Weg in die Funkstille, die sicherste Methode, jede verbliebene Glaubwürdigkeit zu zerstören.

4. Die Vergangenheit ist keine Garantie. Dass die erste Edition pünktlich ausgeliefert wurde, war für viele Unterstützende das entscheidende Vertrauenssignal. Doch vergangene Zuverlässigkeit schützt nicht vor aktuellen Fehlentscheidungen - besonders dann nicht, wenn sich die finanzielle Situation des Creators zwischen den Kampagnen grundlegend verschlechtert hat.

Quellen

SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Von: ferengi
24. Juli 2026 um 05:58

Viele, viel Aliens

Tomáš Holeks zählt derzeit zu meinen Lieblingsautoren. Schon seine ersten Spiele aus 2024 (Galileo Galilei, Tea Garden und SETI) haben mich begeistert. Inzwischen sind viele weitere erschienen, die auch schon den Weg in meine Sammlung gefunden haben. Natürlich ist Holek auch für ein Spiel mit Bienen bekannt.

Schon auf dem Stand auf der Essen 2024 haben mich das Szenario und Design von SETI sehr neugierig gemacht. Bis es dann lieferbar war und auf den Tisch kam hat es leider viel zu lange gedauert. Und nach den ersten Runden lässt die Begeisterung nicht nach.

Viel Material. Mit einer Komplexität von 3,83 bei BGG eher ein leichtes Expertenspiel

Das Prinzip ist schnell erklärt: Wir suchen außerirdisches Leben. Zu Spielbeginn startet man mit ein paar Ressourcen und Karten. Nun können wir reihum solange Aktionen durchführen, bis alle passen, da sie keine Ressourcen mehr haben. Danach geht der Startspieler ein Spieler weiter und es gibt „neues Einkommen“ und es geht wieder von vorne los, insgesamt fünf Runden. Abhängig von der Spielerzahl und Grübelkomponente dauert eine Runde 30 bis 60 Minuten, so dass man die Komplexität der möglichen Aktionen schon erahnen kann.

Mit unseren Aktionen starten wir Sonden von der Erde, die wir dann bewegen und alternartiv im Orbit eines Planeten eintreten lassen oder auf ihm landen. Hier angekommen finden wir vielleicht Spuren von Außerirdischen, oder Ressourcen, Siegpunkte und Bekanntheit. Auch in anderen Aktionen können wir Alienspuren sammeln. Viele Aktionen können wir verbessern, indem wir unsere Bekanntheit einsetzen und mit Forschungsplätzchen die Aktionen in unserem Tableau überdecken.

Unser Tableau zeigt auch die Regeln in Kurzform mit den 7 Aktionsmöglichkeiten (Symbole im Hexeck). Hier können wir Aktionen mit Verbesserungen einpassen.
Das Spielbrett ist gut durchdacht und beinhaltet das Sonnensystem mit den um die Sonne kreisenden Planeten, fern zu scannende Planeten, die Siegpunkteleiste drum herum und angebaute Alienerkundungsfelder, Bekanntheitsleiste, Forschungsplättchen, Rundenzähler und mehr.

Es gibt eine große Anzahl an Karten, welche multifunktional eingesetzt werden können. Entweder als „kleine Aktion“ (z.B. die Sonde ein Feld bewegen), Ressource oder wir kaufen sie für unsere Auslage und können somit besondere Aktionen durchführen. Somit starten wir dann Missionen oder erhalten Siegpunktebedingungen für die Endwertung oder können eine oder mehrere Aktionen mit speziellen Boni durchführen.

Hoher Wiederspielwert durch viele Karten. Einige bekommt man als Ressource zu Beginn einer Runde. In Aktionen können wir manchmal aus der Auslage wählen, oft muss man aber eine verdeckte vom Stapel ziehen.
Die wichtigste Funktion der Karte ist, sie für einen Geldbetrag auszuspielen. Die „Sirius A-Beobachtung“ kostet 2 Geldeinheiten und ich kann damit zweimal bei Sirius A scannen. Damit erhalte erhalte ich zwei Datenchips, mit denen ich dann nach Alienspuren suchen kann. Zusätzlich aktiviere ich die Mission im unteren Bereich: Habe ich zwei blaue Planeten erforscht (wie z.B. Sirius A), dann erhalte ich 4 Siegpunkte und einen Bekanntheitspunkt
In einigen Umlaufbahnen kreisen schon die Sonden der Mitspieler. Oben links wurde eine Alienart gefunden und sie wird gerade erforscht.

Da jeder Spieler eine tolle Regelübersicht hat, sind die Regeln immer zur Hand und man kann auch, während andere Spieler ihren Zug machen, hiermit seinen nächsten Zug planen und schon einmal gucken, was einem die optionalen Verbesserungen der Optionen bringen würden.

 

Fazit:

SETI ist ein geniales Spiel im Weltraum mit Aliens. Die Siegpunkte muss man nicht zählen, da man beim Erhalt von Punkten gleich auf einer Leiste voranschreitet. Genial sind auch die Alienarten, die sich alle anders spielen und die man erst im Spiel erforscht. Man weiß also vorher nicht, welche zwei der fünf Aliens diesmal auf uns warten.

Man kommt in das Spiel gut rein und die Anleitung ist erstaunlich kurz und übersichtlich gehalten. Die Komplexität (BGG: 3.83 von 5) sollte man aber nicht unterschätzen, denn aufgrund der knappen Ressourcen und verschiedenen Strategien ist die Suche nach den Aliens herausfordernd. Mir hat SETI mit drei Spielern am besten gefallen, bei vier Personen wird es dann abendfüllend.

Hervorzuheben ist noch, dass SETI es nicht auf die Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2025 geschafft hat. Obwohl ein anderes SETI bereits 1979 einen Sonderpreis als „schönes Spiel“ erhalten hat. Neben dem verdienten Sieger 2025, Endeavor: Die Tiefsee, gefällt mir SETI deutlich besser als viele andere Nominierte, wie Faraway, Neuland, The Gang oder Zenith. Aber vielleicht ist SETI auch eher ein leichtes Expertenspiel.

Stubenscore: 8,9 / 10


SETI: AUF DER SUCHE NACH AUßERIRDISCHEM LEBEN

BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

Kann ein Legacy-Spiel in nur sechs Partien überzeugen? - Ziggurat durchgespielt

"Ziggurat" ist ein Legacy-Spiel für 2–4 Personen ab 8 Jahren mit einer Spieldauer von 30–45 Minuten, in dem wir zusammen versuchen, das Ziggurat in der Mitte unseres Dorfes vor Feuergeistern zu schützen.

"Ziggurat" ist ein Legacy-Spiel für 2-4 Personen ab 8 Jahren mit einer Spieldauer von 30-45 Minuten, in dem wir zusammen versuchen, das Ziggurat in der Mitte unseres Dorfes vor Feuergeistern zu schützen.

20260711 202509Autoren: Rob Daviau, Matt Leacock
Illustrationen: Cory Godbey
Verlag: Schmidt Spiele
"Ziggurat" ist ein Legacy-Spiel. Das bedeutet, es lebt von der Überraschung, wie es sich weiterentwickelt. Was kann ich hier also großartig schreiben, ohne zu spoilern? Ich versuche, recht vage zu bleiben. Eines kann ich aber direkt sagen: Wegen der Story spielt man das Spiel nicht.
20260711 205059
Zunächst einmal geht es darum, als unerfahrene Helden das Ziggurat, eine dreidimensionale Pyramide aus Pappe auf dem Spielfeld, zu erklimmen. Dazu wählen wir einen Helden und ein Spieltableau aus. Unser Held bekommt im Laufe des Spiels Titel, die aber keine spielmechanischen Effekte haben. Das Spiel hat 6 Kapitel, in denen immer mehr Regeln hinzu kommen. Anfangs ist das jedoch noch recht unkompliziert. Vor uns liegt offen eine Karte, die wir abhandeln müssen. Oben steht eine Heldenbewegung und unten eine Feuergeisterbewegung. Eine Heldenbewegung kann meine Heldenfigur oder manchmal auch eine beliebige Heldenfigur bewegen. Die Feuergeister, die die Ziggurat bewachen, haben verschiedene Farben und müssen wie die Helden bewegt werden.
Das Wort "müssen" ist bei der Bewegung ein wichtiger Faktor, denn wir sind gezwungen, die Bewegungsschritte exakt nach Karte abzuhandeln. Dies ist auch die tragende Spielmechanik. Das Ziggurat hat Leitern und Falltüren. Fällt ein Feuergeist in die Falltür, haben wir ein Problem weniger. Fällt ein Held hinunter, haben wir sofort verloren. Da wir zu Spielbeginn die Geister nicht überspringen können, weil wir dann ebenfalls verlieren, müssen wir darauf achten, nicht in Sackgassen zu geraten.
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So müssen wir uns gut beraten, wer in welche Richtung geht, um vielleicht schon eine Leiter zu erklimmen, und wohin die Feuergeister gezogen werden sollten. Das Spiel verzeiht aber bis ins letzte Kapitel auch Fehler, sodass nicht jeder Zug durchoptimiert werden muss. Auf dem Weg nach oben erhalten wir manchmal Titel, wenn wir Dinge zuerst machen, wie zum Beispiel einen Feuergeist in eine Fallgrube zu werfen. Das ist nett. Mehr aber auch nicht.
20260712 201111
Sind alle oben angekommen, geht es ins nächste Kapitel. Dann wird der nächste Umschlag geöffnet und es kommen neue Spielmechaniken zum Tragen. Zudem wird die Geschichte des Ziggurats in einer sehr einfachen und kurzen Geschichte weiter erzählt. Ohne zu viel zu verraten, kann man sagen: Später gibt es noch Items, Zaubersprüche, die Mechanik der Feuergeister ändert sich, die Bewegung wird vielfältiger, wir müssen beim Erklimmen des Ziggurats Dinge aufsammeln und das Gebäude an sich bleibt nicht statisch.
20260712 201534
Die meisten Änderungen oder Erweiterungen haben mir gut gefallen. Das Spielmaterial wird erweitert und das Ziggurat an sich wird dauerhaft verändert. Manches war aber auch so designt, dass man es nicht unbedingt brauchte, oder es wurde auch das entfernt, was mir persönlich am meisten Spaß gemacht hat. Grundsätzlich wird es aber kniffliger, obwohl man mehr Möglichkeiten hat.
20260713 200551
Was die Komponenten angeht, hätte ich mir doch etwas Plastik gewünscht. Die Heldenfiguren stehen auf dem Ziggurat nicht wirklich stabil. Ein Standard-Standfuß hätte da Wunder gewirkt. Grundsätzlich ist das Material aber ok.

Abschließend kann ich ein positives Fazit ziehen. Das Spiel ist sehr kooperativ. Da alle Informationen offenliegen, kann Kindern geholfen werden. Allerdings sollte man nicht den Alpha-Spieler raushängen lassen. Wie bereits geschrieben, sind gerade am Anfang nicht optimale Züge kein Problem. Das Spiel kann auch ein zweites Mal mit beigelegten Komponenten gespielt werden. Ob ich das mache, weiß ich noch nicht. Die 6 Partien reichen erst mal. Somit ist "Ziggurat" mit nicht mal 4 Stunden Spielzeit sicher das kürzeste Legacy-Spiel, das ich je gespielt habe. Da man es danach aber immer wieder spielen kann, ist das ja nebensächlich.

 

BGG-Seite:
https://boardgamegeek.com/boardgame/415197/ziggurat

Disco Disco Taco

24. Juli 2026 um 02:33

Disco Disco Taco ist ein schnelles Kartenspiel für 2–10 Spieler von Dave Campbell (Blue Orange/Asmodee). Das Spiel ist ein Ableger aus der Reihe Taco Katze Ziege Käse Pizza. Spielidee von…

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