Die anfängliche Begeisterung für Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter hat bei vielen Brettspiel-Enthusiasten einer tiefen Ernüchterung Platz gemacht. Eine lange Reddit-Diskussion zeigt, wo der Grund dafür liegt. Dieser liege nicht nur in einzelnen enttäuschenden Projekten, sondern in einem systematischen Problem: Crowdfunding wird zunehmend als Vorbestellplattform für unfertige Produkte genutzt, so die Meinung im Forum. Backer tragen die Risiken – während Verlage die Gewinne einstreichen.
zuletzt gelesen: Atom von Steffen Kopetzky Die Welt scheint wieder aus den Fugen zu sein. Somit haben Bücher, deren Handlung in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts spielt, leider eine erschreckende Aktualität. Allerdings üben sie auch einen entsprechenden Reiz aus – meist mit der Hoffnung verbunden, dass wir vielleicht doch aus der Geschichte lernen. Das […]
Bei der Suche nach Edelsteinen starten wir Scans mit Ultraschallwellen. Die Informationen nutzen wir bei Orapa, um die Position und Art der Edelsteine genau zu ermitteln. Eine knackige Aufgabe erwartet uns in diesem Knobelspiel. Eine Raute, ein Quadrat und mehrere
Ihr nehmt euch eine Blume, setzt einen Samen ein und auf einmal wächst nicht nur eure Wiese, sondern auch die der anderen mit. Genau dieses gemeinsame Aufblühen macht „Wildwuchs“ sofort greifbar. Das Thema ist eine bunte Wildblumenwiese, die im Lauf der Partie tatsächlich vor euch entsteht, weil fertige Blumen in kleine 3D-Aufsteller gesteckt werden. Statt abstrakter Punktejagd schaut ihr am Ende auf ein Beet, das sichtbar voller, höher und farbiger geworden ist. Autor Kasper Lapp und Illustrator Fachri Maulana verbinden ein zugängliches Naturthema mit einem sehr einladenden Look. Dazu kommen echte Pflanzenarten und passende Insektenmotive, was dem Ganzen mehr Charakter gibt als ein bloß dekoratives Blumenmotiv. Für ein Familienspiel ist das überraschend einprägsam.
Im Kern ist dieses Spiel angenehm klar. In eurem Zug nehmt ihr eine ausliegende Blume und legt sie vor euch ab. Entscheidend ist dann nicht die gezogene Blume selbst, sondern das frei gewordene Farbfeld auf dem Plan. Diese Farbe löst Wachstum bei allen aus, die entsprechende Blumen besitzen. Danach kommen die Effekte ins Spiel. Bienen beschleunigen einzelne Blumen, Ameisen bündeln Wachstum auf einer Pflanze, Schmetterlinge helfen den höchsten, Raupen den niedrigsten Blumen und andere Symbole sorgen für Zusatzblumen oder kleine Kettenreaktionen. Das Schöne daran ist, dass fast immer etwas passiert und ihr ständig mitdenkt, auch wenn jemand anderes am Zug ist. Die Regelseite bleibt überschaubar, aber in der Partie entstehen überraschend viele kleine Abwägungen. Nehmt ihr jetzt die Farbe, die euch sofort hilft, oder öffnet ihr damit einer anderen Person eine noch bessere Vorlage?
Was bei „Wildwuchs“ besonders überzeugt, ist der Spielfluss. Die Wartezeit bleibt niedrig, weil alle am Wachstum beteiligt sind und die Züge schnell bleiben. Das Spiel ist damit klar im Bereich Familienspiel, mit genug taktischer Würze für erfahrene Runden, aber ohne die Hürde eines schweren Kennerspiels. Die Spannung entsteht weniger aus großer Konfrontation als aus wachen Blicken auf die Auslage und aus dem richtigen Moment für kleine Kombos. Wer sehr direkte Gemeinheiten, maximale Planungskontrolle oder lange Grübelzüge sucht, wird hier eher nicht fündig. Manches hängt vom Nachziehen und von der aktuellen Auslage ab und genau darin liegt auch eine kleine Reibung. Für strategische Perfektionist:innen kann das bisweilen zu locker sein. Beim Material hinterlässt „Wildwuchs“ einen starken Eindruck. Die Blumenformen sind auffällig, die Farben freundlich, die Symbolik nach kurzer Eingewöhnung gut lesbar und die 3D-Wiesen geben dem Tisch echte Präsenz. Holzsteine für Samen und Insekten passen haptisch gut zum Thema. Dass die Blumen und Aufsteller aus Pappe bestehen, ist völlig üblich, nur bei häufigem Spielen mit jüngeren Händen dürfte man ein wenig auf Knicke achten. Insgesamt wirkt das aber liebevoll produziert und erfreulich charaktervoll. Wenn ihr kurze, interaktive Aufbauspiele mit schöner Tischwirkung mögt, werdet ihr hier viel Freude haben. Für Gruppen, die entspanntes Tüfteln mit ständiger Beteiligung suchen, ist dieses Spiel besonders geeignet.
Manchmal braucht es für einen guten Plan nur zwei Dinge: einen cleveren Kopf – und einen Komplizen. Genau darum geht es in „The Glasgow Train Robbery“ von Salt & Pepper Games. Das kooperative Brettspiel für zwei Personen lief kürzlich auf Gamefound – und der Coup ist gelungen: Die Kampagne konnte über 40.000 Euro einsammeln und mehr als 400 Unterstützer überzeugen.
Für mich persönlich war das übrigens ein eher ungewöhnlicher Klick auf den „Back“-Button. Crowdfunding funktioniert für mich inzwischen nur noch in sehr engen Grenzen. Zu viele Projekte, zu lange Wartezeiten, zu viele Deluxe-Varianten. „The Glasgow Train Robbery“ gehörte aber zu den wenigen Kampagnen der letzten Zeit, die ich tatsächlich unterstützt habe. Aber das Thema, das Artwork und der Fakt, dass es ein kooperatives Spiel für zwei ist, hat mich einfach überzeugt mal wieder ein Projekt zu unterstützen. Davon abgesehen mag ich die Spiel von Salt and Pepper Games sehr. Auch deren letztes Spiel Onoda hatte ich bereits unterstützt und der Verlag ist u.a. auch für diese besonders ausgefallenen Solo-Spiele (u.a. Conservas) bekannt. Aber auch Spiele für zwei sind eine Spezialität des Verlages.
Warum genau ich auf Crowdfunding nicht mehr so gut zu sprechen bin, darüber habe ich übrigens auch ausführlich mit Uli Blennemann von Spielworxx gesprochen – im „Beyond the Table“-Podcast. In der Episode geht es unter anderem darum, warum Crowdfunding für viele Spieler inzwischen schwieriger geworden ist und welche Projekte trotzdem noch überzeugen können.
Der historische Hintergrund
Die Vorlage für das Spiel ist übrigens einer der berühmtesten Kriminalfälle Großbritanniens. In den frühen Morgenstunden des 8. August 1963 stoppte eine Bande einen Postzug auf der Strecke von Glasgow nach London. Mithilfe manipulierten Signals wurde der Zug an einer abgelegenen Stelle zum Halten gebracht, die Crew überwältigt und gezielt der Geldtransport-Waggon geplündert.
Die Beute betrug rund 2,6 Millionen Pfund, damals eine astronomische Summe. Das entspricht heutzutage in etwa einem Gegenwert von etwa 80 Millionen Euro. Doch obwohl der Coup zunächst perfekt verlief und ohne einen einzigen Schuss abzugeben, verrieten sich einige der Täter später selbst – unter anderem durch Fingerabdrücke, die sie beim Spielen von Monopoly in ihrem Versteck hinterließen. Klingt wie ein schlechter Witz ist aber wahr. Und einer der bekanntesten Gauner Großbritanniens hatte seine Finger im Spiel (im wahrsten Sinne des Wortes) – Ronald Biggs. Dem gelang nach seiner Inhaftierung die Flucht und er lebte 35 Jahre im Ausland, u.a. lange Zeit in Brasilien. Doch 2001 kehrte er zurück nach Großbritannien, wo er 2013 auch starb. Natürlich gibt es zig Dokumentationen zu dem Überfall und einige Verfilmungen, die vom Raub inspiriert wurden oder diesen zum Vorbild hatten. Hervorzuheben ist aus deutsche Sicht der Film Die Gentlemen bitten zur Kasse mit Horst Tappert und Kurt Conradi, der unter dem Namen Arthur Finegan Ronald Biggs verkörperte.
Ein Zugüberfall für genau zwei Personen
Diese Geschichte bildet die Grundlage für „The Glasgow Train Robbery“, ein kooperatives Spiel speziell für zwei Personen. Dabei übernehmen beide Spielende unterschiedliche Rollen innerhalb der Bande:
Coordinator – das strategische Gehirn im Safehouse, das den Plan organisiert und Ressourcen verteilt
Operator – der Mensch draußen an den Gleisen, der den Plan tatsächlich umsetzt
Besonders spannend: Kommunikation ist stark eingeschränkt. Spieler dürfen nur über bestimmte Aktionen ein paar Worte austauschen – ansonsten müssen Bewegungen, Karten und Entscheidungen als Hinweise interpretiert werden. Ein bisschen Gedankenlesen gehört also zum perfekten Coup.
Der Plan in fünf Schritten
Der Überfall selbst läuft über mehrere Plan-Karten, die die echten Schritte des historischen Coups widerspiegeln:
Signale manipulieren
den Zug stoppen und die Crew überwältigen
die Lok bewegen
das Geld umladen
mit dem Fluchtfahrzeug verschwinden
Währenddessen tickt ständig die Uhr: Jede Aktion kostet Zeit und der Zug bewegt sich unaufhaltsam Richtung London. Gleichzeitig sorgen unerwartete Ereignisse und mögliche Spuren – etwa Fingerabdrücke – dafür, dass der perfekt geplante Coup schneller eskalieren kann als gedacht.
Stretch Goals und Extras
Die Gamefound-Kampagne brachte auch einige zusätzliche Inhalte. Freigeschaltete Stretch Goals erweitern das Spiel unter anderem um zusätzliche Karten und Varianten, die neue Herausforderungen in den Ablauf des Überfalls bringen und für mehr Wiederspielwert sorgen.
Zugüberfall zum Mitnehmen
Neben dem klaren Fokus auf zwei Spieler punktet das Spiel auch mit seiner kompakten Box. Damit eignet sich „The Glasgow Train Robbery“ perfekt für unterwegs – egal ob im Urlaub, im Café oder (stilgerecht) im Zug.
Das Spiel befindet sich bereits in Produktion (Crowdfunding mal wieder „nur“ Marketing) und sollte dann auch pünktlich eintreffen, sofern es keine Komplikationen bei der Verschiffung gibt. Aus Sicherheitsgründen hat man von einem Versand per Zug abgesehen… 🙂 Einen Late Pledge wird es somit wohl nicht geben, aber ich bin mir sicher, dass man das Spiel zeitnah erwerben kann.
"Friedrich Ebert: Der Weg zur Demokratie" ist ein kooperatives politisches Entscheidungsspiel für 1–4 Personen ab 12 Jahren mit einer Spieldauer von etwa 45 Minuten pro Kapitel, in dem wir Entscheidungen treffen, um den Einfluss der verschiedenen Gruppen der deutschen Demokratie in der Waage zu halten.
Selten hab ich ein neues Spiel so schnell, so oft hintereinander gespielt. Rund 30 Partien, in einer Woche, die Partien der Kinder untereinander noch gar nicht mitgezählt. Ich denke das sagt schon alles über die Qualität dieses Spiels, dem ich trotz dass es schon 2 Jahre alt ist, gerne noch eine Rezension widme.
Der Verlag und Vertrieb Asmodee hat für November die deutsche Version zum Spiel Der Herr der Ringe: Circle of Conflict von Office Dog angekündigt. Im neuen Kennerspiel Der Herr der Ringe: Circle of Conflict entscheiden die Spielenden über das Schicksal des Einen Rings - und das gleich auf zwei Fronten. In diesem strategischen Würfelspiel treten sie gleichzeitig gegen ihre linken und rechten Nachbar*innen an und führen sowohl die Armeen der Freien Völker als auch die Mächte des Schattens in die Schlacht. Mit ihren Spezialwürfeln aktivieren die Spielenden ikonische Charaktere wie Gandalf oder den Hexenkönig, schmieden Pläne und versuchen, ihre Gegner*innen auszuspielen. Führen sie die Gemeinschaft sicher zum Schicksalsberg oder korrumpieren sie diese im Namen Saurons? Jede Entscheidung wiegt schwer - und ihre Nachbar*innen sind ihnen stets dicht auf den Fersen. Dank abwischbarer Spieltafeln, simultanen Entscheidungen und spannungsgeladenem Gameplay entsteht ein intensives Duell um Strategie, Timing und Weitsicht im Herzen von Mittelerde.
Einst herrschten sie über die Sterne, getragen von ihrer psionischen Einheit und dem unerschütterlichen Glauben an den Khala. Doch die Heimat Aiur ist gefallen, und was bleibt, ist ein Volk zwischen Tradition und Überleben. Wie schlagen sich die Protoss im StarCraft Tabletop Miniatures Game (TMG) auf dem Schlachtfeld?
Heckmeck am Bratwurmeck | Reiner Knizia | 30 – 45 Minuten | 2 -6 Personen | ZOCH
Knusprig gebratene Würmer, würfelnde Hühner und eine ordentliche Portion Glück sorgen bei Heckmeck am Bratwurmeck direkt für gute Laune am Spieltisch. Die Spielenden würfeln reihum und müssen sich dabei immer wieder entscheiden, ob sie ein weiteres Risiko eingehen oder lieber mit ihrer aktuellen Ausbeute zufrieden sind, um sich eine der begehrten Bratwurm-Portionen zu sichern. Doch Vorsicht: Wer zu gierig wird und sich verzockt, geht leer aus und die Konkurrenz schläft nicht, sondern schnappt sich im Zweifel sogar bereits erbeutete Portionen wieder vom Teller. So entsteht ein kurzweiliges Spiel voller Schadenfreude, kleinen Triumphen und überraschenden Wendungen. Warum das Würfelspiel langfristig begeistern kann, schildern einige Mitglieder im aktuellen Rampenlicht.
Dafne (Bretter Late Then Never)
Dafne (Bretter Late Than Never) Heckmeck bringt Würfelglück, Nervenkitzel und ein bisschen Schadenfreude auf den Tisch – man ist nie ganz sicher, und die anderen auch nicht, und genau das macht den Reiz aus.
Fabian (Bretter Late then Never)
Fabian (Bretter Late Than Never) „Heckmeck“ ist ein cooles Wort, finde ich. „Bratwurmeck“ hingegen geradezu abstoßend. Dementsprechend skeptisch stand ich dem Spiel „Heckmeck am Bratwurmeck“ gegenüber, als ich es zum ersten Mal spielte. Die Bratwürmer habe ich aber bald schon ins Herz geschlossen, weil sie mir zahlreiche lustige Runden an Würfelspaß beschert haben. Toller Absacker, toll für große Runden und eine lustige, interaktive Zocker-Alternative zu Kniffel & Co.
Christoph (Brettspielbox)
Christoph (Brettspielbox) Ein Spiel, was nie in die Jahre gekommen ist. Einfache Regeln, schnell gespielt, kompakt im Transport und immer ein wenig Schadenfreude im Gepäck.
Daniel (Spielträumers)
Daniel (Spielträumers) Eine klasse Push-your-luck-Würfelei. Knizia-typisch auf das Wesentliche reduziert – und der Kniff, dass man immer mindestens einen Wurm benötigt aber den höheren Punktzahlen nachjagt („Nur ein Wurm? Nee, den schmeiß ich noch mal weg!“) ist großartig. Besonders in der Minifassung in der roten Klick-Blechdose zu empfehlen – damit wird das Spiel auch restauranttauglich. Ewiger Klassiker, der immer in meinem Rucksack bzw. in meiner Jackentasche residiert.
Oliver (Spielevater)
Oli (Spielevater) Heckmeck geht immer! Ein bewährter Aufwärmer, Absacker und Eisbrecher – Emotionen inklusive. Bei uns auch seit vielen Jahren ein unverzichtbarer Urlaubsbegleiter. Egal ob Kuba, Sri Lanka, Tunesien, Griechenland oder Capverde – unsere Würmer waren schon an vielen Stränden und manch eine Box blieb auch dort bei Einheimischen Spielefans und Freunden. Unvergessen auch die Heckmeck WMs in München.
Jürgen (Spielbar)
Jürgen (spielbar.com) „Schau gefälligst auf Deine eigenen Würmchen und hör‘ auf, mir meine zu klauen …“ Heckmeck eignet sich bestens zum Lamentieren. Und das nochmal viel mehr, wenn die eigenen Würfel so gar nicht fallen wollen, wie gewünscht. Oder sie fallen, aber es fehlt ein Würmchen. Was ein Ärger. Und aus solchen einem ‚ärgern‘ kann manchmal ein wundervolles Spiel werden. Reiner Knizia ist hier seinerzeit wirklich etwas außergewöhnliches gelungen. So toll, dass das Spiel sogar ungefragt ‚raubkopiert‘ wurde. Und das zu Zeiten, als wir noch nicht über Brettspielkopien von Temu/AliExpress geschimpft haben. Tolles Ding und ein Evergreen meiner Sammlung.
Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Heckmeck am Bratwurmeck befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:
So zuverlässig wie ein Uhrwerk veröffentlicht Stefan Feld jedes Jahr zwei neue Spiele in seiner City Collection bei Queen Games. Mit Valencia erscheint nun die Nummer 9 der Reihe –…
My Park ist die eine deutsche Lokalisierung des Titels Oh My Park aus dem Jahr 2022 durch den Verlag Game Factory. Abgesehen von einem minimal anderen Boxdesign und einer deutschen Anleitung hat sich an dem Spiel des Autors Eugeni Castaño bei der Lokalisierung für den deutschen Markt nichts geändert. Auch im Original ist der Titel schon komplett sprachneutral gewesen. Bei My Park handelt es sich um ein schnelles und zugängliches Familienspiel im Kartenspielformat. Unser Ziel ist es den schönsten Freizeitpark zu bauen. Hierum wetteifern wir mit unseren Mitspielenden über neun Runden hinweg.
Der Spielablauf ist denkbar einfach. Wir starten mit jeweils 10 Parkkarten und 15 Geld. Eine der Karten suchen wir uns aus und legen diese vor uns ab. Die Kosten der Karten bezahlen wir und handeln eventuelle Effekte ab. Haben dies alle getan, so werden die Restkarten (in der Regel) im Uhrzeigersinn weitergegeben. Dies wiederholen wir bis alle bis auf eine Karte ausgespielt sind. Beim Ausspielen ist immer eine Bauordnung zu beachten, welche zu Spielbeginn zufällig mit einer Karte bestiummt wurde. Diese bestimmt in welcher Form unsere neue Parkkarten am Spielende auzuliegen haben. Gebaut werden darf immer nur angrenzend und weiterhin müssen die Zahlenwerte der Parkkarten von links oben nach rechts oben in aufsteigender Reihenfolge ausliegen. Gleiche Zahlenwerte sind als Nachbarn auch erlaubt. Falls man nicht die Kosten der Karten bezahlen kann oder sie auf Grund des Zahlenwertes nicht sinnvoll im Park ablegen kann, so kann man die Karte auch verdeckt platzieren.
Über die Punkte am Spielende bestimmen eine zufällig ausgewählte Wertungskarte sowie die immer vorhandene Standardwertungskarte. Punkte über die Standardwertungskarte gibt es dann dafür, wenn man möglich wenig Karten verdeckt platziert hat, für Geld was man übrig hat, auf den Karten abgedruckte Ticketsymbole sowie verschiedene Symbole im Park. Über die variablen Wertungskarten wird dann auch noch einmal der Bau von Parkkarten in bestimmten Farben oder bspw. der Bau von Zahlenreihen belohnt. Wünscht man sich noch mehr Varianz, so kann man auch noch eine Spielvariante mit Bonuskarten spielen. Hier kommen immer zwei zu Spielbeginn ins Spiel uns bestimmen zwei weitere Kategorien mit denen man Punkte erlangen kann.
Die Abläufe bei My Park sind wirklich sehr simpel und einprägsam. Die zuvor angesprochenen Effekte kommen auch wirklich nur bei vier der 52 Parkkarten zum Tragen. Insofern ist der Ablauf fast immer nur: Karte wählen, bezahlen sowie platzieren und dann weitergeben. Dies spielt sich wirklich sehr flott, so dass man mit einer Partie My Park sehr realistisch in 15 Minuten durch ist. Das Spiel ist in seinen Abläufen total familienfreundlich und lässt sich gut mit Wenigspielenden oder Grundschulkindern spielen. Dank der Varianten kann man die Anforderung auch noch etwas leicht steigern. Für Vielspielende bietet der Titel meines Ermessens jedoch zu wenig Anreize. Persönlich missfallen hat mir auch, dass es eine einzige Karte im Spiel gibt, welche einen sehr fiesen Take-That-Effekt hat. Eventuell wird also eine Person einer anderen Person während der Partie richtig einen reindrücken, ohne dass jemals etwas zurückkommen kann. Dies hat uns allen sehr missfallen. Vom Artwork her sehe ich den Titel funktional umgesetzt. Die Symbolik lässt eigentlich keine Fragen offen. Die Grafiken der Parkkarten sind für die Größe der Parkkarten erstaunlich detailiert, wirken aber sehr nüchtern bis dröge. Illustrator Miguel Romos hat leider die Chance vertan die Bilder der Parkattraktionen mit einem Augenzwinkern zu gestalten. So kommen diese dann ähnlich funktional und mechanisch, wie das Spiel selbst daher. Wer aber ein wirklich leichtes Bau- und Draftingspiel zum Einstieg sucht, der wird an My Park sicherlich für einige Partien Freude haben. Sehr vorbildlich und einsteigerfreundlich ist auch, dass man sich die Spielregeln über ein mit QR-Code verlinktes Regelvideo erklären lassen kann.
NEUHEITEN. Anzen ist ein noch sehr junger Verlag, der vor allem mit seiner LOL-Reihe und Trinkspielen ein breiteres Publikum gefunden hat. Jetzt kommt sogar ein Kinderspiel!