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SPIEL 2026: Big Boxes, Begegnungen und das Ende

Von: Dirk
25. Oktober 2026 um 11:53
Lesezeit: 7 Minuten

Drei Tage SPIEL 2026 liegen hinter mir. Na gut, zumindest fast, denn der dritte Messetag war noch einmal gut gefüllt. Am Morgen ging es zum Presstag bei Queen Games, danach standen Gespräche, Begegnungen und natürlich auch ein paar Partien auf dem Programm. Und ehe ich mich versah, war es auch schon wieder Zeit, die Heimreise anzutreten.

Aber der Reihe nach. Denn auch am dritten Tag gab es einiges zu entdecken – und einen Trend, der mir inzwischen immer deutlicher auffällt.

Big Box oder Mini-Schachtel: Dazwischen gibt es kaum noch etwas?

Der Morgen begann bei Queen Games mit dem Presstag. Neben den Neuheiten des Verlags hatte ich dabei auch Gelegenheit, mir die Entwicklung im aktuellen Brettspielmarkt etwas genauer anzuschauen. Ein Eindruck zieht sich für mich mittlerweile durch die Messe: Bei den Schachtelgrößen scheint es zunehmend zwei Extreme zu geben.

Luxus pur – Labyrinth Chronicles

Auf der einen Seite stehen die Big Boxen. Große Schachteln, viel Material und gerne auch eine Ausstattung, bei der man sich fragt, ob man für das Spiel eigentlich noch einen eigenen Tisch anbauen muss. Queen Games kennt sich damit bekanntlich bestens aus.

Auf der anderen Seite werden Spiele immer kleiner. Der koreanische Verlag playte Games ist dafür ein gutes Beispiel. Bekannte und neue Spielideen werden in kompakte Formate gepackt, die wenig Platz benötigen und sich auch gut mitnehmen lassen.

Und Queen Games? Der Verlag kann offenbar beides.

Mit Alhambra und Kingdom Builder wurden zwei bekannte Titel geschrumpft. Das ist durchaus interessant, denn beide Spiele haben sich längst einen Namen gemacht und benötigen keine große Vorstellung mehr. Sie zeigen, dass man auch etablierte Brettspiele noch einmal anders präsentieren kann. Gerade bei älteren Titeln könnte ein kompakteres Format dafür sorgen, dass sie wieder stärker ins Blickfeld rücken – oder ihren Weg zu Menschen finden, die bisher noch keinen Zugang dazu hatten.

Ob Mini-Schachtel oder Big Box: Am Ende muss natürlich das Spiel überzeugen. Aber ich finde es spannend, wie unterschiedlich Verlage inzwischen mit dem Thema Verpackung und Präsentation umgehen. Vielleicht ist das auch eine Reaktion auf die stetig wachsenden Spielesammlungen. Schließlich ist irgendwann selbst das größte Regal voll. Und trotzdem möchte man immer noch ein weiteres Spiel mit nach Hause nehmen. Ein Dilemma, das Brettspielfans nur zu gut kennen dürften. 😉

Stefan Feld: Zwei bekannte Spiele kehren zurück

Bei Queen Games gab es außerdem Neuauflagen von zwei Spielen aus dem Werk von Stefan Feld: Beijing, früher unter dem Titel Im Jahr des Drachen bekannt, und Manila, das zuvor als Amerigo erschienen ist.

Bei Beijing wurde das Grundspiel nicht grundlegend verändert. Stattdessen gibt es zusätzliche Module, mit denen sich das Spiel erweitern lässt. Das finde ich einen interessanten Ansatz. Wer das ursprüngliche Spiel kennt und mag, bekommt damit im Kern das vertraute Erlebnis, kann aber bei Bedarf weitere Elemente ergänzen.

So muss eine Neuauflage nicht zwangsläufig alles auf den Kopf stellen. Manchmal reicht es, ein bewährtes Spiel etwas flexibler zu machen und zusätzliche Möglichkeiten anzubieten. Gerade bei einem Titel, dessen Grundmechanismen bereits funktionieren, kann das eine gute Lösung sein.

Anders sieht es bei Manila aus. Hier wurde deutlich umfangreicher Hand angelegt. Das Spiel wurde komplett überarbeitet und weiterentwickelt. Es handelt sich also nicht einfach um eine neue Schachtel für einen alten Titel, sondern um eine Neuauflage, bei der wesentlich mehr verändert wurde.

Ich finde diese beiden Ansätze spannend, weil sie zeigen, wie unterschiedlich man mit dem Erbe eines bekannten Spiels umgehen kann. Das eine bleibt seinem Ursprung weitgehend treu und lässt sich durch Module erweitern. Das andere wird grundlegend überarbeitet und neu gedacht.

Für Fans von Stefan Feld dürfte es jedenfalls interessant sein, diese beiden Titel wieder auf dem Radar zu haben. Und für alle, die die Originale nicht kennen, bietet sich die Gelegenheit, die Spiele in ihrer neuen Form kennenzulernen.

Die SPIEL ist auch ein großes Wiedersehen

Nach dem Termin bei Queen Games ging es für mich wieder hinaus in die Hallen. Ein bisschen treiben lassen, hier und da schauen, ein paar Gespräche führen – und natürlich die Menschen treffen, die man auf einer Messe unbedingt sehen möchte.

Ich habe mich mit meiner Spielerunde getroffen und auch Daniel von Board Game Circus wiedergetroffen. Genau das ist für mich einer der besonderen Aspekte der SPIEL: Es geht eben nicht ausschließlich darum, möglichst viele Neuheiten zu entdecken und auszuprobieren.

Die Messe ist auch ein riesiges Klassentreffen der Brettspielszene. Man begegnet Menschen, mit denen man sonst nur online Kontakt hat, trifft alte Bekannte und schafft es endlich einmal wieder, in Ruhe miteinander zu quatschen. Oder zumindest so lange, bis der nächste Termin wartet oder jemand mit einem interessanten Spiel um die Ecke kommt.

Manche dieser Begegnungen ergeben sich ganz spontan, andere sind lange geplant. Und nicht selten bleibt man irgendwo länger hängen als gedacht. Das gehört für mich einfach dazu.

Gerade weil die Tage auf der Messe so vollgepackt sind, schätze ich diese Momente sehr. Es ist schön, Menschen zu treffen, die die gleiche Begeisterung für unser Hobby teilen. Und manchmal sind es genau diese Gespräche, die einem neben den Spielen besonders in Erinnerung bleiben.

The Mix: Drinks mixen und die eigene Engine aufbauen

Am Mittag hatte ich dann noch Gelegenheit, The Mix bei HABA zu spielen. Auf den ersten Blick handelt es sich um ein recht klassisches Eurogame, das mit einem Worker-Placement-Mechanismus arbeitet. Thematisch geht es allerdings nicht um den Aufbau einer mittelalterlichen Siedlung, die Entwicklung einer Zivilisation oder die Bewirtschaftung eines Bauernhofs. Stattdessen stehen Drinks und ihre Zutaten im Mittelpunkt.

Wir sammeln Zutaten oder kaufen sie ein, mixen daraus Getränke und versuchen gleichzeitig, unsere eigene Engine aufzubauen. Mit der Zeit sollen die Abläufe effizienter werden, die eigenen Möglichkeiten wachsen und die Produktion der Drinks immer besser funktionieren.

The Mix erscheint bei HABA

Das ist im Kern ein vertrautes Spielprinzip, bekommt durch das Thema aber einen durchaus charmanten Anstrich. Statt Ressourcen für irgendeine abstrakte Produktion zu verwalten, steht man hier sinnbildlich hinter der Bar und versucht, den Laden zum Laufen zu bringen.

Besonders interessant fand ich den Mechanismus, über den das Spielende ausgelöst wird. Denn The Mix endet nicht einfach nach einer festgelegten Anzahl von Runden. Entscheidend ist vielmehr, dass eine bestimmte Menge an Drinks gemixt wurde.

Dadurch entsteht ein spannender Zielkonflikt: Investiere ich zunächst in bessere Fähigkeiten und baue meine Engine aus, damit ich später effizienter arbeiten kann? Oder versuche ich, möglichst schnell viele Drinks fertigzustellen und damit das Ende des Spiels herbeizuführen?

Wer zu lange an der eigenen Engine schraubt, riskiert, dass die Partie vorbei ist, bevor sich die Investitionen richtig auszahlen. Wer dagegen zu früh auf Tempo setzt, lässt möglicherweise wertvolle Möglichkeiten liegen.

Zusätzlich bringt jeder Barkeeper eigene Spezialfähigkeiten mit. Und auch die Playerboards lassen sich asymmetrisch gestalten, wodurch unterschiedliche Ausgangssituationen und Herangehensweisen möglich werden.

Das sind genau die Elemente, die ein vermeintlich klassisches Eurogame interessant machen können. Die Grundmechanismen sind vertraut, aber die Mischung aus Engine Building, individuellem Spielstil und einem variablen Spielende sorgt dafür, dass man sich Gedanken über das eigene Tempo machen muss.

Ich bin gespannt, wie sich The Mix nach weiteren Partien entwickelt. Der erste Eindruck war jedenfalls interessant – und allein die Idee, sich in einem Brettspiel einmal um Drinks statt um Getreide, Holz und Stein zu kümmern, ist eine angenehme Abwechslung.

Vroom: Ein Autorennen, bei dem man nicht einfach Gas geben kann

Deutlich ungewöhnlicher ging es bei Vroom zu. Ein kooperatives Autorennspiel? Das klingt zunächst einmal ein wenig seltsam. Schließlich verbindet man Autorennen normalerweise damit, dass jeder möglichst schnell ins Ziel kommen und die Konkurrenz hinter sich lassen möchte.

Bei Vroom müssen wir dagegen gemeinsam einschätzen, wie sich das Rennen entwickeln wird. Und das ist kniffliger, als es zunächst klingt.

Eine feste Rennstrecke gibt es nicht. Stattdessen spielen wir fünf Geschwindigkeitskarten aus. Das Besondere daran: Die eigenen Karten kennt jeweils nur die Person, die sie auf der Hand hat. Die anderen müssen also einschätzen, welche Geschwindigkeit wohl gefahren wird und wo das jeweilige Auto am Ende landen könnte.

Mit jeder ausgespielten Karte wird das entsprechende Auto nach vorne bewegt. Dabei sind wir völlig frei darin, wie weit wir es nach vorne schieben. Selbst mit einer Karte, die lediglich eine 1 zeigt, kann ich mein Auto also sehr weit nach vorne bewegen – wenn ich davon überzeugt bin, dass es am Ende weit vorne landen muss.

Das klingt erst einmal nach einem ziemlich absurden System. Wozu gibt es schließlich Geschwindigkeitswerte, wenn ich mich beim Ziehen der Autos nicht zwingend daran halten muss?

Vrooom ist echt ungewöhnlich

Der Kniff liegt in der gemeinsamen Einschätzung. Wir müssen uns überlegen, welche Karten die anderen wohl haben, welche Positionen realistisch sind und wie sich das Rennen insgesamt entwickeln könnte. Gleichzeitig müssen wir unsere eigenen Entscheidungen so treffen, dass am Ende ein möglichst gutes Gesamtergebnis herauskommt.

Sobald fünf Karten ausgespielt wurden und mindestens ein Auto die Ziellinie überquert hat, endet das Rennen. Dann werden die Geschwindigkeitskarten addiert. Die höchste Summe gewinnt Platz eins, die niedrigste Summe landet auf dem letzten Platz.

Damit wird aus dem vermeintlich simplen Autorennen ein Spiel über Einschätzung, Kommunikation und das richtige Gespür für die Mitspielenden. Man weiß eben nie ganz genau, was die anderen vorhaben und wie weit sie ihre Autos tatsächlich bewegen werden.

Mein erster Vergleich ging in Richtung The Mind oder Take Time – nur eben auf Speed. 😄 Auch hier müssen wir versuchen, gemeinsam ein Gefühl für die Situation zu entwickeln, ohne sämtliche Informationen zu kennen. Bei Vroom kommt dann noch die Dynamik des Rennens hinzu.

Ich finde die Idee jedenfalls ziemlich ungewöhnlich. Ein Autorennen, bei dem es nicht einfach darum geht, möglichst schnell zu fahren, sondern bei dem wir gemeinsam herausfinden müssen, wie schnell die anderen wohl unterwegs sind. Das klingt erst einmal schräg, funktioniert am Tisch aber tatsächlich.

Und es zeigt einmal mehr, dass man mit einer ungewöhnlichen Idee und wenigen Regeln ein Spiel schaffen kann, das ordentlich Gesprächsstoff liefert.

Ein Besuch bei Noctis Spiele – und Vorfreude auf den Advent

Zum Abschluss meiner Entdeckungstour habe ich noch bei Noctis Spiele vorbeigeschaut. Dort gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Adventskalender, auf den ich durchaus neugierig bin.

Diesmal dreht sich alles um Zeitungsausschnitte, mit deren Hilfe man ein Verbrechen aus der Zeit von Sherlock Holmes aufklären muss. Das klingt für mich nach einer schönen Idee für die Adventszeit. Statt jeden Tag einfach nur ein Türchen zu öffnen und eine kleine Überraschung herauszunehmen, wird man selbst zum Ermittler und versucht, aus den vorhandenen Informationen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Gerade solche Formate können eine schöne Abwechslung sein. Man beschäftigt sich über mehrere Tage hinweg mit einem Fall, sammelt Hinweise und versucht, die einzelnen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen.

Ob der Kalender am Ende hält, was die Idee verspricht, wird sich zeigen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Geschichte aufgebaut ist und wie gut sich die Zeitungsausschnitte als Ermittlungswerkzeug eignen.

Für mich war das ein schöner letzter Programmpunkt, bevor sich der Messetag langsam dem Ende entgegenneigte.

Das war’s mit der SPIEL 2026

Und dann war es tatsächlich schon wieder vorbei. Am frühen Abend ging es für mich zurück ins normale Leben. Drei Tage voller Termine, Begegnungen, Gespräche und neuer Spieleindrücke liegen hinter mir.

Natürlich habe ich längst nicht alles gesehen, was die Messe zu bieten hatte. Das ist bei der Größe der SPIEL auch kaum möglich. Selbst wenn man sich noch so viel vornimmt, bleibt am Ende immer etwas übrig, das man verpasst hat. Ein Verlag, den man nicht mehr geschafft hat. Ein Spiel, das man unbedingt ausprobieren wollte. Oder ein Gespräch, für das einfach keine Zeit mehr war.

Aber das gehört dazu. Die SPIEL ist eben kein gemütlicher Spaziergang durch eine überschaubare Ausstellung, sondern ein ziemlich intensiver Ausflug in die Welt der Brettspiele.

Jetzt heißt es erst einmal: Spiele sichten, Regeln lesen und lernen. Denn mit den vielen Eindrücken ist es ja nicht getan. Die mitgebrachten und entdeckten Spiele wollen schließlich auch auf den Tisch kommen. Und ich freue mich tatsächlich darauf, mich in Ruhe mit den Neuheiten zu beschäftigen, ohne ständig auf die Uhr schauen oder zum nächsten Termin hetzen zu müssen.

Das passt auch ganz gut zur Jahreszeit. Draußen wird das Wetter zunehmend ungemütlich, die Tage werden kürzer und die Abende laden wieder dazu ein, es sich am Spieltisch gemütlich zu machen.

Eigentlich also der perfekte Zeitpunkt, um die Messe nachwirken zu lassen und sich durch die neuen Spiele zu arbeiten.

Die SPIEL 2026 ist für mich damit zwar vorbei, die Brettspielsaison geht aber gerade erst richtig los. Und ich habe so eine Ahnung, dass in den kommenden Wochen noch einige spannende Partien auf mich warten.

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo ich die ganzen Schachteln unterbringen soll. Aber das ist ein Problem für einen anderen Tag. 😉

PM Spieleverlage eV

Von: Oliver
21. Oktober 2026 um 11:00

SPIEL 2023

Die Spielebranche blickt trotz wirtschaftlicher Herausforderungen optimistisch auf das Jahr 2026. Besonders Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele sowie Puzzle entwickeln sich positiv. Wie der Spieleverlage e. V. in seiner Pressemitteilung zur SPIEL 2026 in Essen berichtet, konnte die Warengruppe Spiele & Puzzle in den ersten drei Quartalen des Jahres um 8 Prozent wachsen. Der gesamte Spielwarenmarkt legte im gleichen Zeitraum lediglich um 3 Prozent zu.

- Den Beitrag PM Spieleverlage eV findest du auf Spielevater - Die ANDERE Seite der Brettspiele

Countdown zur SPIEL 2026

Von: Oliver
12. Oktober 2026 um 18:00

SPIEL 2023

Nicht mehr lange, und die SPIEL öffnet ihre Pforten. Das ist für uns Spielende so etwas wie das Tor zum Schlaraffenland. Nicht verwunderlich also, dass wir hier mehr als gespannt sind, was uns dort erwartet. Die Vorbereitungen sind auch so gut wie abgeschlossen, Listen geschrieben, Verlage kontaktiert und erste Neuheiten schon einmal angespielt oder zumindest begutachtet.

- Den Beitrag Countdown zur SPIEL 2026 findest du auf Spielevater - Die ANDERE Seite der Brettspiele

Crowdfunding-Wochenschau KW 41: Herr der Ringe und Conan

05. Oktober 2026 um 12:03
Crowdfunding-Wochenschau KW 41: Herr der Ringe und Conan

Kalenderwoche 41 bringt gleich vier große Starts vom selben Wochenende: Drei Kickstarter-Kampagnen und eine Gamefound-Kampagne sind am 29. September live gegangen. Mit dabei ist auch ein deutscher Verlag in eigener Sache: Queen Games aus Bonn bringt mit Orlando den 13. Teil seiner Stefan-Feld-Städtereihe an den Start. Für die Spieleschmiede hat sich in dieser Woche kein neuer Brettspiel-Kandidat gefunden, der die Aufnahmekriterien dieser Ausgabe erfüllt.

Crowdfunding-Wochenschau KW 41: Herr der Ringe und Conan

The Lord of the Rings: The King's Gambit

Mit The King's Gambit bringt Restoration Games unter Leitung von Rob Daviau eine Neuauflage von Star Wars: The Queen's Gambit in die Welt von Mittelerde. Auf vier parallel laufenden Schauplätzen, darunter die Pelennor-Felder, Minas Tirith und der Weg durch Mordor, kämpfen die Reiter von Rohan, die Verteidiger Gondors und Frodo mit Sam gegeneinander beziehungsweise gegen die Zeit. Gespielt wird von ein bis vier Personen bei 90 bis 120 Minuten, ein eigener Solo-Modus wird auf der Kampagnenseite nicht erwähnt. Die aufwendige Kickstarter-Edition enthält dreidimensionale Nachbauten von Minas Tirith und Mordor, eine schlankere Handelsausgabe soll 2027 über Asmodee erscheinen.

Die Kickstarter-Kampagne startete am 29. September 2026 und steht, Stand 05.10.2026, bei rund 1.658.000 US-Dollar und 332 Prozent des Ziels von 500.000 US-Dollar, getragen von fast 5000 Unterstützenden. Die günstigste reguläre Spielausgabe kostet 199 US-Dollar, geschätzte Auslieferung ist Oktober 2027. The King's Gambit läuft noch bis zum 20. Oktober 2026.

Crowdfunding-Wochenschau KW 41: Herr der Ringe und Conan

Conan by Monolith: Tales of Tortage and Zamora

Mit Tales of Tortage and Zamora erweitert Monolith sein seit 2016 laufendes Conan-Brettspiel um zwei neue Schauplätze: das Piratennest Tortage und das von Kulten durchsetzte Zamora samt Turm des Elefanten. Die Kampagne bringt sechs neue Szenarien für den Abenteuermodus sowie sechs weitere für Solo- und Koop-Partien mit, dazu erscheint parallel eine neue Box mit Inhalten aus der Rollenspielreihe Conan: The Hyborian Age. Gespielt wird im Grundspiel von zwei bis fünf Personen bei rund 90 Minuten pro Szenario. Eine deutsche Sprachversion nennt die Kampagnenseite nicht.

Die Kickstarter-Kampagne startete am 29. September 2026 und steht, Stand 05.10.2026, bei rund 612.000 Euro und 816 Prozent des Ziels von 75.000 Euro, getragen von mehr als 3300 Unterstützenden. Der günstigste Einstieg in die neuen Inhalte ist der Board Game New Content Pledge für 99 Euro, geschätzte Auslieferung ist September 2027. Die Kampagne läuft noch bis zum 15. Oktober 2026.

Crowdfunding-Wochenschau KW 41: Herr der Ringe und Conan

Orlando

Mit Orlando legt der Bonner Verlag Queen Games den 13. Teil seiner Stefan-Feld-Städtesammlung vor. Ein bis vier Personen bauen einen eigenen Freizeitpark mit Attraktionen, Einschienenbahn und wachsendem Schloss, gesteuert über acht 16-seitige Würfel mit je zwei Aktionen pro Seite. Eine Partie dauert laut BGG 60 bis 90 Minuten.

Wie gut sich das Spiel solo spielt, nennt die Kampagnenseite nicht. Mehrere Pledge-Stufen bringen dreidimensionale Spielkomponenten wie Miniatur-Gebäude statt flacher Pappmarker mit.

Die Kickstarter-Kampagne startete am 29. September 2026 und steht, Stand 05.10.2026, bei rund 102.000 Euro und 1021 Prozent des Ziels von 10.000 Euro, getragen von über 600 Unterstützenden. Die günstigste Spielausgabe kostet 68 Euro, geschätzte Auslieferung ist August 2027. Orlando läuft noch bis zum 12. Oktober 2026.

Crowdfunding-Wochenschau KW 41: Herr der Ringe und Conan

Defenders of the Realm: Definitive Edition

Mit der Definitive Edition legt Greater Than Games das kooperative Fantasyspiel von Designer Richard Launius überarbeitet neu auf. Ein bis sechs Heldinnen und Helden verteidigen gemeinsam Monarch City gegen Monster, Dämonen und uralte Schrecken, deren Truppen sich von Runde zu Runde weiter ausbreiten. Jede Aktion am Tag drängt die Angreifer zurück, macht die nächtliche Vergeltung aber auch gefährlicher.

Gespielt wird von ein bis sechs Personen bei 90 bis 150 Minuten. Ob es einen eigenen Solo-Modus gibt, nennt die Kampagnenseite nicht.

Die Gamefound-Kampagne startete am 29. September 2026 und steht, Stand 05.10.2026, bei rund 89.000 US-Dollar und 89 Prozent des Ziels von 100.000 US-Dollar, das Ziel ist damit noch nicht erreicht. Der günstigste Einstieg kostet 60 US-Dollar, einen Auslieferungstermin nennt die Kampagnenseite nicht. Die Kampagne läuft noch bis zum 29. Oktober 2026.

Fast Out

05. Oktober 2026 um 02:33

Bei Fast Out von Dirk Ross (Queen Games) für 2-6 Personen handelt es sich um ein schnelles Echtzeit-Wortspiel mit Buchstaben und Kategorien, bei dem alle gleichzeitig spielen. Hier sind schnelle…

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Queen Games ’26

28. September 2026 um 00:51

Queen Games hatte eingeladen. Vorfreuderegler auf Maximum geschoben. Neuheiten anspielen. Dann Neuheiten anspielen. Und klar, Neuheiten anspielen. Der Zeitrahmen ist im Prinzip vom Frühstücksbrot bis zum späten Feierabendbier und alles davon durchtränkt mit Brettspielen. Dazwischen ein von Tisch zu Tisch springender Stefan Feld, der mit Erklärfreude und maximal trockenem Humor glänzte. Für gute Laune sorgt...

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Queen Games setzt auf 3D-Druck gegen die Lieferketten-Krise

21. September 2026 um 07:50
Queen Games setzt auf 3D-Druck gegen die Lieferketten-Krise

Der Troisdorfer Verlag Queen Games hat bei seiner Herbstneuheiten-Präsentation am 19. und 20. September in Bonn angekündigt, Spielmaterial künftig teilweise in Eigenregie mit 3D-Druckern herzustellen. Das berichtet das Fachmagazin Reich der Spiele. Rund 40 geladene Gäste konnten die kommenden Titel bei der Präsentation in Bonn bereits probespielen. Verlagschef Rajive Gupta reagiert damit auf blockierte und teure Lieferwege aus Fernost, von wo ein Großteil der Branche ihr Spielmaterial bezieht.

Von der Maßnahme verspricht sich Queen Games vor allem eine verlässlichere Zeitplanung in der Produktion, unabhängig von Reederei-Kapazitäten und schwankenden Zöllen. Reich der Spiele wirft zudem die Frage auf, ob sich daraus künftig auch ungewöhnlicheres, individuelleres Spielmaterial ergeben könnte. Welche Komponenten konkret künftig gedruckt statt importiert werden und ab wann, nannte der Verlag bislang nicht.

Kostendruck trifft die ganze Branche

Queen Games ist nicht der erste Verlag, der wegen wirtschaftlichen Drucks umsteuert. Bereits im Frühjahr 2025 hielt Asmodee trotz Zoll-Unsicherheit an seinem Expansionskurs fest und wich unter anderem auf neue Fertigungsstandorte in Asien aus, ein Druck, der wie bei Queen Games direkt von unsicheren Fernost-Lieferketten ausgeht. Deutlich anders liegt der Fall beim Crowdfunding-Spezialisten CMON: Er kämpft laut eigenem Halbjahresbericht mit einem „anhaltenden strukturellen Abschwung“ und sucht seit September mehr als 17,5 Millionen US-Dollar von Investoren, nachdem er bereits seine Belegschaft halbiert, den Hauptsitz in Singapur geschlossen und mehrere Marken verkauft hatte. Anders als bei Queen Games und Asmodee nennt CMON selbst keine Lieferketten- oder Zollprobleme als Ursache.

Diversifizieren, schrumpfen oder selbst produzieren

Die drei Fälle zeigen unterschiedliche Antworten auf wirtschaftlichen Druck in der Branche, aber nicht immer auf dieselbe Ursache. Asmodee nutzt seine finanzielle Stärke, um Produktion geografisch zu streuen und Importe flexibel zu steuern, als direkte Reaktion auf Zoll- und Lieferkettenunsicherheit. CMON fehlt für einen vergleichbaren Umbau schlicht das Kapital, und der Verlag reagiert auf eine breitere strukturelle Krise mit Personalabbau, Markenverkäufen und der Suche nach frischem Geld. Queen Games wählt einen dritten Weg und reagiert wie Asmodee konkret auf Lieferketten-Druck aus Fernost: Statt Fertigung geografisch zu verlagern, will der Verlag Teile davon ganz ins eigene Haus zurückholen.

Ob sich 3D-Druck für einen Verlag der Größe von Queen Games wirtschaftlich trägt, wird sich erst zeigen, wenn die ersten so gefertigten Komponenten tatsächlich in Spielschachteln liegen. Als Signal an Fachhandel und Fans wenige Wochen vor der SPIEL '26 kommt die Ankündigung jedenfalls zur rechten Zeit.

Queen Games: Neuheiten Herbst 2026

20. September 2026 um 17:44

Das ist neu beim Verlag aus Troisdorf Wenige Wochen vor der SPIEL ’26 stellt der Troisdorfer Verlag Queen Games Medienvertretern und Content Creators traditionell seine Herbstneuheiten vor. Am 19./20.09.2026 konnten…

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Crowdfunding-Wochenschau KW 35/2026: Geisterzug, blutiger Monolith und zwei Klassiker im Endspurt

24. August 2026 um 08:04
Crowdfunding-Wochenschau KW 35/2026: Geisterzug, blutiger Monolith und zwei Klassiker im Endspurt

Nach der Gen Con ist auf den drei großen Plattformen wenig los: Die Spieleschmiede hat in den vergangenen sieben Tagen kein neues Brettspiel gestartet, und die einzige neue Gamefound-Kampagne der Woche, eine Sonderedition von Mykerinos, erreicht keine der Auswahlschwellen dieser Ausgabe. Diese Wochenschau konzentriert sich daher auf vier Kickstarter-Kampagnen: zwei frisch gestartete Titel und zwei Klassiker-Neuauflagen, die in den kommenden Tagen enden. Alle Zahlen sind Momentaufnahmen vom 24. August 2026.

Spirit Train: ein Geisterzug für die letzte Reise

Spirit Train: The Final Journey von SweaterBear Games ist seit dem 18. August auf Kickstarter live und läuft noch bis zum 15. September. Am 24. August 2026 stehen 262.726 US-Dollar zu Buche, bei einem Ziel von 10.000 US-Dollar sind das 2.627 Prozent, getragen von 1.733 Unterstützenden. Die drei Pledge-Stufen werben mit 30, 20 und 32 Prozent Rabatt gegenüber dem späteren Ladenpreis. Versand, Steuern und Zoll rechnet die Kampagne nach eigenen Angaben separat nach Kampagnenende ab.

Designt haben das Spiel Casey Mattes und Zoey Mattes. Als Fährleute zwischen den Welten bauen 2 bis 4 Spielende in 60 bis 90 Minuten ihren Zug aus wechselnden Waggons, sammeln Geister ein und begleiten sie in ihr Jenseits. Mechanisch mischt Spirit Train Worker Placement mit einer Aktionsreihenfolge, die von der Stimmung der Geister abhängt. Einen Solo- und Koop-Modus bietet erst die oberste Pledge-Stufe mit der Zusatzkampagne „The Lost Soul“, laut Kampagnenbeschreibung acht Kapitel im Solo- oder Koop-Modus.

The Monolith: blutiges Opfer für einen außerirdischen Fels

Auch The Monolith von Plaid Hat Games ist seit dem 18. August live, mit Laufzeit bis zum 17. September. Am 24. August 2026 sind 110.998 US-Dollar zusammengekommen, bei einem Ziel von 50.000 US-Dollar sind das 222 Prozent und 1.221 Unterstützende. Plaid Hat Games hatte eine erste Kampagne zum Spiel bereits im Juni gestartet und sie trotz erfolgreicher Finanzierung nach drei Tagen abgebrochen. Firmenchef Colby Dauch nannte im August gegenüber der Fachpresse den Grund: Die Zusagen seien bereits am zweiten Kampagnentag vollständig zum Stillstand gekommen, weshalb Plaid Hat Games den Neustart erst nach eingehender Analyse der Fehler plante.

Design stammt von Phil Gross. 3 bis 4 Spielende führen als Schamanen Krieger gegen rivalisierende Kulte, sammeln Herzen und opfern sie am Ende jeder Runde dem titelgebenden Monolithen, der daraufhin die Kampfaktionen der Partie bestimmt. Eine Partie dauert laut Verlag rund 120 Minuten. Das Grundspiel hat keinen Solo-Modus, gegen Aufpreis bringt ein Bot-Pack-Zukauf Unterstützung für 1 bis 2 Spielende.

Zu Versandkosten und Einfuhrabgaben für Unterstützende außerhalb der USA macht die Kampagne, anders als Spirit Train, keine Angabe. Die Reward-Texte nennen für alle Stufen nur einen weltweiten Versand ohne weitere Details.

Twilight City und Kalmár: Queen Games holt zwei Pierrot-Spiele zurück

Nur noch bis zum 27. August läuft die Kickstarter-Kampagne von Queen Games zu Twilight City und Kalmár: Merchants in Buda, zwei Spielen des ungarischen Designers Pierrot (Tamás Z. Marosi). Am 24. August 2026 stehen 9.026 Euro bei einem Ziel von 2.000 Euro, das sind 451 Prozent bei 59 Unterstützenden. Die Deluxe-Stufen nennen Ladenpreise von 79,99 Euro für Kalmár und 89,99 Euro für Twilight City, das Bundle beider Spiele kostet gegenüber einem Richtpreis von rund 180 Euro je nach Stufe 15 oder 25 Prozent weniger. Alle Deluxe-Stufen schließen laut Kampagne die deutsche und die EU-Mehrwertsteuer ein, die Bundle-Stufen liefern zusätzlich versandkostenfrei nach Deutschland und in die EU.

Twilight City schickt 1 bis 4 Spielende als Partisanen gegen ein diktatorisches Gouverneursregime in einer smoggeschwängerten Stadt, mit Tableau-Aufbau und rund 120 Minuten Spielzeit, und bringt einen eigenen Solo-Modus mit. Kalmár versetzt 2 bis 4 Spielende für 90 bis 150 Minuten als konkurrierende Kaufmannssöhne ins Buda des 15. Jahrhunderts, mit Warenhandel, Investitionen und einem eigenen Modus für zwei Personen, aber ohne klassischen Solo-Modus. Beide Spiele erschienen ursprünglich bei Private Moon Studios. Queen Games mit Sitz in Troisdorf bringt jetzt Deluxe-Neuauflagen beider Titel heraus.

Mexica, Bridges of Shangri-La, Gheos und Reel Rivals: vier Klassiker in letzter Minute

Der britische Verlag Play For Keeps beendet seine Sammelkampagne zu vier Euro-Klassikern bereits am 26. August. Am 24. August 2026 stehen 56.824 britische Pfund bei einem Ziel von 12.250 Pfund, das sind 464 Prozent, unterstützt von 814 Personen. Die Mexica-Stufe wirbt mit rund 7 Pfund Ersparnis gegenüber dem Ladenpreis, das Bundle aller vier Spiele mit rund 46 Pfund. Zu Mehrwertsteuer oder Zoll für Unterstützende in der EU äußert sich die Kampagne, anders als Queen Games bei Twilight City und Kalmár, nicht.

Das Zugpferd der Kampagne ist Mexica von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer, der dritte Teil ihrer Masken-Trilogie aus dem Jahr 2002. 2 bis 4 Spielende ziehen in rund 90 Minuten Kanäle und Brücken durch Tenochtitlan und gründen Bezirke für Mehrheitspunkte, ein Solo-Modus fehlt. Dazu kommen die Neuauflagen von Bridges of Shangri-La, Gheos und Reel Rivals als weitere Titel im selben Bundle.

Diese Ausgabe teilt sich in der Mitte: Spirit Train und The Monolith sind komplett neue Spiele, Twilight City/Kalmár und das Mexica-Bundle bringen dagegen Bestehendes in neuer Auflage zurück. Wer an Twilight City, Kalmár oder den vier Play-For-Keeps-Titeln interessiert ist, hat nur noch wenige Tage Zeit. Die kommende Woche dürfte nach der Sommerpause wieder mehr Neustarts bringen.

Out Of Words

17. Januar 2026 um 15:46

Erst gehen uns die Buchstaben aus, dann die Wörter. Insofern hat der Titel dieses kooperativen Wortspiels eine prophetische Bedeutung. „Out Of Words“ (Queen Games) verfolgt dabei einen klassischen Ansatz: den gesuchten Begriff mit einem anderen Begriff erklären. Eine Person gibt im besten Fall nur einen Hinweis, alle anderen raten. So weit nichts Besonders. Doch wie die Eingangssätze vermuten lassen, muss da noch mehr kommen.

Out Of Words

In der Tat: „Out Of Words“ versteht es durch zwei Regeln, eine Herausforderung darzustellen und Wortakrobaten zu reizen. Da ist zum einen die begrenzte Auswahl an Anfangsbuchstaben, die für das Hinweiswort genutzt werden dürfen. 25 Buchstabenplättchen liegen anfangs aus. Jeder verwendete Letter wird anschließend abgelegt. Wird der Begriff nicht auf Anhieb erraten, dürfen bis zu vier weitere Tipps erfolgen – was vier weitere Buchstaben verbraucht. Der Vorrat wird kleiner, die Suche nach passenden Hinweisen schwieriger. Siehe Satz eins. Doch gerade dieses Handicap weckt in mir den Ehrgeiz, ein passendes Wort zu finden. Was sagen, wenn für die Erklärung von Urlaub weder ein F wie Ferien noch ein R wie Reisezeit ausliegen?

Wofür es bei „Out Of Words“ eine Belohnung gibt

Die Krönung ist es natürlich, wenn der gesuchte Begriff auf Anhieb geraten wird. Das befriedigt nicht nur den Tippgeber, sondern schenkt der Gruppe auch eine Belohnung, Denn dann – und nur dann – darf das genutzte Plättchen durch einen neuen Buchstaben ersetzt werden. Das fällt leichter, je größer die Auswahl ist. So sollte es Ziel sein, möglichst lange mehr als 20 oder gar 25 Plättchen in der Mitte liegen zu haben.

Out Of Words

Weil viele Begriffe auf den Ratekarten eher schlichte Substantive sind, hilft es der Rategruppe oft, eine einfache Lösung zu wählen. Pro Hinweis muss sie sich auf einen Lösungsversuch einigen. Klappt’s nicht, folgt eben Hinweis zwei. Oder drei. Nach drei Fehlversuchen können alle gemeinsam passen und den nächsten Begriff wählen. Dann ist die nächste Person dran, gute Assoziationen zu finden. Spätestens nach fünf Versuchen pro Begriff muss gewechselt werden.

Was bei „Out Of Words“ das Ziel ist

Ziel ist, so viele Begriffe wie möglich zu erraten, ehe die Buchstaben ausgehen. Fällt es der Gruppe schwer, passende Hinweiswörter zu finden, neigt sich der Spielverlauf eher schnell dem Ende entgegen (weil die Buchstaben fehlen). In Gruppen mit Menschen, die über einen großen Wortschatz verfügen und besonders ehrgeizig agieren, reicht die angegebene Spielzeit von 20 Minuten nicht aus. Dann kann sich eine Partie auch schon mal über eine Stunde ziehen.

Out Of Words

Gerade zum Ende hin droht es, zäh zu werden – wenn mir beispielsweise zu den übrig gebliebenen Buchstaben V, N und C überhaupt kein passender Hinweis einfallen will. Die Wartezeit ließe sich verkürzen, indem alle schon immer eine Wortkarte ziehen, um sich vorzubereiten – auf die Gefahr hin, dass der präferiere Buchstabe nicht mehr ausliegt, wenn ich dran bin. Ferner sind wegen der zunehmend begrenzten Buchstabenauswahl auch die Hinweise nicht mehr so prägnant.

Was ich bei „Out Of Words“ noch erreichen möchte

Das verleiht „Out Of Words“ eine kontraproduktive Dynamik. Während die Denkphasen größer werden, wird das Raster aus vorhandenen Buchstabenplättchen irgendwann immer schneller kleiner. Gleichwohl bleibt die Aufgabe, vor die uns dieses Spiel stellt, reizvoll. Und wer es etwas einfacher (oder auch schwieriger) haben möchte, schaut sich die Regeln für Varianten an. Ich bleibe jedoch noch solange beim Standard, bis ich es in den höchsten Wertungsbereich geschafft habe. Dieser wird nur mit zwei Worten beschrieben: „Als ob …“ Wartet’s ab!

Out Of Words | Queen Games | Scott Brady und Michael Davis | 2 bis 10 Personen | ab 10 Jahren | 20 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)

Chichén Itzá

Von: Oliver
09. Januar 2026 um 18:55

Worker-Placement, Engine-Builder und eine ordentliche Ladung Würfelglück. Klingt nicht gerade nach einer für Stefan Feld üblichen Kombination – und das ist gewollt. Bei Chichén Itzá sollte das Experiment gewagt werden, klassische Euro-Elemente mit Glücks-Elementen aus Ameritrash Games zu kombinieren und bestenfalls zu verschmelzen. Als Setting wurde dafür die Kultur der Mesoamerikanischen Maya gewählt. ...

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Queens Carrom To Go

Von: Jens
05. Dezember 2025 um 13:21

Der Schnippspiel – Klassiker Carrom ist ein schlichtes, elegantes Finger-Billard auf Holz, das sich in Südasien zu einem der beliebtesten Wohnzimmer- und Clubspiele entwickelt hat. Es soll seine Wurzeln in der Kolonialzeit auf dem indischen Subkontinent haben, wo es als

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Copenhagen

24. Oktober 2025 um 16:00

Queen Games, 2019
Autoren: Asger Harding Granerud, Daniel Skjold Pedersen
2–4 Spieler:innen, ab 8 Jahre, 20-40 Minuten

Ihr begebt euch in das malerische Hafenviertel Nyhavn in Dänemarks Hauptstadt. Dort stehen die bekannten bunten Giebelhäuser direkt am Wasser. Genau diese Fassaden sollen von euch neu gestaltet werden. Ihr übernehmt die Rolle kleiner Architekt:innen: Ihr sammelt farbige Karten, kauft Fassadenplättchen in unterschiedlichsten Formen und Farben und fügt diese Stück für Stück zu eurer eigenen Häuserfront. Das Thema verbindet charmantes Städtebauflair mit einem Puzzlegedanken. Häuser gestalten statt Städte dominieren. Diese Kombination von ästhetischem Thema und optisch greifbarer Bauaufgabe ist kreativ und spricht visuell an.

Zu Beginn steht ein Markt aus farbigen Karten bereit. Jeder Zug läuft folgendermaßen ab: Entweder nehmt ihr zwei angrenzende Karten aus dem Vorrat oder ihr bezahlt Karten, um ein Fassadenplättchen zu erwerben. Diese Plättchen müsst ihr auf eurem Tableau (eurer Hausfront) anlegen. Zahlreiche Plättchen haben Fenster. Punkte erhaltet ihr, wenn ihr vollständig bebaute Reihen oder Spalten schafft. Der Clou: Wenn ihr ein Plättchen an ein anderes derselben Farbe angrenzend legt, erhaltet ihr Rabatt beim Kauf. Zudem gibt es Sonderfelder (Wappen) auf eurem Tableau, die euch Bonusaktionen freischalten. Wer als Erster 12 Punkte erreicht, löst die letzte Runde aus. Danach gewinnt, wer insgesamt die meisten Punkte gesammelt hat. Die Regeln sind klar, die Runden flott  und dennoch steckt in der Wahl von Karten, Farben und Formen erfreulich viel kleine Taktik, ohne dass es komplex wird.

„Copenhagen“ gelingt es, ein leicht zugängliches Familienspiel mit ausreichend Tiefe zu bieten, damit auch erfahrene Spieler:innen Freude haben. Die Materialqualität ist insgesamt gut. Das Spielbrett, die Pappplättchen und Karten sind stabil und farbenfroh gestaltet. Allerdings hätte ich mir bei manchen Plättchen eine etwas höhere Haptik-Qualität gewünscht. Etwa etwas dickeres Material. Mechanisch greift alles gut ineinander. Kartensammlung, Anschaffung von Plättchen, Rabatt durch Farbanschluss, Buildingsetzen. Das ergibt einen angenehmen Fluss. Ein möglicher Nachteil: Die Interaktion zwischen euch ist eher indirekt, ihr beeinflusst nicht direkt die Bauweise der Mitspieler:innen, sondern konkurriert hauptsächlich über Punkte. In Runden mit erfahrenen Vielspieler:innen kann das Spiel daher etwas vorhersehbar wirken. Positiv hervorzuheben ist die Balance zwischen Zugänglichkeit und strategischem Handeln. Das Spiel eignet sich gut für Familienabende, für Gelegenheitsspieler:innen genauso wie für Kennerrunden, wenn die Zeit begrenzt ist und keine epische Spieltiefe gefordert wird. Wer hingegen ein Spiel mit starker direkter Interaktion, langer Spielzeit oder hoher Komplexität sucht, wird hier vielleicht nicht voll auf seine Kosten kommen. Ein charmantes, gut durchdachtes Spiel mit hohem Spaßpotenzial für die breite Spielrunde. Empfehlenswert für alle, die nach einem soliden und hübschen Gesellschaftsspiel suchen.

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