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Compile + Aux 1: Faszinierende Grundidee, verschenktes Potenzial

11. Juni 2026 um 23:12

Nach mehreren Partien Compile, inzwischen auch gegen mich selbst, bleibt bei mir ein starker Eindruck zurück. Nicht mehr ganz so euphorisch wie nach der ersten Partie, aber immer noch beeindruckt von der Grundidee. Gleichzeitig ist dieser Eindruck inzwischen deutlich differenzierter geworden: Compile ist ein kleines, cleveres Kartenspiel mit spannender Struktur, aber auch mit erstaunlich viel verschenktem Potenzial.

Schnell erklärt, aber nicht optimal zugänglich

Compile ist im Kern kein schweres Spiel. Die Regeln sind schnell vermittelt, die Züge laufen zügig ab, und nach kurzer Zeit versteht man, was das Spiel von einem will. Trotzdem stolpert man gerade in den ersten zwei bis drei Partien immer wieder über eine Frage: Warum unterscheiden sich die drei Effektboxen jeder Karte optisch praktisch nur durch ihre Position?

Gerade weil die Position so wichtig ist, hätte hier eine klarere grafische Differenzierung enorm geholfen. Die obere Box wird nie überdeckt. Die mittlere Box wird immer dann relevant, wenn sie sichtbar wird. Das sind funktionale Unterschiede, die sich geradezu für Icons, Rahmen oder andere visuelle Marker angeboten hätten.

Das Spiel ist dadurch nicht unzugänglich oder überfordernd. Aber der Einstieg hätte spürbar eleganter sein können. Compile versteckt seine eigentliche Einfachheit ein wenig hinter einer unnötig spröden Usability.

Ein Thema, das kaum trägt

Thematisch bleibt Compile seltsam vage. Wir sind KIs, wir kompilieren irgendetwas, und daraus entsteht dann offenbar Erkenntnis, Bewusstsein oder Zugriff auf eine Welt. Aber warum wir das tun, was genau passiert ist und was wir eigentlich betrachten, bleibt weitgehend offen.

Die Illustrationen helfen dabei nur bedingt. Sie bewegen sich irgendwo zwischen Earthborne Rangers, leichtem Warhammer-40K-Anklang und Dixit-artiger Traumdeutung. Manche Karten suggerieren eine verlassene Welt nach dem Verschwinden der Menschheit. Andere wirken eher wie visuelle Assoziationen aus dem Unbewussten.

Mechanisch ist das nicht entscheidend. Compile funktioniert auch als abstraktes Duell. Aber gerade weil die Grundidee so stark ist, wäre es schön gewesen, diesem mechanischen Gerippe mehr Fleisch auf die Rippen zu setzen. Die Vorstellung, dass zwei KIs Fragmente einer Welt zusammensetzen, um daraus etwas zu lernen, ist großartig. Das Spiel nutzt diese Idee aber nur punktuell.

Die versteckte Genialität liegt nicht dort, wo man sie erwartet

Interessant ist, dass Compile seine Cleverness nicht unbedingt an den Stellen zeigt, an denen man sie zuerst vermutet. Die Protokolle tragen thematische Titel wie etwa Metall, Geist, Gleichgültigkeit oder Seuche. Man würde erwarten, dass diese Begriffe sehr klare mechanische Identitäten erzeugen. Das tun sie aber nur teilweise.

Ob ein Protokoll nun Metall oder Geist heißt, sagt zunächst erstaunlich wenig darüber aus, wie es sich tatsächlich spielt. Auch mechanisch sind die Unterschiede nicht immer so trennscharf, wie man es erwarten würde. Natürlich gibt es Ausnahmen: Seuche sticht beispielsweise deutlich hervor. Insgesamt aber sind die Überschneidungen zwischen ähnlichen oder „benachbarten“ Protokollen recht groß.

Auf den ersten Blick kann das wie vorgegaukelte Varianz wirken. Man bekommt viele Protokolle, aber nicht jedes fühlt sich sofort wie ein klar eigener Charakter an. Gleichzeitig ist genau das vielleicht auch Teil der langfristigen Spannung. Denn Compile erinnert hier ein wenig an den Deckbau im Star Wars LCG: Auch dort konnte man zunächst den Eindruck haben, dass sich manches stärker ähnelt, als es sollte. Der Reiz entsteht dann aber daraus, mit diesen Gemeinsamkeiten bewusst umzugehen.

Bei Compile liegt ein großer Teil der strategischen Tiefe nicht nur in einzelnen Protokollen, sondern in deren Kombination. Das Drafting, das Zusammenspiel der Effekte und die Frage, welche Überlappungen man bewusst nutzt, werden nach mehreren Partien interessanter, als sie anfangs wirken.

Aux 1 erweitert eher die Möglichkeiten als das Gefühl

Die erste Erweiterung Aux 1 fügt sich dabei nahtlos in dieses Bild ein. Sie vergrößert den Raum an Kombinationen und verstärkt damit genau den Teil, der Compile langfristig trägt: das Ausprobieren, Kombinieren und Entdecken von Synergien zwischen Protokollen.

Gleichzeitig löst Aux 1 aber nicht die grundlegenden Schwächen des Spiels. Wer sich mehr thematische Erdung, klarere Protokollidentitäten oder bessere visuelle Führung erhofft, bekommt diese nicht plötzlich nachgeliefert. Aux 1 erweitert Compile vor allem quantitativ und strategisch, nicht atmosphärisch oder ergonomisch.

Das ist nicht schlimm, denn mehr Protokolle bedeuten in diesem System tatsächlich mehr interessante Paarungen. Aber die Erweiterung macht auch deutlicher, dass Compile sein größtes Potenzial nicht vollständig ausschöpft.

Die M-Kurve der Wahrnehmung

Meine Einschätzung von Compile hat inzwischen eine Art M-Kurve durchlaufen.

Zuerst wirkt das Spiel komplexer, als es eigentlich ist. Die Kartenstruktur, die drei Effektbereiche und die vielen Protokollnamen erzeugen den Eindruck eines größeren Systems. Dann erkennt man die Überschneidungen zwischen den Protokollen und wird etwas unterkühlt. Dazu passt auch die sehr seichte, fast beiläufige Einbindung des Themas.

Nach weiteren Partien kippt dieser Eindruck aber wieder. Man entdeckt den Reiz dieser Überschneidungen. Man erkennt, dass Varianz nicht nur dadurch entsteht, dass jedes Protokoll maximal anders ist, sondern auch dadurch, wie ähnliche Werkzeuge in unterschiedlichen Kombinationen funktionieren. Gerade im Drafting und in der Protokollauswahl steckt mehr Spiel, als es zunächst scheint.

Fazit

Compile ist ein faszinierendes kleines Kartenspiel, das mich trotz klarer Schwächen weiterhin beschäftigt. Die Grundidee ist stark, der Ablauf elegant, und die Kombination der Protokolle entwickelt nach mehreren Partien einen echten Sog. Gleichzeitig bleibt der Eindruck, dass hier mehr möglich gewesen wäre: mehr thematische Verankerung, klarere visuelle Führung, stärkere Identitäten der einzelnen Protokolle.

Aux 1 erweitert diesen Kern sinnvoll, ohne ihn grundsätzlich zu verändern. Wer Compile wegen seiner Kombinationsmöglichkeiten mag, bekommt mehr davon. Wer auf eine thematischere oder zugänglichere Version gehofft hat, wird diese Erweiterung eher nicht als Korrektur empfinden.

Am Ende bleibt ein Spiel, das nicht ganz so genial ist, wie es nach der ersten Partie wirken kann, aber auch deutlich spannender, als es nach der ersten Ernüchterung scheint. Compile ist nicht perfekt. Aber es ist interessant. Und manchmal ist genau das langlebiger als ein makelloser Ersteindruck.

Top-Test

Erfahre mehr über das Wertungssystem im Toptest.

1. Thema

Das Thema ist in einem Satz erklärt: Wir sind KIs und kompilieren Protokolle. Warum? Weiß niemand. Was ist geschehen? Wo sind wir? Wann sind wir? Warum heißen die Protokolle meist wie Objekte in der freien Natur (wandeln wir etwa auf einer unbelebten Erde?), dann aber wieder wie menschliche Gefühle? Da wäre sehr viel drin gewesen, was nicht ausgeschöpft wird. Die paar Anreize, die das Spiel dann bietet, reißt es mit dem Hintern durch grafische Einordnung anderer Protokolle wieder ein. Darüber hinaus wird auf den Karten der deutschen Version immer von „der anderen Person“ statt Spieler, Gegner oder KI gesprochen, was das Thema dann vollends killt.

2. Material

Für so ein kleines Spiel schlägt Compile voll zu: Die Kartenqualität ist so gut, dass ich sie zuerst für Plastikkarten gehalten habe. Jede Karte hat eine Folienprägung, die Box ist sowohl unordinär als auch ansehnlich und darüber hinaus sogar praktisch – sie fasst alle Karten des Grundspiels und „seiner“ Erweiterung in gesleevten Karten.

3. Optik

Die Grafiken sind super, die einzelnen Karten eines Protokolls sind quasi Puzzlestücke, mit deren Hilfe wir das Gesamtbild aufdecken – thematisch, mechanisch und optisch. Mich holt die Grafik auf jeden Fall ab, auch wenn sie hier und da etwas generisch wirkt und mit der gefühlten thematischen Einbettung bricht.

4. Setup

Einfacher geht es kaum: Der Aufbau ist als Drafting quasi schon Bestandteil des Spiels. Dann mischt jeder 18 Karten, zieht 5 Handkarten und los gehts. Das ist noch schneller erledigt als z.B. Radlands aufzubauen.

5. Spieleranzahl

Das Spiel ist für 2 Spieler gedacht und genau so funktioniert es auch super. Es ist ja auch mal positiv, wenn ein Spiel nicht mehr vorgaukelt zu sein, als es eigentlich ist.

6. Zugänglichkeit

Zwar kommt das Spiel mit nur 2 Seiten Anleitung inkl. Aufbau aus, aber dennoch hätte man hier und da den Einstieg erleichtern können. Beispielsweise haben die 3 Bereiche jeder Karte eine immer gleiche und fest definierte Funktion – sehen aber optisch total identisch aus. Es ist zwar keine Wissenschaft zu verinnerlichen welcher Block an welcher Position für was steht. Aber man hätte es mit 2-3 Icons auch viel einfacher gestalten können.

7. Spieltiefe

Die Überschneidung der einzelnen Protokolle (und ihrer 6 Handkarten) ist größer als man sich anfangs wünscht – was schade ist. Dann aber sollte man erkennen, dass das Lernen dieser Überschneidungen und deren Einfluss auf das Drafting zu Spielbeginn definitiv ein fester und nicht zu verachtender Teil des Spiels sind. Zumindest hier hilft, dass die Protokolle für diese Auswahlphase eine kurze Beschreibung aufgedruckt haben. Es ist aber definitiv ein Spiel, das mit einer hohen Anzahl an Partien spannender wird und dass ein paar tolle und nicht häufig gesehene Entscheidungen mitbringt: Effekte können jederzeit von anderen Effekten unterbrochen bzw. pausiert werden. Ich kann sehr häufig die Seite meines Gegners beeinflussen. Karten verdeckt zu spielen ist ein großer Bestandteil. Das sieht man nicht häufig!

8. Spieldauer

Von 10 Minuten bis zu einer halben Stunde habe ich schon alles gesehen. Pegasus gibt das Spiel mit 20 bis 40 Minuten an. Das würde ich je nach Zielgruppe und Erfahrung unterschreiben, aber man sollte schon in Kauf nehmen, dass eine Partie auch mal wesentlich schneller enden kann. Ausschlaggebend ist dann sicherlich auch der Erfahrungsunterschied der beiden „Personen“.

9. Downtime

Es ist ein Zweispieler-Spiel, in der jede Seite 18 Karten besitzt, die größtenteils nur 1-3 Ein-Satz-Effekte bieten. Downtime ist nahezu nicht existent.

10. Preis

Pegasus verkauft das Spiel für 19,99 €, was für das Material und die Regeltiefe sehr günstig ist. Ich hätte lieber ein Compile als zwei Unos/Wizzards/you name it.

Ergebnis

Mit 42/50 Punkten ergattert Compile einen hervorragenden Punktestand und damit das Prädikat „Emfpehlenswert“!

Spielwarenmesse Nürnberg 2026

Von: Tobias
06. Februar 2026 um 22:50
Spielwarenmesse_logo_2023

Spielwarenmesse_logo_2023Ich habe lange überlegt, ob ich meinen Bericht von der Spielwarenmesse 2026 in Nürnberg wie in alten Zeiten zweiteilen soll oder nicht. Die Lesezeit des einteiligen Berichts aus dem letzten Jahr soll knapp 20 Minuten betragen, was zugegebenermaßen etwas viel ist. Allerdings gehe ich ein wenig davon aus, dass diese Form des Berichts hauptsächlich dazu […]

Der Beitrag Spielwarenmesse Nürnberg 2026 erschien zuerst auf fjelfras.de.

Neue Brettspiele 2026: Die besten Neuheiten für deinen Spieleabend

03. Februar 2026 um 11:44
Neue Brettspiele 2026

Du suchst frische Brettspiele für 2026 – ideal für Spieleabende mit Freunden oder der Familie? Dann bist du hier genau richtig! Die Redaktion von Brettspielelust hat die spannendsten Neuheiten des Jahres herausgepickt: von schnellen Karten- und Würfelspielen über kooperative Abenteuer bis hin zu anspruchsvollen Strategietiteln.

In unserer Liste „Neue Brettspiele 2026“ findest du ausschließlich Spiele, die wir selbst ausprobiert haben und die uns durch Spielspaß, Materialqualität und Wiederspielreiz überzeugt haben. Egal ob du ein neues Familienspiel, ein witziges Partyspiel oder ein taktisches Duell suchst – wir zeigen dir, welche Brettspiele 2026 sich wirklich lohnen.

Unser Fokus liegt wie immer auf Familienspielen, doch auch Fans von Partyspielen und strategischen Herausforderungen kommen auf ihre Kosten. Und falls du mehr Tipps für (immer noch) aktuelle Brettspiele suchst, schau gerne auch in diese Listen:
– „Neue Brettspiele 2025
– „Neue Brettspiele 2024
– „Neue Brettspiele 2023
– „Neue Brettspiele 2022

Der Beitrag wird fortlaufend ergänzt und aktualisiert, sobald neue Titel auf unseren Tisch kommen. Schau also gerne regelmäßig vorbei! Bei einigen Empfehlungen findest du Amazon-Links. Wenn du darüber einkaufst, unterstützt du unsere Arbeit – ohne Mehrkosten für dich.

Inhaltsverzeichnis dieses Beitrags
  1. Elixirus
  2. Formidabel
  3. Furchtlos
  4. Garden Lake
  5. Green Team Wins
  6. Kilia
  7. Light Speed Arena
  8. Rebirth
  9. Eine Stadt für Amytis
  10. Ultraviaolett

Neue Brettspiele 2026 – los geht’s:

Der alphabetisch sortierte Beitrag wird fortlaufend aktualisiert…

Elixirus

Dickie Chapin | 2025 | Piatnik | 2 bis 5 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten

Elixirus ist ein familienfreundliches Worker-Placement-Spiel, in dem ihr als Nachwuchszauberer Zutaten im Wald sammelt und daraus Tränke braut. Jede Runde setzt ihr eure Lehrlinge auf Waldplättchen ein, sammelt dort unterschiedlich viele Zutaten – oft kombiniert mit kleinen Spezialeffekten – und verarbeitet sie anschließend gleichzeitig auf euren Brautafeln. Farben und Sorten müssen exakt in die Flaschen passen; was nicht verbaut werden kann, landet in der Giftflasche und gibt Minuspunkte. Korken für abgeschlossene Tränke und seltene Spezialzutaten bringen zusätzliche Punkte und sorgen für kleine Wettläufe.

Das Spiel lebt vom Mix aus Einsetzen und dem Risiko beim Sammeln auf der eigenen Brautafel. Verzauberte und verfluchte Farben bringen persönliche Ziele ins Spiel, während Wald- und Rezepteffekte für taktische Momente und leichte Gemeinheiten sorgen. Glück spielt eine Rolle, bleibt aber im Rahmen – und die kurze Spieldauer lädt zu Revanchen ein. Fazit: Ein charmant illustriertes, leicht zugängliches Familienspiel mit genug Kniff, um auch erfahrene Spielerinnen zu unterhalten.

Unsere Wertung:

  • Familientaugliches Arbeiter-Einsetz-Spiel
  • Zentrale Waldstücke in der Tischmitte sorgen für viel Taktik und Interaktion!
  • Atmosphärische und stimmige Illustrationen unterstreichen das zauberhafte Thema!
  • Einfacher Spielablauf mit hohem Wiederspielreiz!

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Formidabel

Friedemann Friese | 2025 | 2F-Spiele | 1 bis 4 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten

Formidabel ist ein schnelles Auftrags- und Ressourcenmanagementspiel von Friedemann Friese, in dem ihr euren persönlichen Kartenstapel effizient „abarbeitet“. Jeder Zug besteht aus Nachschub holen und bis zu drei Aufträge erfüllen – ein klarer Rhythmus, der das Spiel flüssig hält und kleine Kombos ermöglicht. Der Nachschubplan zwingt euch, clever zu planen, denn jede neue Position bestimmt, welche Feldfrüchte oder Karten ihr als Nächstes bekommt.

Belohnungen machen jeden erfüllten Auftrag lohnend: neue Waren, zusätzliche Karten oder Marktaktionen, die sofort zu weiteren Erfüllungen führen können. Regelbrecher – bezahlt durch bereits erfüllte Aufträge – bringen Tempo ins Spiel, etwa durch extra Ressourcen, Doppelzüge oder Bewegungen auf besetzte Felder. So entstehen die typischen „Aha“-Momente, wenn mehrere Effekte ideal ineinandergreifen.

Im Kern bleibt Formidabel ein schlanker, taktischer Effizienztest: Wer klug plant, seine Ressourcenwege verkürzt und die Marktchancen nutzt, baut sich einen stetigen Spielfluss auf. Glück beim Nachziehen spielt eine Rolle, lässt sich aber gut steuern. Das Ergebnis: ein zugängliches, reizvolles Kombinationsspiel, das in 20–30 Minuten rund läuft und gerne sofort nochmal gespielt wird.

Unsere Wertung:

Furchtlos

Friedemann Friese | 2025 | 2F-Spiele | 3 bis 5 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten

Im Stichspiel „Furchtlos“ schlüpfen die Spieler in die Rolle von Gespenstern, die einen nächtlichen Wald durchqueren. Das Ziel ist ungewöhnlich: Statt möglichst viele Punkte zu sammeln, müssen die Teilnehmenden ihre Furchtpunkte durch ein perfektes Gleichgewicht minimieren. Gespielt wird in vier Farben mit Werten von +6 bis -6 sowie neutralen Nullkarten. Da ein Stich sowohl positive als auch negative Karten enthalten kann, gilt es, das eigene Punktekonto am Ende einer Runde möglichst exakt bei Null zu halten. Jeder Ausschlag in den Plus- oder Minusbereich wird als Furcht gewertet. Besonders riskant ist es, gänzlich auf Stiche zu verzichten: Wer leer ausgeht, bleibt in der Ruine zurück und wird mit einer hohen Strafe von 15 Furchtpunkten belegt.

Die Spieler müssen ständig abwägen, wann sie einen Stich erzwingen, um ihr Konto auszugleichen, und wann sie Karten gezielt an Mitspieler abgeben, um deren Balance zu stören. Die Interaktion ist hoch, da die Gruppe versucht, einander in ungünstige Punktbereiche zu drängen. Dank kurzer Runden, leicht verständlicher Regeln und einem stimmigen Thema eignet sich „Furchtlos“ ideal als unkompliziertes Familien- oder Absackerspiel. Der Wiederspielreiz ergibt sich aus dem spannenden Wechselspiel zwischen Risiko und Zurückhaltung, wobei oft ein einziger Stich über den Erfolg der gesamten Runde entscheidet.

Unsere Wertung:

Garden Lake

Uwe Rosenberg | Albi Games | 2025 | 1-4 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten

Garden Lake entführt in einen ruhigen Wassergarten, in dem mit Polyomino-Plättchen ein harmonischer See entsteht. Die U-förmige Auslage rund um das eigene Tableau bestimmt, welche Plättchen pro Zug erreichbar sind – eine einfache, aber interessante Mechanik, die das Legespiel strukturiert und etwas Dynamik hineinbringt. Bonusplättchen, gefüllte Reihen und freigespielte Dekorationen sorgen für zusätzliche Punkte und kleine taktische Entscheidungen, bleiben aber insgesamt überschaubar.

Interaktion gibt es vor allem indirekt, da sich Plättchenwahl und Nachschub gegenseitig beeinflussen. In der Schlusswertung zählen Reihen, Symbolgruppen und Dekorationen. Fazit: Ein ruhiges, klar aufgebautes Puzzle nach Rosenberg-Art – angenehm, sauber konstruiert, aber ohne großen Spannungsbogen.

Unsere Wertung:

  • Ein neues Legespiel von Uwe Rosenberg, dem Autor zahlreicher beliebter Strategiespiele.
  • Für 1–4 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 30+ Minuten.
  • Baue deinen eigenen Zierteich voller Koi-Karpfen, Seerosen und dekorativer Elemente.
  • Spielinhalt: 64 Wasserplättchen, 18 Dekorationsplättchen, 60 Bonusplättchen (15 pro Spieler), 4 Spielertafeln, 4 Teichkarten, Stoffbeutel, Anleitung in Englisch und Deutsch.
  • Englische und deutsche Version

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Green Team Wins

Nathan Thornton | PD-Verlag | 2025 | bis 12 Personen | ab 10 Jahren | bis 15 Minuten

Das Partyspiel „Green Team Wins“ (PD-Verlag) setzt voll auf Gruppendynamik: Ziel ist es nicht, die „richtige“ Antwort zu geben, sondern stets Teil der Mehrheit zu sein. Alle Spielenden beantworten simultan Fragen in drei Kategorien: „Entweder… oder“, „1, 2 oder 3“ (vorgegebene Optionen) oder „Mut zur Lücke“ (kreative Ergänzungen). Wer die Antwort wählt, die am häufigsten am Tisch vorkommt, gehört zum namensgebenden „Green Team“ und sammelt Punkte. Besonders lukrativ ist es, über mehrere Runden in der Mehrheit zu bleiben, da die Punktzahl für treue Teammitglieder steigt. Wer hingegen eine Außenseiter-Antwort gibt, landet im Team Orange und geht leer aus.

Der Reiz des Spiels liegt im psychologischen Einschätzen der Mitstreiter: Man schreibt nicht die eigene Meinung auf, sondern das, was man der Gruppe zutraut. Mit einer kurzen Spieldauer von etwa 15 Minuten und Platz für bis zu zwölf Personen eignet sich der Titel ideal als unkomplizierter „Eisbrecher“ oder für generationenübergreifende Runden. Da die Regeln in kürzester Zeit erklärt sind und kein Fachwissen erforderlich ist, steht der Unterhaltungswert und die Situationskomik im Vordergrund. Wer kooperative oder kommunikative Spiele wie „Fun Facts“ mag, findet hier eine kompetitive, aber lockere Alternative, bei der das Bauchgefühl über den Sieg entscheidet.

Unsere Wertung:

  • Brettspiele;Funspiele

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Kilia

Lars Ehresmann | 2025 | Huch | 2 bis 4 Personen | ab 14 Jahren | bis 90 Minuten

In „Kilia“ (HUCH!) übernehmen die Spielenden die Rollen von Reedern im historischen Kiel, um am Schleswig-Holsteinischen Canal ein Handelsimperium aufzubauen. Das Herzstück des Spiels ist ein Drafting-Mechanismus, bei dem pro Zug eine Aktionskarte gewählt wird. Die Besonderheit liegt in der vielseitigen Verwendbarkeit dieser Karten: Sie können als Händler auf einem Marktplatz-Raster platziert, für den Ausbau der eigenen Infrastruktur (Schloss, Universität, Werft, Packhaus) genutzt oder zum Erwerb von Fähigkeiten eingesetzt werden. Ein visueller Höhepunkt ist die Einkommensphase, in der physische Schiffskarten durch den Kanal geschoben werden und durch „Fenster“ in der Karte genau die Waren und Münzen anzeigen, die man durch gebaute Packhäuser erwirtschaftet.

Die Herausforderung besteht darin, aus den einzelnen Zügen effiziente Kettenreaktionen zu entwickeln und das Timing für teurer werdende Ausbauten optimal zu wählen. Während die Spielenden primär ihr eigenes Tableau optimieren, entsteht direkte Interaktion vor allem beim Wettlauf um begrenzte Errungenschaften und beim Wegschnappen begehrter Karten aus der Auslage. Zusätzliche Elemente wie die „Kieler Sprotten“ helfen dabei, Zufallsmomente bei der Kartenauswahl auszugleichen. Kilia bietet somit ein belohnendes Aufbau-Erlebnis mit klaren Abläufen und einer motivierenden Engine, das trotz einer gewissen Solitär-Tendenz durch seinen flüssigen Spielstil und das stimmige historische Thema überzeugt.

Unsere Wertung:

  • 🚢 Entdecke KILIA, ein SPANNENDES KENNERSPIEL, in dem du als aufstrebender Reeder in der Hafenmetropole Kiel dein Handelsimperium aufbaust!
  • 🛠 Dieses HISTORISCHE STRATEGIESPIEL kombiniert geschicktes RESOURCE MANAGEMENT mit packendem Gameplay, während du Waren handelst und Schiffe baust.
  • 🎲 Ideal für 2 bis 4 Spieler ab 14 Jahren, bietet dieses Spiel sowohl strategische Tiefe als auch spannende Interaktionen für alle Beteiligten.
  • 📜 KURZANLEITUNG: 1. Baue deine Flotte und erweitere dein Handelsnetz | 2. Erlerne neue Fähigkeiten und erfülle Aufträge | 3. Setze Wertungsmarker für den Sieg!
  • ✨ Spiele-Fans aufgepasst! Ihr sucht neue Highlights für den nächsten Spieleabend, Geburtstag, Party oder Familienfeier? Bei uns findet ihr euer nächstes Lieblingsspiel! Hutter Trade ist ein süddeutscher Spieleverlag, der neben HUCH! viele weitere tolle Marken im Sortiment führt - Abwechslung garantiert!

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Light Speed Arena

Leonardo Alese, James Ernest, Tom Jolly, Emanuele Santellani – Tablescope, Pegasus | 2025 | 2 bis 4 (6) Personen | ab 8 Jahren | bis 15 Minuten

Mit Light Speed Arena kehrt das hektische Echtzeit-Raumgefecht von 2003 in modernisierter Form zurück – diesmal als smartes Hybridspiel mit App-Unterstützung. Zwei bis vier Kommandant:innen (optional auch bis zu sechs) liefern sich ein schnelles Duell, platzieren in wenigen Sekunden ihre Schiffe in einer modularen Arena und versuchen, optimale Schusswinkel und Manöver zu finden. Sobald die wilde Platzierungsphase endet, übernimmt die App: Ein Foto des Spielfelds reicht, um Treffer, Explosionen und Ressourcen zu erfassen – samt animierter Gefechtsdarstellung auf dem Bildschirm.

Das Ergebnis ist ein Erlebnis zwischen Brettspiel und digitaler Simulation, das sofort fesselt. Die Kombination aus Tempo, Taktik und Technologie macht Light Speed Arena zu einem der interessantesten Echtzeitspiele des Jahres. Fans des chaotischen Originals kommen voll auf ihre Kosten – diesmal ganz ohne Lineal und Diskussionen über Laserlinien.

Für uns schon jetzt eines der Highlights des Jahres: ein kurzes, knackiges Sci-Fi-Spiel, das eindrucksvoll zeigt, wie gut analoges Spielgefühl und digitale Präzision zusammenpassen.

Unsere Wertung:

Rebirth

Reiner Knizia | Mighty Boards, Frosted Games | 2024 | 2-4 Personen | ab 8 Jahren | bis 60 Minuten

Rebirth von Reiner Knizia lässt euch als Clanoberhäupter ein verwüstetes Schottland oder Irland neu gestalten. Das Plättchenlegespiel punktet mit schnellen, flüssigen Spielzügen: Ein Plättchen wählen, geschickt einbauen und sofort punkten. Durch clevere Kombinationen entstehen Kettenreaktionen, die Mehrheiten an Burgen sichern oder Missionskarten freischalten. Sofortpunkte, Zwischenwertungen und Endspielziele greifen ineinander und sorgen für ein belohnendes Spielgefühl, in dem nahezu jeder Zug vorwärtsführt.

Die beiden Spielplanseiten verleihen Rebirth zusätzlichen Reiz. Schottland bietet einen entspannten Einstieg mit klassischem Mehrheiten- und Missionsspiel, während Irland mit offenen Missionszielen und besonderen Turmfeldern mehr taktische Finesse ins Spiel bringt. Wer hier Kathedralen sinnvoll platziert, kann mächtige Boni auslösen oder überraschende Punktesprünge erzielen.

Unabhängig von der gewählten Seite überzeugt Rebirth durch sein stetiges Fortschrittsgefühl, schön verzahnte Mechaniken und eine atmosphärische Gestaltung voller keltischer Motive. Es bleibt ein Legespiel, das gleichermaßen ruhig wie motivierend ist – zugänglich für Einsteiger, aber mit genug Tiefe für Vielspieler.

Unsere Wertung:

Eine Stadt für Amytis

Jérémy Ducret & Romaric Galonnier | 2025 | Game Factory | 2 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten

In dem Duellspiel „Eine Stadt für Amytis“ (Game Factory) wetteifern zwei Architekten um den Bau der prächtigsten Stadt für die babylonische Königin. Auf einem gemeinsamen 3×3-Spielfeld setzen die Kontrahenten ihre Figuren ein, um Zugriff auf verschiedene Gebäudeplättchen zu erhalten. Der Clou: Wer seine Architekten in einer Dreierreihe platziert – ähnlich wie bei Tic-Tac-Toe –, darf seine Figuren zurücknehmen und bleibt handlungsfähig. Die erworbenen Plättchen werden auf dem eigenen, ebenfalls 3×3 Felder großen Tableau abgelegt. Da die Gebäude je nach Typ und Position unterschiedliche Wertungsregeln mitbringen, ist eine vorausschauende Planung der Stadtstruktur unerlässlich.

Das Spiel bezieht seinen Reiz aus der ständigen Beobachtung des Gegenübers. Man muss abwägen, ob man die eigenen Architekten für lukrative Gebäude einsetzt oder die Reihen des Mitspielers blockiert. Eine wichtige Komponente ist das Überbauen bereits platzierter Gebäude: Dies ermöglicht es, das eigene Stadtbild nachträglich zu verändern, um etwa spezifische Farbanforderungen neuer Auftragskarten zu erfüllen. Mit einer Spieldauer von etwa 30 Minuten bietet das Spiel ein flüssiges Erlebnis mit hoher Interaktion, bei dem der Erfolg maßgeblich davon abhängt, wie geschickt man die Gebäude auf dem eigenen Tableau arrangiert und an die wechselnden Ziele anpasst.

Unsere Wertung:

  • EINE STADT FÜR AMYTIS: Schlüpfe in die Rolle eines königlichen Architekten. Nutze taktische Finesse, um deinen Kontrahenten beim Bau einer prächtigen Stadt zu übertrumpfen!
  • Setze deine Figuren vorausschauend, um dir die meisten Punkte zu sichern, indem du Aufträge erfüllst, Gebäude clever anordnest oder Reihen alla Tic-Tac-Toe bildest.
  • Trotz einfachen Regeln und einem leichten Einstieg warten knifflige Entscheidungen und viele Interaktionen auf dich! Nutze deine Strategie oder blockiere deinen Gegner und erlebe spannende Duelle mit taktischer Tiefe!
  • Anzahl der Spieler: 2. Spieldauer: ca. 30 Minuten. Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren.
  • Aus dem Hause GAME FACTORY - SPIELE FÜR FAMILY & FRIENDS.

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Ultraviaolett

Kampfhummel Spiele – Angela Vögtli | 3–4 Personen | ab 12 Jahren | ca. 45 Minuten

Ultraviolett ist ein kreatives Zeichenspiel mit unsichtbarer Tinte. Jede Runde würfeln alle Spieler verdeckt vier der vielen ausliegenden Satzfragmente und müssen den kompletten Satz (meist völliger Unsinn!!!) mit UV-Stift zeichnen – ohne dabei zu sehen, was sie malen. Erst unter der UV-Lampe werden die Bilder bei der Auswertung sichtbar. Anschließend versuchen alle, die jeweilige Satzkombination zu erraten.

Punkte gibt es für korrekt erratene Sätze anderer, wenn der eigene Satz erraten wird oder als Bonus für ein zusammenhängendes Bild. Die Partie bei diesem Partyspiel geht über 5 Runden oder bis ein Spieler 42 Punkte erreicht. Erweiterungen ermöglichen mehr Spieler und zusätzliche Karten.

Unsere Wertung:

  • HUMOR SCHLÄGT TALENT: Endlich ein Spiel, bei dem man kein Zeichenprofi sein muss. Durch den innovativen Spielmechanismus sind neben Humor und Kreativität vor allem auch taktisches Geschick gefragt.
  • EINZIGARTIGES SPIELPRINZIP: Schlüpf in die Rolle eines durchgeknallten Künstlers und zeichne absurde Sätze mit unsichtbarer Zaubertinte. Erlebe ein kompetitives Mal-Rate-Partyspiel mit UV-Stiften.
  • WÜRFELN, ZEICHNEN, RATEN: Alle würfeln gleichzeitig. Danach malt jeder sein unsichtbares Meisterwerk aus 4 Satzfragmenten. Mit UV-Licht werden die Zeichnungen sichtbar und müssen von den Mitspielern erraten werden.
  • SCHNELLER START, LANGES VERGNÜGEN: Alles ist dabei inkl. Batterien. Einfache Regeln und eine Videoanleitung garantieren einen leichten Einstieg. Hoher Wiederspielwert durch Millionen von Kombinationsmöglichkeiten.
  • GROßARTIGE GESCHENKIDEE: Tolles Geschenk für Spiele- und Ratefans zu Weihnachten, zum Geburtstag, zu Silvester oder als Mitbringsel zum lustigen Spieleabend mit Familie und Freunden.

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(wird laufend erweitert…)

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Ghostbumpers

Von: Oliver
27. November 2025 um 19:47

ghostbumpers titel

Ein Stichspiel? Schon wieder? Ja, diese Fragen sind berechtigt. Aber, grundsätzlich hört sich „Stichspiel“ für mich immer interessant an. Zumindest so interessant, dass ich es kennenlernen möchte. Wenn es dann noch mit einer besonderen Mechanik verbunden ist, klingt es noch interessanter.

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Cat in the Box – Nanu, was ist denn da im Karton?

Cat in the Box - Kartenspiel Review

Stichspiele gibt es viele und scheinbar spalten sich daran auch die Geister. Für manche kann es nicht genug davon geben. Andere Spielende laufen lieber weg, als ein Stichspiel zu spielen. Und ihr vermutet es schon richtig: Auch Cat in the Box ist ein Stichspiel. Allerdings hebt sich das Kartenspiel von Muneyuki Yokouchi hier deutlich ab und bringt dann doch den ein oder anderen Twist in das Stichspiel-Genre. Was das bei Pegasus erschienene Kartenspiel besonders macht, erfahrt ihr in unserer Review. Ach ja, und es versteht sich von selbst, dass bei den Arbeiten zu diesem Artikel keine Katzen verletzt wurden.

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