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Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026

20. Juli 2026 um 14:04
Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026

Die Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026 setzen vollständig auf Karten. FlipToons baut ein Deck rund um eine Zeichentrickbesetzung auf, YRO verbindet Handmanagement mit einem 3-mal-3-Raster und Jackpot: Set the Reel macht aus einer Kartenhand einen planbaren Spielautomaten. Hier findest du die wichtigsten Unterschiede bei Mechanik, Besetzung und Spieldauer.

FlipToons: Deckbau mit wechselnder Besetzung

FlipToons ist neu auf Board Game Arena. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Du stellst ein Deck aus Zeichentrickfiguren zusammen und deckst pro Runde sechs Karten in einem 3-mal-2-Raster auf. Die Effekte der Figuren greifen ineinander und erzeugen Ruhm, den du für neue Karten oder das Entfernen unpassender Karten ausgibst.

Das Rennziel liegt bei mindestens 30 Ruhm in einer Auslage, danach folgt eine letzte Wertung. Der schnelle Ablauf ist damit mehr als bloßes Aufdecken: Marktentscheidungen, Deckausdünnung und die Positionen im Raster bestimmen, wie zuverlässig deine Besetzung punktet.

FlipToons stammt von Jordy Adan und Renato Simões und erschien bei Thunderworks Games. Es ist für 1 bis 4 Personen ab 10 Jahren ausgelegt. BoardGameGeek nennt 15 bis 30 Minuten Spieldauer, während BGA im Durchschnitt rund 11 Minuten misst. Die BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 7,31 aus 3.039 Bewertungen.

YRO: Gildenaufbau im Kartenraster

YRO ist die zweite Neuerscheinung der Woche. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Du rekrutierst Mitglieder für deine Gilde und ordnest sie in einem 3-mal-3-Raster an. Gemeinsamkeiten bei Fraktion oder Beruf lösen Boni aus, während Kampfwerte sowie Magie- und Technologiepunkte weitere Fähigkeiten erschließen.

BGG führt Handmanagement, Set Collection und Push Your Luck als zentrale Mechaniken. Damit verlangt YRO vor allem, Karten nicht nur nach ihrem Einzelwert zu wählen, sondern ihre Position und ihre Verbindung zu bereits ausliegenden Figuren mitzudenken.

Masato Uesugi hat YRO entworfen, als Hauptverlag nennt BGA Studio Supernova. Das Kartenspiel eignet sich für 1 bis 5 Personen ab 10 Jahren und dauert laut BGG 20 bis 30 Minuten. BGA weist für die digitale Umsetzung derzeit eine durchschnittliche Dauer von rund 6 Minuten aus. Die BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 7,36 aus 1.043 Bewertungen.

Jackpot: Set the Reel mit planbarer Kartenfolge

Jackpot: Set the Reel ergänzt das Trio. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Du legst Karten aus deiner Hand zu einem Spielautomatenraster und punktest für passende Symbole. Der entscheidende Kniff: Die Karten werden nicht gemischt, sodass du ihre Reihenfolge durch Tauschen, Aufwerten und Neuordnen gezielt vorbereitest.

Alle spielen gleichzeitig. Nach dem Auslegen gibst du eine Karte weiter, nimmst eine neue an und sammelst Münzen aus einer Spalte. BGG ordnet das Spiel unter anderem Handmanagement, Musterbildung und Deckbau zu. Ein Solomodus ist ebenfalls vorhanden.

Jackpot: Set the Reel wurde von Kristian Karlberg und Kenny Zetterberg für Dranda Games entwickelt. Es ist für 1 bis 4 Personen ab 12 Jahren vorgesehen. BGG nennt 30 bis 60 Minuten, BGA misst bei den bislang gespielten Onlinepartien im Durchschnitt rund 25 Minuten. Die noch junge BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 6,34 aus 112 Bewertungen und ist deshalb nur eine frühe Momentaufnahme.

13 Leaves

01. Juni 2026 um 13:46

Quercus robur. Bauhinia variegata. Acer palmatum. Die lateinischen Namen am Rand der Karten sind schwer leserlich und sagen mir nichts. Ich habe nur das Asterix-Latinum. Und Biologe bin auch nicht. Doch ich bin auf dem Land aufgewachsen, zudem war mein Vater Tischler. Einige der Blätter kann ich den richtigen Bäumen zuordnen, ohne im Pflanzenlexikon nachzuschlagen. Wenngleich die klassische Darstellung der Blätter auf den Karten von 13 Leaves die Anmutung hat, als wäre sie einem Nachschlagewerk entnommen. Die ruhige Aufmachung täuscht indes über die Emotionen hinweg, die dieses feine Kartenablegespiel auslösen kann.

13 Leaves

Stellen wir uns einfach vor, dass wir nach einem Waldspaziergang in einem Wirtshaus einkehren. Im Blockhausstil gebaut, rustikal eingerichtet. Und in einer Ecke am Tisch kloppen ein paar Menschen Karten. Was könnten sie spielen? Skat? Doppelkopf? Möglich, vielleicht aber auch 13 Leaves. Denn auch dieser Titel verlangt nach einer Spur Gewitztheit und einem Gefühl für Timing – auch wenn es nicht um Stiche geht. Die Regeln sind auch etwas einfacher als bei den genannten Klassikern.

Wie bei 13 Leaves die Karten verteilt sind

Wer alle Blätter abgelegt hat, gewinnt. Die Blätter sind Zahlenkarten von 1 bis 13. Die Häufigkeiten ähneln einer Gaußschen Normalverteilung: Die Extremwerte sind zweimal vorhanden, die 7 achtmal. Die Häufigkeiten zu kennen, ist wichtig. Umso besser, dass sie durch kleine Punkte auf jeder Karte symbolisiert sind. Bin ich am Zug, kann ich beliebig viele Karten in die gemeinsame Auslage legen. Freilich müssen alle denselben Wert haben. Zwei Vieren etwa, vier Siebenen oder auch nur eine Elf. Auf dem Tisch werden die Werte in aufsteigender Reihenfolge geordnet.

13 Leaves

Nun, das allein wäre banal. Durch zwei Regeln aber erlangt 13 Leaves taktische Tiefe. Die erste: Ich darf nur außen anlegen, also entweder an der Seite mit der bislang kleinsten oder mit der größten Zahl. Dann habe ich zwei Optionen: Entweder lege ich weitere Karten auf die bereits an den Enden ausliegenden Karten – und zwar mindestens so viele, wie dort schon sind. Oder aber ich erweitere die Auslage mit einer neuen kleinsten oder neuen höchsten Zahl. Bedingung dafür: Ich muss mindestens so viele Karten mit diesem Wert ablegen, wie Karten mit dem zuvor niedrigsten oder höchsten Wert ausliegen.

Wodurch 13 Leaves glänzt

Und plötzlich ergibt sich ein Spiel, das durch viel kleine Entscheidungen glänzt. Die mittleren Werte sind schnell umschlossen, sodass solche Karten auf der Hand versauern können. Andererseits droht, Einzelkarten an den Rändern nicht loszuwerden, weil ich mehrere benötigen würde, um regelgerecht ablegen zu können. Wie ich mich richtig verhalte? Wie es in einem guten Spiel der Fall ist, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten.

13 Leaves
Die kleinen Punkte weisen darauf hin, wie oft eine Karte im Spiel vorhanden ist.

Klar ist: Wer nicht ablegen möchte oder nicht kann, muss passen. Und in diesen Fällen kommt der zweite Kniff zum Tragen. Wer aussteigt, muss eine der ausgelegten Karten auf die Hand nehmen. Egal welche. Es darf auch eine sein, die nicht am Rand liegt. Wenn es aber eine vom Rand ist, ändert sich die Ausgangslage. Wo eben noch zwei Elfen das Ende bildeten, liegt möglicherweise nur noch eine, sodass schon eine Zwölf genügt, um im Durchgang zu bleiben. In einer Partie zu fünft oder sechst, in der mehrere Personen nacheinander passen, ergeben sich plötzlich wieder ganz neue Optionen. Solche Situationen verleihen 13 Leaves seinen besonderen Reiz.

Welche Karte nehme ich aus der Mitte?

Freilich sollte sich jeder, der passt, genau überlegen, welche Karte er aus der Mitte nimmt. Wie kann ich mein Blatt stärken, ohne den anderen eine Vorlage zu geben? Wer sich zudem merkt, was die anderen aus der Mitte nehmen, kann daraus Schlussfolgerungen für die weiteren Durchgänge ziehen. Ein Durchgang endet nämlich, wenn alle bis auf eine Person ausgestiegen sind. Dann wird die Auslage abgeräumt und die Person, die nicht gepasst hatte, beginnt eine neue Runde.

13 Leaves

Mit gefällt es, die Zusammenstellung meiner Handkarten zu lesen und daraus einen Plan abzuleiten. Welche Karten sollte ich schnell loswerden, um in den entscheidenden Durchgängen nicht chancenlos zu sein? Doch wie es mit Plänen mitunter ist: Sie gehen nicht immer auf. Für mich ist das okay, andere fühlen sich gespielt. Auch wenn sich Routine in die Spielweise einschleicht, gibt es immer wieder Momente, die hervorstechen. Weil jemand vier weitere Siebenen auf schon vier ausliegende schmettert. Weil ich zwei Zweien mit zwei Einsen kontere. Oder, oder, oder.

Lieber die längere Version von 13 Leaves spielen

Die Standardversion sieht vor, eine Partie 13 Leaves zu beenden, sobald jemand all seine Karten los ist. Dafür braucht es mitunter nur zwei oder drei Durchgänge. Deshalb empfehle ich die längere Version, die mehrere Einzelpartien vorsieht und in der verbliebene Handkarten jeweils als ein Strafpunkt zählen. Abgerechnet wird dann, wenn einer 20 oder mehr Miese eingesammelt hat. Das kann dann auch schon mal etwas länger dauern. Aber im Wirtshaus möchte ich ja auch nicht nur einmal nippen und dann schon wieder gehen …

13 Leaves | Elznir Games/Cranio Creations | Masato Uesugi | 3 bis 6 Personen | ab 8 Jahren | 20 oder mehr Minuten | SpielanleitungMeine Bewertung: ★★★ (gut)

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