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Ziffernwald: Kompaktes Roll & Write im Taschenformat

Von: ravn
17. Juni 2026 um 14:08

Es kommt bei Brettspielen nicht immer auf die Größe an. Anspruchsvoller als dieses Witzchen ist allerdings das Erstlingswerk von Christian Liebke, den Ihr eventuell als Spielemuffel auf Instagram und TikTok kennt. Der Nürnberger Spielkarten Verlag hat seine als Tsundoku im Eigenverlag veröffentlichte Idee redaktionell und grafisch als 2026er-Neuheit überarbeitet. Klein, aber knifflig mit Oho-Faktor.

Zu Ziffernwald gibt es weitaus mehr zu erzählen als ich zunächst meinte. Zufällig im 2026er-Neuheitenprogramm vom Nürnberger Spielkarten Verlag entdeckt, wobei meine Aufmerksamkeit aufgrund der kompakten Größe der Spieleschachtel und der schön einfach reduzierten Idee hängengeblieben ist. Ein Geburtstagswunsch als Auffüller für kleines Geld. Spielerisch kann es allerdings weitaus mehr, wie meine Erstpartie in entspannter Sechserrunde und damit Vollbesetzung gezeigt hat.

Ziffernwald kommt in der Tradition und Nachfolge der MINNYS-Spielreihe vom Nürnberger Spielkarten Verlag daher. Vollwertige Würfel- und Kartenspiele auf kleinsten Raum, in einem Aufreiß-Tütchen, die prominent an einem Displayständer im Kassenbereich eines Brettspielladens zu finden sind. Hier haben wir es allerdings mit einer kleinen Pappschachtel zu tun, die wir aufschieben und das Spielmaterial auch wieder dauerhaft verschließen können, wie wir Brettspieler es kennen und mögen. Die Ausstanzung zum Einhängen könnt Ihr nach dem Kauf abtrennen und schon weiß niemand mehr, dass das hier mal eine Hängeverpackung war. Einzelhändler-Disponenten könnten Euch dazu sicherlich noch viel mehr sagen, aber es soll hier ja um das Roll & Write Spiel gehen.

Also zurück zum Thema und das hat seine Wurzeln ganz woanders. Der auf Instagram und TikTok äußerst aktive Influencer und Content-Creator Christian Liebke hatte unter seinem Kanalnamen Spielemuffel das Roll & Write Tsundoku im Eigenverlag veröffentlicht. Der Nürnberger Spielkarten Verlag hat die Grundidee redaktionell und grafisch überarbeitet und ein gefälligeres Thema gegeben. Fertig war Ziffernwald, das damit sicherlich größere Bekanntheitskreise erreichen wird. Der NSV steht schließlich für bewährte Qualität und hat mit Qwixx, The Game und The Mind nominierte bis ausgezeichnete Klassiker im Verlagsprogramm. Einfache Spielideen, die besondere Erlebnisse schaffen und durchaus mal polarisieren dürfen, weil erst auf den zweiten Blick eine Menge Spiel in der Schachtel steckt.

Wir sind mit zwei bis sechs Spielern auf verschlungenen Pfaden im Wald unterwegs und sammeln geheimnisvolle Ziffernblumen ein, ohne uns durch Irrlichter in Sackgassen zu verirren. Insgesamt werden 16 Runden gespielt und da wir zeitgleich nach dem gemeinsamen Würfelwurf von zwei W6 agieren, entstehen auch keine Wartepausen. Deshalb ein ideales Spiel für auch größere Runden, wie selbst erlebt. Ein Würfel gibt und die Anzahl der Zahlenfelder vor, die wir im Ziffernwald überqueren müssen, während der zweite Würfel die Wertung bestimmt. Sechs unterschiedliche Aufgaben werden uns so gestellt und der Zufall entscheidet für alle, welche davon in der aktuellen Runde ansteht.

So sollen wir zum Beispiel in Summe unserer durchquerten Zahlenfelder am nächsten an die 12 herankommen oder es werden nur ungerade Zahlenfelder gewertet und die höchste Summe soll erreicht werden. Wenn alle am Tisch ihre Stifte niedergelegt haben, dann wird reihum verglichen. Und das war für mich auch der eigentliche Spannungsmoment des Spiels. Weil jeder woanders in seinem Ziffernraster in die Partie startet und zudem auf sich fokussiert ist, um das bestmögliche Ergebnis in einer Runde zu erreichen, war die Überraschung immer groß, wie denn die lieben Mitspieler im Vergleich so abgeschnitten haben. Bei bis zu vier Spielern zählt nur das beste Ergebnis passend zur aktuellen Wertung und bringt Punkte. Bei fünf oder sechs Spielern darf sich ebenso der Zweitplatzierte über die Punkte freuen, wobei bei einem Gleichstand der Plätze alle Punkte einfahren, was ein freudig-überraschtes Hallo am Spieltisch gab. So fahren wir in den 16 Runden aufsteigende Punkteernten ein. Am Ende gibt es noch Sonderpunkte, wer die meisten Irrlichter eingesammelt hat und wir ermitteln den Sieger.

Doch halt, das wäre viel zu einfach. Ziffernwald hat deshalb den entscheidenden Kniff dabei. Wir dürfen unsere Wegstrecke über das Raster der Ziffer nicht kreuzen oder doppelt beschreiten. Wer Snake aus den frühen Handyzeiten oder Tron aus dem Kino kennt, weiß direkt, was damit gemeint ist und welche Herausforderung dabei entsteht. Unser Wald und damit das Spielfeld ist nun mal begrenzt und wer zu großräumig sich die allerbesten Ziffern heraussucht, hat Richtung Spielende eventuell nur noch sehr eingeschränkt Platz. Wir hatten in unserer Erstpartie hingegen zu übervorsichtig agiert, auch weil in den ersten Runden nur hohe Würfelzahlen gefallen sind, die uns weit durch den Wald führten. Am Ende fielen eher niedrigere Wegstrecken-Vorgaben und der Wald war für jeden von uns groß genug.

Wir können uns zudem im Ziffernwald verirren. Das passiert dann, wenn wir das Ergebnis des Bewegungswürfels nicht vollständig ausnutzen, weil wir uns in eine Ecke oder Sackgasse gespielt haben. Denn verfällt unsere Bewegung komplett und wir müssen einen der Wegweiser auf unserem Spielzettelchen abstreichen. Das bringt uns am Ende vier Minuspunkte und ein eventuell sogar das vorzeitige Spielende für alle, wenn einer von uns alle drei Wegweiser nutzen musste. Eine Partie kann also auch vorzeitig zu Ende sein. Wobei ich das mehr als eine Androhung als erlebte Spielpraxis sehe, aber das müssen Folgepartien noch genauer zeigen. Ein Vorteil der Wegweise gibt es aber dennoch, denn Ihr startet damit an beliebiger neuer Stelle auf Eurem Spielzettelchen, was Euch durchaus in eine bessere Ausgangsbedingung bringen kann.

Am Ende rechnen wir ab und wir hatten in unserer Sechserpartie zwischen 24 und 61 Punkte. Dabei eine Menge Spaß in flott gespielten 15 Minuten. Ein ideales Roll & Write für zwischendurch, das keineswegs banal ist und zudem etliche Überraschungen bei der Rundenwertung bietet, wie gut die eigene Ernte wirklich war. Die Rückseite der Spielezettelchen bietet zudem noch eine Variante, bei der wir uns Extraschritte weiterbewegen, wenn wir unsere Rundenreise auf einem leuchtenden Ziffernfeld beenden. Allerding selbst noch nicht ausprobiert.

Also alles gut und perfekt? Ja und nein, denn ein paar Kritikpunkte oder zumindest Anmerkungen habe ich dennoch. Durch die kompakte Hosentaschenform von Ziffernwald sind die Spielezettelchen mit dem 10×11 Ziffernraster samt Wertungsinfo und Punkteabrechnung entsprechend klein gedruckt. In einer Größe, die an der Grenze für eine Lesebrille liegt. Also Sehhilfe nicht vergessen oder sich über seine Jugend mit hoffentlich sehstarken Augen freuen. Die beiliegenden Würfel sind zudem etwas klein geraten, gerade mal eine Kantenlänge von nachgemessenen 4,8 Millimetern laut Schiebelehre. Auch das ist dem Packungsformat geschuldet, weil zeitgleich der Block mit dem Spielzettelchen entsprechenden Raum verbraucht. Warum allerdings nur ein Notbleistift beiliegt, obwohl wir bevorzugt zeitgleich agieren können, bleibt wohl das Geheimnis vom NSV. Ich empfehle Euch deshalb, direkt für ausreichend eigene Stifte zu sorgen. Zwar könntet Ihr auch notfalls reihum Eure Wege einzeichnen, aber ich sehe da nur Nachteile.

Tja, und irgendwann werden Euch die Spielezettelchen ausgehen. Also denkt zeitig an Nachschub oder laminiert Euch die letzten sechs Zettelchen einfach ein und nutzt fortan eigene abwischbare Folienstifte. Eventuell ist das auch die ideale Gelegenheit, die Spielfäche direkt auf A5 Größe zu bringen und damit eine eigene Maxiversion von Ziffernwald dauerhaft bespielen zu können. Dann klappt es allerdings nicht mehr mit dem Hosentaschenformat. In Summe bleibt trotzdem für mich ein empfehlenswertes Spiel übrig. Eines mit Potenzial, es für Euch auf angenehme Größe zu optimieren. Für knapp 5 Euro im Handel könnt Ihr kaum mehr verlangen.

7 Wonders Dice

Von: Krys
07. Februar 2026 um 08:08

7 Wonders Dice überträgt die Grundidee der bekannten 7-Wonders-Reihe in ein Roll-and-Write-Format. Statt Karten werden Würfel genutzt, um Gebäude zu errichten, Ressourcen zu verwalten und militärische Konflikte mit den Nachbarstädten auszutragen. Alle Spieler entwickeln gleichzeitig ihre eigene Stadt. Dabei gilt

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Klacken & Krabbeln: Unsere Herbstneuheiten 2025

10. Oktober 2025 um 14:22

Klacken & Krabbeln: Diese NSV-Neuheiten starten zur Spiel

Der NSV (Nürnberger-Spielkarten-Verlag) präsentiert bei der diesjährigen SPIEL in Essen zwei spannende Neuheiten. Mit CLICKETY CLACK von Ralf zur Linde und FANTASTIC TRAILS von Jordy Adan hat man die Projekte von zwei bekannten Autoren für den NSV gewinnen können.

Ralf zur Linde ist erst letztes Jahr auf der Empfehlungsliste für das Spiel des Jahres gewesen und ist aktuell einer der gefragtesten Autoren der Brettspielszene. Jordy Adan kennen viele vor allem durch das Spiel Der Kartograph, welches 2020 unter anderem als Kennerspiel des Jahres nominiert war und sich zu einem internationalen Bestseller entwickelt hat.

Das Roll & Write CLICKETY CLACK überzeugt NSV-typisch durch einfache Regeln, einen schnellen Spielablauf und überraschend viel taktische Tiefe.

Reihum nehmen die Personen einen Würfel aus dem neunteiligen Pool und „klacken“ ihn auf einen weiteren, noch ausliegenden Würfel. Deren Summe wird auf dem persönlichen Tableau eingetragen. Jede Wertungsreihe auf dem Tableau folgt dabei eigenen Regeln. In der einen sind zum Beispiel nur aufsteigende Zahlen erlaubt, in einer anderen müssen gerade und ungerade Zahlen sich abwechseln. Wer zuerst drei Reihen bis zur Ziellinie füllt, löst die Schlusswertung aus. Wer dann seine Reihe an der falschen Stelle beendet hat, geht womöglich leer aus. So bleibt bis zum letzten Würfel die Spannung aufrecht.

Dank abwischbarer Tableaus mit zwei verschiedenen Spielvarianten ist die nächste Partie schnell vorbereitet und der Wiederspielwert hoch.

CLICKETY CLACK ist für zwei bis vier Personen ab acht Jahren geeignet und hat eine ungefähre Spieldauer von 25 Minuten.

Bei dem Flip & Write FANTASTIC TRAILS schrumpfen die Spielenden auf Ameisengröße und tauchen ein in eine Welt voller Taktik und Abenteuer.

Auf verschiedenen Waldbodenkarten baut man möglichst lange Straßen in Form von Zahlenfolgen. Jede Runde bringt neue Kombinationen aus Zahlen- und Formenkarten, die möglichst geschickt eingetragen werden müssen. Zusätzliche Aufgaben auf den Waldböden schalten persönliche Boni frei. Honigtau bringt Extrapunkte, Bonuszahlen beschleunigen den Bau und Arbeiterinnen erlauben flexible Anpassungen der Zahlen und Formen. Nach der dritten Runde wird die längste Zahlenstraße pro Waldboden sowie der gesammelte Honigtau gewertet und so ermittelt, wer die cleverste Ameise ist.

Ähnlich wie bei CLICKETY CLACK wird hier mit abwischbarem Spielmaterial gearbeitet, damit passend zum Setting möglichst ressourcenschonend gespielt wird.

FANTASTIC TRAILS ist für eine bis vier Personen ab zehn Jahren geeignet und hat eine ungefähre Spieldauer von 30 Minuten.

Beide Spiele haben einen UVP von 18,99 € und sind mit Beginn der SPIEL – ab Ende Oktober 2025 – im Handel erhältlich, oder hier über unseren Onlineshop.

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