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Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

26. Oktober 2026 um 09:58
Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

Board Game Arena hat in den vergangenen sieben Tagen zwei neue Titel ins Programm genommen, die kaum unterschiedlicher sein könnten: ein frisches Experten-Kennerspiel um den Bau von Streichinstrumenten und ein vierzig Jahre altes Familienspiel-Urgestein mit verschiebbaren Gängen. Wir zeigen euch beide mit allem, was ihr vor der ersten Partie online wissen solltet.

Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

Luthier

Mit Luthier bringt Board Game Arena ein Expertenspiel um den Bau und Verkauf von Streichinstrumenten online. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Ihr steigt als Geigenbauerin oder Geigenbauer ins Handwerk ein, wählt Holzsorten, baut Instrumente und verkauft sie an Musikerinnen und Musiker, Sammlerinnen und Sammler oder Orchester. Auf Board Game Arena spielt ihr zu zweit, dritt oder viert, BGG nennt zusätzlich einen Solo-Modus für die Partie am Tisch. Eine Partie dauert online im Schnitt 83 Minuten, BGG nennt für den Tisch 90 bis 150 Minuten: Offenbar spielt sich eine Partie online zügiger. Designer sind Dave Beck und Abe Burson, das Spiel erscheint bei Paverson Games, die deutsche Fassung bei Funtails. Über die deutsche Vorbestellaktion von Funtails haben wir 2024 bereits berichtet.

Eckdaten zu Luthier

  • Spieleranzahl: 2 bis 4 auf Board Game Arena (BGG nennt zusätzlich einen Solo-Modus)
  • Spielzeit: 90 bis 150 Minuten laut BGG, im BGA-Schnitt 83 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren (laut BGG)
  • Komplexität: 4 von 5 auf Board Game Arena, BGG-Gewicht 3,83 von 5
  • Designer: Dave Beck und Abe Burson
  • Verlag: Paverson Games, deutsche Fassung bei Funtails
  • BGA-Zugang: Premium-Titel
Neu auf Board Game Arena: Luthier & Labyrinth

Labyrinth

Labyrinth ist seit dieser Woche ebenfalls auf Board Game Arena spielbar. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Ravensburger brachte das von Max J. Kobbert entworfene Familienspiel 1986 erstmals heraus, in diesem Jahr wird es vierzig Jahre alt. Ihr schiebt Gangteile durch ein Labyrinth aus losen Fliesen und steuert euren Charakter zu euren Schätzen, während sich die Gänge mit jedem Zug neu verschieben. Eine Partie dauert laut BGG 20 Minuten, im BGA-Schnitt sind es 24. Komplexität und BGG-Gewicht liegen übereinstimmend am unteren Ende der Skala, das Spiel richtet sich an die ganze Familie.

Eckdaten zu Labyrinth

  • Spieleranzahl: 2 bis 4
  • Spielzeit: 20 Minuten laut BGG, im BGA-Schnitt 24 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren (laut BGG)
  • Komplexität: 1 von 5 auf Board Game Arena, BGG-Gewicht 1,35 von 5
  • Designer: Max J. Kobbert
  • Verlag: Ravensburger
  • BGA-Zugang: kostenlos spielbar

Welches spielen wir zuerst?

Für uns ist die Wahl diese Woche leicht: Labyrinth ist in einer Partie durchgespielt und eignet sich bestens für eine schnelle Runde zwischendurch, während Luthier eher der Abend für die Kennerrunde ist, die sich Zeit nimmt. Wer noch unsicher ist, ob sich das Premium-Abo für Luthier lohnt, kann mit Labyrinth kostenlos reinschnuppern und danach entscheiden.

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Carcassonne Labyrinth

19. Oktober 2026 um 23:50

Welch coole Idee! Zwei der erfolgreichsten Brettspiele der vergangenen Jahrzehnte gehen in Carcassonne Labyrinth eine Symbiose ein und kombinieren ihre grundlegenden Mechanismen. Und das in dem Jahr, in dem beide Titel besondere Geburtstage haben: Das verrückte Labyrinth von Autor Max J. Kobbert feiert sein 40-jähriges Bestehen, Klaus-Jürgen Wredes Carcassonne ist 25 Jahre alt geworden. Nun schmeißen die beiden Millionenseller quasi eine gemeinsame Party. Die Frage dazu: Lohnt es, die Einladung anzunehmen?

Carcassonne Labyrinth

Die Antwort darauf gebe ich sofort: Ja! Denn die beiden Verlage Ravensburger (Das verrückte Labyrinth) und Hans im Glück (Carcassonne) haben es hinbekommen, die Hits so miteinander zu verschmelzen, dass die Identität beider Titel erhalten bleibt. Mir vermittelt Carcassonne Labyrinth direkt das Gefühl, auf alte Bekannte zu treffen. Zugleich erlebe ich genügend Neues. Als ob gute Freunde, die ich länger nicht gesehen, von ihren jüngsten Erlebnissen oder Abenteuern erzählen.

Wie viel Labyrinth ist in Carcassonne Labyrinth?

Zentraler Plan ist ein Labyrinth, in das auf der einen Seite ein Plättchen hineingeschoben und damit ein anderes auf der gegenüberliegenden Seite heraus bugsiert wird. Dadurch verändert sich das Wegenetz, das aus fixierten Gebieten und verschiebbaren Plättchen besteht. Nun darf ich mit meinem Carcassonne-Meeple über verbundene Wegstrecken laufen, um möglichst das gewünschte Schatzfeld zu erreichen. Klingt bekannt, oder?

Nun kommt jedoch der Carcassonne-Teil ins Spiel. Das herausgeschobene Plättchen erhält nicht die folgende Person zum Einschieben, sondern ich verbaue es in meine persönliche Landschaft. Die Schiebeplättchen sind nämlich Landschaftplättchen, wie man sie aus Carcassonne kennt. Dadurch erhält der Labyrinth-Aspekt eine zusätzliche und äußerst harmonisch eingefügte Dimension. Nicht allein der Weg ist das Ziel.

Carcassonne Labyrinth

Nun könnte man befürchten, dass die Bedenkzeit für jeden einzelnen Zug wächst. Doch das haben die Designer weitgehend verhindert, indem sie die normale Labyrinth-Größe von 7×7 auf 5×5 Felder verringert haben. Statt zwölf möglicher Stellen für das Einschieben des Plättchens gibt es lediglich acht. Wer jedoch generell Schwierigkeiten damit hat, sich das Labyrinth vorzustellen, wie es nach der Aktion aussehen könnte, kommt auch hier ins Grübeln.

Bonus für den Gewinner der Kronen-Wertung

Klar ist jedenfalls, dass besonders die Plättchen attraktiv sind, die Wappen-Symbole aufgedruckt haben. Wer nämlich eine Stadt oder Straße mit einem angrenzenden Zeichen abschließt, darf einen passenden Marker in der eigenen Stadt platzieren. Das ist gut, denn am Ende gewinnt, wer den höchsten Turm aus allen verbauten Plättchen und erhaltenen Markern stapeln kann. Punkte muss hier niemand zählen. Obendrauf thront noch die eigene Figur. Warum das wichtig ist? Weil die Person, die den Kronenauftrag am besten abschließt, statt des normalen Meeples eine Krone platzieren darf – und die ist etwas größer als eine Figur. Schöne Idee!

Carcassonne Labyrinth

Für die Höhe zählen auch die Schatzplättchen mit. Das sind im Prinzip ganz normale Landschaftsteile, doch diese muss ich mir erst verdienen. Und zwar indem ich im Labyrinth mit meiner Figur das Schatzsymbol erreiche, das auch auf meinem zufällig gezogenen Schatzplättchen gerade zu sehen ist. Ist da die Katze drauf, muss ich zur Katze hin. Klare Aufgabe. Ist sie erfüllt, lege ich das Schatzplättchen als Landschaftsplättchen in mein Gebiet – und ich darf das nächste Schatzplättchen von meinem persönlichen Stapel aufdecken.

Städte und Straßen ohne Symbole sind im Grundspiel von Carcassonne Labyrinth wertlos

Wie gut die einzelnen Labyrinth– und Carcassonne-Elemente bei Carcassonne Labyrinth verdrahtet sind, zeigt sich wie folgt: Auf die nun in meiner Landschaft enthaltenen Schatzsymbole darf ich erst einen Schatzmarker legen, wenn die zugehörige Straße oder Stadt abgeschlossen ist. Umgekehrt sind Straßen und Städte ohne Wappen- oder Schatzsymbole im Grundspiel wertlos. Auch das ist eine nachvollziehbare Regelentscheidung.

Carcassonne Labyrinth

Gleichwohl gibt es auch Schwächen in Carcassonne Labyrinth: Die Schatzfelder im Labyrinth sind auf fixierten Feldern und folglich immer an denselben Stellen auf dem äußeren Ring. Möchte ich im Laufe einer Partie, die über zehn Runden geht, all meine acht Schatzplättchen verbauen, muss ich all diese Felder in der Reihenfolge erreichen, wie es der Zufall beim Aufdecken der Plättchen will. Wer Glück hat, läuft sie reihum auf kurzen Wegen ab. Wer Pech hat, muss lange Strecken überwinden, was mitunter dauert. Vor allem dann, wenn man partout nicht das Teil zum Einschieben nachzieht, das die dringend benötigte Weggerade aufweist.

Die Profivariante von Carcassonne Labyrinth

Doch dem möglichen Frustpotenzial wirkt die integrierte Profivariante entgegen. Nun kommen zusätzlich zum Kronenauftrag weitere Aufträge ins Spiel, die zusätzliche Wappenmarker als Belohnung versprechen. Etwa für Straßen einer bestimmten Länge, für Städte einer bestimmten Größe oder für das Herausschieben meiner eigenen Figur aus dem Labyrinth. Diese Variante sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern auch für eine größere planerische Herausforderung. Die Interaktion steigt dadurch ebenfalls, denn mitunter ist die Belohnung größer, je früher man die Bedingung erfüllt. Nicht zuletzt wegen der Elemente dieser Profivariante gewinnen zwei Klassiker an neuer Frische – und das in nur einer Schachtel.

Carcassonne Labyrinth | Ravensburger, Hans im Glück | Max J. Kobbert, Klaus-Jürgen Wrede | 1 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Einschätzung: ★★★ (gut)

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