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Aridnyk – Schäfchenzählen mit Berggeistern (Rezension)

20. Oktober 2026 um 12:30

Titelbild AridnykAus der Ukraine in die deutschen Spielregale: Aridnyk schickt uns als Hirt*innen durch die Karpaten, wo Plättchen, Schafe und launische Geister über den Sieg entscheiden. Hinter der leichten Regel steckt ein kniffliges Bewegungspuzzle. Warum uns dabei vor allem Thema und Übersetzung ein Lächeln ins Gesicht zaubern, klären wir hier.

Dieser Beitrag wurde von Tim Billen geschrieben

Ukrainian board game studio born during Russian invasion breaks into US hobby distribution with ACD deal

28. September 2026 um 15:32

Ukrainian board game studio Boardova has broken into US hobby distribution through ACD, four years after being launched by two volunteers who met while supporting refugees and Ukraine’s army in the wake of Russia’s invasion.

ACD has added the Lviv-based publisher’s debut title Aridnyk and upcoming George Orwell-inspired game 1984: Unperson to its extensive catalogue, a year after the first title’s $132,000 Kickstarter success.

The move into US distribution continues a unique success story for Boardova, whose co-founder Volodymyr Kuznietsov told Wargamer earlier this year he had been forced to flee his home city of Sievierodonetsk for the second time amid Russia’s 2022 invasion.

Boardova co-founder Volodymyr Kuznietsov || Photo Credit: Boardova

Kuznietsov relocated more than 1,000km away to Lviv in western Ukraine, leaving behind possessions including his entire board game collection – which he described to Wargamer as being “occupied by Russia”.

He added that while volunteering to support refugees and the Ukrainian army he decided to change the status of those games on BoardGameGeek to “pre-owned” – a joke spotted by fellow volunteer and board game enthusiast Zholud “Acorn” Dobrovolskyy, sparking a conversation which led to the pair founding Boardova the same year.

The company’s first game, Aridnyk, draws on the mythology and traditions of the Hutsul people of the Carpathian Mountains. Boardova released the game in Ukraine in January 2024, before raising more than $132,000 from almost 1,600 backers – almost half from the US – via a Kickstarter campaign the following year.

1984: Unperson, meanwhile, is a semi-cooperative card game designed by Kuznietsov and Yaroslav Kifor inspired by George Orwell’s dystopian novel. The game sees players trying to fulfill collective directives handed down by a totalitarian regime, while also trying to achieve their own secret ambitions.

Directive cards from 1984: Unperson || Photo Credit: Boardova

Kuznietsov told Wargamer the subject had an unavoidable resonance for a Ukrainian studio, describing the dangers of blindly following government orders as a “painful and obvious topic while we are under attack from Russia”.

Boardova has also previously expanded into Germany, signing a localisation deal for Aridnyk with Koalla Spiele shortly after Spiel Essen last year.

ACD said it had separately added five titles from Los Angeles party game publisher McMiLLER to its catalogue, including Jolt, Dummeez and Fish Fight.

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Die Bestie: Gejagt im Gévaudan im Jahr des Herrn 1764

Von: ravn
08. Mai 2026 um 16:56

So schreibt sich Spielegeschichte: Auf dem SpieleWahnsinn 2026 in Herne kennengelernt und in entspannter Viererrunde als Bestie knapp verloren, weil ich dann doch zu übermütig war und meine geheime Identität als Raubtier vorzeitig enttarnt wurde. Eine interessante Erfahrung, die sich allerdings im viel besuchten Gerne der Hidden-Movement-Spiel abspielt, von denen ich schon eine ganze Menge besitze. Trotzdem ist La Bête ausreichend anders.

Alles neu? Keineswegs, denn La Bête wurde schon 2023 auf der BerlinCon in lokalisierter Version als „La Bête – Die Bestie“ von Multivers vorgestellt. In Frankreich gab es das Hidden-Movement-Spiel vom Autor Charlec Couronnaud schon ein Jahr länger. Inzwischen ist es wieder auf Deutsch verfügbar und befindet sich nun im Vertrieb von Koalla Spiele. Die sind mit ihrem Geheimtipp Kauri desselben Autors auf der Empfehlungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2025 gelandet. Auf dem diesjährigen SpieleWahnsinn in Herne am ersten Maiwochende ergab sich durch einen freien Tisch für meine Spielrunde und mich die Gelegenheit, „La Bête – Die Bestie“ vor Ort kennenzulernen. Wie das alles im Jahr 1764 eine Geschichte ergibt, die wir in weitergedachter Scotland-Yard-Manier gemeinsam gegen die Bestie spielen, erfahrt Ihr im Audiomitschnitt direkt vom Koalla Spiele Messestand – reingelauscht:

„La Bête – Die Bestie“ bietet als Blickfang eine schön atmosphärische Optik mit auffälligen Holzfiguren und wuchtigen Identitätsscheiben. Genau diese wurde mir auch zum Verhängnis, denn wenn der passende Ermittler meine wahre Identität herausfinden kann, dann habe ich als gejagte Bestie verloren. Dabei wollte ich doch nur ein paar Dorfbewohner von ihrem elendigen Leben erlösen. In Gestalt des vorab gewählten Raubtiers wähnte ich mich recht sicher und dieser Übermut wurde mir schließlich zum Verhängnis, als sich die Ermittlerschlinge enger zog. Dabei hätte ich auch gut und gerne das Wolfsrudel, der Graf, der Teufel oder alternativ der Landstreicher sein können. Nur alleine meine Position aufzusuchen, die ich Runde für Runde sowieso offenbaren muss, reicht für die Ermittler nicht aus. Stattdessen müssen die mich innerhalb von drei Spieljahren mit jeweils vier Jahreszeit-Runden davon abhalten, meine 25 Opfer zu töten oder eben meine geheime Identität zu entlarven. Dabei stochern die Ermittler wie genreüblich ein wenig im Nebel herum und werden allzu gerne von der Bestie in Bluff-Situationen gelockt.

Mir hat die Spielpartie gefallen. „La Bête – Die Bestie“ auf Seiten der titelgebenden Bestie Spaß gemacht, weil ich wissend statt deduzierend agieren konnte. Zudem fand ich es äußerst amüsant, den wilden Spekulationen der lieben Ermittler zu lauschen. Die lagen erstaunlich oft richtig, nur um sich dann doch für eine alternative Vorgehensweise zu entscheiden. Während sich die bis zu vier Ermittler gemeinsam offen absprechen und sich so auch gegenseitig bei Regelfragen helfen können, spielt es sich auf der Gegenseite der Bestie doch recht einsam. Deshalb solltet Ihr in dieser Position auch das Regelwerk ausreichend verinnerlicht haben, denn unklare Regeldetails oder gar falsche Spielzüge behindern bis zerstören die Spielpartie. Die dauert auch nur rund 60 Minuten, sofern das Ermittlerteam nicht immer alles bis ins letzte Detail durchdenken möchte. Wer eine gute Mischung aus Fury of Dracula in kürzerer Form und Scotland Yard mit moderneren Spielmechanismen und einem atmosphärischen Thema sucht, der kann sich hier bei „La Bête – Die Bestie“ richtig fühlen.

Wenn Ihr allerdings wie ich die Hidden-Movement-Spiele Die Akte Whitechapel, Der Whitehall Mord, Mind MGMT, Nuns on the run, Terrorscape und 1ers Contacts im Spieleschrank stehen habt, dann stellt sich die Frage, ob „La Bête – Die Bestie“ ausreichend anders ist. Vom Grundprinzip durchaus vergleichbar, aber besonders durch den thematischen Hintergrund und die Nutzung der verschiedenen Identitäten mit ihren Sondereigenschaften eine Bereicherung für das Genre. Wenn Ihr Euch somit am Genre noch nicht satt gespielt oder weiterhin dort Euer Lieblingsspiel noch nicht gefunden habt, dann ist diese Bestie durchaus eine Anspielpartie wert.

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