Normale Ansicht

Waldland

In Waldland wetteifern ein bis vier Spielende darum, ein möglichst ertragreiches Wald‑Ökosystem des pazifischen Nordwestens aufzubauen.

Waldland

Waldland braucht vor allem Platz auf dem Spieltisch: Da wächst auf den Tableaus von bis zu vier Spieler:innen ein kompletter Wald heran. Bäume entstehen aus Pappteilen, zahlreiche Tierkarten siedeln sich im Laufe einer Partie an, Wald- und Wetterkarten beeinflussen das Ökosystem. Waldland von Autor Tim Eisner ist ein Brettspiel, das Drafting, Push‑Your‑Luck und Tableau‑Aufbau miteinander kombiniert.

Waldland – so wird es gespielt:

Eine Partie dauert genau drei Jahreszeiten, die jeweils eine Spielrunde darstellen. Alle starten mit einem eigenen Waldplan, auf dem später die Bäume wachsen.

Ein Zug besteht aus bis zu drei Phasen:

  1. Tiere anlocken: Zu Beginn eines Zuges können wir gesammelte Nahrung ausgeben, um Tiere aus einer offenen Auslage in ihren Wald zu erhalten. Diese Tiere bringen unterschiedliche Effekte: Manche liefern sofortige Fähigkeiten, andere Punkte während der Saison oder erst am Spielende.
  2. Karten wählen (Push‑Your‑Luck): In der Tischmitte liegen drei verdeckte Kartenstapel. Zunächst schaut man sich den ersten Stapel geheim an. Man kann ihn komplett nehmen – oder zurücklegen. Legt man ihn zurück, wird blind eine zusätzliche Karte darauf gelegt. Der Stapel wird damit für die nächste Person interessanter. Anschließend darf man den zweiten Stapel prüfen und ebenso entscheiden. Wer alle drei Stapel ablehnt, zieht stattdessen blind eine Karte vom Nachziehstapel.
  3. Karten in den Wald legen: Nimmt man einen Stapel, müssen alle enthaltenen Karten in den eigenen Wald integriert werden. Wurzeln, Stämme und Baumkronen lassen physische 3D‑Bäume entstehen. Wird eine Baumkrone gesetzt, ist der Baum abgeschlossen und bringt sofort Punkte. Die Höhe des Baumes multipliziert sich dabei mit dem Wert der Krone. Außerdem können fertiggestellte Bäume Ökosystem‑Plättchen freischalten. Pflanzen‑, Wetter‑ oder Gefahrenkarten werden daneben im eigenen Tableau gesammelt.
  • Errichtet ein gesundes und ausgewogenes Ökosystem
  • Lasst möglichst hohe Bäume wachsen, sammelt Pflanzen, vermehrt euren Tierbestand, sorgt für passendes Wetter und wehrt Bedrohungen ab
  • Wer hat nach 3 Saisons das beste Ökosystem und ergattert die meisten Punkte?

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3D-Pappbäumchen wachsen heran, bringen Punkte und spielen Bonusplättchen frei.
Tierkarten-Auslage: Die Bananen-Schnecke „kostet“ drei Nahrung.

Am Ende jeder Jahreszeit folgt eine umfangreiche Zwischenwertung. Tiere bringen Punkte, Gefahren wie Feuer oder Krankheiten werden abgehandelt und Pflanzen‑ sowie Wettersets gewertet. Zusätzlich erhält der höchste Baum mit Baumkrone aus dieser Runde eine Prämie. Danach werden fast alle Waldkarten abgeworfen – nur Tiere und Ökosystem‑Plättchen bleiben bestehen.

Unterschiede zum ursprünglichen Kartenspiel „Baumkronen“

Waldland ist ein eigenständiges Spiel und erweitert das ursprüngliche Baumkronen (Unser Test im Dez. 2021) deutlich. Das Original war für zwei Personen ausgelegt, während hier reguläre Regeln für ein bis vier Spielende enthalten sind.

Der sichtbarste Unterschied ist die Darstellung des Waldes. Im ursprünglichen Spiel bestanden die Bäume lediglich aus Karten, die man übereinander gefächert auslegte, um die Höhe des Baums zu dokumentieren. In Waldland werden stattdessen echte 3D‑Bäume aus Pappteilen gebaut, die auf einem eigenen Waldplan wachsen.

Auch mechanisch gibt es Erweiterungen. Die Ressource Nahrung erlaubt es, Tiere gezielt aus einer Auslage zu kaufen. Außerdem kommen Ökosystem‑Plättchen hinzu, die durch bestimmte Baumkonstellationen freigeschaltet werden. Am Spielende können zusätzlich Tierketten entstehen, wenn Symbole verschiedener Tierkarten miteinander verbunden werden.

Waldland: Fazit und Wertung

Waldland ist ein mechanisch durchdachtes Brettspiel, das Set‑Collection, Tableau‑Building und einen Push‑Your‑Luck‑Mechanismus sinnvoll miteinander kombiniert. Mehrere Strategien können zum Erfolg führen – etwa über Pflanzen‑Sets, hohe Bäume oder Tierketten. Ein besonderer Kniff ist, dass die Waldkarten am Ende jeder Jahreszeit weitgehend abgeräumt werden, die einmal angelockten Tiere aber bei uns bleiben. Dadurch müssen sich Spielende einerseits wieder auf neue Karten einstellen, andererseits „starke“ Tierkarten und deren Effekte in folgenden Runden weiternutzen.

Wer Baumkronen noch nicht kannte, wird für den Einstieg ein Weilchen brauchen. Die Anleitung ist recht lang, aber gut strukturiert. Die vielen Arten, um zu punkten, sollte man vor der ersten Partie einigermaßen verstanden haben, um sich nicht komplett zu verrennen. Für ein thematisch ruhiges Naturspiel verlangt Waldrand den Spielenden einiges an Überblick ab. Nahrung verwalten, Tierfähigkeiten nutzen, Gefahren berücksichtigen und gleichzeitig Bäume aufbauen – all das läuft parallel. Zudem benötigt das Spiel viel Platz auf dem Tisch. Der nahezu komplette Neustart der Auslage nach jeder Jahreszeit kann außerdem den Eindruck von Wiederholung erzeugen. Durch das Kartenziehen und den Push‑Your‑Luck‑Mechanismus spielt auch Glück eine gewisse Rolle, etwa wenn bestimmte Symbole für Sets benötigt werden.

Die Präsentation trägt viel zur Wirkung des Spiels bei. Die wachsenden 3D‑Bäume machen den Fortschritt im eigenen Wald sichtbar, und die Illustrationen von Vincent Dutrait unterstützen das Naturthema. Hinzu kommt eine komplett plastikfreie Produktion, die gut zum Thema passt.

Waldland sieht gut aus und überzeugt mit hochwertigem, nachhaltigen Material. Wer mit dem Platzbedarf auf dem Spieltisch, der längeren Einarbeitungszeit und einer Spieldauer von 60 bis 90 Minuten kein Problem hat, erhält ein spannendes Spiel mit mehreren strategischen Wegen. Spielende, die meist zu zweit spielen und es etwas zügiger mögen, sollten eher zum Vorgänger Baumkronen greifen.

Waldbrandgefahr: Hast du zwei dieser Karten in deiner Auslage, musst du zwei andere Karten vor der Wertung entfernen!


Waldland – auf einen Blick

Title

In Waldland bauen Spielende über drei Jahreszeiten ein eigenes Wald‑Ökosystem auf. Karten‑Drafting, Tierkombinationen und wachsende 3D‑Bäume bestimmen das taktische Spielgeschehen.

Autor: Tim Eisner | 2025 | Piatnik | 1-4 Personen | ab 10 Jahren | bis 90 Minuten

Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).


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Das Slayer Pack: Kostenlose Fan-Erweiterung bringt 300 neue Karten für das Slay the Spire Brettspiel

10. März 2026 um 13:45
Das Slayer Pack: Kostenlose Fan-Erweiterung bringt 300 neue Karten für das Slay the Spire Brettspiel

Ein Solo-Entwickler hat nach über 18 Monaten Arbeit das Slayer Pack veröffentlicht, eine kostenlose Homebrew-Erweiterung für das Slay the Spire Brettspiel. Das Pack umfasst 300 neue Karten und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Community entwickelt und getestet. Alle Details und Druckdateien sind im zugehörigen BoardGameGeek-Thread zu finden.

Was steckt im Slayer Pack?

Die Erweiterung ist vollständig mit dem Basisspiel kompatibel und fügt sich nahtlos in das bestehende Material ein. Viele der enthaltenen Deck-Karten, Relikte und Tränke sind Adaptionen aus dem Videospiel, die es nicht in das offizielle Brettspiel geschafft haben. Ergänzt werden sie durch Eigenkreationen des Entwicklers.

Im Detail enthält das Pack 21 Jumbo-Karten mit neuen Bossen und Akt-4-Eliten sowie 198 Standard-Karten. Darunter befinden sich 21 neue Ereignisse, 115 neue Gegner samt Summons und Eliten, 28 Charakter-Karten, 17 farblose Karten, 4 Flüche und 10 Upgrade-Belohnungen. Hinzu kommen 84 Mini-Karten mit 17 Tränken, 47 Relikten und 20 Boss-Relikten.

Bei den Gegnern hat der Entwickler besonderen Wert auf Originalität gelegt. Fast alle sind Eigendesigns mit neuen Mechaniken, die sich deutlich von bekannten Gegnern unterscheiden sollen. Ein ausführliches „Monster Manual" mit Erklärungen zu allen neuen Gegnern und Mechaniken liegt als FAQ-Dokument bei.

Druck und Verfügbarkeit

Für den professionellen Druck stehen zwei Optionen zur Verfügung. Über den Druckservice MPC aus China lässt sich die englische Version für etwa 130 bis 140 Euro inklusive Versand und Importgebühren bestellen. Die Karten nutzen dabei das gleiche Material und die gleiche Druckqualität wie das Original. Alternativ bietet MB Print aus Polen sowohl eine englische als auch eine deutsche Version an, zu einem geschätzten Gesamtpreis von etwa 94 Euro inklusive Versand.

Wer die Kosten niedrig halten möchte, kann das Pack auch selbst ausdrucken. Druckbögen im A4- und Letter-Format stehen zum Download bereit. Der Entwickler weist darauf hin, dass 59 der Standard-Karten blickdichte Hüllen benötigen, damit sie im Deck nicht vom Rest unterscheidbar sind. Bei Nutzung entweder der Standard- oder der Ascension-Varianten soll alles gesleevt in die Originalbox passen.

Eine deutsche Version der Karten ist derzeit in Arbeit. Die Mechaniken wurden zudem vorausschauend so entworfen, dass sie mit künftigen Erweiterungen wie Downfall kompatibel sein sollten. Zusätzlich gibt es eine eigene Mod für den Tabletop Simulator, die mit der bestehenden Slay the Spire Brettspiel-Mod funktioniert. Alle Kartendateien sind öffentlich über einen Google-Drive-Ordner zugänglich. Das Slayer Pack ist kostenlos für den persönlichen Gebrauch und darf geteilt werden, solange kein Profit damit erzielt wird.

Ki Frust bei Concordia : wenn die Wut zu „Reviewbombing“ führt

Mehr als 21.000 Mesnchen folgen bereits der zukünftigen Kampagne zum Spiel Concordia: Special Edition, die Vorfreude ist groß, denn 2027 soll das altehrwürdige Concordia aus dem Jahr 2013 eine super Deluxe Neuauflage erhalten. Eingetrübt wurde die Vorfreude nun aber von der Tatsache, dass die Grafik des Covers von einer KI erzeugt wurde, statt aus der Hand eines Künstlers zu stammen. Damit hat Awaken Realms, der Verlag der für die Neuauflage verantwortlich ist, schon vor ihrem offiziellen Start der Kampagne eine kontroverse Diskussion in der Brettspiel-Community ausgelöst.

Neolithisches Ressourcenmanagement: Kennerspiel mit starken Frauen

Die steifen Nordwinde peitschen über die Orkney-Inseln, während sich die Bewohner einer steinzeitlichen Siedlung in ihre aus Müllbergen gegrabenen Behausungen zurückziehen – doch statt archäologischer Romantik erwartet die Spielenden hier ein strategisches Ringen um Ressourcen, Platz und Prestige. Skara Brae, das neue Spiel von Shem Phillips und Garphill Games, wirft seine Mitspielenden in die täglichen Herausforderungen einer neolithischen Gemeinschaft, die nicht nur überleben, sondern auch wachsen will. Doch während das Cover eine entschlossene Frau mit Jagdwaffe in der Hand zeigt, wirft die historische Darstellung im Spiel selbst Fragen auf.

Im Rampenlicht: Sea, Salt & Paper

10. März 2026 um 08:00

Sea, Salt & Paper | Bruno Cathala & Theo Rivière | 30 – 45 Minuten | 2 -4 Personen | MM Spiele

Papierkunst und schön gefaltete Meerestiere, Leuchttürme oder Meerjungfrauen auf den Karten wecken direkt das Interesse am Tisch bei Sea, Salt & Paper. Die Spielenden ziehen Karten und versuchen mit diesen lukrative Serien oder auch nur Paare zu bilden, denn letztere kann man für Aktionen ausspielen und so einen weiteren Zug machen, eine Karte stibitzen oder direkt in einem Stapel nach einer Karte suchen. Hat jemand sieben Punkte mit ausgelegten Karten und denen auf der Hand erreicht, kann diese Person die Runde beenden. Und dann kann man auch noch zocken, denn wer siegessicher ist und glaubt mehr Punkte als alle anderen zu haben, kann diese noch einen Zug machen lassen und muss dann hoffen, dass sie ihn nicht noch überholen. Doch hat sich das Spiel bei den Spielenden verzockt oder kann es begeistern? Dies beschreiben einige Mitglieder im aktuellen Rampenlicht.

 

 

 

 

Oli (Alles außer Toplisten)

Oli (Alles außer Toplisten)
Gibt es eingentlich etwas, das Sea, Salt and Paper nicht hat? Da sind die liebenswerten Illustrationen, der Clou mit 2 Ablagestapeln, die Meerjungfrauen, um die sich alle reißen, und die Kombis, mit denen man den anderen das Leben schwer machen kann. Und ein Zocker-Element bein Beenden der Runde ist auch noch dabei. Je länger ich grübele, desto überzeugter bin ich: Sea Salt and Paper ist eins der besten Kartenspiele, die ich kennenlernen durfte.
Frederik Malsy Frederik (Boardcast)
Nach rund 600 Partien live am Tisch (bisher insgesamt 3 Spiele verschlissen) und auch auf BGA kann ich nur sagen: Ich liebe dieses Spiel. Eine wunderschöne Gestaltung sowie spannende Entscheidungen machen dieses Spiel zu einem meiner Lieblings-Titel. Die richtige Mischung aus Glück und Taktik, Schadenfreude und Zocken bringen viele schöne Runden Spielspaß. Ein echtes Highlight.
André (Brettspielgalaxie)
Sehr schönes kurzweiliges Kartenspiel im Hosentaschenformat. Nicht ganz so simpel wie ein Uno, aber trotzdem perfekt für jede Familienfeier.
Markus Sch. Markus (Brett & Pad)
Sea, Salt & Paper ist irgendwie immer in einer Strandtasche, wenn es in den Urlaub geht. Kniffelig, tricky und mit einem coolen Timing-Kniff machen dieses Kartenspiel zu einem perfekten Begleiter, nicht nur am Strand. Dazu kommen die schönen Illsutrationen. Kurz: ein absolut gelungenes Kartenspiel.

Fabian (Bretter Late then Never)

Fabian (Bretter late than never)
Wer ein würziges, kurzes Kartenspiel sucht, das nicht so fade schmecken soll wie Uno und Mau Mau, wird bei Sea, Salt and Paper definitiv nicht enttäuscht. Kleine Kniffe (wie z.B. die zwei getrennten Ablagestapel oder der Meerjungfrauen-Win) werten dieses simple Set-Collection- und Kartenablegespiel zu einem zeitlosen Hit auf! Noch dazu ist es nicht viel größer als ein Slazstreuer und deutlich kleiner als eine Pfeffermühle, sodass man es überall hin mitnehmen kann.
Peer (spielbar.com)
Kurzweiliges Drafting – Spiel mit toller und recht einzigartiger Graphik. Erfindet das Genre nicht neu, ist aber schön gemütlich.
Daniel Profilbild Daniel (The Spielträumers)
Sea, Salt and Paper überzeugt mit angenehmer taktischer Tiefe und einer zarten Origami-Gestaltung. Ein bisschen Bluff und Zockerei zum Abschmecken dazu, und das Resultat ist ein kleines Kartenspiel, das in jede Jackentasche passt und auch auf Bahnklapptischen und in Restaurants sehr kurzweilig spielbar ist.
Dirk_Huesmann

Dirk (Würfelmagier)

Dirk (Würfelmagier)
Fische sammeln für Fortgeschrittene. Sea, Salt and Paper überzeugt durch eine flotte Inszenierung und interessante taktische Tiefe. Spannend ist es den richtigen Zeitpunkt zum Absprung zu finden. Beende ich die Runde oder sammle ich noch eni wenig weiter? Und wie viel traue ich meiner Sammlung zu? Das Spiel passt fast auf jeden Tisch und funktioniert auch zu zweit ganz gut. Zu dritt oder viert ist aber mehr Salz in der Suppe. Das Ganze wird garniert mit einer wunderschönen Gestaltung. Und Meerjungfrauen sollte man immer behalten 😉

 

Wenn Ihr Euch nun etwas intensiver mit Sea, Salt & Paper befassen wollt, dann schaut Euch doch mal die folgenden verlinkten Artikel an:

Brett & Pad

Die besten Frühlingsangebote für Brettspieler bei Amazon

Von: Peer
10. März 2026 um 06:47

Bei Amazon gibt es bis zum 16. März die Frühlingsangebote*. Da gibt es viele günstige Angebote mit bis zu 50% Rabatt (teilweise sogar noch mehr), unter anderem für Brettspiele und Kartenspiele. Da könnt ihr viele interessante und günstige Spiele-Schnäppchen machen, sogar von relativ aktuellen Brettspielen. Und natürlich gibt es noch vieles mehr, was für Brettspieler […]

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Kniffel 7, For One: Kniffel und Kniffel – Das Duell

09. März 2026 um 18:57

Ein „Kniffel“ mit 7 Würfeln, ein „Kniffel“ mit 10 Würfeln und ein „Kniffel“ mit 18 Würfeln – mit diesem Material geht es in drei neue Varianten des Klassikers. Autor ist jeweils Reiner Knizia. Doch während „Kniffel 7“ das Spiel nur langatmig werden lässt, überrascht „For One: Kniffel“ als Solo-Herausforderung. Und „Kniffel: Das Duell“? Macht Tempo.

Warum „Kniffel 7“ das Spiel nicht besser macht

Kniffel 7: Doppel-Trippel statt Full-House, Sechserstraße statt Große Straße, Super-Kniffel statt Kniffel – die Ziele haben leicht modifizierte Namen, doch im Prinzip bleibt „Kniffel 7“ das klassische „Kniffel“. Nur dass wir in dieser Variante sieben Würfel haben, die pro Zug dreimal beliebig gewürfelt werden dürfen, um ein möglichst gutes Ergebnis für ein noch offenes Feld zu erreichen. Auf den Würfeln sind (statt von eins bis sechs) die Zahlen von eins bis sieben zu finden – auf jedem der sieben Sechsseiter fehlt jeweils eine andere Zahl. Deshalb besteht der Super-Kniffel auch nicht auch sieben gleichen Zahlen, sondern aus sechs – mehr sind nicht zu erreichen.

Kniffel 7

Mehr Würfel führen jedoch nicht zu mehr Spielspaß – im Gegenteil. Es wird unübersichtlicher. Einerseits, weil ich manchmal wissen möchte, welche Zahlen auf bestimmten Würfeln fehlen – und das Nachschauen dauert halt ein bisschen. Andererseits werden letztlich nur die Einzelergebnisse größer, sodass der Rechenaufwand leicht steigt. Zumal es im bekannten oberen Bereich auf dem Wertungsblatt nicht nur einen Bonus, sondern auch noch einen Top-Bonus abzuräumen gilt. Das fühlt sich einfach nur aufgebläht an.

Kniffel 7 | Schmidt Spiele | Reiner Knizia | 2 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | 20 Minuten | Meine Bewertung: ☆☆☆☆☆ (misslungen)

Warum „For One: Kniffel“ ein gutes Solo-Spiel ist

For One: Kniffel: Im Gegensatz zu „Kniffel 7“ ist dieses Solospiel eine echte Innovation. Mein Ziel ist es, jedes der 25 Level zu schaffen und jeweils den Highscore nach oben zu treiben. Dazu platziere ich die Würfel auf einem Spielbrett, das dem klassischen Wertungsblock nachempfunden ist. Das Konzept sieht dann aber vor, nicht nach jedem Wurf ein Ergebnis zu werten, sondern ich kann über mehrere Züge an unterschiedlichen Aufgaben arbeiten.

Im Einstiegslevel steht mir dafür ein Pool von 17 Würfeln zur Verfügung. Fünf davon nutze ich pro Zug, um sie nach einem Wurf einzusetzen. Habe ich keine fünf Würfel mehr im Pool, endet die Partie und ich ermittle mein Gesamtergebnis. Um nicht zu schnell ins Leere zu laufen, kommt es auf das Würfelmanagement an. Ich erhalte Würfel zurück in den Pool, wenn ich eine Zeile werte. Kann ich einen Würfel nicht regelgerecht platzieren, ist er aus dem Spiel. Im unteren Bereich erziele ich nur Punkte, wenn alle Felder einer Aufgabe mit einem Würfel belegt sind. Ziehe ich Würfel einer Reihe vorher zurück, steht die Null.

Kniffel For One

Im oberen Bereich, in dem ich zeilenweise Einser bis Sechser platziere, kann ich auch mit weniger Würfeln punkten. Der Bonus dort hängt aber nicht von der Summe im oberen Bereich ab (wie im klassischen Kniffel), sondern vom Minimum an platzierten Würfeln in den Zeilen. Eine gute Lösung – auch wenn die Handhabung der Wertungsmarker generell etwas umständlich wirkt. In höheren Leveln ist auch mal eine Reihenfolge der Aufgabenbearbeitung einzuhalten. Ist ein gelber Würfel dabei, können Ergebnisse verdoppelt werden. All das macht das Würfelmanagement zunehmend anspruchsvoller. Und wer keine Solospiele mag? Der kann mit zwei Exemplaren ein Duell starten.

Der große Pluspunkt von „For One: Kniffel“ sind die 25 unterschiedlichen Level, die durch Abwechslung glänzen und immer wieder für neue Herausforderungen sorgen. Mal wird die Zahl der verfügbaren reduziert (auf bis zu 13), mal sind Punktverdopplungen möglich. Manchmal müssen bestimmte Felder zwingend belegt, mal vorgegebene Punktzahlen erreicht werden.

For One: Kniffel | Schmidt Spiele | Reiner Knizia | 1 Person | ab 8 Jahren | Ein Level dauert etwa 20 Minuten | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)

Warum „Kniffel – Das Duell“ Tempo in den Klassiker bringt

Kniffel – Das Duell: Klar, auch das normale „Kniffel“ lässt sich zu zweit spielen. Diese Duell-Variante mit je fünf blauen und roten Würfeln streicht jedoch das Rechnen aus dem Geschehen und macht aus der Würfelei ein Tauziehen. Wer eine Kombination zweimal nacheinander würfelt, ohne dass der Gegner diese zwischendurch erzielt, sichert sich einen Punkt. Wobei das nicht in direkt aufeinander folgenden Zügen passieren muss. Eine gesicherte Kombination, etwa ein Full-House, ist dann für den Rest der Partie gesperrt. Um den aktuellen Stand anzuzeigen, werden auf einem kleinen Brett Marker Richtung blaue oder rote Seiten gezogen – das Tauziehen.

Kniffel – Das Duell

Wer keine der noch verfügbaren Kombinationen erzielt, erhält ein Joker. Dieser erlaubt es in späteren Zügen, einen Würfel auf eine beliebige Seite zu drehen. Diese Option bringt Tempo ins Spiel, weil damit auch schwierige Muster wie Große Straße oder Kniffel leichter geschafft werden können. Mitunter müssen sie aber auch taktisch eingesetzt werden, um die Niederlage zu verhindern. Denn es gewinnt, wer zuerst fünf Punkte hat. Oder sich drei nebeneinanderliegende Kombis gesichert hat. Etwa die Dreien, Vieren und Fünfen. Um den Marker in diesen Kategorien zu bewegen, reichen drei Würfel mit der entsprechenden Zahl.

Ein Duell dauert kaum mehr als zehn Minuten. Im idealen Fall genügen sechs Züge, um zu gewinnen. Solche Partien fühlen sich banal an. Doch es gibt auch Begegnungen, in denen ich mit meinem Gegenüber immer wieder an verschiedenen Positionen um den Punkt rangele. Das erzeugt durchaus Spannung. Zumal es keinen Startspielervorteil gibt. Das liegt daran, dass die Marker zu Beginn zwar in der Mitte liegen, diese Mitte in der Folge aber immer überspringen. Bedeutet: Zieht der Startspieler den Marker für den Viererpasch zu sich, dann kann ich ihn direkt im nächsten Zug mit einem Viererpasch auf meine Seite holen.

Kniffel – Das Duell | Schmidt Spiele | Reiner Knizia | 2 Personen | ab 8 Jahren | 15 Minuten | Meine Bewertung: ★★☆☆☆ (ordentlich)

Wie geht das klassische Kniffel?

„Kniffel“ ist die Mutter der Roll-and-Write-Spiele: Wer dran ist, darf die fünf Würfel bis zu dreimal beliebig würfeln. Die Ergebnisse werden auf dem Wertungsblock notiert. Dabei geht es einerseits darum, in einem Wurf möglichst viele gleiche Zahlen zu sammeln. Dabei zählen dann nur alle Einser oder alle Zweier und so weiter. Wer in diesem Bereich mindestens 63 Punkte erzielt, erhält zudem noch einen Bonus. Zudem geht es darum, bestimmte Kombinationen zu würfeln. Etwa einen Viererpasch, ein Full-House, eine Große Straße oder einen Kniffel. Letzteres sind fünf gleiche Zahlen – ein Kniffel bringt pauschal 50 Punkte. Am Ende werden alle Ergebnisse addiert. Wer auf die höchste Summe kommt, gewinnt. Das Spiel ist auch unter dem Namen „Yahtzee“ bekannt.

Meine Neuheitenshow

09. März 2026 um 17:16
Der kreative Prozess ist eine Wellenbewegung. Nach Corona war ich eher im Wellental angekommen. Aus diversen Gründen und Glück sehe ich daher auf einige Jahre ohne neue Veröffentlichung zurück. Nun bin ich aus Gründen und Glück quasi wieder zurück und freue mich ein paar Spiele ankündigen zu können. Sowas macht Spaß und glücklich und ich […]

Auch schon clever: Dschungelparty

09. März 2026 um 12:05

Auch schon clever – die Kinderversion von Ganz schön clever - geht in die zweite Runde beziehungsweise dieses Mal geht es ab in den Dschungel. Um möglichst viele bunte Regenbogensternchen einsammeln zu können, müssen die fünf Würfel möglichst clever ausgewählt und kombiniert werden, sodass beim Ankreuzen von Bananen, Blumen, Kokosnüssen und Wasserfontäne nicht nur Sternchen sondern auch nützliche Bonuszüge freigeschaltet werden. Ist einer der vier Farbbereich voll, geht es ans Zählen: Wer wohl die meisten Sternchen eingesammelt und sich den Sieg gesichert hat?  

Flash Point: Legacy of the Flame – Ein Hausbrand, eine Rettung und keine Zeit zu verlieren

09. März 2026 um 10:15

Der Alarm geht ein. Sirenen heulen. Ein Gebäude steht in Flammen – und jede Entscheidung zählt. Willkommen bei unserer Preview zu Flash Point: Legacy of Flame, dem Legacy-Brettspiel zum kooperativen Feuerwehr-Klassiker Flash Point: Flammendes Inferno. In diesem Video sprechen Christian und Robert über ihre ersten Einsätze: Gemeinsam haben sie die Tutorial-Missionen und Episode 1 gespielt und berichten von ihren Eindrücken aus der neuen Kampagne. Was erwartet euch im Spiel? Funktioniert der Story-Fortschritt in einem eigentlich taktischen Feuerwehrspiel? Und vor allem: Macht es Lust auf die nächsten Episoden? Wir sprechen über […]

Flash Point: Legacy of the Flame – Ein Hausbrand, eine Rettung und keine Zeit zu verlieren

Laggaff – Spielkritik

Von: Paddy
09. März 2026 um 09:02
Laggaff

Wer sich mit „Chrottepösche“, „Bonggi“ oder „Müntschi“ auskennt, reagiert sicher ein wenig schneller beim Kartenspiel Laggaff. Doch Reaktion ist nicht in erster Linie gefragt. Der Spielmotor ist von Uno, die Dialekte aus der Schweiz, die Effekte fies. Es gibt mehrere

Der Beitrag Laggaff – Spielkritik erschien zuerst auf brettspielblog.ch.

Spiel des Jahres Nominierte K.O. Challenge | Viertelfinale mit 4 Duellen – Jetzt abstimmen!

Von: Peer
09. März 2026 um 07:10

Spiel des Jahres Nominierte K.O. Challenge | Viertelfinale mit 4 Duellen - Jetzt abstimmen!So langsam wird es richtig spannend. Das Viertelfinale der Spiel des Jahres Nominierte K.O. Challenge ist gestartet. Welche 8 Spiele es ins Viertelfinale geschafft haben und in welchen 4 Duellen ihr abstimmen könnt, erfahrt ihr im Folgenden. Zudem gibt es wieder 2 Brettspiele zu gewinnen. Auch dazu alle Infos weiter unten. Spiel des Jahres Nominierte […]

Der Beitrag Spiel des Jahres Nominierte K.O. Challenge | Viertelfinale mit 4 Duellen – Jetzt abstimmen! erschien zuerst auf Abenteuer Brettspiele.

Millenia – Tracks of Time

Von: Markus
09. März 2026 um 00:01

Millenia – Tracks of Time ist völlig an mir vorbeigeflogen. Das finde ich an unserem Hobby irgendwie so krass. Man ist richtig tief im Bereich Brettspiele verankert und trotzdem laufen einige Titel völlig unter dem Radar. So auch Millenia – Tracks of Time. Nur über meinen lieben Freund Dennis ist das Spiel auf dem Tisch...

Der Beitrag Millenia – Tracks of Time erschien zuerst auf Brett und Pad.

Bremen-Nord spielt! – 21.03.2026

Von: Dimi
08. März 2026 um 21:54

Spielefans aufgepasst! Am 21. März 2026 heißt es wieder „Bremen-Nord spielt!“ – der gemütliche Spieletreff für alle, die Lust auf einen unterhaltsamen Nachmittag voller Brett- und Kartenspiele haben.

Von 15:00 bis 21:00 Uhr könnt ihr euch mit Gleichgesinnten an den Spieltisch setzen, neue Spiele entdecken oder eure Lieblingsspiele mitbringen. Über 100 Spiele stehen zur Auswahl – ob strategisch oder kooperativ, hier ist für jeden was dabei!

Die Plätze sind auf 40 Personen begrenzt, also sichert euch schnell euren Platz. Kommt vorbei, bringt Freunde mit und erlebt gemeinsam einen tollen Spieletag!

Wir freuen uns auf euch!

Der Beitrag Bremen-Nord spielt! – 21.03.2026 erschien zuerst auf BOARD GAME GREEK.

Four Planets

Von: Krys
08. März 2026 um 16:52

Four Planets ist ein reines Zwei-Personen-Spiel, in dem zwei rivalisierende Heimatplaneten um die Vorherrschaft im All konkurrieren. In jeder Runde entsenden beide Spieler ihre Raumschiffe zu vier fremden Planeten, um dort Spezialisten anzuwerben und deren Fähigkeiten für den eigenen Aufbau

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Top 10 Solo-Spiele 2026 – Vorschau

Von: Peer
08. März 2026 um 08:02

Top 10 Solo-Spiele 2026Abends nach der Arbeit oder wenn mal wieder kein Spieleabend ist, hole ich gerne Solo-Spiele heraus und stürze mich allein ins Abenteuer. Dazu gibt es auch in diesem Jahr wieder viele Gelegenheiten und so stelle ich heute spannende Neuheiten für 1 Person in meiner Top 10 Solo-Spiele 2026 Vorschau genauer vor. Ich bin sehr auf […]

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Forestry im Erstkontakt: Hauptsache irgendwas mit Holz

Von: ravn
08. März 2026 um 07:55

Auf der Spieleschachtel der Expertenspiel-Neuheit von Pegasus Spiele wird die nachhaltige Forstwirtschaft in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt. Ein neu gepflanzter Baum erstrahlt im Sonnenlicht. Der eigentliche Star ist nur im Hintergrund zu sehen. Wir dürfen erstmals in einem Brettspiel einen Harvester steuern. Spielerherz, was willst Du mehr? Eventuell etwas mehr Interaktion und weniger Wartezeit auf den eigenen Spielerzug!

Der Holzvollernter ist eine imposante Maschine. Ein Stück Technik inmitten der Natur, die auf Effizienz getrimmt ist. Schließlich geht es um die Nutzung von Holz und dazu müssen Bäume industriell perfektioniert geerntet werden. So ein Harvester kostet rund eine halbe Million Euro und kann pro Arbeitstag bis zu 300 Festmetern Holz zum Abtransport bearbeiten. So sagt man. Ich habe davon mal so gar keine Ahnung, war aber immer wieder fasziniert, wenn ich diesen riesigen Maschinen bei ihrer Arbeit begegnet bin. An der Grenze zum Sauerland mit ganz viel Baumbestand keine Seltenheit bei meinen Nordic-Walking-Touren.

Aber wir schweifen ab, weil bei Forestry vom Autor Michal Peichl ist die nachhaltige Bewirtschaftung eines Waldgebietes unser Thema und Aufgabe zugleich und das in Konkurrenz mit unseren Mitspielern. Laut dem Entwicklertagebuch auf der Webseite von Pegasus Spiele „spiegeln die Aktivitäten im Spiel die Realität wider – von der Wiederaufforstung bis hin zu Veränderungen von Wasserläufen. Die grünen Textboxen in der Anleitung liefern Einblicke in die echte Forstwirtschaft.“ Kann ich so bestätigen, auch wenn ich keinen Blick in das Regelheft werfen musste, da ein kompetenter Mitspieler uns die Messe-Neuheit von 2025 erklären konnte. Den Spieleinstieg hätte uns Pegasus allerdings einfacher gestalten können, denn mal wieder haben wir hier ein Spiel vorliegen, das vor allem auf viele kleine Icons mit vielen unterschiedlichen Bedeutungen setzt. Eine persönliche Spielübersicht mit erklärenden Texten anstatt noch weiterer Icons hätte mir geholfen, gibt es aber nur auf der Rückseite der Anleitung. Schade, weil Chance vertan.

So habe ich mich in meiner Erstpartie vor allem auf das Ausprobieren der Spielmechaniken fokussiert. Einfach mal machen und schauen, was so passiert und überhaupt möglich ist. Eine typische Kennenlernpartie eben. In Viererrunde empfand ich das Geschehen auf dem kreisrunden Brett voller Hexfelder anfangs faszinierend. Vor allem, wenn mein Harvester-Holzmeeple zum Einsatz kommen konnte. Allerdings sind wir hier mit drei bis so fünf Aktionspunkten unterwegs, die durch Geldeinsatz erhöht werden können. Wie damals bei Tikal, wer das noch kennt. Das kann für Wartezeiten am Spieltisch sorgen, wenn man das alles in Details, Reihenfolge, Auswirkungen und Effektivität durchdenken will. So habe ich, obwohl wir zunächst durchaus angenehm flott gespielt haben, besonders im letzten Spieldrittel mehr gewartet als selbst agiert. Denn in den Zügen der Mitspieler kann ich schlicht nichts machen, außer selbst vorplanen oder meiner Konkurrenz am Spieltisch beim Grübeln zuschauen.

Direkte Interaktion kennt Forestry nicht. Zwar kann ich begehrte Hexfelder mit meinem Harvester blockieren und somit in der Nutzung für mich beanspruchen. Aber mehr als im Weg stehen und die vielen verschiedenen Plättchen auf den Schnittstellen der Hexfelder einmalig nutzen, bevor die Mitspieler dazu kommen, gibt es nicht oder habe ich in meiner Erstpartie nicht erlebt. Wer das mag, der ist fernab der Faszination für das Thema hier genau richtig. Ich hingegen hätte mir mehr Konkurrenzdruck und vor allem etwas in den Mitspielerzügen gewünscht, das mich aktiv an dem Spielgeschehen beteiligt.

So bleibt für mich Forestry als durchaus gutes Spiel in Erinnerung. Ein Spiel, das ich auf der SPIEL 2025 in Essen völlig übersehen hatte. Allerdings auch ein Spiel, das ich mir nicht zwingend selbst kaufen muss. Mitspielen reicht mir da. Ein Spiel, das sich für mich im guten bis gehobenen Mittelfeld einreiht. Hauptsache ich konnte hier mal endlich wieder mit Holz arbeiten, wenn auch nur simuliert am Spielbrett. Ach ja, erwartet von dieser vereinfachten Simulation kein Abbild der Realität, denn während nachhaltige Forstwirtschaft eigentlich langfristig angelegt ist, konnte ich hier in einem Spielzug neu aufforsten und direkt wieder abholzen. In Wirklichkeit liegen zwischen 30 und 50 Jahren dazwischen. Es bleibt eben nur ein Spiel. Aber eines, das mir durchaus eine Empfehlung wert ist, sofern Ihr die direkte Interaktionsarmut von Forestry verkraften könnt.

Vor 20 Jahren (159): Augsburg 1520

Augsburg 1520: Cover

Soll man als Rezensent:in bei der Spieleentwicklung mitwirken? Meine Meinung ist: besser nicht. Ganz unweigerlich entstehen Verbindungen (nicht nur zum Spiel, sondern auch zu Personen der Branche), die eine unvoreingenommene Bewertung auch weiterer Spiele beeinträchtigen könnten.

Als Mitglied bei Spiel des Jahres verbietet sich so etwas ohnehin komplett. Aber auch schon vor 20 Jahren, als ich noch nicht Mitglied war, fühlte ich mich in meiner Nebenrolle als Testspieler für AUGSBURG 1520 nicht hundertprozentig wohl. Nicht etwa weil Verbindungen hätten entstehen können. Die Verbindungen bestanden bereits. Autor von AUGSBURG 1520 ist Karsten Hartwig, einer meiner regelmäßigen Mitspieler:innen. Was auch erklärt, wie es überhaupt dazu kam, dass ich die Finalisierung seines Spiels begleitete.

Obwohl ich meine Verquickung seinerzeit in der Fairplay offengelegt habe, blieb ein latent schlechtes Gewissen, etwas getan zu haben, was ich als Rezensent besser hätte unterlassen sollen. Trotzdem und paradoxerweise möchte ich die Erfahrung nicht missen. Denn ich habe etwas gelernt, was ich sonst vielleicht nie erfahren hätte. Im Nachgang. Durch die Resonanz auf das Spiel.

Ich fand und finde AUGSBURG 1520 sehr gut und halte es für einen unterbewerteten alea-Titel. Aber klar, da mag ich voreingenommen sein. Durch das Mittesten kenne ich das Spiel sehr gut und weiß, was drinsteckt. Karsten Hartwig legte großen Wert auf die Thematik und auf das Balancing. Nach unserer damaligen Testerfahrung kann man sowohl über Geldvermehrung als auch über Kartenvermehrung gewinnen; und im Gegensatz zu so vielen Spielen, die es bestrafen, wenn jemand früh Punkte macht, statt erst einmal das Einkommen zu erhöhen, ist sogar eine sofortige Konzentration auf Punkte in AUGSBURG 1520 eine erfolgversprechende Strategie. Wir, als Insider, erlebten viele sehr spannende und knappe Partien.

Und die Resonanz? Nicht so schlecht. AUGSBURG 1520 belegte beim Deutschen Spielepreis 2006 immerhin Platz 9. Aber auch nicht so brillant. AUGSBURG 1520 ist heute nicht mehr sonderlich geläufig. Es gab gute Rezensionen, es gab nichtssagende; am erhellendsten waren für mich die kritischen. Teilweise hatte ich den Eindruck, das negative Urteil sei entstanden, weil AUGSBURG 1520 taktisch und strategisch sehr anders gespielt wurde als von uns. Ich las etwa, Führende seien nicht wieder einzuholen. Oder gar, das Spiel funktioniere nicht.

Erklärt habe ich mir das damit, dass in den Versteigerungen offenbar deutlich weniger geboten wurde als bei uns. Und wenn jemand den Zuschlag immer wieder zu billig erhält, mag es sein, dass diese Person absurd viele Privilegien anhäuft und die anderen nicht mehr hinterherkommen. Es ist dann aber auch nicht schlau von denen, so überaus geizig zu bieten.

Das verrät einem das Spiel jedoch nicht. Man macht vielleicht zweimal schlechte Erfahrungen – und das Spiel ist abgeurteilt. Warum sollte man es ein drittes Mal probieren? Und warum sollte man auf die Idee kommen, dass es am eigenen Spielverhalten liegt? Und liegt es denn überhaupt am eigenen Spielverhalten? Optimal wäre ein robustes Spiel, das quasi immer ein befriedigendes Gefühl hervorruft – ohne dass man auf eine bestimmte Weise spielt und sogar wenn man völlig stümperhaft agiert.

Kurzum: Seit AUGSBURG 1520 fühle ich mich etwas unsicherer in meinem Urteil über Spiele. Was für mich gar nichts Negatives ist. Mir ist bewusster geworden, dass ich Qualitäten übersehen kann und als Kritiker Spiele nie so gut kennen werde wie die Autor:innen. Und dass die Welt der Spiele weniger schwarz-weiß ist, als zuvor gedacht. Es kann zu einem Spiel mehrere Wahrheiten geben.

(Dies aber bitte nicht als Einladung missverstehen, noch andere Seiten außer REZENSIONEN FÜR MILLIONEN zu lesen!)


kritisch gespielt: Wispwood

Von: Tobias
07. März 2026 um 21:23
Wispwood - Box

Wispwood - BoxWispwood von Reed Ambrose – erschienen bei Czech Games Edition (bzw. HeidelBär Games) Manchmal passiert es, dass einem beim Öffnen einer Spielschachtel unangenehme Düfte entgegenkommen. Gleich vorweg: Nein, das ist mir bei WISPWOOD nicht aufgefallen! Aber nach einer kleinen Internetrecherche stellte sich mir die Frage, ob nicht ein Crossover-Marketing mit diesem exklusiven Duft denkbar wäre? Thema: Diese Idee kam […]

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