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Finstere Flure: Reanimated Version des Klassikers zur SPIEL 26

Von: ravn
19. Oktober 2026 um 18:49

Mal eben sind 23 Jahre vergangen, seit die Urversion von Finstere Flure bei 2F-Spiele das Licht der Brettspielwelt entdeckt hat. Zur SPIEL Essen 2026 ist die Neuauflage die große Messeneuheit von dem Mann mit den grünen Haaren. Ich habe derweil das Original nochmal angespielt und in entspannter Runde mächtig Spaß und Schadenfreude gehabt.

Kann ein Brettspiel von vor 23 Jahren noch Spielspaß verbreiten oder ist es eher eine verklärte Nostalgie, die den Blick doch eintrübt und gnädig macht? Papperlapapp, denn Finstere Flure war das zweite professionell produzierte Spiel von 2F-Spiele und wir befinden uns noch ein Jahr vor dem Welterfolg der Funkenschlag Neuauflage von Autor Friedemann Friese. Noch sind seine Spiele vor allem von kuriosen Ideen geprägt und Finstere Flure bildet da keine Ausnahme. Scheinbar kooperativ, doch das stimmt mal so gar nicht. Wir wollen zwar alle aus Fürst Fiesos Festung fliehen, doch sind wir unserer Familie weitaus näher als den unbekannten Mitgefangenen, die ebenfalls die Flucht versuchen.

So steuern wir unsere Truppe aus bis zu vier Figuren durch das Verlies von Säulen und Steinblöcken. Der Ausgang liegt in der gegenüberliegenden Ecke des Spielplans, während wir eine kombinierte Zugweite von 7 Feldern haben. Jede Runde je nach Figur anders, aber in jeder Truppe gleich, und das ist der erste Kniff des Spiels. Der eine kann mit einer 6 sprinten, aber muss die Folgerunde sich mit einer 1 schleichend ausruhen. Der Andere ist mittelmässig agil mit einer 3 sowie 4. Trotzdem müssen wir alle bis auf einen zum Ausgang retten. Einer darf also durchaus dabei auf der Strecke bleiben und dafür sorgen schon die Mitspieler. Denn wir sind nicht alleine hier unten. Furunkulus, das Hofmonster und furchteinflößender Freak, stapft ebenso umher. Per Zufallsstapel in seiner Reichweite begrenzt und immer auf der Suche nach uns Spielern. Es gilt also das Monster von uns weg und zu den Mitspielern hinzulocken. Da kommt Schadenfreude und der Spielspaß auf und nach rund 40 Minuten ist eine Partie auch schon vorbei.

Finstere Flure will bewusst nicht komplex sein und lebt auch vom flotten Spiel. Wer wirklich alle Optionen meint, durchzurechnen, wie er Streinblöcke taktisch klug über Blutlachen verschiebt, um sich dahinter zu verstecken oder Mitspielern die Deckung zu rauben und ebenso alle Zugmöglichkeiten von Furunkulus vorab theoretisch abzählt, der hat den Spielgedanken nicht verstanden, weil übertreibt in seinem Ehrgeiz und hält schlicht auf. Finstere Flure lebt von Flüchtigkeitsfehlern, die man zulassen sollte. Wer es hingegen etwas komplexer mag, greift zu den optionalen fortgeschrittenen Flurplättchen wie Umlenksteine und Teleporter und baut damit sein eigenes Verlies auf. Bis zu 7 Mitspieler können so Ihren Spaß haben. Je mehr mitspielen, desto chaotischer und turbulenter wird der Spielablauf, aber die Wartezeiten können auch schon mal zu lang werden. Maximal zu fünft finde ich gut und die Fortgeschrittenen-Variante haben wir nie gebraucht.

Die neue sogenannte Reanimated Version hat einen doppelseitigen Spielplan mit Verlies und anders aufgebautem Keller spendiert bekommen und kennt Plüschtiere als Ablenkung für Furunkulus. Die Anleitung ist zudem überarbeitet, in Farbe und verständlicher als die alte Textwüste in Schwarz-Weiss. Ansonsten ist fast alles gleich geblieben auf meinen ersten fernen Blick und das ist auch gut so, denn was vor 23 Jahren überzeugt hat, ist auch heutzutage immer noch gut. War Finstere Flure damit das erste Monster mit KI aus einem Aktionsstapel? Sozusagen der frühe Vorläufer von Kingdom Death Monster und hat wohlmöglich Generationen von Spielen beeinflusst? Ich werde auf der SPIEL Essen 2026 mal beim Autor nachhaken, wie er damals zu der Idee gekommen ist. Bis dahin kann ich Euch Finstere Flure egal in welcher Version empfehlen. Schon alleine wegen der Illustrationen vom 2F-Spiele Grafiker Lars-Arne „Maura“ Kalusky. Sehenswert und ebenso spielenswert – immer noch.

frisch gestrichen: Las Vegas

Von: Tobias
28. August 2026 um 21:53
Las Vegas - Box

Las Vegas - BoxLas Vegas von Rüdiger Dorn – erschienen bei Ravensburger Die erste Ausgabe von (LAS) VEGAS erschien 2012. Das ist so lange her, dass das Spiel schon einen Bart haben könnte – was in diesem Fall durchaus passend wäre. Denn als ein mit aufgewachsener Jugendlicher verbinde ich Las Vegas immer auch mit ZZ TOP. Was bleibt […]

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Dino Battle: Schlacht der Dinosaurier kehrt zurück

30. Juli 2026 um 16:45
Dino Battle: Schlacht der Dinosaurier kehrt zurück

Manches Brettspiel-Comeback ist reine Neuheit, dieses hier ist eher Ausgrabung: Rebellion Unplugged bringt "Die Schlacht der Dinosaurier", 1993 bei Schmidt Spiele erschienen und nie auf Englisch veröffentlicht, als Dino Battle! zurück. Die modernisierte Neuauflage soll über Gamefound finanziert werden, steht dort aber aktuell erst in der Vorschau: Die Kampagne wurde am 29. Juli 2026 angekündigt und ist noch nicht live, belastbare Zahlen zu Finanzierungsziel, Preisen oder freigeschalteten Stretch Goals gibt es deshalb noch nicht.

Eckdaten der Neuauflage (laut BGG):

  • Spieleranzahl: 2 bis 4
  • Spielzeit: 60 bis 120 Minuten
  • Alter: ab 14 (das Original war ab 10)
  • Design: Stephen Baker, Roger Ford und Anthony Howgego
  • Illustration: Mihajlo "The Mico" Dimitrievski
  • Geplantes Erscheinungsjahr: 2027

Ein 90er aus Deutschland, jetzt erstmals auf Englisch

Für den deutschsprachigen Raum ist das die eigentliche Nachricht. Das Original "Die Schlacht der Dinosaurier" lief 1993 bei Schmidt Spiele (in Frankreich als "La bataille des dinosaures") und schaffte es nie in den englischen Markt. Entworfen hatten es Stephen Baker, im Hobby vor allem für HeroQuest, Space Crusade und Heroscape bekannt, gemeinsam mit Roger Ford. Rund drei Jahrzehnte später greift Rebellion Unplugged den Titel wieder auf, mit Baker und Ford an Bord und Anthony Howgego (Rush M.D.) für die moderne Überarbeitung.

Das Setting bleibt konsequent trashig: Steinzeit-Stämme reiten Dinosaurier in die Schlacht. Über die Landschaft verteilt liegen laut Verlag arkane Glyphen, die "mystische Segen" gewähren, dazu Energiekristalle für wuchtigere Angriffe und Blutfrucht als Ressource zum Horten. Gewonnen wird über die Kontrolle heiliger Schreine oder indem man die gegnerischen Stämme, so der Verlags-Pitch, bis zur Ausrottung jagt.

Was auf dem Tisch passiert

Unter dem Steinzeit-Lack steckt nach Einordnung von BGG bewusst leichte Kost: Dort läuft Dino Battle! als "Beer-and-Pretzels"-Ameritrash, und das Original trägt einen sehr niedrigen Komplexitätswert von 1,33 von 5. Wer einen Grübel-Euro erwartet, ist demnach falsch: Im Zentrum stehen Würfeln, Handmanagement mit Aktionskarten und Positionierung auf einem Raster. Das Original ließ jede Partei 15 Dinos aufstellen, pro Zug wurden drei Aktionskarten ausgespielt, Lava-Teile erlaubten Kartenwiederholungen und Würfel-Rerolls, und die Partie endete, sobald eine Armee ausgelöscht war.

Die Neuauflage baut darauf auf und modernisiert an mehreren Stellen. Statt der quadratischen Felder von 1993 kommen jetzt doppelseitige, modulare Hex-Tiles zum Einsatz, dazu mehrere Karten und Maps. Neu sind auch die genannten Spielelemente: arkane Glyphen mit Segen, Energiekristalle, das Horten von Blutfrucht und die heiligen Schreine als zusätzlicher Siegweg. Wie stark diese Zusätze das Regelgewicht anheben, ist offen: Zur Komplexität der Neuauflage macht Rebellion Unplugged keine Angabe, der niedrige 1,33er des Originals muss also nicht ihr Maßstab bleiben. Sichtbarster Sprung ist die Ausstattung: Rebellion Unplugged kündigt 30 Miniaturen in sechs Dinosaurier-Arten an, cartoonig gehalten und nach dem Artwork von The Mico modelliert, wo das Original noch mit einfachen Figuren auskam. Die höhere Altersfreigabe (14 statt 10) dürfte weniger am Regelgewicht als an Ton und Thema liegen.

Solo-Modus bei Dino Battle: Fehlanzeige

Ein Punkt bleibt offen: Zu einem Solo-Modus schweigen sowohl die Gamefound-Vorschau als auch der BGG-Eintrag. Beim Original galt der Einspieler-Betrieb auf BGG ausdrücklich als "Not Recommended". Wir tragen daher nichts nach, was nicht kommuniziert ist: Aktuell gibt es keinen Hinweis auf einen offiziellen Solo-Modus. Wer allein spielen möchte, sollte den Kampagnenstart abwarten.

Kampagne noch nicht live: was das bedeutet

Weil sich die Kampagne im Pre-Launch befindet, fehlen sämtliche kommerziellen Eckdaten. Zu Finanzierungsziel und Preisen macht Rebellion Unplugged noch keine Angaben. Auch eine Stretch-Goal-Liste gibt es bislang nicht, entsprechend lässt sich weder nach mechanischen Inhalten noch nach reinen Komponenten-Upgrades trennen. Ebenso wenig sind Pledge-Stufen veröffentlicht: Welche Stufe spielerischen Mehrwert bringt und welche nur die Ausstattung aufwertet, ist derzeit offen. All das wird sich erst mit dem Kampagnenstart klären. Bis dahin bleibt die Vorschauseite auf Gamefound die einzige belastbare Quelle, dort können Sie sich benachrichtigen lassen.

Einordnung

Nostalgie ist ein Signal, kein Gütesiegel. Das Original von 1993 kommt auf BGG auf eine solide, aber unaufgeregte Wertung von 6,35 bei 188 Stimmen: ein netter Retro-Titel, kein heimlicher Über-Klassiker. Interessant an dieser Neuauflage ist weniger die Wertungshistorie als die Konstellation: ein früher Baker-Entwurf, der es nie über die Sprachgrenze schaffte, kehrt mit deutlich mehr Plastik, Hexfeldern und ein paar frischen Systemen zurück. Wie ausgewogen die Stämme gegeneinander antreten und wie gut sich eine Partie zu dritt oder viert austariert (Stichworte Kingmaking und Erstspieler-Vorteil auf dem Hexraster), lässt sich vor dem Kampagnenstart ohnehin nicht beurteilen. Ob das alles reicht, um aus einem sympathischen 90er-Absacker ein Regal-Muss zu machen, entscheidet sich mit den harten Zahlen der Kampagne, und die stehen noch aus.

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