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Board Game Arena: Neue Spiele vom 25. Mai bis 1. Juni 2026

01. Juni 2026 um 14:52
Board Game Arena: Neue Spiele vom 25. Mai bis 1. Juni 2026

Auf Board Game Arena sind in den vergangenen sieben Tagen zwei neue Titel hinzugekommen. Mit Collect! startet ein schnelles Kartenspiel rund um eine Reihe von Dschungeltieren. Daneben erscheint mit Wondrous Creatures ein anspruchsvolles Worker-Placement-Spiel um den Aufbau eines Kreaturenreservats.

Collect! – Kartenspiel um Tier-Allianzen im Dschungel

Collect! stammt von Jérémy Ducret und Johannes Goupy und erschien 2025 bei CMON. Die Illustrationen verantwortet Simon Caruso. Das Spiel kombiniert die Mechaniken Set Collection und Take That.

Du legst nacheinander Karten in deine Reihe und versuchst, vier gleiche Tiere nebeneinander zu bringen. Jedes Tier verfügt über eine eigene Fähigkeit, die das Bild auf dem Tisch verändert. Der Affe tauscht Karten, die Krabbe schiebt sie zur Seite, das Krokodil entfernt sie und das Chamäleon nimmt die Rolle ein, die gerade gebraucht wird. Wer zwei halbe Kronen oder direkt die volle Krone sichert, gewinnt die Partie.

Auf Board Game Arena ist Collect! für 2 bis 4 Personen freigegeben, eine Partie dauert dort im Schnitt rund zehn Minuten. Auf BoardGameGeek ist der Titel für 2 bis 5 Personen ausgelegt und mit einer Spieldauer von 15–30 Minuten angegeben. Dort erreicht das Spiel eine Bewertung von 6,82 aus 10 Punkten bei 554 abgegebenen Stimmen, das Komplexitätsgewicht liegt bei 1,23 von 5. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen.

Wondrous Creatures – Worker Placement um ein Kreaturenreservat

Wondrous Creatures wurde von Yeom.C.W entworfen und erschien 2024 bei Bad Comet. Die Illustrationen stammen von Sophia Kang. Im deutschen Sprachraum ist der Titel auch unter dem Namen „Wundersame Wesen" bekannt.

Du baust ein möglichst harmonisches Reservat auf, indem du Kreaturenkarten und Eier sammelst. Deine Arbeiter werden auf einem Hexfeld eingesetzt und lösen über die umliegenden Symbole Ressourcen, Karten und Sondereffekte aus. Jede Karte und jeder Arbeiter bringt eine eigene Fähigkeit mit, die sich im Spielverlauf ausbauen und kombinieren lässt. Es gewinnt, wer am Ende die meisten Siegpunkte erreicht.

Auf Board Game Arena ist Wondrous Creatures für 1 bis 4 Personen ausgelegt, eine Partie dauert dort im Schnitt rund 64 Minuten. Auf BoardGameGeek ist die Spieldauer mit 40–80 Minuten angegeben. Als Mechaniken kommen Worker Placement auf einem Hexraster, Hand Management, Open Drafting, Set Collection und Tableau Building zum Einsatz. Der Titel erreicht dort eine Bewertung von 8,06 aus 10 Punkten bei über 5.900 abgegebenen Stimmen, das Komplexitätsgewicht liegt bei 3,03 von 5. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.

Board Game Circus: Sechs Sommerneuheiten 2026 von Storyfold bis Heimliche Herrschaft

01. Juni 2026 um 14:51
Board Game Circus: Sechs Sommerneuheiten 2026 von Storyfold bis Heimliche Herrschaft

Der Berliner Verlag Board Game Circus hat sein Sommerprogramm 2026 angekündigt und stellt sechs Titel in zwei Wellen vor. Den Juni öffnen ein Solo-Kampagnenspiel, eine Erweiterung zum Horror-Angelspiel Deep Regrets und ein Zwei-Personen-Kartenduell. Im Juli folgen drei Premieren, die der Verlag zur Berlin Con mitbringt. Die Informationen stammen aus dem BGC-Newsletter vom 29. Mai 2026 sowie den Portfolio-Seiten des Verlags; ein Hands-on liegt nicht vor.

SpielBlockSpieleranzahlSpielzeitEmpfohlenes Alter
Storyfold: SchattenwaldJuni130 bis 60 Min. (Kampagne rund 10 h)12+
Deep Regrets: Even Deeper RegretsJuni1 bis 5 (Erweiterung)60 bis 150 Min.12+ (BGG 16+)
Moonlight: Im Land der WölfeJuni215 bis 30 Min.10+
ReforestJuli1 bis 430 bis 60 Min.12+ (BGG 14+)
Fame & FableJuli1 bis 445 bis 90 Min.14+
Heimliche Herrschaft DuellJuli215 bis 25 Min.10+

Sommerprogramm 2026 von Board Game Circus auf einen Blick.

Juni-Block

Storyfold: Schattenwald (15. Juni)

Storyfold: Schattenwald ist ein reines Solospiel von Sjoerd van der Linde, illustriert von Justine Chalieux. Eine einzelne Partie dauert laut Verlag 30 bis 60 Minuten, die komplette Kampagne kommt auf rund zehn Stunden Spielzeit. Sie spielen das Mädchen Luma, das mit ihrem Bären Brom in einen verschatteten Wald aufbricht. Mechanisch kombiniert das Spiel Würfelproben mit Multi-Use-Karten und einem mitlaufenden Storybook, das zugleich Spielplan und Erzählinstanz ist. Board Game Circus empfiehlt das Spiel ab 12 Jahren; die BGG-Komplexität von 2,12 ordnet Storyfold im leichten bis mittleren Bereich ein.

Deep Regrets: Even Deeper Regrets (Juni)

Mit Even Deeper Regrets erscheint die erste Erweiterung zum Horror-Angelspiel Deep Regrets von Judson Cowan (Design und Illustration in Personalunion). Sie ist nicht standalone spielbar und setzt das Grundspiel voraus. Inhaltlich öffnet die Erweiterung das Festland: Sie fischen jetzt zusätzlich aus Flüssen und Buchten, mit höherem Risiko und höherer Belohnung als auf See. Neu sind 117 weitere Salzwasserfische, 74 Festlandfische, Polypen mit Ketten-Wertung sowie Haustiere als neue Versorgungsoption mit dauerhaftem Bonuseffekt. Spielbar zu 1 bis 5 Personen, Partiedauer 60 bis 150 Minuten. Board Game Circus empfiehlt das Spiel ab 12 Jahren; BGG führt wegen des Horror-Themas eine strengere Altersempfehlung ab 16 Jahren, was Eltern jüngerer Kinder berücksichtigen sollten.

Moonlight: Im Land der Wölfe (Juni)

Moonlight: Im Land der Wölfe ist ein reines Zwei-Personen-Spiel von Alexandre Aguilar und Thomas Favrelière mit Illustrationen von Noëmie Chevalier. Sie führen ein Wolfsrudel und legen pro Zug eine von drei Karten in eine gemeinsame Auslage. Höhere Werte überdecken dabei gegnerische Wölfe (Layering, also Karten werden buchstäblich übereinandergelegt), Mehrheiten in Reihen entscheiden die Runde, gewonnen hat, wer zwei von drei Durchgängen für sich entscheidet. Die Partiezeit liegt bei 15 bis 30 Minuten, geeignet ab 10 Jahren. Einen Solo-Modus enthält das Spiel nicht; es ist explizit als Duell konzipiert.

Juli-Block: Drei Premieren zur Berlin Con

Reforest (Juli)

Reforest von Sébastien Bernier-Wong (Illustration: Janine van Fram) ist ein Hand-Management- und Engine-Building-Kartenspiel (Karten geschickt aus der Hand spielen und auf der Auslage einen Bonuskreislauf aufbauen) mit ökologischem Thema. Sie kombinieren Pflanzenkarten zu einem dreireihigen Wald, wobei höhere Pflanzen Pionierarten überdecken können. Tierbesucher sorgen rundenweise für Bonuspunkte. Reforest spielt sich zu 1 bis 4 Personen und bringt einen vollwertigen Solo-Modus mit; eine Partie dauert 30 bis 60 Minuten, Board Game Circus empfiehlt das Spiel ab 12 Jahren, BGG verzeichnet eine Altersempfehlung ab 14. Die BGG-Komplexität liegt bei 2,57, also im mittleren Strategie-Bereich.

Fame & Fable (Juli)

Fame & Fable ist ein Fantasy-Kartenspiel von Owen Davey, der auch die Illustration verantwortet. Sie kaufen Verbündete und Gegenstände aus einem Markt, schlagen damit Monster und erfüllen Aufträge. Ruhmpunkte schieben Ihre Spielfigur auf einer Strecke vorwärts und sammeln Boni ein. Mechanisch mischt das Spiel Hand Management, Deck Construction (eigenes Kartendeck nach und nach ausbauen), Push-Your-Luck (eine Aktion mehr riskieren oder sichern?) und Take-That-Effekte (gezielt gegen Mitspieler eingesetzt) und erinnert in seinem Markt-und-Track-Ablauf an die Deckbau-Linie Ascension oder Shards of Infinity. Spielbar 1 bis 4 Personen inklusive Solo-Modus, Partiedauer 45 bis 90 Minuten, ab 14 Jahren empfohlen.

Heimliche Herrschaft Duell (Juli)

Heimliche Herrschaft Duell ist die für zwei Personen ausgelegte Ausgabe des Hidden-Leaders-Universums, diesmal nicht vom Originalteam, sondern von Michiel de Wit gestaltet. Illustriert haben Satoshi Matsuura und Luigi Sampieri Rodriguez. Sie verteilen über sieben Runden Heldenkarten in zwei offene Reihen und schicken einzelne Helden verdeckt in Ihren geheimen Rat. Mehrheiten je Fraktion entscheiden am Ende, welche Reihe Sie einsammeln. Mechanisch verbindet das Spiel Area Majority, Deduktion und versteckte Siegpunkte und erinnert dabei an Schotten-Totten in einem Hidden-Leaders-Setting. Eine Partie dauert 15 bis 25 Minuten, ab 10 Jahren, mit einer BGG-Komplexität von 2,60 spürbar anspruchsvoller als das Mehrpersonen-Original.

Was eignet sich für den Familientisch?

Aus dem Lineup bieten sich für Familien vor allem die beiden Zwei-Personen-Duelle an: Moonlight: Im Land der Wölfe und Heimliche Herrschaft Duell sind ab 10 Jahren freigegeben und bleiben unter einer halben Stunde. Storyfold: Schattenwald ist als reines Solospiel keine klassische Familienoption, Even Deeper Regrets durch das Horror-Thema ohnehin eine Erwachsenenangelegenheit. Reforest und Fame & Fable starten beim Empfehlungsalter spürbar höher und richten sich an erfahrenere Brettspielrunden.

Dune: Imperium - Uprising digital: Release am 9. Juni 2026

29. Mai 2026 um 21:03
Dune: Imperium - Uprising digital: Release am 9. Juni 2026

Dire Wolf Digital bringt das Standalone-Spinoff Dune: Imperium - Uprising am 9. Juni 2026 in seine Digitalfassung von Dune: Imperium. Die Adaption erscheint zeitgleich für Steam, Android und iOS; auf Steam läuft die Wishlist bereits. Im Kern bleibt der Titel ein Kennerspiel-Heavy mit Worker Placement und Deckbau, schwerer als das Brettspielregal-Mittelfeld, mit langen Partien und scharfem Konflikt.

Eckdaten zu Dune: Imperium - Uprising digital

  • Release: 9. Juni 2026
  • Plattformen: Steam, Google Play, App Store
  • Spielerzahl: 1 bis 6 (inklusive Team-Modus zu sechst)
  • Spieldauer: 60 bis 120 Minuten (die obere Kante wird bei voller Besetzung und im Team-Modus zur Regel)
  • Alter: ab 13 Jahren
  • Studio: Dire Wolf Digital
  • Designer: Paul Dennen
  • BGG-Eintrag: #397598

Worker Placement und Deckbau, jetzt mit Sandwürmern

Uprising stammt wie das Brettspiel-Grundspiel von Paul Dennen (Verlag: Dire Wolf, digital Dire Wolf Digital). Mechanisch baut der Titel weiter auf Worker Placement (Agenten auf Aktionsfelder stellen) und Deckbau (eigene Karten dazukaufen, schwächere ausmustern) auf: Sie schicken Agenten auf das Arrakis-Brett, sammeln Ressourcen, kaufen Karten aus der Imperium-Reihe und steigern Ihre Truppenstärke im Konflikt. Hinzu kommen CHOAM-Verträge mit bedingten Belohnungen (kleine Aufträge, die zusätzliche Boni freischalten) sowie Spione, die sich auf Brettfeldern infiltrieren lassen. Gegenüber dem Grundspiel fühlt sich Uprising konfliktlastiger und schärfer an: Die neuen Mechaniken drücken Tempo und Direktkonfrontation nach oben.

Uprising ist ein eigenständiges Spiel, keine Erweiterung. Wer das Grundspiel besitzt, kann fast alle Karten daraus weiterverwenden; auch die Erweiterungen Rise of Ix und Immortality sind kompatibel. Ein Solo-Modus ist enthalten. Eine Partie dauert 60 bis 120 Minuten, ab 13 Jahren. Auf BoardGameGeek liegt das Spiel beim Strategie-Rang vier und Geek-Rating 8,24 (Stand: 29. Mai 2026).

Neues Brett, neue Bedrohung

Die Digitalfassung übernimmt das überarbeitete Brett aus dem physischen Uprising. An die Stelle von Carthag tritt die Spice Refinery, der High Council vergibt nun Wieder-Besuchs-Boni, der Swordmaster wird nach dem ersten Kauf günstiger (von acht auf sechs Solari), und die Research Station spendiert zusätzliche Truppen. Dire Wolf Digital beschreibt die Brett-Überarbeitung im Detail im Preview „Arrakis Reborn".

Auffälligstes neues Element ist der Schildwall: Drei Felder, Arrakeen, Spice Refinery und Imperial Basin, sind zu Beginn vor Sandwurm-Angriffen geschützt. An Sietch Tabr lässt sich der Schildwall dauerhaft niederreißen. Ab dem Moment lohnt sich der Zugang zu den Würmern: Wer mindestens zwei Fremen-Einfluss erreicht (Einfluss bei der Wüstenfraktion), schaltet an Sietch Tabr dauerhaft Maker-Haken frei. Hagga Basin kostet zwei Spice für einen Wurm, die Tiefe Wüste beschwört gleich zwei. Jeder Wurm bringt drei Kampfstärke; sobald mindestens einer beteiligt ist, verdoppeln sich alle Konflikt-Belohnungen. Strategisch heißt das: Wer den Schildwall früh fallen lässt und Fremen-Einfluss bündelt, dreht die Konflikt-Mathematik massiv zu seinen Gunsten und macht das Brett für alle am Tisch unangenehm.

Neun Leader, zehn Challenges, frei zuschaltbare Erweiterungen

Dire Wolf Digital legt der Digital-Version neun neue Leader bei, darunter Shaddam Corrino IV., Muad'Dib und Feyd-Rautha Harkonnen. Zehn neue Challenges erscheinen in Normal- und Heroic-Varianten, etwa „Sandrider" (Sandwurm-Stärke entspricht dem Fremen-Einfluss) oder „Shield Embargo" (keine teuren Karten, bis der Schildwall fällt). Die Imperium-Reihe ist neu zusammengestellt, hinzu kommen neue Achievements. Beim Spielstart lassen sich Rise of Ix, Immortality, beide Erweiterungen oder reines Uprising zuschalten; die Grundspiel-Leader können optional in den Pool wandern. Die offizielle Ankündigung listet sämtliche neuen Inhalte.

Skara Brae Brettspiel: Steinzeit-Kennerspiel auf Deutsch

28. Mai 2026 um 23:53
Skara Brae Brettspiel: Steinzeit-Kennerspiel auf Deutsch

Vor rund 5.000 Jahren schichteten die Bewohner einer Orkney-Insel ihren Hausabfall zu Erdhügeln auf und gruben sich später Räume hinein. Genau dieses archäologische Kuriosum ist der mechanische Kern von Skara Brae, dem Brettspiel von Shem Phillips, das ab Anfang Juni 2026 in der deutschen Erstausgabe beim Schwerkraft-Verlag erscheint.

Wer macht das Spiel

Shem Phillips hat bei Garphill Games in den vergangenen zehn Jahren mehrere Serien-Bestseller des Kennerspielbereichs hervorgebracht. Die West-Kingdom-Trilogie, die North-Sea-Trilogie und Hadrianswall stammen aus seiner Feder; jüngst hat Schwerkraft mit der Süd-Tigris-Trilogie ein weiteres Garphill-Werk vollständig lokalisiert. Skara Brae gehört zur Ancient-Anthology-Reihe, in der Garphill Games Spiele rund um historische Schauplätze aus dem Mittelmeer- und Atlantikraum bündelt. Die Illustrationen liefert wie schon bei den Vorgängern Sam Phillips. Den Deutschland-Vertrieb übernimmt Schwerkraft, das bereits große Teile von Phillips' Backkatalog lokalisiert hat.

Worum es geht

Die titelgebende Siedlung liegt auf den Orkney-Inseln im Norden Schottlands und gilt als eine der besterhaltenen Steinzeit-Wohnstätten Europas. Die Bewohner schichteten leere Muscheln, Knochen und zerbrochene Werkzeuge über Generationen zu großen Erdhügeln auf, sogenannten Middens, in die später Räume und Tunnel als Winterschutz gegraben wurden. In Skara Brae übernehmen Sie die Rolle einer dieser Gemeinschaften: Sie versorgen Ihre Siedler mit Nahrung, Kleidung und Werkzeug und verwerten den dabei zwangsläufig entstehenden Müll, statt ihn liegenzulassen. Nach vier Runden gewinnt, wer die meisten Siegpunkte gesammelt hat.

Wie es sich spielt

Mechanisch ist Skara Brae kein klassisches Worker-Placement-Spiel mit zentralem Hauptboard. Pro Runde draften die Spielenden Karten aus einer gemeinsamen Auslage und setzen ihre Arbeiter anschließend auf zehn persönlichen Einsetzfeldern ein, die das eigene Tableau bietet. BoardGameGeek listet die Mechanikkombination offiziell als Open Drafting, Variable Player Powers und Chaining; einen Tag für klassisches Worker Placement im Sinne eines geteilten Bretts trägt der Titel nicht. Ein zusätzlicher Siedler-Draft pro Runde erweitert die eigenen Einsetzfelder dauerhaft, jede Partie wächst also schrittweise in Richtung Engine Builder. Die 16 verschiedenen Ressourcen werden auf den Einsetzfeldern verarbeitet, jeder Ressourcenfluss erzeugt früher oder später Müll, der wiederum eigene Mechaniken auslöst. Insgesamt liegen laut Schwerkraft rund 400 Ressourcenmarker aus Holz in der Schachtel; die Material-Üppigkeit ist Teil des Konzepts, nicht reine Schauseite.

Im Phillips-Werk markiert das einen eigenständigen Strang: kein gemeinsames Hauptbrett mit Reisemechanik wie in der West-Kingdom-Trilogie, keine Schiffsbau-Logistik wie in der North-Sea-Trilogie und nicht der enge Roll-and-Write-Pinselstrich des Hadrianswall. Stattdessen ein offener Karten-Draft plus persönliches Tableau, das über den Siedler-Draft wächst. Was bleibt, ist die typische Phillips-Klangfarbe: viele Mini-Ressourcen, viele Verkettungen und eine Engine, die sich Runde für Runde dichter zieht.

Aus dem Tableau-Aufbau folgt direkt das Interaktionsprofil. Geteilte Aktionsfelder oder blockierende Arbeiter auf einem Hauptbrett gibt es nicht, weil das Hauptbrett fehlt. Reibung entsteht über den offenen Draft: wer zuerst zieht, nimmt der Tisch-Auslage genau die Karte oder den Siedler weg, den jemand anders dringend in die eigene Engine einbauen wollte. Wer harte Interaktion über Blockade- oder Wertungs-Konflikte sucht, wird Skara Brae knapp an der Multiplayer-Solitär-Grenze verorten. Wer den Druck im offenen Draft als ausreichende Konfliktebene akzeptiert, findet hier eine ruhige, aber nicht solitäre Form.

Für wen das Spiel ist

Mit einem BGG-Gewicht von 2,71 von 5 sitzt Skara Brae im oberen Kennerspielbereich, deutlich unterhalb echter Schwergewichte wie Phillips' Hadrianswall, aber klar oberhalb von Familienspielen. Schwerkraft nennt für die deutsche Ausgabe 45 bis 90 Minuten Spielzeit, 1 bis 4 Spielende und ein Mindestalter von 12 Jahren. Erfahrene Runden landen laut BGG-Community bei 45 bis 60 Minuten. Auf BoardGameGeek hat der Titel mit 7,55 von 10 aus rund 1.600 Bewertungen einen stabilen Kennerspielwert.

Die BGG-Community wählt 1 als beste Spielerzahl. Der Mechanik-Tag "Solo / Solitaire Game" und die Aufnahme in die BGG-Familie "Games with Solitaire Rules" belegen einen regelseitig ausgearbeiteten Solo-Modus, kein schlichtes Mehrspieler-Regelderivat. Das deckt sich mit Garphills Hauspraxis, eigene Solo-Mechaniken (häufig Automa-Decks mit Profilen) zu liefern, wie zuletzt in der West-Kingdom-Trilogie.

Bei der Skalierung zeigt die BGG-Community ein klares Profil: 2- und 3-Personen-Partien gelten als der ruhige Sweetspot mit Mehrheit für "Empfohlen", während die Vollbesetzung mit vier Spielenden mehr "Nicht empfohlen"-Stimmen sammelt als "Best". Mechanisch nachvollziehbar: mit jeder zusätzlichen Person wird die gemeinsame Karten-Auslage knapper, Draft-Prioritäten werden härter, und das Timing entscheidet stärker, ob die eigene Engine glatt durchläuft oder Lücken trägt.

Eckdaten

  • Designer: Shem Phillips
  • Illustration: Sam Phillips
  • Verlag der deutschen Ausgabe: Schwerkraft-Verlag (Original: Garphill Games)
  • Spieleranzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: 45 bis 90 Minuten
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Reihe: Ancient Anthology (Garphill Games)
  • BGG-Bewertung: 7,55 von 10 aus rund 1.600 Bewertungen (Geek-Rating 6,33), Komplexität 2,71 von 5
  • Erscheint: Anfang Juni 2026 (deutsche Erstausgabe, Vorbestellung beim Schwerkraft-Verlag bereits möglich)

Zum gleichen Zeitpunkt erscheint bei Schwerkraft mit Die Anarchie eine zweite Neuheit; sie wird in einem eigenen Beitrag besprochen. Weitere Schwerkraft-Neuheiten sammeln wir laufend im zugehörigen Tag.

Tír na nÓg auf Deutsch: Vorbestellung bei Frosted Games

27. Mai 2026 um 08:37
Tír na nÓg auf Deutsch: Vorbestellung bei Frosted Games

Frosted Games hat die Vorbestellung für die deutsche Ausgabe von Tír na nÓg geöffnet. Das taktische Drafting- und Legespiel von Isaac Shalev und Jason Slingerland erschien 2024 im US-Verlag Grand Gamers Guild und kommt nun lokalisiert in die DACH-Region. Es zielt auf regelmäßige Spielrunden und Familien-Plus-Tische, nicht auf reine Erstspieler-Haushalte. Wer früh zugreift, sichert sich das Vorbesteller-Bundle aus Grundspiel und Mini-Erweiterung Túr & Tor zum Aktionspreis von 44,95 statt regulär 51,95 Euro. Erscheinen soll die deutsche Ausgabe laut Verlag voraussichtlich im dritten Quartal 2026.

Auf BoardGameGeek hat das Original bei 1022 Bewertungen einen Durchschnitt von 7.35 und ein Gewicht von 2.20 von 5. Das ist Familien-plus, kein Kennerspiel-Brocken: Die Regeln sind in einer guten Viertelstunde erklärt, die taktische Tiefe entwickelt sich über die fünf Runden, in denen jede Worker-Platzierung zugleich die spätere Draft-Reihenfolge festlegt.

Worum es im Spiel geht

Sie schlüpfen in die Rolle keltischer Geschichtenerzähler, die in der Anderswelt unterwegs sind. Jede Runde platzieren alle Spielenden ihre Erzähler-Figuren als Worker in der zentralen Auslage. Anschließend draftet die Tischrunde in umgekehrter Spielerreihenfolge Begegnungskarten und legt sie in das eigene Tableau. Über fünf Runden wächst daraus eine private Saga: farbcodierte Karten formen Regionen, persönliche Geas-Karten geben individuelle Bedingungen vor, die am Rundenende Punkte oder Mali bestimmen. Am Ende zählt, wer seine Tableau-Reihen passend zu den Goal-Karten gefüllt und welche zusammenhängenden Farb-Regionen am weitesten gewachsen sind.

Mechanisch arbeitet Tír na nÓg laut BoardGameGeek mit Worker Placement (Sie platzieren Figuren auf Spielfeld-Positionen), Open Drafting (offenes Kartenauswählen reihum) und Hand Management. Der eigentliche Entscheidungsdruck steckt im umgekehrten Drafting: Wer früh seinen Erzähler setzt, draftet später; wer wartet, holt zwar den letzten Pick, riskiert aber, dass der Wunschplatz vorher verschwindet. Die Verlagsangabe von rund 20 Minuten pro Person ergibt am Familientisch konkret rund 60 bis 80 Minuten reine Spielzeit in voller Besetzung; mit Regelerklärung und Setup ist das ein klassischer Hauptgang am Spieleabend, kein Filler.

Eckdaten auf einen Blick:

  • Spieleranzahl: 1 bis 5 Personen
  • Spielzeit: rund 20 Minuten pro Person (Verlagsangabe), BoardGameGeek nennt 30 bis 45 Minuten
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren (Frosted Games), BoardGameGeek nennt 13+
  • Komplexität: 2.20 von 5 (BoardGameGeek)
  • Mechaniken: Worker Placement, Open Drafting, Hand Management
  • Setting: keltische Mythologie, Reise in die Anderswelt
  • Design: Isaac Shalev, Jason Slingerland
  • Illustration: Marlies Barends, Brigette Indelicato
  • Originalverlag: Grand Gamers Guild (2024)
  • Deutsche Ausgabe: Frosted Games

Bemerkenswert: Der Solo-Modus ist im Spiel verankert, nicht angeflanscht. Die BGG-Community markiert 1 Spielende sogar als bevorzugte Variante. Wer allein spielt, draftet gegen eine simulierte Erzählerin, die regelbasiert auf Worker-Position und Kartenfarbe reagiert. Tableau, Geas-Karten und Wertung folgen denselben Regeln wie in der Gruppe.

Vorbestellung und Bezugsquelle

Frosted Games verkauft die Vorbestellung über den eigenen Shop. Das Bundle „Tír na nÓg & Promo" enthält Grundspiel und Mini-Erweiterung Túr & Tor und kostet 44,95 Euro statt regulär 51,95 Euro. Die Erweiterung liegt damit faktisch als Vorbesteller-Zugabe bei. Laut Aktions-Newsletter läuft die Vorbestellung bis 22.06.2026. Wer parallel beobachtet, was sonst gerade beim Verlag startet, findet eine weitere Frosted-Vorbestellung im Programm.

Was sonst noch wichtig ist

Karten und Geas tragen viel Text, die deutsche Ausgabe spart in gemischten Runden also reichlich Übersetzungs-Aufwand und macht Tír na nÓg für eltern-mit-Kindern-Tische überhaupt erst praktikabel. Im englischsprachigen Markt hat Grand Gamers Guild bereits drei Erweiterungen veröffentlicht: Blessings & Burdens, das Subplot Expansion und die Tower Promo Cards. Das Grundspiel trägt aber standalone, die Erweiterungen sind modulare Vertiefungen, kein Pflicht-Inventar. Deutsche Lokalisierungen sind aktuell nicht angekündigt, das Bundle aus Grundspiel und Túr & Tor ist der einzige auf Deutsch geplante Inhalt. Größere Frosted-Verlagsprogramme fasst unser Bericht zu den Frosted Days 2026 zusammen.

Wer vor der Bestellung prüfen möchte, ob der Mechanik-Mix passt, findet Tír na nÓg auf Board Game Arena. Die digitale Implementierung ist kostenlos und lehrt das Spiel mit Pflicht-Regeln, also eine deutlich aussagekräftigere Probier-Option als jedes Verlags-Video.

Compile (Gold Edition): Pegasus erweitert das KI-Duell

26. Mai 2026 um 21:05
Compile (Gold Edition): Pegasus erweitert das KI-Duell

Pegasus Spiele bringt am 26. Mai 2026 mit Compile (Gold Edition) ein zweites eigenständiges Grundspiel der Kennerspiel-Reihe in den Handel. Bis zum 7. Juni 2026 sind das neue Grundspiel und seine frische Erweiterung exklusiv über rund 90 teilnehmende Fachhändlerinnen und Fachhändler im DACH-Raum erhältlich.

Zwei künstliche Intelligenzen, drei Protokolle, ein Duell

Compile ist ein Zwei-Personen-Kartenspiel mit Lane-Battler- und Area-Majority-Anleihen. Beide Spielenden schlüpfen in die Rolle einer künstlichen Intelligenz und versuchen, jeweils drei eigene Programme schneller zu kompilieren als das Gegenüber. Vor Spielbeginn wählt jede Seite drei der zwölf Protokolle aus und legt sie nebeneinander aus, sodass eigene und gegnerische Protokolle sich gegenüberliegen. Die zugehörigen Befehlskarten wandern in ein gemeinsames Deck.

Im Wechsel ziehen die Spielenden Karten oder spielen sie in ihre Protokoll-Reihen aus. Aus den Karteneffekten entsteht über mehrere Züge ein kleiner Algorithmus pro Reihe, der genügend Wert anhäufen soll, um das Protokoll zu kompilieren. Wer das zuerst bei allen drei eigenen Protokollen schafft, gewinnt die Partie in rund einer halben Stunde.

Compile ist ein reines Duell. Es gibt weder einen Solo-Modus noch eine Variante für mehr als zwei Personen, und die BoardGameGeek-Community empfiehlt das Spiel auch ausschließlich zu zweit. Wer eine Solo-Variante sucht, ist bei dieser Reihe falsch.

Gold ergänzt Purple, ohne es abzulösen

Die Gold Edition ist keine Erweiterung der seit Herbst 2025 erhältlichen Purple Edition, sondern ein zweites, eigenständiges Grundspiel der Reihe. Beide Editionen lassen sich solo gegeneinander spielen, ihre jeweils zwölf Protokolle sind aber auch untereinander kombinierbar. Dadurch wächst die Zahl möglicher Drei-Protokoll-Auslagen deutlich, und eingespielte Compile-Runden können neue Mischungen aus Purple und Gold ausprobieren.

Aus dem neuen Set nennt Pegasus unter anderem die Themen Chaos, Furcht und Spiegel, die bekannte Mechanismen aus dem ersten Grundspiel aufgreifen und um neue Strategien ergänzen. Hinter dem Spiel steht erneut Autor Michael Yang, die Illustrationen stammen wieder von Nolan Nasser und Keegan Moore, sodass der Reihencharakter auch optisch erhalten bleibt.

Parallel zum Grundspiel veröffentlicht Pegasus die Erweiterung „Assimilation * Einheit * Vielfalt“, die wie die bisherige Purple-Erweiterung „Gleichgültigkeit * Hass * Liebe“ drei zusätzliche Protokolle enthält. Auch diese Protokolle lassen sich frei mit beiden Grundspielen kombinieren. Ergänzend erscheint eine Compile Playmat (Gold Edition) als Ablagefläche für die Protokoll-Reihen.

Eckdaten

SpielCompile (Gold Edition)
Verlag (deutsch)Pegasus Spiele
OriginalverlagSynapses Games
AutorMichael Yang
IllustrationNolan Nasser, Keegan Moore
Spielerzahl2
Spielzeit20 bis 30 Minuten
Alterab 10 Jahren
UVP Grundspiel19,99 Euro
UVP Erweiterung „Assimilation * Einheit * Vielfalt“7,99 Euro
UVP Playmat (Gold Edition)19,99 Euro
BoardGameGeekCompile: Main 2

Release-Events bis 7. Juni

Zur Veröffentlichung führen rund 90 stationäre Fachhändlerinnen und Fachhändler im DACH-Raum Release-Events durch. Bis zum 7. Juni 2026 sind das neue Grundspiel und die Erweiterung exklusiv über diese teilnehmenden Geschäfte erhältlich; danach folgt der reguläre Marktstart. Eine Liste der beteiligten Händlerinnen und Händler veröffentlicht Pegasus auf der Verlagswebsite. Wer Compile (Gold Edition) vor dem allgemeinen Verkaufsstart in die Hand nehmen möchte, findet dort die beste Gelegenheit.

Board Game Arena: Neue Spiele vom 19. bis 26. Mai 2026

26. Mai 2026 um 17:51
Board Game Arena: Neue Spiele vom 19. bis 26. Mai 2026

Auf Board Game Arena sind in den vergangenen sieben Tagen drei neue Titel hinzugekommen. Mit IPSO startet ein leichtgewichtiges Kartenspiel rund um eine Zahlenpyramide. Daneben erscheint mit The Dwarf King ein klassisches Stichspiel aus der Feder von Bruno Faidutti. Den Abschluss bildet The Gang, ein kooperatives Pokerspiel rund um eine Reihe von Banküberfällen.

IPSO – Kartenspiel rund um eine Pyramide aus Zahlen

IPSO stammt von Alexandre Droit und erscheint 2026 bei Gigamic. Die Illustrationen verantwortet Pierre Bourgain. Das Spiel kombiniert die Mechaniken Ordering und Set Collection.

Du baust eine Pyramide aus 14 verdeckten Karten auf und versuchst, möglichst lange Reihen mit aufsteigenden Zahlen zu bilden. In jedem Zug tauschst du eine der beiden offen liegenden Karten in der Tischmitte gegen eine verdeckte Karte deiner Pyramide. Sobald alle Pyramiden aufgedeckt sind, entscheidest du, ob du deine Star-Karte für drei Bonuspunkte behältst oder sie für eine letzte Verbesserung abwirfst.

Auf Board Game Arena ist IPSO für 2 bis 6 Personen freigegeben, eine Partie dauert dort im Schnitt rund fünf Minuten. Auf BoardGameGeek erreicht der Titel eine Bewertung von 5,67 aus 10 Punkten bei 72 abgegebenen Stimmen, das Komplexitätsgewicht liegt bei 1,00 von 5 und basiert dort bislang nur auf einer einzelnen Bewertung. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.

The Dwarf King – Stichspiel mit wechselnden Regeln

The Dwarf King wurde von Bruno Faidutti entworfen und erschien 2011 bei IELLO. Die Illustrationen stammen von Christophe Swal. Im deutschen Sprachraum ist das Spiel auch unter dem Titel „Der König der Zwerge" bekannt.

Du spielst über sieben Runden hinweg mit einem Deck aus 53 Karten in drei Farben: Zwerge, Goblins und Ritter. Zu jeder Runde wird eine von vierzehn Sonderkarten eingemischt, die das Spielgeschehen verändert. Wer in einer Runde die 5 der Ritter erhält, zieht ein Auftragsplättchen und wählt daraus eine von zwei Wertungsregeln. Bedienzwang gilt, einen Trumpf gibt es nicht. Der höchste gespielte Wert der angespielten Farbe gewinnt den Stich.

Auf Board Game Arena ist The Dwarf King für 3 bis 5 Personen ausgelegt, eine Partie dauert dort im Schnitt rund 27 Minuten. Als Mechanik kommt klassisches Stichspiel zum Einsatz. Auf BoardGameGeek erreicht der Titel eine Bewertung von 6,53 aus 10 Punkten bei über 2.250 abgegebenen Stimmen, das Komplexitätsgewicht liegt bei 1,42 von 5. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.

The Gang – Kooperatives Pokerspiel rund um Banküberfälle

The Gang wurde von John Cooper und Kory Heath entworfen und erschien 2024 bei KOSMOS. Die Illustrationen verantwortet Fiore GmbH. Das Spiel kombiniert eine kooperative Variante von Texas Hold'em mit Kommunikationsbeschränkung und einem Wettmechanismus.

Du planst gemeinsam mit deinen Mitspielerinnen und Mitspielern eine Reihe von Banküberfällen und sollst dabei die Stärke deiner eigenen Hand richtig einschätzen. Ohne über die Karten zu sprechen, greift jede Person zu einem Chip, der die vermutete Position der eigenen Hand im Vergleich zur Gruppe markiert. Mit jeder weiteren aufgedeckten Karte in der Tischmitte kannst du deine Einschätzung anpassen. Stimmt die Reihenfolge am Ende, öffnet die Gruppe einen Tresor. Liegt jemand falsch, schrillt der Alarm. Drei geöffnete Tresore vor dem dritten Alarm bedeuten den gemeinsamen Sieg.

Auf Board Game Arena ist The Gang für 3 bis 6 Personen ausgelegt, eine Partie dauert dort im Schnitt rund zehn Minuten. Als Mechaniken kommen Kommunikationsbeschränkung, kooperatives Spiel und ein Vorhersage-Wettsystem zum Einsatz. Auf BoardGameGeek erreicht der Titel eine Bewertung von 7,56 aus 10 Punkten bei über 9.000 abgegebenen Stimmen, das Komplexitätsgewicht liegt bei 1,59 von 5. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.

Concordia Special Edition: Awaken Realms auf Gamefound

26. Mai 2026 um 17:45
Concordia Special Edition: Awaken Realms auf Gamefound

Am 9. Juni 2026 startet auf Gamefound die Concordia Special Edition: eine aufgewertete Neuauflage des 2013er-Strategieklassikers, den Mac Gerdts beim deutschen PD-Verlag herausgebracht hat. Hinter der Kampagne steht Awaken Realms; im Core Box steckt unter anderem eine brandneue Mittelmeer-Karte namens Mare Nostrum, die das vertraute Concordia-Spielgefühl an einer entscheidenden Stelle umbaut.

Eckdaten

FeldAngabe
VerlagAwaken Realms (in Lizenz von PD-Verlag)
DesignerMac Gerdts
Spielerzahl1 bis 5
Spieldauer100 Minuten
Altersempfehlungab 14 Jahren
PlattformGamefound
Kampagnenstart9. Juni 2026, 18:00 Uhr (MESZ)
Kampagnenende30. Juni 2026, 20:00 Uhr (MESZ)
Geplante Veröffentlichung2027
KompatibilitätNicht rückwärtskompatibel mit bisherigem Concordia-Material

Was Concordia mechanisch tut

Concordia ist ein friedliches Aufbauspiel im Römischen Reich für zwei bis fünf Personen, in der Spezialausgabe ergänzt um einen Solo-Modus. Jede Person beginnt mit einem identischen Kartendeck. Jede Karte tut zwei Dinge gleichzeitig: Sie löst im Spiel eine Aktion aus (Kolonisten setzen, Häuser bauen, Karten nachkaufen, Waren produzieren, Senatoren aktivieren) und zählt am Spielende Siegpunkte über die abgebildete Gottheit. Wer Mercurius-Karten sammelt, punktet für seine Warenarten; wer Saturnus-Karten hortet, für die belegten Provinzen; Vesta-Karten münzen Sesterzen in Punkte um. Die Karten werden über ein offenes Auslagensystem aus dem zentralen Forum gekauft, neue Karten verändern die eigene Aktions-Engine und steuern zugleich die Endwertung. Wer den letzten Karten- oder Hauskauf auslöst, beendet die Partie.

Diese Doppelnatur der Karten ist der Grund, warum Concordia auf BoardGameGeek seit über einem Jahrzehnt unter den ersten dreißig Spielen geführt wird (aktuell Platz 29, Strategie-Rang 24). Die Mechanik-Liste der Spezialausgabe nennt entsprechend Hand-Karten-Management über offenes Drafting, Action Retrieval, Deck-, Bag- und Pool-Building, Punkt-zu-Punkt-Bewegung, Netzwerk- und Routenbau, Set Collection sowie End-Game-Boni: die Kerngrammatik bleibt unangetastet.

"Wenn Awaken Realms mir für Concordia schon eine Premium-Box verkauft, dann nicht wegen der Miniaturen, sondern nur dann, wenn Mare Nostrum sich am Tisch wie ein neues Concordia anfühlt und nicht wie Concordia in teuer." — Tobias, Kennerspieler-Redaktion

Was die Special Edition konkret hinzufügt

Awaken Realms tauscht die klassischen Holz-Spielsteine gegen Premium-Komponenten aus: Schiffe werden als detaillierte Miniaturen ausgeliefert, prominente Charaktere als kleine Statuen. Schachtel- und Spielbrett-Illustrationen werden komplett neu gezeichnet, die Karten-Lesbarkeit überarbeitet. Nach Kritik in einem ersten Pre-Campaign-Update zum Thema KI-Bildmaterial hat Awaken Realms im Bericht von BoardGameWire öffentlich zugesagt, dass im finalen Spiel keine generativ erzeugte KI-Kunst zum Einsatz kommt; alle Illustrationen entstehen menschlich. PD-Verlag ist als Lizenzgeber an dieser Vereinbarung beteiligt.

Inhaltlich bringt das Core Box laut Verlags-Eintrag eine neue Karte sowie zwei Gameplay-Module mit. Die neue Karte heißt Mare Nostrum und stammt erneut aus der Feder von Mac Gerdts. Sie krempelt eine Concordia-Grundregel um: Es gibt keine Routen mehr, sondern Seeregionen. Wer den Architekten ausspielt, bewegt mit dem Boot zwischen den Meeresregionen und darf in allen Städten innerhalb der jeweils erreichten Region bauen. Die Land-Kolonisten verlassen die Karte komplett und ziehen auf einer separaten Sieben-Felder-Leiste am Kartenrand; auf den Feldern sammeln sie Ressourcen wie Stein, Weizen, Werkzeuge, Wein und Seide ein. Das verschiebt den taktischen Schwerpunkt deutlich vom Routenoptimieren in Richtung Regionen-Kontrolle.

Welche zwei zusätzlichen Spielmodule neben der neuen Karte enthalten sind, gibt Awaken Realms mit dem Launch der Kampagne bekannt. Ebenso die Pledge-Stufen, Preise und die Stretch-Goal-Liste; das Update zum Kampagnenstart vom 21. Mai 2026 hat das Core Box und das Startdatum enthüllt, die granulare Pledge-Aufschlüsselung folgt zum Kampagnenstart am 9. Juni. Die Gamefound-Kampagne von Awaken Realms hat bereits über 8.700 Pre-Launch-Follower angesammelt, eine ähnliche Vorlaufdynamik wie die jüngste Awaken-Realms-Kampagne Lands of Evershade, und parallel zur Ravensburger-Kooperation Labyrinth: Chronicles.

"Wenn Mare Nostrum spielerisch trägt, ist die Special Edition ein eigener Concordia-Ast; wenn nicht, bleibt sie vor allem ein teurer Showcase für ein Spiel, das mechanisch längst für sich selbst spricht." — Marko, Vielspieler-Redaktion

Sprachen und deutsche Ausgabe

Awaken Realms hat im Pre-Campaign-Update Nummer 3 die Sprachausgaben angekündigt; PD-Verlag bleibt als deutscher Originalverlag und Lizenzgeber Teil des Projekts. Welcher Vertriebspartner die deutsche Ausgabe in den DACH-Handel bringt, dürfte mit den Pledge-Stufen zum 9. Juni offiziell werden.

Wichtig zu wissen

Die Spezialausgabe ist nicht rückwärtskompatibel mit dem bisherigen Concordia-Material. Wer also bereits Salsa, Venus, Solitaria oder eine der Karten-Erweiterungen besitzt, kann diese laut Verlag nicht in die Special Edition mischen. Die Special Edition versteht sich als geschlossene Neuauflage mit eigener Komponenten-Sprache, nicht als kompatibles Upgrade-Set. Parallel kündigt Awaken Realms an, die bereits durchgeführten Special Editions von Castles of Burgundy und Puerto Rico in derselben Kampagne als Nachdruck aufzulegen.

Einordnung

Concordia gehört seit über zehn Jahren zu den am stärksten verteidigten Vertretern des deutschen Strategie-Euros: kurze Regelerklärung, scharfe Entscheidungsdichte, kaum Glück. Eine Premium-Neuauflage ist also eine zweischneidige Sache, weil das Original mechanisch nichts braucht. Awaken Realms umgeht das Risiko, indem nicht am Kernsystem geschraubt, sondern eine eigenständige neue Karte mit eigener Bewegungs-Grammatik beigelegt wird. Für Concordia-Sammlerinnen und -Sammler heißt das: Die Special Edition ist ein neuer Eintrag im Regal, kein Ersatz fürs Originalspiel. Für Neulinge, die mit Concordia liebäugeln, ist die Frage zum Launch am 9. Juni schlichter: Premium-Material und Mare-Nostrum-Modul gegenüber dem deutlich günstigeren Retail-Original beim PD-Verlag abwägen, eine Abwägung, wie zuletzt bei The Legacy of Mars zu sehen. Die Pledge-Preise entscheiden, wie sich diese Rechnung am Ende anfühlt.

"Concordia Special Edition klingt für mich nach einem schönen Erwachsenenabend mit Vielplanerei, aber nicht nach dem Spiel, das ich spontan mit meinen Kindern auf den Tisch lege." — Lea, Familienspieler-Redaktion

Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026

26. Mai 2026 um 12:54
Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026

Mantic Games hat ein Brettspiel zu Plants vs. Zombies angekündigt. Die Kickstarter-Kampagne soll im Herbst 2026 starten; bis dahin gibt es eine Vorab-Kampagnenseite mit „Coming Soon"-Status und eine offizielle Pressemeldung des Verlags. Aus der bisherigen Kommunikation lässt sich das Spiel als kooperatives Tower-Defense mit Lizenz-Schwerpunkt einordnen; wieviel echte Systemtiefe dahintersteckt, zeigt sich erst zum Kampagnenstart.

Eckdaten

PunktStand
Spielende1 bis 4 (kooperativ)
Spielzeit60 Minuten laut BoardGameGeek-Eintrag; ob es sich um eine Session-, Level- oder Frühschätzung handelt, geht aus dem Eintrag nicht hervor. Mantic nennt in den Pressemitteilungen bisher keine eigene Angabe
Mindestalternoch nicht kommuniziert; Mantic spricht von „fun for all ages"
VerlagMantic Games (Nottingham, UK), in Lizenzkooperation mit PopCap (Electronic Arts)
Designerbislang nicht öffentlich benannt
KampagnenstartHerbst 2026 auf Kickstarter, konkretes Datum noch nicht kommuniziert
Geplante Auslieferung2027 laut BoardGameGeek-Eintrag

Was Mantic über das Spiel sagt

Mantic Games adaptiert das Tower-Defense-Prinzip des PopCap-Originals: Pflanzen halten Zombiewellen vom Haus fern, und sobald ein Untoter durchkommt, ist das Spiel verloren. Die Verlagsbeschreibung formuliert die Verlustbedingung knapp: „If any zombies reach the house, the players lose." BoardGameGeek listet als Kernmechaniken Hand Management und Cooperative Game und ordnet den Eintrag zugleich der Tower-Defense-Familie zu.

Wie der konkrete Zugablauf aussieht, bleibt in der Vorab-Kommunikation offen: Ob Karten aus der Hand gespielt werden, wie eine Aktionsökonomie aussieht und ob das Spielfeld dem klassischen Rasenraster mit fünf Reihen folgt, beantworten die bisher veröffentlichten Quellen nicht. Namentlich genannt sind die Klassiker aus dem Videospiel: Peashooter, Wall-nut und Cherry Bomb erscheinen in der Mantic-Meldung und im Bericht von Wargamer, dazu wird ein Sortiment unterschiedlicher Zombietypen versprochen.

Vom Anspruch her wirkt das Vorhaben eher wie ein zugängliches lizenziertes Koop-Spiel als wie der mechanische Brocken, den etwa der Tower-Defense-Klassiker Cloudspire auf den Tisch bringt; das ist allerdings ein Erwartungshorizont, kein Befund, weil belastbare Systemdetails zum Vergleich erst zum Kampagnenstart vorliegen werden.

Kampagnenmodus „Zen Garden Campaign"

Herzstück ist laut Mantic ein Kampagnenmodus mit dem Titel „Zen Garden Campaign": Spielende arbeiten sich durch eine Levelfolge, die nach und nach neue Pflanzen, Zombies und Herausforderungen freischaltet. Mantic verspricht eine Schwierigkeit, die sich an die Gruppe anpasst, damit das Spiel laut Verlag sowohl für Vielspieler als auch für Familien funktioniert. Ob die Freischaltungs-Kette in der Praxis eine echte mechanische Eskalation trägt oder primär neue Inhalte staffelt, lässt sich aus der bisherigen Beschreibung noch nicht ableiten.

Solo-Modus

Der Solo-Modus ist beidseitig belegt: Mantic, Wargamer und Toy Book nennen einhellig „1 bis 4 Spielende, kooperativ"; BoardGameGeek führt die Mechanik „Solo / Solitaire Game" für den Eintrag. Wie der Solo-Modus konkret skaliert, ob etwa eine Person mehrere Pflanzen steuert, der Schwierigkeitsgrad verschlankt wird oder eine eigene Kampagnenkurve greift, führt Mantic in der Vorab-Kommunikation nicht aus.

Komponenten

Plants vs. Zombies Brettspiel: Mantic-Kickstarter Herbst 2026
Produktrender der Box. Bildquelle: Mantic Games (Pressebild zur Ankündigung).

Bestätigt sind „pre-assembled miniatures", also vormontierte Plastikfiguren ohne Klebearbeit; in Bild und Text werden konkret Peashooter und Wall-nut als Miniaturen gezeigt, auf dem Schlüsselbild taucht zudem unter anderem ein Venus Fly Trap auf. Eine vollständige Komponentenliste, ein Spielplan-Auszug oder eine Auflistung der Zombie-Miniaturen liegt zum Pre-Launch noch nicht vor.

Pledge-Stufen, Stretch-Goals, deutsche Ausgabe

Die Vorab-Kampagnenseite auf Kickstarter zeigt aktuell Titel, Verlagsangabe und einen „Notify me"-Button; konkrete Pledge-Stufen, Preise und Stretch-Goals stehen dort nicht. Mantic kündigt für Backer eine Collector's Edition mit „exclusive content" und „early access" an; alle weiteren Details, einschließlich der Stretch-Goals, will der Verlag mit Kampagnenstart im Herbst 2026 kommunizieren. Ein Lead Designer ist in keiner der von Würfelreich gesichteten Quellen namentlich genannt. Auch zu einer deutschen Ausgabe oder einem DACH-Lokalisierungspartner findet sich in der Mantic-Pressemeldung, im BoardGameGeek-Eintrag und in den ausgewerteten Branchenmeldungen bislang keine Angabe.

Ausblick

Bis zum Kampagnenstart bleibt offen, wie weit Mantic den Brettspiel-Zug vom Tower-Defense-Klick-Original wegrückt und ob deutsche Käuferinnen und Käufer beim Launch eine deutschsprachige Ausgabe pledgen können. Wie schon bei der Kickstarter-Vorstellung zu SHUG und beim laufenden kooperativen Tower-Defense-Crowdfunding zu VANEA kommt Würfelreich mit einem Kampagnen-Update zurück, sobald Mantic im Herbst 2026 den Kickstarter scharfschaltet.

Jason and the Argonauts: Solo-Boss-Battler geht auf Backerkit ins Ziel

26. Mai 2026 um 08:29

Lede

Jason and the Argonauts: Solo-Boss-Battler geht auf Backerkit ins Ziel

Würfeln, neu zuordnen, manipulieren, Boss umlegen: Der US-Verlag Envy Born Games führt seinen Solo-Boss-Battler „Jason and the Argonauts: A Solo Quest Worthy of Legends" auf Backerkit in die letzten Tage seiner Kampagne. Wer den Vorgänger „Hercules and the 12 Labors" mochte, bekommt hier dasselbe Würfel-Rückgrat in einem neuen Setting; wer beides nicht kennt, sollte vor dem Pledge ein paar Eckdaten sehen. Backerkit ist in den letzten Monaten ohnehin spürbar wichtiger geworden: die jüngste Backerkit-Vorstellung bei uns, Dungeon Crawler Carl mit seiner 10-Millionen-Dollar-Marke, zeigt das Format aus einer anderen Genre-Ecke.

Was Sie auf dem Tisch tatsächlich tun

Mechanisch ist „Jason and the Argonauts" ein reiner Solo-Titel: ein Karten- und Würfelspiel im Boss-Battler-Stil mit Würfelwurf, Würfel-Allokation und Würfelmanipulation. Der BGG-Eintrag listet als Kernmechaniken Würfelwurf, Ereignisse, Solo-Modus und Storytelling. In jeder Boss-Begegnung würfeln Sie, ordnen die Augen Aktionsfeldern zu und nutzen Fähigkeiten oder Spezialfelder, um Werte zu verändern. Die mythologische Reise spannt sich von den Harpyien des Phineus über die kollidierenden Felsen der Symplegaden bis zu den feuerspeienden Stieren von Kolchis. Zwischen den Boss-Begegnungen ziehen Sie Reise-Karten, die ruppige See, plündernde Piraten oder göttliche Prüfungen ins Spiel werfen. Es gewinnt, wer das Goldene Vlies birgt und heimkehrt.

„Hercules and the 12 Labors" arbeitete 2025 schon mit Würfelwurf, Würfel-Allokation und Lore-Karten und kam auf einen BGG-Durchschnitt von 7,45 bei 378 Wertungen. Für „Jason" verspricht der Verlag ein erweitertes Regelfundament; die ersten 18 BGG-Besitzer:innen geben dem Spiel im Schnitt 9,0 von 10 (bei nur drei abgegebenen Wertungen).

Eckdaten

  • Spielerzahl: 1 (reiner Solo-Titel, kein Mehrspielermodus angekündigt)
  • Spieldauer: 45 bis 90 Minuten
  • Mindestalter: 14 Jahre
  • Designer: Tyler J. Brown (auch Autor von „Hercules and the 12 Labors")
  • Illustration: David Schneider (DavidSchneiderArt)
  • Verlag: Envy Born Games (USA)
  • Plattform: Backerkit
  • Kampagnenende: 28. Mai 2026
  • Pledge-Stufen: ab 40 USD (Basis), 60 USD (mit Extras), bis 120 USD (Bundle mit „Hercules and the 12 Labors"); zzgl. US-Sales-Tax
  • Versand international: 13 bis 18 USD
  • Kampagnenstand: rund 180.000 USD bei etwa 2.600 Unterstützenden, Mindestziel 10.000 USD also rund 18-fach übertroffen

Designer, Solo-Status, Spielzeit: konsistent

Der Lead Designer ist namentlich klar dokumentiert: Tyler J. Brown verantwortet sowohl „Jason and the Argonauts" als auch „Hercules and the 12 Labors". Solo ist nicht nur primärer Modus, sondern der einzige. Sowohl die Backerkit-Kampagne als auch der BGG-Eintrag führen die Spielerzahl als 1 bis 1; die BGG-Familie „Solitaire Only Games" bestätigt das mechanisch. Wer einen kooperativen oder kompetitiven Zweispieler-Modus erwartet, sucht hier vergeblich. Die Spielzeit liegt einheitlich bei 45 bis 90 Minuten, sowohl im BGG-Eintrag als auch in den Verlagskommunikationen.

Stretch-Goals und Add-On Pack: was zusätzlich auf den Tisch kommt

Bei den Stretch-Goal-Stufen kommuniziert der Verlag vor allem zusätzliche Inhalte: Bei 200.000 USD wird ein „Argonaut Lore Manual" beigelegt, also ein Begleitbuch mit Mythen und Hintergründen. Bei 190.000 USD versprechen die Macher zusätzliche Kartenillustrationen. Bei 150.000 USD lässt der Verlag die Backer per Umfrage abstimmen, welcher Inhalt als nächstes freigeschaltet wird. Dazu kommt ein Golden-Fleece-Pin als zeitlich befristeter Backer-Bonus.

Eigene Aufmerksamkeit verdient der Add-On Pack: Der Verlag nennt für ihn neue Journey-, Argonaut- und Destination-Karten. Das ist Gameplay-Varianz, kein kosmetisches Komponentenrauschen: mehr ziehbare Reise-Ereignisse, mehr spielbare Crew-Mitglieder, mehr Ziele. Wer auf Wiederspielwert achtet, wird das anders einsortieren als einen Pin oder ein Hintergrundbuch.

Pledge-Differenzierung: Sammler- oder Budgetfrage, keine Spielfrage

Zwischen den drei Stufen liegt vor allem Komponentenaufwertung, kein Gameplay-Unterschied: Die 40-USD-Stufe enthält das Grundspiel. Die 60-USD-Stufe ergänzt zusätzliche Komponenten und Boni. Die 120-USD-Stufe bündelt „Jason" mit „Hercules and the 12 Labors" und ist damit für Sammler:innen attraktiv, die direkt beide Solo-Titel des Verlags wollen. Spielerisch macht keine der drei Stufen einen Inhalt exklusiv, der das Grundspiel verändert. Die Entscheidung zwischen den Stufen ist damit weniger eine spielerische als eine Sammler- und Budgetfrage.

DACH-Relevanz: englisch, USD, kein deutscher Vertriebspartner

Eine deutsche Ausgabe oder ein deutschsprachiger Lokalisierungspartner ist für „Jason and the Argonauts" bislang nicht angekündigt. Der Vorgänger „Hercules and the 12 Labors" ist über Giant Roc auf den DACH-Markt gekommen; für „Jason" steht öffentlich bisher nur ein italienischer Lokalisierungspartner (FroGames) fest. Wer auf Backerkit direkt pledgt, kauft Spielmaterial auf Englisch, zahlt in US-Dollar, kalkuliert Versand zwischen 13 und 18 USD ein und sollte je nach Land zusätzlich mit Einfuhrumsatzsteuer rechnen. Zum Vergleich: bei The Legacy of Mars auf Gamefound ist die Lokalisierungslandkarte für DACH spürbar transparenter.

Was bleibt

Die Kampagne hat das Mindestziel um ein Vielfaches übertroffen. Das Spiel adressiert ein klar umrissenes Publikum: Solo-Spieler:innen, die mit englischen Karten umgehen, einen würfellastigen Boss-Battler suchen und mit dem System des Vorgängers etwas anfangen können. Wer das hört und denkt „klingt nach mir", findet bis zum 28. Mai 2026 in der Backerkit-Kampagne die Möglichkeit, mitzubacken. Für weitere laufende Solo-taugliche Crowdfunding-Vorstellungen lohnt ein Blick auf The 30s auf Gamefound, das einen ähnlich klar definierten Genre-Anker setzt.

PLAY von Kosmos: Musik-Partyspiel nutzt Ihr Streaming-Abo

25. Mai 2026 um 09:02
PLAY von Kosmos: Musik-Partyspiel nutzt Ihr Streaming-Abo

Heute, am 21. Mai 2026, bringt der Stuttgarter Verlag Kosmos das Musik-Partyspiel PLAY - The Music Party Game in den Handel. Der Clou: Das Spiel liefert keine eigenen Songs mit, sondern klinkt sich in den Streaming-Dienst ein, den Ihre Spielrunde ohnehin schon nutzt.

Eckdaten
TitelPLAY - The Music Party Game
VerlagKosmos
AutorMariano Di Martino
Illustrationnicht genannt
Spielerzahl2 bis 10 Personen
Spieldauerca. 20 Minuten
Alterab 16 Jahren
Preis (UVP)19,99 Euro
Erschienen21. Mai 2026

Was Sie im Spiel tun

Im Kern ist PLAY ein Schätzspiel. Ein Song wird abgespielt, dann tippen die Spielenden zwei Dinge: das Erscheinungsjahr und das Herkunftsland der Künstlerin oder des Künstlers. Laut Kosmos umfasst die Songbasis über 4.000 Titel aus mehr als zwölf Kategorien. Wer richtig liegt oder nah genug dran ist, sammelt Punkte.

Vier Spielmodi geben diesem Grundprinzip laut Kosmos unterschiedliche Formen:

  • Sooner or Later: Team-Wettstreit
  • Walk the Timeline: Team-Wettstreit
  • Better Together: kooperative Variante
  • Whole Lotta Points: alle tippen gleichzeitig

Eine Partie dauert ungefähr 20 Minuten, gespielt wird zu zweit bis zu zehnt. Einen Solo-Modus gibt es nicht: PLAY braucht mindestens zwei Personen am Tisch. Wie gut sich die große Spanne von zwei bis zehn Personen in der Praxis trägt, ob PLAY also zu zweit ebenso zündet wie in großer Runde, lässt sich ohne eigenen Test nicht beurteilen. Die Abwechslung speist sich dabei vor allem aus dem Songpool und der Stimmung in der Runde, nicht aus mechanischer Tiefe: PLAY bleibt ein schnelles Schätzspiel.

Der Trick mit dem Streaming-Abo

Die Musik kommt nicht aus der Schachtel. Stattdessen scannen die Spielenden mit Smartphone oder Tablet einen QR-Code und starten den Song über ihren eigenen Streaming-Dienst, etwa Spotify, Apple Music oder YouTube Music. Eine PLAY-App gibt es zusätzlich, ein Pflicht-Download ist sie aber nicht. Eine Internetverbindung dagegen schon.

Dieses Konzept hat zwei Seiten. Es hält den Preis niedrig, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 19,99 Euro, und es macht die Songauswahl potenziell riesig. Zugleich hängt das Spiel an fremder Infrastruktur: Streikt der Streaming-Dienst, streikt auch PLAY.

Eine wichtige Frage bleibt offen. Ob ein kostenpflichtiges Abo nötig ist oder eine werbefinanzierte Gratis-Stufe genügt, beantwortet die Produktseite nicht eindeutig. Im Zusammenhang mit der optionalen App nennt Kosmos zwar Spotify Premium, legt sich aber nicht klar darauf fest, ob die Gratis-Variante eines Streaming-Dienstes für das Spiel ausreicht. Wer Werbeunterbrechungen mitten im Rätsel vermeiden will, prüft das besser vor dem Kauf.

Schätzen statt Wissen

Das eigentliche Design-Versprechen lautet „Schätzen statt Wissen". Klassische Musik-Quizspiele belohnen, wer Jahreszahlen und Bandnamen auswendig kann. PLAY dreht das um: Auch wer sich mit Musik kaum auskennt, kann ein Jahr eingrenzen oder ein Herkunftsland erraten. Das senkt die Einstiegshürde und hält gemischte Runden zusammen, in denen reines Wissen sonst ungleich verteilt wäre.

Die Altersfreigabe ab 16

Eine Angabe fällt auf: Kosmos gibt PLAY erst ab 16 Jahren frei. Für ein Partyspiel ist das ungewöhnlich hoch. Einen Grund dafür nennt der Verlag auf der Produktseite nicht. Für den klassischen Familien-Spieleabend mit jüngeren Kindern fällt PLAY damit aus. Wer es als Spiel für die ganze Familie einplant, sollte das Mindestalter ernst nehmen.

Einordnung

Autor des Spiels ist Mariano Di Martino. Wer die Illustration verantwortet, nennt die Produktseite nicht. Für Spielrunden mit einem laufenden Streaming-Abo ist PLAY ein günstiger Spaß für den nächsten Partyabend. Wer dagegen kein Abo hat oder Werbeunterbrechungen scheut, sollte vor dem Kauf genau hinschauen.

Musik-Partyspiele haben gerade Konjunktur, von PlayHit bis zu Karaoke-Titeln wie Grab The Mic; PLAY hebt sich davon durch den Schätz-Ansatz und die Streaming-Anbindung ab. Es ist ein tagesaktueller Neuzugang im Kosmos-Programm, kein zeitloser Klassiker, und einer von vielen: Einen Überblick über weitere aktuelle Kosmos-Neuheiten gibt es separat. Ob das Streaming-Konzept im Spielalltag trägt, wird sich zeigen.

The 30s auf Gamefound: Lovecraft-Koop aus einer Hand

25. Mai 2026 um 08:40
The 30s auf Gamefound: Lovecraft-Koop aus einer Hand

Auf Gamefound sucht das italienische Ein-Personen-Studio Darkkena seit dem 25. Mai 2026 nach Unterstützung für „The 30s", ein kooperatives Lovecraft-Horrorspiel für eine bis zwei Personen. Mit einem Finanzierungsziel von 4.800 Euro, einem score-getriebenen Tournament-Format und einer überwiegend bildbasierten Kampagne ist das Projekt sehenswert, lässt für deutsche Käuferinnen und Käufer aber zentrale Fragen offen.

Kurz erklärt: The 30s ist ein kooperatives Lovecraft-Horrorspiel für eine bis zwei Personen, das das italienische Solo-Studio Darkkena vom 25. Mai bis 26. Juni 2026 auf Gamefound mit einem Ziel von 4.800 Euro finanziert.

Eckdaten

FeldWert
TitelThe 30s
CreatorDarkkena (Rechtsperson: Roberto Lombardo)
Lead Designerin der Kampagne nicht separat namentlich genannt
Spielerzahl1 (Solo) oder 2 (kooperativ)
Spielzeit15 Minuten (Score-getriebenes Tournament-Format laut Regelheft)
Alterab 10 Jahren
MechanikenKarten-Erkundung, modulare Raum-Tiles, Set-Sammeln, Ressourcen-Management (Health und Sanity), Firefight, Tournament-Scoring
Setting1930er Jahre, Lovecraft-Universum, altes Haus
Kampagnenziel4.800 EUR
Stand am Tag 11.731,76 EUR von 29 Unterstützenden, rund 36 Prozent
Laufzeit25.05.2026 bis 26.06.2026
Auslieferungin der Kampagne öffentlich nicht datiert
BGG-Eintragzum Recherchezeitpunkt nicht auffindbar
Kampagnen-URLgamefound.com/darkkena/the-30s

Worum es geht

Laut Kampagne übernehmen ein oder zwei Spielende die Rolle von Ermittlern, die ein altes Haus betreten, um ein verschwundenes Mädchen zu finden. Das Setting orientiert sich an H. P. Lovecraft, die Inszenierung an klassischem 1930er-Jahre-Horror. Jede Entscheidung erhöht den psychischen Druck, der laut Kurzbeschreibung sowohl auf die Sanity als auch auf die Health der Figuren wirkt. Die Räume des Hauses werden modular ausgelegt, sodass jede Partie eine andere Anordnung anbietet.

Mechanik: Wie The 30s am Tisch funktioniert

Nach dem Live-Gang stellte das Regelheft die wichtigsten mechanischen Lücken zur Verfügung. Die Kampagne selbst hält sich auf der Tag-Ebene („cards", „exploration", „survival", „narrative", „cooperative"), das Manual zeigt ein konkreteres Bild.

Spielziel: The 30s ist ein score-getriebenes Tournament-Format. Wer das Haus durchsucht, sammelt Karten-Sets und löst Bonus-Aktionen aus; am Ende werden Punkte verglichen. Das ist näher an einem kompakten Punkt-Spiel als an einer durchgehenden Story-Kampagne.

Modulare Räume: Das Haus besteht aus quadratischen Raum-Tiles (im Manual unter anderem Living Room, Bedroom, Bathroom, Studio, Dressing Room, Attic und Children Room). Jeder Raum trägt drei nummerierte Suchstellen (1, 2, 3) und zeigt mit Symbolen, ob beim Betreten ein Item liegt oder eine Bedrohung wartet. Die Räume werden zur Partie zufällig angeordnet, nur die zentrale Halle bleibt fixiert.

Zwei Ressourcen: Spielende verwalten parallel Health-Tokens und Sanity-Tokens. Item-Karten können beide Werte gezielt verschieben, etwa „Astral Knowledge" (plus 2 Health, minus 2 Sanity). Permanente Effekte sind möglich, etwa „The Drawing" reduziert Sanity-Verlust gegen Monster dauerhaft um 1.

Item-Karten: Während der Erkundung gefundene Karten teilen sich in verbrauchbare und permanente Effekte. Holy Water gibt 2 zusätzlichen Schaden im Firefight, Strongbox tauscht ein Wunsch-Item gegen je 1 Sanity- und Health-Punkt, The Mirror erlaubt einen Blick auf die nächste Event-Karte und ihren Discard, The Map repositioniert einen bereits erkundeten Raum (Halle ausgenommen).

Event-Karten: Zwischen den Zügen ziehen Bedrohungen ein, etwa „Darkness". Durch Items wie The Mirror lassen sie sich vorzeitig verwerfen.

Firefight: Begegnungen mit Kreaturen werden im Kampf aufgelöst; das Tournament-Sheet vergibt einen ausdrücklichen Bonus, wenn die Spielenden „eine Kreatur mit dem ersten Schuss erlegen" (5 Punkte).

Endwertung: Gefundene Sets aus Cthulhu-Karte, Hinweis-Karten und Charakter-Karten bringen 10 (Paar), 20 (Trio), 35 (Quartett) oder 50 Punkte (Vollsatz). Nicht verbrauchte Spezial-Karten geben je 2 Punkte. Der erwähnte Erst-Schuss-Bonus kommt obendrauf.

Wer auf Regel-Ebene wissen will, was passiert, kommt also nicht mehr auf reine Tag-Lektüre an. Trotzdem bleibt die Kampagne selbst beim Schweigen, das Manual ist eigene Lektüre.

Solo gegen Koop

Die Kampagne wirbt explizit mit „A solo or 2-player cooperative experience". Das Regelheft bestätigt: Die Grundmechanik ist identisch, der Unterschied liegt im Score-Schlüssel. Solo-Spielende setzen Sets gegen die Punkte-Schwellen 10, 20, 35 und 50; das Tournament-Sheet im Koop-Modus listet eine zweite, niedrigere Punktespalte (5, 10, 17, 25) zusätzlich zur Solo-Reihe.

Beides spielt sich also als der gleiche Tile-Crawler, der Koop verteilt die Erfolgsmessung über zwei Profile. Wie genau die Doppelpunktung am Tisch wirkt, ob jede Person eine eigene Score-Linie hat oder eine geteilt wird und eine pro Charakter erhalten bleibt, wird im Sheet selbst nicht ausführlich erläutert.

Wer sich primär für Solo interessiert, bekommt also ein eigenes Score-Profil, kein eigens designtes Solo-Szenario. Bei 1-bis-2-Personen-Spielen ist das ein üblicher, aber kein zwingender Ansatz: Solo-erprobte Backer bekommen damit keinen reinen Solo-Modus, sondern das gleiche Spiel mit angepassten Punktegrenzen.

Die 15-Minuten-Frage

Die in den Kampagnen-Metadaten genannten 15 Minuten wirken zunächst unplausibel für einen Lovecraft-Tile-Crawler. Mit der Regelheft-Lektüre wird die Zahl nachvollziehbarer: The 30s ist als kompakte Punkt-Session angelegt, mit klaren Score-Stufen und ohne narrativen Bogen über eine ganze Kampagne. Ein einzelner Durchgang durch das modular ausgelegte Haus, gesammelte Set-Karten, ein einziger Firefight, dann Endwertung. Wer Lovecraft-Story-Bögen in MoM-Tradition erwartet, sollte umrechnen: The 30s liegt deutlich kürzer und ist ausdrücklich auf Wiederholung mit Score-Verbesserung angelegt.

Aufbauzeit, Regel-Link-Lektüre und das thematische Eintauchen bleiben am Tisch zu kalkulieren; die reine Spielzeit pro Durchgang von 15 Minuten ist nach Regellage realistisch.

Stretch Goals: Inhalt, Regel, Digital

Stretch Goals sind Zusatz-Inhalte, die ein Creator freischaltet, sobald die Kampagne bestimmte Funding-Schwellen erreicht. Bei einem Stand von rund 36 Prozent am ersten Tag liegen die vier angekündigten Goals von The 30s noch deutlich vor dem Spiel. Sie sortieren sich in zwei Kategorien:

  • Inhalt und Regel (5.000 EUR „Red Fog Rule", 7.000 EUR „Ashcroft Character", 12.000 EUR „Special Room Tile"): eine neue Regelvariante, ein neuer spielbarer Ermittler, fünf zusätzliche Raum-Tiles. Diese Goals würden das Spiel inhaltlich oder regelseitig erweitern.
  • Digital (6.000 EUR „STL Files"): STL-Dateien (3D-Druck-Vorlagen) der Miniaturen zum Selbstdruck. Das ist kein Komponenten-Upgrade am physischen Spiel, sondern ein digitaler Bonus für Backer mit eigenem 3D-Drucker.

Reine Komponenten-Aufwertungen (Foil-Karten, Holz statt Pappe, Premium-Boxen) sind unter den angekündigten Goals nicht zu finden. Bei 36 Prozent am Tag 1 ist allerdings selbst das erste Stretch Goal noch nicht in Reichweite, der Kampagne fehlt ein klares Polster für die Schwellenwerte ab 5.000 EUR.

Pledge-Stufen

Die Kampagne bietet sechs Stufen, davon fünf für Privatkunden (alle Backer-Preise sind Frühunterstützer-Konditionen):

  • Print & Play, 5 EUR Early Bird, regulär 8 EUR: rein digitales Spiel zum Selbstausdrucken inklusive Regel-Links in Englisch, Italienisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Mechanisch identisch zur physischen Version. Print & Play bedeutet: alle Spieldateien werden als PDF geliefert, gedruckt wird zu Hause.
  • The 30s game, 24 EUR First Backers / 27 EUR Early / 33 EUR regulär: physisches Grundspiel mit gedrucktem englischen Regelheft. Deutsches Regelheft nur als digitaler Link.
  • The 30s mit 10 Resin-Miniaturen, 48 EUR First Backers / 53 EUR Early / 58 EUR regulär: physisches Spiel plus zehn Resin-Miniaturen. Englisches Regelheft gedruckt, deutsches Regelheft nur digital. Mechanisch identisch zum Grundspiel, der Mehrwert ist ausschließlich Tisch-Optik.
  • The 30s FULL SET, 79 EUR, regulär 85 EUR: Vollausstattung mit elf Resin-Miniaturen, einer 60 mal 60 cm großen Stoff-Spielmatte und einem gedruckten Regelheft in der gewählten Sprache (Italienisch, Deutsch, Französisch, Spanisch oder Polnisch). Einzige Stufe mit gedrucktem deutschen Regelheft.
  • Wiederverkäufer-Bundle, 75 EUR: drei Grundspiele ohne Miniaturen, ausdrücklich nicht für Privatkunden.

Spielmechanisch unterscheiden sich die Stufen nicht. Wer das Spiel inhaltlich kennenlernen will, kommt mit 5 EUR Print & Play an die kompletten Regeln. Wer Resin-Miniaturen schätzt, zahlt rund 50 Euro Aufpreis für die Optik am Tisch. Wer auf Deutsch am Tisch spielen möchte, landet beim FULL SET.

Was deutsche Käufer wissen sollten

Das ist die zentrale Einschränkung dieser Kampagne für die DACH-Region: Ein gedrucktes deutsches Regelheft liegt ausschließlich der FULL-SET-Stufe für 79 EUR bei. In allen günstigeren Stufen ist die deutsche Regel nur als digitaler Link enthalten, der laut Darkkena teilweise erst zwei bis drei Monate nach Kampagnenende verfügbar sein soll. Einen DACH-Lokalisierungspartner (etwa Pegasus Spiele, Frosted Games oder Asmodee) führen die abgefragten Kampagnen-Metadaten und Reward-Beschreibungen nicht; gegebenenfalls am Seitenende oder in späteren Kampagnen-Updates auf einen Partnerhinweis prüfen.

Inhaltlich ist die Altersfreigabe „ab 10 Jahren" eine Faustzahl: Lovecraft-Horror, das Motiv des verschwundenen Mädchens und die zweigleisige Sanity-Health-Mechanik sind für jüngere Spielende und besonders sensible Familien keine sichere Empfehlung. Eltern sollten vor dem Pledge das Erklärvideo durchsehen.

Die Auslieferungstermine sind in den Kampagnen-Metadaten nicht datiert. Versandkosten in die DACH-Region werden ebenfalls nicht öffentlich aufgeführt. Beides sollte vor einem Pledge in den Kampagnen-Updates oder per Nachfrage beim Creator geklärt werden.

Lohnt sich The 30s für DACH-Käufer?

The 30s ist eine kleine Solo-Creator-Kampagne mit großem Genre-Erbe. Wer Lovecraft-Koop am Tisch sucht, hat in der DACH-Region eine etablierte Auswahl mit klar unterschiedlichen Profilen: Arkham Horror LCG ist ein kampagnengetriebenes Living-Card-Game mit Deck-Bau, Villen des Wahnsinns in zweiter Edition setzt auf eine App und tile-basierte Story-Erkundung, Cthulhu: Death May Die ist ein würfel- und kartenlastiger Action-Koop. The 30s positioniert sich klar daneben: ein kompakter, score-getriebener Tile-Crawler mit Set-Sammeln, zwei Ressourcen und einer einzelnen kurzen Sitzung pro Partie. Replay-Anreiz speist sich aus der zufälligen Raum-Anordnung, dem variierenden Karten-Pool und der Score-Optimierung, nicht aus einem Kampagnen-Bogen. Weitere Lovecraft-Brettspiele auf Würfelreich liefern Vergleichspunkte für die Genre-Einordnung.

Hinzu kommt: Roberto Lombardo beziehungsweise Darkkena tritt mit The 30s zum ersten öffentlich auffindbaren Brettspielprojekt an, weder Crowdfunding-Datenbanken noch BoardGameGeek führen ein vorhergehendes veröffentlichtes Spiel. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber bei einem Solo-Creator ohne datierte Auslieferung der erste Backer-Filter. Konkrete Szenariozahlen oder ein verbindender Kampagnenplot sind im Regelheft ebenfalls nicht angelegt; die Spielarchitektur setzt auf wiederholbares Tournament-Format statt Story-Bogen.

Wer den Print-and-Play-Preis von 5 EUR riskieren möchte, kann das Spiel ohne große Investition kennenlernen; wer die deutsche Vollausstattung am Tisch will, zahlt 79 EUR und nimmt offene Fragen zu Auslieferung und Versand mit.

36 Prozent Funding am ersten Tag sind ein solider Start, aber kein Selbstläufer für die Stretch Goals. Beobachten lohnt sich, blind pledgen sollten DACH-Käufer eher nicht. Weitere Gamefound-Kampagnen und laufende Crowdfunding-Vorstellungen auf Würfelreich liefern die nächste Vergleichsrunde.

Update 2026-05-25: Darkkena hat nach Veröffentlichung dieses Artikels das vollständige Regelheft zur Verfügung gestellt. Die Mechanik-Abschnitte und die 15-Minuten-Einordnung sind entsprechend aktualisiert.

SHUG auf Kickstarter: Partyspiel trifft Dungeon Crawler

21. Mai 2026 um 10:48
SHUG auf Kickstarter: Partyspiel trifft Dungeon Crawler

Ein Bauernaufstand, eine geheimnisvolle Kreatur und ein legendärer Pub: Mit „SHUG" wirbt das Londoner Studio Wandering Games auf Kickstarter für einen Mashup aus Partyspiel und Dungeon Crawler. Die Kampagne ist binnen weniger Tage weit über 1.000 Prozent finanziert und ein Staff Pick, Grund genug, einmal nachzusehen, was hinter dem albernen Trubel steckt.

Worum es in SHUG geht

SHUG spielt in „Ol' Engoland", einer überdrehten Fantasy-Version Englands. König Charles the Cursed zieht mordlustig durchs Land und macht Jagd auf Monster. Sie übernehmen einen einfachen Bauern, der eine kuriose Legende erfüllen soll: die Kreatur Shug finden und sicher zum sagenumwobenen Pub bringen. Der Ton ist bewusst schräg, samt Seemannsliedern, einer Karte namens „Sexy Armour" und Tanzeinlagen gegen Monster. Wandering Games verkauft SHUG als Spiel mit langer Vorgeschichte: Laut Verlagsseite erfanden die Brüder Rufus und Luke Dye-Montefiore es als Kinder im Alter von sieben und zehn Jahren und verfeinerten es über zwei Jahrzehnte mit Familie und Freunden. Die beiden zeichnen auch die handgemachte Grafik.

Wie sich SHUG spielt

Ein Zug ist schnell erklärt. Sie ziehen eine Schatzkarte, würfeln und bewegen Ihre Figur über eine frei begehbare Karte aus Dörfern, Wäldern, Flüssen, Tunneln, Brücken und Städten. Danach lösen Sie aus, was am Zielfeld wartet. Manche Felder bringen Belohnungen, andere Chaos-Effekte, Gasthäuser lassen Sie die Bewegung neu auswürfeln. Betreten Sie ein gefährliches Gebiet wie einen Wald oder ein Moor, stoppt die Bewegung sofort, und ein Monster taucht auf.

Bekämpfen müssen Sie diese Monster nicht. Sie können sie auch anwerben: Viele Kreaturen schließen sich an, wenn Sie eine schräge Aufgabe von der Karte erfüllen. Genau hier greift die „Player Judge"-Mechanik. Statt eines starren Regelwerks entscheiden die Mitspielenden, ob Sie eine alberne Herausforderung bestanden haben, etwa ein Seemannslied für das Seeungeheuer Selky. Schatzkarten wandern dabei ständig über den Tisch. Manche bleiben als Ausrüstung liegen, andere sind Einmal-Effekte, die Kämpfe unterbrechen, Pläne sabotieren oder jemanden im letzten Moment retten.

Eine feste Figuren-Asymmetrie gibt es nicht. Alle starten als gleichrangige Bauern; Unterschiede entstehen erst im Spielverlauf über gesammelte Monster, Ausrüstung und Karten. Gewinnen können Sie auf zwei Wegen: Shug heil zum Pub bringen oder den König erledigen.

Drei Modi: kompetitiv, kooperativ, solo

SHUG kennt drei Spielweisen. Der Standardmodus ist kompetitiv. Sie blockieren sich gegenseitig den Weg, fordern einander zu Duellen heraus und klauen Karten und Begleiter. Vorab-Berichte beschreiben dieses Gegeneinander als den eigentlichen Kern des Spiels. Daneben gibt es einen kooperativen Modus, in dem alle gemeinsam gegen den König antreten, der sich selbst langsam Richtung Pub bewegt. Der Solo-Modus nutzt laut diesen Vorab-Vorstellungen einen Automa, also einen regelgesteuerten Gegenspieler. Die BGG-Seite bestätigt das insofern, als sie SHUG ab einer Person führt und „Solo / Solitaire Game" als Mechanik nennt. Wie der Automa konkret funktioniert, beschreibt die Kampagne im lesbaren Textteil allerdings nicht: Die Kampagnenseite arbeitet fast ausschließlich mit Bildern. Aus dem Material lässt sich also nur die Existenz eines Automa-Gegners ableiten, nicht seine Eingriffstiefe und sein Entscheidungsprofil.

Pledges, Erweiterungen und die Frage nach Stretch Goals

Vier Pledge-Stufen stehen zur Wahl:

  • Classic (35 GBP): das Grundspiel mit allem für einen klassischen SHUG-Abend.
  • Unnecessarily Nice Edition (49 GBP): dasselbe Spiel mit hochwertigeren Komponenten, ein rein optisches Upgrade ohne Folgen fürs Spielgeschehen.
  • Expansion Bundle (66 GBP): das Grundspiel plus alle drei Erweiterungen, die laut Verlag „mehr Lore und Mechaniken" bringen.
  • The Abundance (99 GBP): das Komplettpaket.

Ein Haken für die Übersicht: Die Stufen sind auf der Kampagnenseite betont jokey getextet und listen ihren genauen Inhalt nicht sauber auf. Wer gezielt vergleichen will, sollte den späteren Pledge-Manager abwarten, also das Nachbestell-Tool, mit dem Unterstützende nach Kampagnenende ihre Auswahl finalisieren.

Die drei Erweiterungen sind inhaltlich relevant, nicht bloß Deko. „Enter the Tiddy Realm", „Landlords Expansion" und „Shugnanigans" (einzeln je 13 GBP) bringen neue Regeln und Spielinhalte. Davon zu trennen sind die zahlreichen Komponenten-Add-ons: Kartenständer, eine Münze, eine Sanduhr, ein Hut, ein Plüsch-Shug und Kunstdrucke. Das ist Zubehör und Merchandise, gespielt werden kann SHUG auch ohne. Eine klassische Stretch-Goal-Leiste mit freigespielten Zielen weist die Kampagne dagegen nicht aus. Wer auf freigespielte Boni hofft, wartet hier vergeblich: Im lesbaren Textteil benennt Wandering Games trotz rund 1.450 Prozent Finanzierung keine Stretch Goals.

Gute Nachricht für DACH-Leser: deutsche Version über Haba

Für Spielerinnen und Spieler im deutschsprachigen Raum gibt es eine erfreuliche Nachricht. Laut Kampagnenseite übernimmt der deutsche Verlag Haba die deutsche Lokalisierung von SHUG. Eine deutschsprachige Ausgabe ist damit gesetzt, auch wenn die Kampagne selbst komplett auf Englisch läuft und BGG bislang nur eine englische Edition führt. Wer SHUG lieber auf Deutsch spielt, muss also nicht zwingend die englische Kickstarter-Fassung unterstützen, sondern kann die Haba-Ausgabe abwarten.

Zwei Punkte bleiben dabei offen, die die Kampagne nicht klar beziffert: der genaue Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe und der Vertriebsweg, also ob die Haba-Version über den Handel kommt oder an die Crowdfunding-Auslieferung gekoppelt ist. Gerade bei SHUG ist eine saubere Lokalisierung wichtig, denn der Humor lebt von Wortspielen, die Karten tragen viel Text, und die „Player Judge"-Herausforderungen funktionieren nur, wenn alle am Tisch die Aufgaben verstehen. Eine deutsche Fassung nimmt genau diese Sprachhürde, die in der englischen Version sonst auch die effektive Alterseinstufung über die angegebenen 10 Jahre hinausschiebt.

Einordnung: Lohnt sich SHUG?

1.450 Prozent Finanzierung sehen spektakulär aus, doch die Messlatte lag niedrig: Ein Ziel von 9.000 GBP ist für ein Brettspiel sehr knapp kalkuliert. Aussagekräftiger sind die über 1.700 Unterstützenden und der Staff Pick von Kickstarter. Zur ehrlichen Risikobetrachtung gehört aber auch die andere Seite: Ein belastbarer Liefer-Track-Record von Wandering Games lässt sich aus dem Kampagnenmaterial nicht ableiten. Wer unterstützt, sollte das mitkalkulieren, zumal die Auslieferung erst für Mai 2027 geplant ist.

Einordnen lässt sich SHUG am ehesten als chaotisches, vom Urteil der Mitspielenden getriebenes Party-Abenteuer mit Dungeon-Crawler-Anstrich, weniger als taktischer Dungeon Crawler. Der Schwerpunkt liegt klar auf Situationskomik und gemeinsam erzählten Geschichten. Wie gut dieses Erlebnis über die volle Spanne von einer bis sechs Personen trägt, sagt die Kampagne allerdings nicht: Ob eine Zweierpartie dieselbe Spielidee transportiert wie eine volle Sechserrunde, bleibt offen.

SHUG ist ein ungewöhnliches Projekt, ein über zwei Jahrzehnte gewachsenes Familienspiel mit handgezeichneter Grafik und 155 Karten, das bewusst auf Albernheit setzt. Eine Anmerkung für den Familientisch: Der kompetitive Standardmodus lebt von Klauen, Sabotieren und Duellen, das kann mit jüngeren Kindern schnell vom lustigen Chaos in echten Frust kippen. Die kooperative Variante ist hier die entspanntere Wahl. Auch die 30 bis 90 Minuten Spielzeit sind eher ein Rahmen als eine feste Größe: Erste Partien und volle Runden tendieren zum oberen Ende.

Frühe Eindrücke loben genau diese chaotische, anekdotenträchtige Seite, merken aber auch an, dass nicht jede Regel rund läuft. Wer planbare Strategie sucht, ist hier falsch. Wer einen lauten, geselligen Spieleabend mag, kann die Kampagne bis zum 17. Juni 2026 im Auge behalten, sollte für die englische Kickstarter-Fassung aber solide Englischkenntnisse mitbringen. Wer lieber auf Deutsch spielt, wartet auf die von Haba lokalisierte Ausgabe. Einen Blick wert sind auch unsere weiteren Crowdfunding-Vorstellungen, etwa zu Leviathan Wilds: Shattered Peak. Die Auslieferung ist für Mai 2027 geplant, der bei Crowdfunding übliche Vorbehalt gilt also auch hier.

The Legacy of Mars: Terraforming Mars wird zum Kampagnenspiel

21. Mai 2026 um 09:01
The Legacy of Mars: Terraforming Mars wird zum Kampagnenspiel

The Legacy of Mars bringt das Terraforming-Mars-Universum als wiederspielbare Kampagne auf Gamefound. Die Ankündigung des Spiels haben wir bereits gemeldet, hier geht es um die jetzt laufende Kampagne. Wir ordnen ein, was das Spiel mechanisch bietet, welche Pledge-Stufen Stronghold Games anbietet und worauf Sie vor einer Unterstützung achten sollten.

Eigenständiges Spiel, aber vorerst die halbe Geschichte

The Legacy of Mars ist ein eigenständiges Spiel, kein Zusatzmodul. Die Box enthält alles zum Spielen, inklusive einer Ausgabe des Terraforming-Mars-Grundspiels. Sie ist aber Teil eines größeren Bogens: Die Kampagne erzählt sieben Missionen. Die jetzt auf Gamefound finanzierte Box deckt die Missionen 1 bis 4 ab. Die Missionen 5 bis 7 sollen laut Stronghold Games als zweiter Teil Ende 2026 in einer eigenen Gamefound-Kampagne folgen. Wer nur Teil 1 kauft, kann die Kampagne nach Mission 4 mit einem Sieger abschließen. Den vollständigen Sieben-Missionen-Bogen gibt es nur mit beiden Boxen.

Als Designer nennen FryxGames und Stronghold Games Jacob Fryxelius, den Autor des Terraforming-Mars-Grundspiels von 2016. In den strukturierten Datenfeldern der Gamefound-Seite ist kein Designer hinterlegt. Die Urheberschaft ist also über den Verlag belegt, nicht über die Kampagnen-Eckdaten.

Was Sie im Spiel tun

The Legacy of Mars baut auf der bekannten Terraforming-Mars-Mechanik auf. Sie übernehmen einen Konzern und entwickeln Mars und Sonnensystem mit Projektkarten weiter. Karten kaufen Sie auf die Hand und spielen sie gegen Ressourcen aus. So steigern Sie Ihre Produktion. Das Spiel läuft über mehrere Runden, sogenannte Generationen, mit je einer Karten-, einer Aktions- und einer Produktionsphase. In der Aktionsphase führen Sie pro Zug ein bis zwei Aktionen aus. Wer eine Begrünung platziert, hebt den Sauerstoffwert und damit einen der drei globalen Parameter. Städte bringen dagegen vor allem Siegpunkte und Einkommen, ohne die globalen Werte direkt zu verschieben.

Neu sind mehrere Schichten obendrauf. Nach den bisher öffentlichen Informationen ergänzt The Legacy of Mars das Grundsystem um Bevölkerung, Arbeitskräfte, schmelzende Gletscher sowie einen wachsenden Stapel an Innovations- und Entwicklungskarten. Hinzu kommen mehrere Hundert neue Karten, neue Spielpläne und eine neue Ressource. Jede Mission spielt sich mit eigenen Parametern und einem eigenen Kartenpool. Wer eine Mission gewinnt, wird Gouverneur des Planeten und nimmt einen Bonus in die Schlusswertung mit. Diese Schichten erhöhen die Regellast spürbar. Wie viel länger das Erklären dauert und wie stark sie das Grübeln am Tisch antreiben, beziffert die Kampagne nicht. Wer schon das Grundspiel als fordernd empfindet, sollte The Legacy of Mars als deutlich schwergewichtiger einplanen.

Wie die neuen Elemente konkret im Zug eingesetzt werden, etwa die Arbeitskräfte, beschreibt die Kampagne im Fließtext nicht. Gamefound vermittelt viele Details über Bilder statt über Text. Offen bleibt auch, ob sich die Interaktion am Tisch verändert: Terraforming Mars ist im Kern ein indirektes Rennen mit begrenzter Konkurrenz um Felder und Boni, und ob die Kampagne daran etwas dreht, sagt sie nicht. An diesen Stellen bleibt die Kampagne unkonkret.

Spielerzahl, Solo-Modus, Spielzeit und Alter

Die Kampagne nennt eine Spanne von 1 bis 5 Spielenden. Ein Solo-Modus ist damit enthalten. Wie er sich über eine mehrteilige Kampagne hinweg spielt, ob also jede Mission solo bestreitbar ist und wie ein Gegner simuliert wird, beschreibt die Gamefound-Seite nicht. Das Grundspiel von 2016 hat einen etablierten Solo-Modus. Für The Legacy of Mars bleibt der Punkt offen.

Eine Spielzeit gibt die Kampagne ebenfalls nicht an, auch keine Altersfreigabe. Zur Orientierung: Das Grundspiel von 2016 dauert laut BoardGameGeek rund 120 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Dieser Wert gilt aber nur für eine einzelne Partie des Grundspiels. The Legacy of Mars stapelt Zusatzsysteme auf dieses Gerüst und erzählt sieben Missionen. Das Zeit-Commitment liegt damit sehr wahrscheinlich deutlich höher, eine belastbare Zahl nennt der Verlag aber nicht. Planen Sie die 120 Minuten daher nicht als Richtwert für eine Legacy-Mission ein.

Legacy ohne Zerstörung

Legacy verbindet man oft mit Aufklebern und zerrissenen Karten. Genau das passiert hier nicht. Stronghold Games und FryxGames betonen, dass nichts dauerhaft verändert wird: keine Sticker, keine zerstörten Komponenten. Sie spielen die Kampagne durch, setzen sie zurück und können sie erneut spielen. Der Verlag bewirbt das Spiel deshalb als „fully replayable campaign", also als vollständig wiederspielbare Kampagne. Das unterscheidet den Titel klar von klassischen Legacy-Spielen. Technisch zurücksetzbar heißt allerdings nicht automatisch spielerisch abwechslungsreich. Die Kampagne verspricht Varianz über missionseigene Kartenpools und Parameter. Wie unterschiedlich sich ein zweiter Durchlauf wirklich anfühlt, ob also andere strategische Linien tragen, zeigt sich erst am Tisch.

The Legacy of Mars: Terraforming Mars wird zum Kampagnenspiel
Die Deluxe-Stufe legt knapp 300 3D-Plättchen bei, spielerisch ändert sich dadurch nichts. Bild: Stronghold Games / FryxGames via Gamefound

Milestones statt Stretch Goals

The Legacy of Mars nutzt keine klassischen Stretch Goals. Die Kampagne spricht stattdessen von Milestones. Eine einzeln aufgeschlüsselte Liste dieser Milestones liegt in den strukturierten Kampagnendaten nicht vor. Sichtbar ist: Die freigeschalteten Inhalte wandern als sogenannte Milestone-Promos in jede Box, unabhängig von der Pledge-Stufe. Schon die Einstiegsstufe enthält laut Gamefound alle in dieser Kampagne freigeschalteten Milestones.

Soweit erkennbar handelt es sich dabei um zusätzliches Promo-Material, vor allem Karten, also um spielerische Inhalte. Reine Komponenten-Aufwertungen wie 3D-Plättchen oder Metallwürfel laufen dagegen nicht über Milestones, sondern über die höheren Pledge-Stufen. Eine vom Verlag selbst veröffentlichte Trennung in mechanische Inhalte und Komponenten-Boni fehlt im Text.

Die Pledge-Stufen

Es gibt fünf Stufen, die Preise in US-Dollar:

  • Legacy of Mars (109 USD): das vollständige Spiel mit den Missionen 1 bis 4 und allen Milestones. Diese Stufe enthält die komplette spielerische Substanz.
  • Deluxe Legacy of Mars (249 USD): dasselbe Spiel in größerer Box mit knapp 300 3D-Plättchen und Markern. Eine reine Komponenten-Aufwertung, spielerisch identisch zur Einstiegsstufe.
  • Super Deluxe (409 USD): Spiel, 3D-Plättchen, Milestone-Promos, Metallwürfel und Kartenhüllen. Ebenfalls vor allem ein Komponenten-Paket.
  • Everything New (419 USD) und Almost Everything (549 USD): zwei umfangreiche Bündel mit zusätzlichem Terraforming-Mars-Material aus früheren Projekten. Hier kommt spielerischer Mehrwert hinzu. Allerdings beschreibt die Kampagne beide Stufen sehr ähnlich, was die Abgrenzung erschwert.

Wer The Legacy of Mars spielen will, braucht spielerisch nur die Einstiegsstufe. Die teureren Stufen verkaufen vor allem Material und Sammelobjekte. Ein Vorbehalt bleibt: Diese Box deckt nur die Missionen 1 bis 4 ab. Den vollständigen Sieben-Missionen-Bogen gibt es erst mit der zweiten Box, deren Preis Stronghold Games noch nicht nennt. Das reale Gesamtbudget für die ganze Kampagne steht also noch nicht fest.

Was Sie vor der Unterstützung wissen sollten

Die Finanzierungszahlen sind beeindruckend. Das Ziel von 20.000 USD fiel innerhalb von Minuten. Am 21. Mai 2026, an Kampagnentag 9, standen rund 1,75 Millionen USD und 7.105 Unterstützende zu Buche, also rund 8.766 Prozent des Ziels. Diese Quote ist ein Signal für Nachfrage, mehr nicht. Das niedrige Ziel war symbolisch, das Spiel faktisch vorverkauft. Über die Qualität sagt eine hohe Finanzierungsquote nichts aus.

Ein Kritikpunkt aus der Community betrifft die Aufteilung. Sieben Missionen verteilen sich auf zwei getrennte, kostenpflichtige Kampagnen. Den Preis für Teil 2 nennt Stronghold Games noch nicht. Wer den ganzen Bogen erleben will, zahlt zweimal und kennt die Gesamtkosten bisher nicht.

Für den DACH-Raum ist außerdem wichtig: Kampagne, Pledge-Stufen und Abrechnung laufen auf Englisch und in US-Dollar. Das Terraforming-Mars-Grundspiel erscheint auf Deutsch beim Schwerkraft-Verlag. Zu einer deutschen Ausgabe von The Legacy of Mars gibt es bislang keine öffentlichen Informationen. Die Auslieferung ist nach der bisherigen Berichterstattung für 2027 geplant.

Die Gamefound-Kampagne läuft noch bis zum 30. Mai 2026.

Königreich Legacy: Erforschungen, neue Solo-Erweiterung

21. Mai 2026 um 08:33
Königreich Legacy: Erforschungen, neue Solo-Erweiterung

Der Schwerkraft-Verlag bringt Ende Mai 2026 mit „Königreich Legacy: Erforschungen" eine neue Erweiterung für sein Solo-Kampagnenspiel „Königreich Legacy - Feudale Welt" heraus. Wir ordnen ein, was das 160-Karten-Paket bietet, für wen es gedacht ist und wo die Verlagsangaben einen zweiten Blick verlangen.

Worum es geht

„Königreich Legacy: Erforschungen" ist keine eigenständige Box, sondern eine Erweiterung. Das Grundspiel Königreich Legacy - Feudale Welt ist zum Spielen zwingend nötig. Im Karton liegen 160 Spielkarten und 4 Aufkleberbogen. Hinter der Reihe steht Designer Jonathan Fryxelius vom Originalverlag FryxGames. Die Pressemitteilung von Schwerkraft nennt ihn nicht. Für eine faire Einordnung gehört der Name aber in den Text.

„Erforschungen" erweitert den bestehenden Kampagnen-Loop um Material, statt die Regeln umzubauen. Mechanisch bleibt die Erweiterung der Reihe treu. Es ist ein Legacy- und Kampagnenspiel: Sie bauen ein Kartendeck auf, verwalten Ihre Handkarten und arbeiten sich Zug für Zug durch einen Kartenstapel. Dazu kommen narrative Entscheidungen, die über nummerierte Absätze ablaufen, sowie Push-Your-Luck-Momente, in denen Sie ein Risiko gegen einen möglichen Gewinn abwägen. Laut Verlag ist die englische Fassung „Exploration" die inhaltsreichste der Erweiterungen, wenn Sie mehr Karten und ein größeres Königreich suchen. Schwerkraft merkt zugleich an, dass dieses größere Königreich im Spiel ressourcenintensiv wird.

„Königreich Legacy: Erforschungen" ist die vollständig deutsche Ausgabe dieser Erweiterung. Das ist hier kein Nebenaspekt: Die Reihe erzählt stark über Text und nummerierte Absätze. Eine deutsche Lokalisierung entscheidet also mit über den Spielfluss, anders als bei einem weitgehend sprachneutralen Add-on.

Ein Solospiel, kein Mehrspieler-Titel

Eine Formulierung aus der Pressemitteilung braucht eine klare Einordnung. Schwerkraft schreibt, „Erforschungen" könne „sogar von zwei Königreichen gespielt werden". Das ist kein Mehrspieler- und kein kooperativer Modus. „Königreich Legacy: Erforschungen" ist und bleibt ein reines Solospiel für genau eine Person. Gemeint ist etwas anderes: Das Kartenmaterial reicht aus, um zwei getrennte Kampagnen, also zwei separate Spielstände, zu versorgen. Die Schwerkraft-Produktseite zu „Erforschungen" spricht von bis zu zwei Königreichen mit je vier Durchgängen. Gespielt wird trotzdem allein.

Spielzeit, Alter und Preis

Bei der Spieldauer lohnt eine Trennung. Schwerkraft nennt 15 bis 60 Minuten. Diese Spanne gilt für eine einzelne Sitzung, also für eine einzelne Erforschung. Das Grundspiel ist als Kampagne angelegt und summiert sich über viele Stunden. Die 15 bis 60 Minuten sind also kein Gesamtumfang, sondern das Maß für eine Partie zwischendurch.

Bei der Altersangabe gibt es eine Unstimmigkeit. Die Schwerkraft-Produktseite zu „Erforschungen" nennt „ab 12 Jahren". BoardGameGeek führt das Grundspiel dagegen mit 14 Jahren. Wir nennen die Verlagsangabe, behandeln sie aber nicht als gesichert. Wer das Spiel verschenkt, prüft die Altersfreigabe am besten selbst.

Der Vorbestellpreis liegt bei 16 Euro, regulär kostet die Erweiterung 18 Euro. Der Vorbesteller-Rabatt läuft bis zum 22. Mai 2026, der Erscheinungstermin ist Ende Mai 2026.

Was sonst noch von Schwerkraft kommt

„Erforschungen" kommt nicht allein. Vom Grundspiel gibt es jetzt eine Big-Box-Version mit größerer, stabilerer Schachtel, in der auch ein bereits gewachsenes Königreich Platz findet. Dazu erscheint eine fachhandelsexklusive alternative Starter-Box. Den aktuellen Zyklus schließt „Erforschungen" laut Verlag ab. Schwerkraft teasert aber bereits einen neuen Zyklus an, der „deutlich kälter" werden soll. Wer mag, findet bei uns weitere Schwerkraft-Neuheiten.

Ein Hinweis zur Transparenz: Die Illustrationen der Reihe sind KI-generiert und stammen aus Adobe Firefly. In der DACH-Spieleszene ist der Einsatz von KI-Bildern ein Diskussionspunkt, deshalb nennen wir es offen.

Einordnung

Der Verlag lobt die Reihe deutlich, unter anderem als „unangefochten das Solo-Spiel-Erlebnis überhaupt". Belastbarer als das Eigenlob sind die Zahlen: Auf BoardGameGeek steht das Grundspiel bei rund 8,0 Punkten aus etwa 2.960 Wertungen und rangiert ungefähr auf Platz 640. Das ist eine solide Marke für ein reines Solospiel. „Erforschungen" richtet sich klar an alle, die den Kern der Reihe mögen und mehr davon wollen. Ob die Erweiterung diese Linie hält, zeigt sich, sobald die ersten Kampagnen ausgespielt sind.

Leviathan Wilds: Shattered Peak läuft auf Kickstarter

21. Mai 2026 um 07:59
Leviathan Wilds: Shattered Peak läuft auf Kickstarter

Der kooperative Boss-Battler Leviathan Wilds bekommt Nachschub: Mit Shattered Peak sammelt der US-Verlag Moon Crab Games auf Kickstarter Geld für die zweite große Erweiterung der Reihe. Die Kampagne läuft auf Englisch, und das Grundspiel bleibt zum Mitspielen zwingend nötig.

Es ist die zweite große Erweiterung. Die erste war Deepvale (2025). Die beiden Mutation Packs zählen nicht mit: Sie sind kleinere Varianten-Packs, keine vollwertigen Erweiterungen.

Leviathan Wilds: Shattered Peak – Eckdaten im Überblick

Die folgenden Werte gelten für das Grundspiel und damit auch für Partien mit der Erweiterung:

  • Spielerzahl: 1 bis 4
  • Spieldauer: 45 bis 90 Minuten (Verlagsangabe)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Ausrichtung: kooperativ, mit vollwertigem Solo-Modus

Die 45 bis 90 Minuten sind ein Richtwert für eingespielte Runden. In voller Vierer-Besetzung und in den ersten Partien mit den noch unbekannten neuen Klassen und Leviathanen kann eine Partie deutlich länger dauern.

So funktioniert Leviathan Wilds

Leviathan Wilds dreht sich ums Klettern. Die Spielenden erklimmen riesige Kreaturen, die Leviathane, und bringen deren Kristalle auf null. Wer alle Kristalle einer Kreatur ausschaltet, gewinnt. Das Spielbrett ist ein spiralgebundenes Buch. Die Bewegung läuft über ein Raster und kostet Aktionspunkte. Karten lassen sich mehrfach nutzen, unter anderem als „Griff“, mit dem man sich an einem Leviathan festhält. Ein Kampagnenmodus verbindet einzelne Szenarien. Weil das Spiel rein kooperativ ist, wächst mit jeder weiteren Person vor allem der Abstimmungsaufwand am Tisch, während Solo- und Zweier-Partien fokussierter ablaufen.

Designer ist Justin Kemppainen, die Illustration des Grundspiels stammt von Samuel R. Shimota. Auf BoardGameGeek liegt das Grundspiel bei einer Komplexität von 2,47 von 5 und einer Durchschnittsbewertung von 7,86.

Was Shattered Peak hinzufügt

Shattered Peak führt elf neue Leviathane ein. Laut Verlag sind darunter geflügelte Schlangen, tobende Sturmwolken und Kreaturen, die im Berg selbst lauern. Das Setting ist ein Aufstieg in ein zerborstenes Bergmassiv, das vor Jahren durch eine Explosion zerrissen wurde.

Dazu kommen drei neue Kletterfiguren, im Original „Climber“ genannt, also spielbare Charaktere. Zwei davon nennt die Kampagne beim Namen: Recoil, spezialisiert auf Präzisionsschüsse, und Dare, auf der Suche nach dem Nervenkitzel. Den Namen der dritten Kletterfigur nennen die uns vorliegenden Quellen nicht.

Ebenfalls neu sind drei Klassen. Benannt werden der Alchemist mit Fokus auf Gebräue und der Geomant, der Kristalle manipuliert. Die dritte Klasse bleibt in den Quellen ohne Namen.

Als zusätzliche Mechanik-Ebene bringt die Erweiterung einen neuen achtseitigen Kristallwürfel mit, der seine Position wechselt, sobald er getroffen wird. Wie dieser Sprung genau ausgelöst und gesteuert wird, geht aus dem uns vorliegenden Quellmaterial nicht hervor. Auffällig ist die Nähe zur neuen Klasse: Der Geomant manipuliert Kristalle, und die Erweiterung dreht eine neue Kristall-Mechanik auf. Ob beide direkt zusammenspielen, sagt die Kampagne aber nicht ausdrücklich.

Der Erweiterungs-Pledge enthält außerdem das Wood Token Set 2, ein Holz-Token-Upgrade für die neuen Figuren und Klassen.

Solo-Modus

Leviathan Wilds ist kooperativ und bringt einen vollwertigen Solo-Modus mit. BoardGameGeek führt dafür die Mechanik „Solo / Solitaire“. Shattered Peak ist eine Erweiterung und baut auf diesem Gerüst auf. Eine eigene, abweichende Solo-Mechanik nur für die Erweiterung nennt die Kampagne nicht.

Finanzierung und Stretch Goals

Die Crowdfunding-Kampagne ist erfolgreich: Rund 232.600 US-Dollar von 3.442 Unterstützenden (Stand: 21. Mai 2026) stehen etwa 465 Prozent des Ziels von 50.000 US-Dollar gegenüber. Kickstarter führt das Projekt als „Staff Pick“. Bei dieser Quote sind freigeschaltete Stretch Goals üblich. Eine nachprüfbare Stretch-Goal-Liste, die sich in Mechanik-Inhalte und reine Komponenten-Upgrades trennen ließe, stellt die Kampagnenseite in Textform aber nicht bereit. Wir führen deshalb keine auf. Eine hohe Finanzierungsquote ist ein Signal für Interesse, kein Qualitätsurteil.

Pledge-Stufen und DACH-Bezug

Die Kampagne rechnet in US-Dollar, der Versand kommt obendrauf. Die wichtigsten Stufen:

  • 3 US-Dollar: nur Zugang zum Pledge-Manager, dem Bestellsystem nach Kampagnenende. Kein Spielmaterial.
  • 49 US-Dollar: die Erweiterung Shattered Peak, inklusive Wood Token Set 2.
  • 56 US-Dollar: „Returning Backers: Everything New“. Enthält Shattered Peak, Mutation Pack 2 und Wood Token Set 2. Mit 2.699 Unterstützenden die mit Abstand beliebteste Stufe.
  • 79 US-Dollar: die Erweiterungen Deepvale und Shattered Peak zusammen.
  • 162 US-Dollar: „New Backer: All Gameplay“. Grundspiel plus alle Gameplay-Inhalte.
  • 188 US-Dollar: „New Backer: Everything“. Die komplette Sammlung, inklusive Deluxe-Komponenten.

Kurz zur Orientierung: Wer Grundspiel und Deepvale schon besitzt, ist mit der 56-Dollar-Stufe komplett versorgt. Wem nur Deepvale fehlt, greift zur 79-Dollar-Stufe. Neueinsteiger brauchen zwingend eine Stufe mit Grundspiel, also 162 oder 188 US-Dollar.

Gameplay-seitig zählt, was in den Stufen ab 49 US-Dollar an Erweiterungen steckt. Das Wood Token Set 2 ist dagegen ein reines Material-Upgrade und ändert nichts am Spielablauf. Auch die 188-Dollar-Stufe legt mit den Deluxe-Komponenten vor allem eine Material-Aufwertung obendrauf.

Einen deutschsprachigen Pledge gibt es nicht. Das Grundspiel ist zwar bei Frosted Games auf Deutsch erschienen, eine bestätigte deutsche Ausgabe der Erweiterung nennen die uns vorliegenden Daten aber nicht. Wer mitmacht, bekommt eine englische Ausgabe. Konkrete Versand- oder Einfuhrkosten für Deutschland und die EU weist die Kampagnenseite in den uns vorliegenden Daten ebenfalls nicht aus.

Termine

Die Kampagne läuft noch bis zum 2. Juni 2026, 22 Uhr MESZ. Moon Crab Games schätzt die Auslieferung auf Juni 2027. Wichtig für Interessierte: Shattered Peak ist allein nicht spielbar. Ohne das Grundspiel Leviathan Wilds bleibt die Erweiterung im Karton.

BoardGameGeek entlässt Anzeigen-Manager nach Werbe-Eklat

20. Mai 2026 um 14:47
BoardGameGeek entlässt Anzeigen-Manager nach Werbe-Eklat

BoardGameGeek hat sich von seinem Anzeigen-Manager getrennt. Die Plattform ist die weltweit größte Datenbank und Community-Drehscheibe der Brettspielwelt, und damit auch eine wichtige Werbefläche für Verlage. Auslöser der Trennung ist eine abgelehnte Werbekampagne: Der Werbeleiter wies eine Anzeige für das Brettspiel „Possess Me, Satan" zurück und begründete die Ablehnung in einer Geschäfts-E-Mail mit persönlichen Glaubensüberzeugungen. Nachdem der Verlag den Schriftverkehr öffentlich gemacht hatte und eine breite Debatte folgte, zog BGG-Inhaber Scott Alden die Konsequenz und entließ den Mitarbeiter.

Was im Schriftverkehr stand

Begonnen hatte der Fall als Routinevorgang. Der Kleinverlag Falling Whale Games (nach eigener Beschreibung „zwei Brüder, die Partyspiele lieben") buchte für sein Spiel „Possess Me, Satan" eine Bannerwerbung auf BoardGameGeek. Statt der sonst üblichen Freigabe binnen eines Tages kam eine Absage.

Entscheidend ist, womit der Werbeleiter die Absage begründete: nicht mit einer Werberichtlinie, sondern mit persönlicher Überzeugung. Er könne die Anzeige „mit gutem Gewissen" nicht freigeben, schrieb er; der Gedanke, „diese Thematik zu zeigen", drehe ihm den Magen um. Im englischen Original: „I just can't in good conscience approve this one; … the thought of displaying this subject matter makes me sick to my stomach." Dazu verwies er auf persönliche Erfahrungen, die er als Begegnungen mit „dämonischer Besessenheit" beschrieb. Diese Schilderungen stammen aus der E-Mail des Werbeleiters und sind keine belegten Tatsachen. In derselben Nachricht legte er dem Verlag nahe, das Projekt ganz einzustellen.

Der Verlag hakte nach: Gegen welche konkrete Werberegel verstoße das Spiel, und handle es sich um eine Entscheidung der Plattform oder ein persönliches Urteil? Falling Whale Games verwies dabei darauf, dass mit „All True Believers" zeitgleich ein anderes, ebenfalls okkult angehauchtes Spiel auf BGG beworben werden durfte. Diesen Widerspruch räumte der Werbeleiter den Schilderungen zufolge ein, hielt die Ablehnung aber aufrecht: Es gehe ihm nicht um Religion, sondern darum, die Plattform für alle zugänglich zu halten.

Die Eskalation

Öffentlich wurde der Vorgang, weil der Verlag ihn öffentlich machte. Falling Whale Games stellte den E-Mail-Verkehr ins Brettspiel-Subreddit r/boardgames; gegenüber dem Branchenportal Gametrodon bestätigte der Verlag später, den Schriftwechsel bewusst geteilt und den vollständigen Verlauf bereitgestellt zu haben.

In der Community kippte die Stimmung schnell. Viele Spielerinnen und Spieler kritisierten Begründung und Tonfall der Absage als unprofessionell, einzelne kündigten an, BGG zu boykottieren; auch andere Spieleautoren forderten eine Klarstellung. Kritisch zu sehen ist ein zweiter Strang der Reaktion: Teile der Community durchforsteten Profile und Netzauftritte, um die Person hinter der E-Mail zu identifizieren. Solche „Outings" treffen eine Privatperson im Angestelltenverhältnis, und sie tragen zur sachlichen Aufarbeitung des Vorgangs nichts bei.

Die Reaktion von BoardGameGeek

BGG reagierte schnell: Nur wenige Stunden nach dem öffentlichen Aufschrei meldete sich Scott Alden, Gründer und Inhaber von BoardGameGeek, mit einer offiziellen Stellungnahme zu Wort. Sinngemäß: Weil der Anzeigen-Manager in einer geschäftlichen E-Mail gegenüber einem Spieleautor unangemessen reagiert habe, habe er entschieden, sich von ihm zu trennen; diese Antwort spiegele weder das Unternehmen noch dessen Geschäftsgebaren wider. Im Original: „Due to a situation in which BGG's Advertising Manager responded inappropriately in a business email to a designer, I have decided to let him go."

Bemerkenswert: Eine konkret verletzte Werberichtlinie nennt auch BGG in der Stellungnahme nicht. Die offizielle Begründung bezieht sich allein auf das unangemessene Auftreten des Mitarbeiters, nicht auf den Inhalt des Spiels. Offen lässt die Stellungnahme zudem, ob BGG seinen Prüfprozess für Anzeigen oder seine Werberichtlinien anpasst; sie behandelt das Verhalten des Mitarbeiters, nicht das Verfahren dahinter.

Das Spiel im Hintergrund

Im Zentrum steht der Branchenfall, nicht das Spiel: die Eckdaten daher nur kurz. „Possess Me, Satan" ist ein Social-Deduction-Spiel, also ein soziales Deduktionsspiel mit verdeckten Rollen, bei dem die Gruppe einen heimlich Besessenen enttarnen muss. Falling Whale Games tritt als Zwei-Personen-Studio auf; einen gesonderten Lead-Designer weist weder die BGG-Seite noch der Verlag aus. Ausgelegt ist der Titel auf fünf bis 16 Personen ab 16 Jahren. Einen Solomodus gibt es schon wegen der Mindestbesetzung von fünf Spielenden nicht. Zur Spieldauer kursieren zwei Angaben: Die laufende Kampagne nennt rund 30 Minuten, die BGG-Datenbank eine Spanne von 20 bis 60 Minuten.

Die Crowdfunding-Kampagne läuft seit dem 19. Mai 2026 auf Gamefound. Ihr Finanzierungsziel von 10.000 US-Dollar erreichte sie nach Verlagsangaben bereits am ersten Tag; die öffentliche Debatte um die Ablehnung dürfte dem Titel zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft haben.

Einordnung

Ein privater Plattformbetreiber darf grundsätzlich selbst entscheiden, welche Werbung er annimmt. Daran ändert der Fall nichts. Die Kritik entzündete sich nicht am Recht zur Ablehnung, sondern an deren Begründung und Tonfall: Ein geschäftlicher Vorgang wurde mit privaten Glaubensüberzeugungen beantwortet, und der Widerspruch zu einer parallel laufenden Anzeige für ein thematisch ähnliches Spiel blieb offen. Heikel ist der Fall auch, weil im Schriftverkehr Aussagen über Besessenheit und seelische Belastung fielen. Das sind Schilderungen des Werbeleiters aus seiner E-Mail, keine gesicherten Tatsachen und kein Anlass, psychische Erkrankungen zu stigmatisieren.

Was der Fall nicht klärt: ob BGG für heikle Werbeinhalte überhaupt klare, einheitliche Regeln hat. Die Plattform nannte weder gegenüber dem Verlag noch in ihrer Stellungnahme eine konkrete Richtlinie, und das parallel geduldete „All True Believers" deutet eher auf Einzelfallentscheidungen als auf einen festen Maßstab hin.

Für die Branche zählt der Fall, weil BoardGameGeek auch für Spielende in Deutschland, Österreich und der Schweiz die zentrale Anlaufstelle der Szene ist. Die Lehre ist schlicht: Wer Anzeigen prüft, prüft sie nach nachvollziehbaren Regeln, nicht nach Bauchgefühl. Mit der schnellen Trennung hat BGG das anerkannt. Den Beweis, dass daraus ein verlässlicher Prozess wird, bleibt die Plattform vorerst schuldig.

Zug um Zug digital: Humble Bundle mit 10 Erweiterungen

20. Mai 2026 um 10:46
Zug um Zug digital: Humble Bundle mit 10 Erweiterungen

Der Brettspiel-Klassiker Zug um Zug wandert gerade günstig auf die Festplatte: Humble Bundle bündelt die digitale Steam-Fassung mit zehn Karten-Erweiterungen zur „Ticket to Ride: All Aboard Collection". Das Angebot läuft nur bis zum 30. Mai 2026 — Grund genug, kurz einzuordnen, was hier eigentlich im Warenkorb landet.

Zug um Zug digital im Humble Bundle — auf einen Blick

  • Spieleranzahl: 2 bis 5
  • Spieldauer: 30 bis 60 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren (Brettspiel-Angabe); Steam-App mit USK-Freigabe ab 12
  • Plattform: PC — Steam-Keys
  • Bundle-Preis: ab ca. 9 € (Einstiegsstufe) / ca. 13 € (volle Auswahl)
  • Angebot bis: 30. Mai 2026

Worum es bei Zug um Zug geht

Zug um Zug (Originaltitel: Ticket to Ride) von Autor Alan R. Moon erschien 2004 bei Days of Wonder und wurde im selben Jahr zum Spiel des Jahres gekürt. Das Prinzip ist in unter einer Viertelstunde erklärt: Sie sammeln farbige Waggonkarten und beanspruchen damit Bahnstrecken auf einer Landkarte. Belegte Strecken bringen Punkte, lange mehr als kurze; zusätzliche Punkte gibt es für erfüllte Zielkarten, die zwei weit entfernte Städte verbinden. Jeder Zug besteht aus genau einer von drei Aktionen — Karten nachziehen, eine Strecke bauen oder neue Zielkarten ziehen. Mechanisch ist das Set Collection plus Streckenbau: eingängig genug fürs Wohnzimmer, mit genug Reibung, damit es nicht beliebig wird. Gespielt wird zu zweit bis zu fünft, eine Partie dauert rund 30 bis 60 Minuten, empfohlen ab acht Jahren. Diese acht Jahre sind allerdings die Altersangabe des Brettspiels; in der digitalen Fassung kommen das Lesen am Bildschirm und die Menübedienung hinzu. Steam führt die App entsprechend mit einer USK-Freigabe ab zwölf Jahren — kein Anlass zur Sorge, aber ein Hinweis für Familien mit jüngeren Kindern.

Die digitale Fassung von Marmalade Game Studio

Die digitale Umsetzung stammt seit der Neuauflage vom November 2023 von Marmalade Game Studio, das die Reihe von Asmodee Digital übernommen hat. Sie läuft mit 3D-Grafik und bietet drei Wege ins Spiel: Online-Partien mit Matchmaking — der automatischen Gegnersuche —, ein lokales Spiel am geteilten Bildschirm und einen Solo-Modus gegen KI-Gegner. Für den geteilten Bildschirm genügt ein einziger PC: Die Spielenden reichen das Gerät reihum weiter (Pass-and-play), ein Zusatz-Setup braucht es nicht. Auch asynchrone Partien sind möglich, die sich über mehrere Tage ziehen können. Ob sich online auch plattformübergreifend gegen Mobil- oder Konsolenrunden spielen lässt, sagt die Steam-Seite nicht. Wichtig für Leserinnen und Leser in der DACH-Region: Die Steam-Fassung ist laut Steam-Produktseite vollständig auf Deutsch lokalisiert — Menüs, Sprachausgabe und Untertitel. Marmalade pflegt die App aktiv weiter; zuletzt kam im Frühjahr 2026 eine Polen-Karte hinzu.

Was im Bundle steckt

Die Sammlung umfasst zwölf Positionen: das Hauptspiel, zehn als DLC (Zusatzinhalte zum Herunterladen) erhältliche Karten-Erweiterungen sowie einen 25-Prozent-Gutschein auf eine weitere Erweiterung. Die zehn enthaltenen Erweiterungen sind:

  • San Francisco City
  • USA 1910 Ticket Pack
  • Winter Wonderland
  • Europa
  • Heart of Africa
  • India
  • Japan
  • Legendary Asia
  • Nordic Countries
  • Switzerland

Humble staffelt den Preis: Die Einstiegsstufe liegt bei rund 10 US-Dollar (umgerechnet etwa 9 Euro) und schaltet das Hauptspiel mit einem Teil der Inhalte frei; die volle, im Bundle gebündelte Auswahl gibt es ab rund 15 US-Dollar (etwa 13 Euro). Diese Auswahl ist bundle-komplett, aber nicht produktlinien-komplett: Digital bietet Marmalade noch weitere Karten an — etwa die erwähnte Polen-Erweiterung und den DLC, auf den der 25-Prozent-Gutschein zielt. Den genauen Euro-Betrag passt Humble je nach Region an. Entscheidend: Sie erhalten Steam-Keys für den PC — nicht die Mobile- oder Konsolenfassung. Wer auf Smartphone oder Switch spielen möchte, kauft hier am falschen Ort. Wie bei jedem Humble Bundle fließt ein frei wählbarer Anteil des Kaufpreises an einen wohltätigen Zweck; welche Organisation das aktuelle Bundle unterstützt, weist Humble erst auf der Kaufseite aus.

Lohnt sich der Kauf von Zug um Zug digital?

Die Rechnung ist überschaubar: Auf Steam kostet allein das Hauptspiel regulär 13,99 Euro. Schon die Einstiegsstufe des Bundles bleibt mit rund 9 Euro darunter — und die volle Stufe bringt für etwa 13 Euro, also ungefähr den Preis des nackten Hauptspiels, das Spiel samt zehn Erweiterungen. Bei regulären Preisen ist das Bundle damit in jeder Stufe der bessere Kauf. Welche Stufe die richtige ist, hängt vom Spielverhalten ab: Für gelegentliche Partien genügt das Grundspiel der Einstiegsstufe vollauf; wer regelmäßig spielt und Abwechslung bei den Landkarten sucht, holt mit der vollen Sammlung spürbar mehr Inhalt fürs Geld.

Für zwei Gruppen lohnt der Kauf dennoch eher nicht. Wer das Spiel bereits auf einer anderen Plattform besitzt, gewinnt wenig: Das Bundle liefert reine Steam-Keys für den PC, und der Spielfortschritt bleibt an diese PC-Fassung gebunden — ein vorhandener Spielstand auf Smartphone oder Konsole wandert nicht mit. Und wer ohnehin lieber die physische Schachtel auf den Tisch bringt, braucht das Angebot nicht — die digitale Fassung ersetzt das Brettspiel nicht, sie ergänzt es höchstens.

Bis wann das Angebot läuft

Das Bundle endet am 30. Mai 2026. Die enthaltenen Steam-Keys müssen laut Angebot bis spätestens 29. Mai 2027 eingelöst werden — zum Aktivieren bleibt also reichlich Zeit, der Kauf selbst duldet aber keinen Aufschub.

Let's Go! To France: Der Kickstarter-Nachfolger zu „Auf nach Japan!" ist live

19. Mai 2026 um 19:50
Let's Go! To France: Der Kickstarter-Nachfolger zu „Auf nach Japan!" ist live

Alderac Entertainment Group (AEG) hat am 19. Mai 2026 die Kickstarter-Kampagne zum Brettspiel Let's Go! To France gestartet — den direkten Nachfolger zu Let's Go! To Japan, das im DACH-Raum bei Schwerkraft Verlag als „Auf nach Japan!" erschienen ist. Innerhalb weniger Stunden hat das Projekt sein Funding-Ziel von 10.000 US-Dollar um mehr als das Zehnfache überschritten; zum Zeitpunkt dieses Beitrags stehen rund 101.000 US-Dollar von über 1.000 Unterstützenden zu Buche, die Laufzeit reicht noch bis zum 20. Juni 2026.

Eine deutsche Ausgabe ist bisher nicht bestätigt. Da Schwerkraft Verlag den Vorgänger im DACH-Raum übernommen hat, läge ein erneutes Engagement nahe — gesicherte Aussagen dazu liegen aber weder von AEG noch von Schwerkraft vor. Wer eine deutschsprachige Box möchte, sollte das im Hinterkopf behalten, bevor er die englische Kickstarter-Ausgabe pledged.

Worum es geht: „Let's Go! To France" als Karten-Reiseplaner durch Frankreich

Let's Go! To France ist ein Karten- und Reiseplanungsspiel von Alderac Entertainment Group für 1–4 Spielende, Design: Josh Wood, Illustration: Erica Ward. Sie planen eine sechstägige Reise durch eine von vier Regionen Frankreichs und draften aus über hundert Aktionskarten Ihre Tagesaktivitäten. Spielzeit: 45–60 Minuten, ab 10 Jahren.

Let's Go! To France ist ein Karten- und Reiseplanungsspiel für 1 bis 4 Spielende, eine Partie dauert laut Verlag und BGG-Eintrag 45 bis 60 Minuten (eine erste Runde mit Regelerklärung fällt erfahrungsgemäß länger aus, am Familientisch mit Erstspielenden sollten Sie eher 60 bis 90 Minuten einplanen — der Vorgänger liegt im selben Erfahrungsfenster), empfohlen ab 10 Jahren. Designer ist erneut Josh Wood, die Illustrationen stammen von Erica Ward, die schon den Vorgänger künstlerisch geprägt hat.

Mechanisch baut die Frankreich-Variante auf dem Gerüst von Japan auf, weitet es aber spürbar: Statt wie im Vorgänger einen siebentägigen Trip nach Tokio und Kyoto zu planen, bauen Sie nun eine sechs Tage lange Reise durch eine von vier Regionen Frankreichs zusammen — laut Verlagsbeschreibung zwischen Paris, der Côte d'Azur und den Loire-Schlössern. Aus mehr als hundert illustrierten Aktionskarten draften Sie pro Runde Optionen, weisen sie strategisch Tagen Ihrer Reiseroute zu und versuchen am Ende, durch passende Tag-Kombinationen, Tag-Synergien und Set-Sammlung möglichst viele Punkte zu erzielen. Der Rundenablauf bleibt damit fokussiert: gleichzeitig draften, einer Spalte des Reiseplans zuweisen, weiter — die Endwertung kommt in einer letzten Runde, in der die geplante Reise „durchgespielt" wird.

Der BGG-Eintrag zu Let's Go! To France listet als Mechaniken Closed Drafting (also Karten aus einer offenen Auslage wählen, was Mitspielende ihrerseits nicht mehr greifen können), Hand Management, Multi-Use Cards, Set Collection, Melding and Splaying (Karten gezielt auslegen und gestaffelt überlappen), End Game Bonuses, Storytelling sowie — neu gegenüber dem Vorgänger — Area Movement und Multiple Maps. Die „Area Movement"-Mechanik dürfte sich konkret auf die unterschiedlichen Frankreich-Regionen beziehen, die in einer Partie bereist werden können; in den Stretch- und Add-on-Listen tauchen unter anderem zwei zusätzliche Karten („Belgium and Burgundy") auf, die das Reisegebiet noch einmal erweitern. Ob die vier Regionen jeweils echte Routen-Trade-offs schaffen oder eher „derselbe Reiseplaner in neuem Setting" sind, lässt sich aus der Kampagnenseite bisher nicht abschließend beantworten — ein Punkt, den der Live-Test zeigen muss.

Wie viel Interaktion am Tisch entsteht? Das Hauptbindeglied ist das Closed Drafting: Was Sie aus der gemeinsamen Auslage ziehen, fehlt den anderen, und umgekehrt — also moderate, indirekte Konkurrenz statt direkter Konfrontation. Die Punktewertung erfolgt überwiegend am eigenen Reiseplan (Set-Sammlung, End-Game-Boni, „Storytelling"-Synergien laut BGG-Tags), was darauf deutet, dass mehrere Punktewege parallel offenstehen. Eine ausformulierte Beschreibung der Interaktion oder der Skalierung über zwei, drei, vier (oder mit Add-on fünf) Spielende fehlt auf der Kampagnenseite — das benennen wir explizit, da der Vorgänger laut BGG-Community zu dritt besonders gut funktioniert, sich aber sowohl im Duell als auch im Solo-Modus gespielt hat.

Ein Solo-Modus ist im BGG-Eintrag als „Solo / Solitaire Game" verzeichnet — er dürfte mechanisch dem etablierten Solo-Modus aus Let's Go! To Japan nahekommen, eine ausformulierte Beschreibung liefert die Kampagnenseite (bisher) aber nicht. Wie die Skalierung zu zweit, zu dritt oder zu viert konkret funktioniert, kommuniziert die Kampagne textlich ebenfalls kaum, sondern vor allem über Bilder und Pledge-Listen. Auch hier gilt: Schweigen der Kampagne, nicht Schweigen unsererseits.

Komplexität: Der Vorgänger Let's Go! To Japan liegt im BGG-Community-Rating bei einem Weight von 2,25 von 5 — also klar im familienfreundlichen Bereich knapp unterhalb der Kennerspiel-Schwelle. Für Let's Go! To France ist auf BGG noch kein Weight hinterlegt (zu wenige Bewertungen); aufgrund der weitgehend übernommenen Mechanik-DNA ist ein vergleichbarer Wert plausibel, einzelne neue Schichten wie das Karten-Routing über mehrere Regionen können die Einstiegshürde aber leicht heben. Praktisch: Die Regeln sollten in etwa zehn bis fünfzehn Minuten erklärbar sein, der Einstieg über eine Demo-Runde ist üblich für diese Spielfamilie.

Sprachabhängigkeit: Die Kampagnenseite macht keine ausdrückliche Aussage zur Sprachneutralität der Karten — der Vorgänger hat thematische Aktivitätskarten mit englischem Kartennamen und kurzem Text, und die Frankreich-Box folgt erkennbar derselben Designsprache. Wer ohne deutsche Lokalisierung spielen will, sollte also Karten-Englisch akzeptieren oder die mögliche deutsche Ausgabe abwarten. Eine offizielle Bestätigung zur Card-Sprachabhängigkeit liegt nicht vor.

Kickstarter-Status: in Stunden zehnfach überzeichnet

Die Kampagne ist klassisches „Funded in Minutes"-Material: Funding-Ziel waren 10.000 US-Dollar, zum Zeitpunkt dieses Beitrags zeigt die Kickstarter-Kampagne zu Let's Go! To France rund 100.973 US-Dollar von 1.015 Backern an — das entspricht über 1.000 Prozent des Ziels. Die Plattform hat das Projekt als „Projects We Love" (Staff Pick) markiert. Wer den Cluster verfolgen möchte: bei uns gibt es weitere Kickstarter-Kampagnen auf Würfelreich.

Aktuelle Zahlen sind über die Kampagnenseite direkt abrufbar; wir haben den hier zitierten Stand am 19. Mai 2026 gezogen, wenige Stunden nach Kampagnenstart.

Der eigentliche Crossover-Hook: das „Welcome Back"-Pledge

Wer wissen will, warum die Kickstarter-Kampagne zu Let's Go! To France in so kurzer Zeit so weit über das Ziel hinausläuft, schaut am besten auf die Pledge-Tabelle. AEG hat die Stufen klar nach Zielgruppen geschnitten:

  • Daydreamer (5 US-Dollar) ist ein reiner Preis-Lock: kein Spiel, nur die Garantie auf KS-Preise und Exclusives. Aktuell 114 Backer.
  • Sightseer (49 US-Dollar) ist die Standard-Edition — Retail-Inhalt plus Stretch-/Social-Goals der Kampagne. Mit aktuell 53 Backern auffällig dünn besetzt; das spricht dafür, dass Käufer, die nur das Grundspiel wollen, eher auf den späteren Handel warten.
  • Bon Voyage (79 US-Dollar, KS Exclusive) ist die aufgewertete Bon-Voyage-Edition des Grundspiels mit allen Kampagnenboni. 138 Backer.
  • Welcome Back (99 US-Dollar, KS Exclusive) ist der eigentliche Star: ausdrücklich für Japan-Backer geschnürt, kombiniert es die France Deluxe Edition mit der gleichzeitig laufenden Erweiterung Let's Go! BACK To Japan plus allen Stretch-/Social-Goals. Mit 577 Backern ist es das mit Abstand am stärksten gepledgte Tier — mehr als die Hälfte aller aktuellen Unterstützenden landen hier.
  • World Traveler (159 US-Dollar, KS Exclusive) packt die Vollausstattung obendrauf — France Bon Voyage, Japan Matsuri Edition (die deluxe Variante des Vorgängers), BACK to Japan und die Passport-Erweiterung. 127 Backer.

Redaktionell ist diese Verteilung der spannendste Befund der Kampagne: AEG bündelt mit Let's Go! BACK To Japan zugleich eine Erweiterung für den Vorgänger in die Kampagne, und die Welcome-Back-Stufe wird genau von den Spielenden gewählt, die Japan bereits besitzen und nun beides gleichzeitig nachlegen wollen — Frankreich-Premiere und Japan-Auffrischung in einer Pledge-Bestellung. Wer Japan nicht hat, kann mit Sightseer oder Bon Voyage einsteigen, ohne auf Erweiterungsinhalte zu zahlen, die mit dem Grundspiel allein nichts anzufangen wissen.

Wichtige Add-ons der Kickstarter-Kampagne

Über die Pledges hinaus listet die Kampagne unter anderem die folgenden Add-ons:

  • 5th Player Expansion (10 US-Dollar) — erweitert die Spielerzahl auf 5.
  • New Maps: Belgium and Burgundy (10 US-Dollar) — zwei zusätzliche Reiseregionen; in Bon-Voyage-Stufen aufwärts bereits enthalten.
  • Travel Journal (15 US-Dollar) — gebundenes Notizbuch für Spielprotokolle; in Bon Voyage aufwärts ebenfalls enthalten.
  • Rubber Player Mats (19 US-Dollar) — Naturkautschuk-Spielmatten pro Person.
  • Let's Go! BACK To Japan Expansion (30 US-Dollar) — drei Module für den Vorgänger; in Welcome Back aufwärts enthalten.
  • Let's Go! To Japan: Matsuri Edition (79 US-Dollar) — die Deluxe-Variante des Vorgängers; in World Traveler enthalten.

Stretch- und Social-Goals: Kampagne kommuniziert visuell, Text ist dünn

Die Pflicht-Trennung zwischen mechanischen Stretch-Goals (neue Aktionskarten, zusätzliche Karten, weitere Module) und Komponenten-Upgrades (Material, Verpackung, Inserts) lässt sich aus der Kampagnenseite textlich noch nicht sauber ziehen — AEG kommuniziert die Goals primär über Grafiken im Kampagnenkörper, ohne eine fließtextliche Aufschlüsselung in den Pledges. Konkret in den Pledge-Beschreibungen genannt sind die Add-on-Karten Belgium and Burgundy (Spielinhalt) und die 5th Player Expansion (Spielinhalt), während Items wie Rubber Player Mats und das Travel Journal klar als Komponenten-Upgrades einzuordnen sind.

Wir kennzeichnen das ausdrücklich als Lücke und werden in einer Update-Runde nachziehen, sobald AEG eine ausformulierte Stretch-Goal-Liste mit Texttiteln nachliefert oder ein Kampagnen-Update das Mechanik-vs.-Komponente-Verhältnis explizit macht.

Einordnung: Hotness ≠ Hype

Über tausend Prozent über Ziel in wenigen Stunden ist beeindruckend, aber kein Qualitätsbeleg — Let's Go! To Japan hat sich seit 2024 mit über 7.500 BGG-Bewertungen und einem Durchschnitt von 7,58 / 10 ein robustes Echo erspielt, und die Frankreich-Variante übernimmt vom selben Designer und derselben Illustratorin den bewährten Grundrahmen. Das ist eine glaubwürdige Ausgangslage, aber kein Vorgriff aufs Spielgefühl — eine belastbare Bewertung ist erst nach Verfügbarkeit der Regeln und Spielmuster möglich, voraussichtlich rund um die geplante Auslieferung im März 2027.

Für DACH-Leser besonders relevant: Eine deutschsprachige Ausgabe ist nicht angekündigt; Schwerkraft Verlag, der den Vorgänger lokalisiert hat (vgl. Schwerkrafts Auslieferung der deutschen Ausgabe), taucht in der Kickstarter-Kampagne bisher nicht als Partner auf. Wer auf eine deutsche Box wartet, sollte vorerst auf eine separate Ankündigung warten, bevor er pledged.

Spiel des Jahres 2026: Alle Nominierten im Überblick

19. Mai 2026 um 17:22
Spiel des Jahres 2026: Alle Nominierten im Überblick

Am heutigen 19. Mai 2026 hat die Jury Spiel des Jahres die Nominierungen zum Spiel des Jahres 2026 verkündet, dem wichtigsten Preis des deutschsprachigen Brettspielmarkts. Drei Titel kämpfen um den roten Pöppel des Hauptpreises, drei weitere um das Kennerspiel des Jahres 2026 und drei um das Kinderspiel des Jahres 2026. Parallel hat die Jury die Empfehlungsliste 2026 vorgestellt — Titel, die das Auswahlkomitee zusätzlich als besonders empfehlenswert einstuft.

Der Preis wird seit 1979 verliehen und gilt im deutschsprachigen Markt als wichtigster Wegweiser für gut zugängliche Brettspiele. Im Jahrgang 2026 fällt die Bandbreite der Nominees auf: vom Sticker-Album-Spiel über App-gestützte Karten-Kampagnen bis zum schnellen Mehrheitenduell — die Jury setzt erkennbar weniger auf einen dominanten Trend als auf die Vielfalt der Spielerlebnisse. Zum Vorjahresvergleich: unser Roundup zu den Nominierungen Spiel des Jahres 2025 sowie die Sieger-Berichte zu Bomb Busters, Endeavor – Die Tiefsee und Topp die Torte!.

Spiel des Jahres 2026 — alle Nominierten auf einen Blick

  • Spiel des Jahres 2026: Cozy Stickerville · Dito! · Morty Sorty Magic Shop
  • Kennerspiel des Jahres 2026: Boss Fighters QR · Moon Colony Bloodbath · Rebirth
  • Kinderspiel des Jahres 2026: Buh Party · Die Insel der Mookies · Verflixt und Verzaubert

Spiel des Jahres 2026: Die Nominierten

Drei Titel stehen für den Hauptpreis zur Wahl.

Cozy Stickerville (BGG-Eintrag) verbindet kooperatives Erkunden mit einer Legacy-Komponente — das Spielmaterial verändert sich dauerhaft von Partie zu Partie. Mit mehr als 800 Stickern bauen die Spielenden Schritt für Schritt ein Dorf auf und treffen narrative Entscheidungen, die über mehrere Partien hinweg fortwirken. Lead Designer ist Corey Konieczka, Verlag der Originalausgabe ist Unexpected Games. Das Spiel ist für 1 bis 6 Personen ab 8 Jahren ausgelegt, eine Partie dauert rund 30 Minuten.

Dito! (BGG-Eintrag) ist auf BoardGameGeek unter dem internationalen Titel JinxO geführt; die deutsche Ausgabe erscheint bei Game Factory. Designer Martin Ang setzt auf Wort-Assoziation in einer Partyspiel-Konstellation für 4 bis 7 Personen ab 10 Jahren, Spieldauer 30 bis 45 Minuten. Punkte gibt es, wenn die eigene Antwort mit denen anderer Mitspielender übereinstimmt — Allein-Ideen bringen nichts.

Morty Sorty Magic Shop (BGG-Eintrag) erscheint bei Schmidt Spiele, designt von Markus Slawitscheck. In dem taktischen Sortier-und-Lege-Spiel sortieren 2 bis 4 Personen ab 8 Jahren Zutatengläser nach Farbe und Zahl auf ihrem Ladenregal. Eine Partie dauert rund 30 Minuten.

Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2026

  • Hot Streak (BGG-Eintrag) — Wett- und Bluffspiel von Jon Perry (CMYK, im DACH-Raum vertrieben durch Strohmann Games). 2 bis 8 Personen ab 6 Jahren, 20 Minuten. Die Spielenden wetten auf Maskottchen-Rennen und steuern den Rennverlauf mit eigenen Karten mit.
  • Toy Battle (BGG-Eintrag) — Zwei-Personen-Mehrheitsspiel von Paolo Mori und Alessandro Zucchini (Repos Production, deutsche Ausgabe ADC Blackfire Entertainment). 15 Minuten, ab 8 Jahren. Ziel: das gegnerische Hauptquartier erreichen oder mehr Medaillen einsacken.
  • Wilmot's Warehouse (BGG-Eintrag) — Kooperatives Memory-Spiel von Ricky Haggett, Richard Hogg und David King, basierend auf dem gleichnamigen Videospiel. Verlag CMYK, im DACH-Raum durch Asmodee vertrieben. Für 2 bis 6 Personen ab 8 Jahren, 30 Minuten.
  • Toriki (BGG-Eintrag) — Vollständiger Titel Toriki: Eine Insel voller Abenteuer von Wojciech Grajkowski (Lucky Duck Games). Kooperatives App-Hybrid-Abenteuer für 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren. Die durchgehende Kampagne läuft über mehrere Sitzungen und summiert sich auf rund 6 bis 8 Stunden.
  • Meister Makatsu (BGG-Eintrag) — Kartenspiel von Reiner Knizia, im DACH-Raum bei AMIGO erschienen. 2 bis 6 Personen ab 8 Jahren, 20 bis 30 Minuten. Wer mit perfektem Karten-Timing die Gunst des Ninja-Meisters gewinnt, holt den Sieg.
  • Take Time (BGG-Eintrag) — Kooperatives Puzzle-Kartenspiel von Alexi Piovesan und Julien Prothière (Libellud). Für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren, 30 Minuten. Aufgabe: zwölf Karten regelkonform um eine Uhr platzieren und so gemeinsam Tests bestehen.

Kennerspiel des Jahres 2026: Die Nominierten

Im anspruchsvolleren Kennerspiel-Segment treten an:

Boss Fighters QR (BGG-Eintrag) — Kooperatives Kampagnen-Kartenspiel von Michael Palm und Lukas Zach, erschienen bei Pegasus Spiele. Eine begleitende App steuert die Boss-Monster und reagiert per Scan-and-Play-Mechanik in Echtzeit auf gespielte Karten. Für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren, eine Partie dauert 40 bis 60 Minuten. Im Kern ein Deck-Building-Spiel, das den klassischen Kartenmechanismus mit digitaler Boss-KI verzahnt. Vom Komplexitätsniveau her liegt der Titel im oberen Familien- bis unteren Kennerbereich: Deck-Building-Vorerfahrung hilft, ist aber keine Voraussetzung.

Moon Colony Bloodbath (BGG-Eintrag) — Donald X. Vaccarino, Designer hinter Dominion, schickt 1 bis 5 Personen ab 14 Jahren für 45 bis 90 Minuten auf eine Mondkolonie. Es ist ein Engine-Builder mit Engine-Loser-Wendung: Während die Spielenden ihre Tableau-Engine aufbauen, sammeln sie laufend Pannen, Hungersnöte und Stromausfälle im gemeinsamen Deck. Die eigene Tableau-Engine kollabiert dabei nicht in sich selbst, sondern wird über das gemeinsame Karten-Deck durch externe Katastrophen sabotiert. Originalverlag Rio Grande Games, deutsche Ausgabe alea / Ravensburger AG.

Rebirth (BGG-Eintrag) — Vollständiger deutscher Titel Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit. Reiner Knizia kombiniert elegantes Plättchenlegen mit Mehrheitenkampf um schottische Burgen. Für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren, 45 bis 60 Minuten. Die deutsche Ausgabe erscheint bei Frosted Games.

Empfehlungsliste Kennerspiel des Jahres 2026

  • Grundstein von Metropolis (BGG-Eintrag) — City-Building mit Polyomino-Plättchen von Emerson Matsuuchi (Arcane Wonders, deutsche Ausgabe Kobold Spieleverlag). Für 2 bis 4 Personen ab 14 Jahren, 60 Minuten.
  • TAG Team (BGG-Eintrag) — Zwei-Personen-Auto-Battler von Gricha German und Corentin Lebrat (Scorpion Masqué, deutsche Ausgabe KOSMOS), inspiriert von Arcade-Prügelspielen. 15 Minuten, ab 10 Jahren. Karten werden in einer programmierten Reihenfolge gespielt, die Spielenden mischen sich vor jedem Duell ein neues Deck zusammen.
  • Frosted Blooms (BGG-Eintrag) — Plättchenlegespiel von Bruno Cathala und Ludovic Maublanc (Synapses Games). 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren, 20 bis 40 Minuten. Thema: niederländische Tulpengärten. Welcher mechanische Twist die Empfehlung für Kennerspieler tragen soll, ergänzen wir, sobald die Verlagsdetails über den heutigen Verkündungs-Stand hinaus vorliegen.
  • Arten Garten — Zu Arten Garten liegt zum Redaktionsschluss kein BoardGameGeek-Eintrag vor; Designer, Verlag und Eckdaten reichen wir nach, sobald die offizielle Jury-Seite die Details bereitstellt.

Kinderspiel des Jahres 2026: Die Nominierten

Die drei nominierten Titel der Kinderspiel-Jury (separates Gremium der Jury Spiel des Jahres):

Buh Party (BGG-Eintrag) — In der BGG-Datenbank als Boo Party geführt, gestaltet von Florian Sirieix und Benoit Turpin, erschienen bei LOKI. Memory- und Deduktionsspiel mit Verkleidungsthema, 2 bis 6 Personen ab 5 Jahren, 10 bis 15 Minuten.

Die Insel der Mookies (BGG-Eintrag) — International Mooki Island. Designer Florian Sirieix, Originalverlag Scorpion Masqué; die deutsche Ausgabe erscheint bei KOSMOS. Sammelspiel mit Set-Collection-Mechanik für genau 2 Personen ab 4 Jahren, 10 Minuten pro Partie. Wurde 2026 bereits mit dem französischen As d'Or als bestes Kinderspiel ausgezeichnet.

Verflixt und Verzaubert (BGG-Eintrag) — Originaltitel Mimose & Sam et le Voleur de Fruits (Thomas Dagenais-Lespérance, deutsche Ausgabe bei Game Factory). Eins-gegen-Alle-Deduktionsspiel mit Würfeln, 2 bis 4 Personen ab 5 Jahren, 15 bis 20 Minuten. Eine Person spielt den Obstdieb, die anderen sammeln Hinweise.

Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2026

  • Paleolino (BGG-Eintrag) — Kooperatives Kinderspiel von Marco Teubner, erschienen bei Hans im Glück. 1 bis 4 Personen ab 5 Jahren, 15 Minuten. Spin-off zum 2021 als Kennerspiel des Jahres ausgezeichneten Paleo.
  • Kleiner Stinker — Zu Kleiner Stinker liegt zum Redaktionsschluss kein BoardGameGeek-Eintrag vor; Designer, Verlag und Eckdaten reichen wir nach.
  • Magische Spiegel — Auch Magische Spiegel ist auf BoardGameGeek noch nicht eingetragen; die Eckdaten ergänzen wir, sobald die Jury sie veröffentlicht.

Ausblick: Preisverleihung Spiel des Jahres 2026

Die Preisverleihung der Jury Spiel des Jahres findet traditionell im Sommer in Berlin statt — der offizielle Termin 2026 wird im Vorfeld separat von der Jury kommuniziert. Bis dahin haben Sie als Brettspielfans Zeit, sich durch das Feld zu spielen. Würfelreich wird die Hauptpreisanwärter in den kommenden Wochen in eigenen Beiträgen ausführlicher betrachten.

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