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Towers of Yoma: Tower Defense mit Deckbuilding

17. Juli 2026 um 08:15
Towers of Yoma: Tower Defense mit Deckbuilding

Towers of Yoma macht den Weg der Gegner zum gemeinsamen Bauprojekt: Bis zu vier Personen errichten ein Labyrinth aus Türmen und Gelände, bevor Maschinenwellen den letzten magischen Baum erreichen. Die laufende Gamefound-Kampagne zu Towers of Yoma richtet sich damit an Gruppen, die kooperative Planung, Deckbuilding und eine App-gestützte Gegnersteuerung verbinden möchten.

Towers of Yoma: Die Eckdaten

MerkmalAngabe der Kampagne
VerlagHYBR Games
DesignDie Kampagne nennt keinen Lead Designer namentlich
Spielerzahl1 bis 4 Personen
Spielzeit120 Minuten
Alterab 12 Jahren
SprachenDeutsch, Englisch und Französisch
Moduskooperativ, Mini-Kampagne, optional ohne App
Kampagnenende13. August 2026 um 16 Uhr MESZ
Geplante LieferungSeptember 2027

Erst bauen, dann die Welle überstehen

Eine Partie gliedert sich laut Kampagne in klar erkennbare Schritte. Zuerst erzeugt die App eine Gegnerwelle. Anschließend planen alle gemeinsam den Ausbau des Spielfelds. Türme und Gelände verlängern oder verändern den Laufweg der Maschinen. Danach bewegen sich die Gegner durch das entstandene Labyrinth. Erst dann greifen die Türme an.

Die Türme feuern nicht automatisch. Wer angreifen will, spielt eine passende Turmkarte aus der Hand. Reichweite, Schadensart und Bedingungen unterscheiden sich von Karte zu Karte. Manche Angriffe profitieren etwa von bestimmten Geländearten, treffen mehrere Ziele oder durchdringen Rüstung. Ein Turm hilft deshalb nur, wenn der selbst gebaute Weg die Gegner auch in seine Reichweite führt.

Diese Verbindung ist der Kern des Spiels. Die Gruppe entscheidet nicht nur, welcher Angriff gerade stark ist. Sie muss beim Bauen bereits vorausdenken: Wo entsteht ein Engpass? Welcher Turm deckt ihn ab? Blockiert eine kurzfristig gute Platzierung später den eigenen Ausbau? Weil Bauaktionen und Ressourcen begrenzt sind, soll nicht jede gute Idee sofort umsetzbar sein.

Vier Fraktionen lösen dasselbe Problem unterschiedlich

Towers of Yoma setzt laut Kampagne auf vier asymmetrische Fantasy-Fraktionen mit eigenen Karten und Türmen. Die Fraktionen bringen unterschiedliche Reichweiten, Geländearten und Fähigkeiten ein. Wie stark daraus tatsächlich verschiedene Spielstile entstehen, erklärt die Kampagne nicht im Detail. Offen bleibt, ob die Fraktionen eigene Aktionsökonomien und Prioritäten entwickeln oder vor allem dieselbe Tower-Defense-Aufgabe mit anderen Karteneffekten lösen.

Zum Ausbau gehört auch Deckbuilding. Neue oder verbesserte Karten erweitern die Angriffsoptionen. In der Mini-Kampagne entwickeln sich Deck und Held über mehrere Partien weiter. Die Kampagnenseite nennt außerdem einen modularen Spielplan. Sie beziffert aber weder die Zahl der Missionen noch die Varianz der Karten und Entwicklungspfade. Ein belastbares Urteil zum Wiederspielwert ist deshalb noch nicht möglich.

Alle Informationen liegen im kooperativen Spiel offen, und die Gruppe plant den Wegbau gemeinsam. Ob daraus mehr als ein gemeinsames Optimierungspuzzle entsteht, bleibt unklar. Die Kampagne beschreibt nicht, ob sich Fraktionen bei Timing, Bauplätzen oder Ressourcen spürbar in die Quere kommen. Damit bleibt auch das Risiko bestehen, dass eine Person die gemeinsamen Entscheidungen dominiert.

Die App übernimmt vor allem die Gegenseite. Sie kennt den nachgebauten Spielplan, bewegt die Maschinen und steuert besondere Manöver. HYBR Games kündigt zugleich eine vollständig analoge Spielmöglichkeit an. Dafür gibt es eine eigene Unterstützungsstufe mit zusätzlichem Material. Die Kampagne vergleicht den Verwaltungsaufwand beider Varianten jedoch nicht. Offen bleibt daher, ob die App vor allem Komfort bietet oder für einen flüssigen Ablauf wichtig ist.

Auch zur Lernkurve macht die Kampagne keine belastbare Angabe. Die Verbindung aus Deckbuilding, Labyrinthbau, Fraktionsfähigkeiten und gemeinsamer Planung kann viele Abwägungen erzeugen. Ob das zu gewünschter taktischer Tiefe oder zu langen Grübelpausen führt, lässt sich anhand der Kampagnenseite nicht beurteilen.

Solo spielbar, aber nicht eigenständig erklärt

Gamefound führt Towers of Yoma für 1 bis 4 Personen. Einen besonderen Solo-Ablauf beschreibt die Kampagne jedoch nicht. Offen bleibt damit, ob eine einzelne Person mehrere Fraktionen führt, einen eigenen Solomodus erhält oder mit angepassten Regeln spielt. Wer hauptsächlich allein spielt, sollte diesen Punkt vor einer Unterstützung direkt beim Verlag klären.

Ebenso wenig erklärt die Kampagne, wie Gegnerzahl, Ressourcen oder Wellen für eine, zwei und vier Personen skalieren. Deshalb ist nicht erkennbar, ob die Partie in jeder Besetzung ähnlich lange dauert und gleich viele Entscheidungen bietet.

Die genannten 120 Minuten stehen in den Eckdaten der Kampagne. Eine Herleitung liefert HYBR Games dort nicht. Unklar bleibt, wie viel dieser Zeit auf taktische Entscheidungen, App-Nutzung oder analoge Verwaltung entfällt. Auch ein eigener Zeitkorridor für verschiedene Besetzungen fehlt.

Auch beim Design-Team bleibt die Kampagne unvollständig. Ein Lead Designer wird dort nicht namentlich genannt. Als Lead Artist nennt HYBR Games Animesh Debnath. Der Verlag weist zudem offen darauf hin, dass im grafischen Arbeitsprozess KI-Werkzeuge für Ideen, Platzhalter, Hintergründe und einzelne Bearbeitungen verwendet wurden. Nach eigener Aussage enthält das Spiel deshalb KI-Elemente.

Was die vier Unterstützungsstufen unterscheiden

Die günstigste Stufe ist die Basisversion mit kostenloser App für 80 Euro. Sie enthält das Grundspiel. Die Kampagne beziffert weder die Zahl der Missionen noch den Umfang der Karten und Entwicklungsmöglichkeiten. Das Verhältnis von Preis und spielerischer Substanz lässt sich deshalb noch nicht abschließend bewerten.

Das Analog-Paket kostet 90 Euro. Es ergänzt die Basis um die Inhalte für das Spielen ohne App. Der Aufpreis bringt keine neue Fraktion oder Kampagne, sondern eine alternative Verwaltung des bestehenden Spiels. Ob diese Variante mehr Entscheidungsspielraum oder vor allem mehr Verwaltungsarbeit schafft, sagt die Kampagne nicht.

Das Brotherhood-of-Foxes-Paket mit App kostet 100 Euro. Es erweitert das Grundspiel um die Brotherhood-of-Foxes-Inhalte. Die Kampagne nennt zusätzliches Spielmaterial, erklärt dessen Umfang und spielerische Eigenständigkeit aber noch nicht vollständig. Deshalb bleibt offen, wie viel neue Mechanik der Aufpreis von 20 Euro liefert.

Das vollständige Brotherhood-of-Foxes-Paket kostet 110 Euro. Es kombiniert die Erweiterungsinhalte mit dem Material für das analoge Spiel. Der zusätzliche spielerische Inhalt entspricht damit der Brotherhood-of-Foxes-Stufe, während die weiteren 10 Euro erneut die analoge Verwaltung freischalten.

Alle vier Stufen nennen September 2027 als geplanten Liefermonat. Die Kampagne weist zugleich darauf hin, dass die Erweiterungen zwar getestet, aber noch nicht vollständig entwickelt seien. Illustrationen und Produktspezifikationen sind ebenfalls noch nicht endgültig.

Stretch Goals: Noch keine Liste zum Sortieren

Zum Zeitpunkt dieser Prüfung führt die Kampagnenseite keine Stretch Goals auf. Deshalb gibt es weder zusätzliche Mechanik-Inhalte noch Komponenten-Upgrades, die sich belastbar gegenüberstellen ließen. Sollte HYBR Games während der Kampagne Ziele ergänzen, müssen neue Szenarien, Karten oder Fraktionen getrennt von rein optischen oder materiellen Aufwertungen betrachtet werden.

DACH-Check: Deutsche Ausgabe, deutsche Handelspläne

Für Leserinnen und Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist vor allem die deutsche Sprachfassung relevant. Die Kampagne bietet das Spiel ausdrücklich auf Deutsch, Englisch und Französisch an. Wie viel Text Karten und analoges Verwaltungsmaterial enthalten, beziffert die Seite nicht. Eine Sprachwahl ist daher sinnvoll, auch wenn viele Abläufe über Symbole und die App vermittelt werden dürften.

HYBR Games sitzt in Deutschland. In einem offiziellen Kampagnen-Update nennt der Verlag zudem eine Zusammenarbeit mit Elznir Games für den deutschen Handel. Eine Handelsveröffentlichung außerhalb Deutschlands sei bislang nicht bestätigt. Für Österreich und die Schweiz ist die Kampagne damit der derzeit klarer beschriebene Bezugsweg, während deutsche Interessierte grundsätzlich auch auf die angekündigte Handelsfassung warten können.

Die Kampagnenseite schließt Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht vom Versand aus. Konkrete Versandpreise werden in einer Grafik angegeben, zugleich bezeichnet HYBR Games alle Versandkosten als Schätzungen, die sich noch ändern können. Die Preise der Unterstützungsstufen enthalten keine Mehrwertsteuer. Unterstützende aus der EU zahlen sie laut Kampagne bei der Abbuchung. Für die Schweiz können zusätzlich die dort geltenden Steuern und Einfuhrkosten relevant werden.

Die Kampagne endet am 13. August 2026 um 16 Uhr MESZ. Das Finanzierungsziel von 19.000 Euro wurde bereits am Starttag erreicht. Das ist ein Signal für das Zustandekommen der Kampagne, aber kein Urteil über die Qualität des fertigen Spiels.

Einen breiteren Vergleich mit anderen laufenden Projekten bietet die Crowdfunding-Wochenschau KW 29/2026.

Für wen lohnt sich ein genauer Blick?

Towers of Yoma dürfte vor allem Gruppen ansprechen, die gern gemeinsam optimieren. Der Reiz liegt weniger im bloßen Aufstellen schöner Türme als in der Verzahnung von Wegbau, Kartenhand und Fraktionsfähigkeiten. Jede Platzierung verändert die späteren Angriffsmöglichkeiten aller Beteiligten.

Vor einer Unterstützung bleiben dennoch Fragen. Der Solomodus und die Skalierung sind nicht erklärt. Der Lead Designer fehlt in der Kampagnendarstellung. Die Herkunft der 120 Minuten, der Wiederspielwert, die Lernkurve und der zusätzliche Verwaltungsaufwand der analogen Variante bleiben offen. Auch die spielerische Substanz der teureren Stufen ist noch nicht vollständig bezifferbar. Dazu kommt eine lange Lieferplanung bis September 2027.

Wer diese Unsicherheiten akzeptiert, findet einen ungewöhnlichen kooperativen Ansatz, der Tower Defense nicht nur nachbildet, sondern den Gegnerweg selbst zum wichtigsten Puzzle macht. Einen weiteren aktuellen Gamefound-Titel ordnet Würfelreich in der Vorstellung zum Wroth-Reprint ein.

COZY STICKERVILLE - Mit gutem Gefühl kleben geblieben

08. April 2026 um 08:00

Cozy bedeutet so viel wie „gemütlich“, „heimelig“ oder „behaglich“. Was im Digitalsektor längst als „Cozy Gaming“ den Stresspegel der Spieler*innen schont, funktioniert auch am analogen Spieletisch: die totale Entschleunigung. Nicht das, was ich normalerweise in einem Spiel suche. Ich präferiere Spannung, Konflikt und Aufregung. Aber für die Kinder, dachte ich, sei es wegen der Sticker bestimmt…

Quelle

Kartenspiel / Card game: Rise against Repression

04. August 2025 um 23:40

[See below for the English version]

Was passiert, wenn ein Staat versagt – und die Zivilgesellschaft beginnt, sich zu wehren?
Rise Against Repression ist ein kooperatives Kartenspiel für 3–5 Spieler:innen ab 12 Jahren, das diese Frage auf spannende, herausfordernde Weise erfahrbar macht. In sechs Runden (Monaten) versuchen die Spielenden, durch gemeinsames Handeln Hoffnung in der Bevölkerung zu stärken – bevor die Repression überwiegt.

Ein autoritäres Regime klammert sich an die Macht: durch Angst, Lügen und Gewalt. Die Bevölkerung ist erschöpft, überwacht und misstrauisch. Doch eine Bewegung beginnt – heimlich, mutig, entschlossen.

Die Spieler:innen übernehmen die Rollen von Bürger:innen, die sich im Untergrund organisieren: mit Flugblättern, Protesten, (geheimen) Netzwerken. Dabei treffen sie auf Dilemmata, Risiken – und müssen sich ohne offene Kommunikation koordinieren. Jede Entscheidung zählt. Hoffnung und Repression werden kontinuierlich abgewogen.

Entwickelt habe ich das Spiel im Rahmen der Centropa Summer Academy, die dieses Jahr in Budapest und Belgrad stattfand. Das Spiel basiert auf historischen Entwicklungen – etwa am Ende des Kommunismus in Osteuropa – und greift auch aktuelle Themen wie staatliche Desinformation, Korruption oder internationale Medienwirkung auf. Ereigniskarten stellen reale Entwicklungen abstrahiert dar, ohne konkrete Länder zu nennen.

Im Spiel wird deutlich: Demokratische Veränderungen entstehen nicht einfach – sie müssen erkämpft werden. Und: Zivilgesellschaft ist kein Selbstläufer. Sie lebt von Mut, Zusammenhalt und Entscheidungskraft.

Rise Against Repression eignet sich für den Einsatz in der politischen Bildung, in Geschichts- oder Sozialkunde sowie in Projekttagen zur Demokratiebildung. Das Spiel kann in pädagogischen Kontexten Diskussionen anstoßen, historische Parallelen aufzeigen und demokratische Werte erlebbar machen und sollte entsprechend eingebettet werden..

Es macht komplexe politische Prozesse emotional erfahrbar, fördert Urteilsvermögen und moralische Reflexion und erlaubt Anpassungen an verschiedene historische oder politische Szenarien (z. B. Simulation stärkerer Repression durch andere Startbedingungen). Durch die Erweiterungen mit Informantenkarten lassen sich zusätzliche Dynamiken wie Misstrauen und Verrat simulieren.

Anleitung und Karten sind aufgrund des Entstehungkontextes auf der Sommer Akademie von Centropa auf Englisch und können hier heruntergeladen werden:

Hinweis: Die Bilder auf den Karten stammen von pixabay und und game-icons.net (CC BY 3.0).


What happens when a state fails – and civil society begins to fight back?

Rise Against Repression is a cooperative card game for 3–5 players aged 12 and up that brings this question to life in a thrilling and challenging way. Over six rounds (representing six months), players work together to strengthen hope among the population – before repression takes over.

An authoritarian regime clings to power: through fear, lies, and violence. The population is exhausted, surveilled, and distrustful. But a movement is beginning – secretly, courageously, determinedly.

Players take on the roles of citizens organising underground: with leaflets, protests, and secret networks. Along the way, they encounter dilemmas and risks – and must coordinate without open communication. Every decision matters. Hope and repression are constantly weighed against each other.

I developed the game as part of the Centropa Summer Academy, which took place this year in Budapest and Belgrade. The game draws on historical developments – such as the fall of communism in Eastern Europe – and also addresses current issues such as state disinformation, corruption, and the influence of international media. Event cards present abstracted real-world developments without naming specific countries.

The message is clear: democratic change doesn’t just happen – it must be fought for. And civil society is not a given. It depends on courage, solidarity, and the ability to act decisively.

Rise Against Repression is well suited for use in political education, history or social studies classes, and project days focused on democracy. In educational settings, it can spark discussion, highlight historical parallels, and make democratic values tangible. For best results, it should be used as part of a broader learning context.

The game makes complex political processes emotionally accessible, promotes critical thinking and moral reflection, and can be adapted to various historical or political scenarios (e.g., simulating harsher repression through different starting conditions). Optional informant cards introduce additional dynamics such as mistrust and betrayal.

The rules and cards are in English, as the game was developed during the Centropa Summer Academy, and can be downloaded here:

Note: The images on the cards are sourced from Pixabay and game-icons.net (CC BY 3.0).

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