Das Jahr 2025 ist zu Ende. Und da wir somit 2026 erreicht haben, kann SWAMS - Schlecht würfeln in der ersten regulären Folge des Jahres ihren speziellen Jahresrückblick präsentieren. Was über viele Folgen eine beliebte Rubrik war kehrt nun immer zum Jahresstart zurück, der Blick auf die Board Game Geek Top 10 des vergangenen Jahres. Was sind also momentan die zehn beliebtesten Spiele des Jahres 2025 sortiert nach dem Board Game Geek Geek Rating? Findet es in diesen spannenden 90 Minuten heraus!
Wir befinden uns in der nordamerikanischen Wildnis der Rocky Mountains. Unsere Aufgabe ist es, das dortige Ökosystem zu schützen, die Artenvielfalt zu erhalten und für Ausgewogenheit zu sorgen. Das machen wir durch Aufforstung und ansiedeln unterschiedlichster Tiere wie dem majestätischen Weisskopfseeadler oder anderer Tiere. Durch clevere Kombinationen ergattern wir uns zusätzliche Punkte bei den Wertungen. Déjà-vu?
Das Jahr 2026 verspricht wieder eine Menge spannende Brettspiel-Neuheiten und deshalb gibt es von mir wie jedes Jahr eine Top 20 Vorschau. Die Plätze 20-11 Brettspiel-Neuheiten 2026 stelle ich euch heute vor und ihr erfahrt, warum ich mich auf diese neuen Spiele freue. Ich bin zudem sehr gespannt, was eure Neuheiten-Highlights für das Jahr 2026 […]
Shownotes
Redebedarf. Das Podcastformat ohne Format. Manchmal gibt es einfach Anlässe, Erfahrungen und Beobachtungen zur Spielszene die nur in einem kurzen Podcast untergebracht werden können. Das tun Georgios Panagiotidis und Peer Sylvester mit Redebedarf.
Die niederbayerische Timetex Hermedia Verlag GmbH hat den Spieleverlag HCM Kinzel übernommen. Die Marke HCM Kinzel soll unter dem Dach von Timetex weitergeführt werden. Timetex hat seinen Sitz in Riedenburg und zählt eigenen Angaben zufolge zu den führenden Anbietern für Lehrer- und Schulbedarf. Das familiengeführte Unternehmen möchte das Wissen und den Kundenstamm von HCM Kinzel nutzen, um sein internationale B2B-Geschäft weiter auszubauen. HCM Kinzel hatte im Mai 2025 Insolvenz angemeldet und den operativen Geschäftsbetrieb eingestellt. Timetex übernimmt nun Lagerbestände, Kundendaten, Produkte, Marken sowie Domains. Der bisherige Unternehmenssitz im schwäbischen Zaberfeld wird geschlossen. Die bisherigen HCM-Kinzel-Inhaber Markus und Christian Kinzel bleiben
Mit ihren erzählerischen Adventures Games haben die Autoren Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan das aus Computerspielen bekannte Click-and-Point-Prinzip in einer analogen Rätselspielreihe etabliert. Die ersten Abenteuer entführten in eher düstere Umgebungen. Aber es gibt auch einen Einstiegsfall – deklariert als “Family”. Und das passt in der Tat: Story und Schwierigkeitsgrad machen “Dimension Fünf-Sieben” zu einem idealen Spiel für Neulinge und Jüngere. Das liegt nicht zuletzt an der Geschichte, die hier erstmals der Fantasie von Jan Cronauer entsprungen ist. Der Drehbuchautor (Folgen für “Tatort”, “Der Kriminalist”, und “Dünentod”) ist in der Spieleszene als Youtuber unter seinem Künstlernamen “Cron” bekannt.
Herr Feinbier und die Dimension Fünf-Sieben
Drei Freunde und Hund Lucky wundern sich über Veränderungen ihres Lehrers. Schnell merken sie, dass mit Herrn Feinbier etwas nicht stimmt. Der Name des Falls lässt es bereits erahnen: Erklärungen für das Verhalten sind nicht allein in der Schule zu finden. Im Gegenteil: Die Freunde kommen fremden Welten, anderen Dimension auf die Spur. Wir helfen ihnen, indem wir Orte untersuchen, Gegenstände finden, Dinge kombinieren, Aufgaben erfüllen, Rätsel lösen. Was wann passiert, lässt sich dank Zahlencodes im Abenteuerbuch nachlesen. Mehr Spaß macht es jedoch, sich die Passagen mittels App vorlesen zu lassen.
Der in fünf Kapitel unterteilte Fall lässt sich recht stringent angehen. Tiefgang und Herausforderung sprechen insbesondere Acht- bis Zwölfjährige an. Für erfahrene Rätselfans dürften die Aufgaben eher geringe Herausforderungen darstellen. Gleichwohl entfaltet die Geschichte einen Charme, der auch junggebliebene Erwachsene unterhält. Und als solcher fühle ich mich noch immer.
Adventure Games Family – Dimension Fünf-Sieben | Kosmos | Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan, Jan Cronauer | 1 bis 4 Spieler | ab 8 Jahren | 5 Kapitel à bis zu 45 Minuten | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)
Erst gehen uns die Buchstaben aus, dann die Wörter. Insofern hat der Titel dieses kooperativen Wortspiels eine prophetische Bedeutung. „Out Of Words“ (Queen Games) verfolgt dabei einen klassischen Ansatz: den gesuchten Begriff mit einem anderen Begriff erklären. Eine Person gibt im besten Fall nur einen Hinweis, alle anderen raten. So weit nichts Besonders. Doch wie die Eingangssätze vermuten lassen, muss da noch mehr kommen.
In der Tat: „Out Of Words“ versteht es durch zwei Regeln, eine Herausforderung darzustellen und Wortakrobaten zu reizen. Da ist zum einen die begrenzte Auswahl an Anfangsbuchstaben, die für das Hinweiswort genutzt werden dürfen. 25 Buchstabenplättchen liegen anfangs aus. Jeder verwendete Letter wird anschließend abgelegt. Wird der Begriff nicht auf Anhieb erraten, dürfen bis zu vier weitere Tipps erfolgen – was vier weitere Buchstaben verbraucht. Der Vorrat wird kleiner, die Suche nach passenden Hinweisen schwieriger. Siehe Satz eins. Doch gerade dieses Handicap weckt in mir den Ehrgeiz, ein passendes Wort zu finden. Was sagen, wenn für die Erklärung von Urlaub weder ein F wie Ferien noch ein R wie Reisezeit ausliegen?
Wofür es bei „Out Of Words“ eine Belohnung gibt
Die Krönung ist es natürlich, wenn der gesuchte Begriff auf Anhieb geraten wird. Das befriedigt nicht nur den Tippgeber, sondern schenkt der Gruppe auch eine Belohnung, Denn dann – und nur dann – darf das genutzte Plättchen durch einen neuen Buchstaben ersetzt werden. Das fällt leichter, je größer die Auswahl ist. So sollte es Ziel sein, möglichst lange mehr als 20 oder gar 25 Plättchen in der Mitte liegen zu haben.
Weil viele Begriffe auf den Ratekarten eher schlichte Substantive sind, hilft es der Rategruppe oft, eine einfache Lösung zu wählen. Pro Hinweis muss sie sich auf einen Lösungsversuch einigen. Klappt’s nicht, folgt eben Hinweis zwei. Oder drei. Nach drei Fehlversuchen können alle gemeinsam passen und den nächsten Begriff wählen. Dann ist die nächste Person dran, gute Assoziationen zu finden. Spätestens nach fünf Versuchen pro Begriff muss gewechselt werden.
Was bei „Out Of Words“ das Ziel ist
Ziel ist, so viele Begriffe wie möglich zu erraten, ehe die Buchstaben ausgehen. Fällt es der Gruppe schwer, passende Hinweiswörter zu finden, neigt sich der Spielverlauf eher schnell dem Ende entgegen (weil die Buchstaben fehlen). In Gruppen mit Menschen, die über einen großen Wortschatz verfügen und besonders ehrgeizig agieren, reicht die angegebene Spielzeit von 20 Minuten nicht aus. Dann kann sich eine Partie auch schon mal über eine Stunde ziehen.
Gerade zum Ende hin droht es, zäh zu werden – wenn mir beispielsweise zu den übrig gebliebenen Buchstaben V, N und C überhaupt kein passender Hinweis einfallen will. Die Wartezeit ließe sich verkürzen, indem alle schon immer eine Wortkarte ziehen, um sich vorzubereiten – auf die Gefahr hin, dass der präferiere Buchstabe nicht mehr ausliegt, wenn ich dran bin. Ferner sind wegen der zunehmend begrenzten Buchstabenauswahl auch die Hinweise nicht mehr so prägnant.
Was ich bei „Out Of Words“ noch erreichen möchte
Das verleiht „Out Of Words“ eine kontraproduktive Dynamik. Während die Denkphasen größer werden, wird das Raster aus vorhandenen Buchstabenplättchen irgendwann immer schneller kleiner. Gleichwohl bleibt die Aufgabe, vor die uns dieses Spiel stellt, reizvoll. Und wer es etwas einfacher (oder auch schwieriger) haben möchte, schaut sich die Regeln für Varianten an. Ich bleibe jedoch noch solange beim Standard, bis ich es in den höchsten Wertungsbereich geschafft habe. Dieser wird nur mit zwei Worten beschrieben: „Als ob …“ Wartet’s ab!
Out Of Words | Queen Games | Scott Brady und Michael Davis | 2 bis 10 Personen | ab 10 Jahren | 20 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★★★☆☆ (gut)
Zu Deutsch die Siedlungen von Eldervale (also vom älteren Tal, wenn man es wörtlich übersetzt), ist vom selben Autor von Andromeda’s Edge und dieses ist gleichzeitig der direkte Nachfolger von dem hier präsentierten Titel – welches in einem Fantasy-Setting steckt.
Da ich den galaktischen Nachfolger bereits seit längerem kenne und schon einige Male gespielt habe konnte ich in die Regeln zu diesem Spiel sehr leicht einsteigen. Ich würde sogar behaupten, dass die beiden Titel sich zu mindestens 80% in der Spielmechanik gleichen.
Doch welches gibt die bessere Gesamtshow auf der Bühne? Ist das neuere Spiel auch das bessere oder hat mich das ältere Tal doch eher überzeugen können?
Eindruck von der Bühne
Die Mechanik ist für ein Spiel mit einem solch üppigen Karton überraschend einfach. Ist man dran, setzt man entweder eine seiner Einheiten ein oder man holt diese zurück. Mehr ist es grundsätzlich nicht aber das da doch einiges mehr zugehört sollte jedem Lesenden ja auf anhieb klar gewesen sein!
Das allererste Setzen einer Einheit unterscheidet sich von den folgenden Spielzügen. Man muss die Figur nämlich auf ein freies Feld setzen – kein selbst besetztes und mit keiner Figur eines Kontrahenten. Es gibt natürlich ein paar von diesen Regeln abweichende Einheiten, aber das gilt erstmal grundsätzlich. Hier erhalte ich Ressourcen oder darf besondere Aktionen ausführen, wenn solche auf dem Spielfeld zu finden sind. Danach darf ich zwar niemals auf Felder setzen, die von eigenen Figuren besetzt sind, aber wohl auf Felder mit gegnerischen Einheiten, vorausgesetzt ich halte die Reichweite meiner Einheit ein, die in fast alles Fällen bedeutet, dass es ein zu einer meiner Einheiten angrenzendes Feld sein muss.
Monster als Gegner für alle Spielenden mit teilweise fiesen Fertigkeiten kommen ebenfalls vor.
Wenn ich ein Feld mit einer gegnerischen Einheit betrete erhalte ich zuerst die dortigen Ressourcen bzw. löse den Spezialeffekt des Spielfelds aus, danach kommt es aber zu einer Schlacht. Hier können sich alle Einheiten benachbarter Felder beteiligen, auch wenn es die einer Farbe sind, die vorher überhaupt nicht aneinandergeraten waren. Die Kampstärke der Einheiten und deren Anzahl werden addiert. Hinzu kommen noch ggf. Würfel durch anwesende und benachbarte Siedlungen. Aber in der Summe sind nicht mehr als 6 Würfel für jeden Spieler möglich, egal wie hoch die berechnete Zahl wird.
Nachdem alle gewürfelt haben, wird in alter Risikomanier ausgefochten. Das bedeutet, dass die Würfel einzeln betrachtet werden. Würfelt die erste teilnehmende Person z.B. eine 6-3-3-2, die zweite Person eine 6-4-1 und eine dritte Partei eine 6-5, gewinnt die letztgenannte Person. Alle haben eine 6 gewürfelt, also wird der zweithöchste Würfel verglichen. Hier hat die dritte Person eine 5 und ist damit höher als alle anderen, die restlichen Würfel sind egal. Hätte Person 2 statt der 4 ebenfalls eine 5 hatte diese gewonnen, da hier die beiden Würfel auch wieder gleich wären (Teilnehmer 1 wäre nach wie vor raus), die zweite Person allerdings den nicht vorhandenen dritten Würfel des Gegners mit Ihrem Würfen einfach schlägt.
Alternativ zum Einheiten Setzten kann man diese auch jederzeit zurückholen. Solche, die nicht in Kämpfen besiegt wurden können dann auf ausliegenden Karten des Spielers Aktionen ausführen um z.B. Ressourcen zu erhalten, Einheiten zu beschwören oder Siedlungen zu bauen. Solche die besiegt waren und in der Unterwelt warteten können keine solchen Aktionen auslösen. Man darf Einheiten alternativ zum Einsetzen jederzeit zurück holen, selbst wenn noch nicht alle eigenen Einheiten eingesetzt waren.
Arbeiter werden zu Siedlungen, dazu werden diesen Spielfiguren die Dächer auf den Kopf gesetzt
Durch das kaufen von Dugeonkarten als Aktion auf bestimmten Spielfeldern und auch das bauen von Siedlungen werden die Punktemotoren für die Schlusswertung angetrieben. Außerdem hat das Ganze im Spiel auch immer wieder andere positive Auswirkungen. Dort wo die Dungeonkarten gekauft werden können, werden auch neue Spielfelder eingebracht. Das Spielfeld wächst also im Laufe der Partie immer mehr an.
Je weiter man in den einzelnen Farbstrahlen voran kommt, desto mehr Punkte gibt es am Ende für die verschiedenen Dungeonkarten und Siedlungen
Das Spiel endet, wenn eine teilnehmende Person entweder alle Siedlungen gebaut hat, was allerdings die Zahl der Arbeiter reduziert, oder wenn das letzte Spielfeldteil eingebracht wurde. Danach ist jeder Spieler noch einmal dran, bevor es zur Schlusswertung kommt.
Groupie auf Tour
Andromeda’s Edge und Dwellings of Eldervale sehen auf den ersten Blick sehr verschieden aus und sind doch fast gleich. Der wohl gravierendste Unterschied ist der Engine-Builder in Form der Modifikationen in dem neueren Weltraumspiel. Diese bei Rückholung der Raumschiffe auszulösen kann je Spieler allerdings auch einiges an Wartezeit für die anderen bedeuten. Wer jedoch Engine-Building sehr mag, wäre mit dem neueren Spiel besser bedient.
Ansonsten unterscheidet es sich in Kleinigkeiten, aber bis auf die Optik ist vieles gleich und wenn man das Eine mag wird man das Andere wohl kaum ablehnen. So geht es mir zumindest. Ich gebe dem alten Tal allerdings einen Hauch von besserer Note für meinen Geschmack. Obwohl es der ältere Titel ist, fühlt es sich an, als ginge es leichter von der Hand und verbrauche zwischen den Zügen weniger Zeit als der Nachfolger. Das sind je nach Teilnehmer vielleicht nur Nuancen, kann aber auch zu einer regelrechten Downtime führen.
Aber was mich wohl am meisten für Dwelligns of Eldervale überzeugt ist das Fantasy-Setting. Klar ist das eine sehr subjektive Meinung, aber ich bewerte ja auch als Subjekt, da kann ich eine solche Überzeugung nicht von der Hand weisen!
Kurzfazit: Völker Eldervales, zieht eure Schwerter! Auf in die Schlacht! Ich bin jedenfalls bei jeder kommenden Partie gerne wieder dabei!
Vantage ist ein kooperatives Abenteuerspiel in einer offenen Welt für ein bis sechs Personen. Nach dem Absturz auf einem unbekannten Planeten startet jeder Spieler mit einem eigenen Charakter an einem anderen Ort und nimmt die Spielwelt ausschließlich aus seiner individuellen
Der Nürnberger-Spielkarten-Verlag (NSV) präsentiert sich seit Januar 2026 mit einem neuen Logo und eine überarbeitete Sortimentsstruktur. Der Verlag will damit seine Markenidentität schärfen und sich klarer als Anbieter moderner Karten- und Würfelspiele positionieren, auch international. Das Motto „Connect. Challenge. Enjoy! “ soll den globalen Fokus unterstreichen. Das neue Logo bleibt den traditionellen NSV-Farben Rot und Weiß treu, verzichtet jedoch auf klassische Kartensymbole. Stattdessen setzt es auf einen verspielten Schriftzug. Künftig gliedert sich das Sortiment in drei Größen und Kategorien: NSV Travel, NSV Signature und NSV Extra. Travel ersetzt die bisherige Minis-Reihe und umfasst kompakte Reisespiele. Signature steht für Schachtelgröße von
Drei Magier, 2025 Autorin: Guido Hoffmann 2-4 Spieler:innen, ab 5 Jahre; ca. 20-30 Min.
Mit „Der geheimnisvolle Brunnen“ taucht ihr in eine kleine, aber magische Welt ein, in der ein uralter Brunnen im Wald mehr Geheimnisse birgt, als es auf den ersten Blick scheint. Dieser Brunnen ist nicht einfach nur ein Objekt aus Pappe, sondern ein 3-dimensionales Zentrum der Spannung. Am Anfang wirkt er völlig dunkel und leer, doch je länger ihr hineinschaut und je mehr ihr den magischen Strudel dreht, desto mehr Farben und Umrisse erscheinen. Diese Erscheinungen sind die verzauberten Wasserwichtel, die tief im Brunnen verborgen leben und nur darauf warten, entdeckt zu werden. Mit einer liebevoll gestalteten Szenerie und einem freundlichen, fantasievollen Setting richtet sich dieses Spiel besonders an junge Entdecker:innen und Familien, die gemeinsam ein stimmungsvolles, leicht mystisches Erlebnis suchen.
In „Der geheimnisvolle Brunnen“ spielt ihr über mehrere kurze Runden, in denen ihr genau beobachtet und überlegt, was sich im Brunnen abzeichnet. Zu Beginn jeder Runde seht ihr zunächst nichts, doch mit jeder Umdrehung des Strudels werden zuerst Farben und später Umrisse der Wasserwichtel deutlicher sichtbar. Eure Aufgabe ist es, im richtigen Moment zu erraten, welcher Wichtel sich gerade zeigt. Dafür setzt ihr eure kleinen Froschmarker auf die Seerosen um den Brunnen herum und hofft, dass eure Vermutung stimmt. Je früher ihr eine richtige Einschätzung traut, desto mehr Belohnungen in Form von Goldtalern bekommt ihr. Allerdings birgt das Zögern auch die Chance auf bessere Informationen, bevor ihr eure Entscheidung trefft. Nach drei Runden vergleicht ihr eure gesammelten Taler und ermittelt damit die oder den erfolgreichsten Beobachter:in. Die Dynamik ist lebendig, aber nie überfordernd, und die Interaktion entsteht vor allem durch gemeinsames Staunen und gemeinsames Tüfteln.
Das Spielerlebnis von „Der geheimnisvolle Brunnen“ beeindruckt vor allem durch seine thematische Umsetzung und die überraschende Art, wie aus einem zunächst leeren Brunnen Farben und Formen hervorgehen. Die Mechanik, die Spieler:innen dazu einlädt, genau hinzusehen und im richtigen Moment zu handeln, ist simpel und doch unterhaltsam, ohne dabei komplexe Regeln oder Fachjargon. Besonders für Familien mit jüngeren Kindern ist das Spiel hervorragend geeignet, da es Beobachtungsgabe fördert und gemeinsam erlebte Spannung erzeugt. Die Spieldauer dabei angenehm kurz und ideal für zwischendurch. Bei den Materialien merkt man, dass viel Wert auf eine kindgerechte und optisch ansprechende Gestaltung gelegt wurde. Der 3D-Brunnen und die bunten Scheiben sind haptisch ansprechend und langlebig genug für häufige Partien mit der Zielgruppe. Ein Kritikpunkt könnte jedoch sein, dass die Spielerische schnell an ihre Grenzen stößt, da die Entscheidungen vor allem auf Beobachtung und Timing beruhen und weniger auf strategischer Vielfalt. Zudem ist die Interaktion eher individuell als kompetitiv, was bei Spielgruppen, die intensiven Austausch suchen, weniger befriedigend sein kann. Dennoch bleibt der Wiederspielreiz hoch, weil jede Partie durch andere Kombinationen im Brunnen neue Überraschungen bereithält. Insgesamt ist dieses Spiel ein liebevoll gestaltetes Familienspiel mit einem einzigartigen visuellen Effekt, das besonders in gemischten Altersgruppen großen Anklang findet. Ob ihr es mit kleinen Kindern oder neugierigen Erwachsenen spielt, die spannenden Momente beim Entdecken der Wasserwichtel sorgen fast immer für ein Lächeln am Tisch.
16.01.2026 - TimeTEX HERMEDIA, ein familiengeführter Lehrmittelverlag im niederbayerischen Riedenburg, hat den schwäbischen Spieleverlag HCM Kinzel übernommen, nachdem dieser Mitte letzten Jahres Insolvenz angemeldet und seine Geschäftstätigkeit eingestellt hatte. TimeTEX-Geschäftsführer Christoph W. J. Hercher will damit HCM Kinzel als Marke erhalten und auch weiter mit der Gründerfamilie Kinzel zusammenarbeiten, darunter die Brüder und früheren Inhaber Markus und Christian Kinzel. Weil sich die Spiele oft auch durch Lernaspekte auszeichnen, betrachtet TimeTEX den Zukauf als passgenaue Erweiterung des eigenen Sortiments. Übernommen wurden Warenlager, Kundendaten, Produkte, Marken und Domains, der bisherige HCM-Firmensitz in Zaberfeld wird jedoch aufgelöst.
Ein Brief sorgt für Bewegung in der Brettspielwelt. Cole Wehrle verlässt Leder Games. Kein Skandal, kein Bruch, sondern ein klarer, selbstbewusster Schritt eines Designers, der das moderne Brettspiel geprägt hat wie kaum ein anderer. Root, Oath und Arcs stehen nicht nur für erfolgreiche Titel, sondern für eine Haltung, die Spiele als politische, narrative und fordernde Erlebnisse versteht.
Warum dieser Abschied weit über eine Personalie hinausgeht, beleuchten wir hier im Blog und ausführlich im Podcast Beyond the Table, den du direkt unter diesem Artikel hören kannst.
Acht Jahre kreative Freiheit bei Leder Games
Cole Wehrle war bei Leder Games nie nur Spieleautor. Als Creative Director hat er den Verlag entscheidend mitgeformt. Root wurde zu einem der prägendsten asymmetrischen Brettspiele der letzten Jahre, Oath zu einem kontrovers diskutierten Statement darüber, was Brettspiele leisten können.
Dass Leder Games diesen Weg mitgegangen ist, zeigt, wie viel möglich ist, wenn ein Verlag bereit ist, Risiko, Haltung und kreative Freiheit zuzulassen.
Kein Bruch, sondern ein Statement
Bemerkenswert ist die Konsequenz dieses Abschieds. Oath und Arcs wechseln zu Coles neuem Studio Buried Giant Studios, während Root bei Leder Games bleibt. Ein Schritt, der in einer oft markengetriebenen Branche ein klares Zeichen setzt. Vertrauen, Fairness und Respekt vor kreativer Arbeit sind hier keine Floskeln, sondern gelebte Praxis.
Wehrlegig Games bleibt der Gegenpol
Parallel dazu führt Cole Wehrle weiterhin Wehrlegig Games. Historische Spiele, klare Autor:innenhandschrift, kein Blick auf den Massenmarkt. Wehrlegig ist bewusst klein, bewusst sperrig und genau deshalb relevant. Es zeigt, dass Erfolg im Brettspiel nicht nur in Verkaufszahlen messbar ist. Aber es ist nicht zu unterschätzen, dass Spiele wie Pax Pamir durchaus auch große und wirtschaftlich relevante Auflagen erreichen können.
Beyond the Table und die große Frage dahinter
Der Abschied von Cole Wehrle wirft grundsätzliche Fragen auf.
Wie viel Einfluss sollte ein Designer auf einen Verlag haben? Welche Verantwortung tragen Verlage für die Welten, die sie miterschaffen? Ist dieses Modell ein möglicher Weg für die Zukunft der Branche?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Beyond the Table Folge, die du direkt unter diesem Artikel anhören kannst.
Fazit
Cole Wehrle verlässt Leder Games, aber er hinterlässt eine klare Spur. Spiele, die etwas wollen. Partnerschaften, die funktionieren. Und ein Beispiel dafür, wie erwachsen, transparent und respektvoll diese Branche sein kann, wenn sie es will.
Formidabel im Replay – lohnt sich dieses Brettspiel wirklich? In dieser Rezension nehmen wir Formidabel noch einmal genau unter die Lupe. Nicht nach der ersten Partie, sondern nach mehreren Spielrunden. Denn gerade bei Brettspielen zeigt sich oft erst mit der Zeit, ob ein Spiel langfristig überzeugt oder seinen Reiz verliert. Wie fühlt sich das Spielen von Formidabel nach mehreren Partien an? Bleibt die Spannung erhalten? Und für wen ist dieses Brettspiel wirklich geeignet? Im Replay-Format sprechen wir offen und ehrlich über unsere Eindrücke und Erfahrungen – kompakt, verständlich und ohne […]
01–2026: Kathy (aus Golfie) Wahrscheinlich nicht nur in unserer heutigen Popkultur wird gerne danach gefragt, wer der oder die Beste in diesem oder jenem Bereich ist. Beim Sport hat sich dabei der Begriff des GOAT etabliert, ein Akronym für "greatest of all time". Die Frage nach dem weiblichen Goat des Golfsports habe ich verschiedenen Suchmaschinen […]
Der Grund, warum ich die Flavourtexte auf Spieleschachteln üblicherweise nicht lese, sind die Flavourtexte auf Spieleschachteln. Hier mal der zu TAKE TIME: „Entdeckt die Geheimnisse des Kosmos und löst die unzähligen Rätsel der Zeit!“ – Danke, da fühle ich mich mit meinen Einleitungen mal wirklich auf Augenhöhe.
Wie geht TAKE TIME? Wir spielen kooperativ und legen reihum zwölf Zahlenkarten an ein rundes Tableau. Das Tableau hat sechs Segmente, an die man Karten legen darf. Die meisten Karten müssen wir verdeckt legen. Trotzdem sollen am Ende die Summen der Kartenwerte beginnend beim Feld rechts vom Zeiger und dann im Uhrzeigersinn von Segment zu Segment gleichbleiben oder steigen.
24 Karten sind im Spiel, zweimal die Werte von eins bis zwölf in Weiß und in Schwarz. Zufällige zwölf davon wurden an uns ausgeteilt. Welche das sind, dürfen wir nicht sagen. Während des Legevorgangs dürfen wir uns ohnehin nicht mehr beraten. Nur vorab und bevor wir unsere Kartenwerte kennen, dürfen wir allgemein eine Strategie festlegen.
Das Spiel geht über 40 Level, verpackt in zehn Umschläge mit je vier Aufgaben. Viele der Umschläge führen neue Konzepte ein, die für die Level dieses Umschlags gelten. Jedes der vier Level unterscheidet sich von den anderen durch etwas andere Detailregeln.
Wir dürfen so viele Karten offen spielen, wie wir Spieler:innen sind, zu viert also vier, zu dritt drei. Dafür haben wir zu viert pro Person nur drei Handkarten, zu dritt dagegen vier. Ich kenne also mehr Karten von Beginn an und muss dafür im Spielverlauf mit weniger Informationen auskommen.
Verlieren wir ein Level, spielen wir es erneut und dürften diesmal eine Karte mehr offen auslegen. Bis wir es schaffen. Gewinnen wir, steigen wir ins nächste Level auf, dürfen aber wieder nur eine Karte pro Person offen spielen.
Was passiert? Das Spielgefühl ähnelt Spielen wie DIE CREW und THE MIND und zugleich dem Legen von Patiencen. Auch wenn wir nicht direkt kommunizieren dürfen, lassen sich aus dem Verhalten der anderen Personen Rückschlüsse auf ihre möglichen Zahlenwerte ziehen. Wenn X nicht an das Segment legt, das aus meiner Sicht hätte befüllt werden sollen, heißt das wohl, X meint, die gewählte Karte passe dort nicht gut hin. Wenn Y ohne Zögern dort legt, wo wir laut Regel die höchste schwarze Karte platzieren sollen, gehe ich davon aus, dass dies die schwarze Zwölf ist.
Fühlt sich dagegen niemand berufen, den Slot für die höchste schwarze Karte zu bedienen, bedeutet das offenbar, eine schwarze Zwölf ist nicht im Spiel. Und die Elf vielleicht auch nicht? Die Zehn? Falls ich die schwarze Neun habe, sollte ich sie nicht unbedacht woanders legen. Denn vielleicht ist sie die höchste Schwarze im Spiel. Dieses Beobachten der anderen und das Warten darauf, ob sie an einem Segment agieren oder eben nicht, ist das THE MINDige an TAKE TIME. Wir verraten etwas über unsere Blätter, ohne etwas zu sagen.
Und wie in DIE CREW ist jedes Level eine Aufgabe, die wir lösen, indem wir die richtigen Karten im richtigen Moment zücken und indem immer mal wer Initiative zeigen muss (und zum Beispiel für ein Segment die Verantwortung übernimmt oder entscheidet, eine Karte offen zu spielen) und andere darauf reagieren. Ähnlich wie das Ausspielen und Bedienen bei einem Stichspiel.
Am Ende geht es auf oder auch nicht. Das hat durchaus mit Können und Taktik zu tun und mit Gruppenharmonie, Empathie und Eingrooven. Aber ein wesentlicher Faktor ist auch schlicht Kartenglück. Und das ist dann wie bei einer Patience.
Durchrechnen lässt sich TAKE TIME nicht. Man kann vorab die tollsten Pläne schmieden und Strategien festlegen: Je mehr die Kartenverteilung von der Norm abweicht (fast nur hohe Karten im Spiel, fast nur niedrige Karten, monotone Kartenhände usw.), desto schwerer ist es, das im Laufe einer so kurzen Runde herauszufinden, zu kommunizieren und zu reparieren. Meist verliert man dann eben.
Was taugt es? Wie fast alle kooperativen Spiele erschafft auch TAKE TIME ein gutes Gruppengefühl. Für mich fühlt es sich belohnender an, ein spielerisches Problem gemeinsam bewältigt zu haben statt allein. Und vor allem mag ich kooperative Spiele mit eingeschränkter Kommunikation. Sie erfordern Mündigkeit. Alle am Tisch müssen eigene Entscheidungen treffen. Und so ist es wirklich Zusammenarbeit auf Augenhöhe. (Dass sich in der Vor- und Nachbesprechung jemand zur Besserwisser:in aufschwingt und den anderen erklärt, wie es vermeintlich richtig geht, kann natürlich trotzdem passieren.)
Das Grundprinzip von TAKE TIME wird während der 40 Level gelungen variiert. Jeder Umschlag bringt einen neuen Twist. Die neuen Regeln erlernen wir erst, wenn wir sie brauchen. Praktischerweise befinden sich dazu Kurzanleitungen in jedem Umschlag. Auch grafisch ragt TAKE TIME heraus.
Kaum ein Spiel hat in dieser Saison in meinen Runden so sehr eingeschlagen. Für mich ist TAKE TIME zweifellos eine der Perlen des aktuellen Jahrgangs. Das Einzige, was mich davon abhält, „außerordentlich“ zu vergeben, ist das Gefühl, TAKE TIME sei am Ende ein bisschen zu sehr Patience und ein bisschen zu wenig THE MIND und DIE CREW. Spannend ist es trotzdem jedes Mal. Und einen Vorteil hat die Schicksalshaftigkeit auch: Intuition hat in TAKE TIME dieselbe Berechtigung wie Logik. Wenn die Gruppe verliert, lässt sich das nicht so leicht auf einen klaren Fehler einer Person zurückführen. Oft verbucht man es dann einfach unter Kartenpech.
***** reizvoll
TAKE TIME von Alexi Piovesan und Julien Prothière für zwei bis vier Spieler:innen, Libellud.
zuletzt gelesen: "Der Märtyrer" von Anthony Ryan Wie schon beim letzten Eintrag in dieser Kategorie angekündigt: die Reise des Gesetzlosen, Schreibers und nun Hauptmanns Alwyn Scribe geht weiter. Nach DER PARIA ist er im zweiten Teil der Trilogie "Der stählerne Bund" auf dem Weg zu einem Märtyrer. Zumindest will uns der Titel dieses suggerieren. Der […]
Bei Furchtlos wandern die Spieler als Gespenster durch einen finsteren Wald und versuchen, durch geschicktes Sammeln von Plus- und Minuskarten ihre Furcht möglichst gering zu halten. Wir haben uns das Stichspiel genauer angesehen.
Furchtlos
Mit Furchtlos entführt Friedemann Friese die Spieler in einen nächtlichen Wald, in dem nicht Tempo oder Reichtum zählen, sondern Gleichgewicht. Als Gespenster wagen wir uns von einer gruseligen Ruine aus auf einen schmalen Pfad. Wer davon abweicht, sammelt Furchtpunkte – und genau die gilt es über mehrere Runden möglichst gering zu halten. Nicht loszugehen ist allerdings keine Option, denn wer in der Ruine verharrt, wird ebenfalls hart bestraft. Am Ende gewinnt, wer sich dem sicheren Weg am nächsten gehalten hat.
Furchtlos: So wird es gespielt
Im Kern ist Furchtlos ein klassisches Stichspiel mit vier Farben und ohne Trumpf, doch schon beim Blick auf die Karten wird klar, dass hier einiges anders läuft. Die Werte reichen in jeder Farbe von +6 bis -6, ergänzt durch neutrale Nullen. In den gewonnenen Stichen sammeln die Spieler also sowohl positive als auch negative Punkte. Ziel ist es, diese möglichst exakt auszugleichen. Idealerweise landet man bei null – jeder Ausschlag nach oben oder unten bedeutet zusätzliche Furcht.
Beim Ausspielen folgt Furchtlos den vertrauten Regeln des Genres. Die angespielte Farbe muss bedient werden, den Stich gewinnt die höchste Karte der Farbe. Genau hier entstehen jedoch die spannenden Entscheidungen. Eine hohe Pluskarte kann zum Problem werden, wenn man bereits genügend positive Werte gesammelt hat. Umgekehrt kann ein dringend benötigter Stich mit Minuspunkten unerwünscht sein, wenn man eigentlich wieder Richtung Null steuern möchte. Die Mitspieler behalten diese Schieflagen natürlich im Blick und versuchen gezielt, einander ungünstige Stiche zuzuschieben.
Die Interaktion ist dadurch deutlich spürbar. Auch wenn jeder für seine eigene Furchtleiste spielt, entsteht am Tisch ein ständiges Taktieren. Wer sich gerade mühsam ausbalanciert hat, wird gerne wieder aus dem Gleichgewicht gebracht. Besonders die Nullkarten eröffnen interessante Möglichkeiten, da sie stets gespielt werden dürfen und den Stich beeinflussen, ohne den eigenen Wert zu verändern. Gleichzeitig lauert eine empfindliche Strafe für alle, die zu vorsichtig agieren. Wer keinen einzigen Stich gewinnt, bleibt in der Ruine zurück und kassiert satte 15 Furchtpunkte.
Die Regeln sind schnell verstanden
Der Anspruch von Furchtlos ist gut austariert. Die Regeln sind schnell verstanden, vor allem für alle, die mit Stichspielen vertraut sind. Die eigentliche Herausforderung liegt im richtigen Timing und im Lesen der Mitspieler. Wann lohnt es sich, einen Stich zu erzwingen, und wann ist es klüger, ihn abzugeben? Für Neulinge mögen die negativen Karten zunächst ungewohnt sein, doch das Spielgefühl erschließt sich schnell und bleibt angenehm flott.
Durch die zufällige Kartenverteilung und das unterschiedliche Spielverhalten der Gruppe bietet Furchtlos einen hohen Wiederspielreiz. Jede Runde verläuft anders, mal vorsichtig, mal konfrontativ, je nachdem, wie viel Risiko die Spieler eingehen. Der Reiz liegt im ständigen Austarieren zwischen Mut und Zurückhaltung – ein einzelner Stich kann die gesamte Runde kippen.
Furchtlos: Fazit und Wertung
Furchtlos verbindet ein vertrautes Stichspielgerüst mit einer ungewöhnlichen Wertungsidee und verpackt das Ganze in ein stimmiges, leicht schauriges Thema. Die kurzen Runden und die klare Struktur machen es zu einem flexiblen Familienspiel, das ebenso gut als schneller Absacker funktioniert. Es geht weniger um langfristige Planung als um situative Entscheidungen und das Gespür für den richtigen Moment.
Furchtlos– auf einen Blick
Furchtlos ist ein zugängliches Stichspiel mit ungewöhnlicher Wertung, das weniger auf Siegoptimierung als auf Balance und gutes Timing setzt und gerade durch die direkte Interaktion am Tisch seinen Reiz entfaltet.
Autor: Friedemann Friese | 2025 | 2F-Spiele | 3 bis 5 Personen | ab 10 Jahren | bis 30 Minuten
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).
Für das Jahr 2026 hat der Brettspiel-Verlag Feuerland Spiele wieder einige interessante Spiele-Neuheiten angekündigt. Heute stelle ich deshalb 5 spannende Brettspiel-Neuheiten von Feuerland Spiele im Jahr 2026 genauer vor und ihr erfahrt, auf welche ich mich am meisten freue. Ich bin sehr gespannt zu erfahren, welche Neuheiten ihr besonders spannend findet. 5 spannende Brettspiel-Neuheiten von […]
„Hitster“ ist Kult! Das beweist die Zahl der Erweiterungen, die mittlerweile erschienen sind: Schlagerparty, Summerparty, Guilty Pleasures, Christmas, Rock und noch mehr – in Summe gibt es mittlerweile weit mehr als 1000 Karten mit QR-Codes, hinter denen sich Lieder der vergangenen gut 100 Jahre verbergen. Wird das Muster mit der „Hitster“-App auf dem Smartphone gescannt, ertönt ein Song. Beim klassischen „Hitster“ sortieren wir die Titel chronologisch nach dem Jahr ihrer erstmaligen Veröffentlichung, die Version „Hitster Bingo“ nähert sich einem klassischen Quiz.
Das Licht einer rotierenden Discokugel zeigt bei „Hitster Bingo“ an, wie die Frage zum aktuellen Lied lautet. In der einfachen Variante gibt es diese fünf Kategorien: Solokünstler oder Gruppe? In welchem Jahrzehnt veröffentlicht? Vor oder nach dem Jahr 2000? Jahr des Erscheinens plus oder minus vier Jahre. Oder auf bis zu zwei Jahre genau. Solange die Discokugel leuchtet, darf ich die Antwort auf mein Tableau schreiben. Es bleiben rund 25 Sekunden Zeit – wenn man denn mit dieser Regel spielen möchte. Es gibt einen Grund dafür, aber auch einen dagegen:
Pro Zeitlimit: In einer vergleichsweise einfachen Kategorie wie „Solo oder Gruppe“ kann das Zeitlimit die eigentliche Schwierigkeit darstellen, weil in den angespielten 25 Sekunden beispielsweise nicht die zweite Stimme zu hören ist. Wer das Lied kennt, kann durch Wissen punkten und sich vielleicht entscheidend absetzen. Zudem sorgt die Zeitbegrenzung für ein rasches Vorankommen.
Contra Zeitlimit: Wer sich streng an die zeitliche Vorgabe hält, nimmt dem Spiel die „Hitster“-Geselligkeit. Das Original baut immer dann Atmosphäre auf, wenn alle am Tisch in die Lieder einstimmen und mitsingen. Wenn Erinnerungen und Anekdoten ausgetauscht werden, welche die Leute mit den Songs verbinden. Meine Empfehlung: Lieber nicht so streng sein.
Weniger Party bei „Hitster Bingo“ als bei „Hitster“
Denn allein schon der Umstand, dass alle bei jedem Lied damit beschäftigt sind, eine Antwort aufzuschreiben, schränkt den Partyspielcharakter von „Hitster Bingo“ ein. Zugleich ist aber auch die Barriere für Menschen, die sich nicht so gut in der Populärmusik auskennen, niedriger. Bei den oben genannten Kategorien kann schlichtes Raten zum Erfolg führen. Was für dieses Spiel nicht unbedingt schlecht ist.
Ärgerlich ist indes, dass Jumbo den Bingo-Mechanismus nicht gut integriert hat. Jeder Kategorie ist eine Farbe zugeordnet. Ist meine Antwort richtig, darf ich ein entsprechend farbiges Feld auf meiner bunten Bingo-Karte ankreuzen. Fünf Kreuze in einer Reihe ergeben ein Bingo, also den Sieg. Nun entscheidet aber die sich drehende Discokugel per Zufall darüber, welche Kategorie ausgewählt wird. Habe ich beispielsweise alle gelben Felder auf meiner Karte markiert, hilft mir die gelbe Kategorie nicht mehr weiter. Es gibt keine Regel, die in diesen Fällen etwa ein Bonus-Kreuzchen an beliebiger Stelle vorsieht.
Diese Regelschwäche kommt einem Aussetzen gleich. Oder soll das eine Aufholjagd der zurückliegenden Personen ermöglichen? Es fühlt sich jedenfalls nicht gut an, schon vor dem Raten zu wissen, dass ich in dieser Runde nichts gewinnen kann. Zudem kann sich eine Partie dadurch in die Länge ziehen, wenn den meisten nur noch ein blaues Kreuz fehlt, diese Farbe aber einfach nicht mehr an die Reihe kommt. So ist das Beste an „Hitster Bingo“, mehr Karten für das normale „Hitster“ zu erhalten.
Hitster Bingo | Jumbo | 2 bis 10 Personen | ab 10 Jahren | 30 Minuten | Spielanleitung | Meine Bewertung: ★☆☆☆☆ (mäßig)