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Neu auf Board Game Arena: Reef Gardens, Under the Leaves und The Isle of Cats Duel (KW 33, 2026)

10. August 2026 um 09:08
Neu auf Board Game Arena: Reef Gardens, Under the Leaves und The Isle of Cats Duel (KW 33, 2026)

In den vergangenen sieben Tagen sind auf Board Game Arena drei neue Titel erschienen. Sie reichen vom ruhigen Riffbau über einen kompakten Gartenausflug bis zum Zweipersonen-Duell auf hoher See. Zwei davon benötigen ein Premium-Abo, eines lässt sich kostenlos spielen.

Reef Gardens

Reef Gardens ist seit dem 7. August auf der Plattform verfügbar. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. In dem Legespiel von Jeffrey D. Allers (dlp games, 2025) baust du als Meeresschützer Korallenriffe wieder auf, bevor Zeit und Budget ausgehen. Manchmal musst du bestehende Riffe abbauen, um mit dem gewonnenen Forschungsgeld neue Flächen zu bepflanzen.

Mechanisch verbindet das Spiel Gebietsmehrheiten, offenes Drafting und das Umschließen von Flächen mit klassischem Plättchenlegen. Es ist für 2 bis 4 Personen ausgelegt und dauert laut Verlag rund 50 Minuten. Auf BoardGameGeek liegt der Titel bei 6,8 von 10 Punkten aus 122 Bewertungen, bei einem Gewicht von 2,3 von 5. Der Verlag empfiehlt es ab 10 Jahren.

Under the Leaves

Under the Leaves ist seit dem 5. August spielbar. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. In dem Legespiel von Trevor Benjamin und Brett J. Gilbert (2025) legst du Gartenplättchen aus, lockst Bienen und Kolibris an und entdeckst kleine Lebewesen unter Blättern, Pilzen und Pfützen. Wer am Ende die meisten Teile im eigenen Garten sammelt, gewinnt.

Das Spiel setzt auf Plättchenlegen, das Verketten von Feldern und Verbindungen zwischen den Gartenteilen. Es ist für 2 bis 4 Personen ausgelegt und dauert etwa 25 bis 40 Minuten. Auf BoardGameGeek steht der Titel bei 7,4 von 10 Punkten aus 417 Bewertungen, bei einem Gewicht von 2,0 von 5. Eine deutsche Ausgabe erscheint bei Frosted Games unter dem Titel „Wuselige Wiesen".

The Isle of Cats Duel

The Isle of Cats Duel ist seit dem 3. August auf der Plattform. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Das eigenständige Zweipersonenspiel von Frank West (The City of Games, 2024) überträgt das Katzenrettungs-Thema von „The Isle of Cats" auf ein reines Duell. Statt Karten zu draften, bewegst du dich mit einer Oshax-Katze über die Insel und bestimmst so, welche Katzen, Schätze und Lektionen dir und deinem Gegenüber offenstehen.

Im Kern geht es um Plättchenlegen und Mustergestaltung: Du passt die einzigartigen Katzenplättchen auf dein Boot und hältst dabei die Familien zusammen. Das Spiel ist ausschließlich für 2 Personen und dauert rund 30 Minuten. Auf BoardGameGeek erreicht der Titel 7,5 von 10 Punkten aus 597 Bewertungen, bei einem Gewicht von 2,3 von 5. In der Ankündigung auf der Plattform wird zusätzlich die Erweiterung „Puss in Boats" genannt.

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket

10. August 2026 um 09:08
Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket

In dieser Woche (KW 33) haben Gamefound und die Spieleschmiede keine frische Brettspiel-Kampagne mit echtem Neuigkeitswert nachgelegt. Auf Kickstarter dagegen laufen gleich drei Projekte aus derselben Startwelle vom 14. Juli auf ihr Ende am 13. August zu. Alle drei sind finanziert und decken ein leichtes bis mittleres Gewicht ab, vom Jahrmarkt-Spiel bis zum Spieleabend-Paket. Ein Hinweis vorab: Es handelt sich um US-Kampagnen in US-Dollar, für die aus dem DACH-Raum Versandkosten und Einfuhrabgaben anfallen.

En-Nichi: Japanese Summer Festival

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket
En-Nichi: Japanese Summer Festival. Bild: Mugen Gaming (via BoardGameGeek).

En-Nichi läuft noch bis zum 13. August auf Kickstarter und hat sein Ziel von 7.878 US-Dollar mit aktuell rund 112.831 US-Dollar auf etwa 1.432 Prozent gebracht, getragen von rund 1.035 Unterstützenden. Damit ist es der klare Volumen-Spitzenreiter dieser Ausgabe und erfüllt gleich zwei Aufnahmekriterien: kurz vor Ende und außergewöhnlich hohe Finanzierungsquote.

Thematisch wanderst du über ein japanisches Sommerfest von Stand zu Stand und spielst kleine Jahrmarkt-Minispiele wie Schießbude, Goldfisch-Fangen, Wasserballon-Angeln und Maskenstand. Mechanisch mischt das Spiel Würfeln, Push-your-Luck, ein Gedächtnis-Element und Set Collection: Du sammelst bunte Preise, um die Gunst der Dorfbewohner zu gewinnen. Wer genug Zuneigung sammelt, nimmt die Figuren mit ins große Finale.

Es spielen 2 bis 6 Personen ab 8 Jahren, eine Partie dauert 45 bis 60 Minuten. Verlag ist Mugen Gaming aus Kansas City. Einen Designer nennt weder die Kampagne noch der BoardGameGeek-Eintrag, hier bleibt die Urheberschaft offen.

Aufnahmekriterium: Kurz vor Ende (finanziert) und besonders interessant (Finanzierungsquote deutlich über 300 Prozent, Volumen über 100.000 US-Dollar).

How to Raise Your Kaiju

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket
How to Raise Your Kaiju. Bild: Rose Gauntlet Entertainment (via BoardGameGeek).

How to Raise Your Kaiju läuft noch bis zum 13. August auf Kickstarter und steht mit rund 35.731 US-Dollar bei etwa 357 Prozent des Ziels von 10.000 US-Dollar, gestützt von rund 431 Unterstützenden. Hinter dem Projekt steht Rose Gauntlet Entertainment, das Design stammt von Isaac Vega, die Illustrationen von Alyssa Menold.

Du schlüpfst in die Rolle eines Kaiju-Elternteils und ziehst kleine Monster groß. In deinem Zug setzt du ein Baby-Kaiju auf eine Stadt und nimmst dir eine Fähigkeitenkarte. Anschließend kannst du Stadtzonen erobern, indem du Fähigkeitenkarten passend zu den Verteidigungs-Tokens abwirfst, was Erfahrungspunkte und Ressourcen einbringt. Sammelst du genug Erfahrung, verdient dein Kaiju einen Goldstern.

Alternativ schickst du dein Monster auf den Open-World-Pfad, wo weitere Strecke größere Belohnungen bringt. Eltern-Karten geben jeder Spielerin und jedem Spieler eigene Sonderfähigkeiten, sodass sich die Partien unterscheiden. Nach vier Runden gewinnt, wer die meisten Goldsterne gesammelt hat. Mechanisch verbindet das Spiel Worker Placement, Handmanagement und Set Collection für 1 bis 4 Personen ab 10 Jahren, bei 30 bis 60 Minuten Spielzeit.

Aufnahmekriterium: Kurz vor Ende (finanziert) und besonders interessant (Finanzierungsquote über 300 Prozent, etablierter Designer).

MILLRAT Pack!

Crowdfunding-Wochenschau KW 33/2026: En-Nichi, Kaiju-Nachwuchs und ein Spieleabend-Paket
MILLRAT Pack! Bild: MILLRAT Studio (via Kickstarter).

Das MILLRAT Pack läuft noch bis zum 13. August auf Kickstarter und hat mit rund 11.326 US-Dollar etwa 188 Prozent des Ziels von 6.030 US-Dollar erreicht, getragen von rund 191 Unterstützenden. Das Projekt bündelt vier eigenständige Spiele in einer Schachtel, gedacht für den Spieleabend, entwickelt von MILLRAT Studio (Nick und Adam) mit Artwork von Abby Ouellette.

Die Kampagne beschreibt das Paket als „etwas für jeden am Tisch", schlüsselt die vier Titel in den abrufbaren Kampagnendaten aber nicht einzeln nach Mechanik oder Spielerzahl auf. Was die Spiele konkret tun, bleibt damit auf Basis der reinen Eckdaten offen. Für den DACH-Raum ist außerdem wichtig: Der physische Versand ist auf die USA beschränkt, sinnvoll bestellbar ist von hier aus vor allem die Print-and-Play-Variante ab 8 US-Dollar.

Aufnahmekriterium: Kurz vor Ende (finanziert). Der Titel steht hier ausdrücklich mit dem Vorbehalt eingeschränkter DACH-Verfügbarkeit.

Kein frischer Start auf Gamefound und Spieleschmiede

Auf Gamefound sind die Kampagnen des Summer Feast von Ende Juli inzwischen überwiegend beendet, ein frisch gestartetes oder kurz vor Ende stehendes Brettspiel mit klarer DACH-Relevanz war in dieser Woche nicht darunter. In der Spieleschmiede läuft weiterhin das Zeitreise-Kennerspiel Restart von Giant Roc, das wir bereits in KW 31 und KW 32 vorgestellt haben und das daher hier keinen neuen Aufhänger bietet. Sobald auf diesen beiden Plattformen wieder etwas Neues mit Substanz startet, greifen wir es in der nächsten Ausgabe auf.

Joking Hazard 2: Spieleschmiede-Kampagne auf Deutsch

06. August 2026 um 13:21
Joking Hazard 2: Spieleschmiede-Kampagne auf Deutsch

Der schwarze Humor kehrt zurück: Mit Joking Hazard 2 bringt der Verlag Funbot eine deutschsprachige Fortsetzung des Party-Kartenspiels von den Machern von Cyanide & Happiness (Explosm) auf die Spieleschmiede. Wir ordnen ein, was die Kampagne unter dem Motto „Die fiesen Comics sind zurück!" bietet und wo sie schweigt.

Joking Hazard 2: Fortsetzung, kein Grundspiel

Joking Hazard 2 ist kein Neustart, sondern ein eigenständiges Set neuer Panels im bekannten System. Wer den ersten Teil kennt, findet dasselbe Prinzip mit frischem Kartenmaterial. Wer neu einsteigt, kann direkt hier beginnen. Über die Grundmechanik und die deutsche Erstausgabe haben wir bereits beim ersten Joking-Hazard-Titel berichtet.

So läuft eine Runde ab

Im Kern geht es darum, einen dreiteiligen Comicstrip mit einer möglichst fiesen Pointe zu vollenden. Die Kampagne beschreibt vier Schritte: Zuerst wird ein Startpanel aufgedeckt. Dann legt eine spielende Person in der Rolle des Richters das zweite Panel als Fortsetzung. Anschließend legen alle anderen verdeckt eine Karte als möglichen Höhepunkt. Zum Schluss wählt der Richter die beste Pointe, und die Runde geht als Punkt an die Gewinnerkarte.

Eine Sonderregel betrifft Karten mit rotem Rand: Sie erfüllen laut Kampagne eine abweichende Spezialfunktion mit eigenem Panel-Verhalten, statt als normales Abschlusspanel zu dienen. Die genaue Wirkung der roten Karten legt die Kampagne im Detail nicht offen.

Mechanisch bleibt Joking Hazard damit ein leichtes Party- und Absackerspiel. Das Basisspiel setzt auf Hand Management, das Richter-Prinzip (Player Judge, bekannt von Apples to Apples oder Cards Against Humanity) und die gleichzeitige Kartenwahl. Die BGG-Community bewertet die Komplexität des Basisspiels mit rund 1,03 von 5, also sehr niedrig.

Eckdaten: Was die Kampagne offen lässt

Wichtig für die Einordnung: Die Kampagnenseite nennt für Joking Hazard 2 selbst keine expliziten Angaben zu Spieleranzahl, Spielzeit und Altersfreigabe. Als Orientierung dienen die Werte des bestehenden Systems, nicht als bestätigte Werte für den zweiten Teil:

  • Spieleranzahl: 3 bis 10 Spielende (Basisspiel)
  • Spielzeit: etwa 30 bis 90 Minuten (Basisspiel)
  • Altersfreigabe: ab 18 Jahren (Basisspiel)
  • Komplexität: rund 1,03 von 5 laut BGG (Basisspiel)

Beim Humor besteht dagegen kein Zweifel: Joking Hazard setzt auf derben, expliziten Erwachsenenhumor. Es ist klar ein Spiel für Erwachsene und keine Familienrunde. Wer eine jugendfreie Partyrunde sucht, ist bei einem Titel wie dem Spiel des Jahres 2026 „Dito!" besser aufgehoben.

Designer und Solo-Modus

Die Kampagne schreibt die Reihe den Machern von Cyanide & Happiness zu, nennt aber keinen einzelnen Lead Designer namentlich. Ein Solo-Modus ist nicht vorgesehen: Das Richter-Prinzip braucht mehrere Mitspielende, und schon das Basissystem beginnt bei drei Personen. Auch hierzu äußert sich die Kampagne nicht gesondert.

Die Kampagne in Zahlen

Stand 6. August 2026 ist das Projekt finanziert: Bei einem Ziel von 2.000 Euro standen 2.263 Euro von 76 Unterstützenden zu Buche, also 113 Prozent. Die Restlaufzeit lag bei rund 21 Tagen. Das ist eine überschaubare Kampagne mit kleiner Zielsumme, kein Massenphänomen. Ein Stretch Goal bei 2.000 Euro erwähnt die Seite, beschreibt es aber nicht näher. Ein Kampagnenvideo ist vorhanden.

Stufen und Add-ons

Die Reward-Stufen sind schlank: Für 20 Euro gibt es Joking Hazard 2 auf Deutsch. Die Stufe für 32 Euro ergänzt vier Kartenhüllen (Shield Titan 1), bringt spielerisch also nur eine Komponenten-Aufwertung. Für 40 Euro erhalten Unterstützende Joking Hazard 2 zusammen mit dem ersten Teil auf Deutsch, was den inhaltlichen Umfang verdoppelt. Die kleinste Stufe für 5 Euro ist rein digital und enthält kein Spiel. Als Add-ons stehen der erste Teil (deutsch, 20 Euro), Joking Hazard 2 (deutsch, 20 Euro) sowie 100 Kartenhüllen (4 Euro) bereit.

Einordnung

Der eigentliche Aufhänger für deutsche Leserinnen und Leser ist die deutschsprachige Ausgabe über die Spieleschmiede samt Bündel-Option mit dem ersten Teil. Die Spieleschmiede lokalisiert regelmäßig internationale Titel für den deutschen Markt, zuletzt etwa das Kartenspiel Zombie Paella. Wer den schwarzen Humor der Reihe mag und eine deutsche Fassung sucht, findet hier einen kompakten Weg dorthin. Die Finanzierungszahlen sprechen für solides Interesse, nicht für einen Hype. Und die offenen Punkte zu Spieleranzahl, Spielzeit und roten Karten sollte man vor einem Pledge im Blick behalten.

Asmodee Quartalszahlen: Umsatz auf über 422 Mio. Euro

05. August 2026 um 11:03
Asmodee Quartalszahlen: Umsatz auf über 422 Mio. Euro

Asmodee ist stark ins neue Geschäftsjahr gestartet: Die Quartalszahlen für das erste Quartal (April bis Juni 2026) fallen deutlich aus — der Nettoumsatz kletterte um 20,9 Prozent auf 422,1 Millionen Euro. Getragen wird das Wachstum weiter von den Sammelkartenspielen, doch erstmals seit Monaten zeigt auch das klassische Brettspielgeschäft wieder nach oben.

Sammelkartenspiele bleiben Asmodees Umsatzmotor

Mehr als zwei Drittel des Quartalsumsatzes entfielen laut BoardGameWire auf Sammelkartenspiele. Sie sind Asmodees wichtigster Wachstumstreiber, allen voran das hauseigene Star Wars: Unlimited.

Brettspielsparte legt zu, Eigenmarken nur langsam

Die Brettspielsparte wuchs insgesamt um 16 Prozent, was zu großen Teilen auf den Vertrieb von Titeln anderer Verlage zurückgeht. Asmodees eigene, selbst veröffentlichte Titel legten dagegen nur um 1,8 Prozent zu. Das klingt bescheiden, ist aber die eigentlich gute Nachricht: In den beiden Quartalen zuvor war dieses Kerngeschäft noch deutlich geschrumpft, um fast 10 Prozent von Januar bis März und um 12,7 Prozent von Oktober bis Dezember 2025. Die Rückkehr ins Plus deutet an, dass die Talsohle durchschritten sein könnte.

USA: Umsatz fällt, die Erholung ist nur ein Signal

Vorsicht ist beim viel zitierten Stichwort US-Erholung geboten. Die US-Umsätze gingen im Quartal um knapp 9,4 Prozent zurück. Von einer Erholung spricht Asmodee also nicht mit Blick auf die Gesamtzahlen, sondern auf die Entwicklung dahinter: Konzernchef Thomas Koegler führt die Besserung auf die „fortgesetzte Normalisierung der Lagerbestände im Handel" und eine „widerstandsfähige" Nachfrage nach Tischspielen zurück. Der Handel arbeitet seine Überbestände ab. Das drückt kurzfristig die Zahlen, schafft aber Luft für neue Ware.

Rückenwind aus Zukäufen und Dauerbrennern

Zusätzlichen Schub gab die Anfang des Jahres übernommene ATM Gaming, die stark abschnitt. Stabil liefen zudem Evergreens wie Catan und Dobble. Auch Asmodees erster eigener Crowdfunding-Vorstoß trug bei: Die Kampagne zu Zombicide sammelte über 3 Millionen Euro von mehr als 11.000 Unterstützenden ein.

Einordnung: Was die Zahlen für die Brettspielbranche bedeuten

Für Asmodee ist es das nächste Rekordquartal, doch der Blick lohnt hinter die 422-Millionen-Zahl. Der Umsatz steht und fällt derzeit mit den Sammelkartenspielen. Das reine Brettspielgeschäft erholt sich erst zaghaft, und der US-Markt bleibt fragil. Wer wissen will, wie es der Brettspielbranche selbst geht, schaut besser auf die 1,8 Prozent bei den Eigenmarken als auf die Gesamtsumme. Sie sind das ehrlichere Signal.

Board Game Arena: Neue Spiele der Woche (28. Juli bis 3. August 2026)

03. August 2026 um 10:11
Board Game Arena: Neue Spiele der Woche (28. Juli bis 3. August 2026)

Jede Woche kommen auf Board Game Arena neue Titel dazu. In den vergangenen sieben Tagen ist ein neuer Titel auf der Plattform gestartet: die zweite Edition eines der bekanntesten kooperativen Zombiespiele. Wir stellen dir den Neuzugang mit seinen Eckdaten vor.

Zombicide: 2nd Edition: kooperatives Überleben gegen Zombiehorden

Mit Zombicide: 2nd Edition ist ein kooperatives Miniaturenspiel neu auf der Plattform. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Ihr übernehmt die Rolle von Überlebenden, die gemeinsam gegen die vom Spiel gesteuerten Zombiehorden bestehen müssen. Ihr durchsucht eine verseuchte Stadt nach Waffen und Ausrüstung und arbeitet euch durch die Szenarien einer verzweigten Kampagne.

Die zweite Edition überarbeitet die Regeln der Erstauflage und strafft unter anderem die Zielpriorität bei Fernkampfangriffen, den Umgang mit Türen und die Fahrzeugregeln. Hinzugekommen ist eine dunkle Zone, die Zombies vor den Angriffen der Überlebenden verbirgt. Gespielt wird über Aktionspunkte, Würfelwürfe und ein modulares Spielfeld. Jede Spielfigur bringt eigene Fähigkeiten mit.

Spielerzahl, Dauer und Einordnung

Zombicide: 2nd Edition ist für 1 bis 6 Spielende ausgelegt und damit auch solo spielbar. Eine Partie dauert laut Verlag etwa 60 Minuten, auf Board Game Arena liegt die durchschnittliche Spieldauer bei rund 47 Minuten. Der Titel wird ab 14 Jahren empfohlen. Entworfen haben ihn Raphaël Guiton, Jean-Baptiste Lullien und Nicolas Raoult, erschienen ist er bei CMON.

Auf BoardGameGeek erreicht das Spiel eine Durchschnittsbewertung von 7,9 bei mehr als 5.500 Wertungen. Der Komplexitätswert liegt bei 2,4 von 5 und damit im leichten Mittelfeld. Die Mechaniken reichen von Aktionspunkten über variable Charakterfähigkeiten bis zu einem Kampagnenmodus mit mehreren Karten.

Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt

03. August 2026 um 10:11
Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt

Willkommen zur Crowdfunding-Wochenschau in Kalenderwoche 32. Wir schauen auf die Kampagnen bei Gamefound, Kickstarter und in der Spieleschmiede, die neu gestartet sind, kurz vor dem Ende stehen oder aus anderen Gründen einen Blick wert sind. Diese Woche dominieren zwei Marken mit Millionenbeträgen, dazu kommt ein deutlich kleinerer Endspurt.

Cult of the Lamb: The Board Game (Kickstarter)

Cult of the Lamb: The Board Game ist seit dem 21. Juli auf Kickstarter live und läuft noch bis zum 14. August. Die Kampagne steht aktuell bei rund 8.087 Prozent des Ziels, über 8.000 Unterstützende haben mehr als 1,5 Millionen Pfund zusammengetragen. Aufnahmekriterium: besonders interessant (Finanzierungsquote und Gesamtvolumen weit über dem üblichen DACH-Rahmen).

Es handelt sich um die offizielle Brettspiel-Umsetzung des gleichnamigen Videospiels von Massive Monster und Devolver Digital, umgesetzt von Paper Fort Games. Gespielt wird kompetitiv mit Worker-Placement für 1 bis 4 Personen. Jede der vier Runden teilt sich in zwei Phasen: den Kreuzzug mit dungeon-artigen Streifzügen und den Kult-Aufbau in der eigenen Basis. Jede Person übernimmt einen von vier Propheten, nämlich Lamm, Ziege, Eule oder Schlange.

Spielzeit und Altersfreigabe nennt die Kampagnenseite bislang nicht, das lassen wir hier entsprechend offen. Die enorme Quote sagt vor allem etwas über die Zugkraft der Videospiel-Marke aus und ist noch kein Urteil über die spielerische Tiefe. Eine ausführlichere Einordnung findest du in unserer Vorstellung zur Kickstarter-Ankündigung.

The Lord of the Rings: Ascension (Gamefound)

Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt
Kampagnen-Key-Art: Stone Blade Entertainment (Gamefound)

The Lord of the Rings: Ascension läuft seit dem 14. Juli auf Gamefound und endet am 13. August. Die Kampagne liegt bei rund 6.372 Prozent, mehr als 4.700 Unterstützende haben über 1,27 Millionen US-Dollar beigetragen. Aufnahmekriterium: besonders interessant (sehr hohe Quote und hohes Volumen).

Das Spiel ist ein kompetitiver Deckbau für 1 bis 4 Personen auf Basis der bekannten Ascension-Engine, angesetzt auf etwa 30 Minuten und ab 13 Jahren. Verlag ist Stone Blade Entertainment. Die Kampagne umfasst drei eigenständige, miteinander verbundene Sets entlang der Filmtrilogie, also Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs.

Im Spiel rekrutierst du Helden, kaufst stärkere Karten und baust deine Schlagkraft aus, während der Einfluss des Einen Rings als ständiger Gegenspieler wächst. Wer mag, steigt mit einem einzelnen Set ein oder greift zum Bundle über alle drei Teile.

Button Kingdoms (Kickstarter)

Crowdfunding-Wochenschau KW 32/2026: Cult of the Lamb, Herr der Ringe und ein kuscheliger Endspurt
Kampagnen-Key-Art: Around the Stump Games (Kickstarter)

Button Kingdoms ist seit dem 7. Juli auf Kickstarter und geht am 6. August in den Endspurt. Die Kampagne ist mit rund 678 Prozent finanziert, gut 540 Unterstützende haben etwa 52.500 US-Dollar beigetragen. Aufnahmekriterium: kurz vor Ende und bereits solide finanziert.

Hinter dem Titel von Around the Stump Games steckt ein sozial angelegter Deckbau, bei dem du eine erdachte Spielplatz-Welt mit einer Armee aus Plüschtieren eroberst. Gespielt wird mit Karten, mehreren Spielertableaus und Stanztokens, die Deluxe-Fassung ersetzt Buttons und Marker durch Holz und Acryl. Die genaue Spieleranzahl weist die Kampagnenseite nicht eindeutig aus, daher nennen wir sie hier nicht.

Das Projekt ist bewusst als Kontrast gesetzt: Nicht jede finanzierte Kampagne ist ein Millionenvorhaben, und ein durchfinanziertes Nischenspiel kann genauso einen Blick wert sein.

Kurz notiert

Restart von Giant Roc läuft in der Spieleschmiede weiter und hat noch rund 17 Tage vor sich, aktuell mit 72 Unterstützenden. Das Zeitreise-Kennerspiel für 1 bis 4 Personen ab 14 Jahren erscheint als deutsche Deluxe-Ausgabe. Wir haben es in der Crowdfunding-Wochenschau KW 31 ausführlich vorgestellt. Ziel und Finanzierungsquote gibt die Spieleschmiede in unseren Daten nicht aus, deshalb bleibt es hier bei Unterstützerzahl und Restlaufzeit.

Auf Gamefound ist mit dem Summer Feast ab dem 29. Juli eine ganze Welle neuer Kampagnen angelaufen. Viele davon sind aber erst am Start oder liefern noch keine belastbaren Zahlen, weshalb wir sie in dieser Ausgabe bewusst noch nicht vorstellen. Wir behalten sie für die kommenden Wochen im Blick.

Fate: Die Verteidiger von Grimheim: Helden-Erweiterung Valkyria & Godin zur SPIEL '26

02. August 2026 um 09:01
Fate: Die Verteidiger von Grimheim: Helden-Erweiterung Valkyria & Godin zur SPIEL '26

Elznir Games hat die nächste Helden-Erweiterung für das kooperative Tower-Defense-Spiel Fate: Die Verteidiger von Grimheim angekündigt. Valkyria & Godin bringt zwei neue Helden ins Spiel. Die ersten Exemplare gibt es zur SPIEL '26 in Essen, in den Handel kommt die Erweiterung laut Verlag voraussichtlich Mitte bis Ende November 2026.

Das steckt hinter Fate: Die Verteidiger von Grimheim

Zur Einordnung für alle, die das Grundspiel nicht kennen: In Fate: Die Verteidiger von Grimheim verteidigen ein bis vier Spielende gemeinsam das Dorf Grimheim gegen anrückende Monster-Wellen. Eine Partie läuft ab 30 Minuten, das Spiel richtet sich an Personen ab 14 Jahren und funktioniert auch solo. Entworfen hat das Grundspiel Jonathan Fryxelius für FryxGames, Elznir Games verlegt die deutsche Ausgabe.

Valkyria & Godin: die zwei neuen Helden

Neu dabei sind zwei Figuren mit klar verschiedenen Rollen. Valkyria, eine Walküre, beschreibt der Verlag als starke Heilerin und Nahkämpferin. Godin ist ein Meister der Tränke, der seine Mitstreiter heilt, beschleunigt oder stärkt. Zur Stimmung liefert Elznir Games eigene Flavortexte. Valkyria stellt sich so vor: „Ich bin Walküre, eine himmlische Jungfrau, deren Aufgabe es ist, die Seelen gefallener Krieger zu ihrem ewigen Lohn zu führen." Über Godin heißt es: „In Godins Augen ist alles eine potenzielle Zutat und alles muss ausprobiert werden, bevor man es verwirft."

Was noch offen ist

Was die beiden im Spielzug konkret tun, bleibt vorerst offen. Zu den genauen Spielwerten, also welche der 81 Karten welche Wirkung entfalten und wie die Fähigkeiten mechanisch greifen, macht Elznir Games bislang keine Angaben. Auch die Designer, die speziell für diese Erweiterung verantwortlich zeichnen, nennt der Verlag nicht.

Die Helden-Reihe: von Sindra & Finkel zu Valkyria & Godin

Valkyria & Godin setzt eine Reihe fort. Bereits 2025 erschien mit Sindra & Finkel eine erste Helden-Erweiterung, die das Spiel um zwei zauberkundige Helden ergänzte. Beide folgen demselben Muster: zusätzliche Helden mit eigener Miniatur und eigenem Kartendeck, die sich ins bestehende Grundspiel einfügen. Für 2026 kündigt Elznir Games nach eigener Aussage bewusst weniger Neuheiten an als im Vorjahr.

Umfang, Preis und Release

Zum Umfang macht der Verlags-Shop konkrete Angaben: Die Box enthält zwei Kunststoff-Miniaturen und 81 Karten. Der Preis liegt bei 19,95 Euro, die Erweiterung ist als solotauglich ausgewiesen. Vorbestellungen laufen bereits, ausgeliefert wird ab Ende November 2026. Wer die beiden Helden vorab sehen will, findet sie zur SPIEL '26 am Stand von Elznir Games.

Arkham Horror Remastered startet die Vault Series

01. August 2026 um 09:34
Arkham Horror Remastered startet die Vault Series

Fantasy Flight Games (Asmodee) hat auf der PAX Unplugged mit Arkham Horror Remastered eine Deluxe-Neuauflage des kooperativen Cthulhu-Klassikers angekündigt und macht den Titel zum Auftakt einer neuen Reihe. Der Haken für alle, die jetzt zum Portemonnaie greifen wollen: Es gibt bislang nur eine Prelaunch-Seite auf Gamefound, auf der man sich für eine Benachrichtigung eintragen kann. Live-Zahlen, Preise oder ein festes Startdatum existieren noch nicht.

Welche Arkham-Horror-Edition kehrt zurück?

Wichtig zur Einordnung, weil der Name schnell für Verwirrung sorgt: Remastered wird die zweite Edition von Arkham Horror, die Fantasy Flight 2005 herausbrachte. Das ist ausdrücklich nicht die schlankere dritte Edition von 2018 und auch nicht das bekannte Kartenspiel Arkham Horror: Das Kartenspiel (LCG). Die Designgeschichte reicht weiter zurück: Das Grundspiel stammt ursprünglich von Richard Launius (1987 bei Chaosium), die 2005er Fassung entwickelte Kevin Wilson gemeinsam mit Launius. Wer für das Remaster die kreative Leitung übernimmt, nennt Fantasy Flight bisher nicht.

Die Vault Series von Fantasy Flight

Das Remaster ist die erste Kampagne einer neuen Reihe namens Vault Series. Ihr Prinzip: vergriffene Titel aus dem eigenen Backkatalog zurückholen und die Neuauflagen per Crowdfunding finanzieren. Fantasy Flight betont, dass die Reihe auf Brettspiele zielt, nicht auf Neudrucke der Kartenspiel-Linien. Die Crowdfunding-Kampagne wird für Oktober 2026 auf Gamefound erwartet, wo zuletzt etwa Dino Battle um Unterstützer warb.

Was das Spiel tut

Im Kern bleibt Arkham Horror ein kooperatives Abenteuerspiel im Cthulhu-Mythos nach H. P. Lovecraft. Man schreibt das Jahr 1926, Schauplatz ist die fiktive Neuenglandstadt Arkham. Ein bis acht Ermittler versuchen gemeinsam, die Tore zu anderen Dimensionen zu schließen und die dadurch auftauchenden Monster zu bekämpfen, bevor einer der Großen Alten erwacht. Öffnen sich zu viele Tore, erwacht der Große Alte, und den Ermittlern bleibt nur noch ein letzter Kampf. Gespielt wird mit Würfelproben: variable Charakterfähigkeiten, gesammelte Ausrüstung, Zauber und Verbündete verbessern die Chancen. Das ist klassisches Ameritrash-Design, thematisch dicht und mechanisch schwer, kein schlankes Kennerspiel. Wie sich dichter Mythos-Horror am Tisch anfühlt, zeigt auch unser Test zu Villen des Wahnsinns.

Was am Remaster neu wird

Laut Ankündigung setzt Fantasy Flight vor allem auf Aufwertung statt Neuerfindung: Deluxe-Komponenten, neue Illustrationen und Grafik, überarbeitete und aufgeräumte Regeln sowie Quality-of-Life-Verbesserungen. Dazu kommen neue Gameplay-Elemente und komplett neue Tableaus, sowohl für die Ermittler als auch für die Großen Alten. Die Komponenten-Aufwertung soll sich über die gesamte Produktlinie inklusive der Erweiterungen ziehen. Der genaue Umfang der neuen Gameplay-Elemente ist öffentlich noch nicht beschrieben, hier bleibt Fantasy Flight bislang vage.

Eckdaten zur zweiten Edition (BGG-ID 15987)

Alle Werte beziehen sich auf die zweite Edition (BGG-Eintrag):

Spielerzahl1 bis 8 (BGG-Community-Bestwert: 4)
Spieldauer120 bis 240 Minuten (rund 2 bis 4 Stunden)
Alterab 14 Jahren
Komplexität3,59 von 5 (gehobenes Kennerspiel-Niveau)
BGG-Schnitt7,24 bei rund 40.500 Bewertungen (Thematic-Rank 163)
DesignRichard Launius, Kevin Wilson

Zum Solo-Spiel: Die zweite Edition ist offiziell ab einem Spieler spielbar und rein kooperativ, man steuert dann mehrere Ermittler selbst. Einen eigens für das Remaster kommunizierten, dedizierten Solo-Modus gibt es bisher nicht, dazu schweigt die Ankündigung.

Was noch offen ist

Weil erst eine Prelaunch-Seite existiert, sind zentrale Punkte ungeklärt: Preis, konkrete Pledge-Stufen, das finale Startdatum, der Auslieferungszeitraum und der genaue Umfang der neuen Gameplay-Elemente sind öffentlich noch nicht bekannt. Auch Stretch-Goals sind bislang nicht kommuniziert. Für den DACH-Raum besonders relevant: Eine deutschsprachige Ausgabe ist nicht bestätigt. Die 2005er Fassung erschien seinerzeit unter anderem bei Heidelberger auf Deutsch, eine Zusage für dieses Remaster ist das aber nicht.

Für wen ist das interessant?

Vor allem für Mythos- und Ameritrash-Fans, die das Original schätzen, sowie für alle, die den Klassiker nie im Regal hatten und jetzt auf moderne Komponenten hoffen. Wer den Lovecraft-Kosmos per Crowdfunding verfolgt, findet mit The 30s auf Gamefound aktuell einen thematisch verwandten Koop-Titel im Lovecraft-Umfeld. Redlich bleibt die Frage, wie sich ein Design von 2005 im Jahr 2026 neben der strafferen dritten Edition und dem thematisch verwandten Eldritch Horror behauptet. Die Antwort hängt daran, wie substanziell die neuen Gameplay-Elemente ausfallen, und genau das wird sich erst zeigen, wenn die Kampagne im Oktober tatsächlich Zahlen und Details liefert.

Bomb Busters Upgrade Kit: Lohnt sich der Zukauf?

31. Juli 2026 um 08:24
Bomb Busters Upgrade Kit: Lohnt sich der Zukauf?

Bomb Busters ist Spiel des Jahres 2025, der erste Titel eines japanischen Autors, der diese Auszeichnung erhält. Pegasus Spiele bringt dazu voraussichtlich im Oktober 2026 das Bomb Busters Upgrade Kit: ein Paket, das die Papp-Kabelsteine des Grundspiels gegen hochwertigere Acryl-Kabelsteine tauscht und elf neue Missionen mitliefert. Die entscheidende Frage für alle, die das Spiel schon im Regal haben: Lohnt sich dieser Zukauf?

Kurz eingeordnet: das Grundspiel

Bomb Busters von Hisashi Hayashi (deutsche Ausgabe bei Pegasus Spiele, Original: Cocktail Games) ist ein kooperatives Deduktionsspiel mit eingeschränkter Kommunikation. Vom selben Autor erscheint mit Circadia ein ruhiges Kartenspiel auf Deutsch. Zwei bis fünf Spielende bilden ein Team und entschärfen gemeinsam Bomben, indem sie aus knappen Hinweisen die richtige Reihenfolge der Kabel erschließen. Eine Partie dauert etwa 30 Minuten, das Grundspiel bringt 66 Missionen mit. Der Handel gibt die Altersfreigabe mit ab 10 Jahren an. Warum das Spiel im Sommer 2025 zum Spiel des Jahres wurde, lesen Sie in unserer Meldung zur Auszeichnung und in unserem Review zum Grundspiel.

Was im Upgrade Kit steckt

Das Upgrade Kit (international „The Pro Kit“) ist ein reines Material- und Missionspaket, kein eigenständiges Spiel. Es ersetzt die Papp-Kabelsteine durch Acryl-Kabelsteine im Mahjong-Stil, die ohne Halter aufrecht auf dem Tisch stehen. Laut der Produktseite von Pegasus Spiele umfasst das Set alle Kabel: 48 blaue, 11 rote und 11 gelbe Acryl-Kabelsteine, dazu 2 Stern-Kabelsteine und 3 Stoffbeutel für das Missions-Setup. Ergänzt wird das um 11 Missionskarten, 11 Regelkarten, ein Wertungsblatt und ein Regelheft.

Spielerisch bringt das Kit zwei Neuerungen: zwei neue Spezial-Kabel mit neuen Effekten, die sich laut Hersteller sowohl im Grundspiel als auch in der Erweiterung einsetzen lassen, sowie elf neue Missionen. Zusätzlich lassen sich alle 66 Missionen des Grundspiels mit dem neuen Material erneut spielen. Am Kern des Spiels ändert der Materialtausch nichts: Regeln und Ablauf bleiben, die Aufwertung liegt in Haptik und Optik sowie im Nachschub an Aufgaben.

Für wen lohnt sich das Upgrade Kit?

Die wichtigste Einschränkung zuerst: Sie brauchen das Grundspiel zwingend, das Kit funktioniert nicht allein. Für rund 24 Euro (Pegasus nennt eine UVP von 24,99 Euro, einzelne Händler listen 23,99 Euro) bekommen Sie griffigeres Material und Missionsnachschub. Wer Bomb Busters oft auf den Tisch bringt und die Papp-Kabelsteine gegen stehende Acryl-Kabelsteine tauschen möchte, findet hier ein klares Angebot. Die zwei neuen Spezial-Kabel und die elf zusätzlichen Missionen erweitern zudem den Spielinhalt spürbar.

Wer das Spiel nur gelegentlich spielt oder mit dem beiliegenden Material zufrieden ist, kann dagegen bedenkenlos verzichten: Am Spielgefühl im engeren Sinn ändert sich nichts, der Mehrwert ist vor allem haptischer und optischer Natur, ergänzt um die neuen Missionen.

Was offen bleibt

Einen eigenen Designer-Credit für das Upgrade Kit weisen Pegasus und Handel nicht aus. Hisashi Hayashi ist als Autor des Grundspiels belegt, für das Kit wird er nicht ausdrücklich als Gestalter genannt. Auch Spieleranzahl und Spielzeit gibt Pegasus auf der Produktseite nicht eigens an: Eine Handelsseite nennt zwei bis fünf Spielende und etwa 30 Minuten, also die Werte des Grundspiels. Einen eigenen Solo-Modus gibt es nicht, Bomb Busters ist ab zwei Spielenden ausgelegt, daran ändert auch das Kit nichts.

Auch ein festes Erscheinungsdatum steht noch nicht endgültig fest: Pegasus nennt voraussichtlich Oktober 2026, der Handel den 31. Oktober 2026.

Satisfactory wird zum Brettspiel: MOOD Publishing startet im September 2026 auf Gamefound

31. Juli 2026 um 07:38
Satisfactory wird zum Brettspiel: MOOD Publishing startet im September 2026 auf Gamefound

MOOD Publishing macht aus dem Fabrikbau-Videospiel Satisfactory ein Brettspiel. Enthüllt beim Gamefound Feast, soll Satisfactory: The Board Game im September 2026 eine Crowdfunding-Kampagne auf Gamefound starten. Der Verlag arbeitet dafür mit Coffee Stain Studios und Coffee Stain Publishing zusammen, den Machern der Videospiel-Vorlage.

Satisfactory Brettspiel auf einen Blick

  • Verlag: MOOD Publishing (mit Coffee Stain Studios und Coffee Stain Publishing)
  • Spielerzahl: 1 bis 4
  • Modus: kompetitiv, Sandbox, Solo-Modus
  • Kampagne: Gamefound, Start September 2026
  • Noch offen: Spielzeit, Altersfreigabe, Designer, Preis, Pledge-Stufen, Stretch-Goals

MOOD hat bereits mehrere Videospiele auf den Tisch gebracht, darunter Deep Rock Galactic, Valheim und Hitman. Das zeigt einen Track-Record bei Lizenz-Adaptionen, ist aber kein Qualitätsversprechen für das neue Projekt. Videospiel-Adaptionen sind derzeit ein verbreitetes Muster im Crowdfunding, zuletzt etwa bei Quake als Brettspiel und Cult of the Lamb.

Darum geht es in Satisfactory: The Board Game

Thematisch bleibt das Brettspiel nah an der Vorlage: Sie schlüpfen in die Rolle von FICSIT-Pionieren auf dem Planeten MASSAGE-2(A-B)b, bauen Rohstoffabbau und Fabriken auf und arbeiten am Ziel, den Space Elevator fertigzustellen. Das Spiel ist kompetitiv angelegt, unter anderem messen Sie sich um den Titel „Employee of the Month".

Mechaniken: Fabrikbau ohne dritte Dimension

Mechanisch stützt sich das Spiel auf mehrere Systeme: Sie erkunden die Welt über ein hex-basiertes Gelände, optimieren Fabriken mit Maschinen und Fließbändern und steuern Lieferketten über Leisten mit farbigen Würfeln. Technologischer Fortschritt läuft über Projekte, Meilensteine und Tech-Karten, dazu kommt Energiemanagement. Angetreten wird zu ein bis vier Spielenden, wahlweise kompetitiv oder als Sandbox. Einen Solo-Modus für den Einzelspieler-Betrieb nennt die Pressemitteilung von MOOD ausdrücklich; die Vorschau des Fachmagazins Wargamer erwähnt ihn nicht.

Ein Punkt fällt bei der Umsetzung auf: Das Brettspiel verzichtet auf die dritte Dimension des Videospiels und setzt auf ein flaches Brett statt eines 3D-Aufbaus. Wargamer ordnet das positiv ein, weil sich so teure Komponenten und komplexe Regeln vermeiden lassen. Das ist eine Einschätzung des Magazins, keine Aussage des Verlags. Wer Fabrik- und Optimierungsspiele mag, findet mit dem Engine Builder Electrify ein aktuelles Beispiel aus unserem Archiv.

Was noch offen ist

Noch offen ist einiges: Zur Spielzeit und zur Altersfreigabe macht die Kampagne bislang keine Angaben. Auch einen einzelnen Designer nennt MOOD nicht, verantwortlich zeichnet bisher nur das Studio selbst. Konkretes Startdatum, Preis, Pledge-Stufen und mögliche Stretch-Goals sind ebenfalls noch nicht bekannt, genannt ist bislang allein der Kampagnenmonat September 2026.

Steam & Cheese: Skellig Games kündigt Mäuse-Eurogame an

30. Juli 2026 um 08:51
Steam & Cheese: Skellig Games kündigt Mäuse-Eurogame an

Der deutsche Verlag Skellig Games hat sein nächstes großes Projekt angekündigt: Steam & Cheese, ein Eurogame um erfinderische Mäuse, die in einer Steampunk-Welt riesige Käsefabriken betreiben. Die zugehörige Gamefound-Kampagne läuft noch nicht, sie soll laut Verlag bald starten.

Die Eckdaten auf einen Blick

  • Verlag: Skellig Games
  • Designer: Alexander Rein (Illustration: Roman Kucharski)
  • Spielerzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: 90 bis 180 Minuten
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Genre: Kenner-Eurogame
  • Kernmechanik: Würfelplatzierung (Worker Placement with Dice Workers), dazu Ressourcenmanagement und Auftragserfüllung
  • Plattform: Gamefound (Start noch offen)
  • BGG-Eintrag: ID 473225, gelistet für 2027

Diese Eckdaten stammen aus dem BGG-Eintrag zum Spiel, der die Angaben des Verlags übernimmt. Belastbare Spielerwertungen gibt es noch nicht: Der Eintrag zählt bislang null Bewertungen.

Worum es geht: Käse unter Zeitdruck

In Steam & Cheese bauen Sie eine Käseproduktion auf und versuchen, sie so effizient wie möglich zu betreiben. Sie sammeln Rohstoffe, erweitern Ihre Maschinen und verarbeiten frische Milch zu Käse, um lukrative Aufträge zu erfüllen. Der Haken: Die Zutaten verderben. Wer zu langsam plant, verliert Material, bevor daraus Käse wird. So baut das Spiel einen spürbaren Zeit- und Verderb-Druck ein.

Die Mechanik: Würfel und ein zentrales Zahnrad

Mechanisch setzt Skellig Games nach eigener Beschreibung auf einen Würfeleinsetz-Mechanismus (Dice Placement, also das Platzieren von Würfeln zum Auslösen von Aktionen) und auf cleveres Ressourcenmanagement. Im Zentrum der Fabrik sitzt ein drehbares Zahnrad, das bei der richtigen Planung, so der Verlag, „mächtige Kombinationen“ auslöst. Über mehrere Runden entwickeln Sie Ihre Produktion weiter, bis, wie Skellig Games es formuliert, „aus vielen kleinen Zahnrädern eine perfekt laufende Maschine entsteht“. Das klingt nach klassischem Engine Building, dem schrittweisen Aufbau einer sich selbst verstärkenden Produktionskette.

Der BGG-Eintrag bestätigt diese Richtung: Er führt Steam & Cheese als Experten-Eurogame mit Würfelplatzierung, dazu Mechaniken wie Auftragskarten, Set Collection und Endwertungs-Boni. Unabhängig geprüfte Spielerurteile liegen aber noch nicht vor.

Kampagne: Gamefound-Start noch ohne Datum

Die Kampagne läuft auf Gamefound. Ein genaues Startdatum nennt Skellig Games nicht, nur „bald“. Wer der Kampagne schon vor dem Start folgt, erhält laut Verlag zwei exklusive Erfolgskarten gratis. Der BGG-Eintrag ist bereits angelegt (ID 473225, gelistet für 2027) und nennt erste Eckdaten, zählt aber noch keine einzige Wertung.

Was noch offen ist

Spielerzahl, Spielzeit und Altersfreigabe sind über den BGG-Eintrag inzwischen bekannt (1 bis 4 Personen, 90 bis 180 Minuten, ab 12 Jahren), ebenso der Designer Alexander Rein. Dass die Spanne bei einer Person beginnt, deutet auf einen Solo-Modus hin, dessen genaue Ausgestaltung der Verlag aber noch nicht beschreibt. Offen bleiben zudem ein genauer Kampagnenstart, Angaben zu Preis und Pledge-Stufen sowie mögliche Stretch Goals. Auch belastbare Spielerurteile fehlen noch. Wir tragen diese Punkte nach, sobald die Gamefound-Kampagne online ist.

CMON stoppt NFT-Investment in Blissful Link

29. Juli 2026 um 15:26
CMON stoppt NFT-Investment in Blissful Link

Der Brettspielverlag CMON, bekannt für Miniaturenspiele wie Zombicide und Blood Rage, zieht sich aus einem Ausflug in die Blockchain zurück. Wie das Branchenmagazin BoardGameWire am 23. Juli 2026 unter Berufung auf eine Pflichtmeldung an die Börse Hongkong berichtet, kündigt CMON das im April 2026 angekündigte Investment von 2,1 Millionen US-Dollar in den NFT-Spieleentwickler Blissful Link wieder auf.

Capverse: Was Blissful Link mit NFT-Charakteren plante

Blissful Link entwickelt Capverse, laut Unternehmensangaben ein Play-to-earn-Videospiel auf Blockchain-Basis. Spielerinnen und Spieler kaufen darin NFT-Charaktere namens Sumer und lassen diese online gegeneinander antreten. Der Reiz für den Käufer liegt weniger im Spiel als im Handel: Die Figuren sind digitale Besitztitel, die weiterverkauft werden können. Die Namen des Entwicklerteams hinter Blissful Link nennt die Meldung nicht.

Warum CMON den Blissful-Link-Deal abbläst

Als Grund für den Rückzug gibt CMON an, die Bedingungen für den Vollzug seien nicht erfüllt worden. Konkret nennt der Verlag laut Bericht offene Punkte bei der Prüfung von Finanzen und Rechtsstruktur von Blissful Link sowie bei vertraglichen Gewährleistungen. Welche Prüfung im Detail scheiterte, legt CMON nicht offen.

Der ursprüngliche Deal bewertete Blissful Link mit über 95 Millionen Dollar. Dem stehen magere Zahlen gegenüber: Für 2024 weist das Unternehmen einen Verlust von rund 197.000 Dollar bei einem Umsatz von gut 408.000 Dollar aus, dazu Nettoverbindlichkeiten von etwa 889.000 Dollar. Die Angaben sind ungeprüft, Zahlen für 2025 fehlen. Ziel des Investments war es laut CMONs Verwaltungsrat, „relevant in der Spielebranche zu bleiben" und den Umsatz zu verbreitern: Marken wie Massive Darkness und Super Fantasy Brawl Reborn sollten als digitale Assets in die Blockchain wandern.

CMON in der Krise: Verluste, Markenverkäufe, wartende Backer

Der Rückzug fällt in eine angespannte Lage. CMON summierte 2024 und 2025 rund 23 Millionen Dollar Verlust, mehr als das Fünffache der Gewinne der neun Jahre davor. Die Wirtschaftsprüfer äußerten Zweifel am Fortbestand des Unternehmens. Um Liquidität zu sichern, verkaufte CMON zentrale Marken: Zombicide und Cthulhu: Death May Die gingen an Asmodee, Blood Rage, Rising Sun und Ankh an Tycoon Games.

Parallel warten Unterstützer auf Ware. Kampagnen wie DC Super Heroes United (4,4 Millionen Dollar) und DCeased (2,5 Millionen Dollar) sind noch nicht ausgeliefert, CMON erwartet die Lieferung nun für das vierte Quartal 2026. Neue Crowdfunding-Projekte hatte der Verlag im April 2025 wegen der US-Zölle auf in China gefertigte Spiele pausiert, ein Wiederanlauf ist für Ende 2026 geplant.

Schlechtes Timing: der NFT-Markt seit 2021

Der Zeitpunkt für den NFT-Einstieg wäre ohnehin heikel gewesen. Der NFT-Hype erreichte 2021 seinen Höhepunkt, die Spekulationsblase platzte bereits ein Jahr später: Viele Token verloren über 90 Prozent ihres Höchstwerts. Kickstarter verbietet NFT-Inhalte weiterhin: Die Kampagne Wonders of the First musste 2024 genau daran scheitern.

Star Trek: Captain's Chair, Welle 2: Frosted Games bringt ein zweites Grundspiel auf Deutsch

29. Juli 2026 um 12:46
Star Trek: Captain's Chair, Welle 2: Frosted Games bringt ein zweites Grundspiel auf Deutsch

Das expertengewichtige Kartenduell aus der Imperium-Meta-Reihe wächst auf Deutsch weiter: Frosted Games kündigt die zweite Welle von Star Trek™: Captain's Chair an. Im Zentrum stehen ein komplett eigenständiges zweites Grundspiel, eine Erweiterung und ein exklusives Promoset. Wir ordnen ein, was die neuen Boxen spielerisch bringen, und trennen das von der Vorbestellaktion, die parallel läuft.

Auf einen Blick

  • Spieleranzahl: 1 bis 2
  • Spieldauer: 60 bis 120 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Gewicht (BGG): rund 4 von 5 (Kenner- bis Expertenbereich)
  • Design: Nigel Buckle und Dávid Turczi (neue Titel zusätzlich Adam Turczi)
  • Verlag: Frosted Games (Original: WizKids)

Captain's Chair: Spielprinzip, Spielerzahl und Dauer

Captain's Chair ist ein Duell für ein bis zwei Spielende, ausgelegt auf 60 bis 120 Minuten und ab 14 Jahren. Diese Zeitspanne ist eine Verlagsangabe für ein Duell, das die BoardGameGeek-Community bei einem Gewicht von rund 4 von 5 verortet, also im Kenner- bis Expertenbereich; Erstpartien liegen erfahrungsgemäß eher am oberen Ende.

Mechanisch gehört das Spiel zur Imperium-Engine von Nigel Buckle und Dávid Turczi. Statt das Deck ständig neu zu mischen, läuft man es im Spielverlauf durch und veredelt es dabei Schritt für Schritt. Jede Seite führt ein asymmetrisches Captain-Deck und baut es per Deckbuilding aus. Im Kern ringen beide Captains Kopf an Kopf um Gebiets- und Einflussmehrheiten (Area Majority). Offener Konflikt ist dabei aber nicht der einzige Weg zum Sieg: Je nach Captain führen auch Diplomatie, Exploration und Wissenschaft zum Ziel. Das öffnet dem Duell mehr Wege als reines Aufeinanderprallen.

Einen Solo-Modus gegen einen automatisierten Gegner gibt es ebenfalls. Beim ersten Grundspiel ist er in der Community ausgesprochen stark aufgenommen worden: Bei BoardGameGeek ist die Ein-Personen-Variante als beste Besetzung markiert. Diese Einordnung bezieht sich ausdrücklich auf das erste Grundspiel. Für die beiden neuen Titel ist die Stimmenbasis noch zu dünn (rund 70 und rund 33 Bewertungen), um eine belastbare Solo-Aussage zu treffen.

Verantwortlich für das Design sind Nigel Buckle und Dávid Turczi, bei den neuen Titeln zusätzlich Adam Turczi. Das Original stammt von WizKids, die deutsche Ausgabe kommt von Frosted Games, dem Verlag hinter dem Kennerspiel-des-Jahres-Gewinner Rebirth.

Unendliche Weiten (To Boldly Go): sechs neue Captains

Das neue Grundspiel Unendliche Weiten (im Original To Boldly Go) ist eigenständig spielbar und tritt mit sechs neuen, asymmetrischen Captains an. Es lässt sich laut Frosted zu 100 Prozent mit dem ersten Grundspiel kombinieren, alle Decks beider Boxen sind mischbar. BoardGameGeek nennt unter den Captains James T. Kirk, Khan Noonien Singh, Philippa Georgiou und den Pakled-Commander Rebner. Der Newsletter führt zusätzlich Jonathan Archer an. Die vollständige Captain-Liste kommuniziert Frosted bisher nicht, wir tragen sie nach, sobald sie vorliegt.

Zweiter Kontakt (Second Contact): drei Captains und ein Crossover

Die Erweiterung Zweiter Kontakt (Second Contact) bringt drei weitere Captains ins Spiel: Carol Freeman, William T. Riker und Christopher Pike. Sie benötigt die Common-Cards eines Grundspiels und führt einen neuen Mechanismus mit Crossover-Karten ein. BoardGameGeek nennt dazu Krulmuth-B als neuen Startort, ein Portal durch Raum und Zeit, das plausibel den Kern dieses Crossover-Mechanismus bildet. Frosted vermarktet die Box als thematisch ganz auf Lower Decks ausgerichtet. Das trifft nur teilweise: Carol Freeman stammt aus Lower Decks, Christopher Pike gehört in die Ära von Strange New Worlds und der Classic-Serie, William T. Riker in die Next Generation. Es gibt also einen Lower-Decks-Schwerpunkt, aber eben nicht nur.

Ein Hinweis zur Einordnung: Als etablierte Gesamtwertung taugen die BoardGameGeek-Zahlen der beiden neuen Titel bislang nicht; dafür ist die Stimmenbasis noch zu klein.

Die Vorbestellaktion, nüchtern

Frosted Games hat für die zweite Welle ein Vorbestellfenster geöffnet, das bis einschließlich 12.08.2026 läuft. Exklusiv beim Verlag liegt Promoset 2 bei: sechs Karten und ein Raumschiff-Standee. Wer nur Unendliche Weiten bestellt, erhält es gratis dazu.

Dazu gibt es zwei Bundles. Das Khaaaaaaaan!-Bundle fasst alle neuen Inhalte zusammen (Unendliche Weiten, Zweiter Kontakt und Promoset 2) und kostet 99,00 Euro statt 107,90 Euro, versandkostenfrei nach Deutschland, mit reduzierten Versandkosten nach Österreich. Das Warp-5-6-7-8-Bundle (All-In) enthält zusätzlich das erste Grundspiel samt Promoset 1 und liegt bei 169,00 Euro statt 185,85 Euro, ebenfalls versandkostenfrei innerhalb Deutschlands. Frosted bietet kein Split-Shipping: Alle Inhalte gehen erst gemeinsam raus, sobald die neuen Titel lieferbar sind. Einen exakten Liefertermin nennt der Verlag bisher nicht, ebenso wenig einen deutschen Einzel-UVP der Produkte.

Wer vor der Entscheidung Bewegtbild sehen möchte: Spartacus von Spartacus Spielt Solo hat bereits ein Let's Play veröffentlicht, Jonathan Archer aus Unendliche Weiten gegen Carol Freeman aus Zweiter Kontakt. So kommen Grundspiel und Erweiterung gemeinsam in Aktion aufs Bild.

arsEdition und Asmodee: Vertrieb der Familienspiele startet

28. Juli 2026 um 20:21
arsEdition und Asmodee: Vertrieb der Familienspiele startet

Der Kinderbuchverlag arsEdition und der Spiele-Distributor Asmodee bündeln ihre Kräfte im Vertrieb. Seit Anfang 2026 übernimmt Asmodee den Verkauf der arsEdition-Familienspiele im spezialisierten Spielwarenhandel sowie bei ausgewählten Großhändlern. Für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das vor allem eines: Die Familienspiele des Verlags dürften künftig leichter im Fachhandel zu finden sein.

arsEdition ist im Buchhandel seit über hundert Jahren zu Hause und gehört zur Bonnier-Gruppe. Bislang war der Verlag vor allem als Kinderbuchverlag bekannt. In den vergangenen Jahren hat arsEdition ein wachsendes Portfolio an Familienspielen ab acht Jahren aufgebaut und dafür auch mit externen Autoren zusammengearbeitet. Der Vertrieb im Spielwarenhandel war für einen Buchverlag jedoch Neuland, und genau diese Lücke soll die Partnerschaft schließen.

Vertrieb: klare Aufteilung der Kanäle

Die Zusammenarbeit trennt die Vertriebswege sauber. Asmodee bedient den selbstständigen und spezialisierten Spielwarenhandel sowie ausgewählte Großhändler. arsEdition betreut weiterhin den Buchhandel selbst, einschließlich der großen Buchhandelsketten. Damit spielt jeder Partner seine gewachsene Stärke aus: der Verlag im Buch, der Distributor im Spielregal.

Zuständig für den deutschsprachigen Markt ist die in Essen ansässige Asmodee Deutschland, die deutsche Tochter des französischen Unternehmens. Asmodee zählt zu den international führenden Distributoren für Brett- und Kartenspiele und verfügt über ein etabliertes Händlernetz im Fachhandel. Der Konzern ist über die Asmodee Group an der Nasdaq Stockholm notiert.

Zwei Perspektiven, ein Ziel

Beide Seiten betonen die Ergänzung ihrer Kompetenzen. Nach eigener Darstellung will arsEdition Familienspiele ab acht Jahren entwickeln, die sich durch „innovative Mechaniken, starke Marken und ein einzigartiges Design“ auszeichnen; mit Asmodee als Partner lasse sich das Portfolio gezielter in den relevanten Kanälen positionieren, sagt Rebecca Roscher, kaufmännische Geschäftsführerin bei arsEdition. Udo Fischer, Geschäftsführer von Asmodee Deutschland, spricht von zwei unterschiedlichen Perspektiven, die sich ergänzten: die Kompetenz aus dem Buchhandel und die langjährige Erfahrung bei Brett- und Kartenspielen. Diese Formulierungen stammen aus der gemeinsamen Pressemitteilung und sind entsprechend als Eigenwerbung zu lesen.

Was die Mitteilung offenlässt

Für Leser bleiben die konkreten Fragen offen. Die Pressemitteilung nennt keinen einzigen Spieltitel. Es heißt lediglich, der Umfang des Portfolios werde „fortlaufend erweitert“. Auch zu Preisen, Erscheinungsterminen oder Auflagenhöhen gibt es keine Angaben. Wer wissen will, welche arsEdition-Spiele demnächst im Fachhandel stehen und was sie kosten, muss vorerst auf weitere Ankündigungen warten. Nach welchen Kriterien Titel für den Spielwarenhandel ausgewählt werden, teilt die Mitteilung ebenfalls nicht mit.

Unterm Strich ist die Nachricht eine Vertriebs-, keine Produktankündigung. Sie verspricht bessere Verfügbarkeit der arsEdition-Familienspiele im Fach- und Spielwarenhandel. Ob daraus für Spieltische im DACH-Raum spürbar mehr Auswahl wird, hängt an den Titeln, die der Verlag in den kommenden Monaten nachlegt.

Eckdaten

WerarsEdition (Kinderbuchverlag, Bonnier-Gruppe) und Asmodee (Distributor Brett- und Kartenspiele)
Ab wannseit Anfang 2026
Welche KanäleAsmodee: spezialisierter Spielwarenhandel und ausgewählte Großhändler. arsEdition: Buchhandel und große Buchhandelsketten
Welche SpieleFamilienspiele-Portfolio ab 8 Jahren; konkrete Titel in der Mitteilung nicht genannt

Crowdfunding-Wochenschau KW 31/2026: Galileo's Truth, Pinguine und ein Zeitreise-Kennerspiel auf Deutsch

28. Juli 2026 um 20:11
Crowdfunding-Wochenschau KW 31/2026: Galileo's Truth, Pinguine und ein Zeitreise-Kennerspiel auf Deutsch

Die Crowdfunding-Wochenschau der KW 31 blickt auf die Kampagnen vom 21. bis 28. Juli 2026. Zwei Gamefound-Schwergewichte gehen finanziert in ihre letzten Stunden, ein Kickstarter-Familienspiel steuert auf sein Ende zu, und in der Spieleschmiede ist ein deutsches Zeitreise-Kennerspiel neu gestartet. Die Auswahl folgt nicht allein den Summen: Entscheidend sind Spielmechanik, DACH-Relevanz und ein erkennbarer Anlass. Zum Vergleich zeigt die Wochenschau der Vorwoche die Projekte der KW 30.

Galileo's Truth: Euro-Schwergewicht von Awaken Realms

Galileo's Truth läuft seit dem 7. Juli auf Gamefound und endet bereits am Abend des 28. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 1.110.787,56 Euro bei einem Ziel von 25.000 Euro. Das entspricht 4.443,15 Prozent und 7.619 Unterstützenden.

Das kompetitive Euro-Spiel für eine bis vier Personen versetzt euch als Gelehrte in die Frühzeit der modernen Wissenschaft. Ihr beobachtet den Himmel, verfasst Traktate und baut Erfindungen, während der Verdacht der Inquisition mit jeder Entdeckung steigt. Mechanisch verbindet das Spiel Worker Placement mit verdecktem Drafting, Deck- und Beutelbau sowie Tech-Leisten.

Die Designer sind Virginio Gigli und Flaminia Brasini, die Ausgabe erscheint bei Awaken Realms. BoardGameGeek nennt rund 90 bis 120 Minuten Spielzeit, eine Altersempfehlung ab 14 Jahren und eine Komplexität von 3,33 von 5. Ein Solo-Modus ist bestätigt, ein eigenes Inquisitor-Token verweist ausdrücklich darauf. Die Sprachfassung lässt sich in der Kampagne wählen, eine deutsche Version ist damit möglich.

Aufnahmekriterium: kurz vor Ende und finanziert, zusätzlich mehr als 300 Prozent Quote sowie ein bemerkenswerter Verlag und bekannte Designer.

Restart: deutsches Zeitreise-Kennerspiel neu in der Spieleschmiede

Restart ist am 25. Juli in der Spieleschmiede gestartet. Zum Stand 28. Juli zählte die Kampagne 55 Unterstützende, die Restlaufzeit liegt bei rund 23 Tagen bis etwa zum 20. August. Einen Finanzierungsstand in Euro weist der ausgelesene Datensatz nicht aus.

Giant Roc bringt das kompetitive Kennerspiel in einer deutschen Deluxe-Edition heraus. Thematisch reist ihr durch die Zeit, erfüllt Missionen und versucht, drohende Dystopien abzuwenden. Der Klappentext spielt mit bekannten Zeitreise-Motiven wie dem Schmetterlingseffekt und dem Großvaterparadoxon.

Die deutsche Grundspiel-Fassung liegt im Datensatz bei 105 Euro, höhere Stufen bündeln Miniaturen, die Gadgets-Erweiterung und die Duality-Mini-Erweiterung. Wer das Spiel entworfen hat, nennt der ausgelesene Datensatz nicht, ebenso wenig Spieleranzahl, Spielzeit oder Altersfreigabe. Diese Eckdaten solltet ihr vor einer Unterstützung direkt auf der Kampagnenseite prüfen.

Aufnahmekriterium: neu live und besondere DACH-Relevanz durch die deutsche Ausgabe des etablierten Verlags Giant Roc.

The Isle of Penguins: Polyomino-Spiel in der letzten Woche

The Isle of Penguins läuft seit dem 7. Juli auf Kickstarter und endet am 30. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 345.734 Pfund bei einem Ziel von 23.500 Pfund. Das entspricht 1.471,21 Prozent und 4.257 Unterstützenden.

Ein bis vier Personen (mit Erweiterung bis sechs) retten Pinguine auf ihre Flöße, bevor das Eis schmilzt. Der Kern ist ein offenes Drafting mit Legespiel: Ihr zieht Karten und passt Polyomino-Teile möglichst lückenlos auf euer Tableau. Set Collection und Musterbildung bestimmen die Wertung.

Designer und Verlag ist Frank West, das Spiel ist der Nachfolger von The Isle of Cats. BoardGameGeek nennt 60 bis 90 Minuten Spielzeit und eine Altersempfehlung ab 8 Jahren, was den Titel klar Richtung Familien- und Einstiegsspiel rückt. Ein Solo-Modus ist bestätigt. Der günstigste ausgelesene Pledge mit Spiel liegt bei 45 Pfund, Versand und Steuern kommen hinzu.

Aufnahmekriterium: weniger als sieben Tage Restlaufzeit und finanziert, zusätzlich mehr als 300 Prozent Quote und über 100.000 Pfund Volumen.

Politik: Machtkampf um eine zerfallene Welt

Politik läuft seit dem 30. Juni auf Gamefound und endet am 30. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 241.905,67 US-Dollar bei einem Ziel von 100.000 US-Dollar. Das entspricht 241,91 Prozent und 1.944 Unterstützenden.

Zwei bis sechs Personen ringen um die militärische, politische und wirtschaftliche Kontrolle über eine zerfallene Welt. Das Strategiespiel von Black Yeti Games setzt auf Konfrontation und wirtschaftliche Entscheidungen. Die Kampagne nennt 150 Minuten Spielzeit und ein Mindestalter von 14 Jahren.

Über die reine Spieleranzahl ab zwei Personen weist der Datensatz keinen Solo-Modus aus. Auch den Namen des Designers und eine deutsche Sprachfassung nennt der ausgelesene Datensatz nicht. Das hohe Volumen ist ein Signal, ersetzt aber keine Prüfung von Preis, Versand und Sprachabhängigkeit.

Aufnahmekriterium: weniger als sieben Tage Restlaufzeit und finanziert, zusätzlich mehr als 100.000 US-Dollar Volumen.

Einordnung

Diese Woche verteilen sich die Titel auf alle drei beobachteten Plattformen: zwei auf Gamefound, einer auf Kickstarter, einer in der Spieleschmiede. Damit ergänzt die Ausgabe keinen schwachen Kandidaten nur für eine gleichmäßige Verteilung.

Crowdfunding bleibt eine Vorbestellung mit Risiko. Prüfe vor einer Unterstützung insbesondere Sprache, Versandkosten, Steuern und den bisherigen Lieferverlauf des Anbieters.

Board Game Arena: Neue Spiele der Woche (21. bis 28. Juli 2026)

28. Juli 2026 um 20:11
Board Game Arena: Neue Spiele der Woche (21. bis 28. Juli 2026)

In den vergangenen sieben Tagen sind auf Board Game Arena zwei Neuzugänge erschienen: ein eigenständiges Kartenspiel rund um das Tarot und eine kompakte Erweiterung für ein bekanntes Zwei-Personen-Duell. Diese Übersicht fasst zusammen, worum es geht, für wie viele Personen die Titel gedacht sind und ob du ein Premium-Abo brauchst.

Soothsayers: Tarot als Wettlauf um das Schicksal

Soothsayers ist ein Kartenspiel für 2 bis 5 Personen. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Entworfen hat es Jeff Grisenthwaite, herausgegeben wird es von Play to Z, im deutschsprachigen Raum betreut von Strohmann Games. Eine Partie dauert laut BoardGameGeek 30 bis 60 Minuten und richtet sich an Spielende ab 12 Jahren.

Du übernimmst die Rolle einer mystischen Figur und versuchst, vor deinen Rivalen die Kontrolle über das Schicksal zu gewinnen. In deinem Zug wählst du eine von vier Aktionen: Münzen verdienen, neue Karten ziehen, in höhere Stufen aufsteigen oder eine Tarotkarte einfangen. Jede eingefangene Karte gibt dir eine neue Fähigkeit, die du mit deinen Aktionen kombinierst. Zu den Mechaniken zählen offenes Drafting, Handkartenmanagement und ein Follow-Mechanismus, bei dem Mitspielende deiner Aktion folgen können.

Auf BoardGameGeek kommt Soothsayers auf eine Durchschnittsbewertung von 7,6 bei rund 540 Stimmen, die Gewichtung liegt bei etwa 2,2 von 5. Damit ist der Titel im mittleren Komplexitätsbereich angesiedelt.

Splendor Duel: Die Juwelenfälscher: neue Regeln fürs Duell

Splendor Duel: Die Juwelenfälscher ist eine Erweiterung für das Zwei-Personen-Spiel Splendor Duel. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Entwickelt wurde die Reihe von Marc André und Bruno Cathala, herausgegeben von Space Cowboys. Eine Partie ist weiterhin für genau 2 Personen ausgelegt, dauert rund 30 Minuten und eignet sich ab 10 Jahren.

Die Erweiterung bringt acht neue Königskarten sowie die titelgebenden Juwelenfälscher ins Spiel: vier Marker für unechte Edelsteine und 17 zusätzliche Karten. Diese Elemente sorgen für mehr Asymmetrie und verändern die bekannten Strategien des Grundspiels. Am Kern von Splendor Duel ändert sich nichts: Du sammelst weiterhin Edelstein- und Perlenmarker, kaufst Karten und verfolgst drei mögliche Wege zum Sieg.

Das Grundspiel Splendor Duel zählt auf BoardGameGeek mit über 19.000 Bewertungen und einem Schnitt von 7,9 zu den bestbewerteten Zwei-Personen-Titeln. Die Erweiterung selbst ist mit bislang rund 90 Stimmen noch zu neu für ein aussagekräftiges Ranking.

Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026

20. Juli 2026 um 14:04
Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026

Die Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026 setzen vollständig auf Karten. FlipToons baut ein Deck rund um eine Zeichentrickbesetzung auf, YRO verbindet Handmanagement mit einem 3-mal-3-Raster und Jackpot: Set the Reel macht aus einer Kartenhand einen planbaren Spielautomaten. Hier findest du die wichtigsten Unterschiede bei Mechanik, Besetzung und Spieldauer.

FlipToons: Deckbau mit wechselnder Besetzung

FlipToons ist neu auf Board Game Arena. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Du stellst ein Deck aus Zeichentrickfiguren zusammen und deckst pro Runde sechs Karten in einem 3-mal-2-Raster auf. Die Effekte der Figuren greifen ineinander und erzeugen Ruhm, den du für neue Karten oder das Entfernen unpassender Karten ausgibst.

Das Rennziel liegt bei mindestens 30 Ruhm in einer Auslage, danach folgt eine letzte Wertung. Der schnelle Ablauf ist damit mehr als bloßes Aufdecken: Marktentscheidungen, Deckausdünnung und die Positionen im Raster bestimmen, wie zuverlässig deine Besetzung punktet.

FlipToons stammt von Jordy Adan und Renato Simões und erschien bei Thunderworks Games. Es ist für 1 bis 4 Personen ab 10 Jahren ausgelegt. BoardGameGeek nennt 15 bis 30 Minuten Spieldauer, während BGA im Durchschnitt rund 11 Minuten misst. Die BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 7,31 aus 3.039 Bewertungen.

YRO: Gildenaufbau im Kartenraster

YRO ist die zweite Neuerscheinung der Woche. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Du rekrutierst Mitglieder für deine Gilde und ordnest sie in einem 3-mal-3-Raster an. Gemeinsamkeiten bei Fraktion oder Beruf lösen Boni aus, während Kampfwerte sowie Magie- und Technologiepunkte weitere Fähigkeiten erschließen.

BGG führt Handmanagement, Set Collection und Push Your Luck als zentrale Mechaniken. Damit verlangt YRO vor allem, Karten nicht nur nach ihrem Einzelwert zu wählen, sondern ihre Position und ihre Verbindung zu bereits ausliegenden Figuren mitzudenken.

Masato Uesugi hat YRO entworfen, als Hauptverlag nennt BGA Studio Supernova. Das Kartenspiel eignet sich für 1 bis 5 Personen ab 10 Jahren und dauert laut BGG 20 bis 30 Minuten. BGA weist für die digitale Umsetzung derzeit eine durchschnittliche Dauer von rund 6 Minuten aus. Die BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 7,36 aus 1.043 Bewertungen.

Jackpot: Set the Reel mit planbarer Kartenfolge

Jackpot: Set the Reel ergänzt das Trio. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Du legst Karten aus deiner Hand zu einem Spielautomatenraster und punktest für passende Symbole. Der entscheidende Kniff: Die Karten werden nicht gemischt, sodass du ihre Reihenfolge durch Tauschen, Aufwerten und Neuordnen gezielt vorbereitest.

Alle spielen gleichzeitig. Nach dem Auslegen gibst du eine Karte weiter, nimmst eine neue an und sammelst Münzen aus einer Spalte. BGG ordnet das Spiel unter anderem Handmanagement, Musterbildung und Deckbau zu. Ein Solomodus ist ebenfalls vorhanden.

Jackpot: Set the Reel wurde von Kristian Karlberg und Kenny Zetterberg für Dranda Games entwickelt. Es ist für 1 bis 4 Personen ab 12 Jahren vorgesehen. BGG nennt 30 bis 60 Minuten, BGA misst bei den bislang gespielten Onlinepartien im Durchschnitt rund 25 Minuten. Die noch junge BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 6,34 aus 112 Bewertungen und ist deshalb nur eine frühe Momentaufnahme.

Kingdom Come: Deliverance Brettspiel - deutsche Erstauflage

16. Juli 2026 um 14:50
Update vom 16. Juli 2026: Die deutsche Erstauflage von Kingdom Come: Deliverance - Das Brettspiel soll wegen der hohen Nachfrage ausschließlich im Onlineshop von HeidelBÄR Games erhältlich sein. Erst die zweite Auflage ist für den regulären Handel vorgesehen. Der endgültige UVP dieser Handelsauflage steht laut HeidelBÄR noch nicht fest, aktuell gelistete Preise und Angebote können sich deshalb ändern. Wichtig: Das Vorbestellende am 16. August 2026 gilt nur für die englische Ausgabe bei CGE. HeidelBÄR nimmt keine Vorbestellungen für die englische Fassung mehr an.
Kingdom Come: Deliverance Brettspiel - deutsche Erstauflage

Das Videospiel-Böhmen kommt auf den Spieltisch: Czech Games Edition (CGE) hat am 1. Juli 2026 Kingdom Come: Deliverance - Das Brettspiel angekündigt, eine Adaption des Rollenspiels von Warhorse Studios. Für die deutsche Ausgabe ist HeidelBÄR Games verantwortlich. Nach aktueller Auskunft des deutschen Verlags wird die deutsche Erstauflage exklusiv im HeidelBÄR-Onlineshop angeboten, der Nachdruck soll anschließend in den regulären Handel kommen.

Wer die englische Ausgabe direkt bei CGE vorbestellen möchte, hat dafür laut CGE bis zum 16. August 2026 Zeit, sofern die verfügbare Menge nicht vorher ausgeschöpft ist. Dieses Datum gilt nicht pauschal für HeidelBÄR oder die deutsche Ausgabe.

Bemerkenswert ist das Autorengespann: Tomáš Holek und Vlaada Chvátil arbeiten erstmals gemeinsam an einem Titel. Chvátil ist unter anderem für Codenames, Through the Ages und Mage Knight bekannt. Holek veröffentlichte 2024 SETI. Das macht die Zusammenarbeit für erfahrene Spielende interessant, erlaubt aber keine belastbare Vorhersage über die konkrete Mechanik oder Spieltiefe von Kingdom Come: Deliverance. Die Namen wecken Erwartungen, ersetzen aber weder veröffentlichte Detailregeln noch Spielerfahrung.

Worum es im Spiel geht

Sie beginnen als einfache Person im Böhmen des Jahres 1403. Über fünf Spieltage entwickeln Sie Ihren Charakter, sammeln Ausrüstung, knüpfen Beziehungen und verfolgen Geschichten mit unterschiedlichen Ausgängen. Nach dem fünften Tag gewinnt, wer mit Quests, Handlungsfortschritt, Ausrüstung und Kontakten die meisten Punkte gesammelt hat.

Mechanisch verbindet das Spiel Deckbuilding und Handkartenmanagement mit Quests und Bewegung auf einem illustrierten Spielplan. Erfahrungspunkte schalten neue Fertigkeitskarten für das eigene Deck frei. Die Karten lassen sich für verschiedene Aktionen wie Jagen, Stehlen, Kämpfen oder Kräutersammeln einsetzen. Sie dienen außerdem für Fertigkeitstests oder können für unmittelbare Boni abgelegt werden. Der belegbare Entscheidungsdruck liegt damit zunächst in der Mehrfachnutzung der Hand: Eine Karte, die jetzt einen Bonus bringt, steht nicht zugleich für eine Aktion oder einen späteren Test bereit. Außerdem müssen Sie innerhalb von fünf Spieltagen abwägen, welche Quests, Fertigkeiten, Ausrüstung und Beziehungen genug Punkte oder Fortschritt versprechen. Wie knapp Karten, Wege und Zeit tatsächlich werden und ob weitere Engpässe diese Entscheidungen verschärfen, erklären die veröffentlichten Texte bisher nicht. Eine belastbare Aussage zur Spieltiefe lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Das Spiel ist kompetitiv, vermeidet laut CGE aber direkte Kämpfe zwischen den Spielenden. Begegnungen am selben Ort können sogar bei schwierigen Tests helfen. Die acht wählbaren Figuren wurden eigens für das Brettspiel geschaffen. CGE beschreibt bislang weder unterschiedliche Startfähigkeiten noch asymmetrische Charakterdecks oder eigene Regeln. Damit bleibt ein für den Kauf relevantes Signal offen: Ob die Figuren verschiedene Spielweisen tragen oder vor allem thematische Identität bieten, ist anhand der veröffentlichten Informationen nicht zu beurteilen.

Kingdom Come: Deliverance ist für eine bis vier Personen ausgelegt. CGE bezeichnet den Solo-Modus als vollständig unterstützt, erklärt öffentlich bislang aber nicht, ob dafür ein Automa, veränderte Ziele oder andere Sonderregeln eingesetzt werden.

Eckdaten im Überblick

MerkmalAngabe
TitelKingdom Come: Deliverance - Das Brettspiel
AutorenTomáš Holek und Vlaada Chvátil
VerlagCzech Games Edition, deutsche Ausgabe bei HeidelBÄR Games
LizenzWarhorse Studios
SettingBöhmen im Jahr 1403
Spielerzahl1 bis 4
Alterab 14 Jahren
Spielzeitrund 90 Minuten pro Person
MechanikDeckbuilding, Handkartenmanagement, kartenbasierte Fertigkeitstests, Quests, Flächenbewegung
PreisEnglische Ausgabe bei CGE: 149,99 Euro; UVP der deutschen Handelsauflage noch offen
Deutsche AusgabeErstauflage exklusiv im HeidelBÄR-Onlineshop; zweite Auflage für den regulären Handel vorgesehen
VorbestellungCGE: bis 16. August 2026, solange verfügbar; dieses Datum gilt nicht für HeidelBÄR
VeröffentlichungEnglische Erstauflage rund um die SPIEL Essen 2026; deutsche Ausgabe laut HeidelBÄR im Frühjahr 2027

Ein Wort zur Spielzeit: CGE nennt rund 90 Minuten pro Person. Bei vier Personen wären damit ungefähr sechs Stunden einzuplanen. Diese Angabe gilt durchgehend für Tabelle und Text.

Umfang und Ausstattung

CGE nennt mehr als 700 Karten, einen illustrierten Spielplan der Region um Sázava, zehn Handlungsstränge einschließlich eines Einführungsszenarios, doppellagige Spielertableaus und mehr als 200 Holzverbundmarker. Hinzu kommen mehr als 180 Ressourcenmarker, Pferdeplättchen, weitere Tafeln und Plättchen sowie eine Sortierlösung. Da sich das Spiel noch in Entwicklung befindet, weist CGE darauf hin, dass sich die Komponenten ändern können.

Metallmünzen und Kartenhüllen werden als kostenpflichtige Ergänzungen angeboten. Wer sich vorab einen Eindruck vom Ablauf verschaffen möchte, findet bei CGE außerdem eine englischsprachige aufgezeichnete Spielrunde.

Vorbestellung statt Crowdfunding

Kingdom Come: Deliverance wird nicht über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. CGE verkauft die englische Ausgabe über eine Vorbestellaktion und erklärt, dass das Spiel unabhängig von der Zahl der Vorbestellungen erscheint. Stretch-Goals gibt es daher nicht, weder mechanische Zusatzinhalte noch durch Etappenziele freigeschaltete Komponenten-Aufwertungen.

Für deutschsprachige Interessierte ist die Vertriebsform entscheidend: HeidelBÄR will die deutsche Erstauflage wegen der hohen Nachfrage exklusiv im eigenen Onlineshop anbieten. Erst die zweite Auflage soll regulär in den Handel gelangen. Deren UVP ist noch offen. Wer derzeit Preise bei Händlern findet, sollte sie deshalb nicht als endgültige Preisangabe verstehen.

Die englische Ausgabe lässt sich bei HeidelBÄR nicht mehr vorbestellen. Das von CGE genannte Ende am 16. August 2026 betrifft ausschließlich die Vorbestellung bei CGE und kann bei erschöpfter Menge früher unterbrochen werden.

Einordnung für den deutschsprachigen Raum

CGE plant die Auslieferung seiner englischen EU-Erstauflage rund um die SPIEL Essen 2026. Für die deutsche Ausgabe nennt HeidelBÄR weiterhin das Frühjahr 2027. Wer auf Deutsch spielen möchte, muss deshalb länger warten und für die Erstauflage den HeidelBÄR-Onlineshop im Blick behalten. Wer die englische Ausgabe bevorzugt, muss direkt bei CGE oder im offiziellen Kingdom-Come-Shop prüfen, ob noch Exemplare verfügbar sind.

Ob die Adaption den Erwartungen an die Videospielvorlage und das bekannte Autorenduo gerecht wird, lässt sich erst nach einer Partie beurteilen. Die veröffentlichten Informationen zeigen ein großes, kartengetriebenes Abenteuerspiel, bei dem die Entwicklung des eigenen Charakters wichtiger ist als direkte Konfrontation. Wie tief die Entscheidungen reichen und ob die Figuren eigene mechanische Profile besitzen, bleibt bis zu detaillierteren Regeln oder belastbaren Partien offen.

Flossenschlag Haie & Riffe: die Erweiterung

16. Juli 2026 um 14:46
Flossenschlag Haie & Riffe: die Erweiterung

Informationsstand: 16. Juli 2026

Die Erweiterung Flossenschlag: Haie & Riffe ergänzt das Grundspiel um Korallenriffe, Rifffische und neue Hai-Fähigkeiten. Sie soll in deutscher Sprache im vierten Quartal 2026 erscheinen und verändert vor allem, welche Voraussetzungen beim Aufbau der drei Tauchstellen wichtig werden.

Eckdaten zu Flossenschlag: Haie & Riffe

MerkmalAngabe
TypErweiterung, Grundspiel erforderlich
Spielende1 bis 5
Spielzeit45 bis 60 Minuten
Alterab 10 Jahren
AutorMichael O’Connell
Deutscher VerlagFeuerland Spiele
Deutsche VeröffentlichungQ4 2026, laut Druckkalender November 2026
Neue Karten75 Fischkarten plus 5 Startfischkarten
Solo-Modusangepasste Regeln und Ersatzkarten für Nautoma, den automatisierten Solo-Gegner

Feuerland gibt die Spielzeit mit 45 bis 60 Minuten an. Belastbare Erfahrungen aus Familienrunden liegen uns noch nicht vor. Wie lange eine Partie tatsächlich dauert, dürfte von der Besetzung und der Regelsicherheit am Tisch abhängen.

Korallen werden zur neuen Voraussetzung

Im Grundspiel setzen Sie Fische in drei Tauchstellen ein und tauchen durch die dort aufgebauten Kartenreihen. Die Erweiterung legt auf jede Tauchstelle eine Korallenriff-Auflage. Damit entsteht neben Fischen, Eiern und Jungfischschwärmen eine weitere Ressource, die Sie beim Aufbau Ihres Ozeans beachten müssen.

Neue Fähigkeiten lassen Sie Korallen an den Tauchstellen sammeln. Ein gut entwickeltes Riff ist nicht nur eine zusätzliche Wertungsquelle. Es entscheidet auch darüber, ob Sie bestimmte Rifffische ausspielen können. Andere Fischfähigkeiten gewähren ihren Bonus erst, wenn die verlangte Korallenmenge erreicht ist. Dadurch konkurrieren Karten nicht nur um einen passenden Platz in der Sonnenlicht-, Dämmerungs- oder Mitternachtszone. Auch der Zustand des jeweiligen Riffs beeinflusst, wann eine Karte sinnvoll oder überhaupt spielbar ist.

Das ist die wichtigste mechanische Änderung: Korallen bilden eine zweite Bedingungsebene über dem bekannten Kartenaufbau. Wer eine Tauchstelle früh mit Korallen versorgt, öffnet sich dort neue Karten und Boni. Wer die Riffe vernachlässigt, kann einen Teil des neuen Kartendecks nicht voll nutzen.

Diese zusätzliche Bedingungsebene kann den Einstieg erklärintensiver machen, weil neben den bekannten Kartenreihen nun auch die Korallen-Voraussetzungen im Blick bleiben müssen. Ob das in der Praxis tatsächlich zu einer höheren Einstiegshürde führt, lässt sich ohne eigene Partien noch nicht belegen.

Haie verteilen Schwärme und hinterlassen Nahrung

Die neuen Haie folgen ebenfalls eigenen Mustern. Laut Feuerland können sie Jungfischschwärme zerstreuen. Diese Schwärme verschwinden dabei nicht einfach, sondern können an anderer Stelle neue Schwärme bilden. Zusätzlich hinterlassen Haie Futterreste, die andere Fische im eigenen Ozean verzehren dürfen.

Damit greifen die Hai-Fähigkeiten in zwei bekannte Elemente ein: die Position von Jungfischen und das Fressen von Karten. Welche Haiarten die deutsche Ausgabe im Einzelnen enthält, führt Feuerland auf seiner Produktseite noch nicht vollständig auf. Belastbar ist deshalb nur, dass das Kartenset mehrere neue Haie mit diesen neuen Fähigkeiten umfasst.

75 Fischkarten, dazu fünf neue Startfische

Die oft genannte Zahl von 75 neuen Fischkarten braucht eine Ergänzung. Die Komponentenliste von Stonemaier Games führt 75 reguläre Fischkarten und fünf Startfischkarten auf. Insgesamt kommen also 80 Fischkarten in die Schachtel. Hinzu kommen fünf Korallenriff-Auflagen, 90 Korallenmarker, drei Erfolgsplättchen, ein Erfolgsplan, fünf Spielhilfen und ein Wertungsblock.

Für den Solo-Modus enthält die Erweiterung drei Ersatz-Entscheidungskarten und drei Ersatz-Erfolgskarten für Nautoma sowie eine neue Spielhilfe. Feuerland stellt außerdem eine separate deutsche Nautoma-Regel bereit. Solo-Spielende erhalten damit nicht nur das Material des Mehrpersonenspiels, sondern eine ausdrückliche Anpassung des automatisierten Gegners.

Autor und grafische Gestaltung

Feuerland Spiele nennt Michael O’Connell als Autor der Erweiterung. Die grafische Gestaltung stammt laut deutscher Produktseite von Ana María Martínez Jaramillo und Catalina Martínez. Weitere Co-Autoren führt der Verlag für Haie & Riffe nicht auf.

Deutsche Ausgabe im November geplant

Für den DACH-Markt ist die Lage klarer als bei vielen internationalen Ankündigungen: Feuerland Spiele führt eine deutschsprachige Ausgabe. Die Produktseite nennt das vierte Quartal 2026, der Druckkalender von Feuerland wird konkreter und listet die Neuerscheinung für November 2026. Einen exakten Verkaufstag und einen deutschen Preis nennt Feuerland mit Informationsstand vom 16. Juli 2026 noch nicht. Weitere angekündigte Titel des Verlags sind etwa Wingspan Pocket im Reiseformat und die Greenwood-Vorstellung.

Haie & Riffe wirkt damit nicht wie ein bloßes Paket zusätzlicher Karten. Die Korallenriff-Auflagen verändern die Voraussetzungen beim Ausspielen und Werten, während Haie Schwärme und Nahrung neu verteilen. Wer am Grundspiel vor allem den Aufbau miteinander verzahnter Fischfähigkeiten schätzt, bekommt eine zusätzliche Entscheidungsebene. Ob sie das Spiel spürbar anspruchsvoller macht, lässt sich vor einer praktischen Partie noch nicht seriös beurteilen. Ebenso offen bleibt, ob verpasste Korallen-Voraussetzungen am Tisch als spannendes Planen oder als Frust erlebt werden.

Electrify Brettspiel: AEG dreht den Engine Builder

16. Juli 2026 um 09:42
Electrify Brettspiel: AEG dreht den Engine Builder

Alderac Entertainment Group hat das Electrify Brettspiel vorgestellt, einen Engine Builder von John D. Clair und Ian Hutchison für ein bis vier Personen. Sie legen Karten an fünf drehbare Energiesektoren, lassen deren Aktionen als Ketten ablaufen und erfüllen damit in zwölf Runden möglichst wertvolle Nachfragekarten.

Electrify Brettspiel auf einen Blick

MerkmalAngabe
VerlagAlderac Entertainment Group (AEG)
AutorenJohn D. Clair und Ian Hutchison
IllustrationJavier Inkgolem
Personenzahl1 bis 4
Spielzeit45 bis 75 Minuten
Alterab 10 Jahren
MechanikEngine Building mit Karten, rotierenden Sektoren und Aktionsketten
KampagneKickstarter, angekündigt für September 2026
Deutsche Ausgabebislang nicht angekündigt

Die Angaben zu Personenzahl, Spielzeit und Alter sowie die mechanische Einordnung beruhen auf der AEG-Produktseite und dem dort verlinkten Prototyp-Regelheft. Da es sich noch um eine Vorabfassung handelt, können sich Details bis zur Veröffentlichung ändern.

John D. Clair und Ian Hutchison werden von AEG als Autoren genannt. Der Verlag ordnet Clair außerdem als Autor von Space Base und Dead Reckoning ein. Das liefert Kontext zu seiner bisherigen Arbeit mit AEG, ist aber kein Qualitätsurteil über Electrify.

Wie funktioniert Electrify?

Electrify ist ein Engine Builder: Sie bauen sich aus Karten einen Motor auf, dessen Aktionen mit jeder passenden Kombination mehr Ertrag bringen können. Anders als bei einem fest wachsenden Tableau verändern hier fünf Sektoren fortlaufend die Lage und Stärke der ausgespielten Karten.

Jede Partie läuft laut AEG über zwölf Runden. Wenn Sie einen Sektor aktivieren, führen Sie seine Aktionen aus. Danach verändert sich die Anordnung des Motors, sodass Karten bei einer späteren Aktivierung eine andere Stärke oder Position haben können.

Der entscheidende Kniff ist das Warten. Ein Sektor gewinnt an Wirkung, wenn er nicht sofort wieder genutzt wird. Karten mit Pfeilsymbolen lassen Aktivierungen zudem über mehrere Sektoren hinweg weiterlaufen. So entstehen Aktionsketten, die Energie erzeugen, verbessern und ins Netz übertragen. Der Motor wächst also nicht nur, er wird nach jedem Zugriff neu sortiert.

Ins Netz eingespeiste Energiewürfel erfüllen Nachfragekarten. Anspruchsvollere Ziele verlangen mehr oder sauberere Energie und bringen entsprechend mehr Punkte. Nach zwölf Runden gewinnt, wer den Energiebedarf am wertvollsten erfüllt hat. Nicht nur die Kartenwahl zählt, sondern auch der richtige Zeitpunkt für die Aktivierung eines Sektors.

Die derzeit sichtbare Interaktion besteht vor allem im Rennen um offen ausliegende Nachfragekarten. Wer eine Karte erfüllt, nimmt sie an sich und legt eine neue aus. Eine weitergehende Markt-, Handels- oder Konfliktinteraktion lässt sich aus dem aktuell zugänglichen Material nicht belastbar ableiten.

Variable Technikpakete statt fester Kartenmischung

Vor der Partie werden sogenannte Technikpakete ausgewählt und in das Spiel aufgenommen. Sie ergänzen neue Technologien und taktische Möglichkeiten. Wie viele Pakete die Grundausstattung enthält und nach welchen Regeln sie kombiniert werden, erläutert die aktuelle Produktseite noch nicht vollständig.

Damit ist Varianz durch wechselnde Technikpakete belegt. Ihr genauer Umfang und ihre Wirkung auf unterschiedliche Partien sind aber noch offen. Eine belastbare Aussage zum Wiederspielwert wäre deshalb verfrüht. Auch asymmetrische Rollen oder unterschiedliche Startfähigkeiten nennt AEG bislang nicht.

Wie funktioniert der Solo-Modus?

Electrify ist für eine bis vier Personen angegeben. AEG kündigt mehrere Solo-Szenarien mit unterschiedlichen Herausforderungen an. Wie der Solo-Gegner gesteuert wird, welche Ziele gelten und ob zusätzliche Karten oder ein Automa-System zum Einsatz kommen, wird auf der Produktseite noch nicht erklärt. Belastbar ist deshalb nur: Der Solo-Modus soll aus mehreren Szenarien bestehen.

Auch zur Skalierung im Wettbewerb schweigen die bisher zugänglichen Angaben. Ob sich Electrify zu zweit, zu dritt und zu viert unterschiedlich eng spielt oder Aufbau und Nachfragekarten an die Personenzahl angepasst werden, lässt sich daher noch nicht beurteilen.

Für wen ist Electrify gedacht?

AEG gibt ein Alter ab zehn Jahren und eine Spieldauer von 45 bis 75 Minuten an. Das bekannte Regelgerüst wirkt dennoch eher wie ein Kennerspiel als wie lockeres Familienprogramm: Fünf veränderliche Sektoren, der Aufbau von Aktionsketten und das Abwägen zwischen sofortiger Nutzung und stärkerer späterer Aktivierung verlangen vorausschauende Entscheidungen.

Diese Einordnung bleibt vorläufig. Ohne fertige Regeln und eigene Partie lässt sich nicht endgültig beurteilen, wie hoch die Einstiegshürde tatsächlich ist. Dies ist eine Vorstellung auf Basis der Verlagsangaben, kein Test.

Kickstarter im September, DACH-Ausgabe offen

AEG kündigt die Kickstarter-Kampagne zu Electrify für September 2026 an. Eine ausgearbeitete Kampagnenseite, Preise, Unterstützungsstufen und Stretch-Goals sind noch nicht veröffentlicht. Deshalb gibt es derzeit weder mechanische Stretch-Goals noch Komponenten-Upgrades, die sich sinnvoll trennen oder bewerten ließen. Auch Pledge-Stufen können noch nicht miteinander verglichen werden.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bleibt die Verfügbarkeit offen. AEG nennt bisher keinen deutschsprachigen Verlag, keine lokalisierte Ausgabe und keinen Vertriebspartner für den DACH-Markt. Auch ein Erscheinungstermin für den Handel ist auf der Produktseite nicht belastbar ausgewiesen. Wer eine deutsche Fassung sucht, sollte daher auf eine gesonderte Lokalisierungsankündigung warten.

Ein interessanter Motor, aber noch viele offene Schalter

Electrify setzt seinen eigenen Akzent beim Engine Building: Die fünf Sektoren werden nicht bloß ausgebaut, sondern durch ihre Aktivierung fortlaufend verändert. Das macht den Zeitpunkt eines Zuges ebenso wichtig wie die Karten im eigenen Motor. Die Grundidee spricht eher für ein Kennerspiel, doch Komplexität, Skalierung und Wiederspielwert bleiben ohne fertige Regeln und eigene Partie offen. Für DACH-Spielende ist außerdem noch unbeantwortet, ob und wann eine deutsche Ausgabe kommt.

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