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Steam & Cheese: Skellig Games kündigt Mäuse-Eurogame an

30. Juli 2026 um 08:51
Steam & Cheese: Skellig Games kündigt Mäuse-Eurogame an

Der deutsche Verlag Skellig Games hat sein nächstes großes Projekt angekündigt: Steam & Cheese, ein Eurogame um erfinderische Mäuse, die in einer Steampunk-Welt riesige Käsefabriken betreiben. Die zugehörige Gamefound-Kampagne läuft noch nicht, sie soll laut Verlag bald starten.

Die Eckdaten auf einen Blick

  • Verlag: Skellig Games
  • Designer: Alexander Rein (Illustration: Roman Kucharski)
  • Spielerzahl: 1 bis 4
  • Spielzeit: 90 bis 180 Minuten
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Genre: Kenner-Eurogame
  • Kernmechanik: Würfelplatzierung (Worker Placement with Dice Workers), dazu Ressourcenmanagement und Auftragserfüllung
  • Plattform: Gamefound (Start noch offen)
  • BGG-Eintrag: ID 473225, gelistet für 2027

Diese Eckdaten stammen aus dem BGG-Eintrag zum Spiel, der die Angaben des Verlags übernimmt. Belastbare Spielerwertungen gibt es noch nicht: Der Eintrag zählt bislang null Bewertungen.

Worum es geht: Käse unter Zeitdruck

In Steam & Cheese bauen Sie eine Käseproduktion auf und versuchen, sie so effizient wie möglich zu betreiben. Sie sammeln Rohstoffe, erweitern Ihre Maschinen und verarbeiten frische Milch zu Käse, um lukrative Aufträge zu erfüllen. Der Haken: Die Zutaten verderben. Wer zu langsam plant, verliert Material, bevor daraus Käse wird. So baut das Spiel einen spürbaren Zeit- und Verderb-Druck ein.

Die Mechanik: Würfel und ein zentrales Zahnrad

Mechanisch setzt Skellig Games nach eigener Beschreibung auf einen Würfeleinsetz-Mechanismus (Dice Placement, also das Platzieren von Würfeln zum Auslösen von Aktionen) und auf cleveres Ressourcenmanagement. Im Zentrum der Fabrik sitzt ein drehbares Zahnrad, das bei der richtigen Planung, so der Verlag, „mächtige Kombinationen“ auslöst. Über mehrere Runden entwickeln Sie Ihre Produktion weiter, bis, wie Skellig Games es formuliert, „aus vielen kleinen Zahnrädern eine perfekt laufende Maschine entsteht“. Das klingt nach klassischem Engine Building, dem schrittweisen Aufbau einer sich selbst verstärkenden Produktionskette.

Der BGG-Eintrag bestätigt diese Richtung: Er führt Steam & Cheese als Experten-Eurogame mit Würfelplatzierung, dazu Mechaniken wie Auftragskarten, Set Collection und Endwertungs-Boni. Unabhängig geprüfte Spielerurteile liegen aber noch nicht vor.

Kampagne: Gamefound-Start noch ohne Datum

Die Kampagne läuft auf Gamefound. Ein genaues Startdatum nennt Skellig Games nicht, nur „bald“. Wer der Kampagne schon vor dem Start folgt, erhält laut Verlag zwei exklusive Erfolgskarten gratis. Der BGG-Eintrag ist bereits angelegt (ID 473225, gelistet für 2027) und nennt erste Eckdaten, zählt aber noch keine einzige Wertung.

Was noch offen ist

Spielerzahl, Spielzeit und Altersfreigabe sind über den BGG-Eintrag inzwischen bekannt (1 bis 4 Personen, 90 bis 180 Minuten, ab 12 Jahren), ebenso der Designer Alexander Rein. Dass die Spanne bei einer Person beginnt, deutet auf einen Solo-Modus hin, dessen genaue Ausgestaltung der Verlag aber noch nicht beschreibt. Offen bleiben zudem ein genauer Kampagnenstart, Angaben zu Preis und Pledge-Stufen sowie mögliche Stretch Goals. Auch belastbare Spielerurteile fehlen noch. Wir tragen diese Punkte nach, sobald die Gamefound-Kampagne online ist.

CMON stoppt NFT-Investment in Blissful Link

29. Juli 2026 um 15:26
CMON stoppt NFT-Investment in Blissful Link

Der Brettspielverlag CMON, bekannt für Miniaturenspiele wie Zombicide und Blood Rage, zieht sich aus einem Ausflug in die Blockchain zurück. Wie das Branchenmagazin BoardGameWire am 23. Juli 2026 unter Berufung auf eine Pflichtmeldung an die Börse Hongkong berichtet, kündigt CMON das im April 2026 angekündigte Investment von 2,1 Millionen US-Dollar in den NFT-Spieleentwickler Blissful Link wieder auf.

Capverse: Was Blissful Link mit NFT-Charakteren plante

Blissful Link entwickelt Capverse, laut Unternehmensangaben ein Play-to-earn-Videospiel auf Blockchain-Basis. Spielerinnen und Spieler kaufen darin NFT-Charaktere namens Sumer und lassen diese online gegeneinander antreten. Der Reiz für den Käufer liegt weniger im Spiel als im Handel: Die Figuren sind digitale Besitztitel, die weiterverkauft werden können. Die Namen des Entwicklerteams hinter Blissful Link nennt die Meldung nicht.

Warum CMON den Blissful-Link-Deal abbläst

Als Grund für den Rückzug gibt CMON an, die Bedingungen für den Vollzug seien nicht erfüllt worden. Konkret nennt der Verlag laut Bericht offene Punkte bei der Prüfung von Finanzen und Rechtsstruktur von Blissful Link sowie bei vertraglichen Gewährleistungen. Welche Prüfung im Detail scheiterte, legt CMON nicht offen.

Der ursprüngliche Deal bewertete Blissful Link mit über 95 Millionen Dollar. Dem stehen magere Zahlen gegenüber: Für 2024 weist das Unternehmen einen Verlust von rund 197.000 Dollar bei einem Umsatz von gut 408.000 Dollar aus, dazu Nettoverbindlichkeiten von etwa 889.000 Dollar. Die Angaben sind ungeprüft, Zahlen für 2025 fehlen. Ziel des Investments war es laut CMONs Verwaltungsrat, „relevant in der Spielebranche zu bleiben" und den Umsatz zu verbreitern: Marken wie Massive Darkness und Super Fantasy Brawl Reborn sollten als digitale Assets in die Blockchain wandern.

CMON in der Krise: Verluste, Markenverkäufe, wartende Backer

Der Rückzug fällt in eine angespannte Lage. CMON summierte 2024 und 2025 rund 23 Millionen Dollar Verlust, mehr als das Fünffache der Gewinne der neun Jahre davor. Die Wirtschaftsprüfer äußerten Zweifel am Fortbestand des Unternehmens. Um Liquidität zu sichern, verkaufte CMON zentrale Marken: Zombicide und Cthulhu: Death May Die gingen an Asmodee, Blood Rage, Rising Sun und Ankh an Tycoon Games.

Parallel warten Unterstützer auf Ware. Kampagnen wie DC Super Heroes United (4,4 Millionen Dollar) und DCeased (2,5 Millionen Dollar) sind noch nicht ausgeliefert, CMON erwartet die Lieferung nun für das vierte Quartal 2026. Neue Crowdfunding-Projekte hatte der Verlag im April 2025 wegen der US-Zölle auf in China gefertigte Spiele pausiert, ein Wiederanlauf ist für Ende 2026 geplant.

Schlechtes Timing: der NFT-Markt seit 2021

Der Zeitpunkt für den NFT-Einstieg wäre ohnehin heikel gewesen. Der NFT-Hype erreichte 2021 seinen Höhepunkt, die Spekulationsblase platzte bereits ein Jahr später: Viele Token verloren über 90 Prozent ihres Höchstwerts. Kickstarter verbietet NFT-Inhalte weiterhin: Die Kampagne Wonders of the First musste 2024 genau daran scheitern.

Star Trek: Captain's Chair, Welle 2: Frosted Games bringt ein zweites Grundspiel auf Deutsch

29. Juli 2026 um 12:46
Star Trek: Captain's Chair, Welle 2: Frosted Games bringt ein zweites Grundspiel auf Deutsch

Das expertengewichtige Kartenduell aus der Imperium-Meta-Reihe wächst auf Deutsch weiter: Frosted Games kündigt die zweite Welle von Star Trek™: Captain's Chair an. Im Zentrum stehen ein komplett eigenständiges zweites Grundspiel, eine Erweiterung und ein exklusives Promoset. Wir ordnen ein, was die neuen Boxen spielerisch bringen, und trennen das von der Vorbestellaktion, die parallel läuft.

Auf einen Blick

  • Spieleranzahl: 1 bis 2
  • Spieldauer: 60 bis 120 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Gewicht (BGG): rund 4 von 5 (Kenner- bis Expertenbereich)
  • Design: Nigel Buckle und Dávid Turczi (neue Titel zusätzlich Adam Turczi)
  • Verlag: Frosted Games (Original: WizKids)

Captain's Chair: Spielprinzip, Spielerzahl und Dauer

Captain's Chair ist ein Duell für ein bis zwei Spielende, ausgelegt auf 60 bis 120 Minuten und ab 14 Jahren. Diese Zeitspanne ist eine Verlagsangabe für ein Duell, das die BoardGameGeek-Community bei einem Gewicht von rund 4 von 5 verortet, also im Kenner- bis Expertenbereich; Erstpartien liegen erfahrungsgemäß eher am oberen Ende.

Mechanisch gehört das Spiel zur Imperium-Engine von Nigel Buckle und Dávid Turczi. Statt das Deck ständig neu zu mischen, läuft man es im Spielverlauf durch und veredelt es dabei Schritt für Schritt. Jede Seite führt ein asymmetrisches Captain-Deck und baut es per Deckbuilding aus. Im Kern ringen beide Captains Kopf an Kopf um Gebiets- und Einflussmehrheiten (Area Majority). Offener Konflikt ist dabei aber nicht der einzige Weg zum Sieg: Je nach Captain führen auch Diplomatie, Exploration und Wissenschaft zum Ziel. Das öffnet dem Duell mehr Wege als reines Aufeinanderprallen.

Einen Solo-Modus gegen einen automatisierten Gegner gibt es ebenfalls. Beim ersten Grundspiel ist er in der Community ausgesprochen stark aufgenommen worden: Bei BoardGameGeek ist die Ein-Personen-Variante als beste Besetzung markiert. Diese Einordnung bezieht sich ausdrücklich auf das erste Grundspiel. Für die beiden neuen Titel ist die Stimmenbasis noch zu dünn (rund 70 und rund 33 Bewertungen), um eine belastbare Solo-Aussage zu treffen.

Verantwortlich für das Design sind Nigel Buckle und Dávid Turczi, bei den neuen Titeln zusätzlich Adam Turczi. Das Original stammt von WizKids, die deutsche Ausgabe kommt von Frosted Games, dem Verlag hinter dem Kennerspiel-des-Jahres-Gewinner Rebirth.

Unendliche Weiten (To Boldly Go): sechs neue Captains

Das neue Grundspiel Unendliche Weiten (im Original To Boldly Go) ist eigenständig spielbar und tritt mit sechs neuen, asymmetrischen Captains an. Es lässt sich laut Frosted zu 100 Prozent mit dem ersten Grundspiel kombinieren, alle Decks beider Boxen sind mischbar. BoardGameGeek nennt unter den Captains James T. Kirk, Khan Noonien Singh, Philippa Georgiou und den Pakled-Commander Rebner. Der Newsletter führt zusätzlich Jonathan Archer an. Die vollständige Captain-Liste kommuniziert Frosted bisher nicht, wir tragen sie nach, sobald sie vorliegt.

Zweiter Kontakt (Second Contact): drei Captains und ein Crossover

Die Erweiterung Zweiter Kontakt (Second Contact) bringt drei weitere Captains ins Spiel: Carol Freeman, William T. Riker und Christopher Pike. Sie benötigt die Common-Cards eines Grundspiels und führt einen neuen Mechanismus mit Crossover-Karten ein. BoardGameGeek nennt dazu Krulmuth-B als neuen Startort, ein Portal durch Raum und Zeit, das plausibel den Kern dieses Crossover-Mechanismus bildet. Frosted vermarktet die Box als thematisch ganz auf Lower Decks ausgerichtet. Das trifft nur teilweise: Carol Freeman stammt aus Lower Decks, Christopher Pike gehört in die Ära von Strange New Worlds und der Classic-Serie, William T. Riker in die Next Generation. Es gibt also einen Lower-Decks-Schwerpunkt, aber eben nicht nur.

Ein Hinweis zur Einordnung: Als etablierte Gesamtwertung taugen die BoardGameGeek-Zahlen der beiden neuen Titel bislang nicht; dafür ist die Stimmenbasis noch zu klein.

Die Vorbestellaktion, nüchtern

Frosted Games hat für die zweite Welle ein Vorbestellfenster geöffnet, das bis einschließlich 12.08.2026 läuft. Exklusiv beim Verlag liegt Promoset 2 bei: sechs Karten und ein Raumschiff-Standee. Wer nur Unendliche Weiten bestellt, erhält es gratis dazu.

Dazu gibt es zwei Bundles. Das Khaaaaaaaan!-Bundle fasst alle neuen Inhalte zusammen (Unendliche Weiten, Zweiter Kontakt und Promoset 2) und kostet 99,00 Euro statt 107,90 Euro, versandkostenfrei nach Deutschland, mit reduzierten Versandkosten nach Österreich. Das Warp-5-6-7-8-Bundle (All-In) enthält zusätzlich das erste Grundspiel samt Promoset 1 und liegt bei 169,00 Euro statt 185,85 Euro, ebenfalls versandkostenfrei innerhalb Deutschlands. Frosted bietet kein Split-Shipping: Alle Inhalte gehen erst gemeinsam raus, sobald die neuen Titel lieferbar sind. Einen exakten Liefertermin nennt der Verlag bisher nicht, ebenso wenig einen deutschen Einzel-UVP der Produkte.

Wer vor der Entscheidung Bewegtbild sehen möchte: Spartacus von Spartacus Spielt Solo hat bereits ein Let's Play veröffentlicht, Jonathan Archer aus Unendliche Weiten gegen Carol Freeman aus Zweiter Kontakt. So kommen Grundspiel und Erweiterung gemeinsam in Aktion aufs Bild.

arsEdition und Asmodee: Vertrieb der Familienspiele startet

28. Juli 2026 um 20:21
arsEdition und Asmodee: Vertrieb der Familienspiele startet

Der Kinderbuchverlag arsEdition und der Spiele-Distributor Asmodee bündeln ihre Kräfte im Vertrieb. Seit Anfang 2026 übernimmt Asmodee den Verkauf der arsEdition-Familienspiele im spezialisierten Spielwarenhandel sowie bei ausgewählten Großhändlern. Für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das vor allem eines: Die Familienspiele des Verlags dürften künftig leichter im Fachhandel zu finden sein.

arsEdition ist im Buchhandel seit über hundert Jahren zu Hause und gehört zur Bonnier-Gruppe. Bislang war der Verlag vor allem als Kinderbuchverlag bekannt. In den vergangenen Jahren hat arsEdition ein wachsendes Portfolio an Familienspielen ab acht Jahren aufgebaut und dafür auch mit externen Autoren zusammengearbeitet. Der Vertrieb im Spielwarenhandel war für einen Buchverlag jedoch Neuland, und genau diese Lücke soll die Partnerschaft schließen.

Vertrieb: klare Aufteilung der Kanäle

Die Zusammenarbeit trennt die Vertriebswege sauber. Asmodee bedient den selbstständigen und spezialisierten Spielwarenhandel sowie ausgewählte Großhändler. arsEdition betreut weiterhin den Buchhandel selbst, einschließlich der großen Buchhandelsketten. Damit spielt jeder Partner seine gewachsene Stärke aus: der Verlag im Buch, der Distributor im Spielregal.

Zuständig für den deutschsprachigen Markt ist die in Essen ansässige Asmodee Deutschland, die deutsche Tochter des französischen Unternehmens. Asmodee zählt zu den international führenden Distributoren für Brett- und Kartenspiele und verfügt über ein etabliertes Händlernetz im Fachhandel. Der Konzern ist über die Asmodee Group an der Nasdaq Stockholm notiert.

Zwei Perspektiven, ein Ziel

Beide Seiten betonen die Ergänzung ihrer Kompetenzen. Nach eigener Darstellung will arsEdition Familienspiele ab acht Jahren entwickeln, die sich durch „innovative Mechaniken, starke Marken und ein einzigartiges Design“ auszeichnen; mit Asmodee als Partner lasse sich das Portfolio gezielter in den relevanten Kanälen positionieren, sagt Rebecca Roscher, kaufmännische Geschäftsführerin bei arsEdition. Udo Fischer, Geschäftsführer von Asmodee Deutschland, spricht von zwei unterschiedlichen Perspektiven, die sich ergänzten: die Kompetenz aus dem Buchhandel und die langjährige Erfahrung bei Brett- und Kartenspielen. Diese Formulierungen stammen aus der gemeinsamen Pressemitteilung und sind entsprechend als Eigenwerbung zu lesen.

Was die Mitteilung offenlässt

Für Leser bleiben die konkreten Fragen offen. Die Pressemitteilung nennt keinen einzigen Spieltitel. Es heißt lediglich, der Umfang des Portfolios werde „fortlaufend erweitert“. Auch zu Preisen, Erscheinungsterminen oder Auflagenhöhen gibt es keine Angaben. Wer wissen will, welche arsEdition-Spiele demnächst im Fachhandel stehen und was sie kosten, muss vorerst auf weitere Ankündigungen warten. Nach welchen Kriterien Titel für den Spielwarenhandel ausgewählt werden, teilt die Mitteilung ebenfalls nicht mit.

Unterm Strich ist die Nachricht eine Vertriebs-, keine Produktankündigung. Sie verspricht bessere Verfügbarkeit der arsEdition-Familienspiele im Fach- und Spielwarenhandel. Ob daraus für Spieltische im DACH-Raum spürbar mehr Auswahl wird, hängt an den Titeln, die der Verlag in den kommenden Monaten nachlegt.

Eckdaten

WerarsEdition (Kinderbuchverlag, Bonnier-Gruppe) und Asmodee (Distributor Brett- und Kartenspiele)
Ab wannseit Anfang 2026
Welche KanäleAsmodee: spezialisierter Spielwarenhandel und ausgewählte Großhändler. arsEdition: Buchhandel und große Buchhandelsketten
Welche SpieleFamilienspiele-Portfolio ab 8 Jahren; konkrete Titel in der Mitteilung nicht genannt

Crowdfunding-Wochenschau KW 31/2026: Galileo's Truth, Pinguine und ein Zeitreise-Kennerspiel auf Deutsch

28. Juli 2026 um 20:11
Crowdfunding-Wochenschau KW 31/2026: Galileo's Truth, Pinguine und ein Zeitreise-Kennerspiel auf Deutsch

Die Crowdfunding-Wochenschau der KW 31 blickt auf die Kampagnen vom 21. bis 28. Juli 2026. Zwei Gamefound-Schwergewichte gehen finanziert in ihre letzten Stunden, ein Kickstarter-Familienspiel steuert auf sein Ende zu, und in der Spieleschmiede ist ein deutsches Zeitreise-Kennerspiel neu gestartet. Die Auswahl folgt nicht allein den Summen: Entscheidend sind Spielmechanik, DACH-Relevanz und ein erkennbarer Anlass. Zum Vergleich zeigt die Wochenschau der Vorwoche die Projekte der KW 30.

Galileo's Truth: Euro-Schwergewicht von Awaken Realms

Galileo's Truth läuft seit dem 7. Juli auf Gamefound und endet bereits am Abend des 28. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 1.110.787,56 Euro bei einem Ziel von 25.000 Euro. Das entspricht 4.443,15 Prozent und 7.619 Unterstützenden.

Das kompetitive Euro-Spiel für eine bis vier Personen versetzt euch als Gelehrte in die Frühzeit der modernen Wissenschaft. Ihr beobachtet den Himmel, verfasst Traktate und baut Erfindungen, während der Verdacht der Inquisition mit jeder Entdeckung steigt. Mechanisch verbindet das Spiel Worker Placement mit verdecktem Drafting, Deck- und Beutelbau sowie Tech-Leisten.

Die Designer sind Virginio Gigli und Flaminia Brasini, die Ausgabe erscheint bei Awaken Realms. BoardGameGeek nennt rund 90 bis 120 Minuten Spielzeit, eine Altersempfehlung ab 14 Jahren und eine Komplexität von 3,33 von 5. Ein Solo-Modus ist bestätigt, ein eigenes Inquisitor-Token verweist ausdrücklich darauf. Die Sprachfassung lässt sich in der Kampagne wählen, eine deutsche Version ist damit möglich.

Aufnahmekriterium: kurz vor Ende und finanziert, zusätzlich mehr als 300 Prozent Quote sowie ein bemerkenswerter Verlag und bekannte Designer.

Restart: deutsches Zeitreise-Kennerspiel neu in der Spieleschmiede

Restart ist am 25. Juli in der Spieleschmiede gestartet. Zum Stand 28. Juli zählte die Kampagne 55 Unterstützende, die Restlaufzeit liegt bei rund 23 Tagen bis etwa zum 20. August. Einen Finanzierungsstand in Euro weist der ausgelesene Datensatz nicht aus.

Giant Roc bringt das kompetitive Kennerspiel in einer deutschen Deluxe-Edition heraus. Thematisch reist ihr durch die Zeit, erfüllt Missionen und versucht, drohende Dystopien abzuwenden. Der Klappentext spielt mit bekannten Zeitreise-Motiven wie dem Schmetterlingseffekt und dem Großvaterparadoxon.

Die deutsche Grundspiel-Fassung liegt im Datensatz bei 105 Euro, höhere Stufen bündeln Miniaturen, die Gadgets-Erweiterung und die Duality-Mini-Erweiterung. Wer das Spiel entworfen hat, nennt der ausgelesene Datensatz nicht, ebenso wenig Spieleranzahl, Spielzeit oder Altersfreigabe. Diese Eckdaten solltet ihr vor einer Unterstützung direkt auf der Kampagnenseite prüfen.

Aufnahmekriterium: neu live und besondere DACH-Relevanz durch die deutsche Ausgabe des etablierten Verlags Giant Roc.

The Isle of Penguins: Polyomino-Spiel in der letzten Woche

The Isle of Penguins läuft seit dem 7. Juli auf Kickstarter und endet am 30. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 345.734 Pfund bei einem Ziel von 23.500 Pfund. Das entspricht 1.471,21 Prozent und 4.257 Unterstützenden.

Ein bis vier Personen (mit Erweiterung bis sechs) retten Pinguine auf ihre Flöße, bevor das Eis schmilzt. Der Kern ist ein offenes Drafting mit Legespiel: Ihr zieht Karten und passt Polyomino-Teile möglichst lückenlos auf euer Tableau. Set Collection und Musterbildung bestimmen die Wertung.

Designer und Verlag ist Frank West, das Spiel ist der Nachfolger von The Isle of Cats. BoardGameGeek nennt 60 bis 90 Minuten Spielzeit und eine Altersempfehlung ab 8 Jahren, was den Titel klar Richtung Familien- und Einstiegsspiel rückt. Ein Solo-Modus ist bestätigt. Der günstigste ausgelesene Pledge mit Spiel liegt bei 45 Pfund, Versand und Steuern kommen hinzu.

Aufnahmekriterium: weniger als sieben Tage Restlaufzeit und finanziert, zusätzlich mehr als 300 Prozent Quote und über 100.000 Pfund Volumen.

Politik: Machtkampf um eine zerfallene Welt

Politik läuft seit dem 30. Juni auf Gamefound und endet am 30. Juli. Zum Stand 28. Juli standen 241.905,67 US-Dollar bei einem Ziel von 100.000 US-Dollar. Das entspricht 241,91 Prozent und 1.944 Unterstützenden.

Zwei bis sechs Personen ringen um die militärische, politische und wirtschaftliche Kontrolle über eine zerfallene Welt. Das Strategiespiel von Black Yeti Games setzt auf Konfrontation und wirtschaftliche Entscheidungen. Die Kampagne nennt 150 Minuten Spielzeit und ein Mindestalter von 14 Jahren.

Über die reine Spieleranzahl ab zwei Personen weist der Datensatz keinen Solo-Modus aus. Auch den Namen des Designers und eine deutsche Sprachfassung nennt der ausgelesene Datensatz nicht. Das hohe Volumen ist ein Signal, ersetzt aber keine Prüfung von Preis, Versand und Sprachabhängigkeit.

Aufnahmekriterium: weniger als sieben Tage Restlaufzeit und finanziert, zusätzlich mehr als 100.000 US-Dollar Volumen.

Einordnung

Diese Woche verteilen sich die Titel auf alle drei beobachteten Plattformen: zwei auf Gamefound, einer auf Kickstarter, einer in der Spieleschmiede. Damit ergänzt die Ausgabe keinen schwachen Kandidaten nur für eine gleichmäßige Verteilung.

Crowdfunding bleibt eine Vorbestellung mit Risiko. Prüfe vor einer Unterstützung insbesondere Sprache, Versandkosten, Steuern und den bisherigen Lieferverlauf des Anbieters.

Board Game Arena: Neue Spiele der Woche (21. bis 28. Juli 2026)

28. Juli 2026 um 20:11
Board Game Arena: Neue Spiele der Woche (21. bis 28. Juli 2026)

In den vergangenen sieben Tagen sind auf Board Game Arena zwei Neuzugänge erschienen: ein eigenständiges Kartenspiel rund um das Tarot und eine kompakte Erweiterung für ein bekanntes Zwei-Personen-Duell. Diese Übersicht fasst zusammen, worum es geht, für wie viele Personen die Titel gedacht sind und ob du ein Premium-Abo brauchst.

Soothsayers: Tarot als Wettlauf um das Schicksal

Soothsayers ist ein Kartenspiel für 2 bis 5 Personen. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Entworfen hat es Jeff Grisenthwaite, herausgegeben wird es von Play to Z, im deutschsprachigen Raum betreut von Strohmann Games. Eine Partie dauert laut BoardGameGeek 30 bis 60 Minuten und richtet sich an Spielende ab 12 Jahren.

Du übernimmst die Rolle einer mystischen Figur und versuchst, vor deinen Rivalen die Kontrolle über das Schicksal zu gewinnen. In deinem Zug wählst du eine von vier Aktionen: Münzen verdienen, neue Karten ziehen, in höhere Stufen aufsteigen oder eine Tarotkarte einfangen. Jede eingefangene Karte gibt dir eine neue Fähigkeit, die du mit deinen Aktionen kombinierst. Zu den Mechaniken zählen offenes Drafting, Handkartenmanagement und ein Follow-Mechanismus, bei dem Mitspielende deiner Aktion folgen können.

Auf BoardGameGeek kommt Soothsayers auf eine Durchschnittsbewertung von 7,6 bei rund 540 Stimmen, die Gewichtung liegt bei etwa 2,2 von 5. Damit ist der Titel im mittleren Komplexitätsbereich angesiedelt.

Splendor Duel: Die Juwelenfälscher: neue Regeln fürs Duell

Splendor Duel: Die Juwelenfälscher ist eine Erweiterung für das Zwei-Personen-Spiel Splendor Duel. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Entwickelt wurde die Reihe von Marc André und Bruno Cathala, herausgegeben von Space Cowboys. Eine Partie ist weiterhin für genau 2 Personen ausgelegt, dauert rund 30 Minuten und eignet sich ab 10 Jahren.

Die Erweiterung bringt acht neue Königskarten sowie die titelgebenden Juwelenfälscher ins Spiel: vier Marker für unechte Edelsteine und 17 zusätzliche Karten. Diese Elemente sorgen für mehr Asymmetrie und verändern die bekannten Strategien des Grundspiels. Am Kern von Splendor Duel ändert sich nichts: Du sammelst weiterhin Edelstein- und Perlenmarker, kaufst Karten und verfolgst drei mögliche Wege zum Sieg.

Das Grundspiel Splendor Duel zählt auf BoardGameGeek mit über 19.000 Bewertungen und einem Schnitt von 7,9 zu den bestbewerteten Zwei-Personen-Titeln. Die Erweiterung selbst ist mit bislang rund 90 Stimmen noch zu neu für ein aussagekräftiges Ranking.

Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026

20. Juli 2026 um 14:04
Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026

Die Board Game Arena Neuheiten vom 13. bis 19. Juli 2026 setzen vollständig auf Karten. FlipToons baut ein Deck rund um eine Zeichentrickbesetzung auf, YRO verbindet Handmanagement mit einem 3-mal-3-Raster und Jackpot: Set the Reel macht aus einer Kartenhand einen planbaren Spielautomaten. Hier findest du die wichtigsten Unterschiede bei Mechanik, Besetzung und Spieldauer.

FlipToons: Deckbau mit wechselnder Besetzung

FlipToons ist neu auf Board Game Arena. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Du stellst ein Deck aus Zeichentrickfiguren zusammen und deckst pro Runde sechs Karten in einem 3-mal-2-Raster auf. Die Effekte der Figuren greifen ineinander und erzeugen Ruhm, den du für neue Karten oder das Entfernen unpassender Karten ausgibst.

Das Rennziel liegt bei mindestens 30 Ruhm in einer Auslage, danach folgt eine letzte Wertung. Der schnelle Ablauf ist damit mehr als bloßes Aufdecken: Marktentscheidungen, Deckausdünnung und die Positionen im Raster bestimmen, wie zuverlässig deine Besetzung punktet.

FlipToons stammt von Jordy Adan und Renato Simões und erschien bei Thunderworks Games. Es ist für 1 bis 4 Personen ab 10 Jahren ausgelegt. BoardGameGeek nennt 15 bis 30 Minuten Spieldauer, während BGA im Durchschnitt rund 11 Minuten misst. Die BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 7,31 aus 3.039 Bewertungen.

YRO: Gildenaufbau im Kartenraster

YRO ist die zweite Neuerscheinung der Woche. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Du rekrutierst Mitglieder für deine Gilde und ordnest sie in einem 3-mal-3-Raster an. Gemeinsamkeiten bei Fraktion oder Beruf lösen Boni aus, während Kampfwerte sowie Magie- und Technologiepunkte weitere Fähigkeiten erschließen.

BGG führt Handmanagement, Set Collection und Push Your Luck als zentrale Mechaniken. Damit verlangt YRO vor allem, Karten nicht nur nach ihrem Einzelwert zu wählen, sondern ihre Position und ihre Verbindung zu bereits ausliegenden Figuren mitzudenken.

Masato Uesugi hat YRO entworfen, als Hauptverlag nennt BGA Studio Supernova. Das Kartenspiel eignet sich für 1 bis 5 Personen ab 10 Jahren und dauert laut BGG 20 bis 30 Minuten. BGA weist für die digitale Umsetzung derzeit eine durchschnittliche Dauer von rund 6 Minuten aus. Die BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 7,36 aus 1.043 Bewertungen.

Jackpot: Set the Reel mit planbarer Kartenfolge

Jackpot: Set the Reel ergänzt das Trio. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Du legst Karten aus deiner Hand zu einem Spielautomatenraster und punktest für passende Symbole. Der entscheidende Kniff: Die Karten werden nicht gemischt, sodass du ihre Reihenfolge durch Tauschen, Aufwerten und Neuordnen gezielt vorbereitest.

Alle spielen gleichzeitig. Nach dem Auslegen gibst du eine Karte weiter, nimmst eine neue an und sammelst Münzen aus einer Spalte. BGG ordnet das Spiel unter anderem Handmanagement, Musterbildung und Deckbau zu. Ein Solomodus ist ebenfalls vorhanden.

Jackpot: Set the Reel wurde von Kristian Karlberg und Kenny Zetterberg für Dranda Games entwickelt. Es ist für 1 bis 4 Personen ab 12 Jahren vorgesehen. BGG nennt 30 bis 60 Minuten, BGA misst bei den bislang gespielten Onlinepartien im Durchschnitt rund 25 Minuten. Die noch junge BGG-Wertung lag beim Abruf am 20. Juli 2026 bei 6,34 aus 112 Bewertungen und ist deshalb nur eine frühe Momentaufnahme.

Kingdom Come: Deliverance Brettspiel - deutsche Erstauflage

16. Juli 2026 um 14:50
Update vom 16. Juli 2026: Die deutsche Erstauflage von Kingdom Come: Deliverance - Das Brettspiel soll wegen der hohen Nachfrage ausschließlich im Onlineshop von HeidelBÄR Games erhältlich sein. Erst die zweite Auflage ist für den regulären Handel vorgesehen. Der endgültige UVP dieser Handelsauflage steht laut HeidelBÄR noch nicht fest, aktuell gelistete Preise und Angebote können sich deshalb ändern. Wichtig: Das Vorbestellende am 16. August 2026 gilt nur für die englische Ausgabe bei CGE. HeidelBÄR nimmt keine Vorbestellungen für die englische Fassung mehr an.
Kingdom Come: Deliverance Brettspiel - deutsche Erstauflage

Das Videospiel-Böhmen kommt auf den Spieltisch: Czech Games Edition (CGE) hat am 1. Juli 2026 Kingdom Come: Deliverance - Das Brettspiel angekündigt, eine Adaption des Rollenspiels von Warhorse Studios. Für die deutsche Ausgabe ist HeidelBÄR Games verantwortlich. Nach aktueller Auskunft des deutschen Verlags wird die deutsche Erstauflage exklusiv im HeidelBÄR-Onlineshop angeboten, der Nachdruck soll anschließend in den regulären Handel kommen.

Wer die englische Ausgabe direkt bei CGE vorbestellen möchte, hat dafür laut CGE bis zum 16. August 2026 Zeit, sofern die verfügbare Menge nicht vorher ausgeschöpft ist. Dieses Datum gilt nicht pauschal für HeidelBÄR oder die deutsche Ausgabe.

Bemerkenswert ist das Autorengespann: Tomáš Holek und Vlaada Chvátil arbeiten erstmals gemeinsam an einem Titel. Chvátil ist unter anderem für Codenames, Through the Ages und Mage Knight bekannt. Holek veröffentlichte 2024 SETI. Das macht die Zusammenarbeit für erfahrene Spielende interessant, erlaubt aber keine belastbare Vorhersage über die konkrete Mechanik oder Spieltiefe von Kingdom Come: Deliverance. Die Namen wecken Erwartungen, ersetzen aber weder veröffentlichte Detailregeln noch Spielerfahrung.

Worum es im Spiel geht

Sie beginnen als einfache Person im Böhmen des Jahres 1403. Über fünf Spieltage entwickeln Sie Ihren Charakter, sammeln Ausrüstung, knüpfen Beziehungen und verfolgen Geschichten mit unterschiedlichen Ausgängen. Nach dem fünften Tag gewinnt, wer mit Quests, Handlungsfortschritt, Ausrüstung und Kontakten die meisten Punkte gesammelt hat.

Mechanisch verbindet das Spiel Deckbuilding und Handkartenmanagement mit Quests und Bewegung auf einem illustrierten Spielplan. Erfahrungspunkte schalten neue Fertigkeitskarten für das eigene Deck frei. Die Karten lassen sich für verschiedene Aktionen wie Jagen, Stehlen, Kämpfen oder Kräutersammeln einsetzen. Sie dienen außerdem für Fertigkeitstests oder können für unmittelbare Boni abgelegt werden. Der belegbare Entscheidungsdruck liegt damit zunächst in der Mehrfachnutzung der Hand: Eine Karte, die jetzt einen Bonus bringt, steht nicht zugleich für eine Aktion oder einen späteren Test bereit. Außerdem müssen Sie innerhalb von fünf Spieltagen abwägen, welche Quests, Fertigkeiten, Ausrüstung und Beziehungen genug Punkte oder Fortschritt versprechen. Wie knapp Karten, Wege und Zeit tatsächlich werden und ob weitere Engpässe diese Entscheidungen verschärfen, erklären die veröffentlichten Texte bisher nicht. Eine belastbare Aussage zur Spieltiefe lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Das Spiel ist kompetitiv, vermeidet laut CGE aber direkte Kämpfe zwischen den Spielenden. Begegnungen am selben Ort können sogar bei schwierigen Tests helfen. Die acht wählbaren Figuren wurden eigens für das Brettspiel geschaffen. CGE beschreibt bislang weder unterschiedliche Startfähigkeiten noch asymmetrische Charakterdecks oder eigene Regeln. Damit bleibt ein für den Kauf relevantes Signal offen: Ob die Figuren verschiedene Spielweisen tragen oder vor allem thematische Identität bieten, ist anhand der veröffentlichten Informationen nicht zu beurteilen.

Kingdom Come: Deliverance ist für eine bis vier Personen ausgelegt. CGE bezeichnet den Solo-Modus als vollständig unterstützt, erklärt öffentlich bislang aber nicht, ob dafür ein Automa, veränderte Ziele oder andere Sonderregeln eingesetzt werden.

Eckdaten im Überblick

MerkmalAngabe
TitelKingdom Come: Deliverance - Das Brettspiel
AutorenTomáš Holek und Vlaada Chvátil
VerlagCzech Games Edition, deutsche Ausgabe bei HeidelBÄR Games
LizenzWarhorse Studios
SettingBöhmen im Jahr 1403
Spielerzahl1 bis 4
Alterab 14 Jahren
Spielzeitrund 90 Minuten pro Person
MechanikDeckbuilding, Handkartenmanagement, kartenbasierte Fertigkeitstests, Quests, Flächenbewegung
PreisEnglische Ausgabe bei CGE: 149,99 Euro; UVP der deutschen Handelsauflage noch offen
Deutsche AusgabeErstauflage exklusiv im HeidelBÄR-Onlineshop; zweite Auflage für den regulären Handel vorgesehen
VorbestellungCGE: bis 16. August 2026, solange verfügbar; dieses Datum gilt nicht für HeidelBÄR
VeröffentlichungEnglische Erstauflage rund um die SPIEL Essen 2026; deutsche Ausgabe laut HeidelBÄR im Frühjahr 2027

Ein Wort zur Spielzeit: CGE nennt rund 90 Minuten pro Person. Bei vier Personen wären damit ungefähr sechs Stunden einzuplanen. Diese Angabe gilt durchgehend für Tabelle und Text.

Umfang und Ausstattung

CGE nennt mehr als 700 Karten, einen illustrierten Spielplan der Region um Sázava, zehn Handlungsstränge einschließlich eines Einführungsszenarios, doppellagige Spielertableaus und mehr als 200 Holzverbundmarker. Hinzu kommen mehr als 180 Ressourcenmarker, Pferdeplättchen, weitere Tafeln und Plättchen sowie eine Sortierlösung. Da sich das Spiel noch in Entwicklung befindet, weist CGE darauf hin, dass sich die Komponenten ändern können.

Metallmünzen und Kartenhüllen werden als kostenpflichtige Ergänzungen angeboten. Wer sich vorab einen Eindruck vom Ablauf verschaffen möchte, findet bei CGE außerdem eine englischsprachige aufgezeichnete Spielrunde.

Vorbestellung statt Crowdfunding

Kingdom Come: Deliverance wird nicht über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. CGE verkauft die englische Ausgabe über eine Vorbestellaktion und erklärt, dass das Spiel unabhängig von der Zahl der Vorbestellungen erscheint. Stretch-Goals gibt es daher nicht, weder mechanische Zusatzinhalte noch durch Etappenziele freigeschaltete Komponenten-Aufwertungen.

Für deutschsprachige Interessierte ist die Vertriebsform entscheidend: HeidelBÄR will die deutsche Erstauflage wegen der hohen Nachfrage exklusiv im eigenen Onlineshop anbieten. Erst die zweite Auflage soll regulär in den Handel gelangen. Deren UVP ist noch offen. Wer derzeit Preise bei Händlern findet, sollte sie deshalb nicht als endgültige Preisangabe verstehen.

Die englische Ausgabe lässt sich bei HeidelBÄR nicht mehr vorbestellen. Das von CGE genannte Ende am 16. August 2026 betrifft ausschließlich die Vorbestellung bei CGE und kann bei erschöpfter Menge früher unterbrochen werden.

Einordnung für den deutschsprachigen Raum

CGE plant die Auslieferung seiner englischen EU-Erstauflage rund um die SPIEL Essen 2026. Für die deutsche Ausgabe nennt HeidelBÄR weiterhin das Frühjahr 2027. Wer auf Deutsch spielen möchte, muss deshalb länger warten und für die Erstauflage den HeidelBÄR-Onlineshop im Blick behalten. Wer die englische Ausgabe bevorzugt, muss direkt bei CGE oder im offiziellen Kingdom-Come-Shop prüfen, ob noch Exemplare verfügbar sind.

Ob die Adaption den Erwartungen an die Videospielvorlage und das bekannte Autorenduo gerecht wird, lässt sich erst nach einer Partie beurteilen. Die veröffentlichten Informationen zeigen ein großes, kartengetriebenes Abenteuerspiel, bei dem die Entwicklung des eigenen Charakters wichtiger ist als direkte Konfrontation. Wie tief die Entscheidungen reichen und ob die Figuren eigene mechanische Profile besitzen, bleibt bis zu detaillierteren Regeln oder belastbaren Partien offen.

Flossenschlag Haie & Riffe: die Erweiterung

16. Juli 2026 um 14:46
Flossenschlag Haie & Riffe: die Erweiterung

Informationsstand: 16. Juli 2026

Die Erweiterung Flossenschlag: Haie & Riffe ergänzt das Grundspiel um Korallenriffe, Rifffische und neue Hai-Fähigkeiten. Sie soll in deutscher Sprache im vierten Quartal 2026 erscheinen und verändert vor allem, welche Voraussetzungen beim Aufbau der drei Tauchstellen wichtig werden.

Eckdaten zu Flossenschlag: Haie & Riffe

MerkmalAngabe
TypErweiterung, Grundspiel erforderlich
Spielende1 bis 5
Spielzeit45 bis 60 Minuten
Alterab 10 Jahren
AutorMichael O’Connell
Deutscher VerlagFeuerland Spiele
Deutsche VeröffentlichungQ4 2026, laut Druckkalender November 2026
Neue Karten75 Fischkarten plus 5 Startfischkarten
Solo-Modusangepasste Regeln und Ersatzkarten für Nautoma, den automatisierten Solo-Gegner

Feuerland gibt die Spielzeit mit 45 bis 60 Minuten an. Belastbare Erfahrungen aus Familienrunden liegen uns noch nicht vor. Wie lange eine Partie tatsächlich dauert, dürfte von der Besetzung und der Regelsicherheit am Tisch abhängen.

Korallen werden zur neuen Voraussetzung

Im Grundspiel setzen Sie Fische in drei Tauchstellen ein und tauchen durch die dort aufgebauten Kartenreihen. Die Erweiterung legt auf jede Tauchstelle eine Korallenriff-Auflage. Damit entsteht neben Fischen, Eiern und Jungfischschwärmen eine weitere Ressource, die Sie beim Aufbau Ihres Ozeans beachten müssen.

Neue Fähigkeiten lassen Sie Korallen an den Tauchstellen sammeln. Ein gut entwickeltes Riff ist nicht nur eine zusätzliche Wertungsquelle. Es entscheidet auch darüber, ob Sie bestimmte Rifffische ausspielen können. Andere Fischfähigkeiten gewähren ihren Bonus erst, wenn die verlangte Korallenmenge erreicht ist. Dadurch konkurrieren Karten nicht nur um einen passenden Platz in der Sonnenlicht-, Dämmerungs- oder Mitternachtszone. Auch der Zustand des jeweiligen Riffs beeinflusst, wann eine Karte sinnvoll oder überhaupt spielbar ist.

Das ist die wichtigste mechanische Änderung: Korallen bilden eine zweite Bedingungsebene über dem bekannten Kartenaufbau. Wer eine Tauchstelle früh mit Korallen versorgt, öffnet sich dort neue Karten und Boni. Wer die Riffe vernachlässigt, kann einen Teil des neuen Kartendecks nicht voll nutzen.

Diese zusätzliche Bedingungsebene kann den Einstieg erklärintensiver machen, weil neben den bekannten Kartenreihen nun auch die Korallen-Voraussetzungen im Blick bleiben müssen. Ob das in der Praxis tatsächlich zu einer höheren Einstiegshürde führt, lässt sich ohne eigene Partien noch nicht belegen.

Haie verteilen Schwärme und hinterlassen Nahrung

Die neuen Haie folgen ebenfalls eigenen Mustern. Laut Feuerland können sie Jungfischschwärme zerstreuen. Diese Schwärme verschwinden dabei nicht einfach, sondern können an anderer Stelle neue Schwärme bilden. Zusätzlich hinterlassen Haie Futterreste, die andere Fische im eigenen Ozean verzehren dürfen.

Damit greifen die Hai-Fähigkeiten in zwei bekannte Elemente ein: die Position von Jungfischen und das Fressen von Karten. Welche Haiarten die deutsche Ausgabe im Einzelnen enthält, führt Feuerland auf seiner Produktseite noch nicht vollständig auf. Belastbar ist deshalb nur, dass das Kartenset mehrere neue Haie mit diesen neuen Fähigkeiten umfasst.

75 Fischkarten, dazu fünf neue Startfische

Die oft genannte Zahl von 75 neuen Fischkarten braucht eine Ergänzung. Die Komponentenliste von Stonemaier Games führt 75 reguläre Fischkarten und fünf Startfischkarten auf. Insgesamt kommen also 80 Fischkarten in die Schachtel. Hinzu kommen fünf Korallenriff-Auflagen, 90 Korallenmarker, drei Erfolgsplättchen, ein Erfolgsplan, fünf Spielhilfen und ein Wertungsblock.

Für den Solo-Modus enthält die Erweiterung drei Ersatz-Entscheidungskarten und drei Ersatz-Erfolgskarten für Nautoma sowie eine neue Spielhilfe. Feuerland stellt außerdem eine separate deutsche Nautoma-Regel bereit. Solo-Spielende erhalten damit nicht nur das Material des Mehrpersonenspiels, sondern eine ausdrückliche Anpassung des automatisierten Gegners.

Autor und grafische Gestaltung

Feuerland Spiele nennt Michael O’Connell als Autor der Erweiterung. Die grafische Gestaltung stammt laut deutscher Produktseite von Ana María Martínez Jaramillo und Catalina Martínez. Weitere Co-Autoren führt der Verlag für Haie & Riffe nicht auf.

Deutsche Ausgabe im November geplant

Für den DACH-Markt ist die Lage klarer als bei vielen internationalen Ankündigungen: Feuerland Spiele führt eine deutschsprachige Ausgabe. Die Produktseite nennt das vierte Quartal 2026, der Druckkalender von Feuerland wird konkreter und listet die Neuerscheinung für November 2026. Einen exakten Verkaufstag und einen deutschen Preis nennt Feuerland mit Informationsstand vom 16. Juli 2026 noch nicht. Weitere angekündigte Titel des Verlags sind etwa Wingspan Pocket im Reiseformat und die Greenwood-Vorstellung.

Haie & Riffe wirkt damit nicht wie ein bloßes Paket zusätzlicher Karten. Die Korallenriff-Auflagen verändern die Voraussetzungen beim Ausspielen und Werten, während Haie Schwärme und Nahrung neu verteilen. Wer am Grundspiel vor allem den Aufbau miteinander verzahnter Fischfähigkeiten schätzt, bekommt eine zusätzliche Entscheidungsebene. Ob sie das Spiel spürbar anspruchsvoller macht, lässt sich vor einer praktischen Partie noch nicht seriös beurteilen. Ebenso offen bleibt, ob verpasste Korallen-Voraussetzungen am Tisch als spannendes Planen oder als Frust erlebt werden.

Electrify Brettspiel: AEG dreht den Engine Builder

16. Juli 2026 um 09:42
Electrify Brettspiel: AEG dreht den Engine Builder

Alderac Entertainment Group hat das Electrify Brettspiel vorgestellt, einen Engine Builder von John D. Clair und Ian Hutchison für ein bis vier Personen. Sie legen Karten an fünf drehbare Energiesektoren, lassen deren Aktionen als Ketten ablaufen und erfüllen damit in zwölf Runden möglichst wertvolle Nachfragekarten.

Electrify Brettspiel auf einen Blick

MerkmalAngabe
VerlagAlderac Entertainment Group (AEG)
AutorenJohn D. Clair und Ian Hutchison
IllustrationJavier Inkgolem
Personenzahl1 bis 4
Spielzeit45 bis 75 Minuten
Alterab 10 Jahren
MechanikEngine Building mit Karten, rotierenden Sektoren und Aktionsketten
KampagneKickstarter, angekündigt für September 2026
Deutsche Ausgabebislang nicht angekündigt

Die Angaben zu Personenzahl, Spielzeit und Alter sowie die mechanische Einordnung beruhen auf der AEG-Produktseite und dem dort verlinkten Prototyp-Regelheft. Da es sich noch um eine Vorabfassung handelt, können sich Details bis zur Veröffentlichung ändern.

John D. Clair und Ian Hutchison werden von AEG als Autoren genannt. Der Verlag ordnet Clair außerdem als Autor von Space Base und Dead Reckoning ein. Das liefert Kontext zu seiner bisherigen Arbeit mit AEG, ist aber kein Qualitätsurteil über Electrify.

Wie funktioniert Electrify?

Electrify ist ein Engine Builder: Sie bauen sich aus Karten einen Motor auf, dessen Aktionen mit jeder passenden Kombination mehr Ertrag bringen können. Anders als bei einem fest wachsenden Tableau verändern hier fünf Sektoren fortlaufend die Lage und Stärke der ausgespielten Karten.

Jede Partie läuft laut AEG über zwölf Runden. Wenn Sie einen Sektor aktivieren, führen Sie seine Aktionen aus. Danach verändert sich die Anordnung des Motors, sodass Karten bei einer späteren Aktivierung eine andere Stärke oder Position haben können.

Der entscheidende Kniff ist das Warten. Ein Sektor gewinnt an Wirkung, wenn er nicht sofort wieder genutzt wird. Karten mit Pfeilsymbolen lassen Aktivierungen zudem über mehrere Sektoren hinweg weiterlaufen. So entstehen Aktionsketten, die Energie erzeugen, verbessern und ins Netz übertragen. Der Motor wächst also nicht nur, er wird nach jedem Zugriff neu sortiert.

Ins Netz eingespeiste Energiewürfel erfüllen Nachfragekarten. Anspruchsvollere Ziele verlangen mehr oder sauberere Energie und bringen entsprechend mehr Punkte. Nach zwölf Runden gewinnt, wer den Energiebedarf am wertvollsten erfüllt hat. Nicht nur die Kartenwahl zählt, sondern auch der richtige Zeitpunkt für die Aktivierung eines Sektors.

Die derzeit sichtbare Interaktion besteht vor allem im Rennen um offen ausliegende Nachfragekarten. Wer eine Karte erfüllt, nimmt sie an sich und legt eine neue aus. Eine weitergehende Markt-, Handels- oder Konfliktinteraktion lässt sich aus dem aktuell zugänglichen Material nicht belastbar ableiten.

Variable Technikpakete statt fester Kartenmischung

Vor der Partie werden sogenannte Technikpakete ausgewählt und in das Spiel aufgenommen. Sie ergänzen neue Technologien und taktische Möglichkeiten. Wie viele Pakete die Grundausstattung enthält und nach welchen Regeln sie kombiniert werden, erläutert die aktuelle Produktseite noch nicht vollständig.

Damit ist Varianz durch wechselnde Technikpakete belegt. Ihr genauer Umfang und ihre Wirkung auf unterschiedliche Partien sind aber noch offen. Eine belastbare Aussage zum Wiederspielwert wäre deshalb verfrüht. Auch asymmetrische Rollen oder unterschiedliche Startfähigkeiten nennt AEG bislang nicht.

Wie funktioniert der Solo-Modus?

Electrify ist für eine bis vier Personen angegeben. AEG kündigt mehrere Solo-Szenarien mit unterschiedlichen Herausforderungen an. Wie der Solo-Gegner gesteuert wird, welche Ziele gelten und ob zusätzliche Karten oder ein Automa-System zum Einsatz kommen, wird auf der Produktseite noch nicht erklärt. Belastbar ist deshalb nur: Der Solo-Modus soll aus mehreren Szenarien bestehen.

Auch zur Skalierung im Wettbewerb schweigen die bisher zugänglichen Angaben. Ob sich Electrify zu zweit, zu dritt und zu viert unterschiedlich eng spielt oder Aufbau und Nachfragekarten an die Personenzahl angepasst werden, lässt sich daher noch nicht beurteilen.

Für wen ist Electrify gedacht?

AEG gibt ein Alter ab zehn Jahren und eine Spieldauer von 45 bis 75 Minuten an. Das bekannte Regelgerüst wirkt dennoch eher wie ein Kennerspiel als wie lockeres Familienprogramm: Fünf veränderliche Sektoren, der Aufbau von Aktionsketten und das Abwägen zwischen sofortiger Nutzung und stärkerer späterer Aktivierung verlangen vorausschauende Entscheidungen.

Diese Einordnung bleibt vorläufig. Ohne fertige Regeln und eigene Partie lässt sich nicht endgültig beurteilen, wie hoch die Einstiegshürde tatsächlich ist. Dies ist eine Vorstellung auf Basis der Verlagsangaben, kein Test.

Kickstarter im September, DACH-Ausgabe offen

AEG kündigt die Kickstarter-Kampagne zu Electrify für September 2026 an. Eine ausgearbeitete Kampagnenseite, Preise, Unterstützungsstufen und Stretch-Goals sind noch nicht veröffentlicht. Deshalb gibt es derzeit weder mechanische Stretch-Goals noch Komponenten-Upgrades, die sich sinnvoll trennen oder bewerten ließen. Auch Pledge-Stufen können noch nicht miteinander verglichen werden.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bleibt die Verfügbarkeit offen. AEG nennt bisher keinen deutschsprachigen Verlag, keine lokalisierte Ausgabe und keinen Vertriebspartner für den DACH-Markt. Auch ein Erscheinungstermin für den Handel ist auf der Produktseite nicht belastbar ausgewiesen. Wer eine deutsche Fassung sucht, sollte daher auf eine gesonderte Lokalisierungsankündigung warten.

Ein interessanter Motor, aber noch viele offene Schalter

Electrify setzt seinen eigenen Akzent beim Engine Building: Die fünf Sektoren werden nicht bloß ausgebaut, sondern durch ihre Aktivierung fortlaufend verändert. Das macht den Zeitpunkt eines Zuges ebenso wichtig wie die Karten im eigenen Motor. Die Grundidee spricht eher für ein Kennerspiel, doch Komplexität, Skalierung und Wiederspielwert bleiben ohne fertige Regeln und eigene Partie offen. Für DACH-Spielende ist außerdem noch unbeantwortet, ob und wann eine deutsche Ausgabe kommt.

Crowdfunding-Wochenschau KW 29/2026: Drei Gamefound-Endspurts und ein Kemet-Schwergewicht

14. Juli 2026 um 08:32
Crowdfunding-Wochenschau KW 29/2026: Drei Gamefound-Endspurts und ein Kemet-Schwergewicht

Die Kalenderwoche 29 (7. bis 13. Juli) ist eine Woche der Endspurts. Auf Gamefound laufen gleich drei bereits durchfinanzierte Kampagnen in den nächsten Tagen aus, während eine vierte als Schwergewicht noch weiterklettert. Auf Kickstarter und der Spieleschmiede sind in diesem Zeitraum keine neuen, für den DACH-Raum relevanten Brettspiel-Kampagnen gestartet, die einen eigenen Beitrag rechtfertigen. Wir konzentrieren uns deshalb auf die vier stärksten laufenden Projekte, die alle auf Gamefound zu finden sind.

Believe in me! (please)

„Believe in me! (please)" vom deutschen Verlag Wyrmgold läuft nur noch bis Dienstag, den 14. Juli, und steht damit im letzten Tag. Aktuell haben 833 Unterstützende rund 61.000 Euro zusammengetragen, gut das Dreifache des Ziels von 20.000 Euro.

In dem Karten- und Worker-Placement-Spiel für 2 bis 4 Personen übernehmen die Spielenden die Rolle selbsternannter Götter. Mit Naturereignissen wie Stürmen und Fluten überzeugen sie die Bevölkerung von ihrer Macht und sammeln möglichst viele Gläubige, während sie die konkurrierenden Möchtegern-Götter am Tisch ausstechen. Eine Partie dauert etwa 60 Minuten, empfohlen ab 14 Jahren. Wyrmgold hat zuvor unter anderem „Pagan: Fate of Roanoke" und „Hydra" veröffentlicht.

Crowdfunding-Wochenschau KW 29/2026: Drei Gamefound-Endspurts und ein Kemet-Schwergewicht
Bild: Wyrmgold (Gamefound-Kampagne)

Sovereign: Shōgun

„Sovereign: Shōgun" des Londoner Studios PHALANX läuft noch bis Donnerstag, den 16. Juli. Die Kampagne ist mit rund 280.000 Euro von 1.271 Unterstützenden das mit Abstand größte hier vorgestellte Projekt und steht bei über dem Neunfachen des 30.000-Euro-Ziels.

Das Strategiespiel für 2 bis 5 Personen führt in die Sengoku-Zeit Japans, in der fünf Fürsten um den Thron ringen. Gespielt wird asymmetrisch um Gebietskontrolle: Die Spielenden bauen ihren Klan aus, schließen Allianzen, treiben Handel und versuchen, den minderjährigen Regenten auf ihre Seite zu ziehen, statt allein auf Waffengewalt zu setzen. Eine Partie ist mit rund 90 Minuten angesetzt, ab 14 Jahren.

Crowdfunding-Wochenschau KW 29/2026: Drei Gamefound-Endspurts und ein Kemet-Schwergewicht
Bild: PHALANX (Gamefound-Kampagne)

Siege Perilous

„Siege Perilous" von Play to Z läuft noch bis Freitag, den 17. Juli, und hat mit 652 Unterstützenden rund 94.800 US-Dollar erreicht, gut das Sechsfache des Ziels von 15.000 US-Dollar.

Das Spiel für 1 bis 4 Personen siedelt im Britannien der Artus-Sage: Als Ritter gehen die Spielenden auf Abenteuer aus, um Ruhm und Ansehen zu gewinnen. Mechanisch mischt es Worker Placement mit Euro-Aufbau und Würfelaktionen, und es lässt sich sowohl solo als auch kompetitiv spielen. Für eine Partie sind rund 120 Minuten einzuplanen, ab 14 Jahren.

Crowdfunding-Wochenschau KW 29/2026: Drei Gamefound-Endspurts und ein Kemet-Schwergewicht
Bild: Play to Z (Gamefound-Kampagne)

Kemet: The Gates of Thonis

Etwas mehr Zeit bleibt bei „Kemet: The Gates of Thonis" von Kolossal Games, das noch bis Dienstag, den 21. Juli, läuft. Mit rund 276.000 US-Dollar von 3.169 Unterstützenden steht die Kampagne bei über dem Achtzehnfachen des niedrig angesetzten 15.000-US-Dollar-Ziels.

Wichtig zur Einordnung: „The Gates of Thonis" ist keine eigenständige Neuheit, sondern eine große Erweiterung für das Area-Control-Spiel „Kemet: Blood and Sand". Unsere Crowdfunding-Wochenschau KW 28 ordnet das Projekt und seinen Kampagnenstart zusätzlich ein. Sie bringt neue Karten, neue Spielplan-Seiten und eine zusätzliche zentrale Mechanik ins Spiel und richtet sich damit an alle, die das Grundspiel bereits besitzen oder es sich parallel zulegen. Gespielt wird zu 2 bis 6 Personen, rund 90 Minuten, ab 14 Jahren.

Crowdfunding-Wochenschau KW 29/2026: Drei Gamefound-Endspurts und ein Kemet-Schwergewicht
Bild: Kolossal Games (Gamefound-Kampagne)

Alle Zahlen entsprechen dem Stand vom 13. Juli 2026.

Neu auf Board Game Arena: Die Neuheiten der Kalenderwoche 29 (2026)

14. Juli 2026 um 08:32
Neu auf Board Game Arena: Die Neuheiten der Kalenderwoche 29 (2026)

Auf Board Game Arena sind in den vergangenen sieben Tagen drei Neuzugänge erschienen. Zwei davon sind eigenständige Spiele, dazu kommt eine Erweiterung für einen bekannten Klassiker. Der folgende Überblick fasst zu jedem Titel Spielerzahl, Dauer, Mechaniken und den Abo-Status zusammen. Wer die Entwicklung Woche für Woche verfolgt, findet im Überblick zu den BGA-Neuheiten der KW 28 die vorherige Ausgabe.

Fugitive: Verfolgungsjagd zu zweit

Bei Fugitive treten genau zwei Spieler gegeneinander an. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Eine Person übernimmt den Flüchtigen, der sich verdeckt von Versteck zu Versteck aus der Stadt bewegt. Die andere Person spielt den Marshal und versucht, die abgelegten Karten zu erraten, bevor die Flucht gelingt.

Das Spielprinzip verbindet Deduktion mit verdecktem Bewegen und Handmanagement. Die zweite Edition stammt von Tim Fowers und erscheint bei Fowers Games. Sie ist im Universum des kooperativen Spiels Burgle Bros angesiedelt. Eine Partie dauert laut BoardGameGeek etwa 5 bis 20 Minuten.

Auf BoardGameGeek erreicht der Titel eine Bewertung von rund 7,4 Punkten. Board Game Arena stuft die Komplexität mit 2 von 5 ein.

Tír na nÓg: Kartenlegen in der keltischen Anderswelt

Bei Tír na nÓg spielen eine bis fünf Personen. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Der Titel dreht sich um keltische Mythologie und die namensgebende Anderswelt. Über fünf Runden platzieren die Spielenden Erzähler zwischen Geschichtskarten im gemeinsamen Raster und draften anschließend Karten in das eigene Tableau.

Am Ende zählen die Reihen des eigenen Tableaus sowie zusammenhängende Karten gleicher Farbe. Das Spiel stammt von Isaac Shalev und Jason Slingerland und erschien 2024 bei Grand Gamers Guild. Die deutschsprachige Ausgabe kommt von Frosted Games. Als Mechaniken nennt BoardGameGeek Arbeitereinsatz, offenes Drafting und Handmanagement.

Eine Partie dauert 30 bis 45 Minuten, ein Solomodus ist enthalten. Auf BoardGameGeek liegt die Bewertung bei rund 7,3 Punkten.

7 Wonders Leaders: Persönlichkeiten für den Klassiker

Bei der Erweiterung 7 Wonders Leaders handelt es sich um eine Ergänzung für das Grundspiel 7 Wonders, über das sie auf Board Game Arena läuft. Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt. Die Erweiterung ergänzt das Grundspiel um Anführerkarten und zwei zusätzliche Wunder. Zu Beginn jeder Partie wählen die Spielenden Persönlichkeiten wie Königinnen, Astronomen oder Feldherren, die ihre Zivilisation über die gesamte Partie hinweg beeinflussen.

Die Siegbedingungen des Grundspiels bleiben dabei unverändert. Die Erweiterung stammt von Antoine Bauza und erscheint bei Repos Production. Sie ist für drei bis sieben Personen ausgelegt und dauert rund 40 Minuten. Auf BoardGameGeek erreicht Leaders eine Bewertung von etwa 8,2 Punkten.

Kinderspiel des Jahres 2026: Die Insel der Mookies gewinnt

12. Juli 2026 um 22:47
Kinderspiel des Jahres 2026: Die Insel der Mookies gewinnt

Der wichtigste deutsche Preis für Kinderspiele ist vergeben: Kinderspiel des Jahres 2026 ist Die Insel der Mookies, ein reines Zwei-Personen-Spiel von Florian Sirieix, das bei Kosmos erscheint. Die Jury krönt damit einen Titel, der Kindern ab vier Jahren an sehr einfachen Regeln zeigt, wie ein Mehrheiten-Sammelspiel funktioniert.

Nach Angaben des Vereins Spiel des Jahres fiel die Entscheidung am 12. Juli 2026. Der Preis reiht sich in einen ohnehin starken Jahrgang ein: Aus 571 gesichteten Titeln wählte der Verein neun Spiele in drei Kategorien aus, so viele Nominierungen wie nie zuvor in 47 Jahren.

Die Insel der Mookies: Was das Spiel tut

Die Insel der Mookies (Originaltitel L'île des Mookies, international Mooki Island) ist ein Sammelspiel für genau zwei Personen. Jede Partie dauert rund zehn Minuten. Die Werte ab vier Jahren und rund zehn Minuten sind die Verlagsangaben; für ein erstes Kartenspiel am Familientisch sind sie realistisch, eine Partie ist schnell erklärt und ebenso schnell gespielt. Der Ablauf bleibt bewusst schlicht: Beide Spielenden nehmen abwechselnd eine offen ausliegende Karte und legen sie vor sich ab. Ziel ist es, von den Mookie-Familien jeweils die Mehrheit zu sammeln und so Trophäen zu gewinnen. Wer die seltenen legendären Mookie-Karten ergattert, verschafft sich einen Vorteil, muss dabei aber die Spinnen-Karte im Blick behalten, die einem Kind einen Streich spielen kann.

Mechanisch verbindet der Titel offenes Drafting mit Mehrheiten- und Set-Sammeln, ergänzt um ein Memory-Element und einen kleinen Take-That-Moment über die Spinne. Alltagssatz für den Familientisch: Das Kind zieht reihum Karten, merkt sich, wer welche Mookie-Familien gesammelt hat, und versucht, am Ende von möglichst vielen Familien die meisten Karten zu haben; die Spinne darf zwischendurch ein bisschen ärgern. Über die einfachen Regeln lernen jüngere Kinder Schritt für Schritt, wie ein Mehrheiten-Sammelspiel tickt, und werden mit jeder Partie ein Stück taktischer. Die BoardGameGeek-Komplexität liegt bei 1,0 von 5, also am unteren Ende der Skala.

Weil Die Insel der Mookies bewusst für genau zwei Personen gebaut ist, spielt in Familien mit mehreren Kindern immer nur eines mit; die anderen schauen zu oder sind in der nächsten Partie an der Reihe. Bei rund zehn Minuten pro Runde ist der Wechsel aber schnell gemacht.

Eckdaten:

  • Spieleranzahl: 2 (reines Zwei-Personen-Spiel)
  • Spieldauer: rund 10 Minuten
  • Alter: ab 4 Jahren
  • Komplexität: 1,0 von 5 (BoardGameGeek)
  • Autor: Florian Sirieix
  • Illustration: Seppyo (Mélanie Bardin)
  • Verlage: Kosmos (deutsche Ausgabe), Le Scorpion Masqué (Originalausgabe)

International hat der Titel bereits eine zweite Auszeichnung: Beim französischen As d'Or 2026 wurde Die Insel der Mookies als bestes Kinderspiel prämiert.

Ein frankophoner Jahrgang

Der Blick auf die Nominierten zeigt eine Auffälligkeit: Die Autoren stammen durchweg aus dem frankophonen Raum. Florian Sirieix ist mit zwei Titeln vertreten und kommt wie sein Buh-Party-Mitautor Benoit Turpin aus Frankreich; Thomas Dagenais-Lespérance, Autor von Verflixt Verzaubert, sitzt in Montreal (Québec). Dass der Sieger ein reines Zwei-Personen-Spiel ist, ordnet Juror Christoph Schlewinski laut Verein als Merkmal eines kreativen Jahrgangs ein, in dem mehr Spiele für jüngere Kinder und mehr Auswahl zusammenkamen.

Die weiteren Nominierten zum Kinderspiel des Jahres 2026

Neben dem Sieger standen zwei Titel auf der Nominierungsliste. Buh Party stammt ebenfalls von Florian Sirieix, gemeinsam mit Benoit Turpin, und erscheint bei Loki. Verflixt Verzaubert kommt von Thomas Dagenais-Lespérance und erscheint bei Game Factory.

Die Empfehlungsliste

Drei weitere Spiele hat die Jury zur Empfehlungsliste hinzugefügt: Kleiner Stinker (Exploding Kittens), Magische Spiegel von Kseniya Kuznetsova (Ravensburger) sowie Paleolino von Marco Teubner (Hans im Glück).

Stimmen von der Verleihung

Bei der Preisverleihung erzählte Autor Florian Sirieix, er habe die Idee zu dem Spiel für seinen Sohn entwickelt; als Inspiration nennt er Sammelkartenspiele. Angekündigt ist demnach bereits ein zweites Mookies-Spiel, das ein anderer Autor verantwortet. (Diese Aussagen sind O-Töne der Preisverleihung.)

Die Jury

Über das Kinderspiel des Jahres entscheidet eine eigene Jury: Johanna France, Stefan Gohlisch und Christoph Schlewinski, ergänzt um die vier Beiräte des Jahrgangs Kristina Hartleb, Henning Jansen, Mandy Kümmerle und Jennifer Müller.

Einordnung

Der Preis setzt eine Linie fort, die schon der Vorgänger andeutete: 2025 hatte Topp die Torte (Schmidt Spiele) den Titel geholt. Mit Die Insel der Mookies gewinnt nun ein Spiel, das bewusst auf zwei Personen und sehr junge Mitspielende zugeschnitten ist und den Einstieg in ein taktisches Prinzip mit minimalen Regeln schafft.

Spiel des Jahres 2026: Dito! gewinnt den wichtigsten deutschen Brettspielpreis

12. Juli 2026 um 22:42
Spiel des Jahres 2026: Dito! gewinnt den wichtigsten deutschen Brettspielpreis

Dito! ist Spiel des Jahres 2026. Die Jury verkündete ihre Entscheidung am 12. Juli 2026 und zeichnete damit ein Assoziations-Partyspiel von Autor Martin Ang aus, das beim Verlag Game Factory erscheint. Die Begründung der Jury bringt den Reiz des Spiels auf den Punkt: Gespielt wird zwar gegeneinander, gewinnen kann aber nur, wer sich gut auf die Gedankenwelt der anderen einlässt.

Was Dito! ausmacht

Dito! ist ein Partyspiel für 3 bis 7 Personen ab 10 Jahren, eine Partie dauert rund 30 Minuten. Faktenwissen braucht es dafür nicht, gefragt ist Einfühlungsvermögen: Sie versuchen zu erraten, welche Begriffe den Mitspielenden zu einer Kategorie einfallen.

Dito! auf einen Blick

  • Spieleranzahl: 3 bis 7 Personen
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: rund 30 Minuten
  • Autor: Martin Ang
  • Verlag: Game Factory
  • Genre: Assoziations-Partyspiel

So läuft eine Runde ab. Aus zwei Optionen wählt die Gruppe eine Kategorie. Anschließend notiert jede Person Begriffe in einem Drei-mal-drei-Raster, also in einem Feld aus 3 x 3 Kästchen. Alle schreiben gleichzeitig, niemand scheidet aus. Ziel ist es, möglichst dieselben Begriffe zu treffen wie die anderen. Wer Reihen und Spalten des Rasters füllt, sammelt Punkte. Belohnt wird also nicht, wer die originellste Antwort findet, sondern wer die Perspektive der Runde am besten trifft.

Bemerkenswert ist auch die Herkunft des Autors: Martin Ang stammt aus Indonesien. Bei der Verleihung wurde eigens hervorgehoben, dass mit ihm erstmals ein Preisträger aus dem globalen Süden ausgezeichnet wird.

Die Begründung der Jury

Die Jury hebt hervor, dass Dito! ein Wettbewerbsspiel ist, das ohne echte Konfrontation auskommt. Zwar spiele man gegeneinander, doch der Erfolg hänge daran, wie gut man sich in die Assoziationswelten der Mitspielenden hineinversetze. Taktisches Geschick und das Verständnis für andere Sichtweisen zählten mehr als reines Wissen. Genau diese Mischung mache Dito! am Tisch zugänglich und zugleich reizvoll.

Die weiteren Nominierten zum Spiel des Jahres 2026

Neben Dito! standen zwei weitere Titel auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2026:

  • Cozy Sticker Ville (Autor: Corey Konieczka, Verlag: Unexpected Games)
  • Morty Sorty Magic Shop (Autor: Markus Slawitscheck, Verlag: Schmidt Spiele)

Die Empfehlungsliste

Die Jury sprach außerdem sechs Empfehlungen aus:

  • Hot Streak (Jon Perry, Strohmann Games)
  • Meister Makatsu (Reiner Knizia, Amigo)
  • Take Time (Alexi Piovesan und Julien Prothière, Asmodee)
  • Toriki (Wojciech Grajkowski, Mirakulus)
  • Toy Battle (Paolo Mori und Alessandro Zucchini, REPOS)
  • Wilmot's Warehouse (Ricky Haggett, Richard Hogg und David King, Asmodee)

Einordnung: die anderen Preise des Abends

Beim selben Festakt vergab die Jury auch die beiden Schwesterpreise. Kennerspiel des Jahres 2026 wurde Rebirth von Reiner Knizia (Frosted Games). Kinderspiel des Jahres 2026 wurde Die Insel der Mookies von Florian Sirieix (Kosmos, Originalausgabe bei Scorpion Masqué).

Dito! tritt die Nachfolge von Bomb Busters an, dem Spiel des Jahres 2025.

Kennerspiel des Jahres 2026: Rebirth von Knizia gewinnt

12. Juli 2026 um 22:38
Kennerspiel des Jahres 2026: Rebirth von Knizia gewinnt

„Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit“ von Reiner Knizia (Frosted Games) ist Kennerspiel des Jahres 2026. Die Jury Spiel des Jahres gab die Auszeichnung am 12. Juli 2026 in Berlin bekannt, und der Sieg hat historisches Gewicht: Knizia holt damit als erster Autor überhaupt im Laufe seiner Karriere alle drei roten Pöppel der Jury.

Ein Triple, das es so noch nie gab

Reiner Knizia hat in den vergangenen Jahrzehnten fast jeden Preis der Branche gewonnen, doch dieser Erfolg ist einzigartig. Mit dem Kennerspiel des Jahres 2026 komplettiert er als erster Autor das Triple aus allen drei Auszeichnungen der Jury: Spiel des Jahres, Kinderspiel des Jahres und nun Kennerspiel des Jahres. Kein anderer Autor hat bislang alle drei Titel im Regal.

Was „Rebirth“ auf dem Tisch tut

„Rebirth“ ist ein bewusst zugänglicher Kennertitel, ein „leichter“ Knizia: Das BGG-Gewicht liegt bei 2,0 von 5, also ein niedriger Komplexitätswert auf einer Skala bis 5. Gespielt wird zu zweit bis zu viert, eine Partie dauert 45 bis 60 Minuten, das Alter ist mit ab 10 Jahren angegeben. Erste Partien und ungeübte Runden liegen dabei realistisch eher am oberen Ende dieser Spanne oder etwas darüber. Einen Solo-Modus bietet „Rebirth“ nicht; das Spiel ist auf 2 bis 4 Spielende ausgelegt.

Im Kern ist es ein Legespiel. Sie ziehen pro Zug ein Plättchen aus Ihrem eigenen Vorrat und platzieren es auf einem Hexfeld-Plan (Tile Placement), meist folgt sofort eine Wertung. Über Gebietsmehrheiten (Area Majority), Aufträge und Endwertungs-Boni entsteht aus einer schlichten Grundregel wachsende taktische Tiefe. In Knizias Werk steht „Rebirth“ damit weniger für einen radikal neuen Mechanismus als für die elegante Verdichtung vertrauter Muster aus Mehrheiten und Legen, sauber austariert zu einer Regel, die schnell erklärt ist. Der Reiz entsteht dabei weniger aus solitärem Punkteoptimieren als aus dem offenen Wettlauf am Tisch: Timing und der Druck der Gebietsmehrheiten zwingen Sie, laufend auf die Züge der Mitspielenden zu reagieren. Erst danach kommt das Thema ins Spiel: Nach einer Reihe von Katastrophen bauen die Spielenden die Zivilisation im Einklang mit der Natur wieder auf. Die Einsteigerseite zeigt eine Karte Schottlands, die anspruchsvollere Kennerseite spielt in Irland.

Die deutsche Ausgabe erscheint bei Frosted Games und ist bereits erhältlich; BGG führt die deutschsprachige Ausgabe mit Erscheinungsjahr 2025. Der Originalverlag ist Mighty Boards.

Die weiteren Nominierten

Neben „Rebirth“ standen zwei Titel auf der Nominierungsliste für das Kennerspiel des Jahres:

Die Empfehlungsliste

Die Jury führt zusätzlich vier Titel auf ihrer Empfehlungsliste im Kennersegment:

  • Artengarten (Matthias Wigge / Feuerland)
  • Frosted Blooms (Bruno Cathala, Ludovic Maublanc / Elznir Games)
  • Grundstein von Metropolis (Emerson Matsuuchi / Kobold)
  • Tag Team (Gricha German, Corentin Lebrat / Kosmos)

Zweiter Kennerspiel-Sieg in Folge für Frosted Games

Der Sieg von „Rebirth“ schreibt auch eine Verlagsgeschichte fort. Bereits im Vorjahr ging das Kennerspiel des Jahres an einen Titel von Frosted Games: 2025 gewann „Endeavor: Die Tiefsee“ (Frosted Games / Board Game Circus). Damit holt Frosted Games den Preis zum zweiten Mal in Folge.

Jury-Sprecher Harald Schrapers ordnete den aktuellen Jahrgang bei der Verleihung ein: Einen eindeutigen inhaltlichen Trend erkenne die Jury derzeit nicht, wohl aber ein deutliches Wachstum in der schieren Anzahl der Neuerscheinungen, ein Rekordjahr also der Menge nach. Begleitet wurde die Preisverleihung erneut von der Aktion „Spielend für Toleranz“, in deren Rahmen 370 Spielepakete versandt wurden.

Auf der Bühne gaben die Nominierten Einblicke in ihre Spiele: Knizia beschrieb das Thema von „Rebirth“ als eine Zivilisation, die sich auf alte Werte zurückbesinnt. Donald X. Vaccarino betonte, „Moon Colony Bloodbath“ sei Science-Fiction und kein Abbild der Realität. Michael Palm und Lukas Zach verorteten „Boss Fighters QR“ in der Tradition des klassischen Rollenspiels.

MeepleVault: Brettspielsammlung per QR-Code verwalten

12. Juli 2026 um 13:57
MeepleVault: Brettspielsammlung per QR-Code verwalten

Wer regalweise Brettspiele besitzt, kennt die Frage am Spieleabend: In welchem Schrank steckt eigentlich der Titel, den gerade alle spielen wollen? Richtig knifflig wird es aber erst, wenn der Platz im Regal ausgeht. Dann wandern die ersten Spiele in Umzugskisten, in den Keller oder auf den Dachboden, und schon ist das Wiederfinden eine echte Sucherei. Genau hier setzt MeepleVault an, eine App für iOS und Android, die die Sammlung nicht über Statistiken verwaltet, sondern über den physischen Lagerort.

Kurz gesagt: MeepleVault ist eine kostenlose App, die eine Brettspielsammlung nach Lagerort organisiert. Per QR-Code am Regal oder an der Kiste und per Barcode-Scan am Spiel landet jeder Titel an einem festen Platz und lässt sich über die Suche in Sekunden wiederfinden.

Wie funktioniert MeepleVault?

Das Prinzip steckt in drei Schritten:

  1. Lagerorte beschriften: QR-Codes mit einem beliebigen Generator erstellen, auf Kisten, Regalbretter oder Schränke kleben und mit der App einscannen, um den Lagerort zu benennen.
  2. Spiele einscannen: Den Barcode eines Spiels scannen, den erkannten Treffer bestätigen, und der Titel landet am aktuellen Lagerort.
  3. Spiele wiederfinden: Nach dem Titel suchen und sofort sehen, in welcher Kiste oder welchem Regal er steht.

MeepleVault unterscheidet dabei automatisch: Ein QR-Code adressiert immer einen Lagerort, also Kiste, Regal oder Schrank, ein klassischer Strichcode (EAN/UPC) immer ein Spiel. Der Clou liegt im dritten Schritt: Sobald die Sammlung über mehrere Schränke, Stapelkisten und Lagerecken verteilt ist, muss nicht mehr jede Box einzeln durchwühlt werden. Ein Blick aufs Smartphone genügt, um zu sehen, wo das gesuchte Spiel liegt. Die App grenzt sich damit bewusst von reinen Statistik-Tools ab: Es geht nicht darum, wie oft ein Spiel auf dem Tisch lag, sondern darum, es zuverlässig wiederzufinden.

So sieht die App aus

MeepleVault: Brettspielsammlung per QR-Code verwalten
Von der Übersicht über die Kisten bis zur Suche: vier Ansichten der App. (Screenshots: MeepleVault / App Store)

Was kann die App noch?

  • Barcode zu Spiel: Beim Scan ziehen sich Titel, Cover, Spielerzahl und Spieldauer automatisch von BoardGameGeek. Dafür ist eine Internetverbindung nötig; schlägt der Scan fehl, hilft die Titelsuche oder die manuelle Eingabe.
  • Schnellsuche: Jeder Titel der Sammlung lässt sich samt Lagerort in Sekunden auffinden.
  • Synchronisation: Die Apps und der optionale Browser-Zugang teilen sich über einen eigenen Server dieselbe Sammlung.
  • Export: Die komplette Bibliothek lässt sich als JSON-Datei sichern.

Wie steht es um den Datenschutz?

MeepleVault arbeitet nach eigener Aussage local-first: Die App funktioniert offline, eine Anmeldung ist optional und schaltet lediglich die Synchronisation frei. Vollständig offline ist dabei die Verwaltung und Suche in der bereits angelegten Sammlung; das Nachschlagen neuer Barcodes (EAN-Suche) und das Anreichern mit BoardGameGeek-Daten setzen eine Internetverbindung voraus. Gespeichert wird auf den Servern von meeplevault.de, nicht in iCloud oder bei Dritten. Das Versprechen lautet schlicht: „Deine Daten gehören dir." Der JSON-Export untermauert diese Linie, denn er erlaubt es, die Sammlung jederzeit mitzunehmen.

Was kostet MeepleVault und wo gibt es die App?

MeepleVault ist in erster Linie eine mobile App, denn das Scannen von Barcodes und QR-Codes gehört ohnehin aufs Smartphone. Die App gibt es für iOS im App Store und für Android bei Google Play. Wer lieber am Rechner arbeitet, kann die Sammlung optional auch direkt im Browser auf meeplevault.de verwalten, am Desktop wie am Handy. Die Nutzung ist kostenlos, ein Konto ist nur für die Synchronisation nötig.

Für wen lohnt sich MeepleVault?

MeepleVault ist ein junges Werkzeug, inzwischen für iOS und Android erhältlich. Während etablierte Sammlungs-Apps wie BoardGameGeek oder BG Stats vor allem Kataloge und Spielstatistiken führen, setzt MeepleVault auf den Lagerort. Für Vielspieler mit großen, über Schrank und Kiste verteilten Sammlungen ist dieser Ansatz ein praktischer Gedanke, den viele etablierte Apps so nicht abdecken. Wer seine Spiele bisher im Kopf oder in einer Tabelle sortiert, findet hier einen kostenlosen Versuch, Ordnung ins Chaos zu bringen.

Häufige Fragen zu MeepleVault

Was kostet MeepleVault?

Die App ist kostenlos, sowohl im Browser als auch als iOS- und Android-App. Ein Konto wird nur benötigt, wenn die Sammlung zwischen mehreren Geräten synchronisiert werden soll.

Für welche Plattformen gibt es MeepleVault?

MeepleVault gibt es als App für iOS (ab iOS 17) im App Store und für Android bei Google Play. Zusätzlich lässt sich die Sammlung optional im Browser auf meeplevault.de verwalten. Alle Wege teilen sich über die optionale Synchronisation dieselbe Sammlung.

Funktioniert MeepleVault offline?

Teilweise. Die Verwaltung und Suche in der bereits angelegten Sammlung funktioniert dank local-first auch offline. Für das Auflösen neuer Barcodes (EAN-Suche) und das Laden der BoardGameGeek-Daten wird hingegen eine Internetverbindung gebraucht. Die Anmeldung ist optional und schaltet nur die Synchronisation zwischen Geräten frei.

Wofür stehen QR-Code und Barcode in MeepleVault?

Ein QR-Code steht immer für einen Lagerort wie Kiste, Regal oder Schrank, ein klassischer Strichcode (EAN/UPC) immer für ein Spiel. Die QR-Codes für die Lagerorte lassen sich mit einem beliebigen Generator selbst erstellen.

Worin unterscheidet sich MeepleVault von BoardGameGeek oder Statistik-Apps?

Apps wie BoardGameGeek oder BG Stats führen vor allem Kataloge und Spielstatistiken. MeepleVault konzentriert sich auf den physischen Lagerort, also darauf, ein Spiel im Regal oder in der Kiste schnell wiederzufinden.

In eigener Sache: MeepleVault stammt aus unserem eigenen Haus.

The Isle of Penguins: Frank Wests Rettungsmission aufs Eis

12. Juli 2026 um 09:57
The Isle of Penguins: Frank Wests Rettungsmission aufs Eis

Mit The Isle of Penguins bringt Designer Frank West sein Draft-und-Platzier-Prinzip von der Katzeninsel in den eisigen Norden: Sie bergen möglichst viele Pinguine, bevor das Eis schmilzt, und stapeln sie auf ein selbst geformtes Floß. Die Kickstarter-Kampagne des britischen Verlags The City of Games läuft noch bis zum 30. Juli 2026.

Eckdaten

  • Spielerzahl: 1 bis 4 (6 mit der Erweiterung „Late Arrivals“)
  • Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Designer: Frank West
  • Illustration: Dragolisco und Frank West
  • Verlag: The City of Games (Bristol, UK)
  • Auslieferung (Verlagsangabe): Juni 2027

Was Sie am Zug tun

Das Herzstück ist ein offener Draft, im Fachjargon Open Drafting: eine gemeinsame, offene Auslage, aus der die Spielenden reihum die Entdeckungen nehmen, die sie gerade brauchen. Dabei verwalten Sie Ihr Tempo. Wer langsamer unterwegs ist, wählt in der Zugreihenfolge früher (stat-basierte Zugreihenfolge). Direkte Interaktion läuft vor allem über das Wegdraften und das Tempo: Wer eine Entdeckung nimmt, nimmt sie den anderen weg, und wer schnell vorprescht, kommt später an die Reihe. Einen Markt- oder Mehrheitenkampf gibt es nicht. Anschließend legen alle gleichzeitig los: The Isle of Penguins setzt auf simultanes Spiel, jede Person platziert ihre Plättchen zeitgleich auf das eigene Floß. Die Pinguine kommen als Polyominos ins Spiel, also als unterschiedlich geformte Legeteile. Sie puzzeln sie so auf Ihr individuell geschnittenes Floß, dass Familien zusammenbleiben und Eier geschützt sind, räumen Felsen weg und sammeln Fische als Ressource. Aufgabenkarten (im Original „lessons“) geben vor, welche Muster am Ende Punkte bringen. Mechanisch mischt das Open Drafting, Flächenpuzzle (Grid Coverage, Pattern Building), Set Collection und Auftragskarten. Die angegebenen 60 bis 90 Minuten sind am ehesten für die fortgeschrittenen Stufen realistisch; am Familientisch, mit Erklärrunde und jüngeren Mitspielenden, planen Sie für die erste Partie eher das obere Ende ein.

Ein Geschwisterspiel, kein Reskin

Wer „Die Insel der Katzen“ (2019, ebenfalls Frank West) kennt, erkennt die DNA sofort: Drafting plus Polyomino-Platzierung. The Isle of Penguins ist aber ein eigenständiges Spiel, kein Umlackieren. Die Alleinstellung liegt nicht im neuen Anstrich, sondern in zwei konkreten Punkten: dem simultanen Legen, bei dem alle zeitgleich platzieren statt nacheinander, und den drei wählbaren Komplexitätsstufen. Diese Stufen (Familie, Fortgeschritten, Experte, vom jungen Entdecker bis zum erfahrenen Retter) skalieren die Schwierigkeit: Der Familienmodus ist der sanfte Einstieg, der Expertenmodus zielt auf erfahrene Spielende. Darauf bezieht sich auch die Altersangabe: Die 8 Jahre gelten für den Familienmodus als Einstieg, nicht für die anspruchsvolleren Stufen. Wie genau sich die Regeln zwischen den Stufen unterscheiden, zeigt der Verlag bislang nur in den Kampagnengrafiken; als ausformulierter Regeltext liegt das noch nicht vor. Belegt ist damit die skalierende Komplexität von Familien-Einstieg bis erfahrenem Retter, nicht der genaue Umfang der Regeländerungen je Stufe.

Ein Solo-Modus ist offiziell enthalten: Die BGG-Einträge führen „Solo / Solitaire“ als Mechanik und ordnen das Spiel der Familie „Games with Solitaire Rules“ zu. Ob dahinter ein eigenständiger Gegner (Automa), eine Highscore-Jagd gegen die eigene Bestleistung oder ein schlicht angehängter Modus steckt, geht aus dem bislang veröffentlichten Material nicht hervor.

Pledges: was bringt die nächste Stufe?

Vier Stufen stehen zur Wahl. „Just the game“ (45 Pfund) enthält allein das Grundspiel. Die „Kickstarter Edition“ (56 Pfund) liefert aufgewertete Komponenten plus zusätzliche Spielinhalte, hier wächst also die Ausstattung samt Inhaltsboni, aber ohne echten Erweiterungssprung. Klarer Bestseller ist die „Big Penguin Edition“ (74 Pfund): Rund 1.987 der 2.597 Unterstützenden haben sie gewählt. Sie packt zur Kickstarter Edition den „Bag'o'Penguins“ (40 große Holzpinguine, reines Komponenten-Upgrade) und die Erweiterung „Late Arrivals“ (zwei neue Floße, mehr Karten, neue Pinguine und Unterstützung für 5 und 6 Personen in allen drei Modi, also echter Spielzuwachs). Die Sammlerstufe „Cats & Penguins“ (180 Pfund) legt zusätzlich „Die Insel der Katzen“ samt Erweiterungen bei.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Spielerisch mehr Spiel bekommen Sie erst mit der „Big Penguin Edition“, denn sie ist die einzige Stufe mit einer echten Erweiterung („Late Arrivals“). „Just the game“ liefert das Grundspiel, die „Kickstarter Edition“ legt vor allem Ausstattung und Inhaltsboni obendrauf. Dass die Big Penguin Edition mit Abstand am häufigsten gewählt wird, passt zu diesem Bild. Kalkulieren Sie den Einstiegspreis aber nicht nur nach dem Pledge-Betrag: Versand nach Deutschland und die EU-Einfuhrsteuern erhöhen die Endsumme spürbar.

Komponenten oder Mechanik?

Bei den freischaltbaren Extras lohnt der genaue Blick. Deluxe-Elemente wie der „Bag'o'Fish“ (70 Holzfische) und der „Bag'o'Penguins“ (40 Holzpinguine) werten allein das Material auf. Neue Regeln bringen dagegen die Erweiterungen: „Late Arrivals“ hebt die Spielerzahl auf sechs und ergänzt Floße und Karten, „Tablets + Bonuses“ fügt neue Aufgabenkarten sowie variable Tafeln und Bonusfelder für mehr Wiederspielwert hinzu.

DACH-Check: bisher nur Englisch

Für den deutschsprachigen Tisch wichtig: Eine deutsche Ausgabe oder ein Lokalisierungspartner ist bislang nicht angekündigt. BGG führt aktuell nur eine englische Ausgabe (2027). Das ist relevant, weil das Material sprachabhängig ist: Die Aufgabenkarten tragen Text, den man am Tisch verstehen muss. Immerhin liefert die Kampagne laut Verlag „anywhere in the world“, Pledges nach Deutschland und in die EU sind also möglich. Der Vorgänger erschien später auf Deutsch („Die Insel der Katzen“), eine Garantie für Penguins ist das aber nicht.

Stand der Kampagne

Zum Snapshot am 12. Juli 2026 stand die Kampagne bei rund 208.830 Pfund gegenüber 23.500 Pfund Ziel, das sind etwa 888 Prozent, getragen von 2.597 Unterstützenden und ausgezeichnet als Staff Pick. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme, kein Endstand: Die Kampagne läuft noch bis zum 30. Juli 2026, ausgeliefert werden soll ab Juni 2027.

Boss Fighters QR: Erste Erweiterung „Dschungelfieber“ bringt fünf neue Bosse

10. Juli 2026 um 20:48
Boss Fighters QR: Erste Erweiterung „Dschungelfieber“ bringt fünf neue Bosse

Pegasus Spiele legt beim kooperativen App-Hybridspiel Boss Fighters QR nach: „Dschungelfieber“ ist die erste Erweiterung des Titels und soll voraussichtlich zur SPIEL Essen 2026 erscheinen. Vorbestellen kannst du die Box laut Pegasus ab sofort, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 29,99 Euro. Wichtig vorab: Dschungelfieber ist eine Erweiterung, Grundspiel und Begleit-App musst du also bereits besitzen. Die 29,99 Euro sind damit ein Zusatz, kein Einstiegspreis.

Zur Einordnung das Grundspiel: In Boss Fighters QR (Design: Michael Palm und Lukas Zach) treten zwei bis vier Spielende gemeinsam gegen zehn Bosse an, die eine Begleit-App steuert. Herzstück ist das „Scan & Play“-Prinzip: QR-Codes auf den Kartenrückseiten werden gescannt, worauf die App dynamisch reagiert. Dazu kommen Deckbau und ein Schuss Deduktion, denn die Angriffsmuster der Bosse musst du erst durchschauen, um sie zu bezwingen. Die Partie dauert 40 bis 60 Minuten, empfohlen wird das Spiel ab 10 Jahren.

Was in der Erweiterung Dschungelfieber steckt

„Dschungelfieber“ bringt fünf neue Bosse, die in einer eigenen Kampagne aufeinander aufbauen und jeweils in vier Schwierigkeitsgraden antreten. Der Verlag verspricht dazu neue Mechaniken und veränderte Angriffstaktiken, nennt zu deren konkreter Ausgestaltung aber noch keine Einzelheiten. Deine Heldenriege wächst um zwei Figuren, den Goblintüftler und die Dryade, sowie um zwei neue Klassen, den Paladin und den Schamanen. Hinzu kommen neue Gegenstände und 20 Beutekarten, die du im Spielverlauf freischaltest.

Nicht nur eine neue Kampagne

Wichtig für alle, die bereits das Grundspiel besitzen: Laut BoardGameGeek lassen sich die neuen Helden und Klassen auch mit dem Personal des Grundspiels kombinieren und gegen die zehn Grundspiel-Bosse einsetzen. „Dschungelfieber“ ist damit nicht bloß ein abgeschlossenes Zusatzkapitel, sondern erweitert auch die Basis. Pegasus rät allerdings, zuerst die Bosse des Grundspiels zu bespielen, bevor du in den Dschungel aufbrichst.

Ergänzend kündigt der Verlag optionale Spielmatten für Dryade und Goblin an, die voraussichtlich noch 2026 folgen sollen. Die Spielmatten der Grundspiel-Helden sind bereits erhältlich (UVP 19,99 Euro).

Warum Dschungelfieber im DACH-Raum zählt

Boss Fighters QR wurde im Mai zum Kennerspiel des Jahres 2026 nominiert. Die Jury verkündet ihre Entscheidung am 12. Juli 2026, zum Redaktionszeitpunkt steht der Sieger also noch aus. Bereits vergeben ist dagegen eine andere Auszeichnung: Die Österreichische Spiele-Akademie führt den Titel als „Spiele-Hit Trend 2026“. Zusammen mit dem in Friedberg ansässigen Verlag Pegasus ergibt sich ein deutlicher Bezug zum deutschsprachigen Markt.

Eckdaten der Erweiterung Dschungelfieber

  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Design (Grundspiel): Michael Palm, Lukas Zach
  • Spielerzahl: 2 bis 4 (wie Grundspiel; Begleit-App und Grundspiel erforderlich)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Spieldauer: 40 bis 60 Minuten
  • Inhalt: 5 neue Bosse, 2 Helden (Goblintüftler, Dryade), 2 Klassen (Paladin, Schamane), neue Gegenstände, 20 Beutekarten
  • UVP: 29,99 Euro, ab sofort vorbestellbar
  • Erscheinen: voraussichtlich zur SPIEL Essen 2026

Cult of the Lamb als Brettspiel: Worker Placement statt Roguelite

10. Juli 2026 um 11:29
Cult of the Lamb als Brettspiel: Worker Placement statt Roguelite

Am 21. Juli startet Paper Fort Games die Kickstarter-Kampagne zu „Cult of the Lamb: The Board Game“, der offiziellen Brettspiel-Adaption des Videospiels von Massive Monster und Devolver Digital. Am Tisch entsteht daraus kein Roguelite, sondern ein kompetitives Wettrennen um den größten Kult, das nach vier Runden entschieden ist.

Eckdaten
VerlagPaper Fort Games, Nottingham
LizenzMassive Monster (Entwicklung), Devolver Digital (Publisher)
Spielende1 bis 4, kompetitiv, mit Solo-Modus
MechanikWorker Placement, Würfelkampf, leichter Dungeon-Crawl
Partiedauervier Runden
Spielzeitnennt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart
Alternennt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart
Kampagnenstart21. Juli 2026, Kickstarter

Spielablauf: zwei Phasen, vier Runden

Eine Partie läuft über genau vier Runden, und jede Runde zerfällt in zwei Hälften. Diese Struktur begrenzt die Partie nach oben, eine Minutenangabe nennt Paper Fort Games erst mit dem Kampagnenstart. In der einen ziehen Sie los: Der Verlag nennt diesen Teil „Crusade“, einen leichten Dungeon-Crawl, in dem Sie sich durch Gegner arbeiten und Kämpfe über Würfel entscheiden. Vorher wählen Sie Ihre Waffe. Das Spektrum reicht laut Vorab-Update von nekromantischen Äxten bis zu göttlichen Dolchen, das Kampfsystem selbst beschreibt Paper Fort Games ausdrücklich als einfach gehalten.

In der anderen Hälfte kehren Sie in Ihr Lager zurück, und das Spiel wird zum Worker-Placement-Spiel (Sie setzen Ihre Anhänger auf Aktionsfelder, jedes Feld ist meist nur einmal belegbar). Sie schicken Ihre Anhänger zur Arbeit, zum Gebet oder auf Wanderschaft und erzeugen so Rohstoffe und Glauben. Predigten, Doktrinen und Rituale bilden den Überbau. Wer nach vier Runden den stärksten Kult vorweist, gewinnt.

Die Anhänger sind die Wirtschaft

Der interessanteste mechanische Baustein ist die Follower-Wirtschaft. Ihre Anhänger sind zugleich Ihre Arbeiter und Ihr Material: Holzköpfe, die in farbige Roben-Miniaturen gesteckt werden. Jeder Anhänger trägt einen Namen und Charakterzüge, mehr als sechs aktive Anhänger führt niemand. Die Anhänger lassen sich auf Stufe 2 und Stufe 3 aufwerten, indem Heiligenschein- und Altar-Aufsätze aufgesteckt werden, und schalten dadurch stärkere Aktionsfelder frei. Wer die Hygiene im Lager vernachlässigt, dessen Anhänger erkranken oder sterben, so das Vorab-Update.

Aus dieser Kopplung ergibt sich die eigentliche Spannung: Arbeiter sind endlich, Aufwertungen kosten Runden, und jede Runde, die Sie in den Ausbau stecken, fehlt Ihnen auf dem Kreuzzug.

Vier Bischöfe, vier Kämpfe

Gegner der Kreuzzüge sind die vier Bischöfe der alten Religion, aus dem Videospiel bekannt als Leshy, Heket, Kallamar und Shamura. Jeder Bischofskampf steht für sich und wirft eine eigene Belohnung ab. Am Ende wartet, wie in der Vorlage, „The One Who Waits“. Zur Auswahl stehen vier Prophetinnen und Propheten: Lamm, Ziege, Eule und Schlange.

Den Solo-Modus beschreibt das Vorab-Update als Quest-Struktur: Sie führen allein das Lamm durch Quests, bis alle vier Bischöfe besiegt sind. Die Regeln dazu sind noch nicht öffentlich.

Videospiel gegen Brettspiel: Wer das Original liebt, bekommt etwas anderes

Das Videospiel ist ein Roguelite: Sie sterben, Sie starten neu, der Lauf beginnt von vorn, und der Fortschritt sickert langsam durch. Das Brettspiel ist nichts davon. Es ist eine kompetitive Vier-Runden-Partie mit Aufbau-Ökonomie und einem Kampfsystem, das laut Verlag bewusst leicht bleibt. Wer Atmosphäre, Bischöfe und die Anhänger-Sammelei sucht, findet sie. Wer das rastlose Sterben-und-neu-Anfangen des Originals erwartet, sucht am falschen Tisch.

Über 7.000 Menschen hatten sich zum Stand des Verlags-Updates vom 30. Dezember 2025 für die Startbenachrichtigung eingetragen. Das ist ein Reichweitensignal, kein Qualitätsurteil. Wer der Kampagne vorab folgt und später eine physische Ausgabe unterstützt, soll zusätzlich ein Geschenk zur Individualisierung der eigenen Anhänger erhalten: Kampagnen-Marketing, kein Produktmerkmal.

Erfahrung mit großen Lizenzen hat das Studio: Zuletzt brachte Paper Fort Games „Terraria: The Board Game“ und „Cosmoctopus“ heraus. Einen ersten öffentlichen Blick aufs Material gab es auf der UK Games Expo 2026.

Deutsche Ausgabe, Preise, Stretch Goals

Preise, Pledge-Stufen und Stretch Goals gibt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart am 21. Juli bekannt.

Für den deutschsprachigen Raum gibt es bislang keine angekündigte Ausgabe, keinen Lokalisierungspartner, keinen Termin. Wir prüfen die Kampagnenseite nach dem 21. Juli erneut und tragen nach, was dann belegt ist. Bis dahin gilt: Wer hier mitspielen will, spielt vorerst auf Englisch. Am Familientisch heißt das: englische Karten und ein englisches Regelheft.

Schiffbauer der Nordsee - Redux: kein Nachdruck, neues Spiel

10. Juli 2026 um 07:55
Schiffbauer der Nordsee - Redux: kein Nachdruck, neues Spiel

Der Schwerkraft-Verlag bringt Mitte Juli 2026 „Schiffbauer der Nordsee - Redux“ auf Deutsch, die Neufassung des ersten Titels der blauen Nordsee-Saga. Das Wort Redux führt dabei in die Irre: Nach der Designer-Beschreibung auf BoardGameGeek ist der Titel kein Nachdruck, sondern „an entirely new game“.

Redux heißt hier nicht Neuauflage

Thema, Setting und Spielziele teilt die Neufassung mit dem Original, das BoardGameGeek auf 2014 datiert und das Schwerkraft auch auf Deutsch veröffentlicht hat. Das Kernspielprinzip dagegen wurde von Grund auf neu gebaut. Verantwortlich ist wie beim Original Shem Phillips, die Illustrationen stammen von Mihajlo Dimitrievski. Die englische Ausgabe des Redux erschien 2024 bei Garphill Games, dem Studio hinter den drei Trilogien Nordsee (blau), Westfrankenreich (rot) und Südtigris (gelb). Zuletzt brachte Schwerkraft mit Skara Brae einen weiteren Phillips-Titel auf Deutsch.

Wie weit der Umbau reicht, zeigt ein Blick auf die Mechaniken beider Fassungen. Das Original von 2014 war ein Kartenspiel mit offenem Draft, Handel und Warenspekulation für 2 bis 5 Spielende. Es endete, sobald jemand sein viertes Schiff fertigstellte, und kannte keinen Solo-Modus. Das Redux setzt stattdessen auf einen geschlossenen Kartendraft (Sie wählen reihum aus einer Auslage, die niemand vorab überblickt), auf Worker Placement (Arbeiterfiguren belegen Aktionsfelder) und auf simultane Aktionswahl, läuft über feste fünf Runden und ist ab einer Person spielbar.

Auch die Bewertungen laufen auseinander. Das Original kommt auf BoardGameGeek auf 6,33 von 10 bei 1885 Stimmen und steht auf Rang #4279. Das Redux erreicht 7,64 bei 1496 Stimmen und Rang #1818, bei leicht gestiegener Komplexität (2,70 statt 2,31 von 5). Solche Werte sind Stimmungsbilder einer selbst ausgewählten Community, kein Qualitätsurteil. Der Abstand ist aber deutlich genug, um die Neufassung nicht als Kosmetik abzutun.

Innerhalb der Garphill-Linie ordnet sich das Redux damit im Mittelfeld ein: schwerer als Räuber der Nordsee (2,57), das Schwerkraft ebenfalls im Programm hat, und ein gutes Stück leichter als die Paladine des Westfrankenreichs (3,71). Ein Einstiegsspiel ist es nicht, ein Vielspieler-Brocken aber auch nicht.

Für Sie heißt das: Wer das alte Schiffbauer im Regal hat, bekommt hier kein aufgehübschtes Wiedersehen, sondern ein zweites Spiel zum selben Stoff.

Was Sie am Tisch tun: Draft, Worker Placement, Langschiffe

Sie schreiben das Jahr 800 nach Christus und bauen als Schiffbauer die stärkste Flotte der Nordsee. Über fünf Runden draften alle Spielenden Dorfkarten aus einer geschlossenen Auslage. Diese Karten sind Mehrfachnutzungs-Karten: Dieselbe Karte kann Baumaterial, Handwerker oder Bauprojekt sein, und Sie entscheiden, welche Rolle sie übernimmt.

Sie sammeln Eiche, Wolle und Eisen, setzen Arbeiter ein, werben Handwerker an und errichten damit Langschiffe und Gebäude. Gold ist knapp und will gezielt ausgegeben werden. Die Aktionswahl läuft simultan, gewartet wird also wenig. Zwischen den Runden gibt es Einkommen.

Der Draft ist damit der Ort, an dem Sie den Mitspielenden in die Quere kommen: Was Sie nehmen, fehlt den anderen. Die Aktionen selbst wählen alle gleichzeitig und bauen in der eigenen Siedlung. Wie hart sich das Gegeneinander am Tisch anfühlt, klärt erst eine Partie.

Punkte bringen am Ende die gebauten Langschiffe und Gebäude, angeworbene Jarls, angelockte Helden und übrig gebliebenes Gold. Die Inhaltsliste des Verlags nennt 122 Dorfkarten, 50 Arbeiter aus Holz, 160 Ressourcenmarker und 50 Silbermarker.

Die Eckdaten zu Schiffbauer der Nordsee - Redux

Spielende1 bis 5 (Verlag und BGG)
Spieldauer45 bis 90 Minuten (Verlag), 60 bis 80 Minuten (BGG)
Alterab 10 Jahren (Verlag), ab 13 Jahren (BGG)
SpieldesignShem Phillips
IllustrationMihajlo Dimitrievski
Komplexität2,70 von 5 (BGG)
ErscheintMitte Juli 2026

Die beiden Quellen weichen voneinander ab, und zwar in beide Richtungen: Der Verlag gibt einen breiteren Zeitkorridor und eine niedrigere Altersfreigabe an als der BGG-Eintrag zur englischen Ausgabe. Wir bilden beide Angaben ab und rechnen sie nicht gegeneinander auf.

Für den Familientisch heißt das: Die 10 des Verlags setzt ein Kind voraus, das Kartendraft und langfristige Optimierung schon kennt. Und die Zeitangaben beider Quellen meinen die eingespielte Partie. Rechnen Sie für den ersten Abend die Regelerklärung und das Lesen der Kartensymbole dazu. Das ist eine Erfahrungsregel und keine gemessene Zahl: In Vollbesetzung liegen Sie damit eher über als unter 90 Minuten.

Der Solo-Modus ist keine Randnotiz

Der Solo-Modus ist die auffälligste Neuerung gegenüber 2014, und die Zahlen legen nahe, dass er mehr als eine Pflichtübung ist. In der Community-Umfrage auf BoardGameGeek erhält die Ein-Personen-Besetzung mit 32 Stimmen die meisten „Best“-Wertungen, dicht gefolgt von zwei Spielenden mit 25. Zur Vollbesetzung dreht das Bild: Bei fünf Spielenden vergibt genau eine Person ein „Best“, und 12 von 30 Antwortenden raten von dieser Besetzung ab. Wer den Titel kauft, kauft ihn also vor allem als Solo- und Zweipersonenspiel.

Für die klassische Familienrunde zu viert ist das kein naheliegender Kauf. 70,00 Euro für ein Spiel, das seine Stärke allein und zu zweit ausspielt, lohnen sich vor allem dann, wenn Sie regelmäßig in dieser Besetzung spielen.

Mit Erscheinen komplett: Legenden und Runensteine

Die deutsche Ausgabe ist laut Verlag ab Tag eins vollständig. Beigelegt sind die Mini-Erweiterung „Legenden“ mit sieben Karten sowie sechs neue Runensteine für die verlagseigene Kampagne „Runen der Nordsee-Saga“. Die Legenden entsprechen dem englischen „Legends Promo Pack“: sechs Legendenkarten plus eine Regelkarte. Die Legendenkarten verhalten sich wie Heldenkarten, kosten aber nichts und müssen am Rundenende abgeworfen werden. Die Legenden greifen also in die Mechanik ein, die Runensteine bedienen die Metakampagne des Verlags. Beides liegt der Schachtel bei, beides betrifft ausschließlich das Redux.

Anders sieht die Lage beim Original aus. Eine geboxte Erweiterung hat Schiffbauer laut Verlag nie bekommen, entsprechend fehlte dem Titel bislang auch die Sammlerbox, mit der Schwerkraft ältere Spiele in die Kallax-taugliche Standardschachtel (30 x 30 x 7 cm) umziehen lässt. Zum englischen Original führt BoardGameGeek allerdings sehr wohl eine Erweiterung, „The Townsfolk Expansion“; eine deutsche Ausgabe davon nennt der Verlag nicht. Über die Sammlerboxen haben wir zuletzt bei der Sammlerbox zu Entdecker der Nordsee berichtet. Seit der gelben Trilogie erscheinen die Grundspiele direkt in diesem Format, zuletzt bei Erfinder des Südtigris.

Der Verlag macht die eigene Auflage obsolet

Bemerkenswert ist eine Aussage aus der Verlagsankündigung: Die alte Schiffbauer-Auflage sei nicht ausverkauft, das Redux mache die Erstausgabe aber obsolet. Der Verlag schreibt, er habe deshalb mit der Druckerei eine sehr kleine und damit teure Mindestmenge ausgehandelt. Das ist eine ungewöhnlich offene Auskunft über die eigene Kalkulation. Sie bleibt eine Verlagsangabe, und sie beschreibt eine Entscheidung, die dem Verlag Geld kostet und Bestandskunden ein zweites Mal zur Kasse bittet.

Zur Einordnung: Der Verlag nennt 70,00 Euro als regulären Preis. Bis zum 10. Juli 2026 gilt eine Aktion für Vorbesteller, der Shop weist den Titel derzeit mit 55,00 Euro aus. Der Verlag behält sich vor, die Aktion vorzeitig zu beenden.

Ebenfalls nur aus dem Verlagstext stammt der Ausblick, eine grüne vierte Saga werde die Reihe 2027 „im Osten“ abschließen. Garphill Games selbst führt auf der eigenen Seite bislang nur die drei bestehenden Trilogien. Wir behandeln die grüne Saga daher als Ankündigung des deutschen Verlags, nicht als gesetzte Tatsache.

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