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SPIEL Essen 2026 Messebericht

Als sich vom 22. bis 25. Oktober die Tore der SPIEL Essen 2026 öffneten, blickte die gesamte internationale Welt des Brettspiels einmal mehr ins Ruhrgebiet. Die SPIEL ist die weltweit größte Publikumsmesse für Brett- und Gesellschaftsspiele aller Art und bringt zig tausende Spiele-Fans mit nationalen und internationalen Ausstellern zusammen. Seit über 40 Jahren präsentiert die […]

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Plush-o-mat – Spielkritik

Von: Paddy
17. September 2026 um 20:25
Plush-o-mat

Wir kennen alle die Automaten, bei denen ein Greifarm nach mehr oder weniger nützlichem Zeugs grapscht. Bei Plush-o-mat versuchen wir unser Glück bei flauschigen Monstern. Ob unsere Sammlung am Ende etwas wert ist, wird sich zeigen. Die 45 Monsterkarten verteilt

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Magische Spiegel

05. September 2026 um 02:33

Was hat sich denn hier versteckt? Viele große bunte Karten mit verschiedenen Dingen, die nur schwer zu erkennen sind. Aber zum Glück gibt es den magischen Spiegel. Das gleichnamige Kinderspiel…

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Crazy Cubes Junior – Spielkritik

Von: Paddy
02. September 2026 um 07:30
Crazy Cubes Junior

Das bekannte Legespiel gibt es nun in der Kindervariante. Bei Crazy Cubes Junior legt man mit vier Blöcken vorgegebene Muster nach. Ein Spiel, bei dem man schnell und richtig kombinieren muss. Die Aufgabenkarten gibt es in vier Level. Crazy Cubes

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Ein hungriger Wolf und eine Dose voller Würmer

26. August 2026 um 16:13

Zwei Kinderspiel-Neuheiten bei Pegasus Spiele

Friedberg, 26.08.2026: Gleich zwei neue Kinderspiele erscheinen in diesem Jahr bei Pegasus Spiele: Mit Ab durch den Wald ist bereits seit Ende Juli ein kooperatives Memo-Spiel erhältlich, bei dem Rotkäppchen Hilfe dabei braucht, Pizza zu ihrer Großmutter zu bringen, bevor der Wolf diese erreicht. Voraussichtlich im Oktober erscheint dann das 3D-Spiel Noch’n Wurm bitte!, welches die Addition von Zahlen spielerisch näherbringt.

In Ab durch den Wald müssen die zwei bis vier Spielenden Rotkäppchen zusammen dabei helfen, der Großmutter ihre Lieblingspizza zu bringen, bevor der hungrige Wolf als ungebetener Gast vorbeischaut. Um das zu schaffen, decken sie abwechselnd Plättchen nach dem bekannten Memo-Prinzip auf und versuchen dabei, Bilder von Lebensmitteln als Pärchen zu vervollständigen. Gelingt dies, darf sich Rotkäppchen nämlich jedes Mal ein Feld in Richtung Großmutter bewegen. Sollten allerdings ein oder sogar zwei Wolf-Plättchen aufgedeckt werden, kommt der Wolf um entsprechend viele Felder näher. Zum Glück gibt es aber noch den Jäger, der ein Wolf-Plättchen dauerhaft aus dem Spiel entfernen kann, wenn er zusammen mit dem Wolf aufgedeckt wird. Erreicht Rotkäppchen so vor dem Wolf Großmutters Haus, gewinnen die Spielenden gemeinsam nach ca. zehn Minuten Spielzeit.

Das kooperative Lauf- und Memo-Spiel Ab durch den Wald von Autor Giorgio Galbusera richtet sich an Märchen-Fans ab vier Jahren. Gediminas Akelaitis trägt mit seinen Illustrationen zum lebhaften Gesamtbild bei. Erhältlich ist das Kinderspiel zu einer UVP von 19,99 €.

Auch bei Noch’n Wurm bitte! ist es von Vorteil, gut aufzupassen und sich zu merken, wo welcher Wurm in der Dose steckt. Die Spielenden ziehen in diesem Kinderspiel nämlich reihum unterschiedlich lange Würmer aus einer drehbaren Dose. Dabei versuchen sie, die Gesamtlänge zu erreichen, welche auf ihrer Zahlenkarte angegeben ist. Wie lang ein Wurm genau ist, kann entweder mit dem beiliegenden Maßband selbst ermittelt oder auf den Rücken des Wurms abgelesen werden.

Solange die Gesamtlänge der Würmer geringer ist als der Wert auf der eigenen Zahlenkarte, wird ein weiterer Wurm gezogen und mit allen bereits gezogenen zu einer Wurm-Schlange verbunden. Ist der geforderte Zahlenwert erreicht, ist die Karte erfüllt und darf behalten werden. Wer sich so zuerst vier Karten sichern kann, gewinnt. Übertrifft der Wurm oder die Wurm-Schlange jedoch den Wert auf der Zahlenkarte, konnte die Anforderung in dieser Runde nicht erfüllt werden. In dem Fall erhält die Person aber immerhin einen hilfreichen Wurm-Chip. Diesen kann sie in der nächsten Runde einsetzen, um die Gesamtlänge des Wurms bzw. der Wurm-Schlange zu erhöhen oder verringern. Außerdem wird die Dose nun nicht wie sonst üblich am Ende der Runde gedreht, womit es die nächste Person leichter hat, die passenden Würmer zu ziehen. Zumindest falls sie sich gemerkt hat, wo welcher Wurm steckt.

Zahlen und ihre Addition werden bei Noch’n Wurm bitte! dank der außergewöhnlichen Komponenten mit Aufforderungscharakter spielerisch vermittelt. Für alle, die es noch etwas abwechslungsreicher oder herausfordernder mögen, sind außerdem weitere Varianten und Spezialkarten enthalten. Das von Autorin Mary Jo Reutter designte sowie von Ana Solera Vasquez illustrierte Spiel ist Teil der Kids Fun Reihe und empfohlen für zwei bis sechs Personen ab fünf Jahren. Voraussichtlich zur SPIEL Essen im Oktober wird es zu einer UVP von 19,99 € erhältlich sein.

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Die Sandburgen von Burgund – Spielkritik

Von: Paddy
25. August 2026 um 07:25
Die Sandburgen von Burgund

Wir erinnern uns alle noch an Die Burgen von Burgund von Stefan Feld. Das Kennerspiel begeistert noch heute. Nun hat der Autor gemeinsam mit seiner Frau ein Kinderspiel im gleichen Thema nachgelegt. Bei Die Sandburgen von Burgund gehen wir zur

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Schätz it Junior – Spielkritik

Von: Paddy
06. August 2026 um 20:16
Schätz it Junior

Zahlreiche Themen und 100 Schätzkarten erfordern bei Schätz it Junior ein permanentes Einordnen und Sortieren. Ein reines Kinderspiel ist das nicht, mit diesem Rätselspiel beschäftigt sich die ganze Familie und testet ihr Wissen auf manchen Gebieten. Schätz it if you

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Paleolino

Von: Riemi
03. August 2026 um 02:33

Es ist immer wieder faszinierend, wie viel Wissen nebenbei in einem Gesellschaftsspiel steckt und vermittelt wird. Nicht zu unterschätzen. Genauso faszinierend ist, dass ein erfolgreiches Gesellschaftsspiel eine Juniorausgabe braucht. Paleolino…

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Kinder, Kenner & Co. – Ein Blick auf die Spielekategorien und ihre Bedeutung

29. Juli 2026 um 15:32

Beim Brettspielkauf kann die schiere Auswahl an Titeln schon mal überfordernd sein. Umso praktischer ist es doch dann, wenn auf der Verpackung kommuniziert wird, an wen sich dieses Spiel eigentlich richtet – und damit ist nicht nur die Angabe zum empfohlenen Alter gemeint. Bestimmt habt ihr bereits entdeckt, dass wir (aber auch andere Spieleverlage) die Spiele in Kategorien wie Familie oder Kenner einteilen. Und bestimmt habt ihr euch auch schon mal gedacht, „Ne, das ist doch kein Kennerspiel!“ Genau darum, also um die Einteilung von Spielen in die Kategorien Kinder-, Familien-, Kenner- und Expertenspiel, geht es in diesem Blogbeitrag.

Aber was sagen uns diese Angaben eigentlich? Was sagen sie nicht? Wie sieht diese Familie eigentlich aus, von der hier die Rede ist? Hört man denn jemals auf, Kind zu sein? Oder darf ich ein Expertenspiel überhaupt anfassen, ohne bereits hunderte Spielstunden auf dem Tacho zu haben?

Kinderspiele – Die ersten (Meeple-)Schritte

Beginnen wir mit der Kategorie der Kinderspiele und was sie kennzeichnet. Wenn ihr euch jetzt denkt: „Kinderspiele? Ne, die sind mir viel zu langweilig und anspruchslos! Ich überspringe diesen Abschnitt einfach und komme lieber gleich zu den richtigen Spielen“, dann kann ich euch davon nicht abhalten, möchte euch aber ein Zitat von Michael Ende ans Herz legen. Der berühmte deutsche Kinder- und Jugendbuchautor sagte in seinem Vortrag Über das Ewig-Kindliche einst Folgendes:

„Ich glaube, dass in jedem Menschen, der noch nicht ganz banal […] geworden ist, dieses Kind lebt. […] Ich glaube, dass die Werke der großen Dichter, Künstler und Musiker dem Spiel des ewigen […] Kindes in ihnen entstammen – dieses Kind, das ganz unabhängig vom äußeren Alter in uns lebt, ob wir neun Jahre alt sind oder neunzig; dieses Kind, das nie die Fähigkeit verliert zu staunen, zu fragen, sich zu begeistern.“

Bevor ihr also Kinderspiele kategorisch übergeht, probiert doch mal aus, ob beim Stapeln von saftigen Tortenstücken während einer Partie Torten Träume nicht das ewige Kind in euch selbst wieder zum Vorschein kommt.

Kinderspiele versuchen nämlich vor allem, die Begeisterungsfähigkeit für das (Brett-)Spielen bereits in jungen Jahren zu erwecken. Dragomino, der Kinderspiel-Ableger aus der prämierten Kingdomino-Familie und seines Zeichens selbst Kinderspiel des Jahres 2021, wäre hierfür ein treffendes Beispiel, da es das bekannte Domino-Prinzip aufgreift und spielerisch kindgerecht umdenkt. Kindgerecht meint, dass das Spiel mit wenigen simplen Regeln auskommt, die leicht verständlich und demnach schnell erlernt sind. Entsprechend schnell kann losgespielt werden, was der potenziellen (kindlichen) Ungeduld präventiv entgegenwirkt. Die Spieldauer sollte ebenfalls nicht allzu lang sein und bewegt sich meist in einem Bereich bis zu höchstens einer halben Stunde. Diese Zeit ist in vielen Kinderspielen jedoch nicht nur für reinen Spielspaß reserviert (wenngleich der definitiv im Vordergrund steht), sondern eben auch für die Schulung kognitiver Fähigkeiten oder kreativer Lösungsfindung. Daher sind Kinderspiele auch aus vielen Kitas, Kindergärten und (Grund-)Schulen nicht mehr wegzudenken. Wusstet ihr übrigens schon, dass die Kinderspiel des Jahres Jury von Beirät*innen mit pädagogischem Hintergrund unterstützt wird?

In Kinderspielen kommen oft haptische Komponenten mit besonderem Aufforderungscharakter ins Spiel, welche dann beispielsweise die kindliche Feinmotorik spielerisch schulen und somit das Entdecken für Kinder im wahrsten Sinne noch greifbarer machen. Aber mal ehrlich, welche erwachsene Person kann schon widerstehen, wenn einen das Affenkatapult aus Crazy Coconuts mit herausforderndem Blick quasi dazu zwingt, unverzüglich unter Beweis zu stellen, wie geschickt man tatsächlich darin ist, die Becher in der Tischmitte zu treffen (oder es zumindest zu versuchen – immer und immer wieder …).

Wer jetzt stutzig wird und sagt: „Moment mal, Crazy Coconuts ist doch eigentlich gar kein Kinderspiel, sondern ein Familienspiel“, ist dem Fazit dieses Beitrags schon auf der Spur, aber wir wollen hier natürlich noch nichts vorwegnehmen, sondern nun erst einmal zu den Familienspielen kommen.

Familienspiele – Ein Spaß für alle

An dem ein oder anderen Festtag haben sich bestimmt viele von euch (gezwungenermaßen) schon in einer Situation wiedergefunden, bei der Menschen von blutsverwandt bis unbekannt zusammengekommen sind. Um dann potenziell unangenehme Gespräche – oder noch unangenehmere Stille – am Tisch zu vermeiden, wäre es doch manchmal echt praktisch, einen spaßigen Zeitvertreib zu haben, bei dem eigentlich alle, unabhängig von spielerischen Vorkenntnissen mitspielen können.

Unter anderem für solche Erlebnisse sind Familienspiele perfekt! Familienspiele zeichnet nämlich aus, dass sie sich an die ganze Familie richten (wie auch immer sie aussehen mag) und zwar in dem Sinn, dass sie für jedes Mitglied von Jung bis Alt eine spaßige Spielerfahrung bieten. Frei nach Friedrich Schillers Homo ludens (lat. „der spielende Mensch“) ist der Mensch eben nur da ganz Mensch, wo er spielt – und genau dazu laden Familienspiele prinzipiell alle Menschen gleichermaßen ein (von etwaigen Altersempfehlungen mal abgesehen). Aber natürlich könnt ihr Familienspiele auch mit Freund*innen, guten Bekannten, netten Menschen im Zug usw. spielen.

Spiele dieser Kategorie bieten eine geringe Einstiegshürde sowie eine überschaubare Spieltiefe, weswegen sich jene Titel hervorragend für Neulinge im Hobby eignen. Die abwechslungsreichen Mechanismen, Thematiken und Spielideen sprechen gleichzeitig aber auch diejenigen an, welche in ihrer Karriere bereits so manche Würfel geworfen, Meeple bewegt oder Karten gezogen haben.

Oft vereinen Familienspiele in rund sechzig Minuten einen gewissen Glücksfaktor mit der moderaten Möglichkeit zu strategischer Planung, sodass man sich durch cleveres Spielen zwar einen spürbaren Vorteil verschaffen kann, ohne dabei jedoch nicht ganz so versierte Mitspielende in Grund und Boden zu stampfen. Titel wie beispielsweise Dorfromantik – Das Brettspiel und Bomb Busters (Spiele des Jahres 2023 bzw. 2025) gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie das Spielerlebnis gleich gänzlich kooperativ gestalten. So gewinnt oder verliert ihr gemeinsam (wobei natürlich trotzdem immer alle wissen, wer eigentlich die Schuld an der Niederlage trägt).

Kennerspiele – Tieferes Eintauchen in die Materie

Kennt ihr die nächste Kategorie? Gut, dann zählt ihr offensichtlich zu den Kenner*innen (höhö). Es sind nämlich die Kennerspiele, die nun etwas tiefer in die Materie Brettspiel einsteigen. Die Mechanismen werden also komplexer und das Regelheft somit dicker, aber dafür bekommt man bei diesen Titeln auch mehr Spieltiefe geboten. Strategie ist hierbei oft gewinnbringender als reines Glück, wobei eine kleine Prise davon noch immer hilfreich sein kann. Dementsprechend verlängert sich die durchschnittliche Spieldauer auf meist merklich über eine Stunde, um der strategischen Planung genügend Zeit zur Entfaltung einzuräumen.

Auch die Themen können bei Kennerspielen mal anspruchsvoller oder abstrakter werden, wenn sich zum Beispiel in der Compile-Reihe KIs darum duellieren, Protokolle zuerst zu kompilieren. Es ist folglich zweifellos von Vorteil, wenn man bereits ein wenig Spielerfahrung mitbringt, um die besten Chancen auf den Sieg zu haben. Allerdings ist die Abstraktheit der Themen im Kennerspiel-Segment kein Muss: Everdell sowie dessen Erweiterungen respektive Standalone-Nachfolger sind dank der mechanischen Kombination aus Worker-Placement und Engine-Building zwar vom Anspruch her durchaus ähnlich fortgeschritten, doch aufgrund der süßen Tier-Thematik wahrscheinlich für die meisten um einiges zugänglicher (und sollte die Spielmechanik hier dennoch zu überwältigend sein, gibt es ja das Familienspiel My Lil‘ Everdell).

Expertenspiele – Abendfüllende Auseinandersetzungen

Und schließlich haben wir sie erreicht: die Speerspitze der Schwierigkeit, die Krone der Komplexität, wenn es um Brettspiele geht – die Kategorie der Expertenspiele. Wer sich hierauf einlassen will, sollte Lesen bestenfalls als Hobby im Hobby betrachten, denn so manche Spielanleitung kann von der Länge her durchaus mal an einen kurzen Roman erinnern. Allerdings nicht gefüllt mit im engeren Sinne spannender Fiktion, sondern mit umfangreichen Regeln, welche die meist komplex verzahnten Mechanismen auch adäquat abbilden wollen.

Während also allein das Erfassen bzw. Erklären der Regeln hierbei schon teils länger dauern kann als die Gesamtspielzeit so manch anderen Spiels, ist die eigentliche Dauer von Expertenspielen entsprechend ebenfalls länger. Eine Partie erstreckt sich nicht selten über mehrere Stunden, wenn alle Mitspielenden versuchen, aus einer Vielfalt an Möglichkeiten einen erfolgreichen Gewinnplan auszutüfteln sowie langfristig strategisch umzusetzen. Die daraus resultierende Spieltiefe kommt größtenteils ohne gravierende Glücksmomente aus und lässt demnach diejenige Person letztlich als Sieger*in jubeln, welche am besten taktiert oder kalkuliert hat.

Gerade wenn wie in Spirit Island beispielsweise jede*r Spielende einen eigenen Naturgeist mit individuellen Fähigkeiten übernimmt (die wiederum je einer gesonderten, tiefgreifenderen Erläuterung bedürfen), ist es ratsam, schon einiges an Erfahrung im Brettspielbereich mitzubringen, um davon nicht überfordert zu werden. Sobald man jedoch die Prinzipien verstanden hat, bieten Expertenspiele eine unvergleichliche Gelegenheit, sich so tief wie auf dem Brettspieltisch nur möglich mit spannenden Themenfeldern auseinanderzusetzen oder Spielmechaniken eingehend zu explorieren.

Wenn Konzepte Kategorisierungen übersteigen

Nachdem wir uns die vier Kategorien angeschaut haben, in welche Brettspiele hinsichtlich ihres Komplexitätsgrades typischerweise eingeteilt werden, betrachten wir nun diese Einteilung nochmal genauer. Festhalten können wir schon mal, dass die begrifflichen Bezeichnungen „Kinder“, „Familie“, „Kenner“ und auch „Experte“ eher repräsentativ für ein gewisses Level an Spielerfahrung stehen als für ihre wortwörtliche Bedeutung.

Kinderspiele können demnach Erwachsenen ebenso Spaß bereiten (nicht nur, aber auch wenn das Grundkonzept um die eine oder andere fortgeschrittene Regel erweitert wird), und ich muss weder spontan eine Familie gründen noch überhaupt Brettspiele kennen, um Familien- oder Kennerspiele spielen zu dürfen. Diese Begrifflichkeiten dienen lediglich dazu, einen ersten Eindruck zu vermitteln, wie hoch der Anspruch am Spieltisch werden kann. Bei so vielen kreativen, außergewöhnlichen oder gar revolutionären Ideen für Spielkonzepte ist es nur logisch, dass sich nicht alle Spiele in starre Schubladen sperren lassen (im übertragenen wie wörtlichen Sinne). Die Kategorisierung ist also nicht immer eindeutig bzw. kann sich im Laufe des Spiels wandeln.

Schauen wir uns nochmals Crazy Coconuts an, ein Familienspiel, das in der „Kids Fun Reihe“ erschienen ist. Aber wenn es doch zur Kids Fun Reihe gehört und wie oben bereits beschrieben auch aufgrund seiner sonstigen Charakteristika als Kinderspiel durchgehen würde, warum ist es dann keins? Nun, mit Sicherheit wäre die Kategorisierung als Kinderspiel nicht abwegig, das spaßige Spielkonzept kommt jedoch auch bei Erwachsenen so gut an, dass die Eingruppierung als Kinderspiel das Spaßpotenzial für erwachsene Spielgruppen nicht deutlich genug gemacht hätte. Außerdem kann das Handling der Affenkatapulte für kleinere Kinder ganz schön knifflig sein. Die Einordnung ab sechs Jahren und als Familienspiel in der „Kids Fun”-Rubrik war daher die naheliegende Lösung.

Die Altersangabe ist übrigens ein weiterer Indikator, der zwar einen ersten Rückschluss auf den Anspruch bzw. die Komplexität eines Spiels zulässt, aber eben auch nicht mehr. Denn letztlich sind solche Faktoren unter anderem stark von der Spielerfahrung der Sechs-, Acht- oder Zehnjährigen abhängig und damit hochgradig individuell. Trotzdem hängen die Kategorisierung von Brettspielen und Altersangaben eng zusammen, sind allerdings nicht immer strikt miteinander verknüpft. Ein Spiel, welches ab sechs Jahren empfohlen wird, kann demnach mal als Kinder-, mal als Familienspiel eingestuft sein. Abgesehen davon sind Kinder auch mit acht oder zehn Jahren noch Kinder, können aber durchaus schon Spiele aus dem Familien- oder vielleicht sogar Kenner-Segment spielen.

Bei Kampagnenspielen oder Titeln mit Legacy-Prinzip ist eine eindeutige Zuordnung ebenfalls sehr oft sehr schwierig. Diese Arten von Spiel starten meist auf einem überschaubaren Niveau, entwickeln sich beim Spielen jedoch durch Hinzunahme neuer Komponenten oder das Ausbauen von Mechaniken weiter, womit auch der Komplexitätsgrad ansteigt. Entscheidend sind hierbei vor allem zwei Aspekte: Zum einen wächst der Anspruch als beabsichtigter Teil des Spielkonzepts organisch mit den Spielenden, zum anderen gibt es – falls es mal zu anspruchsvoll werden sollte – häufig die Möglichkeit, das Level an Komplexität individuell „einzustellen“.

Nehmen wir mal Boss Fighters QR als Beispiel. Der Einstieg ist zwar nicht auf Ich-würfle-und-gehe-dann-soviele-Felder-Niveau, aber dennoch für die allermeisten machbar, weswegen die Einstufung als Familienspiel naheliegt. Die zu bekämpfenden Bosse werden allerdings immer knackiger, ihre Taktiken raffinierter, also steigt auch der Anspruch entsprechend – sodass Boss Fighters QR im späteren Kampagnenverlauf eher zum Kennerspiel wird (übrigens auch die Kategorie, in der es von der Jury Spiel des Jahres nominiert wurde). Die Spielenden können dabei selbst entscheiden, wie fordernd das Spielerlebnis für sie sein soll. Bei Boss Fighters QR als App-basiertes Spiel ist das besonders nutzer*innenfreundlich, denn es gibt einen Auswahlbildschirm, in dem die gewünschte Schwierigkeit einstellbar ist. War ein Boss mal zu schwer oder zu leicht, kann der Schwierigkeitsgrad mit einem Klick ganz einfach an die präferierten Anforderungen angepasst werden.

Weitere Freiheiten in der Gestaltung von Anspruch bieten modulare Spielkonzepte. Durch das Hinzufügen oder Weglassen von Modulen, Materialien o.Ä. bieten euch mache Titel die Option, die Komplexität an die Spielerfahrung der Spielgruppe anzugleichen. Das ebenfalls bereits angesprochene Dorfromantik – Das Brettspiel oder auch Kitchen Rush liefern nach und nach zusätzliche Elemente, die dem Spiel beigefügt werden können und den Anspruch mitunter merklich steigern. Genauso gut könnt ihr aber auf jene Komponenten verzichten und habt dennoch ein vollständiges, rundes Spielerlebnis.

Wieder andere Spiele bieten zur Variation der Schwierigkeit weitere Modi an. Gerade bei Kinderspielen kommt dies öfter vor, um das Mitspielen für potenziell unterforderte Erwachsene spannender zu gestalten oder faire Bedingungen im Spiel von Erwachsenen mit Kindern herzustellen. Ein gutes Beispiel ist Torten Träume, denn dort dürfen Kinder ihre Torte auf dem Boden bzw. einem Tisch stapeln, Erwachsene müssen ihre Torte stattdessen auf ihrer Hand balancieren. Im Zuge solcher oder ähnlicher Module und Varianten kann die Kategorisierung schnell mal vom Kinder- zum Familienspiel, vom Familien- zum Kennerspiel usw. aufsteigen.

Und was heißt das jetzt?

Ihr seht, die Frage nach Komplexität ist – naja – komplex und teils schwer objektivierbar. Zwar ist es möglich festzustellen, dass Spiel X weniger und simplere Regeln hat als Spiel Y, doch ab wann ist der Unterschied denn groß genug, um sie auch verschieden zu kategorisieren? Generell ist eine Form der Spielekategorisierung durchaus sinnvoll, denn sie vermittelt euch einen guten ersten Eindruck vom zu erwartenden Spielgefühl: Muss ich erst eine Stunde Regeln lesen oder erklärt sich das Spiel quasi von selbst? Kann ich ein paar Partien entspannt in der Mittagspause zocken oder sollte ich mir lieber gleich einen ganzen Tag freinehmen?

Letzten Endes zählen aber nicht nur spielseitige Faktoren, sondern vor allem auch die persönliche Motivation sowie die Lust, sich in Regeln einzufuchsen oder neuen Herausforderungen zu stellen. Für eine Person, die zwar noch nicht viel gespielt hat, kann ein Kennerspiel trotzdem das Richtige sein, wenn sie den Willen mitbringt, sich damit intensiver zu befassen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das erwähnte Everdell. Klassisch als Kennerspiel eingruppiert, hat es durch den 3D-Baum, die niedlichen Illustrationen und das Wohlfühl-Thema so viel Aufforderungscharakter, dass es weltweit begeistert gespielt wird und sogar Brettspielneulinge motiviert, sich mit dem Spielprinzip auseinanderzusetzen.

Die Spielekategorien sollen euch vorm Spieleregal also eine Idee davon geben, was euch erwartet, aber die Definitionen der Kategorien sind dehnbar. Also wenn euch eine Spielidee oder ein Thema besonders anspricht, traut euch! Wir wünschen euch viel Spaß dabei!

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Verflixt verzaubert – Spielkritik

Von: Paddy
29. Juni 2026 um 07:27
Verflixt verzaubert

In diesem Kinderspiel fühlt man sich ähnlich wie dazumal bei Scotland Yard. Doch hier spielen die Zauberschüler gegen einen Dieb, den man erst einmal entlarven muss. Verflixt verzaubert ist ein vielseitiges Deduktionsspiel mit Charme. Bis zu drei Zauberschüler treten gegen

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Kinderspiel des Jahres 2026 – Die nominierten Spiele für Kinder

Was wird Kinderspiel des Jahres 2026? Dieses ist der dritte und letzte Teil meiner diesjährigen Beiträge zu den Jurypreisen 2026. In meinen vorherigen Beiträgen für Familien und Erwachsene habe ich bereits über die potenziellen Preisträgern in den Kategorien zum Spiel des Jahres 2026 und Kennerspiel des Jahres 2025 berichtet. Jetzt sind die Kids dran! Seit […]

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SWAMS Kids #12: Viele Schlüssel und ein Farmer

Von: Gnislew
31. Mai 2026 um 18:30
SWAMS Kids #12: Viele Schlüssel und ein Farmer Blogspiele Gnislew

Nachdem der Spieledreierpack in Folge 11 so gut geklappt hat, gibt es in Folge 12 wieder einen Dreierpack. Den Start macht das Roll & Write Ei Ei, Stempelei. Es folgt das Kinderspiel des Jahres 2024 Die magischen Schlüssel. Den Abschluss des Trios bildet Das Schloss der 7 Schlösser. Da ist mit Sicherheit für jeden was dabei!

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Brettspiele-Neuheiten Frühling 2026

Die Brettspiele-Neuheiten Frühling 2026: Nachdem ich im ersten Teil meines Messeberichts zur Spielwarenmesse Nürnberg bereits die wichtigsten Spielwaren-Trends und den prestigeträchtigen Toy Award unter die Lupe genommen habe, tauchen wir nun tiefer in die Welt der Brett- und Gesellschaftsspiele ein. Jetzt geht es um die Spiele, die in nächsten Wochen neu erscheinen werden oder bereits […]

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