Die SPIEL Essen 2026 ist vorbei, vom 22. bis 25. Oktober war die Messe nach eigenen Angaben des Merz Verlags an allen vier Tagen restlos ausverkauft, zur Pressekonferenz am Messestart war das für Sonntag noch offen. Über die Grundzahlen, 230.000 Besuchende und 997 Aussteller aus 53 Ländern, hatten wir bereits direkt von der Pressekonferenz berichtet. Neu ist die endgültige Neuheiten-Zahl: Aus den zur Pressekonferenz vorläufig gemeldeten 1.885 Titeln wurden am Ende 2.012, die Zählung lief offenbar bis kurz vor Messeschluss weiter.
„Essen spielt!“: Die Messe wandert in die Stadt
Ein echtes Novum war das Projekt „Essen spielt!“, eine Kooperation von Stadt Essen, Messe Essen und Merz Verlag. Laut der offiziellen Programmseite gab es drei kostenlose, aber nur per Verlosung zugängliche Spieleabende an ungewöhnlichen Orten: im Rathaus Essen in der 22. Etage, im Red Dot Design Museum auf Zollverein und auf einem Schiff der Weißen Flotte auf dem Baldeneysee. Dazu kamen Rabatte bei Essener Partnerbetrieben mit gültigem SPIEL-Ticket und ein eigener Cocktail in mehreren Gastronomien der Stadt. Ob die Abende familientauglich sind und wie die Anmeldung zur Verlosung 2027 ablaufen wird, teilt die Programmseite bislang nicht mit. Nach Angaben des Merz Verlags kam das Projekt gut an, für 2027 wird bereits an einer Erweiterung gearbeitet.
Golden Demon, Lasertag und erstmals die TCG Awards
Auch das Rahmenprogramm wuchs. Laut Pressemitteilung des Merz Verlags blieb der Bemalwettbewerb Golden Demon von Games Workshop mit über 1.000 eingereichten Miniaturen in 14 Kategorien fester Programmpunkt, den Gesamtsieg und die Slayer-Sword-Trophäe holte sich demnach der Franzose Maxime Penaud. Neu war Warhammer-40k-Lasertag im Saal Europa, laut Merz Verlag mit großer Nachfrage und positivem Feedback, eine Wiederholung ist angedacht. Zum ersten Mal verliehen wurden außerdem die TCG Awards für die Sammelkartenspiel-Branche, organisiert von Card Sports League und Hana Sports & Entertainment: Vorab hatten wir noch neun Kategorien gemeldet, die offizielle Finalisten-Liste zählt am Ende 13 Kategorien zwischen Community-Voting und Expertenjury, Star Wars Unlimited ging dabei als großer Gewinner mit vier Preisen hervor.
Essen bleibt Essen, mehr Platz gibt es nicht
Mit der Öffnung von Halle 8 sind jetzt alle acht Hallen der Messe Essen belegt, und Geschäftsführerin Carol Rapp macht in der Abschluss-Pressemitteilung klar, dass damit die Grenze erreicht ist: „Uns ist bewusst, dass wir die Messe Essen komplett ausreizen. Aber um direkt die Gerüchte zu zerstreuen: Ein Umzug ist nicht geplant. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, die SPIEL am Standort Essen in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.“ Florian Hess, Geschäftsführer des Merz Verlags und Vorstand der Spielwarenmesse Group, ordnet die SPIEL dafür stärker in ein größeres Portfolio ein: „Seit wir die SPIEL übernommen und mit unserem Team in Essen behutsam aber spürbar weiter entwickelt haben, bieten wir für die Brettspielbranche ein umfassendes Angebot mit der Spielwarenmesse und der Game Inventors Convention in Nürnberg als Fachforen und der SPIEL als dem weltweiten Fokuspunkt der Branche im Herbst in Essen.“ Weiteres Flächenwachstum soll also künftig eher über das Jahr verteilt stattfinden als in den Essener Hallen selbst. Wie sich der Besuch mit Kindern bei acht komplett ausgebuchten Hallen für Familien konkret anfühlte, sagt die Pressemitteilung nicht, wer für 2027 (21. bis 24. Oktober) plant, sollte sich angesichts der vier ausverkauften Tage 2026 aber früh um Tickets bemühen.
Zahlen zum Abschluss
Besuchende: 230.000 (Rekord, +10.000 gegenüber 2025)
Aussteller: 997 aus 53 Ländern
Neuheiten: 2.012 (endgültige Zahl, vorläufig waren zur Pressekonferenz 1.885 gemeldet)
Golden-Demon-Gesamtsieger: Maxime Penaud (Frankreich)
TCG Awards: 13 Kategorien, erstmals verliehen
Termin 2027: 21. bis 24. Oktober
Was wir davon halten
Dass eine Messe, die im vierten Jahr in Folge ihre eigenen Rekorde bricht, am Ende restlos ausverkauft war, überrascht niemanden mehr. Interessanter finden wir, wie sehr sich das Drumherum professionalisiert: Mit den TCG Awards bekommt eine ganze Branche innerhalb der Messe ihren eigenen Preis, und mit „Essen spielt!“ verlässt das Event zum ersten Mal spürbar die Hallen und sucht sich Orte in der Stadt. Ob daraus 2027 ein fester Programmpunkt wird, wie der Merz Verlag andeutet, werden wir dann sehen.
Am letzten Tag der SPIEL Essen 2026 feiert Greylune sein Messe-Debüt, und der Name dahinter sorgt für Aufmerksamkeit: William Attia, Designer des Worker-Placement-Klassikers Caylus, meldet sich mit seinem ersten großen neuen Titel seit Jahren zurück. Ganz neu ist die Idee dahinter allerdings nicht: Greylune ist laut BGG und mehreren französischen Fachmedien eine Neuimplementierung seines eigenen Spiels Spyrium von 2013, neu thematisiert statt komplett neu erfunden.
Platzieren, dann abrufen: die Dutch-Priority-Auktion
Attias Grundidee bleibt laut TabletopSentinel erhalten: Figuren werden nicht auf, sondern zwischen Karten platziert, abgerufen wird in einer zweiten Phase per Dutch-Priority-Auktion, dazu kommen Event-Karten. Konkret läuft das laut LudoVox so: In der ersten Phase platzieren die Spielenden abwechselnd ihre Dorfbewohner im neun Karten umfassenden Dorf, immer zwischen zwei Karten. In der zweiten Phase kannst du Figuren abrufen und dabei wählen, entweder Geld in Höhe der um die Karte stehenden Figuren einzustreichen, oder die Karte zu kaufen, dann wird sie um dieselbe Zahl teurer. Je mehr Personen also um dieselbe Karte herumstehen, desto größer die direkte Konkurrenz um sie, verdeckte Gebote oder Chips sind dabei nicht im Spiel, alles läuft über sichtbar platzierte Holzfiguren. Jede Person wechselt zudem individuell und asynchron zwischen den Phasen, wer länger platziert, riskiert, dass die besten Karten inzwischen teurer oder vergeben sind, ein Timing-Risiko statt echtem Zufall. Wie sich diese Dynamik mit zwei gegenüber vier Spielenden verändert, sagt keine der vorliegenden Quellen. Ob sich Spielerfarben, Ressourcen und die neuen Gefährten- und Ausrüstungskarten am Tisch nur über Farbe oder zusätzlich über Symbol und Form unterscheiden, und ob die Event- und Quest-Karten eher text- oder symbolbasiert sind, sagt ebenfalls keine Quelle, gerade bei fehlender deutscher Fassung wäre das eine relevante Information.
Neues Thema, altbekanntes Fundament
Gegenüber Spyrium verschiebt sich laut TabletopSentinel der Schwerpunkt: „Spyrium experimented with workers placed between cards rather than directly on them. Greylune develops that idea further by making the timing of worker withdrawal just as important as the initial placement.“ Thematisch ist der Sprung dagegen groß, aus dem steampunk-britischen Erzabbau wird eine mittelalterliche Fantasy-Stadt, in der du Gefährten rekrutierst, Ausrüstung sammelst und Quests abschließt. Illustriert haben Ulric Maes und David Sitbon, verlegt wird das Spiel von Sorry We Are French (französische Ausgabe) und Pandasaurus Games (englische Ausgabe). Eine Partie dauert laut BGG 45 bis 90 Minuten, gespielt wird zu zweit bis zu viert, einen Solo-Modus gibt es nicht.
Neu oder Neuauflage?
Die Einordnung ist nicht nur Wortklauberei. BGG führt Greylune und Spyrium wechselseitig als „Implementation“ des jeweils anderen Spiels, und die französische Fachpresse ist deutlicher: LudoVox nennt Greylune wörtlich „une implémentation et une rethématisation“ von Spyrium, eine Neuimplementierung mit neuer Thematik, kein einfacher Nachdruck, aber auch kein eigenständig neu erfundenes Spiel. Beim Regelgewicht bleibt sich Attia dabei treu: BGG verzeichnet für Greylune 2,94 von 5, für Spyrium 2,91, praktisch identisch. Für die Einordnung heißt das: Attia kehrt mit Greylune zum Worker-Placement-Genre zurück, aber auf dem mechanischen Fundament seines eigenen Spiels von vor über zehn Jahren, nicht mit einer komplett neuen Konstruktion.
Eckdaten zu Greylune
Spielerzahl: 2 bis 4
Spielzeit: 45 bis 90 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Regelgewicht: 2,94 von 5 (laut BGG, Spyrium zum Vergleich 2,91)
Designer: William Attia (auch Caylus, Spyrium)
Illustration: Ulric Maes, David Sitbon
Verlag: Sorry We Are French (französische Ausgabe), Pandasaurus Games (englische Ausgabe)
Preis: rund 25,50 Euro (französische Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 25.10.2026)
Für Vielspieler, die Caylus oder Spyrium schätzen, ist Greylune ein naheliegender Essen-Fund: Das Worker-Placement-Fundament ist erprobt, das neue Fantasy-Thema samt Quests und Gefährten wirkt griffiger als Spyriums abstrakter Erzhandel. Dass hier eher eine durchdachte Neuauflage als ein komplett neues Design steckt, ist für uns kein Minuspunkt, Attia hat mit Spyrium bereits ein respektiertes Gerüst gebaut. Die rund 25,50 Euro der französischen Ausgabe liegen vergleichsweise niedrig für diese Gewichtsklasse, ob das für einen schlankeren Komponentenumfang gegenüber Caylus oder Spyrium steht, sagt keine unserer Quellen, ebenso wenig wie zur Zahl der Event- und Quest-Karten und damit zum Wiederspielwert. Enttäuschend bleibt, dass es weiterhin keine deutsche Fassung gibt, wer nicht zumindest Englisch liest, muss sich wie bei Spyrium gedulden.
Während sich in Essen die letzten Besucherinnen und Besucher durch die Halle schieben, hat Pegasus Spiele mit Kalypso einen Treffer gelandet: Seit dem 21.10.2026 steht das Siedlungsbau-Spiel für 54,99 Euro auf Deutsch im Handel, und bei unserem eigenen Check der BGG-Hotness-Liste belegt es heute, am 24.10.2026, Platz 5, einen Tag vor Messeschluss.
Siedlungsbau in einer ertrunkenen Welt
Im Kern ist Kalypso ein Tile-Placement-Spiel: Du baust aus Treibgut eine schwimmende Stadt, bevor dir Wetter und Konkurrenz davonlaufen. Die Erdoberfläche ist im Wasser versunken, Überlebende bauen schwimmende Siedlungen aus dem, was sie finden. Jede Runde ziehen die Spielenden laut Pegasus verschiedenes Material aus einem Strudel und legen es strategisch auf ihrem Meeresplan an, wer geschickt verkettet, schaltet zusätzliche Funktionen frei. Ungewöhnlich fürs Genre: Siedlungen wachsen laut Pegasus über mehrere Ebenen auf der Meeresoberfläche statt nur in die Fläche, das unterscheidet Kalypso von vielen Tile-Placement-Nachbarn mit reinem Flächenwachstum. Ob sich die Treibgut-Plättchen am Tisch nur über Farbe oder zusätzlich über Symbol und Form unterscheiden, wie groß das Raster beim Verketten tatsächlich wird, und ob Wetterereignisse und modulare Ziele über Symbole oder Text laufen, sagt keine der vorliegenden Quellen. Mehrspielerpartien laufen laut Tabletopping als Select-and-Pass-Draft, derselbe BGG-Mechanik-Tag „Closed Drafting“ wie bei 7 Wonders: Du wählst ein Plättchen aus dem Strudel vor dir und baust es ein, danach reichen alle ihren Strudel einmal am Tisch weiter. Über mehrere Runden wird so jeder Strudel von mehreren Personen durchsucht, bevor er wieder bei dir landet, die Auswahl schrumpft entsprechend, eine Dynamik, die gegen geübtere Mitspielende schnell frustrieren kann. Dazu kommen Wetterereignisse, modulare Ziele und ein steigender Schwierigkeitsgrad, gespielt wird solo, kooperativ oder kompetitiv.
Designer ist Gilles Turbide, die Illustration stammt laut BGG von Amelia Sales. Zu Turbides beruflichem Hintergrund oder früheren Spielen liegt keine zuverlässig bestätigte Quelle vor. International ist das Spiel über mehrere Verlage parallel im Umlauf (Inside Up Games, Holysword Games, Yellowstar Games), ursprünglich finanziert über eine Kickstarter-Kampagne, bevor Pegasus die deutsche Lizenz übernahm.
Solo ohne Strudel-Phase
Der Solo-Modus geht laut einer Rezension von Tabletopping darüber hinaus, bloß auch allein spielbar zu sein: Er überspringt die Strudel-Phase, stattdessen werden pro Zug zwei Treibgut-Plättchen gezogen und eines davon ausgewählt, der Rest der Partie läuft wie zu mehreren. Pegasus selbst beschreibt zusätzlich nur, dass sich mehrere Schwierigkeitsgrade einstellen lassen, eine genauere Abstufung nennt der Verlag nicht.
Eckdaten zu Kalypso
Spielerzahl: 1 bis 4
Spielzeit: 40 bis 60 Minuten (laut Pegasus, deutsche Ausgabe)
Alter: ab 10 Jahren (laut Pegasus, deutsche Ausgabe)
Verlag: Pegasus Spiele (deutsche Ausgabe), Inside Up Games, Holysword Games und Yellowstar Games (internationale Ausgaben)
Regelgewicht: 2,0 von 5 (laut BGG)
Preis: 54,99 Euro (Pegasus, Stand: 24.10.2026)
Erscheinungsdatum: 21.10.2026 (deutsche Ausgabe)
BGG-Hotness: Platz 5 (Stand: 24.10.2026, eigener Check, während der laufenden SPIEL Essen 2026)
Zwei Zahlen, zwei Angaben
Auffällig: Die internationale BGG-Auflistung nennt für Kalypso 45 bis 60 Minuten Spielzeit und eine Altersfreigabe ab 14 Jahren, Pegasus setzt die deutsche Ausgabe dagegen auf 40 bis 60 Minuten und ab 10 Jahren. Eine Begründung für die abweichende Einschätzung nennt keine der beiden Seiten. Wie oben beschrieben, bekommt im kompetitiven Modus mit der Zeit nicht mehr jede Person, was sie will, weil die Strudel über mehrere Runden durchsucht weiterwandern, und genau das macht den Unterschied zwischen 10 und 14 Jahren praktisch relevant, nicht nur auf dem Papier. Zu weiteren Unterschieden zwischen der deutschen Ausgabe und der ursprünglichen Kickstarter-Fassung, etwa bei Material oder Kartensprache, äußern sich weder Pegasus noch die internationalen Verlage öffentlich.
Lohnt sich das?
Für Familien- und Kennerrunden, die mit Regelgewicht 2,0 gut zurechtkommen und die Flexibilität zwischen solo, kooperativ und kompetitiv schätzen, ist Kalypso ein naheliegender Griff auf dem Essen-Heimweg. Zur Haptik äußert sich Tabletopping konkret: Die Ozean-Spielpläne und Treibgut-Plättchen tragen laut Rezension eine „HoldFast“-Beschichtung mit stoffartiger Textur, die verhindert, dass Teile beim Hantieren verrutschen, dem Rezensenten persönlich gefällt das Gefühl aber nicht besonders. Für die 54,99 Euro bekommst du drei Spielmodi und einen über mehrere Ebenen wachsenden Spielplan, laut Tabletopping ändert sich das Spiel von Partie zu Partie allerdings nicht grundlegend: Wechselnde Vorhersagen, Siedlungsziele und gezogene Plättchen sorgen für andere Probleme, das Grundpuzzle bleibt aber vertraut. Bei der Altersfreigabe würden wir uns an der höheren internationalen Angabe von 14 Jahren orientieren, bis Pegasus seine niedrigere Einschätzung näher begründet.
230.000 erwartete Besucherinnen und Besucher, 997 Aussteller aus 53 Nationen, erstmals alle acht Hallen der Messe Essen bespielt: Der Merz Verlag hat die SPIEL Essen 2026 heute, am Mittwoch, auf seiner Pressekonferenz offiziell zur bisher größten Ausgabe der Messe erklärt. Wir waren mit Presseakkreditierung vor Ort und haben die Unterlagen direkt von der Bühne mitgebracht. Zur gleichen Pressekonferenz verkündete die Jury den Deutschen Spiele Preis 2026, und der Spieleverlage e.V. legte frische Zahlen zum deutschen Brettspielmarkt vor.
Besucherrekord und erstmals acht Hallen
Präsentiert wurde die Bilanz von Geschäftsführerin Carol Rapp und Kommunikationsdirektor Robin de Cleur. Die Kernzahl: Für 2026 rechnet der Merz Verlag mit 230.000 Besuchenden, ein Plus von 10.000 gegenüber dem Vorjahr (2025: 220.000). Stand Mittwochmorgen waren die Tickets für Donnerstag, Freitag und Samstag bereits komplett ausverkauft, der Sonntag war auf dem Weg dahin. Der Merz Verlag reiht das bereits in eine Serie von Rekordjahren ein: Es wäre die vierte SPIEL Essen in Folge, die als größte Ausgabe aller Zeiten gilt, gemessen an Fläche und Neuheiten.
Neu in diesem Jahr: Halle 8, bisher reine Wartehalle, wird erstmals regulär bespielt, damit sind alle acht Hallen der Messe Essen belegt. Insgesamt wächst die Ausstellungsfläche auf 81.200 Quadratmeter in acht Hallen plus Galeria, ein Plus von 4,8% gegenüber 2025, und ist komplett ausverkauft. Die Hallenstruktur bleibt nach Kategorien sortiert (Familienspiele, Kenner- und Expertenspiele, Miniaturen/Rollenspiele/Sammelkartenspiele), Trading Card Games bekommen in Halle 5 einen eigenen großen Bereich.
997 Aussteller aus 53 Nationen
Zur Messe kommen 997 Aussteller aus 53 Nationen von fünf Kontinenten, 2025 waren es 948 Aussteller aus 50 Nationen. Unter den Top-5-Ausstellerländern liegt Deutschland mit 285 Ausstellern weit vorn, gefolgt von den USA (102), Frankreich (54), China (47) und Polen (42). Neu vertreten sind in diesem Jahr Argentinien, Indonesien, Island, Kuwait und die Slowakei.
Diese Eckdaten, Besucherzahl, Ausstellerzahl und Flächenwachstum, decken sich mit dem, was am Mittwoch auch andere Medien von der Pressekonferenz berichteten, etwa die Brettspielbox.
1.885 Neuheiten: Popkultur und Cozy Games
Zur SPIEL Essen 2026 sind 1.885 Neuheiten gemeldet, ein Plus von 9,6% gegenüber dem Vorjahr. Auf der Neuheitenschau für Medien und Verlagsvertretung werden davon 1.023 Titel gezeigt, 11% mehr als 2025. Als Trends in den Neuerscheinungen nennt der Merz Verlag zum einen Popkultur, Lizenzen und bekannte IPs, von Batman über Minecraft und Dungeons & Dragons bis zu Fourth Wing und Cyberpunk: Edgerunners, zum anderen Natur, Ökologie und sogenannte Cozy Games.
Deutscher Spiele Preis 2026: die Platzierungen
Direkt im Anschluss an die Messezahlen verkündeten Carol Rapp und der neue SPIEL-Botschafter Peter Mohrbacher die finalen Platzierungen des Deutschen Spiele Preises 2026. Die alphabetische Top-10-Liste der Finalisten stand bereits seit dem 1. September fest, wie wir berichtet haben, die konkrete Rangfolge gab es jedoch erst heute auf der Pressekonferenz:
Platz: Artengarten (Feuerland, Autor Mathias Wigge), ein Zoo-Aufbauspiel mit Tile-Placement
Platz: Boss Fighters QR (Pegasus Spiele, Autoren Michael Palm und Lukas Zach), ein kooperativer Deckbuilder, bei dem eine App die Bosse per eingescanntem QR-Code dynamisch steuert, kein Gimmick, sondern der zentrale Mechanismus
Platz: Galactic Cruise (PD-Verlag, Autoren T. K. King, Dennis Northcott und Koltin Thompson), ein komplexes Worker-Placement-Expertenspiel um Bau und Betrieb von Raumkreuzfahrtschiffen
Bestes Kinderspiel: Toriki: Eine Insel voller Abenteuer (Mirakulus, Autor Wojciech Grajkowski)
Für Feuerland und Autor Mathias Wigge ist es nach Arche Nova 2022 der zweite Sieg beim Deutschen Spiele Preis. Artengarten trägt im Untertitel „Ein Arche Nova-Spiel“ und übernimmt dessen Thema, den Bau eines modernen, wissenschaftlich geführten Zoos mit Artenschutz-Projekten, in vereinfachter Form und mit kürzerer Spielzeit: Arche Nova braucht 90 bis 150 Minuten, Artengarten kommt laut Feuerland mit 20 Minuten pro Person aus, in Fünferrunde also rund 100 Minuten, zu zweit nur 40.
Eckdaten zu Artengarten
Spielerzahl: 1 bis 5
Spielzeit: 20 Minuten pro Person
Alter: ab 12 Jahren
Designer: Mathias Wigge
Verlag: Feuerland
Preis: 49,90 Euro (UVP, Stand 21.10.2026)
Neue Programmpunkte: von Lasertag bis TCG Awards
Das Rahmenprogramm wächst mit der Messe. Neuer SPIEL-Botschafter ist der US-Illustrator Peter Mohrbacher, bekannt für seine Spielewelt Angelarium, das Botschafter-Programm läuft seit 2024 mit dem Metal-Musiker Alea von Saltatio Mortis als erstem Amtsträger. Der Bemalwettbewerb Golden Demon von Games Workshop bleibt mit der Verleihung des Slayer Sword am Sonntag und über 1.000 bewerteten Miniaturen fester Bestandteil, neu hinzu kommt im Saal Europa erstmals Lasertag von Games Workshop im Format 12 gegen 12.
Ebenfalls neu sind die TCG Awards, verliehen von CSL, Hana Entertainment und der SPIEL selbst, nach Angaben der Veranstalter der erste umfassende Branchenpreis für die TCG-Industrie, in neun Kategorien, drei davon juryprämiert, der Rest per Community-Voting plus ein Spieler-Leistungspreis. Asmodee veranstaltet am Donnerstagabend in der Grugahalle ein „Werwölfe von Düsterwald“-Event mit den Rocketbeans-Streamern live auf der Bühne. Dazu kommen die Stadtaktion „Essen spielt!“ mit Spieleabenden an besonderen Locations und Rabatten für Ticketinhaber, eine Kooperation mit dem Ruhr Museum für einen Spieletag zur Eiszeit-Sonderausstellung am 8. November auf Zeche Zollverein, und auf der organisatorischen Seite ein neuer B2B-Matchmaking-Bereich: Laut Merz Verlag wurde die SPIEL-App über 70.000 Mal heruntergeladen, das neue B2B-Tool hat bereits über 600 registrierte Nutzende.
Der deutsche Markt wächst schneller als der Rest der Branche
Im selben Termin legte der Spieleverlage e.V., Fachgruppe im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI), die Ergebnisse seines jährlichen Board Games INDEX (BGI) vor, einer Verlagsumfrage mit 49% Beteiligung, durchgeführt zwischen dem 28. September und 9. Oktober 2026. Die Kernzahl laut dieser Verbandsumfrage unter den eigenen Mitgliedern: Die Warengruppe Spiele und Puzzle wuchs in den ersten neun Monaten 2026 um 8%, während der Gesamt-Spielwarenmarkt nur um 3% zulegte. Innerhalb der Warengruppe sticht ein Segment besonders heraus, laut Marktforschungsinstitut Circana legten Strategic Trading Cards um 17% zu, während die Adult Games um mehr als 20% wuchsen, mitgetragen von einem Musik-Partyspiel. 69% der befragten Verlage halten die Zielgruppe der „Kidults“, erwachsene Spielerinnen und Spieler mit nostalgischem oder sammlerischem Interesse, für groß bis sehr groß bedeutsam für die Zukunft der Branche.
Zitate von der Pressekonferenz: Hutter und Stempfle
Hermann Hutter, Vorstandsvorsitzender des Spieleverlage e.V., ordnete die Zahlen beim Pressetermin selbst ein: „Mit der Pandemie vor 6 Jahren erlebte unsere Branche einen beispiellosen Hype, der in dieser Dynamik nicht weitergehen konnte. Die Entwicklung der letzten beiden Jahre zeigt aber, dass der Trend zu Spielen ungebrochen ist und dass es der Branche gelungen ist, neue Zielgruppen anzusprechen. Der Trend könnte stärker sein, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland besser wären und der Verbraucher am Ende des Tages mehr Geld im Portemonnaie für Freizeitaktivitäten hätte.“ Circana-Marktforscher Joachim Stempfle ergänzte: „Im bisherigen Jahresverlauf präsentiert sich die Kategorie Games & Puzzle als einer der Top-Umsatztreiber. Allein die Adult Games wuchsen in den ersten drei Quartalen, natürlich auch befeuert durch ein Musik-Partyspiel, um mehr als 20%, während die seit ein paar Jahren wachsenden Strategic Trading Cards ein Plus von 17% erzielen konnten.“
Bürokratie als Bremse, Fachhandel als Konstante
Als Belastungsfaktor nennen die Verlage vor allem Bürokratie, 94% sehen die bisherigen Reformen als unzureichend an, konkret genannt wird die seit dem 12. August 2026 geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Trotzdem investieren die Verlage weiter, in internationale Expansion (50%) und neue Spiele (44%), und 86% rechnen mit einem stabilen bis besseren Weihnachtsgeschäft. Der stationäre Fachhandel bleibt dabei zentral: 94% der Verlage nennen persönliche Beratung, 78% die Sichtbarkeit von Neuheiten als dessen wichtigste Funktion, und 78% der Verlage messen der SPIEL Essen selbst große bis sehr große Bedeutung für das Jahresendgeschäft bei.
Was wir davon halten
Eine Messe, die im vierten Jahr in Folge ihre eigenen Rekorde bricht, ist für sich genommen noch keine Geschichte, Wachstum gehört zur SPIEL-Essen-Dramaturgie der letzten Jahre. Spannender finden wir, dass der deutsche Brettspielmarkt laut Spieleverlage e.V. schneller wächst als der Spielwarenmarkt insgesamt, getragen von Trading Cards und erwachsenen Spielerinnen und Spielern, nicht von Kinderprodukten. Dass Hermann Hutter dabei offen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland als Bremse benennt, nehmen wir als ehrlicheren Ton wahr als die reine Rekordmeldung. Für den Deutschen Spiele Preis gilt: Mit Artengarten gewinnt die vereinfachte, kürzere Variante von Arche Nova, wer die Zoo-Formel schon mag, aber den großen Bruder zu komplex fand, wird hier fündig.
Normalerweise ziehen Messe-Neuheiten erst mit oder nach der SPIEL Essen in den Handel, bei Kano von Matagot sollte es laut einer Vorschau von Tabletop Sentinel andersherum laufen: ein „expected retail release“ bereits zum 16. Oktober 2026, knapp eine Woche vor dem Messestart. Unser eigener Händlercheck, Stand 20. Oktober, zeigt aber ein uneinheitliches Bild statt eines bestätigten Verkaufsstarts.
Wie Kano funktioniert
In Kano malt ihr zu zweit bis zu viert euer eigenes Emakimono, eine traditionelle japanische Bildrolle, indem ihr bunte Farbtöpfchen auf einem gemeinsamen Tableau einsammelt und auf eurem eigenen Tableau anordnet. Ihr dürft benachbarte Töpfchen auf der gemeinsamen Palette vertauschen, bevor ihr mindestens eines, bei gleicher Farbe in einer Reihe oder Spalte auch mehrere auf einmal, mitnehmt. Beim Ablegen fallen die Töpfchen laut Schwerkraftregel immer in das unterste freie Feld eurer Spalte, Planung ist also gefragt. Mehr als vier sichtbare Töpfchen auf dem eigenen Tableau sind zudem nicht erlaubt: Überzählige werden zu wertlosen Wolken-Plättchen. Ergänzt ihr ein Muster vollständig, wird daraus ein Kunstwerk-Plättchen, größere Werke bringen mehr Punkte, geheime Meisterwerk-Karten sogar zwölf Punkte auf einen Schlag. Dazu kommen wechselnde, für alle geltende Zielvorgaben, laut Materialliste 3 weiße und 5 rote Kartensätze davon, dazu 35 Farbtöpfchen und 138 Werk-Plättchen in der Schachtel, Zahlen, die für ein 30-Minuten-Spiel auf einiges an Variantenreichtum hindeuten. Das Spiel endet, sobald jemand sein Tableau komplett gefüllt hat, nach einer letzten Wertungsrunde gewinnt die höchste Punktzahl. Designer sind Pablo Jiménez (auf Matagots eigener Seite ohne Akzent als „Pablo Gimenez“ geführt) und Angel Pintero, die Illustration stammt von Jun Sato, Verlag ist Matagot. Die Mehrheit der Quellen nennt 2 bis 4 Spielende, BGG und Matagots eigenes Datenblatt führen zusätzlich die 1 in der Spanne, ob eine eigene Solo-Variante existiert, bleibt damit unklar. Bei der Spielzeit nennt ein Händler (philibertnet.com) abweichend 1 bis 2 Stunden, die Mehrheit der Quellen stützt aber 30 bis 40 Minuten.
Wer vor dem Kauf genauer wissen will, wie barrierefrei sich Kano am Tisch spielt, findet dazu in den verfügbaren Rezensionen und Herstellerangaben kaum etwas: Ob die Farbtöpfchen zusätzlich zur Farbe eine unterscheidbare Form oder ein Symbol tragen, bleibt ebenso offen wie Kontrast und Druckgröße der Muster auf dem eigenen Tableau, laut Materialliste von Matagot, Philibertnet und IPA Gameshop gibt es zwar vier Spielhilfen, also eine je Spielendem, ob die beim Nachhalten der gleichzeitig laufenden Zustände wirklich hilft, verrät aber keine der Quellen, und auch zur Größe oder Handhabung der kleinen Töpfchen schweigen sich Verlag und Rezensionen aus.
Ist Kano wirklich schon im Handel?
Ein klares Bild ergibt der Händlercheck nicht. Auf Matagots eigener Produktseite steht im Datenblatt ein nicht dazu passendes Erscheinungsdatum vom 3. November 2025, zum tatsächlichen Verkaufsstart äußert sich die Seite nicht. Das französische philibertnet.com zeigt einen Warenkorb-Button ohne Vorbestell-Kennzeichnung, ein weiterer Händler (ipa-gameshop.com) führt Kano als „in stock“, mit Versand ab dem 22. Oktober, also zum Messestart und nicht davor. Der deutsche Händler Milan-Spiele markiert den Titel dagegen ausdrücklich als „noch nicht lieferbar, Vorbestellung möglich“, und auch spieletastisch.de führt nur eine voraussichtliche Lieferung. Belegen lässt sich der vorgezogene Verkaufsstart aus der Tabletop-Sentinel-Vorschau damit nicht, am ehesten dürfte der reguläre Handel mit dem Messestart zusammenfallen statt ihm vorauszugehen.
Für deutsche Leser ist ohnehin etwas anderes entscheidend: Eine deutsche Ausgabe gibt es bislang nicht. Sowohl die Matagot-Produktseite als auch die genannten Händler führen Kano aktuell ausschließlich auf Englisch und Französisch, Stand 20. Oktober 2026. Ob die Zielvorgaben- und Meisterwerk-Karten dabei text- oder überwiegend bildbasiert sind, und damit, wie stark Sprachkenntnisse am Tisch wirklich gebraucht werden, lässt sich aus den verfügbaren Rezensionen nicht eindeutig klären. Wer vor der Messe zugreifen will, kauft also eine fremdsprachige Ausgabe, die französische liegt bei einem Händler aktuell bei 31,50 Euro, dazu kommt beim selben Händler laut eigener Versandseite ein Richtwert von rund 4 bis 5 Euro Standardversand ins EU-Ausland, ab einem Bestellwert von 90 Euro entfällt er.
Eckdaten zu Kano
Spielerzahl: 2 bis 4 (BGG/Matagot-Datenblatt nennen zusätzlich die 1, Solo-Variante unklar)
Spielzeit: 30 bis 40 Minuten (ein Händler nennt abweichend 1 bis 2 Stunden)
Alter: ab 12 Jahren
Komplexität (BGG): 2,0 von 5
Designer: Pablo Jiménez (Matagot: „Pablo Gimenez“), Angel Pintero
Verlag: Matagot
Sprache: Englisch, Französisch, keine deutsche Ausgabe (Stand 20. Oktober 2026)
Preis: 31,50 Euro für die französische Ausgabe bei einem Händler, zzgl. rund 4 bis 5 Euro Standardversand (Stand 20. Oktober 2026)
Lohnt sich der Importkauf?
Die Kombination aus einer gemeinsamen Farbtopf-Palette mit Nachbartausch und einer Schwerkraft-Ablage im eigenen Tableau ist für ein Pattern-Building-Spiel ein ungewöhnlicher Kniff, der uns in dieser Form bei anderen Genre-Vertretern noch nicht begegnet ist, und genau das macht Kano für uns interessanter als der bloße Tuschemalerei-Anstrich. Mit einer BGG-Gewichtung von 2,0 von 5 und einer Altersfreigabe ab 12 bleiben die Regeln selbst überschaubar, Englisch- oder Französischkenntnisse auf Schulniveau sollten für Anleitung und Spielmaterial reichen, auch wenn sich das für die Karten im Detail nicht abschließend belegen lässt. Wer darauf warten will, bis eine deutsche Lokalisierung kommt, braucht nach aktuellem Stand Geduld: Weder Matagot noch ein deutscher Vertriebspartner haben dazu bisher etwas angekündigt. Für alle anderen, die Fremdsprachen und einen überschaubaren Versandaufschlag nicht scheuen, ist Kano für uns schon jetzt einen Importkauf wert.
Vom 22. bis 25. Oktober 2026 steht Essen wieder im Zeichen der SPIEL, und an Stand 6B300 in Halle 6 zeigt Huch! gleich sechs Neuheiten auf einmal, flankiert von einer ganzen Reihe befreundeter Marken aus dem Hutter-Trade-Vertrieb. Genau das steckt hinter dem „& friends“ im Titel dieses Artikels: Nicht jedes Spiel, das am Huch!-Stand liegt, trägt am Ende auch das Huch!-Logo auf der Schachtel. Wir haben uns die sechs Hauptneuheiten genauer angesehen, dazu eine Handvoll weiterer Titel aus dem Umfeld, und sagen dir, wer welches Spiel tatsächlich verlegt.
Peak Team
Peak Team schickt 1 bis 5 Spielende als Ranger-Team auf einen Berg, und zwar kooperativ: Reihum verteilt ihr eure Aktionskarten verdeckt an die Mitspielenden, und zwar ohne zu sprechen, quasi Kartenverteilen in umgekehrter Richtung („Reverse Drafting“). Mit diesen Karten bewegt ihr eure Ranger-Figuren über den Berg und erfüllt Missionen wie Tiere beobachten oder bestimmte Orte erreichen. Das Spiel ist in fünf Level gestaffelt, die zunehmend höhere Hürden einbauen: Wetterumschwünge, blockierte Wege, nötige Erholungspausen. Gewonnen habt ihr, wenn alle Missionen erfüllt sind, bevor euch die Aktionen ausgehen, verloren, wenn die Aktionen zuerst zur Neige gehen. Lead Designer ist Scott Almes, bekannt vor allem durch seine kompakten Tiny-Epic-Spiele, Illustration kommt von Crocotame und Samual Bouvant. Designt und erstveröffentlicht wurde Peak Team 2025 bei Matagot zur SPIEL Essen 2025, Huch! bringt 2026 die deutsche Ausgabe als Neuheit, mitverlegt unter anderem von Hobby Japan. Wie der Solo-Modus bei einer Spielerzahl ab 1 im Detail funktioniert, ob etwa eine zweite Ranger-Figur gesteuert wird, nennt die Produktseite nicht. Eine eigene UVP listet Huch! auf der Produktseite nicht, der Handel (spieletaxi.de) führt den Titel aktuell, Stand 20. Oktober 2026, für rund 32,99 Euro. Wer mit Kindern spielt, sollte die veranschlagten 60 Minuten eher als Minimum einplanen: Fünf Level mit wachsendem Planungsaufwand und eine Kartenverteilung, über die am Familientisch gern diskutiert wird, ziehen sich in unserer Einschätzung schnell länger.
Eckdaten zu Peak Team
Spielerzahl: 1 bis 5
Spielzeit: 60 Minuten (Verlagsangabe, mit Kindern eher länger)
Alter: ab 10 Jahren
Designer: Scott Almes
Verlag: Huch! (deutsche Ausgabe, Erstveröffentlichung 2025 bei Matagot, mitverlegt von Hobby Japan)
Preis: von Huch! nicht genannt, Handel rund 32,99 Euro (Stand 20. Oktober 2026)
Flaming Facts
Flaming Facts ist ein Quiz der anderen Art: Statt selbst zu antworten, bekommt ihr zu 200 Fragen je fünf vorgegebene Antworten vorgelegt und müsst auf eurem Scoreboard einstellen, welche davon richtig ist und welche nicht, macht zusammen 1.000 Antwortoptionen. Manche Antworten gelten als besonders riskant: Liegt ihr daneben, verliert ihr einen Spielstein und könnt in der Folge weniger punkten, liegt ihr richtig, gibt es Zusatzpunkte. Wie genau das Spiel endet und die Punkte final ausgewertet werden, nennt weder die Produktseite noch die bislang verfügbaren Händlerbeschreibungen im Detail. Designer ist Arno Steinwender, Illustration stammt von Daniel Müller, Verlag ist Huch!. Einen Solo-Modus gibt es bei einer Spielerzahl von 2 bis 6 nicht. Eine UVP nennt die Produktseite nicht, ein Händler (spieletastisch.de) zeigt aktuell, Stand 20. Oktober 2026, einen Streichpreis von 26,99 Euro neben einem reduzierten Preis von 23,95 Euro.
Eckdaten zu Flaming Facts
Spielerzahl: 2 bis 6
Spielzeit: 20 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Designer: Arno Steinwender
Verlag: Huch!
Preis: von Huch! nicht genannt, Handel um 23,95 bis 26,99 Euro (Stand 20. Oktober 2026)
Whacktown
Whacktown ist das einzige der sechs Hauptspiele, das gar nicht unter der Marke Huch! läuft, sondern unter Funtails, einer Schwestermarke im selben Hutter-Trade-Vertrieb. Wir hatten den Titel bereits zur Vorbestellung vorgestellt: 2 bis 4 Spielende übernehmen Gangsterbanden in einer Stadt, die jede Runde neu aus einem Raster von 76 möglichen Orten zusammengewürfelt wird. Jede Runde läuft in drei Schritten: Zuerst bewegt ihr eure Bande über das Stadtraster und löst den Effekt des Zielorts aus, dann spielt ihr beliebig viele Hustle-Karten aus, wobei das Ausspielen den Abwurf anderer Karten kostet, zuletzt zieht ihr Karten nach und gebt an die nächste Person weiter. Viele Orte sind nur mit genug Geld, Informationen, Reputation oder Gesundheit zugänglich, und Schadenseffekte treffen alle Rivalen gleichzeitig. Die Charaktere spielen sich dabei laut unserer eigenen Recherche asymmetrisch über ihre Profilkarten, keine zwei Banden starten also identisch, ob das über viele Partien hinweg trägt, war schon bei der Vorbestellung offen und lässt sich auch jetzt noch nicht abschließend beurteilen. Gewonnen hat, wer entweder alle anderen Banden eliminiert oder als Erstes 10 Reputationspunkte erreicht. Lead Designer ist Daniel Piechnick (auf der Hutter-Trade-Produktseite als „Daniel Plecknick“ geführt, BGG schreibt „Piechnick“), Illustration stammt von Hendrik Noack. Einen Solo-Modus gibt es bei 2 bis 4 Spielenden nicht. Die UVP nennt Funtails auf der eigenen Produktseite mit 34,99 Euro, Stand 20. Oktober 2026.
Eckdaten zu Whacktown
Spielerzahl: 2 bis 4
Spielzeit: 30 bis 45 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Designer: Daniel Piechnick (Hutter Trade: „Plecknick“)
Verlag: Funtails (Schwestermarke von Huch!, Vertrieb Hutter Trade)
Preis: 34,99 Euro, UVP laut Verlag (Stand 20. Oktober 2026)
Ikebana
Ikebana bringt die japanische Kunst des Blumensteckens als Kartenspiel auf den Tisch, passend dazu steht es laut einer unabhängigen Vorschau auf den Essener Messestand von Huch! in Halle 6, Stand 6B300. Im Zug tauscht ihr optional eine Handkarte gegen eine aus der offenen Auslage und legt dann ein bis zwei Blumenkarten entweder als neues Arrangement oder an ein bestehendes an, wobei die Karten in aufsteigender Nummerierung liegen müssen, Lücken und Wiederholungen sind erlaubt. Hat ein Arrangement mindestens vier Karten und erfüllt mindestens eine der aktuell gültigen Wertungsbedingungen, könnt ihr es werten: Der Wert ergibt sich aus Kartenzahl mal Anzahl erfüllter Bedingungen. Das Spiel endet, nachdem die Schlusskarte gezogen wurde, plus eine letzte Runde, die meisten Punkte gewinnen, bei Gleichstand entscheiden die meisten Wertungsmarker. Designer ist Francesco Testini, Illustration Stefan Sonnberger, Verlag ist Huch! selbst. Diese Wertungslogik mit mehreren gleichzeitig gültigen Bedingungen wirkt auf uns anspruchsvoller, als eine reine Ab-8-Empfehlung vermuten lässt, ob das am Familientisch mit Siebenjährigen oder Achtjährigen trägt, muss jede Runde selbst herausfinden. Einen Solo-Modus gibt es bei 2 bis 5 Spielenden nicht. Eine UVP nennt Huch! auf der Produktseite nicht, ein Händler (bertine.de) zeigt aktuell, Stand 20. Oktober 2026, 17,99 Euro.
Eckdaten zu Ikebana
Spielerzahl: 2 bis 5
Spielzeit: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Designer: Francesco Testini
Verlag: Huch!
Preis: von Huch! nicht genannt, Handel rund 17,99 Euro (Stand 20. Oktober 2026)
Wild Tiled West
Auch Wild Tiled West trägt am Stand kein Huch!-Logo: Verlag der deutschen Ausgabe ist SPIEL DAS!, Hutter Trade übernimmt hier nur den Vertrieb. Das Original von Paul Dennen, dem Designer hinter Clank! und Dune: Imperium, erschien 2023 bei Dire Wolf in den USA. 1 bis 5 Spielende erschließen über 16 Runden ein Western-Siedlungstableau: Ein Würfelwurf bestimmt, welche Landschafts-Plättchen verfügbar sind, die ihr dann in euer Tableau draftet und einpasst, um Boni abzudecken, Viehherden zu erweitern, Gebäude zu bauen oder Banditen aus der Stadt zu vertreiben. Acht verschiedene Siedlungstableaus mit eigenen Wertungsbedingungen sollen laut Verlag für Varianz sorgen, eine unabhängige Rezension bestätigt nur, dass sich die Tableaus optisch und in der Aufteilung unterscheiden, ob daraus auch wirklich unterschiedliche Strategien entstehen, lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht abschließend belegen. Konkreter belegt ist die Varianz bei den rund 20 Partnerkarten: Der Preacher etwa belohnt Grabsteine, der Prospector den Bergbau, unterschiedliche Partner lenken eine Partie also spürbar in unterschiedliche Richtungen. Am Ende gewinnt, wer die meisten Punkte aus Gebäuden, Boni und Siedlungswert gesammelt hat. Wie die Solo-Variante bei 1 Spielendem konkret abläuft, nennt die Verlagsseite nicht näher. Die UVP der deutschen Ausgabe liegt laut spiel-das.de bei 59,90 Euro zuzüglich Versand, Stand 20. Oktober 2026.
Eckdaten zu Wild Tiled West
Spielerzahl: 1 bis 5
Spielzeit: 45 bis 90 Minuten
Alter: ab 13 Jahren
Designer: Paul Dennen
Verlag: SPIEL DAS! (deutsche Ausgabe, Vertrieb Hutter Trade)
Preis: 59,90 Euro zzgl. Versand, UVP laut Verlag (Stand 20. Oktober 2026)
MicroMacro Kids
Der Name weckt sofort Assoziationen zur Spiel-des-Jahres-Reihe MicroMacro: Crime City, und die Verbindung lässt sich auch belegen: MicroMacro Kids, im Original „Wild Wild Weekend“, stammt vom selben Verlag, Edition Spielwiese, und von Johannes Sich, der laut BGG durchgehend als Designer der gesamten Reihe geführt wird, von den Crime-City-Hauptspielen bis zum ersten Kids-Teil „Der verrückte Stadtpark“, den er ebenfalls gestaltet hat. Pegasus Spiele, bei Crime City einst Vertriebspartner, ist nicht beteiligt, Edition Spielwiese vertreibt seit 2024 über Hutter Trade. Spielerisch bleibt das Prinzip: 1 bis 4 Spielende suchen gemeinsam auf einer großen illustrierten Stadtplan-Karte nach Hinweisen, verfolgen Figuren über die Karte und lösen so 22 unterschiedlich schwere, gewaltfreie Fälle, teils können Kinder laut Verlag tiefer in Szenen hineinzoomen. Ein Verlierer-Prinzip gibt es nicht, dadurch lässt sich jede Partie dank der vollständig kooperativen Anlage auch allein mit einer Figur spielen. Weder Verlag noch Pressemitteilung erwähnen ein Hilfesystem für festgefahrene Gruppen, wer mit jüngeren Kindern spielt, sollte darauf vorbereitet sein, bei einem schwer zu findenden Hinweis selbst nachzuhelfen, damit aus Grübeln kein Frust wird. Eine eigene UVP nennt Edition Spielwiese in der Pressemitteilung zur Reihe mit 24,99 Euro, der Handel (spieletaxi.de) bestätigt diesen Preis, Stand 20. Oktober 2026.
Eckdaten zu MicroMacro Kids
Spielerzahl: 1 bis 4
Spielzeit: 15 bis 45 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Designer: Johannes Sich
Verlag: Edition Spielwiese (Vertrieb Hutter Trade, keine Pegasus-Beteiligung)
Preis: 24,99 Euro, UVP laut Verlags-Pressemitteilung (Stand 20. Oktober 2026)
Weitere Neuheiten im Umfeld von Huch!
Neben den sechs Hauptneuheiten bringt Hutter Trade zur SPIEL Essen 2026 noch mehr mit, auch hier längst nicht alles unter dem Huch!-Logo: Spooky Bar (Edition Spielwiese, 2 bis 4 Spielende, ab 8 Jahren, Kartenspiel ums Geisterfangen in der eigenen Taverne) nennt auf der Produktseite keinen Erscheinungstermin. TOTAL 10 (Hutter Trade Selection, 2 bis 8 Spielende, ab 8 Jahren, als Rommé-Neuerfindung mit Zehner-Farbkombinationen beworben) nennt ebenfalls noch keinen Erscheinungstermin. Hire or Fire? (Huch!, 3 bis 6 Spielende, ab 14 Jahren, Partyspiel von Andreas Hallerbach ums Bewerbungschaos) ist als Huch!-Neuheit 2026 gelistet. Carnival of Sins (MM-Spiele, 2 bis 5 Spielende, ab 10 Jahren, Würfel- und Bluffspiel um Sünden-Karten beim Mardi Gras in New Orleans) erscheint als deutsche Ausgabe 2026. Machu Pichu (Huch!, 2 bis 10 Spielende, ab 8 Jahren, schnelles Reaktionsspiel mit Lama-Thema, bei dem ihr bei „Ma-chu-pi“ draufklopft und „Chu!“ ruft) gehört ebenfalls zum Huch!-Programm. Und Castel Boom (Kiwizou, 2 bis 4 Spielende, ab 6 Jahren laut BGG, Geschicklichkeitsspiel: Königin Lola belohnt, wer ihr beim Wiederaufbau der Türme ihres Schlosses hilft) bringt mit Kiwizou eine neue französische Partnermarke ins Hutter-Trade-Programm.
Was wir von der Auswahl halten
Die eigentliche Neuigkeit dieses Messestands ist für uns gar nicht ein einzelnes Spiel, sondern wie viele Marken mittlerweile unter dem Hutter-Trade-Dach zusammenlaufen. Wer nur auf das Huch!-Logo schaut, übersieht mit Whacktown, Wild Tiled West und MicroMacro Kids drei von sechs Hauptneuheiten, dazu mehrere der kleineren Titel. Spielerisch sprechen uns am ehesten Peak Team wegen seines ungewöhnlichen Kartenverteil-Mechanismus und Whacktown wegen seines deutlich schärferen Settings an, für Familien mit kleineren Kindern lohnt sich ein Blick auf MicroMacro Kids. Wer schon auf unsere Vorstellungen von Gaudí sowie Panda Gang und Jiangnan gestoßen ist, kennt den Huch!-Stand in Essen also nur zum Teil, die Markenfamilie ist größer, als das Logo vermuten lässt.
Das Grazer Studio Tablescope hat mit „Oracle Match“ sein zweites Spiel angekündigt, wie Mitgründer Leo in einem Kickstarter-Update vom 19. Oktober 2026 mitteilte. Einen konkreten Kampagnenstart nennt das Update nicht. Aktuell gibt es dafür nur eine Follow-Seite auf Kickstarter. Tablescopes Debüt „Light Speed: Arena“ hatte 2024 auf Kickstarter 53.879 € bei einem Ziel von 5.000 € eingespielt (1.274 Unterstützende, Staff Pick), wie Würfelreich berichtete.
Light Speed: Arena ist laut BGG seit 2025 auch tatsächlich erschienen, unter anderem in regulären Verlagsausgaben bei Pegasus Spiele, Cranio Creations und Lucrum Games. Die Kickstarter-Kampagne hat ihr Lieferversprechen damit eingelöst.
Was Oracle Match sein soll
Oracle Match ist ein digital-hybrides Partyspiel für zwei bis sechs Personen ab acht Jahren, in dem angehende „Seher“ die Antwort eines Orakels erraten und den Tisch von ihrer Deutung überzeugen sollen. Was „digital-hybrid“ für Oracle Match konkret bedeutet, sagt das Update nicht. Bei Tablescopes erstem Spiel „Light Speed: Arena“ lief das laut BGG über eine Begleit-App am Tisch. Das Orakel wird laut Update aus einer weltweiten Umfrage unter hunderten Communityspielenden gebildet und von Tablescope selbst als „Dixit trifft Family Feud“ beschrieben (Family Feud ist im deutschen Fernsehen als „Familien-Duell“ bekannt).
Die Kernmechanik steht laut Update bereits fest. Verfeinert werden noch ein kooperativer, ein teambasierter und ein kompetitiver Modus.
Das Team hinter Oracle Match
Das Design stammt von den Tablescope-Mitgründern Leo und Emanuele gemeinsam mit Silvano Sorrentino, der laut BGG als Mitdesigner der Escape-Room-Kartenspielreihen Deckscape und Decktective bekannt ist. Für die Illustration ist laut Update Marco Salogni zuständig, die Grafikdirektion liegt bei Marianna Rossi.
Spielbar auf der SPIEL Essen, Details noch offen
Oracle Match soll laut Tablescope erstmals am eigenen Messestand auf der SPIEL Essen (22. bis 25. Oktober) spielbar sein, am Stand 4D415, der laut einem SpielList.com-Eintrag zu einem anderen Tablescope-Titel am selben Messestand in Halle 4 liegt. Eine Spieldauer nennt das Update nicht. Da die Kickstarter-Kampagne noch nicht gestartet ist, stehen auch Stretch-Goals und Pledge-Stufen noch nicht fest. Während der Kampagne will Tablescope zudem die Community über Charaktere und Szenarien mitentscheiden lassen.
Die deutsche Rollenspielszene ist vielfältig und bunt, was man auf zahlreichen Messen bewundern kann. Auf der SPIEL Essen dürfen wir aber jedes Jahr trotzdem über den zugegebenermaßen hohen Tellerrand gucken und die internationale Welt der Rollenspielverlage mit aktuellen Produkten und Klassikern zu Gast haben. Diese Neuheiten stellen wir hier vor.
Bloomsbury Publishing hat das komplette Entwicklungsteam seines Brettspiel-Labels Osprey Games entlassen und den Messestand zur SPIEL Essen 2026 (22. bis 25. Oktober) abgesagt. Das bestätigte ein Bloomsbury-Sprecher gegenüber BoardGameWire am 16. Oktober 2026: Alle Beschäftigten, die ausschließlich an Osprey-Brettspielen arbeiteten, hätten das Unternehmen inzwischen verlassen. Die Entlassungen erfolgten bereits Ende September 2026. Osprey Games ist die 2015 gegründete Spielesparte des britischen Verlags Osprey Publishing und bekannt für Reihen wie Undaunted und Imperium sowie für Titel wie „Cryptid“ und „The King is Dead“.
Bloomsbury hatte im Mai 2026 eine „strategische Neuausrichtung“ angekündigt, um sich stärker auf das Buchverlagsgeschäft zu konzentrieren, und bezeichnete den Schritt laut BoardGameWire als „schwierige Entscheidung“. Das Unternehmen sucht nun einen Käufer für den Osprey-Spielekatalog. Laut BoardGameWire schränken Verträge einiger Designer die Weitergabe von Publikationsrechten an Dritte ein. Zu den konkreten Vertragsbedingungen äußerte sich Bloomsbury nicht, diese seien vertraulich.
Bestehende Titel und zwei Neuerscheinungen
Bestehende Osprey-Spiele bleiben laut Verlag „gut bevorratet“ und weiterhin erhältlich, Nachdrucke sind derzeit nicht geplant. Zwei bereits angekündigte Titel sollen trotz der Entlassungen wie geplant noch im Oktober erscheinen: „Undaunted 2200: Revolution“, ein neuer Teil der Deckbuilding-Wargame-Serie Undaunted von David Thompson und Trevor Benjamin, sowie „Upland & Prairie“ von Peer Sylvester.
Die deutsche Verbindung: Giant Roc und die Imperium-Reihe
Für deutsche Spieler ist die ungeklärte Rechtelage auch deshalb relevant, weil Teile des Osprey-Katalogs hierzulande unter Lizenz erscheinen. Die Imperium-Reihe von Nigel Buckle und Dávid Turczi, im Original bei Osprey Games erschienen, hat der deutsche Verlag Giant Roc über mehrere Spieleschmiede-Kampagnen lokalisiert, darunter „Imperium: Klassik“ und „Imperium: Legenden“. Die BGG-Einträge der Reihe führen Giant Roc entsprechend als einen der Lizenznehmer neben Osprey Games selbst. Sollte Osprey den Katalog verkaufen, ist offen, ob und wie sich das auf bestehende Lizenzvereinbarungen wie die von Giant Roc auswirkt.
Während die SPIEL in Essen vor allem Dreh- und Angelpunkt für Brettspielfans aus ganz Europa ist, tummeln sich auch zunehmend mehr Tabletopherstellende unter den Aussteller:innen. Das zieht neben zahllosen anderen Tabletop-Begeisterten natürlich auch unseren Redakteur Geoffrey an, der hier zusammenfasst, worauf er sich am meisten freut.
Was gibt es Neues in der Rollenspielszene? Die SPIEL Essen 2026 ist wie immer ein guter Ort, um sich umzuhören, was die deutschen Verlage aktuell auf dem Markt haben. Vor allem bietet sich die Messe wunderbar an, um auch mal in etwas unbekanntere Systeme zu schnuppern. Los geht’s!
Viel Fantasy und auch etwas Science-Fiction, das hat der Uhrwerk Verlag auf der SPIEL als Neuheiten dabei. Es geht von den Straßen Night Citys bis in nach Aventurien. Ein System ist bald nicht mehr so einfach bei Uhrwerk zu bekommen. Bis Jahresende können Science-Fiction-Fans noch zuschlagen.
Frosted Games bringt zur SPIEL Essen 2026 (22. bis 25. Oktober in Essen) einen exklusiven Promo-Pack zum Kennerspiel-des-Jahres-Gewinner „Rebirth“ von Reiner Knizia mit. Das kündigte der Verlag in einem Video seines YouTube-Kanals an. Wer das Spiel am Messestand kauft, bekommt die laut Verlag limitierte Dreingabe gratis dazu, nach Angaben im Video im Wert von rund 15 € (Stand: 16.10.2026). Zum Vergleich: „Rebirth“ selbst kostet laut Frosted-Games-Shop regulär 49,95 €.
„Rebirth“ gewann im Juli 2026 das Kennerspiel des Jahres und ist damit für Frosted Games bereits der zweite Erfolg in dieser Kategorie in Folge, nach „Endeavor: Die Tiefsee“ im Vorjahr. Das Legespiel von Reiner Knizia schickt zwei bis vier Spielende als Clananführer in ein wiederaufgebautes Schottland, wahlweise auch auf die irische Seite des doppelseitigen Spielplans. Wer am Zug Plättchen klug platziert und sich so Mehrheiten um die Burgen seines Clans sichert, sammelt am Ende die meisten Punkte und gewinnt.
Was im Promo-Pack steckt
Laut Verlag enthält die Dreingabe einen Stoffbeutel zum Ziehen der Plättchen, farblich auf die Spielclans abgestimmt und bereits aus der Kickstarter-Version des Spiels bekannt. Dazu kommen Kartenhalter für die Schottland- und die Irland-Seite des Spielplans sowie neue Abdeck-Plättchen, mit denen sich das Spielfeld beider Kartenseiten für eine 2-Spieler-Variante verkleinern lässt. Anders als über den Kauf am Messestand ist der Promo-Pack laut Verlag nicht erhältlich.
Stand und Verfügbarkeit
Frosted Games ist auf der SPIEL Essen 2026 in Halle 3, Stand 3G300, zu finden. Dort ist der Rebirth-Promo-Pack ausschließlich erhältlich, eine andere Bezugsquelle nennt der Verlag nicht.
Einblicke in ein zersplittertes Reich voller Magie, die Welt der Sturmlicht-Chroniken oder über 40 Jahre an deutscher Rollenspiel-Geschichte: Auf der SPIEL Essen 2026 präsentiert Ulisses Spiele wieder einige neue Hintergrundbände und Szenarien von verschiedenen Systemen. Welche Bandbreite der Verlag wieder im Gepäck hat, erfahrt ihr hier.
Es ist einer der größten Stände in Halle 3: An Pegasus Spiele führt dort fast kein Weg vorbei. Nicht nur Brettspiele gibt es an diesem Stand, sondern auch so einiges bei den Rollenspielen zu entdecken. Was genau davon neu ist, haben wir uns für euch angeschaut.
Shownotes
Alexandra (Brettspielhamster / Spielkulturerbe) spricht mit Stefan „Hesy“ Hestermeyer von Frosted Games über Kennerspiel-Erfolge, die SPIEL 2026 sowie Stibitzt!, Space Lab und Das Voynich-Mysterium – ach und fliegende Schildkröten und weitere Mysterien gab es auch!
Datum der Aufnahme: 22.09.2026
online seit: 16.10.2026
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Asmodee Deutschland hat einen Termin für die deutsche Ausgabe von Citadels Duel genannt: Das Spiel erscheint laut Verlag im Oktober 2026, passend zur SPIEL Essen 2026. Die englische Ausgabe von Z-Man Games ist bereits für den 23. Oktober angesetzt. Der Händler brettspieleck.de nennt bereits den 15. Oktober als konkretes Lieferdatum.
Zwei-Spieler-Duell statt Vierer-Tafelrunde
Citadels Duel überträgt Bruno Faiduttis Städtebau-Klassiker Citadels in eine reine Zweipersonen-Fassung. Design stammt laut BGG nicht von Faidutti selbst, sondern von Guillaume Montiage und Manuel Rozoy. Laut Faiduttis eigenem Blog war der Autor selbst nicht an der Entwicklung beteiligt, testete aber regelmäßig mit, da Rozoy in seiner Nähe lebt.
Faidutti selbst beschreibt sich als erleichtert, dass nicht ausgerechnet Cathala, der Designer von 7 Wonders Duel und Splendor Duel, mit der Citadels-Duel-Idee auf ihn zukam. Laut Faidutti wollten die französischen Designer Montiage und Rozoy die „Gemeinheit“ des Originals erhalten, während die amerikanischen Entwickler bei Z-Man lieber vereinfachen wollten.
Gespielt wird mit Handkartenmanagement, Plättchenauslage und Bluff: Beide Planerinnen und Planer werben um ikonische Rollen wie die Queen, den Assassin oder den Warlord. Der Rollenpool umfasst laut Fachpresse-Rezensionen neun Charaktere, von denen durch den Draftmechanismus jeweils sechs pro Runde im Spiel bleiben. Jede Figur, die sich eine Seite sichert, kann laut BGG-Beschreibung grundsätzlich auch von der Gegenseite übernommen werden. Wer zu zögerlich plant, verschenkt damit einen möglichen Vorteil.
Wer am Ende das meiste Gold besitzt, gewinnt. Die Partie dauert laut BGG 30 Minuten bei einer Komplexität von 2,0 von 5. Auf BGG gilt das als sehr leicht zugänglich, am unteren Ende der Skala.
Preis und Altersfreigabe im Vergleich
Bei der Altersfreigabe gibt es einen Unterschied: Asmodee Deutschland nennt für die deutsche Ausgabe „ab 10 Jahren“, BGG und die englischsprachige Ankündigung von Z-Man Games „ab 14 Jahren“. Wer sich an der strengeren Einstufung orientieren möchte, nimmt bei einem bluff- und verhandlungsbetonten Spiel wie diesem eher den höheren Wert. Die deutsche Ausgabe soll laut Händlerangaben rund 27 Euro kosten. Die US-Fassung ist mit 29,99 US-Dollar gelistet.
Auf BoardGameGeek steht Citadels Duel bereits auf rund 450 Wunschlisten, ein Hinweis auf Interesse aus der bestehenden Citadels-Fanbase. Das Spiel ist laut BGG exklusiv für 2 Spielende ausgelegt, anders als das Original mit bis zu acht Mitspielenden. Citadels Duel eignet sich damit eher für ein Eltern-Kind-Duell oder einen Zweier-Spielabend als für die große Familienrunde am Tisch. Wie groß der Rollenpool über mehrere Partien hinweg variiert, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht entnehmen.
Wer vorab testen will, findet Citadels Duel schon jetzt auf Board Game Arena. Wir haben die Plattform-Neuheit in dieser Woche bereits in unserer BGA-Neuheitenschau vorgestellt.
Pegasus Spiele startet mit Fragments eine neue Reihe narrativer Puzzle-Abenteuer: Fragments: Solara erscheint zur SPIEL Essen 2026, die anspruchsvollere Fortsetzung Fragments: Fungataï soll laut Produktseite im Herbst 2026 folgen. Beide Teile sind kooperativ und unabhängig voneinander spielbar, teilen sich aber dasselbe Spielsystem aus drehbaren und verbindbaren Puzzle-Fragmenten. Design stammt bei beiden Titeln von Yohan Servais, auch Illustratorin Jiahui Eva Gao ist laut BGG an beiden Spielen beteiligt. Wo Solara mit fünf Fächern und einem einzelnen Kapitel auskommt, ist Fungataï mit 16 Fächern und vier Kapiteln deutlich umfangreicher angelegt.
Solara: Einstieg in die Wüstenwelt
Design stammt von Yohan Servais, Illustrationen von Noëmie Chevalier und Jiahui Eva Gao. 1 bis 4 Spielende ab 10 Jahren suchen als Wüstennomadin Larna ihren verschwundenen Tiergefährten in der durch Stürme zerbrochenen Welt Solara. Die Partie dauert laut Verlag 90 bis 120 Minuten. Ob sich eine Partie unterbrechen und später fortsetzen lässt, nennt der Verlag nicht.
Fünf Fächer mit Stanzteilen, ein Abenteuerbuch und das Tutorial „Das Gewächshaus“ führen in das neue System ein. Nach Spielende lässt sich die Box zurücksetzen. Was dabei genau mit dem Handlungsverlauf passiert, bleibt in den Quellen offen. Solara erscheint zur SPIEL Essen 2026 für 19,99 Euro.
Fungataï: Vierteiliges Kennerspiel
Dasselbe Grundsystem führt bei Fungataï in eine neue Welt: das naturverbundene Volk der Fungai in einem Wald voller ungewöhnlicher Tiere und Pflanzen. Design stammt laut Pegasus-Produktseite ebenfalls von Yohan Servais. An der Illustration arbeiten laut BGG Jiahui Eva Gao und Emilien Rotival. Für 1 bis 4 Spielende ab 10 Jahren umfasst die Kampagne vier zusammenhängende Kapitel in 16 Fächern und kommt laut BGG auf eine Gesamtspielzeit von rund 420 Minuten.
Pegasus bewirbt Fungataï als anspruchsvolleren Nachfolger, der laut Produktseite Beobachtungsgabe, Logik und Kreativität verlangt. Was die Fragmente-Mechanik dafür konkret komplexer macht als bei Solara, etwa mehr Teile pro Fach oder zusätzliche Regelschichten, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht herauslesen. Laut einem Hands-on-Bericht zu einem Vorab-Mock-up blieb bei Kapitel 1 nichts zerstört, der Autor merkt aber ausdrücklich an, spätere Kapitel noch nicht gesehen zu haben.
Fungataï soll laut Pegasus' Produktseite bereits im Herbst 2026 erscheinen. Die ursprüngliche Pressemitteilung nannte dafür noch Januar 2027. Der Preis liegt bei 54,99 Euro.
Korrektur vom 11.10.2026: Der Text nannte Illustratorin Jiahui Eva Gao fälschlich als einzige an beiden Spielen beteiligte Person. Auch Designer Yohan Servais ist laut BGG für beide Titel verantwortlich.
Auch dieses Jahr kommen mit Drachen, Wikingerschafen und Zauberlehrlingen beliebte Themen für große und kleine Spielkinder auf die SPIEL Essen 2026. Wer gerne kreativ ist, blufft, würfelt oder auch das Glück auf die Probe stellt, sollte auf unsere ausgesuchten Neuheiten aus dem Kinder- und Familienspiel-Bereich mal einen genaueren Blick werfen.
Feuerland Spiele hat einen Starttermin für die Gamefound-Kampagne zu Die Dänen genannt. Sie soll laut Verlag im Laufe der kommenden Woche live gehen. Ein genaues Datum nennt Feuerland noch nicht. Zuvor war nur das zweite Quartal 2026 als grobes Zeitfenster bekannt.
Worker Placement im Odin-Universum
Die Dänen ist ein eigenständiges Worker-Placement-Schwergewicht von Uwe Rosenberg und Gernot Köpke mit Illustrationen von Dennis Lohausen, angesiedelt im Universum von Ein Fest für Odin, ein Grundspiel ist dafür nicht nötig. 1 bis 4 Spielende ab 14 Jahren erkunden darin neue Gebiete, treiben Handel und müssen gleichzeitig Tiere züchten, Waren sammeln und jagen, um Einkommen und Siegpunkte zu sichern. Die Partie dauert laut Verlag 90 bis 180 Minuten. Auf BoardGameGeek liegt die Komplexität aktuell bei 3,9 von 5, bei bislang nur 10 Einzelbewertungen noch keine belastbare Größe.
Mechanisch bleibt dabei die Familie erkennbar: Wie wir im Juni bereits feststellten, bleibt das aus Ein Fest für Odin bekannte Puzzle aus dem Auslegen von Waren auf der eigenen Fläche prägend, neu hinzu kommt die Reise- und Handelsebene über mehrere Gebiete. Wie stark das Worker-Placement-System dabei auf direkte Konkurrenz um Aktionsfelder setzt statt auf das eher solo-puzzle-artige Tüfteln früherer Rosenberg-Schwergewichte, lässt sich vor dem fertigen Spiel nicht beurteilen.
Lieferung 2027, Messestand und Follower-Bonus
Die Auslieferung ist weiterhin für das erste Quartal 2027 geplant. Auf der SPIEL Essen 2026 richtet Feuerland laut eigenen Angaben am Stand 3Q300 einen eigenen Info-Tisch für Die Dänen ein. Wer der Kampagne schon jetzt auf Gamefound folgt, erhält laut Verlag ein zusätzliches Gebäude gratis, sobald sie startet.
Gespielt werden kann Die Dänen laut BoardGameGeek auch solo. Da die Kampagne noch nicht gestartet ist, gibt es bislang weder Finanzierungszahlen noch feste Pledge-Stufen. Wir haben Die Dänen im Juni bereits vorgestellt, als nur ein grobes Zeitfenster für die Kampagne bekannt war.