SPIEL Essen 2026: Unser Rückblick auf vier Tage Brettspielspaß
Auf einen Blick: Vier Tage voller neuer Spiele, Begegnungen und Brettspielfreude: Die SPIEL Essen 2026 hat erneut Rekorde gebrochen und uns jede Menge Eindrücke beschert. Zwischen vollen Messehallen, spannenden Neuheiten und interessanten Gesprächen blieb kaum Zeit, alles zu entdecken, was die weltgrößte Brettspielmesse zu bieten hatte. An unseren Messetagen haben wir 28 neue Brett- und Kartenspiele ausprobiert, zwei spannende Sessions bei den SPIEL.talks besucht und auch einen Blick auf das abwechslungsreiche Rahmenprogramm geworfen. In unserem Rückblick nehmen wir euch mit zu unseren persönlichen Highlights, teilen unsere ersten Spieleindrücke und erzählen, was uns von der SPIEL 2026 besonders in Erinnerung geblieben ist.

Die SPIEL: Noch größer, noch voller
Die SPIEL Essen war nochmals größer, doch das Ende des Wachstums ist in Sicht. 2026 wurde erstmals auch Halle 8 als Ausstellungsfläche genutzt, sodass tatsächlich alle Hallen der Messe Essen mit Brettspielen, Verlagen und Spieltischen gefüllt waren. Das Ergebnis war ein Rekord: 230.000 Besucherinnen und Besucher und damit noch einmal 10.000 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig war die Messe an allen vier Tagen ausverkauft. Wer durch die Hallen lief, konnte also durchaus merken, wie groß der Andrang inzwischen ist. Oder positiv formuliert: wie beliebt unser allerschönstes Hobby inzwischen ist.
Mit der achten Halle scheint die SPIEL ihre räumlichen Möglichkeiten am Standort Essen allerdings weitgehend ausgeschöpft zu haben. Beste Nachricht: Ein Umzug ist laut Veranstalter nicht geplant, stattdessen soll die Messe in den kommenden Jahren in Essen weiterentwickelt werden. Das ist eine schöne Perspektive, denn für viele Spielefans – und auch für uns – ist die SPIEL längst viel mehr als eine Messe: Sie ist ein bisschen wie ein zweites Weihnachten, nur eben mit Brettspielen.
Neuheiten entdecken, bekannte Gesichter treffen, mit Menschen aus aller Welt die Begeisterung fürs Spielen teilen und jede Menge Inspiration mit nach Hause nehmen – darauf freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue. Umso spannender wird es sein zu sehen, wie die SPIEL ihren Erfolg künftig gestaltet und dabei ihren ganz besonderen Charakter bewahrt.

Gespielt: Erste Eindrücke
An drei Messetagen haben wir insgesamt 28 neue Brett- und Kartenspiele ausprobiert. Dabei standen längst nicht immer die Spiele auf dem Tisch, die wir uns im Vorfeld vorgenommen hatten. Auf der Messe entscheidet oft der Zufall: Beliebte Spieltische sind besetzt, und nicht selten warten bereits die nächsten Interessierten darauf, dass eine Partie endet und sie übernehmen können.
Unser Tipp: Bleibt spontan und haltet Ausschau nach freien Spieltischen – gern auch in den hinteren Hallen, wo kleinere und internationale Verlage ihre Neuheiten präsentieren. Hier lässt sich manches entdecken, das man vorher vielleicht gar nicht auf dem Schirm hatte.
In der folgenden Galerie haben wir unsere ersten Eindrücke festgehalten. Unsere Bewertungen sind dabei ausdrücklich als Momentaufnahmen zu verstehen, nicht als abschließende Urteile. Schließlich lässt sich ein Spiel während einer kurzen Proberunde im geschäftigen Messetrubel nur bedingt einschätzen. Auch die eigene Tagesform spielt eine Rolle: Ein Spiel kann am Morgen ganz anders auf uns wirken als nach Stunden auf den Beinen. Und nicht zuletzt beeinflusst die Erklärung am Spieltisch, wie schnell wir Zugang zu einem neuen Spiel finden.
Die Sterne auf den Kacheln sind deshalb vor allem eine grobe Orientierung und spiegeln wider, wie gut uns das jeweilige Spiel bei unserer ersten Begegnung gefallen hat. Ob sich dieser Eindruck bei weiteren Partien bestätigt, zeigt sich oft erst später.
Sicher sind wir allerdings bei unseren diesjährigen angespielten Favoriten: Das innovativ-kooperative Rennspiel „Vroom!“, das Vogelkarten-Sammeln in „Das Spiel der Vögel“ und „Bag of Bugs“ haben uns am besten gefallen! Auch das Stichspiel „Last Lemming“ konnte überzeugen.
Klickt auf die erste Kachel, um die Galerie in der vergrößerten Ansicht zu öffnen.
Transparenzhinweis: Fürs Erstellen dieser Plakate haben wir eine KI eingesetzt, die wir vorab mit den Metadaten aller Neuheiten aus der BoardGameGeek-Preview gefüttert hatten. So konnte die KI unsere eigenen Fotos und die von uns vergebenen Sternebewertungen direkt mit den passenden Informationen ergänzen – darunter Standnummer, Spielerzahl, Altersempfehlung und Spieldauer. Nach dem Probespielen mussten wir also nur noch das Foto und unsere Wertung einbringen, um innerhalb einer Minute ein fertiges Plakat für unsere Instagram-Stories zu erstellen. So konnten wir unsere ersten Eindrücke unmittelbar nach den Partien auf der Messe teilen.

SPIEL.talks: Spannende Einblicke über das Spiel hinaus
Nicht nur an den Spieltischen gab es auf der SPIEL Essen 2026 viel zu entdecken. Auch die SPIEL.talks auf der offenen Bühne in Halle 4 zogen mit ihrem abwechslungsreichen Programm zahlreiche Interessierte an. Die Themen reichten von Künstlicher Intelligenz und Spieleentwicklung über Übersetzung und Medienkompetenz bis hin zu Wissenschaft, Inklusion und dem Einsatz von Spielen in der therapeutischen Arbeit. Das im Vorjahr eingeführte Bühnenkonzept hat sich damit endgültig als fester Bestandteil der Messe etabliert. Auch wir konnten uns zwei Sessions ansehen, die uns besonders interessiert haben.
Über diese beiden Veranstaltungen haben wir ausführlich berichtet:
Krawatten sind freundlich? Warum Brettspiele mehr als eine gute Übersetzung brauchen
Bei den SPIEL.talks diskutierten Übersetzerinnen und Lokalisierungsexperten darüber, warum kulturelles Fingerspitzengefühl, kreative Ideen und menschliches Lektorat entscheidend sind. Spannendes Thema, bei dem wir genauer hingehört haben.
Educators Day: Welche Spiele Schule und Alltag verändern könnten
Wie lassen sich Konflikte, komplexe Zusammenhänge und unterschiedliche Interessen spielerisch erfahrbar machen? Beim Educators Day auf der SPIEL 2026 entwickelten Daniel Bartschat und Sebastian Schwägele gemeinsam mit dem Publikum Ideen für Spiele, die im Bildungsalltag noch fehlen.
Noch mehr Rahmenprogramm
Auch das weitere Rahmenprogramm der SPIEL Essen 2026 hatte einiges zu bieten, was über das Ausprobieren und Kaufen neuer Spiele hinausging. Mit „Essen spielt!“ erweiterten der Merz Verlag, die Stadt Essen und die Messe Essen das Messegeschehen erstmals um Angebote außerhalb des Messegeländes. Dazu gehörten Vergünstigungen bei 13 Partnern sowie drei besondere Spieleabende: im Essener Rathaus auf der 22. Etage, im Red Dot Design Museum auf Zollverein und an Bord eines Schiffs der Weißen Flotte auf dem Baldeneysee. Kunst und Illustration standen mit dem diesjährigen SPIEL-Botschafter Peter Mohrbacher, dem Schöpfer der Fantasy-Welt Angelarium, im Fokus. Hinzu kamen die Preisverleihung des internationalen Miniaturen-Bemalwettbewerbs Golden Demon und die erstmalige Vergabe der TCG Awards, mit denen herausragende Leistungen in der Trading-Card-Game-Branche ausgezeichnet wurden. Kurzum: Es war wieder einmal mehr los, als das kleine Team von Brettspielelust ansehen und ausprobieren konnte. Und wer all dies nicht vor Ort erleben konnte oder wollte, wurde im Livestream von Simon und Daniel wie immer bestens unterhalten und informiert.
Deutscher Spiele Preis
P.S.: Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner des Deutschen Spiele Preises 2026! Auch wenn wir die ausgezeichneten Titel nicht alle selbst auf dem Spieltisch hatten, möchten wir die Preisträgerinnen und Preisträger natürlich nicht unerwähnt lassen. Der Community-Award lebt schließlich davon, dass so viele Menschen ihre Lieblingsspiele wählen und damit auch die Arbeit der Autorinnen und Autoren würdigen. Der Deutsche Spiele Preis 2026 geht an Artengarten von Mathias Wigge (Feuerland Spiele), gefolgt von Boss Fighters QR und Galactic Cruise. Als bestes Kinderspiel wurde Toriki: Eine Insel voller Abenteuer ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten!

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