Normale Ansicht

Let's Go! To France: Der Kickstarter-Nachfolger zu „Auf nach Japan!" ist live

19. Mai 2026 um 19:50
Let's Go! To France: Der Kickstarter-Nachfolger zu „Auf nach Japan!" ist live

Alderac Entertainment Group (AEG) hat am 19. Mai 2026 die Kickstarter-Kampagne zum Brettspiel Let's Go! To France gestartet — den direkten Nachfolger zu Let's Go! To Japan, das im DACH-Raum bei Schwerkraft Verlag als „Auf nach Japan!" erschienen ist. Innerhalb weniger Stunden hat das Projekt sein Funding-Ziel von 10.000 US-Dollar um mehr als das Zehnfache überschritten; zum Zeitpunkt dieses Beitrags stehen rund 101.000 US-Dollar von über 1.000 Unterstützenden zu Buche, die Laufzeit reicht noch bis zum 20. Juni 2026.

Eine deutsche Ausgabe ist bisher nicht bestätigt. Da Schwerkraft Verlag den Vorgänger im DACH-Raum übernommen hat, läge ein erneutes Engagement nahe — gesicherte Aussagen dazu liegen aber weder von AEG noch von Schwerkraft vor. Wer eine deutschsprachige Box möchte, sollte das im Hinterkopf behalten, bevor er die englische Kickstarter-Ausgabe pledged.

Worum es geht: „Let's Go! To France" als Karten-Reiseplaner durch Frankreich

Let's Go! To France ist ein Karten- und Reiseplanungsspiel von Alderac Entertainment Group für 1–4 Spielende, Design: Josh Wood, Illustration: Erica Ward. Sie planen eine sechstägige Reise durch eine von vier Regionen Frankreichs und draften aus über hundert Aktionskarten Ihre Tagesaktivitäten. Spielzeit: 45–60 Minuten, ab 10 Jahren.

Let's Go! To France ist ein Karten- und Reiseplanungsspiel für 1 bis 4 Spielende, eine Partie dauert laut Verlag und BGG-Eintrag 45 bis 60 Minuten (eine erste Runde mit Regelerklärung fällt erfahrungsgemäß länger aus, am Familientisch mit Erstspielenden sollten Sie eher 60 bis 90 Minuten einplanen — der Vorgänger liegt im selben Erfahrungsfenster), empfohlen ab 10 Jahren. Designer ist erneut Josh Wood, die Illustrationen stammen von Erica Ward, die schon den Vorgänger künstlerisch geprägt hat.

Mechanisch baut die Frankreich-Variante auf dem Gerüst von Japan auf, weitet es aber spürbar: Statt wie im Vorgänger einen siebentägigen Trip nach Tokio und Kyoto zu planen, bauen Sie nun eine sechs Tage lange Reise durch eine von vier Regionen Frankreichs zusammen — laut Verlagsbeschreibung zwischen Paris, der Côte d'Azur und den Loire-Schlössern. Aus mehr als hundert illustrierten Aktionskarten draften Sie pro Runde Optionen, weisen sie strategisch Tagen Ihrer Reiseroute zu und versuchen am Ende, durch passende Tag-Kombinationen, Tag-Synergien und Set-Sammlung möglichst viele Punkte zu erzielen. Der Rundenablauf bleibt damit fokussiert: gleichzeitig draften, einer Spalte des Reiseplans zuweisen, weiter — die Endwertung kommt in einer letzten Runde, in der die geplante Reise „durchgespielt" wird.

Der BGG-Eintrag zu Let's Go! To France listet als Mechaniken Closed Drafting (also Karten aus einer offenen Auslage wählen, was Mitspielende ihrerseits nicht mehr greifen können), Hand Management, Multi-Use Cards, Set Collection, Melding and Splaying (Karten gezielt auslegen und gestaffelt überlappen), End Game Bonuses, Storytelling sowie — neu gegenüber dem Vorgänger — Area Movement und Multiple Maps. Die „Area Movement"-Mechanik dürfte sich konkret auf die unterschiedlichen Frankreich-Regionen beziehen, die in einer Partie bereist werden können; in den Stretch- und Add-on-Listen tauchen unter anderem zwei zusätzliche Karten („Belgium and Burgundy") auf, die das Reisegebiet noch einmal erweitern. Ob die vier Regionen jeweils echte Routen-Trade-offs schaffen oder eher „derselbe Reiseplaner in neuem Setting" sind, lässt sich aus der Kampagnenseite bisher nicht abschließend beantworten — ein Punkt, den der Live-Test zeigen muss.

Wie viel Interaktion am Tisch entsteht? Das Hauptbindeglied ist das Closed Drafting: Was Sie aus der gemeinsamen Auslage ziehen, fehlt den anderen, und umgekehrt — also moderate, indirekte Konkurrenz statt direkter Konfrontation. Die Punktewertung erfolgt überwiegend am eigenen Reiseplan (Set-Sammlung, End-Game-Boni, „Storytelling"-Synergien laut BGG-Tags), was darauf deutet, dass mehrere Punktewege parallel offenstehen. Eine ausformulierte Beschreibung der Interaktion oder der Skalierung über zwei, drei, vier (oder mit Add-on fünf) Spielende fehlt auf der Kampagnenseite — das benennen wir explizit, da der Vorgänger laut BGG-Community zu dritt besonders gut funktioniert, sich aber sowohl im Duell als auch im Solo-Modus gespielt hat.

Ein Solo-Modus ist im BGG-Eintrag als „Solo / Solitaire Game" verzeichnet — er dürfte mechanisch dem etablierten Solo-Modus aus Let's Go! To Japan nahekommen, eine ausformulierte Beschreibung liefert die Kampagnenseite (bisher) aber nicht. Wie die Skalierung zu zweit, zu dritt oder zu viert konkret funktioniert, kommuniziert die Kampagne textlich ebenfalls kaum, sondern vor allem über Bilder und Pledge-Listen. Auch hier gilt: Schweigen der Kampagne, nicht Schweigen unsererseits.

Komplexität: Der Vorgänger Let's Go! To Japan liegt im BGG-Community-Rating bei einem Weight von 2,25 von 5 — also klar im familienfreundlichen Bereich knapp unterhalb der Kennerspiel-Schwelle. Für Let's Go! To France ist auf BGG noch kein Weight hinterlegt (zu wenige Bewertungen); aufgrund der weitgehend übernommenen Mechanik-DNA ist ein vergleichbarer Wert plausibel, einzelne neue Schichten wie das Karten-Routing über mehrere Regionen können die Einstiegshürde aber leicht heben. Praktisch: Die Regeln sollten in etwa zehn bis fünfzehn Minuten erklärbar sein, der Einstieg über eine Demo-Runde ist üblich für diese Spielfamilie.

Sprachabhängigkeit: Die Kampagnenseite macht keine ausdrückliche Aussage zur Sprachneutralität der Karten — der Vorgänger hat thematische Aktivitätskarten mit englischem Kartennamen und kurzem Text, und die Frankreich-Box folgt erkennbar derselben Designsprache. Wer ohne deutsche Lokalisierung spielen will, sollte also Karten-Englisch akzeptieren oder die mögliche deutsche Ausgabe abwarten. Eine offizielle Bestätigung zur Card-Sprachabhängigkeit liegt nicht vor.

Kickstarter-Status: in Stunden zehnfach überzeichnet

Die Kampagne ist klassisches „Funded in Minutes"-Material: Funding-Ziel waren 10.000 US-Dollar, zum Zeitpunkt dieses Beitrags zeigt die Kickstarter-Kampagne zu Let's Go! To France rund 100.973 US-Dollar von 1.015 Backern an — das entspricht über 1.000 Prozent des Ziels. Die Plattform hat das Projekt als „Projects We Love" (Staff Pick) markiert. Wer den Cluster verfolgen möchte: bei uns gibt es weitere Kickstarter-Kampagnen auf Würfelreich.

Aktuelle Zahlen sind über die Kampagnenseite direkt abrufbar; wir haben den hier zitierten Stand am 19. Mai 2026 gezogen, wenige Stunden nach Kampagnenstart.

Der eigentliche Crossover-Hook: das „Welcome Back"-Pledge

Wer wissen will, warum die Kickstarter-Kampagne zu Let's Go! To France in so kurzer Zeit so weit über das Ziel hinausläuft, schaut am besten auf die Pledge-Tabelle. AEG hat die Stufen klar nach Zielgruppen geschnitten:

  • Daydreamer (5 US-Dollar) ist ein reiner Preis-Lock: kein Spiel, nur die Garantie auf KS-Preise und Exclusives. Aktuell 114 Backer.
  • Sightseer (49 US-Dollar) ist die Standard-Edition — Retail-Inhalt plus Stretch-/Social-Goals der Kampagne. Mit aktuell 53 Backern auffällig dünn besetzt; das spricht dafür, dass Käufer, die nur das Grundspiel wollen, eher auf den späteren Handel warten.
  • Bon Voyage (79 US-Dollar, KS Exclusive) ist die aufgewertete Bon-Voyage-Edition des Grundspiels mit allen Kampagnenboni. 138 Backer.
  • Welcome Back (99 US-Dollar, KS Exclusive) ist der eigentliche Star: ausdrücklich für Japan-Backer geschnürt, kombiniert es die France Deluxe Edition mit der gleichzeitig laufenden Erweiterung Let's Go! BACK To Japan plus allen Stretch-/Social-Goals. Mit 577 Backern ist es das mit Abstand am stärksten gepledgte Tier — mehr als die Hälfte aller aktuellen Unterstützenden landen hier.
  • World Traveler (159 US-Dollar, KS Exclusive) packt die Vollausstattung obendrauf — France Bon Voyage, Japan Matsuri Edition (die deluxe Variante des Vorgängers), BACK to Japan und die Passport-Erweiterung. 127 Backer.

Redaktionell ist diese Verteilung der spannendste Befund der Kampagne: AEG bündelt mit Let's Go! BACK To Japan zugleich eine Erweiterung für den Vorgänger in die Kampagne, und die Welcome-Back-Stufe wird genau von den Spielenden gewählt, die Japan bereits besitzen und nun beides gleichzeitig nachlegen wollen — Frankreich-Premiere und Japan-Auffrischung in einer Pledge-Bestellung. Wer Japan nicht hat, kann mit Sightseer oder Bon Voyage einsteigen, ohne auf Erweiterungsinhalte zu zahlen, die mit dem Grundspiel allein nichts anzufangen wissen.

Wichtige Add-ons der Kickstarter-Kampagne

Über die Pledges hinaus listet die Kampagne unter anderem die folgenden Add-ons:

  • 5th Player Expansion (10 US-Dollar) — erweitert die Spielerzahl auf 5.
  • New Maps: Belgium and Burgundy (10 US-Dollar) — zwei zusätzliche Reiseregionen; in Bon-Voyage-Stufen aufwärts bereits enthalten.
  • Travel Journal (15 US-Dollar) — gebundenes Notizbuch für Spielprotokolle; in Bon Voyage aufwärts ebenfalls enthalten.
  • Rubber Player Mats (19 US-Dollar) — Naturkautschuk-Spielmatten pro Person.
  • Let's Go! BACK To Japan Expansion (30 US-Dollar) — drei Module für den Vorgänger; in Welcome Back aufwärts enthalten.
  • Let's Go! To Japan: Matsuri Edition (79 US-Dollar) — die Deluxe-Variante des Vorgängers; in World Traveler enthalten.

Stretch- und Social-Goals: Kampagne kommuniziert visuell, Text ist dünn

Die Pflicht-Trennung zwischen mechanischen Stretch-Goals (neue Aktionskarten, zusätzliche Karten, weitere Module) und Komponenten-Upgrades (Material, Verpackung, Inserts) lässt sich aus der Kampagnenseite textlich noch nicht sauber ziehen — AEG kommuniziert die Goals primär über Grafiken im Kampagnenkörper, ohne eine fließtextliche Aufschlüsselung in den Pledges. Konkret in den Pledge-Beschreibungen genannt sind die Add-on-Karten Belgium and Burgundy (Spielinhalt) und die 5th Player Expansion (Spielinhalt), während Items wie Rubber Player Mats und das Travel Journal klar als Komponenten-Upgrades einzuordnen sind.

Wir kennzeichnen das ausdrücklich als Lücke und werden in einer Update-Runde nachziehen, sobald AEG eine ausformulierte Stretch-Goal-Liste mit Texttiteln nachliefert oder ein Kampagnen-Update das Mechanik-vs.-Komponente-Verhältnis explizit macht.

Einordnung: Hotness ≠ Hype

Über tausend Prozent über Ziel in wenigen Stunden ist beeindruckend, aber kein Qualitätsbeleg — Let's Go! To Japan hat sich seit 2024 mit über 7.500 BGG-Bewertungen und einem Durchschnitt von 7,58 / 10 ein robustes Echo erspielt, und die Frankreich-Variante übernimmt vom selben Designer und derselben Illustratorin den bewährten Grundrahmen. Das ist eine glaubwürdige Ausgangslage, aber kein Vorgriff aufs Spielgefühl — eine belastbare Bewertung ist erst nach Verfügbarkeit der Regeln und Spielmuster möglich, voraussichtlich rund um die geplante Auslieferung im März 2027.

Für DACH-Leser besonders relevant: Eine deutschsprachige Ausgabe ist nicht angekündigt; Schwerkraft Verlag, der den Vorgänger lokalisiert hat (vgl. Schwerkrafts Auslieferung der deutschen Ausgabe), taucht in der Kickstarter-Kampagne bisher nicht als Partner auf. Wer auf eine deutsche Box wartet, sollte vorerst auf eine separate Ankündigung warten, bevor er pledged.

„Labyrinth: Chronicles": Ravensburger und Awaken Realms bringen Koop-Neuauflage im September für 149 Euro

19. Mai 2026 um 14:38
„Labyrinth: Chronicles": Ravensburger und Awaken Realms bringen Koop-Neuauflage im September für 149 Euro

Ravensburger und Awaken Realms haben den Handelsstart für „Labyrinth: Chronicles" auf September 2026 datiert; die unverbindliche Preisempfehlung liegt laut Pressemeldung des Ravensburger-Newsrooms bei 149,00 Euro. Das kooperative Kampagnenspiel ist die Jubiläumsneuinterpretation des 1986 erschienenen Familien-Klassikers „Das verrückte Labyrinth" — über die Erstankündigung der Jubiläumsneuinterpretation hatten wir bereits im Februar 2025 berichtet — und stammt aus einer Gamefound-Kampagne, die Ravensburger zufolge über 12.000 Unterstützer mobilisiert hat. Als Designer nennt der Verlag Max J. Kobbert, den Schöpfer des Originals, sowie Jan Truchanowicz für Awaken Realms.

Vom Schiebepuzzle zum Koop-Kampagnenspiel

Wer das Original kennt, erkennt die Grundzutat sofort: Reihum schiebt eine Person eine überzählige Gangkarte in den Spielplan, wodurch sich Korridore verschieben und neue Wege entstehen — oder versperrt werden. Diesen Schiebemechanismus übernimmt „Chronicles" laut Spielbeschreibung auf BoardGameGeek, koppelt ihn aber an einen kooperativen Spielmodus. Statt um die Wette Schätze einzusammeln, organisieren zwei bis vier Spielende gemeinsam die Versorgung eines Feendorfs und müssen den im Labyrinth lauernden Kobolden zuvorkommen.

Dazu kommt ein fortlaufendes Kampagnenformat. Die Verlagsbeschreibung spricht von Dorfwiederaufbau, neuen Fähigkeiten und neuen Charakteren über mehrere Partien hinweg. Vom Format her bedeutet das mehrere zusammenhängende Spielabende mit Fortschritt — eine „Legacy"-Mechanik mit zerstörbaren oder permanent veränderten Komponenten kommuniziert der Verlag dabei nicht. Eine Auflistung einzelner Kapitelinhalte gibt es in der jetzt veröffentlichten Pressemeldung ebenfalls nicht; Awaken Realms hält die konkreten Kampagnen-Beats bislang zurück.

3D-Spielplan: physische Mauern statt Pappe

Das visuelle Hauptverkaufsargument sitzt auf dem Tisch: Statt eines flachen Pappspielplans liefert „Labyrinth: Chronicles" einen 3D-Aufbau mit physischen Mauerelementen. Die Pressemeldung nennt diesen Aufbau als zentrales Komponentenmerkmal, ohne genauere Materialangaben. Das passt zum Profil von Awaken Realms, deren Titel „Nemesis", „This War of Mine: The Board Game" und „ISS Vanguard" für komponentenintensive Produktionen bekannt sind. Mechanisch bewegt sich „Labyrinth: Chronicles" allerdings deutlich unter diesen Heavy-Koop-Titeln (BGG-Komplexitätswerte um 3,3–3,5) — die Komponenten-DNA des Studios trifft hier auf ein Familienspiel-Plus-Format. Für Käufer:innen, die den Klassiker im 30-Euro-Segment im Regal haben, ist das ein deutlicher Sprung nach oben — in Bauumfang ebenso wie im Preis.

Spielerzahl, Alter, Spieldauer — und die offene Solo-Frage

Die Pressemeldung listet zwei bis vier Spielende und eine Altersempfehlung ab neun Jahren. Der BoardGameGeek-Eintrag setzt das Mindestalter mit acht Jahren ein Jahr niedriger an; wer das Spiel für jüngere Mitspielende plant, sollte sich an Ravensburgers offizieller Freigabe orientieren. Eine Spieldauer kommuniziert der Verlag in der Pressemeldung nicht — laut BoardGameGeek liegt eine Partie zwischen 20 und 60 Minuten. Diese Spannweite stammt aus früher Community-Schätzung; Kampagnen-Sessions mit Dorf-Wiederaufbau und neuen Charakteren dürften eher am oberen Rand liegen.

Auch beim Solo-Modus schweigt Ravensburger. „Labyrinth: Chronicles" wird offiziell als Titel für zwei bis vier Spielende beworben; ein dedizierter Einzelspieler-Modus ist nicht Teil der Verlagskommunikation. Die BoardGameGeek-Community deutet in ihrer Spieleranzahl-Umfrage an, dass sich der Titel solo spielen lässt — die Stichprobe ist allerdings klein und kein Verlagsversprechen. Solist:innen sollten vor dem Kauf prüfen, ob ihnen das Steuern mehrerer Charaktere im kooperativen Modus genügt.

Für die Illustrationen verantwortet Awaken Realms ein vierköpfiges Team um Jakub Dzikowski, Patryk Jędraszek, Ewa Labak und Pamela Łuniewska. BGG schätzt die Komplexität auf 1,80 von 5 ein — das liegt im Familienspiel-Plus-Bereich (zum Vergleich: Carcassonne 1,92, Catan 2,32) und damit unterhalb der klassischen Kennerspiel-Schwelle. Mit Blick auf die Kampagnen-Schichten (Dorfwiederaufbau, neue Fähigkeiten, Charakter-Persistenz) könnte der Wert in der Praxis allerdings eher die Untergrenze als der Median sein, und die BGG-Stichprobe ist für einen September-Titel noch dünn.

Für die Illustrationen verantwortet Awaken Realms ein vierköpfiges Team um Jakub Dzikowski, Patryk Jędraszek, Ewa Labak und Pamela Łuniewska.

Crowdfunding-Erbe: Gamefound-Kampagne und 149 € UVP

Die Gamefound-Kampagne hatten wir im Februar 2026 ausführlich begleitet; sie ist abgeschlossen und laut Pressemeldung mit über 12.000 Unterstützern unterzeichnet. Eine öffentlich nachvollziehbare Auflistung der erreichten Stretch Goals — insbesondere die Trennung zwischen Mechanik-Inhalten wie Zusatzszenarien oder neuen Charakteren auf der einen und Komponenten-Upgrades wie Miniaturen oder Spielmatten auf der anderen Seite — kommuniziert Ravensburger in der jetzt veröffentlichten Pressemeldung nicht; die Gamefound-Kampagnenseite ist zum Redaktionsschluss nicht öffentlich abrufbar. Wer in der Gamefound-Phase nicht dabei war und auf bestimmte Stretch-Goal-Inhalte hofft, sollte die Verpackung im Handel prüfen — bei Awaken-Realms-Titeln unterscheiden sich Crowdfunding- und Retail-Editionen häufig in Komponenten- und Miniaturen-Umfang.

Mit 149 Euro UVP ordnet sich „Labyrinth: Chronicles" deutlich über den rund 30 Euro für den klassischen Familienkracher ein, bleibt aber im üblichen Preissegment für Awaken-Realms-Boxen. Das klassische „Das verrückte Labyrinth" ersetzt die Neuauflage dabei nicht — sie zielt auf einen anderen Abend: längeres Commitment, kooperatives Kampagnenformat statt klassische Sammelpartie. Eine spielerische Einordnung dieses Aufschlags ist ohne Hands-on nicht zu leisten — wir kommen im September darauf zurück.

Hitman: The Board Game — Agent 47 als Brettspiel

19. Mai 2026 um 12:55
Hitman: The Board Game — Agent 47 als Brettspiel

Agent 47 verlässt den Bildschirm. Das dänische Studio MOOD Publishing bringt die Stealth-Action-Reihe von IO Interactive als kompetitives Brettspiel auf den Tisch — und sammelt auf Gamefound deutlich mehr Geld ein als geplant. Stand 19. Mai 2026 stehen 672.894 Euro auf dem Konto, rund 673 Prozent des Finanzierungsziels von 100.000 Euro. 3.093 Unterstützerinnen und Unterstützer haben bislang gepledged. Die Kampagne läuft noch bis zum 28. Mai 2026, 16:00 Uhr MESZ — also gut neun Tage.

Worum geht's bei Hitman: The Board Game?

In Hitman: The Board Game schlüpfen 1 bis 4 Spielende in die Rolle internationaler Auftragskillerinnen und -killer, die um denselben Vertrag konkurrieren. Sie reisen zwischen exotischen Schauplätzen, infiltrieren Anwesen und Veranstaltungen und versuchen, hochkarätige Ziele auszuschalten — bevor die Konkurrenz am Tisch zuschlägt.

Die Kernschleife greift eine Stilfrage auf, die schon das Videospiel prägt: lautes Vorgehen mit der Schusswaffe (vom Hersteller „guns blazing" genannt) oder die leise Variante im Stil eines „Silent Assassin". Mitspielende dürfen sabotieren, Ziele wegschnappen und den finalen Treffer setzen — das Spiel ist also explizit konflikthaltig und nicht kooperativ. Eine Partie dauert laut MOOD Publishing rund 60 Minuten, das Mindestalter liegt bei 12 Jahren.

Wie sich diese Stilfrage am Tisch konkret in Aktionen übersetzt, hält die Kampagne erstaunlich knapp: MOOD Publishing nennt die genaue Aktionsökonomie (also was eine Spielerin pro Zug machen darf), die Zugstruktur und das Auflösungssystem auf der Gamefound-Hauptseite bislang nicht im Detail. Aus der Komponentenliste lässt sich ableiten, dass Hitman: The Board Game karten- und tableau-getrieben ist: Spielende erhalten Agent Cards (vermutlich mit individuellen Profilen, denn die Kampagne schaltet im Verlauf wiederholt neue Special Agent Card Packs frei), Aufträge werden über Target Briefs und Map Event Cards in Schauplätzen mit Raum-Tiles inszeniert, dazu kommen Opportunity Cards, Weapon Cards und zusätzliche Unorthodox Tools. Das deutet auf ein asymmetrisches, karten- und ortsbasiertes Konfliktspiel hin — die konkrete Mechanik bestätigt MOOD aber bisher nicht in Textform. Zum Solo-Modus für eine Person macht der Verlag auf der Hauptseite ebenfalls keine Detailangaben; ob er als Score-Run, Automa oder Solo-Kampagne läuft, bleibt bis zum Pledge-Manager (ein Online-Formular, in dem Sie nach Kampagnenende Ihren Pledge bestätigen, Versand bezahlen und Add-ons anpassen) oder zum ersten Rezensionsexemplar offen.

Was das Spiel auf dem Tisch tatsächlich leistet, lässt sich heute nicht beurteilen. Es liegt kein Rezensionsexemplar vor, ein BoardGameGeek-Eintrag mit Bewertungen existiert mangels Druck nicht. Wir bewerten hier Konzept, Studio und Funding — nicht das Spielgefühl.

Was steckt im Karton?

MOOD Publishing bietet sieben Pledge-Stufen an (Preise in Euro, Versand kommt im Pledge-Manager dazu):

  • Base Game — 60 € (UVP 70 €). Das Grundspiel inklusive aller freigeschalteten Karten-Stretch-Goals.
  • All Gameplay — 125 € (UVP 145 €). Sämtliche Gameplay-Erweiterungen, jedoch ohne Komponenten-Upgrades wie Standees oder Miniaturen.
  • All Gameplay – Acrylic Standees Edition — 200 € (UVP 235 €). Wie All Gameplay plus Acryl-Standees als Spielfiguren.
  • All Gameplay – Miniatures Edition — 220 € (UVP 260 €). Mit voll plastischen Miniaturen.
  • All-In Acrylic Standees — 315 € (UVP 400 €). Alle Inhalte plus Acryl-Standees und sämtliche Komponenten-Upgrades.
  • All-In Miniatures — 335 € (UVP 425 €). Die Vollausstattung mit Miniaturen.
  • Retailer Pledge — 100 €, nur für verifizierte Händlerinnen und Händler.

Wer das Spiel rein als Spielerlebnis kaufen will, kommt mit dem Base Game oder dem All Gameplay-Pledge aus. Die All-In-Stufen lohnen sich für Sammlerinnen und Sammler, die Wert auf Miniaturen, Acryl oder die enthaltenen Box-Aufwertungen legen. Bei einem Spiel ohne Hands-on-Eindrücke ist jeder Pledge oberhalb der Einstiegsstufe ein Vertrauensvorschuss in das Studio.

Stretch Goals und David Bateson

Stretch Goals sind Bonus-Inhalte, die freigeschaltet werden, sobald die Kampagne bestimmte Geldmarken oder Zeitpunkte erreicht. Die Funding-Stufen bis 600.000 Euro sind durch. Sortiert nach Wirkung am Tisch:

Mechanische Inhalte (verändern, was im Spiel passiert):

  • Personal Restrictions (zwei Karten-Packs) — laut Gamefound „eine extra Herausforderung pro Spieler", also vermutlich individuelle Sonderauflagen pro Auftrag.
  • Smuggled Items (zwei Packs) — Start-Perks, mit denen Spielende in die Partie gehen.
  • Vier Unorthodox Packs — zusätzliche „kreative" Werkzeuge und Waffen, also Karten für die Action-/Inventarseite.
  • Easter-Egg-Karten in zwei Varianten (Opportunity- und Map-Event-Karten) — Erweiterungen der vorhandenen Karten-Decks.
  • Extra Agent Cards, Special Agent Card Pack und Special Agent Cards Pack 2 — zusätzliche Spieler-Charaktere mit eigenen Profilen.
  • Extra Target Event Cards Pack, Map Event Card Pack und Extra ICA Cards — mehr Aufträge, Map-Events und Ausrüstung.
  • Make-Your-Own Target Kit — Blanko-Karten, Raum-Tiles und Standees für selbstgebaute Aufträge.

Komponenten-Upgrades und Boni (verschönern oder erleichtern das Spiel):

  • Doppellagige Spielertableaus.
  • Neue Waffenkarten-Artworks (Re-Skin der Duplikat-Karten).
  • Brief Holder — Aufsteller, um Location- und Target-Briefs aufrecht auf dem Tisch zu platzieren.
  • Score Sheet mit Achievement-Stickern für Eliminationen.
  • Printable Tutorial Map — Druckvorlage für eine geführte Einsteigerpartie.

Offen ist das prominenteste Ziel: Ab 700.000 Euro signiert David Bateson, die englische Originalstimme von Agent 47, jede Gold Baller Collectors Card — allerdings nur in den All-In-Pledges. Zum Stand 19. Mai fehlen dafür rund 27.000 Euro. Hinzu kommen drei Mystery Unlocks an den Kampagnentagen 20, 23 und 25, also zwischen 20. und 25. Mai.

Einordnung: Wer ist MOOD Publishing?

Hinter dem Projekt steht MOOD Publishing Aps mit Sitz in Dänemark. Wer das Spiel konkret designt hat, kommuniziert MOOD auf der Gamefound-Hauptseite öffentlich nicht namentlich — eine Designer- oder Autorenzeile fehlt in den dort sichtbaren Projektdaten. Bei einer Lizenz-Adaption in dieser Größenordnung ist das eine Lücke, keine Nebensache; ob ein In-House-Team, eine externe Autorin oder ein etablierter Designer hinter dem System steht, wird der Pledge-Manager oder das erste Update klären müssen.

Eine belastbare Liefer-Bilanz für eine Produktion in dieser Größenordnung lässt sich aus öffentlich zugänglichen Quellen heute nicht abschließend ableiten. Crowdfunding-typische Verzögerungen sind möglich — Brettspielprojekte mit Lizenzbindung und vollständiger Miniatur-Produktion treffen erfahrungsgemäß auf längere Lieferzeitfenster, als die Kampagne ursprünglich verspricht. Ein verbindliches Auslieferungsdatum nennt die Kampagnen-Hauptseite nicht prominent; Pledge-Manager und spätere Update-Kommunikation des Verlags werden hier ausschlaggebend sein.

Versandkosten erhebt der Verlag nach Kampagnenende im Pledge-Manager. Details zu DACH-Versandstaffeln finden Unterstützerinnen und Unterstützer dort, nicht auf der Hauptseite.

Fazit: Für wen lohnt sich der Pledge?

Hitman: The Board Game spricht zwei Zielgruppen klar an. Erstens: Fans der Videospielreihe, die Agent 47 nun gegen Freundinnen und Freunde am Tisch verkörpern wollen. Zweitens: Spielende, die kompetitive Konflikt-Brettspiele in der 60-Minuten-Klasse mögen, in denen Mitspielende einander aktiv das Wasser abgraben dürfen. Wer Koop-Erlebnisse oder ruhiges Tableau-Building sucht, ist hier falsch.

Vor einer 60-Euro-Entscheidung gilt der übliche Crowdfunding-Hinweis: Ein Pledge ist ein Versprechen, kein Kauf. Solange kein Rezensionsexemplar vorliegt, beurteilen wir Konzept, Studio und Funding — nicht das Spielgefühl. Wer das aushält, findet hier eine der größten Lizenz-Adaptionen des Jahres auf Gamefound.

The Legacy of Mars: Jacob Fryxelius' Terraforming-Kampagne für 2027

19. Mai 2026 um 10:49
The Legacy of Mars: Jacob Fryxelius' Terraforming-Kampagne für 2027

Jacob Fryxelius dreht das Terraforming-Mars-Universum auf Kampagnenformat: The Legacy of Mars soll 2027 bei FryxGames erscheinen und tauscht die einzelne Partie gegen eine Mission-zu-Mission-Erzählung. Die Crowdfunding-Kampagne läuft auf Gamefound, das Spiel rangiert seit Tagen weit oben in der BGG-Hotness.

Worum geht's?

Statt eines abgeschlossenen Spielabends erwartet die Spielenden eine Kette aus Missionen, in denen unterschiedliche Planeten und neue Seiten des Mars terraformt werden. Wer eine Mission gewinnt, wird zum Gouverneur dieses Planeten – mit Zusatzpunkten für das finale Szenario, das den Gesamtsieger ermittelt. Mechanisch baut Fryxelius auf der bekannten Terraforming-Mars-Engine auf und ergänzt sie um Bevölkerung, Arbeiter, schmelzende Gletscher und einen wachsenden Pool an Innovations- und Entwicklungskarten. Jede Mission spielt mit neuen Parametern und einem eigenen Kartenpool – laut Designer „im Grunde mehrere Spiele in einer Schachtel".

Schnellfakten

  • Designer: Jacob Fryxelius
  • Illustration: Isaac Fryxelius
  • Verlag: FryxGames
  • Erscheinungsjahr: 2027 (Crowdfunding auf Gamefound)
  • Spielerzahl: 1–5 (inklusive Solo-Modus)
  • Spielzeit: 150–300 Minuten pro Mission
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Mechaniken: Kampagnen-/Szenariospiel, Closed Drafting, Handmanagement, Plättchenlegen, variable Spielerfähigkeiten, Solo

DACH-Relevanz

Die deutschsprachigen Ausgaben der Terraforming-Mars-Reihe betreut traditionell der Schwerkraft-Verlag. Eine offizielle deutsche Lokalisierung von The Legacy of Mars ist bislang nicht angekündigt – sollte FryxGames den eingespielten Weg gehen, ist Schwerkraft die naheliegende Adresse. Backerinnen und Backer aus dem DACH-Raum sollten bei der Gamefound-Kampagne genau auf den späteren deutschen Vertrieb achten.

Unsere Einschätzung

Ein Kampagnenformat auf Terraforming-Mars-Basis ist nach Ares Expedition und der jüngst angekündigten Terraforming Mars: The Big Box der nächste logische Schritt – und gleichzeitig der riskanteste. Die durchschnittliche BGG-Wertung von 4,7 spiegelt vor allem Crowdfunding-Skepsis und sehr wenige tatsächliche Stimmen wider; aussagekräftiger ist die Wunschlisten-Zahl. Wir verfolgen die Kampagne weiter und schauen besonders auf die Frage, ob die Missionen narrativ tragen oder am Ende doch nur Setup-Variationen bleiben.

Quelle: BoardGameGeek – The Legacy of Mars

]]>

Brettspiel Crowdfunding News 20/26

Von: Nina
17. Mai 2026 um 08:50

Angekündigt: Neu: Updates: ANGEKÜNDIGT In der kommenden Woche im Crowdfunding: Wenige Projekte sind angekündigt. Hier der Überblick über die kommende Woche: Fall Dawn Fall Dawn steht in den Startlöchern auf Gamefound und wird am 19. Mai online gehen. Fall Dawn ist ein kompetitives Dungeon-Crawler-Kartenspiel, das Erkundung, Figurenentwicklung und Bluff miteinander verbindet. Wir spielen wandernde Überlebende, […]

VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound

13. Mai 2026 um 15:49
VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound

VANEA: Guardians of the Eldertree ist seit dem 12. Mai 2026 als Relaunch-Kampagne auf Gamefound finanzierbar. Der Düsseldorfer Verlag Forgotten Tales um Florian Molzahn sammelt bis zum 1. Juni 2026 für sein kooperatives Fantasy-Brettspiel mit Tower-Defense-, Erkundungs- und Würfelmechaniken. Das Finanzierungsziel liegt bei 59.000 Euro, am Starttag stehen rund 6.000 Euro von 32 Unterstützenden zu Buche. Das Spiel ist für eine bis vier Personen ab zehn Jahren ausgelegt, eine Partie dauert rund 90 Minuten.

Spielprinzip: Wächter, Elementarmagie und ein verseuchter Wald

Schauplatz von VANEA ist der Elderforest, eine märchenhafte Welt rund um einen mystischen Baum. Als Wächter verteidigst du den Elder Tree gegen Monster, Bosse und die sich ausbreitende „Darkmoon Rot". Im Spielverlauf erkundest du den Wald, sammelst sechs verschiedene Elementarorbs, um die zugehörigen Mächte zu meistern, und schmiedest aus Erzen mächtige Ausrüstung. Magische Orbs schalten neue Fähigkeiten frei, dazu kommt ein elementarer Begleiter pro Wächter.

Das Spiel unterstützt drei Modi: kooperativ gegen das Spiel, kompetitiv gegeneinander oder im Team. Forgotten Tales betont eine hohe Wiederspielbarkeit durch unterschiedliche Wächter, prozedural variierende Monsterjagden und freischaltbare Karten.

VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound
Die Erweiterung „Earth Phoenix" ist ab dem Gameplay-Pledge enthalten. Bildquelle: Forgotten Tales / Gamefound

VANEA-Pledges, Erweiterung und Stretch Goals im Überblick

Die Gamefound-Kampagne bietet vier Hauptstufen mit unterschiedlichem Materialumfang:

PledgeKampagnenpreisUVPUmfang
Core Game69 €85 €Grundspiel mit Pappstandees
Gameplay94 €115 €Core Game plus Erweiterung „Earth Phoenix"
Gameplay deluxe134 €180 €Gameplay plus 65 Premium-Acrylstandees, 200 Holztokens und 42 3D-Edelsteine
VANEA All-in189 €270 €Gameplay deluxe plus Miniaturen-Box mit Wächter- und Elementarbegleiter-Figuren sowie vier Twin-Bases
VANEA: Guardians of the Eldertree – Forgotten Tales startet Relaunch-Kampagne auf Gamefound
Das All-in-Pledge enthält alle Premium-Komponenten inklusive Miniaturen-Box. Bildquelle: Forgotten Tales / Gamefound

Wer einzelne Bestandteile separat hinzufügen will, findet im Pledge-Manager die üblichen Add-ons, darunter den Elder-Tree-Miniature inklusive vier Portalen für 25 Euro und Sprachpakete für Französisch oder Spanisch.

Bei den Stretch Goals greift Forgotten Tales auf eine Treppe ab 70.000 Euro zurück. Geplant sind unter anderem ein neues Loot-Monster per Community-Voting, zusätzliche Elder-Tree- und Fusionskarten, zwei neue Event-Felder mit x2-Effekt sowie eine neue Region ab 150.000 Euro. Ein Double-Layer-Upgrade für den Gameround- und Rot-Tracker schaltet sich bei 130.000 Euro frei. Die Kampagne auf Gamefound läuft noch knapp drei Wochen.

Dungeon Crawler Carl: Backerkit-Kampagne knackt 10-Millionen-Dollar-Marke

11. Mai 2026 um 23:33
Dungeon Crawler Carl: Backerkit-Kampagne knackt 10-Millionen-Dollar-Marke

Die Backerkit-Kampagne von Renegade Game Studios für Dungeon Crawler Carl hat die Marke von 10 Millionen US-Dollar überschritten. Das Doppelprojekt aus dem skillbasierten Rollenspiel und dem Card-Crafting-Deckbuilder Unstoppable ist damit die am höchsten finanzierte Spiele-Kampagne in der Geschichte von Backerkit. Mehr als 40.000 Unterstützer haben das ursprüngliche Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar um über 4.000 Prozent übertroffen. Die Crowdfunding-Kampagne läuft seit dem 14. April 2026 und endet am 15. Mai 2026.

Dungeon Crawler Carl: Vom Sub-Minute-Funding zur achtstelligen Summe

Renegade hat die Kampagne am 14. April 2026 gestartet, das Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar fiel in weniger als einer Minute. Bereits zum Start der Deckbuilder-Kampagne standen nach 24 Stunden über 4,5 Millionen US-Dollar von rund 18.000 Unterstützern auf dem Zähler. Über das erste Wochenende sprang der Wert auf mehr als 8 Millionen US-Dollar bei rund 34.500 Backern, kurz darauf folgte das 9-Millionen-Stretch-Goal samt Community-Vote auf eine neue Sidequest.

Am 5. Mai 2026 überschritt die Kampagne die Marke von 40.000 Unterstützern und schaltete damit eine Floor-10-Mordecai-Miniatur als Gratisbeigabe für alle physischen Tiers frei. Mit dem 10-Millionen-Dollar-Meilenstein setzt sich Dungeon Crawler Carl an die Spitze der Backerkit-Bestenliste für Spiele-Kampagnen und reiht sich zugleich unter den höchstfinanzierten Crowdfunding-Projekten der Plattform überhaupt ein. Auch außerhalb der Funding-Rangliste sorgte der Titel für Aufmerksamkeit: In den ersten Kampagnentagen eroberte das Spiel Platz eins der BoardGameGeek-Hotness und verwies Schwergewichte wie Arcs oder Brass: Birmingham auf hintere Ränge.

Dungeon Crawler Carl: Backerkit-Kampagne knackt 10-Millionen-Dollar-Marke
Coverartwork zu Dungeon Crawler Carl: Unstoppable – Illustration von Luciano Fleitas (Quelle: BoardGameGeek).

Die Kampagne verzeichnet damit eine Funding-Quote von mehr als 4.000 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Ziel. Über die Pay-Over-Time-Option von Backerkit lassen sich Pledges ab 150 US-Dollar zinsfrei auf vier Monatsraten verteilen. Die Auslieferung der physischen Komponenten ist weiterhin für Oktober 2026 angesetzt, Versandkosten werden erst nach Kampagnenende über den Pledge Manager abgerechnet.

Stretch Goals, VTT-Anbindung und Ausblick für Dungeon Crawler Carl

Mit jedem Millionen-Schritt schaltet Renegade weitere Inhalte für Dungeon Crawler Carl frei, die ohne Aufpreis in den physischen Pledges landen. Auf die Mordecai-Miniatur folgten unter anderem aufgewertete Holz-Token für Unstoppable, ein digitaler PDF-Threat für das Rollenspiel, ein erweiterter Season Pass mit zehn statt sechs digitalen Content-Drops sowie freischaltbare Charakter-Journal-PDFs für alle RPG-Tiers. Die höheren Pledge-Stufen Legendary und Celestial erhalten zusätzlich kostenlose Foundry-VTT-Unterstützung und einen 10-Dollar-Gutschein für StartPlaying.Games. Damit reiht sich Foundry neben Fantasy Grounds, Roll20 und Alchemy in die Liste unterstützter virtueller Tabletop-Plattformen ein.

Inhaltlich bleibt das Doppelpaket aus skillbasiertem Tabletop-Rollenspiel und solo- beziehungsweise koop-tauglichem Deckbuilder unverändert. Beide Spiele lassen sich einzeln oder gemeinsam unterstützen. Für Unstoppable sind die Erweiterungen Crawler Chaos und The Iron Tangle über die jeweiligen Pledges abrufbar, das Rollenspiel kommt mit Starter Set, einem über 300 Seiten starken Core Book, Miniaturen-Boxen, Würfelsets, GM-Screen und Season Pass.

Mit Buch 8 der Romanreihe von Matt Dinniman, A Parade of Horribles, erscheint am 12. Mai 2026 ein neuer Band, der die Aufmerksamkeit rund um Dungeon Crawler Carl in den letzten Kampagnen-Tagen zusätzlich anheizt. Wie weit Renegade den Zähler bis zum geplanten Ende am 15. Mai 2026 noch nach oben treibt, ist offen. Sicher ist, dass das Projekt die Backerkit-Rekordliste für Spiele-Kampagnen bereits jetzt neu geschrieben hat.

Kampagnen-Eckdaten auf einen Blick: Plattform Backerkit, Verlag Renegade Game Studios, Buchvorlage Matt Dinniman, Illustration Luciano Fleitas, Kampagnenzeitraum 14. April bis 15. Mai 2026, Finanzierungsziel 250.000 US-Dollar, aktueller Stand über 10 Millionen US-Dollar bei mehr als 40.000 Unterstützern, Auslieferung Oktober 2026. Alle Details auf der Projektseite auf Backerkit.

Hitman: The Board Game knackt 600.000 Euro auf Gamefound

08. Mai 2026 um 12:39
Hitman: The Board Game knackt 600.000 Euro auf Gamefound

Die Brettspiel-Adaption der bekannten Stealth-Action-Reihe Hitman: The Board Game läuft seit dem 30. April 2026 auf Gamefound und hat ihr Finanzierungsziel von 100.000 Euro um ein Vielfaches übertroffen. Am achten Kampagnentag stehen über 618.000 Euro von rund 2.856 Unterstützern auf dem Konto, was einer Funding-Quote von gut 618 Prozent entspricht. Hinter dem Projekt steht das dänische Studio MOOD Publishing, das die Marke um Agent 47 vom Bildschirm an den Spieltisch bringt. Bis zum 28. Mai 2026 läuft die Kampagne weiter.

Auftrag, Tarnung, Konkurrenz

Hitman: The Board Game ist als kompetitives Spiel für 1 bis 4 Personen angelegt, eine Partie dauert rund 60 Minuten. Du reist um die Welt, infiltrierst exotische Schauplätze und schaltest hochkarätige Zielpersonen aus. Anders als in der Videospielvorlage bist du dabei nicht allein: Mehrere Auftragskiller wurden auf dasselbe Ziel angesetzt und versuchen alles, um dir den entscheidenden Schuss zu vermasseln. Ob du laut vorgehst oder als „silent assassin" durch die Schatten schleichst, bleibt dir überlassen.

Der Spielablauf setzt auf Improvisation, Kreativität und Präzision. Karten für Spezialagenten, Schmuggelware und unorthodoxe Werkzeuge erweitern den Handlungsspielraum, während persönliche Beschränkungen pro Spieler eine zusätzliche Hürde liefern. Map-Event-Karten sorgen für Abwechslung auf den Schauplätzen, ein druckbares Tutorial erleichtert den Einstieg. Das Mindestalter liegt bei 12 Jahren.

Hitman: The Board Game knackt 600.000 Euro auf Gamefound
Spezialagenten-Karten gehören zu den bereits freigeschalteten Stretch Goals.

Pledges, Editionen und Stretch Goals

Die Pledges beginnen bei 60 Euro für das Grundspiel. Wer den vollen Spielumfang ohne aufgewertete Komponenten möchte, greift zur Variante „All Gameplay" für 125 Euro. Die Acrylic-Standee-Edition kostet 200 Euro, die Miniaturen-Variante 220 Euro. Die beiden All-In-Pakete liegen bei 315 Euro (Acrylic Standees) beziehungsweise 335 Euro (Miniaturen) und enthalten neben dem vollen Spielinhalt sämtliche Komponenten-Upgrades.

Hitman: The Board Game knackt 600.000 Euro auf Gamefound
Die All-In-Miniaturen-Edition enthält alle Spielinhalte und sämtliche Komponenten-Upgrades.

Innerhalb der ersten Kampagnenwoche wurden zahlreiche Stretch Goals freigeschaltet. Dazu gehören vier Unorthodox-Tools-Packs, zusätzliche Special-Agent-Karten, ein zweites Smuggled-Items-Deck, doppelseitige Spielertableaus, Personal-Restrictions-Karten in zweiter Auflage sowie Easter-Egg-Karten. Drei „Mystery Unlocks" sind an den Kampagnentagen 11, 14 und 17 angekündigt. Weitere Funding-Schwellen ab 625.000 Euro versprechen ein drittes Special-Agent-Pack und neue Artworks für doppelte Waffenkarten.

Bezug zur digitalen Vorlage

Die Marke Hitman geht auf den dänischen Entwickler IO Interactive zurück, der mit MOOD Publishing aus dem gleichen Land stammt. Der erste Teil „Hitman: Codename 47" erschien im Jahr 2000, danach folgten „Silent Assassin" (2002), „Contracts" (2004), „Blood Money" (2006) und „Absolution" (2012). Mit der Reboot-Trilogie aus den Jahren 2016, 2018 und 2021 etablierte das Studio die Plattform „World of Assassination", die seit 2023 alle drei Episoden unter einem Dach bündelt und kontinuierlich um neue Inhalte ergänzt wird.

Die Videospielreihe ist für PC sowie für PlayStation 4 und 5, Xbox One und Xbox Series X|S verfügbar. Für die Nintendo Switch existiert eine Cloud-Version. Charakteristisch sind offene Sandbox-Levels, die zahlreiche Wege zum Ziel zulassen, vom unauffälligen Verkleidungs-Bluff bis zum offenen Schusswechsel. Genau dieses Spielprinzip überträgt MOOD Publishing nun an den Tisch.

Die Gamefound-Kampagne läuft noch bis zum 28. Mai 2026.

Syncanite Foundation: Crimson Protocol startet auf Gamefound

05. Mai 2026 um 16:47
Syncanite Foundation: Crimson Protocol startet auf Gamefound

Das Dortmunder Indie-Studio Syncanite Games hat am 5. Mai 2026 die zweite Gamefound-Kampagne für das 4X-Kartenspiel Syncanite Foundation gestartet. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung Crimson Protocol, ergänzt um einen Reprint des Grundspiels für alle, die die erste Kampagne verpasst haben. Das Finanzierungsziel liegt bei 20.000 Euro, die Kampagne läuft bis zum 31. Mai 2026.

Crimson Protocol: Inhalte der Erweiterung für Syncanite Foundation

Crimson Protocol ist die erste größere Inhaltserweiterung für Syncanite Foundation, das sich als asymmetrisches 4X-Kartenspiel mit Deduktions- und Area-Control-Elementen positioniert. Das Grundspiel ist für 1 bis 6 Spieler ausgelegt und beansprucht rund 150 Minuten Spielzeit, das empfohlene Mindestalter beträgt 14 Jahre. Die Erweiterung führt neue Mechaniken rund um das namensgebende Crimson Protocol ein und vertieft die selbsternannte „Crystal Punk"-Welt, in der politische, ökonomische und kriegerische Konflikte ausgetragen werden.

Über die rein spielerischen Inhalte hinaus erweitert Syncanite das Universum um zwei Begleitprodukte. Backer der Crimson-Protocol-Kampagne erhalten je nach Pledge Zugang zum ersten von insgesamt drei geplanten Romanen sowie zu einem Musikalbum, das in höheren Stufen auch als Vinyl ausgeliefert wird. Damit positioniert das Studio die Marke Syncanite Foundation als Multimedia-Projekt, das Spielmaterial gezielt mit Fiktion und Soundtrack ergänzt.

Syncanite Foundation: Crimson Protocol startet auf Gamefound
Der „Crimson World Builder"-Pledge bündelt Spielinhalte mit Vinyl-Album und Hardcover-Artbook.

Pledge-Stufen der Syncanite-Foundation-Kampagne im Überblick

Die Gamefound-Kampagne umfasst acht Pledge-Stufen, die sowohl Bestandsbacker als auch Neueinsteiger adressieren. Wer Syncanite Foundation bereits besitzt, steigt mit dem „Crimson Malice (Expansion All-In)" für 79 Euro ein, der ausschließlich die Erweiterungsinhalte umfasst. Die Variante „Crimson Whisperer" liefert dasselbe Paket inklusive Roman und digitalem Soundtrack für 99 Euro.

Neueinsteiger finden mit dem „Crimson Accomplice" für 139 Euro ein Einsteigerpaket aus Grundspiel und Erweiterung für 2 bis 4 Spieler. Wer das volle Erlebnis für bis zu 6 Personen sucht, greift zum „Crimson Conspirator" für 199 Euro. Die Premium-Stufen reichen über den „Crimson Puppet Master" mit Deluxe-Komponenten für 324 Euro und den „Syncane Archive Pledge" für 429 Euro bis hin zur „Council Membership" für 749 Euro, die einen lebenslangen All-In-Status sowie Zugang zu einer exklusiven Discord-Rolle und Community-Veranstaltungen umfasst.

Die Crimson-Protocol-Kampagne auf Gamefound läuft noch bis zum 31. Mai 2026.

Children of the Colossi: Giant Roc bringt postapokalyptisches Strategiespiel auf die Spieleschmiede

05. Mai 2026 um 13:31
Children of the Colossi: Giant Roc bringt postapokalyptisches Strategiespiel auf die Spieleschmiede

Der deutsche Verlag Giant Roc sammelt aktuell auf der Spieleschmiede für die deutsche Lokalisation von Children of the Colossi. Das Euro-Strategiespiel mit Dudes-on-a-Map-Elementen stammt vom italienischen Designer Jacopo Sarli und erschien international 2025 bei Cosmodrome Games. Die deutsche Ausgabe – auch unter dem Untertitel "Die Kolosse" angekündigt – ist über die Pledge-Stufe Mystor für 45 Euro vorbestellbar. Die Kampagne läuft noch 28 Tage.

Auf den Rücken der Kolosse: das Spielprinzip

Das Setting von Children of the Colossi ist eine postapokalyptische Welt, in der die Zivilisation zusammengebrochen ist. Die letzten Lebensräume der Menschheit liegen auf den Rücken gigantischer Kreaturen, den fünf Kolossen Orlyth, Bedelburg, Strovo, Romather und Mystor. Auf ihren Schultern wachsen Bäume, fließt Wasser und stehen prächtige Städte voller Wissen und Schätze. Doch der Zugang ist verwehrt – die Stämme der Überlebenden müssen sich ihren Platz erkämpfen.

Spielerisch verbindet Children of the Colossi mehrere bekannte Mechaniken zu einem ungewöhnlichen Konstrukt. Auf einer modular aufgebauten Karte konkurrieren zwei bis vier Spielerinnen und Spieler um Eier, die die Kolosse während ihrer Wanderungen ablegen. Aus diesen schlüpfen Neugeborene, deren Zähmung der Schlüssel zum Spielsieg ist. Die eigenen Einheiten gleiten zwischen Karte und Kolosskörpern hin und her – auf den Kolossen schalten sie über Tech-Tracks mächtige Aktionen frei, in der Wildnis darunter konkurrieren sie um die wertvollen Eier.

Children of the Colossi: Giant Roc bringt postapokalyptisches Strategiespiel auf die Spieleschmiede

Pro Partie erscheinen nur drei der fünf Kolosse, was laut Verlag für hohe Wiederspielbarkeit sorgen soll. Konflikte zwischen den Stämmen werden nicht durch direkte Angriffe ausgetragen, sondern über Bannerkarten und cleveres Positionieren – ein bewusster Designentscheid, der das Euro-Profil des Spiels unterstreicht. BoardGameGeek führt das Spiel mit Mechaniken wie Area Majority/Influence, Worker Placement, Card Play Conflict Resolution und Modular Board. Eine Partie dauert 60 bis 120 Minuten, das empfohlene Mindestalter liegt bei 14 Jahren.

Designer Jacopo Sarli arbeitet bei Children of the Colossi mit den Illustratorinnen und Illustratoren Pauliina Linjama und Dann May zusammen. Die durchschnittliche Komplexität auf BGG liegt bei 2,5 von 5 – also im mittleren Bereich. Beste Spielerzahl laut Community-Empfehlungen: drei Personen.

Die Kampagne im Überblick

Die Spieleschmiede-Kampagne bietet zwei Pledge-Stufen. Mit Orlyth für 5 Euro unterstützen Backerinnen und Backer die deutsche Spieler-Community ohne Spielanspruch – eine reine Förderstufe. Wer das Spiel selbst möchte, greift zur Stufe Mystor für 45 Euro, die ein deutsches Exemplar von Children of the Colossi enthält. Als Add-on lässt sich für weitere 45 Euro ein Zusatzexemplar dazubestellen, etwa als Geschenk oder für die Spielegruppe.

Children of the Colossi: Giant Roc bringt postapokalyptisches Strategiespiel auf die Spieleschmiede

Stretch Goals sind in der aktuellen Kampagne nicht ausgewiesen. Hinter Giant Roc steht ein deutscher Verlag mit Fokus auf Lokalisationen anspruchsvoller Strategiespiele – mehr Informationen finden sich auf der Verlagswebsite. Die englische Originalausgabe von Children of the Colossi auf BoardGameGeek wird derzeit von 165 Personen besessen und hat eine Wunschliste von knapp 400 Einträgen – ein solides Indiz für das internationale Interesse, an das Giant Roc mit der deutschen Ausgabe anknüpfen möchte.

Die Kampagne läuft auf der Spieleschmiede noch 28 Tage.

CMON: 2,1 Millionen Dollar für NFT-Spielemacher Blissful Link

28. April 2026 um 13:18
CMON: 2,1 Millionen Dollar für NFT-Spielemacher Blissful Link

Der finanziell angeschlagene Brettspielverlag CMON kündigt einen Strategiewechsel in Richtung Videospiele und Blockchain-Projekte an. Den Auftakt markiert eine Investition von 2,1 Millionen US-Dollar in den NFT-Spieleentwickler Blissful Link, hinter dem das Play-to-Earn-Spiel Capverse steht. Die Details des Deals hat CMON in einer Mitteilung an die Hongkonger Börse veröffentlicht.

Digitale Transformation als Überlebensstrategie

Laut der Mitteilung plant CMON, eigene Marken wie Massive Darkness und Super Fantasy Brawl Reborn in „hochwertige digitale Assets" zu überführen. Der Verlag begründet diesen Schritt mit der zunehmenden Verzahnung von analogen und digitalen Spielen sowie der Notwendigkeit, im Spielemarkt relevant zu bleiben und neue Einnahmequellen zu erschließen. Klassische Brettspiele sollen daneben weiterhin produziert werden, um eine „Bildschirmpause" und das direkte Spielerlebnis am Tisch zu bieten.

Die Investition sichert CMON einen Anteil von 2,2 Prozent an Blissful Link und bewertet das auf den Britischen Jungferninseln registrierte Unternehmen mit über 95 Millionen US-Dollar. Demgegenüber steht eine wirtschaftlich schwache Lage bei Blissful Link selbst: 2024 stand ein Verlust von rund 197.000 US-Dollar einem Umsatz von etwa 408.000 US-Dollar gegenüber, die Nettoverbindlichkeiten lagen bei rund 889.000 US-Dollar. Zahlen für 2025 hat CMON in der Mitteilung nicht offengelegt.

Capverse selbst ist ein blockchain-basiertes Online-Spiel, in dem Spieler NFT-Charaktere namens „Sumer" kaufen, um damit gegeneinander anzutreten. Vorstöße dieser Art sind im Brettspielsegment selten. Das Sammelkartenspiel SolForge Fusion erlaubt das Prägen von Decks als digitale Assets. Wonders of the First musste 2024 eine 1,4 Millionen Dollar schwere Kampagne von Kickstarter zurückziehen, weil die Plattform NFT-Inhalte verbietet.

Verluste, IP-Verkäufe und Crowdfunding-Comeback

Der Vorstoß in den Web3-Bereich fällt in eine wirtschaftlich turbulente Phase. CMON häufte 2024 und 2025 zusammen einen Verlust von rund 23 Millionen US-Dollar an, etwa das 5,5-Fache der Gewinne aus den neun Jahren davor. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer äußerte zuletzt erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens.

Um die offenen Verbindlichkeiten von mehr als 14,3 Millionen US-Dollar aus acht noch nicht ausgelieferten Crowdfunding-Kampagnen zu bedienen, hat CMON in den vergangenen Monaten eine Reihe prominenter Marken verkauft. Zombicide ging an Asmodee, Blood Rage, Rising Sun und Ankh wechselten zu Tycoon Games, Cthulhu: Death May Die landete ebenfalls bei Asmodee. Die ehemaligen Mythic-Games-Titel Anastyr und Hel: The Last Saga gingen an Don't Panic Games.

Der CMON-Vorstand zeigt sich trotz der angespannten Lage zuversichtlich. Finanzielle Unterstützung einzelner Direktoren, der rund 2,4 Millionen US-Dollar schwere Verkaufserlös des Singapurer Büros sowie etwa 1,25 Millionen US-Dollar aus einer Aktienemission im Februar sollen die Liquidität sichern. Parallel will CMON noch in diesem Jahr seine im April 2025 ausgesetzten Crowdfunding-Aktivitäten wieder aufnehmen und die Investition in Blissful Link als Einstieg in eine breitere digitale Strategie nutzen.

SWAMS #82: Von Hölzchen auf Stöckchen

Von: Gnislew
30. März 2026 um 15:00
SWAMS #82: Von Hölzchen auf Stöckchen Blogspiele Gnislew

Heute gibt es eine Folge in der wir ein wenig von Hölzchen auf Stöckchen kommen und dennoch über viele interessante Dinge reden! Hört rein und lasst Euch diesmal ein wenig überraschen, was so auf Euch zukommt.

The post SWAMS #82: Von Hölzchen auf Stöckchen first appeared on Blogspiele.

Scroll. Klick. Wikinger. 

Von: Dirk
10. Februar 2026 um 13:07
Lesezeit: 2 Minuten

Manchmal stolpert man einfach über Dinge, bei denen man sofort hängen bleibt. Genau so ging es mir mit The Danes (Die Dänen). Entdeckt habe ich das Projekt ganz klassisch in der Hotness-Liste von BoardGameGeek. Eigentlich wollte ich was nachschauen und zack: plötzlich tief drin in Wikinger-Plänen von Feuerland und in den Forendiskussionen.

Was ursprünglich wohl als Erweiterung oder Ergänzung für Ein Fest für Odin gedacht war, ist inzwischen zu einem eigenständigen Schwergewicht herangewachsen (angeblich mit Gloomhaven-großer Box!). Hinter dem Projekt stehen unter anderem Uwe Rosenberg aber wohl vornehmlich Gernot Köpke, der auch auf BGG sehr aktiv ist. Veröffentlicht wird das Ganze dann bei Feuerland Spiele. Die Kombination von Namen lässt viele Strategiefans hellhörig werden.

Vom Add-on zum Mammutprojekt

Beim Lesen der Foren wird schnell klar: Bei The Danes erwartet uns wohl ein großformatiges Worker-Placement-Spiel mit Fokus auf Aufbau, Erkundung, Ressourcenmanagement und langfristiger Planung. Der Umfang soll deutlich über dem liegen, was man sonst von klassischen Eurogames kennt – inklusive sehr großer Box und reichlich Material.

Besonders spannend fand ich die Community-Stimmung:
Ein Teil der Spieler ist sofort Feuer und Flamme („endlich wieder Wikinger“), andere bleiben vorsichtig und wollen erst Regeln und Gameplay sehen, bevor sie sich festlegen. Denn wirklich viel sieht man noch nicht. Einigkeit herrscht aber in einem Punkt: Das Projekt wirkt ambitioniert – und alles andere als klein gedacht. Und so hat sich auch der Zeitplan gleich mal verschoben.

Crowdfunding in Sicht

Aktuell deutet vieles auf eine Crowdfunding-Kampagne im Laufe von 2026 hin. Die letzte Info ließ den Start in Q2 2026 möglich erscheinen, mit dem Ziel der Auslieferung bis Q1 2027. Eigentlich sollte das Spiel bereits in 2026 erscheinen, war wohl aber zu ambitioniert. Auch spannend dürfte die Preisgestaltung werden. Bei einem Spiel dieses Umfangs und mit so viel Material werden wir bei den aktuellen Produktionskosten und Logistikaufwänden definitiv die 100 Euro Grenze knacken – vermutlich sogar die 120. Alles andere wäre überraschend günstig. Konkrete Details zu Mechaniken und zum finalen Umfang oder zur Ausstattung sind noch rar, aber genau das macht den Reiz gerade aus: The Danes fühlt sich für mich wie eines der Spiele an, die man nicht aktiv gesucht hat – die einen aber trotzdem irgendwie sofort in den Bann ziehen. Man merkt allerdings beim Betrachten der Bilder, dass es eine gewisse Nähe zu Ein Fest für Odin gibt. Allerdings alles in XXL. Eine Abbildung zeigt verschiedene kleine Boxen, die in der Box enthalten sind. Das Ganze noch gehalten von Legosteinen – Prototypen at its best…

Mein Fazit

Ein klassischer Fall für die Kategorie „Nicht gesucht, trotzdem gefunden“:
The Danes ist mir zufällig über den Weg gelaufen und hat sich innerhalb weniger Minuten von einem unbekannten Eintrag in der BGG-Hotness zu einem Projekt entwickelt, das ich definitiv weiter beobachten werde, auch wenn ich etwas „Angst“ vor dem Umfang des Spiels habe. Und man muss auch erstmal abwarten, inwiefern sich The Danes (Die Dänen) von Ein Fest für Odin unterscheidet.

Wer sich selbst nochmal durchfräsen will, sollte in die Foren bei BGG eintauchen… 


Bildnachweis: Boardgamegeek / Feuerland (https://boardgamegeek.com/image/9012269/the-danes)

Beyond the Table – wenn Brettspiele mal kurz vom Tisch verschwinden

Von: Dirk
21. Dezember 2025 um 09:31
Lesezeit: < 1 Minute

Es gibt Podcasts über Brettspiele. Es gibt Podcasts mit Brettspielen. Und dann gibt es jetzt Beyond the Table – das neue Format im Würfelmagier Brettspiel Podcast, in dem Spiele zwar der Ausgangspunkt sind, aber ganz bewusst nicht der Mittelpunkt. Gemeinsam mit Uli Blennemann (Spielworxx, alter Hase mit Betonung auf Erfahrung) wage ich mich in einen monatlichen Dialog, der genau dort anfängt, wo Regelhefte, Top-10-Listen und Kickstarter-Previews aufhören.

Die Idee ist simpel – und genau deshalb spannend: Wir sprechen nicht über das Spiel auf dem Tisch, sondern über das, was drumherum passiert. Über Entwicklungen in der Szene, über Hintergründe, Brüche, Trends und Fragen, die man sich als Spieler, Beobachter oder Macher irgendwann stellt. Crowdfunding als System im Wandel, Logistik zwischen Fernost und Spieleladen, Ethik, Historie, Meilensteine der Branche – kurz: über all das, wofür in klassischen Formaten oft keine Zeit bleibt. Kein Marketingkanal, keine Werbeschleife, kein „Unsere Top 5 der Woche“, sondern ein ehrlicher Dialog zwischen Konsumentenblick und Produzentenerfahrung.

Beyond the Table lebt dabei ganz bewusst vom Austausch: zwei Perspektiven, unterschiedliche Biografien, viel Erfahrung – und hoffentlich kluge Gedanken mit einem Augenzwinkern. Die erste reguläre Folge startet direkt mit einem Thema, das uns beide schon lange umtreibt: Crowdfunding – von der idealistischen Mikro-Community zur galaktischen Maschinerie. Und ja, das ist nur der Anfang. Themen werden uns so schnell nicht ausgehen – Vorschläge aus der Community sind ausdrücklich erwünscht.

👉 Die erste Folge von Beyond the Table ist ab sofort überall verfügbar, wo es Podcasts gibt – natürlich im Würfelmagier Brettspiel Podcast. Reinhören, mitdenken, widersprechen ausdrücklich erlaubt.

Kurz gesagt:
👉 Einmal im Monat
👉 Zwei Stimmen
👉 Viele Gedanken
👉 Wenig Buzzwords (Content Creator ist trotzdem ein schlimmes Wort)

Willkommen Beyond the Table. Wir freuen uns drauf – und ihr hoffentlich auch. 🎲✨

Movers & Shakers – Wir transportieren Güter in Bengalen

Von: natokh
05. November 2025 um 13:09
Spielecover

Gestern (04.11.2025) ist auf Gamefound die Kampagne zum Spiel Movers & Shakers von Paulo Soledad und Nuno Bizarro Sentieiro gestartet. Die beiden haben uns schon so fantastische Euros wie Nippon (2015), Panamax (2014), Madeira (2013) oder zuletzt Asian Tigers (2024) beschert.

Und die gehören allesamt zu meinen liebsten Euro Spielen. Und auch Movers & Shakers hat das Potential dazu in diese Gruppe vorzustoßen. Ich konnte es mittlerweile schon 1-mal auf der Boardgamearena spielen, wo es derzeit noch im Alpha-Status (Nur für Alpha-Tester zugängig) spielen konnte. Aber ich denke, dass es sehr bald in den Beta-Status wechselt, da es sich dort schon vollkommen problemlos spielen läßt.

Aber was machen wir nun in Movers & Shakers? Wir sind mächtigen Eisenbahnmagnate in Bengalen, im Nordosten von Indien, im späten 19. Jahrhundert und konkurrieren um die Erfüllung von Verträgen zum Transport von Gütern zwischen Benares und der Hafenstadt Kalkutta. Dabei müssen wir den Transport der Güter so effizient wie möglich organisieren und können dabei nicht nur unsere eigenen Züge sondern auch die der Mitspielenden nutzen.

Das Spiel verläuft über 2 Runden in der wie jeweils 6 Aktionskarten auf unsere Unternehmenstableau spielen und damit Aktionen wie das Beladen und Bewegen von Güterzügen, das Beeinflussen der Märkte in Benares und Kalkutta, das Aufwerten unserer Anlagemarker, das Einrichten von Agenturen oder das Verschiffen von Handelsgütern ausführen.

Siegpunkte erhalten wir hierbei durch das Erfüllen von Verträgen, den Wert unserer gesammelten Anlagen (Anleihen, Wertgegenstände, Ressourcen und Infrastruktur), Geschäfte mit regionalen Agenturen, Investitionen und unsere Gesamtleistung (Anzahl transportierter Handelsgüter).

Bildquelle: BGG (Copyright by Quined Games)

Spannend an dem Spiel finde ich zum einen die Aktionsauswahl mit den Karten. Jeder erhält zu Spielbeginn 4 Lade- und 4 Bewegungs-Aktions-Karten. Im Spielverlauf können wir hier weitere Karten dazu bekommen. Von diesen 8 Karten können wir jede Runde 6 ausspielen. Dabei müssen wir uns immer entscheiden ob wir zusätzlich zu der/den Aktion/en der Karte noch eine Entwicklungs- oder eine Logistikaktion als Unternehmensaktion wählen, je nachdem ob wir die Karte in der oberen oder unteren Hälfte des Slots auf unserem Tableau platzieren.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Beim Laden der Güter können wir diese auch auf die Züge der Mitspielenden laden und beim Bewegen der Züger können wir auch deren Züge bewegen. Hier hat es Ähnlichkeiten zu Panamax. Beim Bewegen von Zügen kommt es auch immer wieder vor, dass wir Züge, die sich bereits auf der Streck befinden, vor uns herschieben. Hier sind also jede Menge strategische Entscheidungen zu treffen.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Was ich auch spannend finde ist das Geldmanagement in dem Spiel. Man kann nämlich maximal 9 Rupien besitzen. Kommt man auf 10 Rupien werden diese sofort in 1 Investmentmarker umgewandelt. Diese braucht man am Rundenende, um zu investieren. Auf diesem Weg erhält man am Ende schon einen sehr großen Teil seiner Siegpunkte. Allerdings kann man Investmentmarker nicht mehr zurück in Rupien tauschen. Man muss sich also genau überlegen was man im Rundenverlauf noch an Bargeld benötigt.

Investmenttafel
Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Geld verdient man in erster Linie damit, dass man Handelsgüter an den Märkten von Benares und Kalkutta abliefert. Der Wert jedes Gutes wird über die Position der jeweiligen Marker auf der Markttafel bestimmt. Diese kann man auch über Aktionen nach oben bewegen und erhält dafür auch noch Boni, wenn man die 2., 4., 6. und 8. Zeile erreicht. Jeder hat hier 3 Marker: einen für Benares, einen für Kalkutta und den Finanzberater. Dieser gibt vor, auf welche Zeile die anderen beiden Marker nach Rundenende „zurückgesetzt“ werden. Man sollte somit den Finanzberater nicht außer acht lassen.

Markttafel – Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)
Markt-Marker – Quelle Spielanleitung (Copyright by Quined Games)

Vom Komplexitätsgrad würde ich Movers & Shakers auf jeden Fall unter Nippon & Co. einordnen, also im Bereich Kennerspiele. Für mich ist das Spiel auf jeden Fall ein must have und ich freue mich schon sehr auf weitere Partien. Auf BGA und, wenn Quined seinen Zeitplan einhalten kann, in 1 Jahr mit der physischen Version.

Es soll auch in den regulären Handel kommen. Dann aber mit weniger hochwertigem Material. Einen entsprechenden Vergleich findet man unter „Comparative Chart“ auf der Gamefound-Seite.

Es gibt übrigens ein sehr gutes Video von Gaming Rules, indem die Regeln erklärt werden und im Anschluß eine komplette Partie Movers & Shakers zu dritt gespielt wird: Movers & Shakers – Tutorial & Playthrough
Wem das Video zu lang ist, der kann sich das Video von Jonathan von Getting Games anschauen: Movers & Shakers – Quick Play

Hier geht es zur Gamefound-Kampagne (bis 22.11.25): Movers & Shakers – Quined Games

Spielplan (Quelle: Gamefound Projektseite, Copyright by Quined Games)

Movers & Shakers – Wir transportieren Güter in Bengalen

Von: natokh
05. November 2025 um 13:09
Spielecover

Gestern (04.11.2025) ist auf Gamefound die Kampagne zum Spiel Movers & Shakers von Paulo Soledad und Nuno Bizarro Sentieiro gestartet. Die beiden haben uns schon so fantastische Euros wie Nippon (2015), Panamax (2014), Madeira (2013) oder zuletzt Asian Tigers (2024) beschert.

Und die gehören allesamt zu meinen liebsten Euro Spielen. Und auch Movers & Shakers hat das Potential dazu in diese Gruppe vorzustoßen. Ich konnte es mittlerweile schon 1-mal auf der Boardgamearena spielen, wo es derzeit noch im Alpha-Status (Nur für Alpha-Tester zugängig) spielen konnte. Aber ich denke, dass es sehr bald in den Beta-Status wechselt, da es sich dort schon vollkommen problemlos spielen läßt.

Aber was machen wir nun in Movers & Shakers? Wir sind mächtigen Eisenbahnmagnate in Bengalen, im Nordosten von Indien, im späten 19. Jahrhundert und konkurrieren um die Erfüllung von Verträgen zum Transport von Gütern zwischen Benares und der Hafenstadt Kalkutta. Dabei müssen wir den Transport der Güter so effizient wie möglich organisieren und können dabei nicht nur unsere eigenen Züge sondern auch die der Mitspielenden nutzen.

Das Spiel verläuft über 2 Runden in der wie jeweils 6 Aktionskarten auf unsere Unternehmenstableau spielen und damit Aktionen wie das Beladen und Bewegen von Güterzügen, das Beeinflussen der Märkte in Benares und Kalkutta, das Aufwerten unserer Anlagemarker, das Einrichten von Agenturen oder das Verschiffen von Handelsgütern ausführen.

Siegpunkte erhalten wir hierbei durch das Erfüllen von Verträgen, den Wert unserer gesammelten Anlagen (Anleihen, Wertgegenstände, Ressourcen und Infrastruktur), Geschäfte mit regionalen Agenturen, Investitionen und unsere Gesamtleistung (Anzahl transportierter Handelsgüter).

Bildquelle: BGG (Copyright by Quined Games)

Spannend an dem Spiel finde ich zum einen die Aktionsauswahl mit den Karten. Jeder erhält zu Spielbeginn 4 Lade- und 4 Bewegungs-Aktions-Karten. Im Spielverlauf können wir hier weitere Karten dazu bekommen. Von diesen 8 Karten können wir jede Runde 6 ausspielen. Dabei müssen wir uns immer entscheiden ob wir zusätzlich zu der/den Aktion/en der Karte noch eine Entwicklungs- oder eine Logistikaktion als Unternehmensaktion wählen, je nachdem ob wir die Karte in der oberen oder unteren Hälfte des Slots auf unserem Tableau platzieren.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Beim Laden der Güter können wir diese auch auf die Züge der Mitspielenden laden und beim Bewegen der Züger können wir auch deren Züge bewegen. Hier hat es Ähnlichkeiten zu Panamax. Beim Bewegen von Zügen kommt es auch immer wieder vor, dass wir Züge, die sich bereits auf der Streck befinden, vor uns herschieben. Hier sind also jede Menge strategische Entscheidungen zu treffen.

Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Was ich auch spannend finde ist das Geldmanagement in dem Spiel. Man kann nämlich maximal 9 Rupien besitzen. Kommt man auf 10 Rupien werden diese sofort in 1 Investmentmarker umgewandelt. Diese braucht man am Rundenende, um zu investieren. Auf diesem Weg erhält man am Ende schon einen sehr großen Teil seiner Siegpunkte. Allerdings kann man Investmentmarker nicht mehr zurück in Rupien tauschen. Man muss sich also genau überlegen was man im Rundenverlauf noch an Bargeld benötigt.

Investmenttafel
Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)

Geld verdient man in erster Linie damit, dass man Handelsgüter an den Märkten von Benares und Kalkutta abliefert. Der Wert jedes Gutes wird über die Position der jeweiligen Marker auf der Markttafel bestimmt. Diese kann man auch über Aktionen nach oben bewegen und erhält dafür auch noch Boni, wenn man die 2., 4., 6. und 8. Zeile erreicht. Jeder hat hier 3 Marker: einen für Benares, einen für Kalkutta und den Finanzberater. Dieser gibt vor, auf welche Zeile die anderen beiden Marker nach Rundenende „zurückgesetzt“ werden. Man sollte somit den Finanzberater nicht außer acht lassen.

Markttafel – Quelle: BGA (Copyright by Quined Games)
Markt-Marker – Quelle Spielanleitung (Copyright by Quined Games)

Vom Komplexitätsgrad würde ich Movers & Shakers auf jeden Fall unter Nippon & Co. einordnen, also im Bereich Kennerspiele. Für mich ist das Spiel auf jeden Fall ein must have und ich freue mich schon sehr auf weitere Partien. Auf BGA und, wenn Quined seinen Zeitplan einhalten kann, in 1 Jahr mit der physischen Version.

Es soll auch in den regulären Handel kommen. Dann aber mit weniger hochwertigem Material. Einen entsprechenden Vergleich findet man unter „Comparative Chart“ auf der Gamefound-Seite.

Es gibt übrigens ein sehr gutes Video von Gaming Rules, indem die Regeln erklärt werden und im Anschluß eine komplette Partie Movers & Shakers zu dritt gespielt wird: Movers & Shakers – Tutorial & Playthrough
Wem das Video zu lang ist, der kann sich das Video von Jonathan von Getting Games anschauen: Movers & Shakers – Quick Play

Hier geht es zur Gamefound-Kampagne (bis 22.11.25): Movers & Shakers – Quined Games

Spielplan (Quelle: Gamefound Projektseite, Copyright by Quined Games)

❌