Zum Kennerspiel des Jahres 2025 gibt es brandneu eine Erweiterung mit mehr Missionen und für mehr Abwechslung im Grundspiel. Also für alle, die nicht genug von den taktischen Tiefsee-Tauchgängen bekommen können. Auch wenn die exklusive Vorbestellung der lokalisierten Deluxe-Version längst vorbei ist, könnt Ihr die Retail-Version ab November auch im Fachhandel erhalten. Auf der Neuheitenschau hat mir Robin alles im Audio-Interview erzählt, worauf Ihr Euch bis dahin freuen könnt.
Die Erweiterung richtet sich klar an Fans des Grundspiels und vor allem an Solo-Spieler. Mir persönlich reicht noch das Grundspiel völlig aus und solo sowie auch kooperativ habe ich die Tiefsee noch nie erkundet. Die Zielgruppe ist somit eng umgrenzt, allerdings ist auch völlig klar, was Ihr in und mit der Erweiterung bekommt. Wer neue Herausforderungen sucht, für den genau das Richtige. Auf die Mini-Erweiterung „Pinguinwanderung“, die zwei Ozeankacheln und fünf Pinguinfiguren mitbringt, sowie ein GAMETRAYZ-Insert vergleichbar mit dem Deluxe-Grundspiel müsst Ihr leider verzichten. Diese Art der künstlichen Verknappung mag ich nicht, weil damit die Zweitmarktpreise nur nach oben getrieben werden.
Rund um die SPIEL Essen 2026 bringt Asmodee eine ganze Reihe neuer Titel in den deutschen Handel, von Familienspielen über ein Kennerspiel bis zum reinen Geschicklichkeitsspiel für die Kleinsten. Wir ordnen zehn davon anhand von BGG und den Produktseiten der Verlage ein, jeweils mit Mechanik, Eckdaten und deutschem Preis.
Bella Vista: Höher bauen als die Nachbarschaft
In Bella Vista seid ihr laut BGG-Beschreibung Architektinnen und Architekten, die ihren Bewohnern die beste Aussicht auf die Parks der Stadt verschaffen wollen. Dazu baut ihr acht Gebäude unterschiedlicher Höhe und wollt dabei möglichst oft das höchste Haus der Nachbarschaft stellen, denn nur das bringt Punkte. Wer zuerst an einem begehrten Bauplatz bauen will, zahlt dafür einen höheren Preis: Die Zugreihenfolge wird laut BGG über eine Auktion bestimmt, wer vorn steht, zahlt mehr. Das Spiel endet, sobald eine Person alle acht eigenen Gebäude errichtet hat. Designer sind Bruno Cathala und Andrea Mainini, Verlag ist international Studio H, die deutsche Ausgabe bringt Asmodee.
Eckdaten zu Bella Vista
Spielerzahl: 2 bis 4
Spielzeit: 30 bis 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Regelgewicht: 2,1 von 5 (laut BGG)
Designer: Bruno Cathala und Andrea Mainini
Verlag: Studio H (international), deutsche Ausgabe: Asmodee
Preis: rund 35 bis 38 Euro (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: Handel ab 26.10.2026
Bing! Bang! Boom!: Reflexspiel mit vier Abschussrampen
Bing! Bang! Boom! ist laut BGG-Beschreibung ein schnelles Reaktionsspiel: Vier Abschussrampen liegen aus, fünf passende Karten kommen ins Spiel, wer am Ende die unpassende „Niete“ in der Hand hält, verliert die Runde und scheidet laut BGG-Mechanik-Tag aus. Dabei wird laut Verlag auch gerufen: „Bing“, „Bang“ oder „Boom“, je nachdem, welche Feuerwerkskarte gerade passt. Ob die Niete die betroffene Person nur für die laufende Runde oder für den Rest der Partie aus dem Spiel nimmt, sagen die vorliegenden Quellen nicht eindeutig. Verlag ist international Taco Cat Games, die deutsche Fassung „Bing! Bang! Bumm!“ bringt Asmodee.
Eckdaten zu Bing! Bang! Boom!
Spielerzahl: 2 bis 6
Spielzeit: etwa 10 Minuten
Alter: ab 7 Jahren
Verlag: Taco Cat Games (international), deutsche Ausgabe: Asmodee
Preis: rund 13 bis 14 Euro (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: Handel ab 22./26.10.2026
Fadenfroh: Sticken um Siegpunkte, mit Pfister-Beteiligung
In Fadenfroh legt ihr laut BGG-Beschreibung Stoffkarten in eure Auslage und bekommt dafür Punkte für Farben und Symbole, abhängig davon, welche Wertungskarten in der aktuellen Runde gelten. Weil alle Mitspielenden um dieselben Stoffkarten und Materialien konkurrieren, müsst ihr jede Runde neu abwägen, wie lange ihr noch Material nehmt, bevor euch jemand die passende Karte wegschnappt, dazu kommen ein wechselnder Aufbau und eine Sammelwertung über mehrere Runden. Designer sind Jordy Adan und Alexander Pfister, Verlag ist unter anderem das deutsche DSV Games. Das offene Draften um einzelne Stoffkarten ist dabei ein Mechanik-Baustein, den Pfisters bekanntere Kennerspiele Great Western Trail (BGG-Regelgewicht 3,7) und Maracaibo (3,9) laut BGG gar nicht nutzen, dort dominieren Routenbau und Kartenmanagement. Mit einem Regelgewicht von 2,3 liegt Fadenfroh damit spürbar leichter und mechanisch anders als Pfisters bekanntere Titel. Laut BGG ist Fadenfroh auch solo spielbar, wie genau sich die Solo-Variante von der Mehrspieler-Partie unterscheidet, verraten die vorliegenden Quellen nicht.
Eckdaten zu Fadenfroh
Spielerzahl: 1 bis 4, mit Solo-Modus
Spielzeit: etwa 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Regelgewicht: 2,3 von 5 (laut BGG)
Designer: Jordy Adan und Alexander Pfister
Verlag: 1 More Time Games/DSV Games/Pandasaurus Games
Preis: rund 22 Euro (laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: Anfang Q4/Oktober 2026
Mischwald: Smoky Mountains zieht in die Great Smoky Mountains
Nach Mitteleuropa im Grundspiel bringt euch Mischwald: Smoky Mountains laut Verlagsbeschreibung in den beliebten nordamerikanischen Nationalpark. Als dritter eigenständiger Teil der Reihe baut es auf der bekannten Mischwald-Mechanik auf: Tier- und Pflanzenkarten werden gesammelt und übereinandergelegt, um Lebensräume zu bilden. Smoky Mountains ergänzt das um neue, wasserbezogene Geländekarten, die sich sowohl eigenständig als auch als „universelles Wasser“ unter Baumkarten einsetzen lassen, dazu neue Synergien zwischen Pflanzen und Tieren rund ums Wasser sowie größere Tiere wie Schwarzbären und Rotluchse. Wie beim Grundspiel gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte hat. „Teil der Reihe“ heißt hier ausdrücklich nicht spielmechanisch verbunden: Laut Asmodee-Ankündigung ist Smoky Mountains ein eigenständiges Grundspiel mit eigenem, komplettem Kartensatz und nicht mit anderen Mischwald-Versionen oder Erweiterungen kompatibel, insbesondere keine Fortsetzung der 2024 bei uns besprochenen Erweiterung „Waldrand“. Verbunden sind die drei Mischwald-Spiele also nur über Thema und Grundprinzip, nicht über eine gemeinsame Kartenbasis. Designer ist Kosch, Verlag Lookout Games.
Eckdaten zu Mischwald: Smoky Mountains
Spielerzahl: 2 bis 5
Spielzeit: etwa 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Regelgewicht: 2,2 von 5 (laut BGG)
Designer: Kosch
Verlag: Lookout Games
Preis: rund 26 bis 28 Euro (laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: erschienen 22./23.10.2026 zur SPIEL Essen
Melodies: Gemeinsam eine Band bilden, ohne Karten zu zeigen
Melodies ist laut BGG-Beschreibung ein kooperatives Kartenspiel: Ihr bildet eine Band und vervollständigt gemeinsam Songs, indem jede Person Karten aus der Hand spielt. Der am häufigsten gespielte Wert wird zur „Melodie“ dieser Note und muss zum Verlauf des Songs passen, erst wenn alle Noten korrekt gespielt sind und alle Hände leer sind, ist ein Song fertig. Kommuniziert werden darf nur über Strategie, nicht über die eigenen Karten oder geplanten Aktionen. Von der Garage bis zur großen Bühne bringt laut Verlag jeder neue Auftrittsort neue Regeln, Instrumente, Publikum und Herausforderungen mit. Designer ist Thomas Dagenais-Lespérance, Verlag Next Move Games.
Eckdaten zu Melodies
Spielerzahl: 2 bis 5
Spielzeit: etwa 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Designer: Thomas Dagenais-Lespérance
Verlag: Next Move Games
Preis: rund 21 Euro (laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: Handel ab 26.10.2026
Die glücklichste Katze der Welt: Deckbau fürs Lieblingstier
Im Familienspiel Die glücklichste Katze der Welt wetteifert ihr laut Verlagsbeschreibung darum, der eigenen Katze das gemütlichste, glücklichste Zuhause einzurichten. Ihr kauft neue Plättchen für euer Deck, um die Wohnung der Katze zu erweitern und attraktive Kombinationen zu bilden, bewegt die Katze zu Attraktionen, sammelt dafür Punkte und nutzt die besten Kombinationen zwischen den Attraktionen. Designer sind Olivier Cipière und Oussama Khelifati, Verlag ist unter anderem Asmodee selbst.
Eckdaten zu Die glücklichste Katze der Welt
Spielerzahl: 2 bis 4
Spielzeit: etwa 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Regelgewicht: 2,0 von 5 (laut BGG)
Designer: Olivier Cipière und Oussama Khelifati
Verlag: Rebel Studio/Asmodee/Transludis
Preis: rund 27 bis 30 Euro (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: SPIEL-Essen-Premiere 22.10.2026, Handel im Oktober 2026
Lightning Train: Beutelbau von den Dune-Imperium-Machern
Lightning Train kommt laut Verlagsbeschreibung von Paul Dennen, bekannt durch Clank! und Dune: Imperium. Ihr steuert eine Eisenbahngesellschaft durch acht Regionen Nordamerikas, baut euren Beutel mit Chips aus, um Bahnhöfe und Strecken zu eröffnen, und verdient Geld, indem ihr Güter in die Städte liefert, die sie brauchen. Die titelgebenden Blitzzüge beschleunigen euch laut Verlag an der Konkurrenz vorbei. Mechanisch ist das laut BGG etwas anderes als Dune: Imperium: Dort baut ihr ein Kartendeck auf und setzt Agenten per Worker Placement auf dem Spielplan ein, bei Lightning Train gibt es weder Karten noch Agenten, sondern Chips aus einem Beutel, die direkt auf der Karte landen, kein direktes Gegeneinander um einzelne Felder. Auch solo spielbar, die BGG-Community bewertet die Solo-Variante bislang aber uneinheitlich. Verlag ist international Dire Wolf, die deutsche Ausgabe bringt Asmodee.
Eckdaten zu Lightning Train
Spielerzahl: 1 bis 4, mit Solo-Modus
Spielzeit: 60 bis 120 Minuten
Alter: ab 13 Jahren
Regelgewicht: 3,0 von 5 (laut BGG)
Designer: Paul Dennen
Verlag: Dire Wolf (international), deutsche Ausgabe: Asmodee
Preis: rund 49 bis 52 Euro (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: deutsche Ausgabe seit September 2026 im Handel
a_way: Wettrennen durch die Quazarys-Galaxie, jetzt auf Deutsch
In a_way nehmt ihr laut BGG-Beschreibung an einem legendären Raumschiff-Rennen durch die Quazarys-Galaxie teil. Jede Pilotin und jeder Pilot muss die eigene Basis erreichen, die zugleich der Startpunkt einer gegnerischen Person ist. Die Rennstrecke besteht aus Sonnenpfaden mit Stationen, Richtungspfeilen und besonderen Weltraumphänomenen, die sich laufend verändern. Ihr kombiniert Bewegung und Kartenspiel, um euer Schiff voranzubringen, müsst dabei Einbahnstrecken und Pflicht-Stationen beachten und dürft nicht auf derselben Station landen wie eine gegnerische Person. Karten aus einem gemeinsamen Stapel erlauben es laut Verlag, das Spielfeld zu verändern, Spezialeffekte auszulösen oder gegnerische Schiffe zu stören. a_way erschien ursprünglich 2024 über eine Ulule-Kampagne und bei Blue Orange, für deutsche Leser ist die Asmodee-Ausgabe damit die erste eigene deutsche Fassung.
Eckdaten zu a_way
Spielerzahl: 1 bis 4, mit Solo-Modus
Spielzeit: 10 bis 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Regelgewicht: 1,3 von 5 (laut BGG)
Designer: Clément Bongibault, Louis Fievre, Benjamin Niess, Hugo Socié
Verlag: Blue Orange (international, Originalausgabe 2024), deutsche Ausgabe: Asmodee
Preis: rund 11 Euro (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: Anfang Q4 2026
Biberburg: Würfelturm gegen die Belagerung
Biberburg ist die deutsche Fassung von Wombat Tower: Ein kooperatives Geschicklichkeitsspiel, in dem ihr laut BGG-Beschreibung gemeinsam einen zentralen Turm gegen anrückende Gegnerwellen verteidigt. Ihr dreht den Würfelturm in Richtung eines gewählten Pfads und lasst einen besonderen Würfel darin hinunterrollen, um gegnerische Figuren vom Spielfeld zu kippen. Fallen Figuren um, sind sie aus dem Spiel. Werden sie nur verschoben, bleiben sie auf dem Feld. Je nach gewürfeltem Symbol kommen neue Gegner hinzu, rücken bestehende vor, oder eine Bonusaktion über Maschinenkarten wird ausgelöst. Gewonnen ist, sobald das Feld frei von Gegnern ist, verloren, sobald der dritte von drei Schild-Plättchen bricht. Designer sind Antonin Boccara und Romaric Galonnier, Verlag ist international Blue Orange, die deutsche Fassung bringt Asmodee.
Eckdaten zu Biberburg
Spielerzahl: 1 bis 4, mit Solo-Modus
Spielzeit: etwa 15 Minuten (laut BGG reine Spielzeit, ob Erklärzeit mit jüngeren Kindern eingerechnet ist, sagt keine der vorliegenden Quellen)
Alter: ab 6 Jahren
Designer: Antonin Boccara und Romaric Galonnier
Verlag: Blue Orange (international, als „Wombat Tower“), deutsche Ausgabe: Asmodee
Preis: rund 23 bis 25 Euro (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: Anfang Q4 2026
Flamecraft Duals bekommt eine Deluxe-Edition
Flamecraft Duals ist laut BGG-Beschreibung ein Zweipersonen-Legespiel im Flamecraft-Universum: Reihum zieht ihr einen Drachen aus dem Beutel und legt ihn auf das gemeinsame Spielfeld, jeder Drachentyp hat eine Fähigkeit, die sich aktivieren lässt, um weitere Drachen zu ziehen oder das Feld umzuordnen. Bildet ihr mit drei Drachen auf dem Feld das Muster einer Shop-Karte in eurer Hand, bekommt ihr dafür Punkte, bis der Beutel leer ist. Seltene zweifarbige „Hydragons“ bringen doppelte Fähigkeiten. Neu für den deutschen Markt ist nicht das Spiel selbst, das es bereits seit 2025 gibt, sondern die „Flamecraft Duals (Deluxe-Edition)“: laut Verlag mit Reisekoffer-Verpackung, Metallmünzen und Kartenhaltern aus Holz, also eine neue Ausstattungsvariante, keine neuen Inhalte. Designer ist Manny Vega, Verlag Cardboard Alchemy.
Eckdaten zu Flamecraft Duals (Deluxe-Edition)
Spielerzahl: 1 bis 2, mit Solo-Modus
Spielzeit: 30 bis 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Regelgewicht: 1,6 von 5 (laut BGG, Basisspiel)
Designer: Manny Vega
Verlag: Cardboard Alchemy (international), deutsche Ausgabe: Asmodee
Preis: rund 40 bis 50 Euro (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 28.10.2026)
Termin: Handel ab 1.11.2026
Lohnt sich der Blick auf dieses Neuheitenpaket?
Die Spannbreite reicht vom reinen Kinderreflexspiel bis zum Kennerspiel-Beutelbauer, dabei ist der überwiegende Teil keine komplette Neuentwicklung: Mehrere Titel sind deutsche Erstausgaben bereits bestehender internationaler Spiele (a_way, Biberburg, Lightning Train), bei Flamecraft Duals handelt es sich sogar nur um eine neue Ausstattungsvariante eines seit 2025 erhältlichen Spiels. Nach Regelgewicht sortiert, greifen am ehesten zu: Familien mit kleinen Kindern bei Bing! Bang! Boom!, a_way, Flamecraft Duals und Biberburg (BGG-Gewicht bis 1,6 oder noch ungewertet), Familien- und Gelegenheitsrunden bei Die glücklichste Katze der Welt, Melodies, Bella Vista, Mischwald: Smoky Mountains und Fadenfroh (Gewicht 2,0 bis 2,3), und Vielspieler in erster Linie bei Lightning Train, dem mit Abstand schwersten Titel im Paket (Gewicht 3,0). Für deutsche Leser ist das Paket trotzdem relevant, weil mehrere dieser Titel hierzulande bislang gar nicht oder nur auf Englisch zu haben waren.
Korrektur vom 29.10.2026: Im Schlussabsatz stand Melodies fälschlich in der Gruppe der noch ungewerteten Titel. Tatsächlich führt BGG für Melodies denselben Regelgewicht-Wert (2,0) wie für Die glücklichste Katze der Welt, die bereits korrekt in der Gewichtsgruppe 2,0 bis 2,3 stand. Melodies wurde in dieselbe Gruppe verschoben.
Grey Fox Games hat heute, am 27.10.2026, Deception: Heist in Hong Kong auf Kickstarter gestartet, und die Kampagne war bei unserem Check am selben Tag bereits bei 14.959 von 14.999 US-Dollar, also 99,73 Prozent, bei 317 Unterstützenden. Die Kampagne läuft noch bis zum 20.11.2026, dürfte das Ziel also in den nächsten Stunden reißen. Designer ist erneut Tobey Ho, bekannt durch das Original Deception: Murder in Hong Kong von 2014.
Ein neuer Fall, dasselbe System
Heist in Hong Kong ist laut BGG-Beschreibung ein eigenständiges Spiel, keine Erweiterung: Statt eines Mordes ermittelt ihr jetzt bei einer Serie von Diebstählen, bei der die Täterin oder der Täter wieder mitten unter den Ermittelnden sitzt. Mechanisch bleibt das bekannte System aus Deduktion, verdeckten Rollen und eingeschränkter Kommunikation erhalten, ob es jenseits des neuen Themas auch neue Rollentypen oder Regeln gibt, sagt keine der vorliegenden Quellen, ebenso wenig wie zur Zahl der Fälle beziehungsweise Rollenkombinationen im Grundspiel. Praktisch für bestehende Fans: Die Beweiskarten „Key Evidence“ beider Spiele lassen sich laut Verlag mischen, für zusätzliche Kombinationen über beide Titel hinweg. Zur Sprache der Kickstarter-Edition selbst äußert sich die Kampagnenseite nicht näher.
Vom Mord zum Diebstahl: was sich ändert
Zwei Unterschiede zum Original fallen auf. Die Altersfreigabe sinkt von 14 auf 12 Jahre, die Spielzeit von 20 auf 15 bis 30 Minuten. Beim Original zeigt sich außerdem, wie etabliert das System ist: Über 25.000 BGG-Bewertungen ergeben einen Schnitt von 7,41 von 10, Rang 299 insgesamt und Rang 16 unter den Partyspielen. Interessant für kleinere Familienrunden: Die BGG-Community bewertet das Original bei 4 Spielenden deutlich zurückhaltender (194 Stimmen „nicht empfohlen“) als bei 7 oder 8 (197 beziehungsweise 192 Stimmen „beste Besetzung“), bei 6 Spielenden fällt die Zustimmung mit 148 solchen Stimmen schon wieder schwächer aus. Ob sich das bei Heist in Hong Kong genauso verhält, ist naturgemäß noch offen, dafür liegen zum neuen Titel selbst noch gar keine Bewertungen vor. Zur Regelerklärung in großer Runde sagt ebenfalls keine Quelle etwas.
Versand: laut Kickstarter weltweit möglich („Anywhere in the world“), zu Versandkosten äußert sich die Kampagne nicht näher
Lieferdatum: September 2027
Pledges, Add-ons und noch keine Stretch Goals
Die Kampagne bleibt pledge-technisch schlank: Für 5 US-Dollar bekommt ihr nur Zugang zum späteren Pledge-Manager, die eigentliche „KS Edition“ mit allen freigeschalteten Extras kostet 39 US-Dollar. Stretch Goals sind bei unserem Check noch keine gelistet. Die Add-ons zielen klar auf bestehende Fans: Neben einem kleinen „Partner Promo Pack“ für 5 US-Dollar gibt es die Erweiterung „Deception: Undercover Allies“ für 19 US-Dollar, das kindgerechte Kooperationsspiel „Detective Academy: Alien Alert“ für ebenfalls 19 US-Dollar und, als Add-on verfügbar, das Original „Deception: Murder in Hong Kong“ selbst für 39 US-Dollar inklusive altem Kickstarter-Promo-Pack (alle Preise Stand: 27.10.2026, die Kampagne läuft noch bis 20.11. und kann Pledges noch anpassen).
Deutsche Leser kennen das Original schon
Das Original läuft hierzulande längst unter eigenem Titel: „Getäuscht: Mord in Hongkong“ erschien laut mehreren deutschen Händlerangaben bereits 2016 bei Heidelberger Spiele, heute Teil von Asmodee. Ob und wann Heist in Hong Kong ebenfalls eine deutsche Ausgabe bekommt, sagt die Kampagnenseite bislang nicht.
Lohnt sich das?
Für Familien- und Kennerrunden, die das Original mögen oder noch gar nicht kennen, ist Heist in Hong Kong ein naheliegender Einstieg mit kürzerer Spielzeit und etwas niedrigerer Altersfreigabe. Das fast randvolle Funding am ersten Tag sagt vor allem etwas über die Fanbase der Marke aus, nicht automatisch über die Qualität des neuen Falls selbst, dafür fehlt schlicht noch jede unabhängige Stimme. Zur eigenen Lieferzuverlässigkeit bei früheren Kampagnen äußert sich Grey Fox Games auf dieser Kampagnenseite nicht, das Lieferdatum September 2027 liegt gut elf Monate in der Zukunft.
Während der SPIEL-Essen-Woche hat das österreichische Spielemagazin Fairplay den À-la-carte-Kartenspielpreis 2026 vergeben, und der Sieger überrascht niemanden mehr, der die Preissaison verfolgt: Take Time von Alexi Piovesan und Julien Prothière (Libellud/Asmodee) setzt sich vor dnup, Moon Colony Bloodbath und Meister Makatsu durch.
Gemeinsam gegen die Uhr
Im Grunde ist Take Time ein kooperatives Rätselspiel gegen eine Uhr: Alle gewinnen oder verlieren zusammen. Ihr legt laut BGG-Beschreibung zu zweit bis zu viert 12 Karten verdeckt rund um eine Uhr und müsst dabei spezifische Regeln pro „Test“ einhalten, insgesamt gibt es 40 davon zu bestehen, dabei ist Reden über die eigenen Karten tabu. Die „etwa 30 Minuten“ aus unserem Eckdaten-Block gelten laut mehreren deutschen Händlerbeschreibungen pro Spielabend, nicht pro einzelnem Test und erst recht nicht für alle 40 Tests in einem Zug. Mechanisch kombiniert das Deduktion mit eingeschränkter Kommunikation und gehört damit zur selben bekannten Spielfamilie wie The Mind und The Crew. Eine englischsprachige Rezension von What's Eric Playing ordnet Take Time konkret als Alternative zu The Crew ein, mit wiederholbaren Partien um dieselbe Mission statt einer einzigen durchgehenden Kampagne. Designer sind Alexi Piovesan und Julien Prothière, die Illustration von Maud Chalmel orientiert sich laut BGG-Einordnung am Art-Nouveau-Stil.
Nicht ganz ohne Reibung
Die Kehrseite der reinen Kooperation bleibt in den meisten Quellen unerwähnt: Wenn alle am selben Ergebnis hängen und gleichzeitig kaum reden dürfen, kann eine einzelne falsch gelegte Karte schnell zur gemeinsamen Niederlage führen, mit dem Risiko, dass sich die verantwortliche Person schuldig fühlt statt mitzufiebern. Zur Spielerzahl liefert die BGG-Community zumindest eine Tendenz: Am häufigsten empfohlen wird Take Time zu dritt, zu viert fast genauso oft, zu zweit gehen die Bewertungen dagegen deutlich stärker auseinander. Sind alle 40 Tests des Grundspiels einmal bestanden, ist die Kampagne durch, die Erweiterung „Take Time: Mirage“ setzt genau hier an: Sie bringt laut Herstellerangabe vier neue Tests rund um einen „Sandvogel“ sowie einen „Rebirth“-Marker, mit dem sich alle 40 Grundspiel-Tests ein zweites Mal unter einer neuen Zusatzregel spielen lassen.
Eckdaten zu Take Time
Spielerzahl: 2 bis 4, am häufigsten empfohlen zu dritt
Spielzeit: etwa 30 Minuten pro Spielabend
Alter: ab 10 Jahren
Regelgewicht: 1,75 von 5 (laut BGG)
Designer: Alexi Piovesan und Julien Prothière
Illustration: Maud Chalmel
Verlag: Libellud/Asmodee, deutsche Ausgabe seit Oktober 2025 im Handel
Preis: rund 28,50 Euro UVP (deutsche Ausgabe laut Händlerangaben, Stand: 27.10.2026)
Auszeichnungen 2026: Swiss Gamers Award, Österreichischer Spielepreis (Spiel der Spiele), À-la-carte-Kartenspielpreis, Platz 5 der DSP-Top-10
Der Preis und seine Jury
Den À-la-carte-Preis vergibt das Magazin Fairplay bereits seit 1991 für das beste Kartenspiel des Jahres, wobei auch Brettspiele mitzählen, bei denen Karten das zentrale Element sind. Laut Brettspielbox stimmen dafür knapp 35 Expertinnen und Experten ab, übergeben wird der Preis traditionell auf der SPIEL Essen. Hinter Take Time landeten dieses Jahr dnup von Kei Kajino (Asmodee), Moon Colony Bloodbath von Daniel X. Vaccarino (alea) und Meister Makatsu von Reiner Knizia (Amigo) auf den Plätzen 2 bis 4, ein Querschnitt, der von leichtem Kartenspiel bis zum Expertentitel eines Branchenveteranen wie Knizia reicht.
Was wir davon halten
Ein Expertenpreis mit 35 Stimmen ist kein Massenvotum, aber genau deshalb interessant: Hier zählt nicht, was sich am besten verkauft, sondern was Leute vom Fach für das handwerklich sauberste Kartenspiel des Jahres halten. Dass mit Meister Makatsu auch ein Reiner-Knizia-Spiel auf die Liste kam, zeigt zudem, dass die Jury nicht nur auf neue Namen setzt. Für Take Time ist der Sieg der vorläufige Abschluss einer Saison, in der das Spiel kaum eine relevante deutschsprachige Auszeichnung ausgelassen hat. Wenn ihr kooperative Deduktionsspiele mit kurzer Spielzeit mögt und euch das Kartendesign im Art-Nouveau-Stil anspricht, gehört Take Time nach diesem Preisregen zu den naheliegenden Empfehlungen der Saison.
Kurzer Durchschnaufer: Das Epic Empires legt 2027 eine Pause ein. Am Sonntagabend hat die EE-Orga dazu ein offizielles Posting veröffentlicht. Unter anderem wollen sich die Verantwortlichen Zeit zur Umstrukturierung nehmen.
LEGO Ninjago: Destiny's Bounty Adventures schickt Familien in kurzen Partien gegen Schlangen und Piraten, und die vier Ninja wachsen dabei sichtbar mit. Zusammenbauen, Aufrüsten und Schurken wegräumen stehen im Mittelpunkt dieses kooperativen Spiels. Ob das auch Erwachsenen am Tisch reicht, verraten wir euch hier.
230.000 erwartete Besucherinnen und Besucher, 997 Aussteller aus 53 Nationen, erstmals alle acht Hallen der Messe Essen bespielt: Der Merz Verlag hat die SPIEL Essen 2026 heute, am Mittwoch, auf seiner Pressekonferenz offiziell zur bisher größten Ausgabe der Messe erklärt. Wir waren mit Presseakkreditierung vor Ort und haben die Unterlagen direkt von der Bühne mitgebracht. Zur gleichen Pressekonferenz verkündete die Jury den Deutschen Spiele Preis 2026, und der Spieleverlage e.V. legte frische Zahlen zum deutschen Brettspielmarkt vor.
Besucherrekord und erstmals acht Hallen
Präsentiert wurde die Bilanz von Geschäftsführerin Carol Rapp und Kommunikationsdirektor Robin de Cleur. Die Kernzahl: Für 2026 rechnet der Merz Verlag mit 230.000 Besuchenden, ein Plus von 10.000 gegenüber dem Vorjahr (2025: 220.000). Stand Mittwochmorgen waren die Tickets für Donnerstag, Freitag und Samstag bereits komplett ausverkauft, der Sonntag war auf dem Weg dahin. Der Merz Verlag reiht das bereits in eine Serie von Rekordjahren ein: Es wäre die vierte SPIEL Essen in Folge, die als größte Ausgabe aller Zeiten gilt, gemessen an Fläche und Neuheiten.
Neu in diesem Jahr: Halle 8, bisher reine Wartehalle, wird erstmals regulär bespielt, damit sind alle acht Hallen der Messe Essen belegt. Insgesamt wächst die Ausstellungsfläche auf 81.200 Quadratmeter in acht Hallen plus Galeria, ein Plus von 4,8% gegenüber 2025, und ist komplett ausverkauft. Die Hallenstruktur bleibt nach Kategorien sortiert (Familienspiele, Kenner- und Expertenspiele, Miniaturen/Rollenspiele/Sammelkartenspiele), Trading Card Games bekommen in Halle 5 einen eigenen großen Bereich.
997 Aussteller aus 53 Nationen
Zur Messe kommen 997 Aussteller aus 53 Nationen von fünf Kontinenten, 2025 waren es 948 Aussteller aus 50 Nationen. Unter den Top-5-Ausstellerländern liegt Deutschland mit 285 Ausstellern weit vorn, gefolgt von den USA (102), Frankreich (54), China (47) und Polen (42). Neu vertreten sind in diesem Jahr Argentinien, Indonesien, Island, Kuwait und die Slowakei.
Diese Eckdaten, Besucherzahl, Ausstellerzahl und Flächenwachstum, decken sich mit dem, was am Mittwoch auch andere Medien von der Pressekonferenz berichteten, etwa die Brettspielbox.
1.885 Neuheiten: Popkultur und Cozy Games
Zur SPIEL Essen 2026 sind 1.885 Neuheiten gemeldet, ein Plus von 9,6% gegenüber dem Vorjahr. Auf der Neuheitenschau für Medien und Verlagsvertretung werden davon 1.023 Titel gezeigt, 11% mehr als 2025. Als Trends in den Neuerscheinungen nennt der Merz Verlag zum einen Popkultur, Lizenzen und bekannte IPs, von Batman über Minecraft und Dungeons & Dragons bis zu Fourth Wing und Cyberpunk: Edgerunners, zum anderen Natur, Ökologie und sogenannte Cozy Games.
Deutscher Spiele Preis 2026: die Platzierungen
Direkt im Anschluss an die Messezahlen verkündeten Carol Rapp und der neue SPIEL-Botschafter Peter Mohrbacher die finalen Platzierungen des Deutschen Spiele Preises 2026. Die alphabetische Top-10-Liste der Finalisten stand bereits seit dem 1. September fest, wie wir berichtet haben, die konkrete Rangfolge gab es jedoch erst heute auf der Pressekonferenz:
Platz: Artengarten (Feuerland, Autor Mathias Wigge), ein Zoo-Aufbauspiel mit Tile-Placement
Platz: Boss Fighters QR (Pegasus Spiele, Autoren Michael Palm und Lukas Zach), ein kooperativer Deckbuilder, bei dem eine App die Bosse per eingescanntem QR-Code dynamisch steuert, kein Gimmick, sondern der zentrale Mechanismus
Platz: Galactic Cruise (PD-Verlag, Autoren T. K. King, Dennis Northcott und Koltin Thompson), ein komplexes Worker-Placement-Expertenspiel um Bau und Betrieb von Raumkreuzfahrtschiffen
Bestes Kinderspiel: Toriki: Eine Insel voller Abenteuer (Mirakulus, Autor Wojciech Grajkowski)
Für Feuerland und Autor Mathias Wigge ist es nach Arche Nova 2022 der zweite Sieg beim Deutschen Spiele Preis. Artengarten trägt im Untertitel „Ein Arche Nova-Spiel“ und übernimmt dessen Thema, den Bau eines modernen, wissenschaftlich geführten Zoos mit Artenschutz-Projekten, in vereinfachter Form und mit kürzerer Spielzeit: Arche Nova braucht 90 bis 150 Minuten, Artengarten kommt laut Feuerland mit 20 Minuten pro Person aus, in Fünferrunde also rund 100 Minuten, zu zweit nur 40.
Eckdaten zu Artengarten
Spielerzahl: 1 bis 5
Spielzeit: 20 Minuten pro Person
Alter: ab 12 Jahren
Designer: Mathias Wigge
Verlag: Feuerland
Preis: 49,90 Euro (UVP, Stand 21.10.2026)
Neue Programmpunkte: von Lasertag bis TCG Awards
Das Rahmenprogramm wächst mit der Messe. Neuer SPIEL-Botschafter ist der US-Illustrator Peter Mohrbacher, bekannt für seine Spielewelt Angelarium, das Botschafter-Programm läuft seit 2024 mit dem Metal-Musiker Alea von Saltatio Mortis als erstem Amtsträger. Der Bemalwettbewerb Golden Demon von Games Workshop bleibt mit der Verleihung des Slayer Sword am Sonntag und über 1.000 bewerteten Miniaturen fester Bestandteil, neu hinzu kommt im Saal Europa erstmals Lasertag von Games Workshop im Format 12 gegen 12.
Ebenfalls neu sind die TCG Awards, verliehen von CSL, Hana Entertainment und der SPIEL selbst, nach Angaben der Veranstalter der erste umfassende Branchenpreis für die TCG-Industrie, in neun Kategorien, drei davon juryprämiert, der Rest per Community-Voting plus ein Spieler-Leistungspreis. Asmodee veranstaltet am Donnerstagabend in der Grugahalle ein „Werwölfe von Düsterwald“-Event mit den Rocketbeans-Streamern live auf der Bühne. Dazu kommen die Stadtaktion „Essen spielt!“ mit Spieleabenden an besonderen Locations und Rabatten für Ticketinhaber, eine Kooperation mit dem Ruhr Museum für einen Spieletag zur Eiszeit-Sonderausstellung am 8. November auf Zeche Zollverein, und auf der organisatorischen Seite ein neuer B2B-Matchmaking-Bereich: Laut Merz Verlag wurde die SPIEL-App über 70.000 Mal heruntergeladen, das neue B2B-Tool hat bereits über 600 registrierte Nutzende.
Der deutsche Markt wächst schneller als der Rest der Branche
Im selben Termin legte der Spieleverlage e.V., Fachgruppe im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI), die Ergebnisse seines jährlichen Board Games INDEX (BGI) vor, einer Verlagsumfrage mit 49% Beteiligung, durchgeführt zwischen dem 28. September und 9. Oktober 2026. Die Kernzahl laut dieser Verbandsumfrage unter den eigenen Mitgliedern: Die Warengruppe Spiele und Puzzle wuchs in den ersten neun Monaten 2026 um 8%, während der Gesamt-Spielwarenmarkt nur um 3% zulegte. Innerhalb der Warengruppe sticht ein Segment besonders heraus, laut Marktforschungsinstitut Circana legten Strategic Trading Cards um 17% zu, während die Adult Games um mehr als 20% wuchsen, mitgetragen von einem Musik-Partyspiel. 69% der befragten Verlage halten die Zielgruppe der „Kidults“, erwachsene Spielerinnen und Spieler mit nostalgischem oder sammlerischem Interesse, für groß bis sehr groß bedeutsam für die Zukunft der Branche.
Zitate von der Pressekonferenz: Hutter und Stempfle
Hermann Hutter, Vorstandsvorsitzender des Spieleverlage e.V., ordnete die Zahlen beim Pressetermin selbst ein: „Mit der Pandemie vor 6 Jahren erlebte unsere Branche einen beispiellosen Hype, der in dieser Dynamik nicht weitergehen konnte. Die Entwicklung der letzten beiden Jahre zeigt aber, dass der Trend zu Spielen ungebrochen ist und dass es der Branche gelungen ist, neue Zielgruppen anzusprechen. Der Trend könnte stärker sein, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland besser wären und der Verbraucher am Ende des Tages mehr Geld im Portemonnaie für Freizeitaktivitäten hätte.“ Circana-Marktforscher Joachim Stempfle ergänzte: „Im bisherigen Jahresverlauf präsentiert sich die Kategorie Games & Puzzle als einer der Top-Umsatztreiber. Allein die Adult Games wuchsen in den ersten drei Quartalen, natürlich auch befeuert durch ein Musik-Partyspiel, um mehr als 20%, während die seit ein paar Jahren wachsenden Strategic Trading Cards ein Plus von 17% erzielen konnten.“
Bürokratie als Bremse, Fachhandel als Konstante
Als Belastungsfaktor nennen die Verlage vor allem Bürokratie, 94% sehen die bisherigen Reformen als unzureichend an, konkret genannt wird die seit dem 12. August 2026 geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Trotzdem investieren die Verlage weiter, in internationale Expansion (50%) und neue Spiele (44%), und 86% rechnen mit einem stabilen bis besseren Weihnachtsgeschäft. Der stationäre Fachhandel bleibt dabei zentral: 94% der Verlage nennen persönliche Beratung, 78% die Sichtbarkeit von Neuheiten als dessen wichtigste Funktion, und 78% der Verlage messen der SPIEL Essen selbst große bis sehr große Bedeutung für das Jahresendgeschäft bei.
Was wir davon halten
Eine Messe, die im vierten Jahr in Folge ihre eigenen Rekorde bricht, ist für sich genommen noch keine Geschichte, Wachstum gehört zur SPIEL-Essen-Dramaturgie der letzten Jahre. Spannender finden wir, dass der deutsche Brettspielmarkt laut Spieleverlage e.V. schneller wächst als der Spielwarenmarkt insgesamt, getragen von Trading Cards und erwachsenen Spielerinnen und Spielern, nicht von Kinderprodukten. Dass Hermann Hutter dabei offen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland als Bremse benennt, nehmen wir als ehrlicheren Ton wahr als die reine Rekordmeldung. Für den Deutschen Spiele Preis gilt: Mit Artengarten gewinnt die vereinfachte, kürzere Variante von Arche Nova, wer die Zoo-Formel schon mag, aber den großen Bruder zu komplex fand, wird hier fündig.
Duell der Drachen von Jay Bendixen – erschienen bei Lookout Spiele Auch wenn ich in der Vergangenheit schon das ein oder andere Fantasybuch gelesen habe: an ein Duell der Drachen kann ich mich dabei nicht erinnern. Allerdings heißt das nichts. Ich bin mir sicher, dass ein solches Szenario literarisch verarbeitet wurde. Rein vom Titel erwarte ich […]
Mit Unlock! Enchanted Adventures ist die mittlerweile vierzehnte Hauptbox der Unlock!-RMit Unlock! Enchanted Adventures ist die mittlerweile vierzehnte Hauptbox der Unlock!-Reihe da, und ich muss zugeben: Nach den letzten zwei Boxen bin ich etwas vorsichtiger geworden. Hmm, Moment, die letzten zwei? Die dreizehnte war doch ganz okay, oder nicht? Das stimmt, allerdings haben wir die Boxen in "falscher" Reihenfolge gespielt, also erst die Enchanted und dann die Risky.
Am Grundgerüst ändert sich bei Unlock! ohnehin selten etwas: Tutorial, drei Abenteuer mit steigendem Schwierigkeitsgrad, dazu die App als zentrales Steuerelement. Was sich von Box zu Box wirklich unterscheidet, ist immer nur, wie viel Fantasie die Autor:innen in dieses Gerüst stecken – und wie zuverlässig am Ende Papier und Technik zusammenspielen. An dem zweiten Punkt muss sich Unlock! Enchanted Adventures messen und zeigen, ob es die Kurve gekriegt hat. Ob es also eine gute oder schlechte Box ist? Ihr werdet es erfahren.
Was gibt es Neues in der Rollenspielszene? Die SPIEL Essen 2026 ist wie immer ein guter Ort, um sich umzuhören, was die deutschen Verlage aktuell auf dem Markt haben. Vor allem bietet sich die Messe wunderbar an, um auch mal in etwas unbekanntere Systeme zu schnuppern. Los geht’s!
Ihr habt einen passenden Baum auf der Hand, den ihr unbedingt in euren Wald bringen möchtet. Aber solltet ihr ihm gleich einen Fluss spendieren? Vielleicht besitzt ihr bereits einige Wasserlebewesen, die dort wunderbar Platz finden würden. Andererseits möchtet ihr auch noch eine andere Karte unterhalb des Baumes anlegen. Mit einem Fluss wäre dieser Platz dafür verloren. Also lieber auf das Wasser verzichten? Oder darauf vertrauen, dass später noch passende Karten auftauchen? Solche Überlegungen gehören bei „Mischwald: Smoky Mountains“ zum Spielalltag. Die dritte eigenständige Ausgabe der beliebten Reihe führt uns in die Great Smoky Mountains im Osten der USA. Hier erwarten uns neue Baumarten und zahlreiche Tiere, darunter Schwarzbären, Weißkopfseeadler und verschiedene Wasserbewohner. Vor allem die Flüsse bringen eine neue Landschaftsform mit, die unseren Waldaufbau um zusätzliche Möglichkeiten erweitert. Am bekannten Spielprinzip hat sich wenig verändert. Wir versuchen weiterhin, durch geschicktes Ausspielen von Karten einen möglichst punkteträchtigen Lebensraum entstehen zu lassen. Viele Tiere und Pflanzen bringen dabei erst dann richtig viele Punkte, wenn bestimmte andere Arten ebenfalls in unserem Wald vorkommen.
Wer bereits eine der anderen Mischwald-Ausgaben gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Reihum entscheiden wir uns, entweder zwei Karten aufzunehmen oder eine Karte aus unserer Hand auszuspielen. Neue Karten erhalten wir vom verdeckten Nachziehstapel oder aus der offenen Lichtung in der Tischmitte. Möchten wir eine Karte ausspielen, müssen wir dafür meistens andere Handkarten als Kosten abwerfen. Diese landen wiederum offen in der Lichtung und stehen damit auch unseren Mitspielenden zur Verfügung. Welche Karten wir abgeben, will deshalb gut überlegt sein. Schließlich möchten wir niemandem ausgerechnet die Tiere überlassen, die noch für eine wertvolle Kombination fehlen. Mit den ausgespielten Karten bauen wir nach und nach unseren eigenen Wald auf. Bäume bilden dabei die Grundlage, an die wir weitere Karten mit Tieren und Pflanzen anlegen können. Die meisten dieser Karten sind zweigeteilt. Wir entscheiden uns jeweils für eine Hälfte und schieben die andere unter die entsprechende Baumkarte. Neu sind die Flüsse. Diese können als eigenständige Landschaftskarten ausgespielt werden und bieten jeweils zwei Anlegeplätze oberhalb und unterhalb des Flusses, die ausschließlich für passende Wasserkarten vorgesehen sind. Noch interessanter ist die Möglichkeit, beim Ausspielen eines Baumes direkt einen universellen Fluss hinzuzufügen. Dafür schieben wir eine zusätzliche Handkarte verdeckt unter den Baum. Dieser besitzt anschließend fünf Anlegeplätze statt der üblichen vier. Allerdings sind die beiden unteren Plätze nun den Wasserlebewesen vorbehalten. Wer dort eigentlich andere Tiere oder Pflanzen unterbringen möchte, hat durch den Fluss also keinen Vorteil. Und die Entscheidung muss direkt beim Ausspielen des Baumes getroffen werden. Später lässt sich ein universeller Fluss nicht einfach nachträglich hinzufügen. Das klingt zunächst nach einer kleinen Regeländerung, beschäftigt einen während der Partie aber immer wieder. Lohnt es sich, bereits jetzt einen zusätzlichen Lebensraum für Wassertiere vorzubereiten? Oder verzichtet man lieber darauf, weil die übrigen Handkarten besser zu einem gewöhnlichen Baum passen? Daneben sorgen zahlreiche Karteneffekte und Boni für weitere Möglichkeiten und zusätzliche Punkte. Sobald die dritte Winterkarte auftaucht, ist die Partie allerdings sofort vorbei. Wer dann noch auf die Vervollständigung einer Kombination gehofft hat, geht möglicherweise leer aus. Anschließend werden die Punkte aller ausgespielten Karten zusammengezählt.
Auch die dritte eigenständige Mischwald-Ausgabe hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen. Das bekannte Spielprinzip funktioniert weiterhin hervorragend und die neuen Karten haben bei mir sofort die Lust geweckt, weitere Partien zu spielen. Besonders schön finde ich es, die verschiedenen Tiere und ihre Eigenschaften kennenzulernen und herauszufinden, welche Kombinationen besonders lohnenswert sind. Gerade in den ersten Partien lässt sich das noch gar nicht so einfach abschätzen. Manche Karten wirken zunächst wenig interessant, entwickeln in Verbindung mit anderen Arten aber ein überraschend großes Potenzial. Umgekehrt stellt sich manchmal heraus, dass eine vielversprechende Kombination schwieriger umzusetzen ist als gedacht. Dafür braucht es durchaus mehrere Partien, in denen man unterschiedliche Strategien ausprobiert und nach und nach erkennt, welche Zusammenstellungen gut funktionieren. Das ist für mich eine der großen Stärken dieser Spielereihe und ein wesentlicher Grund für ihren hohen Wiederspielreiz. Die neuen Flüsse fügen sich dabei sehr gut in das bekannte System ein. Mir gefällt besonders, dass sie keine automatische Verbesserung eines Baumes darstellen, sondern eine zusätzliche Entscheidung verlangen. Je nachdem, welche Karten man bereits auf der Hand hat oder noch ausspielen möchte, kann es sinnvoll sein, einen Fluss anzulegen oder bewusst darauf zu verzichten. Diese kleine Erweiterung passt hervorragend zum vorhandenen Spielprinzip, ohne es unnötig komplizierter zu machen. Natürlich bleibt das Kartenglück ein wichtiger Faktor. Ihr könnt euch noch so sehr auf eine bestimmte Tierart konzentrieren: Wenn die passenden Karten nicht auftauchen, wird aus der erhofften Punktesammlung nichts. Besonders ärgerlich ist das, wenn nur noch eine Karte fehlt, um ein Set zu vervollständigen. Auch die Mitspielenden haben dabei ein Wörtchen mitzureden. Wer aufmerksam verfolgt, welche Tiere in den anderen Wäldern gesammelt werden, wird sich gut überlegen, welche Karten er in die Lichtung abwirft. Das kann durchaus frustrieren. Für mich gehört diese Unsicherheit allerdings zum Spiel dazu. Schließlich muss ich immer wieder entscheiden, ob ich an meinem ursprünglichen Plan festhalte oder mit den verfügbaren Karten eine andere Richtung einschlage. Beim Material bewegt sich die neue Ausgabe auf dem gewohnt guten Niveau. Die Karten machen einen soliden Eindruck und auch die Illustrationen passen wieder wunderbar zur Reihe. Weniger angenehm bleibt die Schlusswertung, bei der das Zusammenzählen der vielen unterschiedlichen Wertungsbedingungen etwas Zeit beanspruchen kann. Am positiven Gesamteindruck ändert das für mich allerdings wenig. Auch hinsichtlich der Spielerzahl bleibt das Spiel erfreulich flexibel. Wir haben sowohl zu zweit als auch in größeren Runden gespielt, und das Grundprinzip funktioniert in beiden Fällen gut. Familien, die gerne etwas tüfteln, bekommen hier ebenso ein schönes Spiel wie erfahrenere Spieler:innen, die Freude daran haben, verschiedene Strategien auszuprobieren. Ein hochkomplexes Expertenspiel sollte man allerdings nicht erwarten. Das möchte diese Reihe auch gar nicht sein. Für mich bewegt sich „Mischwald: Smoky Mountains“ auf einem ähnlich hohen Niveau wie „Mischwald: Dartmoor“. Das bekannte Spielprinzip funktioniert weiterhin hervorragend, während die Flüsse eine interessante zusätzliche Entscheidung ermöglichen. Wer bereits eine andere Ausgabe besitzt, braucht diese Version sicherlich nicht zwingend. Wer allerdings ähnlich viel Freude wie ich daran hat, neue Tiere kennenzulernen und immer wieder andere Kombinationen auszuprobieren, bekommt erneut reichlich Gelegenheit dazu. Und wer noch kein Mischwald besitzt, kann auch mit dieser eigenständigen Ausgabe problemlos einsteigen. Mich hat auch dieser Ausflug in die Mischwald-Welt wieder voll überzeugt.
Folge 45 strotzt vor Vorfreude auf die kommende SPIEL 26 in Essen. Wir berichten von Presseevents und von unseren ersehnten Titeln. Außerdem besprechend wir FIRST GIANTS und RIFFWELTEN in gewohnter Tiefe.
Ottavio, eine Marke von Ulisses Spiele, bringt zwei Neuheiten für Familien- und Partyrunden auf den Markt: die Erweiterung Backstab Heroes: Zeit der Drachen und die aktualisierte Ausgabe Level Up! Das Nerd-Quiz (2026 Edition). Die Verfügbarkeit schwankt je Händler: Bei brettspieleck.de ist Backstab Heroes: Zeit der Drachen aktuell als vergriffen gelistet. Ein vom Verlag bestätigtes Erscheinungsdatum nennt keine der Quellen.
Backstab Heroes: Zeit der Drachen: Verrat unter Abenteurern
In Backstab Heroes wetteifern Anti-Helden darum, möglichst viel Gold zu erbeuten, ohne selbst gegen die Monster zu kämpfen. Die Erweiterung Zeit der Drachen lässt laut Verlag acht Monster nacheinander auftreten: Die Gruppe muss gemeinsam genug Schaden anrichten, um sie zu besiegen, doch die wertvollsten Schätze erhält nur, wer seine Mitspielenden im richtigen Moment aussticht. Verdeckte Karten und wechselnde Gildenzugehörigkeiten sorgen dafür, dass sich Verbündete und Gegner erst spät im Zug zeigen. Optional bringen Gilden zusätzliche Teamziele ins Spiel.
Für altersgemischte Familienrunden kann genau dieses Aussticken im entscheidenden Moment hart wirken, etwa wenn ein jüngeres Kind kurz vor dem Sieg von einem älteren Geschwisterkind überrumpelt wird.
Zeit der Drachen ist laut Verlag eigenständig spielbar und zusätzlich mit anderen Backstab-Heroes-Boxen kombinierbar. Gespielt wird mit 3 bis 6 Personen in rund 20 Minuten. Im Karton liegen 111 Karten, eine Spielanleitung und ein Stanzbogen, und der Preis liegt je nach Händler bei 19,99 bis 20 Euro. Einen Solo-Modus gibt es nicht: Die Mindestspielerzahl liegt laut BGG bereits bei drei.
Zum empfohlenen Alter gehen die Quellen auseinander: Händler nennen ab 8 Jahren, die BGG-Basisreihe aus 2025 führt das Spiel dagegen ab 10 Jahren. Näher an der Praxis dürfte nach Einschätzung der Redaktion die höhere Zahl liegen, weil Bluffen und das Lesen der Mitspielenden mehr Abstraktionsvermögen verlangt als reines Karten- und Zufallsglück. Wer die neue Erweiterung konkret entworfen hat, nennt keine der Quellen. Für die Basisreihe aus 2025 führt BGG Mirko Bader als Designer.
Level Up! Das Nerd-Quiz (2026 Edition): neue Fragen fürs Table-Quiz
Level Up! Das Nerd-Quiz ist laut Verlag als Table-Quiz für größere Gruppen gedacht, von Freundesrunden bis Conventions. Teams aus 3 bis 5 Personen beantworten laut Katalogtext Fragen aus Film, Serien, Wissenschaft, Gaming, Technik, Geschichte und Comics, von klassischen Multiple-Choice-Fragen bis zu Schätzaufgaben. Die 2026 Edition enthält laut spieletaxi.de 99 komplett neue Fragekarten und lässt sich mit anderen Editionen der Reihe kombinieren.
Gespielt wird laut BGG-Basisreihe und Händlerangaben mit 3 bis 40 Personen in 20 bis 60 Minuten, ab 12 Jahren, zum Preis von 14,99 Euro. Ein konkretes, vom Verlag bestätigtes Erscheinungsdatum nennt keine der Quellen. Einen Solo-Modus gibt es ebenfalls nicht: Die Mindestspielerzahl liegt laut BGG bei drei. Damit richten sich beide Neuheiten an unterschiedliche Altersgruppen innerhalb der Familie: Backstab Heroes an Kinder ab 8 bis 10 Jahren, Level Up! eher an Jugendliche und Erwachsene ab 12.
Verlegt werden beide Titel weiterhin von Ottavio, nicht von Asmodee, wie zunächst kommuniziert. Seit der Ankündigung zur Spielwarenmesse Nürnberg am 30. Januar 2026 übernimmt Asmodee laut eigener Berichterstattung den Vertrieb ausgewählter Ulisses-Spiele- und Ottavio-Titel im deutschen Fachhandel, darunter laut dieser Ankündigung auch Backstab Heroes und Level Up!. Designer beider Basisreihen ist laut BGG Mirko Bader. Für die neuen Ausgaben selbst nennt aber keine Quelle eigene Designer-Credits.
Korrektur vom 15.10.2026: Der Text nannte zunächst „Seit Februar 2026" als Beginn der Asmodee-Vertriebspartnerschaft mit Ulisses Spiele/Ottavio; korrekt ist die Ankündigung zur Spielwarenmesse Nürnberg am 30. Januar 2026.
Nemesis: Retaliation dreht die Reihe auf links: Statt hilfloser Raumfahrer*innen rücken schwer bewaffnete Einsatzkräfte gegen die Aliens vor. Salvenfeuer, knapper Sauerstoff und verdeckte Ziele sorgen für Action und Misstrauen, fordern aber viel Zeit am Tisch. Wir verraten, ob sich die Vergeltung lohnt.
Asmodee Deutschland hat einen Termin für die deutsche Ausgabe von Citadels Duel genannt: Das Spiel erscheint laut Verlag im Oktober 2026, passend zur SPIEL Essen 2026. Die englische Ausgabe von Z-Man Games ist bereits für den 23. Oktober angesetzt. Der Händler brettspieleck.de nennt bereits den 15. Oktober als konkretes Lieferdatum.
Zwei-Spieler-Duell statt Vierer-Tafelrunde
Citadels Duel überträgt Bruno Faiduttis Städtebau-Klassiker Citadels in eine reine Zweipersonen-Fassung. Design stammt laut BGG nicht von Faidutti selbst, sondern von Guillaume Montiage und Manuel Rozoy. Laut Faiduttis eigenem Blog war der Autor selbst nicht an der Entwicklung beteiligt, testete aber regelmäßig mit, da Rozoy in seiner Nähe lebt.
Faidutti selbst beschreibt sich als erleichtert, dass nicht ausgerechnet Cathala, der Designer von 7 Wonders Duel und Splendor Duel, mit der Citadels-Duel-Idee auf ihn zukam. Laut Faidutti wollten die französischen Designer Montiage und Rozoy die „Gemeinheit“ des Originals erhalten, während die amerikanischen Entwickler bei Z-Man lieber vereinfachen wollten.
Gespielt wird mit Handkartenmanagement, Plättchenauslage und Bluff: Beide Planerinnen und Planer werben um ikonische Rollen wie die Queen, den Assassin oder den Warlord. Der Rollenpool umfasst laut Fachpresse-Rezensionen neun Charaktere, von denen durch den Draftmechanismus jeweils sechs pro Runde im Spiel bleiben. Jede Figur, die sich eine Seite sichert, kann laut BGG-Beschreibung grundsätzlich auch von der Gegenseite übernommen werden. Wer zu zögerlich plant, verschenkt damit einen möglichen Vorteil.
Wer am Ende das meiste Gold besitzt, gewinnt. Die Partie dauert laut BGG 30 Minuten bei einer Komplexität von 2,0 von 5. Auf BGG gilt das als sehr leicht zugänglich, am unteren Ende der Skala.
Preis und Altersfreigabe im Vergleich
Bei der Altersfreigabe gibt es einen Unterschied: Asmodee Deutschland nennt für die deutsche Ausgabe „ab 10 Jahren“, BGG und die englischsprachige Ankündigung von Z-Man Games „ab 14 Jahren“. Wer sich an der strengeren Einstufung orientieren möchte, nimmt bei einem bluff- und verhandlungsbetonten Spiel wie diesem eher den höheren Wert. Die deutsche Ausgabe soll laut Händlerangaben rund 27 Euro kosten. Die US-Fassung ist mit 29,99 US-Dollar gelistet.
Auf BoardGameGeek steht Citadels Duel bereits auf rund 450 Wunschlisten, ein Hinweis auf Interesse aus der bestehenden Citadels-Fanbase. Das Spiel ist laut BGG exklusiv für 2 Spielende ausgelegt, anders als das Original mit bis zu acht Mitspielenden. Citadels Duel eignet sich damit eher für ein Eltern-Kind-Duell oder einen Zweier-Spielabend als für die große Familienrunde am Tisch. Wie groß der Rollenpool über mehrere Partien hinweg variiert, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht entnehmen.
Wer vorab testen will, findet Citadels Duel schon jetzt auf Board Game Arena. Wir haben die Plattform-Neuheit in dieser Woche bereits in unserer BGA-Neuheitenschau vorgestellt.
Bryan Bornmueller’s two The Lord of the Rings: Trick-Taking Game releases, which were judged as a single title, triumphed over Dewan and Pondscape in the connoisseur games category, handing a win to Asmodee studio Office Dog.
This year’s expert game prize, meanwhile, went to White Goblin Games’ Dutch-language edition of River of Gold – which saw off competition from Ants and Yokohama. That title was also originally published by Asmodee studio Office Dog in English.
Asmodee’s Yke Rietveld and Hidde van Maurik collect the award for the publisher’s Lord of the Rings trick taking titles || Photo Credit: Henk Rolleman
Take Time’s victory means this is only the second time in five years that the Dutch family game award has not gone to a Spiel des Jahres winner, with Cascadia, Sky Team and Bomb Busters each having claimed both prizes in 2022, 2024 and 2025 respectively.
The result saw three-year-old Dutch publisher DSV Games miss out on a prize despite securing a trio of nominations this year – 12 months after picking up its first win in the contest with Tomáš Holek design SETI.
This year’s entire shortlist was shared between just three publishing groups in Asmodee, White Goblin Games and DSV.
Game line manager Auguste Lecoeur told BoardGameWire, “As soon as the game’s prototype was shown to us and signed, it became an internal priority, with resources and manpower being redirected from other projects to Take Time.”
The title sees players attempting to place cards around a series of clock faces while meeting increasingly challenging conditions, with limited opportunities to discuss their plans before playing.
More than 100 Dutch-language board and card games were assessed by a jury of experts for this year’s Nederlandse Spellenprijs, which is now in its 26th year. Games were assessed on their quality, originality and replayability.
This year’s ceremony marked a change in leadership for the awards, with Anna Wassenburg taking over as chair from Niek Ederveen, who stepped down after nine years in the role.
Another change this year was the physical format of the awards themselves, which are now shaped like pawns with windmill sails.
Board Game Arena hat in den vergangenen sieben Tagen drei neue Titel aufgenommen: die Zwei-Spieler-Neuauflage Citadels Duel, Stefan Felds Mythologie-Klassiker The Oracle of Delphi und das kompakte Duell Good Fortune. Die Spannweite reicht vom Premium-exklusiven Bluff-Duell über ein ausgewachsenes Abenteuer unter griechischen Göttern bis zum kurzen, kostenlosen Plättchenspiel.
Citadels Duel
Citadels Duel ist die eigenständige Zwei-Spieler-Neuauflage von Bruno Faiduttis Klassiker Citadels, designt von Guillaume Montiage und Manuel Rozoy. Premium: „Für diesen Titel wird ein Premium-Abo benötigt.“
Zwei Stadtplaner kämpfen um die Kontrolle über eine Stadt: Gebäude bauen, Charaktere wie Königin, Assassine und Kriegsherr einsetzen, wer am Ende das meiste Gold hat, gewinnt. BGG nennt 30 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 2,0 von 5, ab 14 Jahren. Verlag ist laut BGG unter anderem Asmodee und Z-Man Games. Die BGG-Wertung liegt bei 6,57 aus 148 Stimmen, Gesamtrang 11.922 (Stand: 13.10.2026).
The Oracle of Delphi
The Oracle of Delphi schickt 2 bis 4 Spielende auf eine Odyssee durch die Ägäis auf der Suche nach dem Rat des Orakels von Delphi. Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen. Design stammt von Stefan Feld, Verlag ist laut BGG unter anderem Hall Games und Pegasus Spiele.
Jede Runde bestimmen drei farbige Orakel-Würfel, welche von Zeus' zwölf Aufgaben möglich sind, von Statuen über Tempelopfer bis zum Kampf gegen Monster. BGG nennt 70 bis 100 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 3,0 von 5, ab 12 Jahren. Mit 7,30 aus 5638 Stimmen und Gesamtrang 831 (Stand: 13.10.2026) ist es das mit Abstand am höchsten bewertete der drei neuen Titel.
Good Fortune
Good Fortune ist ein kompaktes Plättchen-Duell für genau 2 Spielende: Beide Seiten legen abwechselnd Teile an die Tischmitte an, um eigene Symbolketten zu vervollständigen und Glückssymbole zu sammeln. Kostenlos: „Das Spiel lässt sich ohne Abo spielen.“ Design stammt von Jean-Louis Roubira, Illustration von Pauline Détraz, Verlag ist Daïmon Play.
BGG nennt 15 bis 30 Minuten Spielzeit bei einer Komplexität von 1,75 von 5, ab 8 Jahren. Mit 6,65 aus 108 Stimmen und Gesamtrang 13.849 (Stand: 13.10.2026) ist es das jüngste und am wenigsten etablierte der drei neuen Titel.
Korrektur vom 13.10.2026: Die BGG-Wertung zu Citadels Duel war bei Veröffentlichung mit 6,61 aus 140 Stimmen angegeben, ohne Datumsangabe. Der Wert hatte sich bereits merklich verändert; jetzt aktualisiert auf 6,57 aus 148 Stimmen, Gesamtrang 11.922. Alle drei BGG-Wertungsangaben im Artikel tragen jetzt einen Stand-Vermerk.
Bei Duell um Cardia spielen zwei Spieler Kartenduelle gegeneinander aus, bis einer von ihnen fünf Siegel gewonnen hat oder einer keine Karte mehr ausspielen kann. Alexandra Fauth hat das Spiel…
CMYK, Asmodee, 2026
Autoren: Richard Garfield & Takashi Ishida
2–6 Spieler:innen, ab 6 Jahre, 30 Minuten
Da freut ihr euch gerade über eine hohe Würfelzahl, zieht eure Figur ordentlich nach vorne und plötzlich fällt euch ein: Moment, da war doch noch was! Ihr habt eine andere Flitzpiepe überholt, deren Fähigkeit wird ausgelöst und schon setzt sich eine Kettenreaktion in Gang. Eben noch auf dem Weg zum Sieg, steht eure Figur auf einmal wieder ziemlich weit hinten. Und eigentlich habt ihr nur gewürfelt. Willkommen bei „Turbo-Flitzpiepen 2000“, einem ziemlich verrückten Rennspiel, bei dem sich das Geschehen auf der Strecke nur bedingt vorhersagen lässt. 36 höchst unterschiedliche Flitzpiepen wollen hier um die Wette laufen. Jede bringt ihre eigene Fähigkeit mit und kann damit die vermeintlich einfachsten Spielzüge gehörig durcheinanderbringen. Dabei sieht das Ganze zunächst nach einem gewöhnlichen Würfelrennspiel aus. Figuren auf die Strecke stellen, würfeln, entsprechend viele Felder vorwärtsziehen. Fertig. Wären da nicht diese eigenwilligen Charaktere, die ständig dafür sorgen, dass aus einem einfachen Spielzug etwas völlig anderes wird.
Vier Rennen müssen die Flitzpiepen absolvieren. Dafür stehen zwei unterschiedliche Rennstrecken zur Verfügung, die abwechselnd verwendet werden. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt. Vor den Rennen stellt ihr euch aus den verfügbaren Charakteren ein eigenes Team zusammen und entscheidet, welche Flitzpiepe ihr ins jeweilige Rennen schickt. Dabei lohnt sich ein genauerer Blick auf die Fähigkeiten. Manche reagieren darauf, wenn andere Figuren sie überholen. Andere profitieren davon, dass sich mehrere Flitzpiepen auf demselben Feld befinden. So kann eine einzige Bewegung plötzlich weitere Aktionen nach sich ziehen. Eine hohe Würfelzahl muss deshalb keineswegs immer gut sein. Vielleicht möchtet ihr eine andere Flitzpiepe gerade nicht überholen, weil ihr damit deren Fähigkeit auslösen würdet. Vielleicht wäre es günstiger, auf einem bestimmten Feld zu landen. Oder ihr hofft sogar auf eine möglichst niedrige Zahl, weil ihr dadurch eine schöne Kombination in Gang setzen könnt. Ihr versucht also durchaus, möglichst geschickt zu spielen. Allerdings funktioniert das längst nicht immer so, wie ihr euch das vorgestellt habt. Kaum wird eine weitere Fähigkeit ausgelöst, verändert sich die Situation erneut. Die Spielanleitung gibt dafür zwar eine Reihenfolge vor, gerade zu Beginn muss man aber häufiger nachschlagen, welche Fähigkeit wann greift. Und selbst dann lassen sich nicht alle Situationen zweifelsfrei klären. Eine Besonderheit gibt es bei zwei Personen. Hier schickt ihr jeweils zwei Flitzpiepen gleichzeitig ins Rennen und könnt damit gezielter Kombinationen aufbauen. Welche Figur bewegt ihr zuerst? Welche Fähigkeit könnte dadurch ausgelöst werden? Und wie lässt sich mit der zweiten Figur eine möglichst lange Kettenreaktion erzeugen? Das eröffnet mehr taktische Möglichkeiten, als man diesem albernen Würfelrennen zunächst zutrauen würde.
Man muss sich auf dieses Spiel einlassen können. Wer seine Züge gerne minutiös vorausplant und erwartet, dass eine einmal gefasste Strategie auch zuverlässig aufgeht, dürfte mit den Flitzpiepen so seine Schwierigkeiten bekommen. Denn manchmal passiert einfach zu viel. Da wird eine Figur bewegt, darauf reagiert eine andere, anschließend verschiebt sich wieder jemand und plötzlich muss noch eine weitere Fähigkeit berücksichtigt werden. Irgendwann ist kaum noch vorherzusehen, wo die Figuren am Ende tatsächlich stehen werden. Uns hat genau das ausgesprochen gut gefallen. Natürlich haben wir versucht, die Fähigkeiten geschickt zu nutzen. Aber irgendwann gab es auch Situationen, in denen wir einfach beschlossen haben, die Dinge auf uns zukommen zu lassen. Würfeln, ziehen und schauen, was passiert. Dass dabei der eigene schöne Plan gelegentlich vollkommen über den Haufen geworfen wurde, gehörte für uns zum Spaß dazu. Interessant ist der Unterschied zwischen zwei und vier Personen. Zu zweit konnten wir deutlich gezielter vorgehen und die Fähigkeiten unserer beiden Flitzpiepen aufeinander abstimmen. Das hat seinen Reiz, allerdings waren wir dadurch auch stärker mit unseren eigenen Überlegungen beschäftigt. Zu viert war das Spiel für uns letztlich unterhaltsamer. Hier lässt sich weniger genau planen, dafür entstehen häufiger unerwartete Situationen, an denen der ganze Tisch Anteil nimmt. Das Chaos wird größer und mit ihm auch der Spaß an den absurden Wendungen. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass gerade diese Eigenschaft in anderen Spielrunden auf wenig Gegenliebe stößt. Wer seine Entscheidungen gerne vollständig kontrolliert, könnte sich an den unvorhersehbaren Entwicklungen stören. Hinzu kommt, dass die Anleitung nicht jede denkbare Kombination eindeutig erklärt. Wenn die Gruppe gemeinsam festlegen muss, wie eine Situation behandelt wird, kann das durchaus zu Diskussionen führen. Bei uns war das kein Problem. Wir konnten uns einigen und hatten auch kein Bedürfnis, jede mögliche Abfolge bis ins Letzte durchzurechnen. Erstaunlich gut funktioniert dafür der Einstieg. Im Kern bleibt es schließlich ein ausgesprochen einfaches Würfelrennspiel. Niemand muss vor dem ersten Rennen sämtliche 36 Charaktere kennen oder sich eingehend mit möglichen Kombinationen auseinandersetzen. Man kann auch einfach die Flitzpiepe auswählen, die gerade besonders lustig aussieht, und schauen, was passiert. Gerade für Familien und lockere Spielrunden ist das ein großer Vorteil. Richtig klasse ist das Material. Die 36 individuell bedruckten Holzfiguren sind für mich eines der Highlights des Spiels. Jede passt zu ihrer jeweiligen Karte und die teilweise herrlich absurden Gestalten machen schon beim Heraussuchen Freude. Auch die gesamte grafische Gestaltung passt wunderbar zu diesem verrückten Wettrennen. Alles wirkt ein wenig überdreht, herrlich altmodisch und bewusst bekloppt. Und dass zwischen den Rennen die Spielplanseite gewechselt wird, bringt zusätzliche Abwechslung. Der Wiederspielreiz ist für uns entsprechend hoch. Schon nach den ersten Partien gab es noch reichlich Flitzpiepen, die wir überhaupt nicht ausprobiert hatten. Bei manchen Figuren waren wir allein aufgrund ihrer Gestaltung neugierig, was sie wohl anstellen würden. Die unterschiedlichen Fähigkeiten laden dazu ein, neue Kombinationen auszuprobieren, ohne dass man dafür erst lange Regeln lernen müsste. „Turbo-Flitzpiepen 2000“ ist für mich ein ausgesprochen unterhaltsames Würfelrennen, das gerade in einer größeren Runde seine Stärken ausspielt. Wer ein taktisch berechenbares Spiel sucht, dürfte mit diesem wilden Durcheinander wenig glücklich werden. Wer dagegen über unerwartete Wendungen lachen kann und auch mal akzeptiert, dass der eigene großartige Plan gerade spektakulär gescheitert ist, bekommt hier eine Menge geboten. So bekloppt, wie das Ganze aussieht, spielt es sich tatsächlich auch. Und das ist hier ausdrücklich als Kompliment gemeint.